1. Frage:
    Gefragt am: 20.04.2011, 06:23 von Gast
    Ex-Frau betreut Kind trotz psychischer Probleme. Wie damit umgehen?
    Meine Ex-Frau hat zunehmend psychische Probleme. Ich mache mir v. a. wegen des Kindes sehr Gedanken. Die Symptome sind folgende: Eigentlich ist meine Ex eher der Typ „graue Maus“. Sie hat aber Phasen von ca. 2 - 3 Wochen Dauer, in denen Sie ein vollkommen überzogenes Selbstbewusstsein entwickelt. Sie glaubt dann, von allen total unterschätzt zu werden und ist auch auffallend eloquent und selbstsicher. Andererseits kann sie in diesen Phasen Alltagsanforderungen kaum noch bewältigen (z. B. das Kind sauber anziehen). Auch ist sie dann vollkommen unkooperativ (hält Terminabsprachen nicht ein etc.). Sie kann sich an die Absprachen klar erinnern, erkennt aber nicht, dass sie sich daran halten sollte. Auch ist sie allgemein extrem reizbar. Wenn sie dann wieder klar im Kopf ist, tut sie, als sei nichts gewesen. Diese Phasen kommen mehrfach pro Jahr in unregelmäßigen Abständen und ohne erkennbaren Auslöser. Was ist das, und wie soll man damit umgehen?
    Antworten:
  2. #1 Gast
    20.04.2011 08:44
    Hallo FS,
    wir - das Forum- können nur von dem ausgehen, was Du schreibst. Nach Deinen Schilderungen könnte deine Frau eine bipolare Störung habe. Der alte Ausdruck dafür ist manisch-depressiv.
    Möglichkeiten für Dich
    - Sprich mit dem Jugendamt
    - Notiere Dir das Verhalten Deiner Ex-Frau (Termin-Absprachen nicht einhalten, Kind vernachlässigen)
    - Gibt dem Kind ein Handy mit dem es Dich I M M E R erreichen kann
    - Triff eine Vereinbarung mit Deiner Ex, dass die das Kind auch mal kurzfristig zu Dir bringen darf !
    -Geh mit zu Elternabenden / Schultreffen um im Kontakt mit den Lehrern zu sein !

  3. #2 Gast
    20.04.2011 09:18
    Wenn es für dich oder für das Kind nicht tragbar ist, musst du das Jugendamt einschalten. Vorausgesetzt, du kannst mir ihr nicht reden und dich in dieser Zeit auch nicht selbst um euer Kind kümmern.

    Sie scheint also auch keinen neuen Partner zu haben. Gereizt kann auch ein Merkmal von unbefriedigt und unzufrieden sein. Wie alt ist euer Kind? Ältere Kinder lernen damit umzugehen und "decken" die Macken der Mutter. Siehe Alkoholikerkinder!

    Geht sie zum Therapeuten? Das solltest du ihr auf jeden Fall vorschlagen oder notfalls eine Freundin bitten, hier auf sie einzureden. Mehr kannst du momentan sicherlich nicht tun, weil Mütter in unserem Land, egal wie sie mit den Kindern umgehen, trotzdem einen hohen Stand und Ansehen haben. w/42

  4. #3 Gast
    20.04.2011 09:43
    Trinkt sie eventuell?
    Am besten lässt Du die Probleme von einem Arzt abklären. Wir können Dir hier nicht helfen...

  5. #4 Gast
    20.04.2011 09:44
    das sieht möglicherweise nach einer bipolaren Störung aus. Versuche mit Deiner Frau zu vereinbaren, dass Ihr gemeinsam diese Symptome einem Psychiater mitteilt. Eine milde Medikation kann bereits Abhilfe schaffen, vorausgesetzt die compliance stimmt.

  6. #5 Gast
    20.04.2011 09:50
    Ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit, da dies kein medizinisches Fachforum ist:

    Die Symptome klingen für mich sehr nach einer Manie. Inbesondere die Selbstüberschätzung und die Unfähigkeit, sich an Absprachen zu halten sind in solcher Phase typisch. Google mal Manie, Ideenflucht, überhöhte Selbsteinschätzung- ob das zutrifft. Oftmals sind Manien auch mit Depressionen vergesellschaftet als manisch- depressive Episoden zu finden

    Das ist dringend behandlungsbedürftig, gerade auch im Hinblick auf Euer gemeinsames Kind, das unter der Situation massiv zu leiden haben dürfte. Gibt es eine gemeinsame Vertraute, die Deine Ex in einer "normalen Phase" darauf ansprechen kann?

    Kümmere Dich darum, ob Du unter diesen Voraussetzungen nicht Dein Kind zu Dir nehmen kannst bzw. musst, bis geklärt ist, was genau Deine Ex hat und wie dies zu behandeln ist.

    Viel Glück & Kraft!

  7. #6 Gast
    20.04.2011 09:55
    Ich denke, du solltest bei einem Psychotherapeuten einen einzelnen Beratungstermin in Anspruch nehmen und ihm die Situation und deine Wahrnehmung schildern. Vielleicht kann er dir kompetenten Rat geben.

