Thema: Erst Sex - dann Beziehung?
- Frage:
Erst Sex - dann Beziehung?Früher ging es meistens so: Man verliebte sich ineinander, dann "ging" man miteinander, lernte sich kennen und irgendwann heiratete man und hatte dann auch Sex. Dieses Modell ist schon lange passé und das ist auch gut so. Heute geht es meist so: Man hat ein, zwei,drei Dates und dann landet man im Bett. Man hat eine intime, sehr emotionale Bindung und lernt sich dann erst kennen. Frage: Wird da nicht der Hauptgang oft vor der Vorspeise serviert? Wenn ich die Sexualität wirklich ernst nehme, komme ich meinem Partner sehr früh sehr nahe, auch wenn ich ihn noch gar nicht kenne. Oder hat der Stellenwert des Sex heutzutage abgenommen und ist er viel weniger eine Beziehungsaussage als früher? Ich rede hier nicht von ONS oder kurzen Abenteuern, sondern von dem Verlauf, wie Beziehungen aufgebaut werden. Schafft früher Sex Bindungen, die eigentlich noch gar nicht da sind?Antworten: -
Lieber Fragesteller! Ein, zwei Dates und dann landet man im Bett? Ist das wirklich so? Ich glaube, nein. Darüber wird viel geredet, aber in der Praxis sind die meisten dann doch zurückhaltender. Man muss doch erst Zuneigung und Begehren aufbauen, den Wunsch nach Nähe schrittweise eskalieren lassen (Hand-in-Hand, der erste Kuss, das erste Kuscheln, der erste Sex) und dafür braucht es viel mehr Gefühle und meistens auch mehr Zeit als sich nur ein-, zweimal zu treffen.
Denn sonst hättest Du recht: Das wäre der Hauptgang vor der Vorspeise. Wer auf die Schmetterlinge, das Aufgeregtsein, das erste Berühren, das langsame Steigern verzichtet, verzichtet auf das Schönste vom Kennenlernen.
Wer Intimitäten nicht mehr als intim empfindet, sondern sie mit x-beliebigen Personen mal testweise tauscht, der verroht innerlich und kann auch mit einem echten Liebespartner später diese Besonderheit nicht mehr empfinden. Intimität muss etwas intimes, etwas besonderes bleiben.
Schafft früher Sex Bindungen? Nein, ich glaube nicht. Er verhindert sie eher. Sex schafft nur dann Bindung, wenn er im wahrsten Sinne Höhepunkt ist, Gipfel der Eskalation, das Höchste und Intimste, das man sich geben, und wie man sich einander öffnen kann.
Hinzu kommt auch, dass man nicht nur mit dem Herzen, nicht nur sexuell, sondern auch bezüglich Ansichten und Wertvorstellungen, Interessen und Freizeitverhalten, Vorlieben, Geschmack und Lebensziele (Kinderwunsch, Hausbau) harmonieren und zueinander kompatibel sein muss. Das jedoch kann man lange vor dem ersten Sex, vor den großen Gefühlen prüfen und erkennen -- und schmerzliche Momente, Ausgenutzsein, Abnutzung von Intimitäten vermeiden.
Zusammengefasst: Nein, ich glaube nicht, dass die Mehrheit so funktioniert. Gefühle sind Basis der meisten Partnerschaften und Intimitäten für die meisten doch noch verdammt intim.
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Danke für die Antwort. In Deinen theoretischen Ausführungen folge ich Dir. In der Analyse der Gegebenheiten bin ich mir nicht sicher. Ich glaube, dass die Third-Date-Rule schon weitgehend praktiziert wird. Ich halte auch nichts von allzulanger Aufschieberei und Kasteiung. Aber mit relativ frühem Sex sinkt zweifellos auch dessen Bedeutung und Aussagekraft
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@#2: Nur damit keine Missverständnisse entstehen: Ich halte auch nichts von Kasteiung und Aufschieberei. Wenn es passt, dann passt es. Kasteiung ist für mich nichts edles oder erstrebenswertes. Der entscheidende Punkt aber ist doch: Wann passt es gut genug für eine Partnerschaft, für Intimitäten?
