- Frage:
Frau = Schlampe, Mann = toller Hecht?Eine Freundin (single) lebt ihre Sexualität sehr offensiv, sprich sie hat immer wieder Affären oder nur ONS. Ich versteh's nicht, kann ihr Verhalten nicht nachvollziehen und könnte selbst nie so leben, aber das ist nicht das Thema. Ihre Partner sind ebenso drauf und promisk unterwegs. Jetzt wurde sie von zwei Männern (regelmäßigen Partnern von ihr), von denen wir wissen, dass sie nichts auslassen und alles v..., was nicht bei 3 am Baum ist, übel angemacht, von wegen sie sei eine Schlampe, mit der sie nichts mehr zu tun haben wollen. Gut - ob sie's ist oder nicht, darüber wollen wir gar nicht diskutieren, aber ist es nicht absurd, sowas von Männern zu hören, die selbst um nichts besser sind? Ist es tatsächlich ok, dass Männer das für sich normal finden, bei einer Frau aber nicht akzeptieren können? Soll es tatsächlich eine "normale" Regel sein, dass Frauen "brav" bleiben müssen, während Männer sich nach Belieben sexuell austoben können?Antworten: -
Wenn tatsächlich alle Frauen 'brav' wären, hätten die Männer die sich 'austoben' wollen ja ein kleines Problemchen. Vermutlich würden sich diese dann über die vielen 'prüden' Frauen beklagen, weil sie selbst nicht mehr zum Zuge kämen...
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Ist ein erfahrener Mann eine Hengst und eine erfahrene Frau eine Schlampe? Immer wieder treffe ich hier auf eine Doppelmoral. Ich persönlich denke, dass jeder der die Zahl seiner Sexpartner für sich selbst verantworten kann keine Schlampe ist. Ich selbst bin kein Kind von Traurigkeit und lasse mich von niemendem als Schlampe bezeichnen. Und wer mich dennoch für eine hält - tja, der wird niemals von meiner Erfahrung profitieren (bähhh).
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"Wenn tatsächlich alle Frauen 'brav' wären, hätten die Männer die sich 'austoben' wollen ja ein kleines Problemchen. Vermutlich würden sich diese dann über die vielen 'prüden' Frauen beklagen, weil sie selbst nicht mehr zum Zuge kämen... "
Sie haben tatsächlich dieses Problem. Deswegen erzählen sie sich dann untereinander auch Geschichten, die teilweise frei erfunden sind um sich selbst dran aufzugeilen. Es sieht doch nun mal so aus. Männer, die gar keinen Sex haben können --> Oh voll die Schlampe; Männer die zwar Sex kriegen, aber nicht genug --> Oh sind die prüde; Männer mit guter Sexualität und die mehrere Frauen kriegen können --> sehr diskret, bis sie eine Geschlechtskrankheit kriegen, dann ist die Frau natürlich auch eine Schlampe ( zu Recht ). Die Frauen --> wollen Beziehungen öfter, vor allem jene die nicht so geil aussehen und reißen damit die anderen sexuell offenen Frauen runter und bezeichnen sie als Schlampe ( zu Unrecht ). Die Gesellschaft allgemein würde Promiskuität gerne leben, scheitert aber daran, dass viele Menschen nicht so ahnsehnlich sind wie sie sollten und daran, dass es Geschlechtskrankheiten gibt.
Alles klar ? Und jetzt bitte differenzieren lernen.
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Ich glaube die Denkweise bei Männern folgt tendenziell noch einem biologischen Ursprung aus der Urzeit, einer Zeit als es noch keine Kondome/Pillen gab.
Wenn ein Mann wusste das eine Frau ein übersteigertes Sexempfinden/-verlangen hatte, na dann musste er - wenn er mal längere Zeit nicht bei ihr war - davon ausgehen das sie sich anderweitig vergnügt mit der Folge das ihm evtl. ein Kuckuckskind untergeschoben wurde.
Schau, rein biologisch betrachtet hat eine Frau ja keinen Nachteil wenn ein Mann mehrere Kinder mit mehreren Frauen hat, solange er sie und das Kind versorgen kann. Wird jedoch dem Mann ein Kuckuckskind "untergeschoben" versorgt er ja etwas was nicht "sein" ist.
Das ist meine Erklärung zu dem heute noch bei Männern vorhandenen Denkmuster.
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Ja, Doppelmoral ist ein weit verbreitetes Phänomen, unabhängig vom Geschlecht, gerade bei Menschen mit geringem Intellekt. So what?
