1. Frage:
    Gefragt am: 25.07.2010, 09:34 von
    Der Sex war wunderbar, Trennung hatte andere Gründe! Welche?
    Immer wieder lese ich hier mal in den verschiedensten Beiträgen irgendwo im Text, so oder so ähnlich, die Worte: "...mit ihm/ihr war der Sex am besten (oder so ähnlich), getrennt haben wir uns aber aus ganz anderen Gründen...". Auf der einen Seite wird in den Beiträgen oft der Eindruck vermittelt, dass Sex mit das wichtigste Element einer Beziehung ist, auf der anderen Seite trennt man sich, obwohl der Sex angeblich so außergewöhnlich war. Ich vermute mal, dass es noch mehr User gibt, die sich für die 'anderen Gründe' interessieren, genau wie ich. Vielleicht könnten wir alle etwas daraus lernen und es gibt einige unter euch, die uns darüber berichten? Warum trennen sich Paare hauptsächlich? Es wäre nett, wenn ihr auch w oder m und euer Alter angeben würdet. - Danke!
    Antworten:
  2. #1 Gast
    25.07.2010 09:37
    Zum Beispiel, dass er nach Monaten erst festgestellt hat, dass er "für eine Beziehung wohl doch noch nicht so weit" sei ....
    W40+

  3. #2 Gast
    25.07.2010 09:52
    Weil man den Anderen nicht von ganzem Herzen liebt, oder man merkt das es keine gemeinsame Zukunft gibt, man sich nicht genug inspiriert, die Träume zu unterschiedlich sind, man einfach andere Vorstellungen von einem Partner hat welche der Momentane nicht erfüllen kann usw.

    Da gibt es tausend verschiedene Gründe! Sex ist eine Komponente in einer Beziehung, es gibt noch vieles mehr was stimmen muss um mit jem. sein Leben zu teilen, oder???

    Nur guter Sex kann im Moment sehr schön und befridigend sein, aber man verbringt ja nur einen Bruchteil der gemeinsamen Zeit damit, so das die anderen Dinge wichtiger werden je länger man sich kennt.
    W28

  4. #3 Gast
    25.07.2010 10:12
    Intimität ist schön und auch wichtig, aber für mich nicht allein entscheidend. Interessante Kommunikation, spannende Dikussionen über div. Themen, Gemeinsamkeiten, ähnliche Wellenlänge sind mir bedeutend wichtiger für ein längerfristige Partnerschaft! m 41

  5. 25.07.2010 11:00
    Liebe Angeline, ich glaube, man darf diese Beiträge, von denen du sprichst, gar nicht so ernst nehmen. Sie sollen gewissermaßen vom Eingeständnis eigener Fehler ablenken.

    Man lernt sich kennen, es kommt relativ schnell zum Sex und menschliche Inkompatibiltäten gehen bei der hohen Toleranz noch unter. Später wird der Sex normal, der Kick nimmt ab und man merkt, dass man menschlich gar nicht zueinander passt. Oft ist das nach 3-6 Monaten der Fall und es kommt dann zur Trennung. Was die genauen Gründe dafür sind, spielt gar nicht so eine bedeutende Rolle. Eigentlich ist man durchaus an einer langfristigen Beziehung interessiert, aber man hat einen Weg dazu eingeschlagen, der nur mit geringer Wahrscheinlichkeit Aussicht auf Erfolg hatte. Diesen Fehler möchte man sich aber nicht eingestehen und so betont man dann hinterher, dass der Sex so toll gewesen sei und schon allein diese Verbindung gerechtfertigt habe. Das ist aber oft Quatsch, denn tollen Sex hätte man wahrscheinlich auch mit vielen anderen haben können. Aus sexueller Sicht sind wir nämlich gar nicht so furchtbar inkompatibel ...