Intimitäten ohne Partnerschaft? Wenn ja, dann ist diese Diskussion hinfällig. Falls nein, dann muss man sich fragen, unter welchen Bedingungen will ich eine Partnerschaft? Da sage ich mir: Zuneigung und Begehren im Minimum, eigentlich richtige gegenseitige Verliebtheit und außerdem Kompatibilität in Kernfragen wie Ansichten und Wertvorstellungen, Interessen und Freizeitverhalten, Vorlieben, Geschmack und Lebensziele.
Wenn ich mich verliebt habe, überzeugt bin, dass auch der Mann in mich verliebt ist und zugleich die Kompatibilität in wichtigen Aspekten gegeben scheint, dann kann es losgehen. Dann wünscht man sich sehnlichst, dass es losgeht. Da bleiben dann doch gar keine Fragen mehr, oder?
Dein Thread diskutiert doch eher die Frage, ob man ohne all diese Facetten der Harmonie schon voreilig Sex haben sollte. Ob man ohne Verliebtheit, ohne Kompatibilität Intimitäten tauschen sollte oder sich nicht lieber doch erst einmal richtig kennenlernt. Oder war das etwa nicht gemeint?
Im übrigen kenne ich von der Third-Date-Rule nichts und habe das auch noch nie so erlebt.
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ich habe mal eine grundsätzliche frage zu diesen "wann ist der richtige zeitpunkt für den sex" - threats: ist bei diesen fragen grundsätzlich die variante online-dating gemeint, oder auch die reallife-variante?
im reallife lernt man sich ja erst kennen, bevor man gegenseitiges interesse signalisiert...und dann auch schnell im bett landen kann.
beim online-dating sieht die situation ja anders aus...
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@#4: Ich mache keinen Unterschied zwischen Sex im Onlinedating oder Reallife. Sobald ich eine Person wirklich treffe, geht Onlinedating doch in Reallife über, oder?
Meine Bedingungen für Sex sind doch ganz einfach: Sex nur in Partnerschaften. Dazu wiederum gehört gegenseitige Verliebtheit und Kompatibilität, so dass man sich eine Partnerschaft überhaupt stabil und konstruktiv vorstellen kann. Wenn jemand Verliebtheit durch Zuneigung und Begehren ersetzt, OK, gerade noch akzeptabel.
Bedenke, dass ich keine Aussagen zu dem wievielten Treffen mache, sondern zu Partnerschaft, Verliebtheit und Kompatibilität. Ich glaube allerdings durchaus, dass das niemals beim ersten Treffen alles gegeben sein kann. Eher dann schon beim dritten, vierten, fünften...
Wenn man jemanden schon lange kennt, zum Beispiel als Kommilitonen, so kann man viele Aspekte der Kompatbilität natürlich bereits einschätzen, hat sich Vertrauen und Nähe schon gebildet, und kann beim Einsetzen der Verliebtheit spontan alles passen.
(Anmerkung: Thread wie Faden, nicht Threat wie Bedrohung!)
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Viele der manchmal gestellten Fragen hier im Forum können dir die Antwort auf frühen Sex und dann keine richtige Bindung mit ja beantworten. Ob das altersbedingt ist? Vermute ich schon. wenn ich manchmal die Teenies Eltern im Fernsehen betrachte, wo der Sex nur spielerischer Höhepunkt einer PArty war und das Ergebnis ein Baby. Eine Bindung zur anderen Person ist da nicht gegeben. Oder die Exzesse wilder alkoholisierter Jugendlicher auf Poolpartys oder ferner Strände. Da geht es nur um Sex um des Lustes Willen. Nicht mein Geschmack, aber wer es will?
Beim Aufbau einer enrsthaften Beziehung teile ich die Meinung von Frederika 100 pro, bin aber schon vom alten Eisen.