    Hier im Forum kannst du sicherlich keine Diagnose, sondern nur wage Vermutungen bekommen. So auch von mir. Meine Vermutung: Du könntest mal recherchieren in Richtung "manisch-depressiv".

  8. #7 Gast
    20.04.2011 10:12
    Klingt nach manischen Phasen, was ich hier aus diesen paar Sätzen rauslese. Ist aber eine absolute LEIENAUSSAGE meinerseits, kenne nur so einen Fall aus meiner Familie. Sprich mit ihr in einer guten Phase und leg ihr Nahe, sich psychologische und ggf psychiatrishe Hilfe zu holen sonst behälst du dir weitere Schritte in einer ihrer schlechten Phasen vor (Jugendamt zB da das Kind nicht ausreichend versorgt wird). Da muss ein Fachmann her, ggf Medikamente. Wenn es "nur" Phasen sind, könnte man das medizinisch bestimmt in den Griff bekommen.
    Noch etwas: Muss ja auch nicht sofort das Jugendamt sein, wenn ansonsten eine Familie (Großeltern, Tanten / Onkel) geschlossen dahinter steht. w.30

  9. #8 Gast
    20.04.2011 10:56
    Hier nochmal die #6:

    Als ich meinen Beitrag geschrieben hatte, waren dir vorhergehenden Antworten hier noch nicht sichtbar.
    Nun sehe ich, dass schon andere auch in die gleiche Richtung vermutet haben: manisch-depressiv bzw. bipolare Störung.

    Wenn deine Ex einsichtig ist, dann sollte sie dringend zum Neurologen gehen.
    Ich bin selbst betroffen von dieser Störung und habe diese Up's & Down's inzwischen mit Hilfe einer Medikation vom Neurologen im Griff. Die Medikamente helfen, den manisch-depressiven wieder "in seine Mitte" zu bringen.

  10. #9 Gast
    20.04.2011 11:20
    Hier noch mal der FS:

    Vielen Dank für Eure Ratschläge.

    Es gibt noch ein weiteres Problem (hätte eigentlich schon in die Fragestellung gehört): Wenn meine Ex-Frau erfährt, dass ich in der Sache aktiv bin und auch schon beim Jugendamt war, dann wird sie zweifellos meinen Kontakt zu unserem Sohn blockieren. Damit wäre natürlich auch nichts gewonnen.

    @ die mehrfach vorgeschlagene medizinische Behandlung:
    Meine Ex-Frau möchte auf gar keinen Fall medizinisch behandelt werden. Sie bricht sofort mit allen den Kontakt ab, die ihr dahingehend Ratschläge erteilen.

    @ Jugendamt (ebenfalls mehrfach vorgeschlagen)
    Beim Jugendamt war ich schon. Die sagen aber, sie könnten nichts machen, da die Mutter die Kooperation mit dem verweigert. Für ein zwangsweises Eingreifen gebe es noch keine Grundlage.

    @ # 3
    Sie hatte vor Jahren eine kurze Phase, in der sie Probleme mit Alkohol hatte. Ich bin aber sicher, dass sie seitdem nicht mehr trinkt.

    @ # 5
    Die Depressionen sind ein guter Hinweis. Meine Ex war 2 x für jeweils zwei Jahre von schweren Depressionen vollkommen lahm gelegt. Das liegt aber alles schon mehrere Jahre zurück. Nach allem, was ich einschätzen kann, ist sie über die Depressionen weggekommen.
    Hast Du eine Ahnung, ob ihr jetziges Verhalten mit der Ankunft einer neuen depressiven Phase in Verbindung stehen könnte?

    @ Kind zu mir nehmen (# 5 et al.)
    Darüber habe ich natürlich auch schon nachgedacht, es wäre auch möglich, und das Jugendamt wäre ebenfalls dafür. Ich denke aber nicht, dass ich eine Chance habe. Die ganze Psycho-Sache hat schon im Scheidungsverfahren eine Rolle gespielt. Das Familiengericht hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht trotzdem der Mutter zugesprochen. Ich will hier nicht off-topic über frauenfreundliche Familiengerichte hetzten, aber als Vater hat man schlichtweg keine Chance, egal wie der Sachverhalt liegt.

    Werde mir Eure Beiträge heute Abend noch mal in Ruhe durchlesen und danach meine Ex-Schwiegereltern anrufen, mal schauen, was die meinen.

  11. #10 Gast
    20.04.2011 11:31
    Schon wieder der FS, @ # 8

    Darf ich fragen, wie Du den Weg zum Neurologen geschafft hast. Hattest Du damals selbst Krankheitseinsicht? Kannst Du irgendwie einschätzen, auf welchem Weg man jemanden für eine Behandlung motivieren könnte, wenn es an Krankheitseinsicht fehlt?

    Welche Phase ist dafür ggf. am ehesten geeignet? Sie einfach darauf ansprechen, wenn es ihr gut geht, hat keinen Zweck. Zum einen geht es ihr dann schließlich gut, zum anderen reagiert sie (in jeder Phase) sehr aggressiv, wenn schon die leiseste Andeutung in dieser Richtung kommt.

