Thema: Fremdschämen als Akademiker
- Frage:
Fremdschämen als AkademikerAlso, ja länger ich hier im Forum lese, desto merkwürdiger wird das für mich. Ich bin ja selber Akademiker und dann noch promoviert. Aber im Gegensatz zu den meisten Akademikern hier habe ich nicht das Gefühl, bildungsmässig über anderen Leuten zu stehen . Meinen Titel erwähne ich nur beruflich, er steht nicht im Ausweis und ich denke auch nicht, dass das irgendein Grund wäre, mich bei der Partnersuche zu präferieren. Und das erlebe ich auch in meinem "akademischen" Umfeld. Der Titel wird eben mal gemacht und dann vergessen. Umso erstaunter bin ich hier über diese Trennung von Akademikern und Nichtakademikern. Wer die Anforderungen bei Doktorarbeiten im Fach Medizin kennt, der wird sowieso darüber schmunzeln, dass dies zu einem Titel führt. Um es so zu sagen: Ich schäme mich hier mittlerweile, Akademiker zu sein. Ich denke aber (oder hoffe), es gibt hier viele Akademiker, die das ähnlich sehen.Antworten: -
Ich kann das was Du schreibst nur unterstützen. Einen akademischen Abschluss zum non plus ultra zu erheben hat was mit einem geringen Selbstbewusstsein und mangelnder Empathie ggü. anderen Menschen zu tun. Für mich zählt in erster Linie der Mensch und nicht der akademische Grad.
Wer sich allerdings hierüber definiert, was ich im übrigen sofort erkenne, hat sich bei mir im menschlichen Bereich meistens schon disqualifiziert. Wenn ich hier manche Beiträge so lese von der selbsternannten"Bildungselite" distanziere ich mich innerlich auch sehr stark und es entsteht ein Gefühl des Fremdschämens.
Aber das hat etwas mit geistiger Reife zu tun, die erlangt man nur indem man sich immer wieder selber reflektiert und andere Menschen achtet und so annehmen kann wie sie sind.
Ein schöner ehrlicher Beitrag von Dir.
w (45)
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Nein, ich schäme mich nicht einmal im Ansatz dafür, dass ich studiert habe.
Das ist wieder so ein typisch deutsches Stolz-Problem. Man darf in Deutschland einfach nicht stolz sein auf seine kognitiven Erfolge und Fähigkeiten.
Wer besonders gut im Sport ist oder sehr gut ein Instrument spielt, hat kein Problem damit, genau das zu sagen oder gesagt zu bekommen oder dafür bekannt zu sein. Aber wer überdurchschnittlich intelligent ist, oder ein Studium besonders schnell und erfolgreich durchzieht, wer wissenschaftlich besonders pfiffige Ideen hat, wer wirklich Fähigkeiten und Fertigkeiten hat, die ihn weiterbringen und abheben von der Masse, der muss das in Deutschland irgendwie kleinreden.
Sicherlich, Doktortitel in der Medizin sind mehr verliehen als erworben, aber in den Naturwissenschaften stecken da jahrelange Forschungsarbeiten, 60-Stunden-Wochen, privates Zurückstecken, ungeheure Motivation, Engagement und Fähigkeiten dahinter.
Fakt ist, bei weitem nicht jeder wäre fähig dazu. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung ist zugleich intelligent, motiviert und interessiert genug, einen solchen Abschluss zu schaffen. Warum sollte man darauf nicht stolz sein können? Warum sollte man das kleinreden und niedermachen?
Fakt ist auch, dass Intelligenz, Bildung und Kompetenzen schon recht eng mit der formalen Qualifikation korrelieren. Gewiss gibt es Ausreißer in beide Richtungen -- einfacher Handwerker, die echt pfiffig sind, und Akademiker, die Fachidioten sind. Aber im breiten Durchschnitt ist die Korrelation zwischen Intelligenz, Bildung und Qualifikation schon geradezu als zwingend zu bezeichnen.