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@ Fs: Du behauptest in deiner Frage "Früher ging es meistens so: Man verliebte sich ineinander, dann "ging" man miteinander, lernte sich kennen und irgendwann heiratete man und hatte dann auch Sex." Das würde ich nicht so sehen. In der Generation meiner Eltern (sie sind heute 72 und 78) war es wohl eher so, dass man sich verliebte und miteinander ging UND Sex hatte. Sobald dann Nachwuchs unterwegs war, wurde geheiratet. Bei sehr vielen Schulfreundinnen meiner Mutter ist es genauso abgelaufen. Oft hatten sie den Mann noch nicht "richtig" kennengelernt. Das kam dann erst während der Ehe. Auch die Generationen vor uns haben nicht monate- und jahrelang nur Händchen gehalten.
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Bin grundsätzlich Frederikas Meinung, auch wenn ich selbst schnell zur Sache komme. In allen meinen Beziehungen (ohne Ausnahme) ist es recht schnell - binnen von ein paar Wochen - zum Sex gekommen. Wenn man den anderen körperlich begehrt und das beidseitig ist, bahnt sich die Natur schon ihren Weg. An dieser Stelle mit dem Kopf "gegenzuarbeiten" finde ich albern aber über die Kasteiung hat Frederika ebenso bereits geschrieben.
Meine längste Beziehung ging über 5 Jahre, die kürzeste ca. 2 Monate. Durchgehend glücklich war ich bisher noch mit keiner Frau (umgekehrt wohl auch). Ob das am "schnellen Sex" lag, mag ich nicht beurteilen - ich glaube es aber nicht.
Ich glaube auch nicht, dass der schnelle Sex, den Mann das Interesse verlieren lässt, wie in manchem Thread hier schon geschrieben wurde. Wenn die Anziehung und das gegenseitige Interesse groß genug sind, die "Kombination" / die Chemie also passt, dann kann da der schnelle Sex auch nichts ausrichten. Einer meiner Beziehungen ist immerhin ein Kind entsprungen.
Wenn man also alles addiert und subtrahiert, bleibt wieder die allseitsbekannte Formel: Es muss halt passen! Schneller Sex oder längeres Kennenlernen zuvor macht da kaum keinen Unterschied.
m37
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Ich bin auch schon ziemlich alt (51), aber ich hätte keinerlei Lust, bei einem Mann, der mich wirklich interessiert, monatelang auf Intimitäten zu warten. Ich weiß genau, was ich im körperlichen Bereich mag- und was er lernen, verändern kann und was an ihm nie zu mir passen wird- bei aller Liebe. Also würde ich es schneller ausprobieren und mich dann bei ernsthafter Inkompatibilität sachte wieder verabschieden- hoffentlich ohne zu große Enttäuschung beiderseits.
Außerdem muss ich zugeben, dass ich einmal bei einem sehr attraktiven Mann auch ganz klar kalkuliert habe: Jetzt eine heisse Nacht, und Du hast eine Chance ihn zu bekommen- ansonsten- wer weiss. Und, im Gegensatz zu sämtlichen leicht moralisierenden Predigten, es hat geklappt und wir hatten trotz eines sehr problematischen Umfelds eine sehr schöne längere Beziehung, in der er auch emotional zu Hause war.
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Also was du hier schreibst...mit schnellem Sex...ist Standard und auch so überwiegend und überall praktizierend, das ist richtig, was du schreibst! Die allermeisten Probleme in Beziehungen, die hier beschrieben werden entstehen durch den schnellen und vorschnellen Sex!! Für mich kommt das schon lange nicht mehr so in Frage! Ohne sich kennen, ohne Liebe läuft bei mir gar NICHTS! Warum? Ganz einfach, weil es nicht befriedigt und niemals zufrieden macht! Ich verstehe die Leute nicht mehr, warum sie es machen, vielleicht, weil sie noch nicht genug an die Schmerzgrenze gekommen sind!! Wichtigste Regel: Wer sich schnell für Sex hergibt, tauscht den Partner sehr schnell wieder aus! Also, bin ich für ihn schon von anfang...unwichtig! Punkt. m53
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@#5
der unterschied beim online-dating zum reallife ist der, dass man im wirklichen leben sich nur mit jemandem trifft, der einen interessiert.