  12. #11 Gast
    20.04.2011 12:05
    Ja, das klingt bipolar. Aber nicht allzu schlimm. (Ich habe das auch.)
    Welchen Anteil hast du eigentlich an der Kinderbetreuung? Teilt ihr euch die Betreuungszeit oder bist du Wochenendvater? Deine Frau braucht auf jeden Fall einen Arzt, der sich das ansieht. Ich würde aber aus eigener Erfahrung die große chemische Keule für überdimensioniert halten. In den manischen Episoden solltest du auf jeden Fall die Kinderbetreuung übernehmen.

  13. #12 Gast
    20.04.2011 14:04
    @FS, die 11 oh, deine weiteren Auskünfte mache das bedenklicher, vor allem, wenn sie auch schwere depressive Phasen hat. Aus eigener Erfahrung ist ein bipolarer Mensch nur in der depressiven Phase krankheitseinsichtig. ("Die kriegst du nur in Therapie, wenn sie grade aufklatschen", sagte mir mal ein Theraput.) Viele Ärzte beschäftigen sich mit Leuten in der manischen Episode garnicht, weil sie dann nicht erreichbar sind und es ihnen gut geht.

    Das ist eine schwierige Sache. Solange sie nicht wirklich sich und andere (das Kind) gefährdende Sachen macht, hast du schlechte Karten. Ein bißchen auf der Kante reicht dafür nicht.
    Halt dich im Hintergrund bereit, schau, daß du einspringst, wenn es dem Kind nicht gut geht und bring die Sache noch mal vors Jugendamt, wenn deine Frau depressiv wird, würde ich raten.

  14. #13 Gast
    20.04.2011 14:05
    Willst du warten, bis deinem Kind etwas passiert, weil deine Ex nicht in der Lage ist, das Kind ordentlich zu betreuen? Das muss doch Grund genug sein für das Jugendamt, die Sache nochmals aufzurollen, Insbesondere, wenn die Thematik während der Scheidung eine ebensolche Rolle gespielt hat. Nun spitzt sich die Lage zu und du musst handeln. Hol dein Kind da raus! - jede Mutter würde dies ohne zu zögern durchziehen - und hätte das Jugendamt und alle anderen auf ihrer Seite. Warum scheuen sich Väter immer, Nägel mit Köpfen zu machen. Wie lautet der Satz doch gleich: Zum Wohl des Kindes - funktioniert bei Mütteranliegen auch immer! Handle, sonst könnte es zu spät sein!

  15. #14 Gast
    20.04.2011 15:47
    Der FS @ # 8 und # 11

    Theoretisch bin ich 2-Wochenendvater. Gerade wenn es meiner Ex schlecht geht (sonst aber auch), ist unser Sohn aber viel bei mir, unter der Woche meist so 4 oder 5 Nachmittage.

    Dass medizinische Betreuung dringend angeraten ist, sehe ich auch so. Ich habe aber keine Ahnung, wie ich das bewerkstelligen könnte. Gerade seit meine Ex das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, ist sie damit zu einer Machtposition gekommen (Sohn = Druckmittel). Mir scheint, ich muss zumindest kurz-/mittelfristig damit leben, dass es keine medizinische Betreuung geben wird.

    Wenn Ihr beide (# 8 und # 11) hier Insiderwissen habt, könnt ihr mir einen Tipp geben, wie man mit diesen Phasen umgehen soll.
    a) Ist es sinnvoll, einfach stillzuhalten und zu warten, bis der Verstand von alleine wiederkommt?
    b) Hat es einen Zweck, die Ex auf die Untragbarkeit Ihres Verhaltens hinzuweisen? Bisher ist sie schlichtweg ausgeflippt, wenn ich sie kritisiert habe. Lässt sich das vermeiden?
    c) Wenn ich sie allerdings nicht für ihr Verhalten kritisiere, macht sie einfach weiter damit, bis die Phase zu Ende ist. Ist natürlich auch nicht gut.
    d) Was mich wundert ist, dass sie auch in ihren schlechten Phasen noch arbeiten geht. Dort kann sie sich scheinbar am Riemen reißen. Nur im privaten Kontakt (auch andern Leuten gegenüber) tut sie das nicht. Wie kommt das?

  16. #15 Gast
    20.04.2011 16:08
    Wie alt ist denn dein Kind? Und dir aufgrund dieser Tatsache einfach den Kontakt zu deinem Sohn verbieten und dies auch durchzuziehen, wäre ja noch mehr Zündstoff und Argument, um ihn möglichst schnell aus dieser Obhut zu befreien. Es müssen doch auch Freunde, Nachbarn, Verwandte und Arbeitgeber mitbekommen, was da immer wieder abläuft. Diese musst du als Zeugen gewinnen, denn wenn sie dir gegenüber aggressiv reagiert, tickt sie vielleicht auch gegenüber dem Jungen aus?!

  17. #16 Gast
    20.04.2011 16:36
    Warum um Himmels Willen und vor allem WIE hat sie das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommen? Du bist doch der Vater!

  18. #17 Gast
    20.04.2011 16:57
    Fragesteller @ # 11 und # 13

    Optimal wäre es freilich, wenn unser Sohn bei mir wäre. Ihr habt aber keine Ahnung, wie Jugendamt und Familiengerichte mit Vätern umgehen.