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Diese Art der Doppelmoral scheint mir in der Tat weit verbreitet zu sein und gereicht dem weiblichen Geschlecht nicht gerade zum Vorteil. Andererseits gibt es ähnliche unterschiedliche Beurteilungen derselben Sachlage je nach Geschlecht in anderen Bereichen auch zum Nachteil der Männer: Eine Frau, die dominant auftritt und eine grosse Klappe hat, gilt als "stark" (--> positiv besetzt), während ein Mann mit denselben Attitüden als Macho gebrandmarkt wird (--> negativ besetzt). Tja...
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Unter Doppelmoral versteht man, dass man nach außen und für andere Maßstäbe ansetzt, die man selbst nicht erfüllt oder an die man sich selbst nicht hält.
Zwei offensichtlich unterschiedliche Geschlechter auch unterschiedlich zu behandeln, hat mit Doppelmoral rein gar nichts zu tun. Selbstverständlich dürfen für Männer und Frauen unterschiedliche gesellschaftliche Erwartungen existieren.
Im übrigen kenne ich keine einzige Frau, die es toll findet, wenn ihr Partner besonders viele Vorgängerinnen durchgevögelt hat und promisk gelebt hat. Bestenfalls wollen manche das gar nicht wissen oder es ist ihnen egal. Aber die Assoziation "toller Hecht" kommt da wahrlich nicht hoch. Unter Männer kommt vielleicht bei manchen ein gewisser einfältiger Neidfaktor auf, aber selbst die denken kaum "toller Hecht", sondern eher "wie macht der das bloß" oder "wie traurig, keine wollte mit ihm zusammen sein".
Der Aphorismus "Männer wären gerne ihr erster; Frauen wären gerne seine letzte" ist nicht ganz daneben.
Ich kenne keinen einzigen Mann, der es vorziehen würde, dass seine geliebte Lebensgefährtin mehrere Dutzend Vorgänger hatte vs. nur fünf Vorgänger hatte. Das gleiche gilt umgekehrt für Frauen. Ich kann insofern nicht einmal unterschiedliche Erwartungen erkennen, selbst wenn sie in Ordnung wären. Doppelmoral diesbezüglich gibt es huete kaum noch. Niemand erwartet mehr Jungfräulichkeit, aber die meisten wünschen sich, dass der Partner Vorbeziehungen hatte statt nur willfährigen Sex.
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Hallo Frederika,
ich kann deinen Standpunkt nachvollziehen, den hast Du wirklich exzellent beschrieben. Du ziehst eine Grenzlinie zwischen den Geschlechtern und lässt eine spezielle Moral für jeweils beide zu. Da gäbe es die Doppelmoral in der Tat nicht. Der Dissenz zwischen uns beiden und den Männern der FS läge dann darin, dass man Geschlechter grundsätzlich unabhängig behandelt.
Ich möchte aber schon eine geschlechterunabhängige Moral. Ich sehe das keinesfalls als Gleichmacherei. Vor dem Gesetz (eine institutionalisierten Form der Moraldurchsetzung) sind auch alle prinzipiell gleich, und trotzdem haben beide Geschlechter genug Freiheiten sich zu entfalten. Warum soll es nicht für die weichere Form der kulturellen Moral auch gelten? Wenn man Ausnahmen in Moral einführt (zB bei Kindern, denen man etwas verbietet, was man Erwachsenen eben nicht verbietet) , dann muss man das sehr gut begründen.
Ein "das ist eben so" empfinde ich als selbstgerecht und es sind eine Menge Menschen auf dem Weltball gestorben wegen der dann empfundenen Willkür. Wenn Menschen sterben ist es nie ein gutes Zeichen. ;) Ohne starke Begründung ist man schnell bei einer Moral für Indianer, Dicke, Adelige, oder gar für Dieters und Monikas, bei denen es auch dann eben so ist.
Ich persönlich hätte keine Probleme damit, dass eine Frau vor mir viele Partner gehabt hätte. Ich hätte aber dagegen ein große Sorge, dass ich genauso schnell ausgetauscht werden würde wie meine Vorgänger. Ich habe so ein Leben nicht geführt, aber ich stelle mir vor, dass die Partner dann automatisch leicht austauschbar sind. Das Besondere verschwindet, so wie sich das Lampenfieber nach der 30ten Aufführung langsam legt.
Ich verstehe völlig Deinen Punkt, dass Du für Deinen Partner etwas Besonderes sein möchtest, ich kann auch deinen Ekel vor Krankheiten nachvollziehen. Ich will aber auch etwas Besonderes sein, nur für eine Frau, und wenn man in Gesprächen ein wenig nachbohrt, dann gibt das auch die abgeklärteste Frau zu, dass sie auch so spürt. Ich denke, eigentlich ist es etwas Universelles.
m44.
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Richtig, genau das sind ja auch meine wesentlichen Argumente gegen Promiskuität -- nicht etwa Moral im engeren Sinne.