beim online-dating trifft man sich, obwohl man sich gar nicht kennt - man muss erst einmal herausfinden, ob überhaupt ein beiderseitiges interesse besteht.
das ist für mich schon ein großer unterschied!
die wahrscheinlichkeit, mit einem date aus dem reallife schnell im bett zu landen, ist also deutlich größer als bei online-dates.
meiner meinung nach, muss man sich beim online-dating mit deutlich mehr menschen treffen, als es im reallife notwendig wäre.
die gefahr, dass man den anderen als schnell austauschbar wahrnimmt, ist auch größer als im reallife.
ob man nun mit jemandem schnell im bett landet (reallife)oder nicht, hat sicher weniger einfluss auf die individuelle wahrnehmung seines gegenübers, als häufige treffen über onlineportale.
für mich wäre eine frau deutlich verdächtiger, was ihre partnerschaftstauglichkeit betrifft, die oft onlinedates hat, als eine frau, die schnell mit mir ins bett steigt - die ich aber auf "normalem" weg kennenlernte.
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MadMax, wer bitte schön zwingt dich nach mailen, telefonieren und Fototausch dazu, dich zu treffen mit jemandem, der dich angeblich nicht interessiert? Müsstest den Kontakt ja nicht so weit kommen lassen (ausser du hast Notstand ;-) ).
Ich treff mich nur mit Männern, die mich wirklich interessieren (nur 3 Ausnahmen gemacht zu einer Zeit, wo ich nicht ernsthaft gesucht habe und 1 Ausnahme, wo von vorneherein beiderseits nur Bekanntschaft vereinbart war). Und das war bisher leider nur einer, mit dem es dann nicht geklappt hat.
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@#12
mit interesse an einer frau/mann meine ich nicht das, was man über das telefon erfährt, oder aus den mails.
damit meine ich die gegenseitige anziehung, die sexuelle aura des anderen und die ausstrahlung.
erst wenn das gegeben ist, interessiert mich das, was du den mails und den telfongesprächen entnimmst.
parallel gibt er hier ja den threat, in dem bei beiden alles übereinstimmt, die frau aber für den mann nichts empfindet, was notwendig wäre, mit ihm im bett zu landen.
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Früher Sex schafft bei mir keine Bindung - im Gegenteil, ein Mann, der Sex mit mir will ohne daß er mich und ich ihn richtig kenne und ohne daß wir uns wirklich mehr mögen als eben andere Menschen, macht mir Angst, vergrault mich gar (ja, immer noch!).
Ich scheine was das angeht aber extrem exotisch zu sein, denn die Männer sind wohl alle frühen Sex gewohnt...und ja, ich habe versucht, mich zu überwinden und weiß somit wovon ich rede. Der Appetit kommt eben nicht immer beim Essen und ich habe es nicht bis zu Ende über mich gebracht! Meins ist es einfach nicht. Weiß auch nicht recht, wie ich mit dieser Einstellung überhaupt je in der Partnersuche erfolgreich sein soll...Geht es jemandem ähnlich, weiß jemand Rat?
Mary - the real
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@ #14:
Hi Mary,
nein, du bist nicht alleine. Ich konnte/kann mit dieser Reihenfolge auch nicht viel anfangen.
Versuche in diese Richtung sind schon kläglich in der Anfangsphase gescheitert, aber ich bedaure das nicht. Es ist schon alles gut so, wie es ist.
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Die Wahrheit ist, das die beiden Dinge, Beziehung und Sex, nicht voneinander abhängen.
Beides ist schön, aber das eine bedingt das andere nicht.
Und jede Taktiererei ist grundverkehrt. Für Sex kann man sich nichts kaufen - eine Beziehung schon gar nicht.
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