    Das Familiengericht hat mir schlichtweg gar nichts geglaubt. Obwohl Jugendamt und Gutachter meine Angaben in den Grundzügen bestätigt haben. Der Richter hat mich nur als einen Querulanten betrachtet und den Aspekt in die Entscheidung nicht einbezogen.

    Beim Jugendamt ist es so, dass ich ständig nur höre, die Angaben des Vaters alleine würden nicht genügen. Sie bräuchten auch noch Beschwerden aus dem Umfeld, bevor sie eingreifen.

    Als meine Ex richtig schwere Depressionen hatte (die sie jetzt nicht mehr hat), haben sich auch Nachbarn ans Jugendamt gewandt. Das Amt hat meine Ex-Frau mehrfach schriftlich vorgeladen, aber nichts weiter unternommen, als sie nicht kam.
    Im Endeffekt hat das Jugendamt dann den Nachbarn gesagt, dass da wohl schon einiges im Argen liegen würde. Sie würden aber den Vater kennen, der sei ein vernünftiger Mensch und würde sich auch gut um das Problem kümmern.

    Realistisch betrachtet ist das Leitmotiv keineswegs "Zum Wohl des Kindes" (wie # 13 annimmt). Das Leitmotiv ist eher "Lacht die Mutter - lacht das Kind".
    Das missfällt mir ganz gewaltig, aber wie soll ich das ändern?

    Wegen der Nachfrage: Unser Sohn ist 8 Jahre alt.

  19. #18 Gast
    20.04.2011 17:03
    @FS
    Ich bin natürlich keine Ärztin. Am besten, du gehst zum Sozialpsychlogischen Dienst und holst dir dort auch komeptenten Rat.
    a) Leider Gottes ja. In der manischen Episode geht es Bipolaren sehr gut. Das Ansinnen, zum Arzt zu gehen, würde für sie bedeuten, daß jemand versucht, sie bösartig "runterzuziehen".
    Nur bei Gefährdungen kann man von außen eingreifen. Wenn sie euer Kind auf sehr riskante Unternehmungen mitnimmt oder einfach wegbleibt und sich nicht mehr kümmert. Das wäre der Moment, wo das Jugendamt eingreifen könnte. Alles andere - Schulden machen, Sexexzesse, zuviel Alkohol, durchgemachte Nächte (und das scheint bei ihr ja nicht einmal der Fall zu sein)- unterliegt der menschlichen Selbstbestimmung.
    Ich stimme #15 zu, suche dir Zeugen.
    b) Es hat keinen Zweck. Das ist nicht anders als bei einem Alkoholiker. Sag dem "du säufst zu viel, mach einen Entzug", da lacht der dich nur aus. Das muß sie selbst erkennen.
    Auch ich hatte eher harmlose manische Episoden, habe dann vor allem viel und erfolgreich gearbeitet. Ich habe erst eingelenkt, als die depressiven Phasen immer schlimmer wurden und ich mich ausbrannte.
    c) Kritisieren macht alles nur noch schlimmer. Aber lasse sie in der Selbstverantwortung. Bestehe auf der Einhaltung von Absprachen, gib ihr kein außerplanmäßiges Geld etc.
    d) Manie ist eine Arbeitsdroge, dort wird keiner versuchen, sie "runterzuholen". Dieser Flow macht außergewöhnlich leistungsfähig.

  20. #19 Gast
    20.04.2011 17:34
    @17 ich weiß sehr wohl, dass das Wohl des Kindes immer nur das Argument zur Mutter hin ist - Väter aber die A-Karte gezogen haben. Unser System ist dermaßen ungerecht, dass man dagegen demonstrieren möchte. Und bei einem 8Jährigen kann die Seele noch viel Schaden erleiden, bzw. hat sie bereits erlitten. Kämpfe um deinen Sohn und seine Zukunft und werde nicht müde vor allen Insitutionen um dein Recht zu kämpfen. Suche dir Mitstreiter, Zeugen, Beweismaterial und fordere DEIN VATER-RECHT. Ich drücke dir die Daumen und wünsche Dir alle Kraft dafür! Gruß 13 / w/42

  21. #20 Gast
    20.04.2011 18:19
    Das hört sich sehr stark nach bipolarer Störung an.
    Mein Exmann leidet ebenso unter einer manischen Depression seit Jahren. Das war letztlich auch der Grund der Trennung, weil es nicht mehr auszuhalten war. Es begann nach der Geburt unseres Sohnes mit einer starken Depression, die ihn auch lahm legte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er auch Selbstmordgedanken.

    Ein Arzt diagnostizierte seine Krankheit und er bekam Antidepressiva. Nach einiger Zeit setzte er die Tabletten wieder ab, weil er sich gegen die chemische Keule weigerte. Dann folgen immer wieder die in Deiner Frage beschriebenen Phasen. Er selbst nimmt es nicht wahr!Überheblichkeit und Arroganz in den "Hochphasen" und anschließendem totalen Einbruch. So geht das seit Jahren "hin und her".