  6. #5 Gast
    25.07.2010 11:09
    Wir hatten auch "guten" Sex. Ich war drauf und dran, liebte ihn - selbst heute noch - den Rest meines Lebens mit ihm zu verbringen! Gescheitert sind wir dann an seiner Konfliktunfähigkeit, an seinem Unwillen diese Konflikte durch Kommunikation zu lösen. Gescheitert auch daran, dass er sich in solchen Phasen mit beleidigter Arroganz und Überheblichkeit zurückzog, um dann wenige Tage später wieder angekrochen zu kommen. Die Wiederholungen dieser Machtkämpfe zermürbten mich zusehend, zumal ich mir darüber im Klaren wurde, dass dieser Mann mich nicht liebte. Das war die bitterste Erkenntnis und deshalb habe ich die Beziehung beendet. Was mir sehr, sehr schwer fiel.

  7. 25.07.2010 11:22
    Die "anderen Gründe" sind die, die etwas länger brauchen (als Sex), um sie zu erkennen: Gemeinsamkeiten. Oft gaukelt man sich ja vor, dass diese durchaus vorhanden wären (s. Musikgeschmack, Hobby u.ä. in den Profilen). Doch es gehört einfach mehr dazu.

    Verständnis füreinander, Bereitschaft, da zu sein wenn es Probleme gibt, echte Zuneigung und vieles mehr. All das sollte vorhanden sein, bevor man auf wirklich guten Sex bauen kann. Der wird nämlich erst mit den "anderen Gründen" wirklich toll und bleibt nicht mehr oberflächlich.

    Sind diese beiden Voraussetzungen nicht vorhanden, kommt es früher oder später meist zur Trennung. Da hält auch der beste Sex - der zwangsläufig nachlässt, wenn alles andere nicht stimmt - nicht durch. Natürlich gibt es auch den Fall, dass die Gemeinsamkeiten passen und schön sind, der Sex aber überhaupt nicht funktioniert. Hier ist ebenfalls ein Ende (es sei denn, man mag "Geschwisterliebe") vorprogrammiert.

  8. #7 Gast
    25.07.2010 14:17
    darüber könnte ich sogar noch ein buch schreiben , ich habe nach meiner Trennung 3 Beziehungen da möchte ich vorher betonen daß ich während meine Ehe kein richtigen Sex bekommen habe , trotzdem die Ehe 7 Jahre gehalten und die Beziehungen die voller Abenteuer , lauter Sex erfüllt und geil waren nur vor kurze Dauer waren . Leider.
    Die Gründe waren verschieden , unser Lebenseinstellung , materielle Dingen , Bildungsniveau zu viele Differenzen halt.
    W41

  9. #8 Gast
    25.07.2010 17:29
    Es ging mir ähnlich wie #5. Der Sex war gut, aber die ständigen, sehr brutalen Machtkämpfe haben mich zermürbt. Nach einer anfänglichen Euphorie seinerseits gab es nur noch das hartnäckige Bestreben, mich zu unterjochen und mich, als das nicht klappte, zu demütigen und Psychoterror zu veranstalten. Als ich erkannte, dass das mit Liebe nichts zu tun hatte, bin ich gegangen. Die Trennung fiel auch mir sehr schwer, aber ich war es mir schuldig, mich vor diesem mir unerträglich gewordenen Menschen zu retten, wollte ich nicht krank an ihm werden.

  10. #9 Gast
    25.07.2010 18:33
    #5: 'Man kann nicht nicht kommunizieren' - sagte Paul Wazlawick - und er hat sicher recht.
    Und so, wie ich Deinen Beitrag lese, scheint es mir so, als würde (D)ein Ex-Mann nicht konfliktfähig sein, weil er ein anderes Verhalten an den Tag legt als Du wahrhaben willst.

    Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Konfliktfähigkeit von beiden Seiten völlig verschieden gelebt wird, aber nicht verstanden wird.
    Konfliktunfähig ist man somit immer zu je einem Teil, auch wenn er nicht unbedingt 50:50 sein muss. Das liegt dann doch sehr am individuellen Leben. Aber nur auf einer Seite liegt er sehr selten.

  11. #10 Gast
    28.07.2010 12:09
    Ein anderer Grund ist manchmal nicht so einfach zu benennen.

    Wenn man beim Punkt angekommen ist, wo man sich sagt:: "ich habe die Schnauze voll" - "so geht das nicht weiter"- " ich will nicht mehr ", dann ist es einfach aus.