Ja, genau so ist es. Wenn Intimitäten inflationär werden, dann verdienen sie kaum noch den Ausdruck.Ich verstehe völlig Deinen Punkt, dass Du für Deinen Partner etwas Besonderes sein möchtest, ich kann auch deinen Ekel vor Krankheiten nachvollziehen. Ich will aber auch etwas Besonderes sein, nur für eine Frau, und wenn man in Gesprächen ein wenig nachbohrt, dann gibt das auch die abgeklärteste Frau zu, dass sie auch so spürt. Ich denke, eigentlich ist es etwas Universelles.
Zur Moral: Natürlich sollten beide Geschlechter in den meisten Aspekten auch bezüglich der Moral gleich behandelt werden -- aber ausgerechnet geschlechtliche Aspekte sind doch offenkundig geschlechtsabhängig, einfach weil die Biologie das so vorgibt und es sich evolutiv und natürlich auch kulturgeschichtlich so entwickelt hat. Es ist eben ein Unterschied, ob ein wildfremder Mann ein Kind zeugt und nicht mehr aufzufinden ist oder eine junge Frau früher hilflos mit einem Kind ansaß und keinen Partner hatte, der sie versorgte. Die biologischen Komponenten der Gefühle und Moral sind doch zu Zeiten ohne Verhütung, ohne Vaterschaftstest, ohne Medikamente gegen Geschlechtskrankheiten, ohne Sozialsystem mit Topversorgung entstanden und auch die kulturellen Komponenten werden heute noch tief gefühlt. Kaum ein Mann will ein fremdes Kind versorgen, Alleinerziehende sind schwer vermittelbar.
Natürlich ändern sich Moralvorstellungen mit der Zeit, aufgrund von technischen und gesetzlichen Fortschritten. Und es hat sich doch auch wahrlich viel geändert in unserer Zeit. Niemand erwartet mehr Jungfräulichkeit, niemand hat etwas gegen 2-8 Vorgänger oder so. Aber Beliebigkeit und Promiskuität stößt die meisten eben doch ab, sowohl aus moralischen als auch intimen, persönlichen, rationalen Gründen, nämlich jene, über die wir uns in den obigen Absätzen einig sind.
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Frau, die jeden nimmt = Schlampe bzw lebt sich aus.
Mann, der jede nimmt = Schlampe bzw lebt sich aus.
fertig.
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Ich finde #8 Totes Kaninchen hat sehr wichtige Worte gesagt.
Ich denke es ist eine Einstellungsfrage:
Möchte man lieber das Trennende zuerst sehen (Frau bleibt Frau, Mann bleibt Mann) -
oder das Gemeinsame (beide sind gleichermaßen Personen und menschliche Individuen).
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Möglicherweise kennst du einfach die falschen Leute oder du orientierst dich ausschließlich an den Maßstäben der Post-Aids-Generation (deiner Generation). Für jemanden, der seine primäre sexuelle Sozialisation in den frühen 70ern erfahren hat und damals links-alternativer Kultur nahestand, waren häufig wechselnde - allerdings nicht beliebige ! - Sexalkontakte die Norm. Man probierte aus, ließ seiner Neugier freien Lauf, Sexualität bedeutete einfach auch Spaß und Vergnügen, selbstverständlich unter Verzicht auf Verbindlichkeit, wozu auch, Beziehung wurde eben nicht ausschließlich unter der Prämisse Zweierbeziehung gelebt. Ich habe das so erfahren und viele Frauen meines Alters (ich bin Ende 50) ebenso.
Junge Frauen und Männer, die sich Ende der 70er Jahre nach nur zwei oder drei Freundschaften/Sexualbeziehungen bereits in eine Eheverbindung gestürzt hatten (das gab es ja auch), waren damals in unserer Wahrnehmung brav, angepasst und spießig - und vor allem nicht neugierig. Dass auch wir nach einem wilden Jahrzehnt in aller Regel verbindlichere und langfristige Beziehungen eingingen, war im Übrigen ebenso normal - aber man hatte zuvor jede Menge Erfahrungen gesammelt, positive und negative, in zwischenmenschlicher wie in erotischer Hinsicht.
Und deshalb kann ich mit Frauen meines Alters, die meinen Erfahrungshorizont NICHT teilen recht wenig anfangen. Und finde fünf oder sechs Sexualpartner in 40 Jahren sexueller Aktivität ein bisschen sehr wenig ... Chrakterisierungen wie Schlampe oder toller Hecht lassen mich allerdings eher müde lächeln, denn die stammen in aller Regel von Menschen, die sich nie getraut haben, ihre heimlichen Wünsche und Sehnsüchte auszuleben.
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Es gibt auch männliche Schlampen.
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