    Seit 10 Jahren sind wir auseinander und er macht nur Stress, hat immer Recht, ist aggressiv und verhält sich sehr unkooperativ und wird auch sehr beleidigend. Gezwungenermaßen besteht aufgrund unseres Kindes ja noch Kontakt. Unser Sohn ist im Teenager Alter und jedesmal froh, wenn er nach dem Wochenende wieder bei mir sein kann.

    Unzuverlässigkeit ist auch eine seiner größten Stärken. Probleme schaffen, wo keine sind. Er hat alles versucht, um das gemeinsame Sorgerecht zu erlangen. Ich weiß, hätte ich es ihm erteilt, er hätte mich fertiggemacht. Er versucht ohne Ende zu manipulieren und benutzt das Kind als Druckmittel. Auf der anderen Seite will ich unserem Kind nicht den Vater entziehen. Es ist trotzdem ein Kampf. Ich bin zudem voll berufstätig seit Jahren.

    Er hat seit ca. 8 Jahren wieder eine Partnerschaft zu einer 13 Jahre jüngeren Frau. Diese Frau hat sich im Laufe der Jahre so negativ verändert und wird auch von ihm extrem unterdrückt. Den Frust lässt sie natürlich an unserem Kind aus. Die Konsequenz könnte sein, dass mein Sohn bald die Nase gestrichen voll hat und keinen Bock mehr auf seinen Vater hat. Kam schon vor.

    Ich kann Dir nur den Rat geben, versuche ruhig zu bleiben und kein Öl ins Feuer zu gießen. Im Interesse des Kindes. Du wirst es nicht schaffen, sie zu ändern. Mach Dich schlau, überlege genau und handle erst, wenn Du überzeugt bist, erst dann solltest Du eine gut durchdachte Entscheidung zu treffen. Notfalls mit Familienanwalt. An Deiner Stelle würde ich es auf jeden Fall vermeiden und mit den Schwiegereltern sprechen, der Schuss kann nach hinten los gehen.

    Persönlich habe ich das Gefühl, dass da auch noch eine weitere Störung (Narzissmus) vorliegt.
    Der Auslöser war aber die Depression. Erst danach veränderte sich seine Persönlichkeit immer mehr zum Bösen.

    Ich wünsche Dir viel Kraft für Dein Kind und zeig ihm all Deine Liebe. Dein Kind braucht Dich!

    Alles Gute
    w41

  22. #21 Gast
    20.04.2011 21:25
    Hallo FS,
    wie sehen denen Ex-Schwiegereltern das Thema`? Kannst Du auch mal gemeinsam mit Kind und Schwiegereltern was unternehmen? Einfach um auf dieser Ecke eine Bindung herzustellen !!!
    Was du als Außenstehender tun kannst - vermutlich nix, nix, nix. Vielleicht ist es noch eine Möglichkeit, dass dein Kind eine Gruppe von Kindern mit psychisch krankem Elternteil (dafür kannst du ja als Begründung die alte Depression heranziehen und so tun, wie wenn du die jetzigen Schwankungen ni8cht merken würdest ) besucht. Dann hätte er vielleicht Kindern mit vergleichbaren Erfahrungen, das kann auch helfen.Es ist kein Widerspruch, dass deine Ex in schlechten Phasen noch arbeiten kann. Das ist eine funktionieren, das bringen Depressive hervorragend fertig. Das ist Maske aufsetzen und so tun als ob. Gefühle sind eh tot wenn jemand depressiv ist.
    Eine Angehörigengruppe fällt mir noch ein. Kannst Du - am besten über Vermittlung des Jugendamtes - eine Gruppe für Angehörige von manisch-depressiven suchen/besuchen. Vielleicht fällt denen etwas ein !

  23. #22 Gast
    20.04.2011 22:22
    FS @ # 20

    Deine Erfahrungen decken sich sehr mit meinen. Auch bei meiner Ex-Frau fingen die psychischen Probleme nach der Geburt an. Vorher war sie eigentlich ein sehr friedlicher und zuverlässiger Mensch gewesen.

    Interessant finde ich, dass Du den Eindruck hast, Dein Ex-Mann hätte auch eine narzisstische Störung, Darüber habe ich ebenfalls viel nachgedacht, kenne mich aber zu wenig damit aus. Kannst Du mal etwas dazu sagen, wie sich der Narzissmus bei Deinem Mann äußert, und wie man das von einer bipolaren Störung abgrenzen kann.

    Meine Ex-Frau ist wahnsinnig in sich selbst verliebt. Sie geht ganz selbstverständlich davon aus, dass alle ihren Zeitplan nach ihr ausrichten. Sie glaubt, alle würden sie lieben und schätzen (seit sie krank ist, hat sie aber nur noch eine einzige Freundin).
    Manchmal meint sie, selbst ich sei ein dicker Freund von ihr. Vollkommen unbefangen beschwert sie sich auch bei mir, meine Mutter (= ihre Ex-Schwiegermutter) würde sich überhaupt keine Zeit mehr nehmen, um mal gemütlich mir ihr zu schwätzen.

    Allerdings sind diese Gedanken in den nicht-manischen Phasen GANZ WESENTLICH stärker ausgeprägt, als in den manischen Phasen. Auch ist sie von diesen Vorstellungen nicht so vollkommen besessen, wie von ihren Ideen in der manischen Phase.