Ich spreche sowohl privat wie auch beruflich mit sehr vielen Menschen aus unterschiedlichsten Berufszweigen und sozialen Umfeldern und sicherlich sind Eigenschaften wie herzensgut, gesunder Menschenverstand, hilfsbereit oder anständig unabhängig von der Qualifikation und Akademiker da wahrlich nicht im Vorteil, aber andere Eigenschaften wie politisch gebildet, allgemeingebildet, abstrakt denkend, hochintelligent, schnell im Begreifen, querdenkend sind eben bei Akademikern extrem viel häufiger zu finden -- so häufig, dass man schon eher innerlich den Kopf schüttelt, wenn man dann mal wieder an einen ansonsten desinteressierten Fachidioten gerät.
Es kenne viele nette Leute ohne akademische Bildung, aber so nett sie auch oft sind, ganz oft (nicht immer), kann man eben doch nur auf einer begrenzten Ebene mit ihnen diskutieren, ganz oft fehlt eben der Tiefgang, die Allgemeinbildung, das Vermögen zum schnellen Begreifen und Querdenken. Die Fähigkeiten, komplett neue Ideen zu entwickeln und neue Konzepte zu begreifen, sind eben nur wenigen gegeben und jene sind viel, viel öfter unter Akademikern zu finden als unter Nichtakademikern. Natürlich ist das nicht 100:0, sondern vielleicht 90:10 oder so, aber es gibt da schon eine sehr deutliche Häufung.
Ich habe an einen Partner auch einfach den Anspruch, dass ich über aktuelle gesellschaftspolitische, wirtschaftliche, wissenschaftliche Themen mit Tiefgang diskutieren kann, dass mein Partner auch an der Welt, der Natur, den Details interessiert ist, sich neues Wissen schnell und kompetent aneignen und umfangreich merken kann. Ich benötigen den intellektuellen Reiz und möchte ihn nicht missen.
Ich finde, dass dieses neumodische Akademiker-Bashing, diese Selbsterniedrigung, dieses Schelchtmachen wirklich zum Kotzen ist.
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Ich gebe Frederika vollkommen recht!!!
Ich habe auch studiert, 2 abgeschlossene Magister in 5 Fächern, zwar "nur" aus dem skandinavischen Ausland, aber voll wissenschaftlich. Ich merke sofort an der Sprache - sowohl an der gesprochenen als auch an der geschriebenen Sprache -, ob mein Gegenüber akademisch gebildet ist oder nicht. Inhalte, Wortwahl, Syntax, Abstraktionsniveau etc. verraten blitzschnell den Hintergrund des kommunizierenden Menschen.
Natürlich kann ein Nicht-Akademiker viel Ahnung haben von z.B. einem Interessengebiet. Aber das systematische, strukturelle, kritische, abstrakte Denken, das man auf der Universität gelernt hat, überträgt sich auch auf andere Bereiche. Man merkt es sofort!
Obwohl vieles immer so homogen sein soll, ist dieses "Nach-unten-snobben" eine Tarnkappe für Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen. "Ihr seid auch nicht besser" o.ä.
Dass eine akademische Bildung nicht notwendigerweise mit Anstand, Moral und Ethik gleichzusetzen ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Man ist nicht automatisch ein besserer Mensch, nur weil man einen akademischen Abschluss hat.
Aber als Partner, mit dem ich ja u.a. auch gute und niveauvolle Gespräche führen will, kommen Männer ohne akademische Bildung für mich nicht in Frage.
So - und jetzt können die Unkenrufe kommen ....
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@#2: Ich denke nicht, dass Akademiker ihren Abschluss für das "non plus ultra" halten. Wer sehr gut Geige spielt oder exzellent Tennis spielt, weiß auch, dass er damit vielleicht jeweils zu den Top-10% dieses Gebietes zählt -- und hält es möglicherweise genauso viel oder wenig für besonders.
Ich glaube auch nicht, dass sich Akademiker aufgrund ihres Abschlusses für besonders empathisch, herzensgut oder liebevoll halten -- all diese Facetten haben nichts miteinander zu tun. Aber sie schließen sich auch nicht aus! Nur weil man weiß, dass man zu den Top-10% der Geigenspieler oder eben Top-10% der Qualifizierten gehört, muss man doch nicht weniger empathisch oder herzensgut sein. Wie unsäglich dumm ist es, einerseits die Korrelation in die eine Richtung abzulehnen, dann aber unterschwellig genau den Fehler zu machen, es umgekehrt zu unterstellen?