    Im Nachhinein ist die Suche nach Gründen zweitrangig. Man hat schon im Vorfeld alles mögliche (als Frau wenigstens) versucht, die Beziehung zu retten.

    In meinem Fall war es die Erkenntnis, dass ich mit einem Narzissten verheiratet war und es nach jahrelanger Ehe mich körperlich und geistig ruiniert hat. Demütigungen, Abwertungen, Misstrauen, Aggresivität bis hin zu häuslicher Gewalt (psychisch, nicht körperlich). Doch der Sex war wunderbar. Nie wieder habe ich mit jemand anderen das wieder empfunden, auf sexueller Ebene gemeint. Und es hat auch lange gedauert, von ihm weg zu kommen.

    w/57

  12. #11 Gast
    03.09.2010 10:20
    Aus eigener äusserst schmerzhafter Erfahrung (Trennung vor 5 Monaten!) tage- und wochenlangem Sich-im-Kreis-Drehen über das warum und weshalb.
    1 1/2 Jahre Beziehung, Sex gut, Kommunikation gut, Respekt, Vertrauen, Geborgenheit, Humor..fast schon "blindes Versehen". Das waren die schönen Seiten der Beziehung.
    Die weniger schönen..er konnte nicht mit Geld umgehen, hatte Schulden, selbständig, keine Altersvorsorge, wollte sich aber trotzdem in keinster Weise adäquat dazu verhalten.
    Kühlschrank auf Kredit, neuen Flatscreen, neue Anlage und das alles bei 3 Konten die bis zum Anschlag ins Minus gefahren waren. Ich habe versucht ihn zu unterstützen (nicht finanziell) im zu vermittelt dass es mir nichts ausmacht, auch mal zu Hause zu kochen, usw. usw.

    Es hat nichts genützt, er kam eines Freitags an, sagte dass es nicht "für eine Zukunft" reicht (hm, dass merkt er dann nach 1 1/2 Jahren?!) und weg war er. 2 Wochen später bereits die Neue am Start...wobei ich mir heute denke, die gab es schon vorher! Auch meiner Bitte um einen Anruf, damit ich auch nur im Ansatz verstehen konnten...kam er nicht nach.
    Umso schmerzlicher dass ich von seiner angeblich nachlassenden Liebe nichts aber auch gar nichts gemerkt hatte. Zärtlichste Blicke, Berührungen, Blumen, ein Ostergeschenk, noch am WE zuvor war seine Mutter zu Besuch.

    Um zum Punkt zu kommen. Ich glaube, dass Beziehungen scheitern, wenn ELEMENTARE Grundeinstellungen bzw. Grundbedürfnisse nicht zusammen passen bzw. erfüllt werden.

    Er WOLLTE sich nicht einschränken, um die Schulden abzubauen, oder Altersvorsorge zu betreiben. Er WOLLTE einfach so leben und ich konnte SO nicht leben! Es hat mich aufgefressen. Zwei vollkommen verschiedene Lebenseinstellungen. Das musste zwangsläufig scheitern. Und darüber ich unendlich traurig.
    Kornblume

  13. #12 Gast
    03.09.2010 12:37
    Ganz einfach: Sie öffnet sich und ihr Leben ihm - und er bleibt verschlossen und öffnet sich nicht. Auf ihre Bitte hin weist er sie noch mehr ab. Lügen. Sie ist ein Altruist - er ein Egoist. Und als Altruist wird ihr zu guter Letzt noch vorgeworfen, sich zu verbiegen und nicht genug Selbstbewusstsein zu haben. Krank, echt krank! Erinnert mich an die diversen "Narzissten-Kommentare" in diesem Forum. Ich weiß bis heute nicht, was eigentlich zu unserer Trennung geführt hat nach seiner Meinung. Ausser dem Satz: "Ich hab mir halt was anderes vorgestellt" - warum hat er dann überhaupt mit mir was angefangen...? Ich ahne es schon. War wohl die Übergangslösung. Auf Nachfrage konnte/wollte er es nicht erklären. Feige also auch noch.

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