    Kann das Narzissmus sein oder fällt das auch noch unter eine bipolare Störung? Oder sind das nur ein paar schräge Gedanken, wie sie jeder manchmal hat?

  24. #23 Gast
    20.04.2011 22:38
    FS @ # 21

    Meine Ex-Schwiegereltern sind von der Situation vollkommen überfordert. Sie können überhaupt nicht damit umgehen, wie sich ihre Tochter verhält. Vor allem, weil sie früher immer ein Musterkind war. Ihre Mutter ruft manchmal noch an. Ihr Vater hat eher aufgegeben.

    Ich fahre auch gelegentlich mit unserem Sohn zu den Ex-Schwiegereltern, weil ich Kontakt zu den Großeltern wichtig finde.

    Meine Ex-Frau geht ihren Eltern aus dem Weg. Sie liegen ihr ständig in den Ohren, dass sie in Behandlung gehen solle. So etwas mag meine Ex aber gar nicht hören.

    Vor einer Weile war unser Sohn in einer sozialpädagogischen Gruppe für Kinder mit psychisch krankem Elternteil. Das war auf alle Fälle hilfreich. Das Jugendamt hatte ihm dort einen Platz verschafft. Die Mutter hat ihn aber wieder rausgenommen (wg. Aufenthaltsbestimmungsrecht).

    Das mit der Angehörigengruppe ist aber eine Idee. Werde mit dahinter klemmen.

  25. #24 Gast
    20.04.2011 22:42
    Lieber Fragesteller, zugegebernmaßen habe ich selbst kein Kind, bin aber trotzdem ein großer Fan von Ganztageskindergarten, Ganztagsschulen und besonders Internaten. Ich weiß nicht, wie alt Dein Kind ist, aber wäre es eine Möglichkeit, mit Deiner Ehefrau in irgendeiner Weise zu vereinbaren, dass das Kind in ein Internat geht? Natürlich kannst Du nicht sagen, dass es Dir um die Sicherheit des Kindes geht, aber ein Kind wird im Internat selbstverständlich besser gefördert als einer staatlichen Schule und vielleicht befriedigt das ihre Eitelkeit, wenn "Ihr Kind" auf eine Privatschule geht. Vorerst solltest Du dann allerdings nicht den Eindruck erwecken, dass die Zahlungen an sie dadurch reduziert werden können, mittelfristig wäre das evtl. ein positiver Nebeneffekt.
    Wenn sie dem nicht zustimmt könntest Du überlegen, ob das Kind in eine priavte Schule gehen könnte. Hierfür gibt es auch ausreichend gute Argumente und es hätte den Vorteil, dass Dein Kind eine außerordentlich gute schulische und psychologische Betreuung bekommt, denn Privatschulen sind in der Hinsicht um Längen besser ausgestattet als staatliche Schulen.

    Vorteil all' dieser Maßnahmen ist, dass Deine Frau seltener Zugriff auf das Kind hat und vielleicht ist sie damit einverstanden, wenn ihr nicht klar ist/wird, dass mittelfristig dann auch die Mittel an sie gekürzt werden können.

    Ich wundere mich ohnehin, dass nicht mehr Leute ihre Kinder in Internaten oder Ganztagsschulen ausbilden lassen, das würde aus meiner Sicht, außer der besseren Ausbildung der Kinder, auch zu mehr Ausgewogenheit bei Scheidungsprozessen führen.

    w/49

  26. #25 Gast
    20.04.2011 23:39
    Hallo, lieber FS, hier ist noch mal die # 8.

    Oha, hier sind in der Zwischenzeit ja etliche sehr wertvolle Hinweise und Informationen zusammengekommen. Das freut mich sehr für dich, FS.

    Ich kann # 11/12 und # 18 voll und ganz zustimmen.

    Du hast inzwischen ja schon viele Versuche unternommen und scheiterst leider an der Justiz. Deine Situation ist schwierig – aber das weißt du ja selbst. Dein Sohn verbringt relativ viel Zeit bei dir – das ist gut so. Sehe die Zeit mit ihm als Geschenk, durch das du die Chance hast, ihn immer stärker an dich zu binden und dir voll und ganz zu vertrauen. Er muss wissen, dass er jederzeit – in jeder erdenklichen Situation – auf dich zählen kann. So wie ich dich einschätze, wirst du das schon getan haben.

    Deine Ex-Frau weiss, dass sie rein juristisch in der stärkeren Situation ist - und das macht sie stark. Ich vermute, dass sie gar kein Interesse daran hat, zum Arzt zu gehen und eine Diagnose zu bekommen, denn das wäre in Hinblick auf die Situation mit eurem Sohn aus ihrer Sicht vermutlich „kontraproduktiv“. Damit würde sie sich ja angreifbar machen. Ist meine Vermutung.

    Wie du bereits schilderst und #12 untermauert, kannst du sie in der manischen Phase nicht erreichen. Da strotzt sie nur so vor Selbstbewusstsein und schwebt über den Dingen. Wie #12 schreibt: du kannst nur versuchen, vorsichtig mit ihr zu reden, wenn sie „aufklatscht“, d.h. wenn sie sich in der depressiven Phase befindet. Und selbst in der depressiven Phase wird sie sich nur in Therapie begeben, wenn sie es von sich aus für nötig hält bzw. dringend braucht.