Interessant wäre die Frage, worüber man sich überhaupt definiert. Doch wohl kaum über Belanglosigkeiten, die jeder zu bieten hat. Doch wohl viel eher über Dinge, die einen unterscheiden! Das wäre ein interessantes Thema, wenn denn alle das passende Niveau dazu hätten...
Für eine Partnerschaft spielt die Augenhöhe, das Zusammenpassen, schon eine wichtige Rolle. Einige der vielen Facetten sind dabei auch gesunder Menschenverstand, Fähigkeit zum schnellen Begreifen, Abstraktionsvermögen und Tiefgang. Dies haben weiß Gott nicht alle Menschen -- gewiss haben es sowohl Akademiker als auch Nichtakademiker, aber statistisch doch wohl in signifikant anderen Anteilen.
Macht Euch weiter selbst schlecht. Ich werde mich nicht schämen dafür, aus welchem Land ich stamme, welche Sprache ich spreche, wie empathisch, herzensgut, pfiffig oder eben auch qualifiziert, kompetent und intelligent ich bin. Ich werde mich gar nicht für mich selbst schämen, sondern stolz darauf sein, dass ich schneller denke und begreife als andere. Genau so wie andere stolz darauf sind, dass sie handwerklich oder musisch begabter sind oder was auch immer.
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Ich verstehe das auch überhaupt nicht. Wichtig für eine Beziehung ist natürlich, dass man sich unterhalten kann, ähnliche Interessen, Ansichten usw. hat, das aber an einem akademischen Abschluss festzumachen, halte ich für ziemlichen Unsinn.
Die meisten meiner Freunde haben nicht studiert, sind aber wunderbare Gesprächspartner und interessante Menschen.
Sehr lustig finde ich, wenn dann noch überlegt wird, ob ein Mann mit FH-Abschluss für eine Frau mit Uni-Abschluss gut genug ist. Wenn das das Hauptkriterium ist, wundert mich irgendwie nicht, dass dann so vieles schief läuft. Es ist glaube ich wesentlich sinnvoller das Augenmerk vor allem auf den Charakter des potentiellen Partners zu legen.
w, 28
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Nun, Akademiker ist ja nun auch nicht gleich Akademiker. Es gibt unterschiedliche Fächer, BWL und Mathe,Jura und Physik.
Die sind, was die Fähigkeit zum Querdenken, Abstraktion und Tiefgang angeht, weiter voneinander entfernt als Lehre und Studium.
Netter Buchtipp: Die Gelehrtenrepublik.
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was will ich als mann mit einer exaltierten akademikerin? ich lasse davon mittlerweile die finger. ich wünsche mir eine frau, die sich auch mal fallen lassen kann. im wörtlichen wie im übertragenen sinne. das gelingt deutschen frauen insgesamt immer weniger und ist bei akademikerinnen noch seltener anzutreffen... ja, und dann landen wir doch wieder beim "mäuschen"; und das ist gut so, da genetik und evolution!
m 39 (mit dr.-titel)
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<MOD: Schreiben Sie einfach Ihre eigene Meinung.>
Ich schäme mich auch nicht dafür ein Studium zu haben, aber es ist nur ein Bruchteil von dem was mich als Mensch ausmacht.
Ich bin stolz darauf für mich einen guten Weg gegangen zu sein, respektiere und wertschätze aber auch Menschen die einen anderen Weg gegangen sind oder die vielleícht nicht die Möglichkeit hatten diesen Weg einzuschlagen. Ich denke mit zunehmender menschlicher Reife sieht man Dinge anders, kann sie richtig einordnen. Ein Studium ist schön, aber es macht einen Menschen nicht glücklicher. Was mir widerstrebt sind die Menschen, die ihren Bildungsgrad ständig nach außen tragen. Das finde ich gelinde gesagt zum Davonlaufen. Viele kompensieren damit andere defizitäre Bereichen in ihrem Leben.
Ich kann es jedem zugestehen in seiner Liga zu suchen, aber dann lasst andere in Ruhe und stellt euch nicht ständig auf euer "Bildungspodest". Das ist in meinen Augen einfach jämmerlich.
Ganz abgesehen davon nerven mich Menschen, die ständig ihre beruflichen Erfolge runterleiern und dann auf die Bewunderung anderer aus sind.
w (45)
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Mein Beobachtung zu diesem Diskussionsfeld: Bei nicht wenigen Akademikern, die sich auf ihr Akademikerdasein etwas einbilden, dient die Einbildung dazu, nicht sonderlich kleine Defizite an Bildung, Intelligenz und Kreativität zu kompensieren, also nicht sichtbar werden zu lassen.
Meine Erfahrung: Wer wirklich intellektuell begabt und wissenschaftlich kompetent ist, der neigt hier eher zu Bescheidenheit und hat solcherlei Angebereien nicht nötig. Leider fördert die gegenwärtige Universitätsreform und die Ökonomisierung des Bildungswesens eher einen extrovertierten Angebertypus von Akademiker denn einen konplemtativen, introvertiert-konzentriert-asketisch lebenden und arbeitenden Typus wie ihn die humanistisch-humboldtsche Tradition noch zu fördern wusste.
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Ach, mache Dir darum keine Gedanken. Ob hier im Forum die Akademiker wirklich in der Mehrheit sind, ist durchaus fraglich. Das Forum ist ja offen.
Auf keinen Fall sollte man davon ausgehen, dass die Angaben in den Posts immer stimmen. Gerade bei heiss diskutierten Themen versuchen oftmals Teilnehmer, krude Ansichten durch angebliche fachliche Autorität zu untermauern.
Und die berüchtigten Trolle sind, wie in jedem Forum, sicher auch hier unterwegs.
Die Posts sollte man immer auf Plausibilität prüfen und nur für voll nehmen, wenn sie seriös erscheinen. Angebliche Erfahrungsberichte und herausgestellte angebliche fachliche Autorität sollte man mit gesunder Skepsis betrachten.
Nicht jeder, der sich hier als "Dr." präsentiert, hat je eine Uni von innen gesehen.
Glaube erst einmal nix, was nicht akkurat plausibel begründet wird. Zum Fremdschämen gibt´s wirklich keinen Anlass!
Den Bildungsstand als Grundlage für die Wertung eines Menschen zu nehmen, erscheint auch mir armselig.
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@9 die Aneinanderreihung von wohlklingenden Fremdwörtern als Zeichen von Bildung begünstigt das Fremdschämen eher noch. Die Kunst ist: Reduziert auf das Wesentliche!
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Hallo #1, Frederika, kein Mensch hat hier Akademiker "gebasht". Selbstverständlich darf man stolz auf etwas sein, das man durch eigene Leistung erreicht hat. Dazu gehört selbstverständlich auch ein Dr.-Titel, so er denn wirklich durch wissenschaftliche Leistung -selbst- erworben wurde.
Auch in Deutschland allgemein kann ich kein generelles Akademiker-Bashing erkennen. Ich kann auch nicht erkennen, dass Akademiker sich selbst in besonderem Maße "heruntermachen".
Wie gesagt, selbstverständlich kann und darf man stolz auf eigene Leistungen sein. Da gibt es für mich überhaupt keine Frage. Abgrenzen davon würde ich allerdings schon die demonstrative Zurschaustellung ehedem erworbener Titel. "Ich als Dr. der...meine..." ist ein erbärmliches Argument.
Wer intellektuelle Leistungen erbringen kann, muss sich nicht auf vergangenen Lorbeeren ausruhen. Er kann und wird jederzeit in Gesprächen und Beiträgen durch seine intellektuelle Leistungsfähigkeit "en passant" überzeugen, ohne sich auf vergangene Weihen berufen zu müssen.
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9@11: Der Gebrauch von Fremdwörtern hat genau diesen Sinn: Konzentrierte Aussagen zu treffen und damit Wesentlichkeit zur Darstellung zu bringen. Aneinanderreihungen dieser Art wollen Komplexitäten zu erfassen suchen. Außerdem ist die Rhetorik seit jeher eine akademische Schlüsseldisziplin, die anzuwenden um der Erkenntnis willen geboten ist.
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@#12: Volle Zustimmung zu den letzten beiden Absätzen.
Die Titelfrage pauschalisiert doch Akademiker. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mich als Naturwissenschaftlerin für einen oberflächlichen BWLer fremdzuschämen, allenfalls hätte ich mir gesagt, "wieder einer, der schrecklich oberflächlich ist" -- schond er Ansatz, "wir sind beide Akademiker" wäre mir gar nicht gekommen.