    Deine Fragen a – d in #14 hat #18 aus meiner Sicht schon sehr gut beantwortet, daher will ich gleich in Folge auf deine Fragen an mich in #10 eingehen.

  27. #26 Gast
    20.04.2011 23:43
    Hallo FS, hier wieder die #8.

    Hier sind meine Antworten auf deine Fragen in #10:

    Wie ich den Weg zum Neurologen geschafft habe ?
    Ich war damals völlig am Boden – in der tiefsten depressiven Phase, die ich jemals hatte. Ich war vorher schon regelmäßig bei einer Psychotherapeutin in Gesprächen, fühlte mich bei ihr aber nicht richtig aufgehoben und ausserdem hatte sie eine private Praxis (und das wurde mir auf Dauer zu teuer). Ich bekam den Tipp, dass eine gute Therapeutin eine neue Praxis eröffnet hätte, die auf Kasse abrechnen kann. Dort bekam ich einen Termin zum Erstgespräch und sie sagte mir, dass sie eine ärztliche Diagnose braucht und eine Überweisung.

    Also ging ich zu meinem Hausarzt und schilderte ihm, dass ich in diese Therapie möchte und von ihm die Überweisung und Diagnose brauche. Ausserdem sagte ich ihm, dass ich denke, dass ich manisch-depressiv bin und hatte eine ganze Liste von Punkten dabei, die mich zu der Zeit völlig überforderten und die zeigen sollten, warum ich die Psychotherapie brauche. Er erkannte, wie weit ich am Boden war und führte ein längeres Gespräch mit mir. Ich sagte ihm, dass ich aktuell bereit sei, in stationäre Behandlung zu gehen, weil ich einfach nicht mehr kann. Wir verblieben so, dass er mir möglichst schnell einen Termin bei einem Neurologen besorgen wird (weil nur der als Facharzt die Diagnose stellen kann) und wenn ich bis dahin noch instabiler werde, soll ich sofort zu ihm kommen, dann wird er mich sofort einweisen. Er besorgte mir tatsächlich einen Termin bei einem sehr guten Neurologen innerhalb 4 Tagen (obwohl bei allen Neurologen in der Umgebung die normale Wartezeit 4 - 5 Monate betrug).

    Ich persönlich sehe keinen Weg, jemanden zu motivieren, wenn er es nicht von sich aus will – schon gar nicht in der manischen Phase. Vielleicht könntest du sie dazu ermuntern, zu einer unabhängigen Beratungsstelle (z.B. Caritas) zu gehen. Wenn du Glück hast, bekommt sie dort entsprechende Hinweise, für die sie vielleicht offener ist.

    Ich habe dem Neurologen gezeigt, warum ich denke, dass ich manisch-depressiv bin: (Auszug aus meinen Aufzeichnungen: „Früher lebenslustig, viel gelacht, habe Hochphasen, in denen ich mich sehr gut fühle, viel Kraft habe und Aufgaben übernehme / Arbeiten beginnen. Darauf folgen depressive Phasen, die immer länger und immer tiefer werden. Permanente Überbelastung, alles wird zu viel – ich mag nicht mehr, fühle mich lebens-müde, finde kein Geländer mehr, an dem ich mich festhalten kann, sehe nur noch „Fässer ohne Boden“.)

    Ich habe mir dann einen Kalender genommen und mein letztes Jahr auf Hinweise für „Up’s & Down’s“ revue passieren lassen und immer, wenn ich einen Hinweis fand, eine farbliche Markierung gemacht (rot für manisch, schwarz für depressiv). Wie, werde ich in Folge schildern.

  28. #27 Gast
    21.04.2011 00:10
    Hallo FS, hier wieder die #8.

    Hier sind die Dinge, auf die ich meinen Kalender „abgeklopft“ habe (kann natürlich nur von mir berichten):

    Haus / Haushalt:
    M: räume auf, miste aus, plane Umgestaltung, kaufe (viel bunte) Farbe, beginne die Zimmer umzugestalten, führe Arbeiten zu Ende
    D: gar nichts geht, alles bleibt liegen, sogar die elementaren Dinge des Haushalts, vernachlässige Haushalt

    Finanzen / Ausgaben / Anschaffungen:
    M: viele Ausgaben, große Anschaffungen, was kostet die Welt ?, Großeinkäufe
    D: erschrecke über meinen Kontostand, absolute Sparphase, habe auch gar keine Lust und Energie einzukaufen, kaufe nur die nötigsten Lebensmittel (mit Einkaufsliste)

    Private Mails:
    M: schreibe viele, euphorische, lange Mails mitten in der Nacht
    D: schreibe (fast) keine Mails

    Stundenübersicht in der Firma:
    M: mache jede Menge Überstunden, komme manchmal 2x am Tag
    D: gehe sehr früh wieder, minimaler Aufenthalt in der Firma, baue Überstunden ab

    Arbeitspensum in der Firma:
    M: Da passiert was…, aquiriere, nehme Aufträge an, schachtele Arbeiten bis zum Umfallen, arbeite „für 2“, schreibe lange überfällige Berichte (die gehen in dieser Phase spielend leicht von der Hand), gehe nahe an oder über meine Grenzen, am Ende der Phase „kurz vorm Umfallen“ (vgl. #18)
    D: kein Antrieb, finde keinen Anfang, arbeite nur das Nötigste ab, wenn möglich nur einfache Arbeiten

    Nachdem ich das, was ich noch nachvollziehen konnte, in meinem Kalender markiert hatte, erkannte ich die „Landkarte“ – alles passte zusammen.

    Das waren die Dinge, die anhand von Mailboxen, Kontoauszügen, Berichten, Stundenzetteln nachvollziehbar waren.

    Darüber hinaus würde ich mein äußeres Auftreten + Erscheinungsbild wie folgt beschreiben:
    Manisch:
    - rede (zu) viel
    - lache viel und gerne
    - „Strahlen“
    - Fester, lauter Schritt
    - Laute, selbstsichere Stimme
    - Gestikuliere beim Reden mit den Armen
    - Selbstbewusste, überzeugende Seminarleiterin
    - Körperlich aktiv

    Depressiv:
    - sehr schweigsam und in mich gekehrt
    - lache nicht
    - Körperhaltung „zusammengesunken“
    - „armselige Erscheinung“
    - Zittern der Hände
    - Schleichender, leiser Schritt
    - Ziehe mich zurück, meide Kontakte
    - Sitze abends auf der Couch unter der Decke

    Soweit meine Beobachtungen, die ich damals notiert habe. Vielleicht hilft es dir ein wenig. Vielleicht kannst du bei deiner Ex-Frau in der nächsten Zeit aufgrund deiner Beobachtungen eine ähnliche „Landkarte“ anfertigen. Du hattest ja bereits eine gewisse Regelmäßigkeit erwähnt. Vielleicht hilft es dir, günstige Zeitpunkte zu finden, um sie anzusprechen (wie bereits mehrfach hingewiesen: am besten in der depressiven Phase).

    Ich drücke dir die Daumen !!

  29. #28 Gast
    21.04.2011 08:43
    FS @ # 25 - 27

    Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Gerade was Du unter # 27 schreibst, deckt sich in großen Teilen mit den Erfahrungen bei meiner Ex-Frau. Auch ich habe in meinem Kalender farbige Notizen gemacht, und so versucht, ein zeitliches Grundraster zu erkennen.

    Es gibt aber einen ganz wesentlichen Unterschied:

    Früher hatte meine Ex-Frau (fast) permanent die Symptome, die Du als depressiv beschreibst. Manische Phasen hatte sie nur sehr selten, wenn überhaupt. Damals war sich richtig schwer krank. Dann ging es ihr aber eine ganze Weile gut (knapp 2 Jahre).

    Jetzt hat sie Phasen mit offenbar manischen Symptomen, ist dabei aber auch sehr überdreht, gereizt und unfreundlich (anders als Du beschreibst). Wenn sie aber in der nicht-manischen Phase ist, ist sie keineswegs depressiv. Sie ist dann eher relaxed, um nicht zu sagen lethargisch.

    In den nicht-manischen Phasen hat man (von außen) meistens den Eindruck, sie sei ausgeglichener und käme mit ihrem Leben halbwegs zurecht. Dann fällt auch nur selten auf, dass sie überhaupt krank ist. Auch ist es sehr viel einfacher, mit ihr umzugehen, weil sie nicht zu gereizt und unfreundlich ist.

    Kann es sein, dass sich nicht manische und depressive Phasen abwechseln, sondern manische und lethargische Phasen - oder vielleicht sogar manische und gesunde Phasen?

  30. #29 Gast
    21.04.2011 12:07
    Hallo FS,

    hier nochmal die #8 bzw. # 25 - 27

    Ja, es gibt offensichtliche Unterschiede, deshalb hatte ich auch darauf hingewiesen, dass das die Symptome bei mir waren. Ausserdem haben wir den riesengroßen Unterschied, dass ich rückblickend von der manischen Seite her kam und dann irgendwann zunehmend die Depression hinzukam. Bei deiner Ex-Frau offensichtlich genau umgekehrt.

    Ich für meinen Teil bin in den manischen Phasen auch sehr überdreht, aber fröhlich, freundlich, allem und jedem gegenüber offen (positive Rückmeldung von Arbeitskollegen: "Du strahlst heute wieder so !").

    Ich hatte auch noch nicht erwähnt, dass ich alleinerziehend mit 2 Kindern bin. Das hatte ich deshalb nicht erwäht, da wir hier diesen deutlichen Unterschied (ob von der manischen oder der depressiven Seite her kommend) haben.

    Du fragst nach, ob depressive Phasen vielleicht lethargische Phasen sind. Das kann ich dir nicht beantworten. Bei mir ist in der depressiven Phase sicherlich auch eine gewisse Lethargie mit dabei gewesen, aber es ging doch darüber hinaus.

    Manische und gesunde Phasen gibt es vermutlich, denn so fing es bei mir ja an. Ob das bei deiner Ex-Frau so ist, kann ich nicht beantworten, aber die Tatsache, dass sie bereits schwer depressive Phasen hatte, spricht für mich dagegen.

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