Die Hypothese der Titelfrage setzt voraus, dass es ein Wir-Gefühl unter Akademikern gibt und das ist doch gar nicht Fall. Warum also sollte man sich Fremdschämen? Dafür gibt es keinen Grund.
All diejenigen, die meinen, dass "Akademiker eben nicht so sind oder stattdessen aber so und so" diskriminieren viel mehr als die Akademiker selbst. Wer ihnen unterstellt, sie wären irgendwie, der summiert, der pauschaliert, der diffamiert sie damit.
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Hat es denn letztlich wirklich etwas mit Akademikertum zu tun oder gibt es nicht in allen Schichten Menschen, die sich profilieren bzw. hervorheben müssen?
Die Diskussion ist eine interessante, jedoch gibt es doch in allen Gesellschaftsschichten solche und solche, unabhängig vom Bildungsstand.
Grundsätzlich hat erst einmal jeder das Recht, sich den Partner zu suchen, den er für sich vorsieht. Gleich und gleich gesellt sich gerne! Und die, die keinen akademischen Grad haben und nur nach Akademikern aus sind, erhoffen sich vermutlich ein besseres und finanziell angenehmeres Leben, zumindest beobachte ich das sehr oft bei Frauen.
Ich schäme mich ganz sicher nicht, Akademikerin zu sein!! Im Gegenteil, man ist dadurch zwar kein besserer Mensch, jedoch stehen einem ganz andere Wege offen, die andere nun man nicht oder nur sehr schwer erreichen. Und dadurch hebt man sich nun mal von der Masse ab...
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DIE FAKTEN
Innerhalb von 20 Jahren verdoppelte sich die Anzahl der Maturanden (Abiturienden) in der Schweiz.
In Deutschland liegt der bundesweite Durchschnitt über 35% der Schulabsolventen.
Da fragt man sich schon, ob es genügt, den eigenen Namen richtig zu schreiben um "geadelt" zu werden.
Bei den Studienrichtungen gibts Bologna hin oder her noch grosse Unterschiede im Leistungsanspruch.
Im Berufsleben ist die Entlöhnung wiederum eine andere Geschichte.
Nun nennt sich jede(r) mit Fachhochschulabschluss auch noch Akademiker. Früher galten diese Ausbildungen als gut und solide aber EBEN nicht als akademisch, da nicht wissenschaftl. gearbeitet und geforscht wird (man lese die Fachliteratur).
Kurz: Akadem. Titel sind längst inflationär.
DER MENSCH
Ich selber hatte vor über 20 Jahren das Privileg an der Uni zu studieren und empfand nur bescheidene Dankbarkeit. Denn die Steuerzahler haben es mir finanziert.
Meine Freunde kamen aus allen beruflichen Sparten. Nie empfand ich mich als elitär.
Vielleicht liegt das auch an der etwas bescheideneren Haltung von uns Schweizern.
Wichtigtuer und Angeber werden meist belächelt.
Intelligenz und Bildung kann schön sein, doch Charakter und Herz sind von grösserer Bedeutung!
ANZIEHUNG
Vielleicht hat jemand eher Freude an intellektuellen Gesprächen (müssen nicht Akademiker sein). Dann schätzt er/sie einen Partner der dafür Lust, Zeit und Musse hat.
Einen Akademiker wegen des möglichen Status oder Lohns zu präferieren ist zum Scheitern verurteilt.
Lieber FS
Ich kenne Akademiker mit Dr. und eigener Firma, die höchst bescheiden sind. Und ich kenne Menschen ohne Uni-Abschluss, die mehr wissen als viele Akademiker.
Und ja, es gibt auch diese ein paar peinlichen Exponenten, die Du ansprichst.
Es gibt sie alle. :-)
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@14 Sorry, Rhetorik ist keine akademische Schlüsseldisziplin, sondern eine Methode, die jeder, der mit Sprache und Menschen zu tun hat, erlernen kann und sollte. Und leider ist vielen Akademikern diese Disziplin weder bekannt, noch darf man davon ausgehen, dass sie angewendet wird. Ein Werteverfall der besonderen Art.
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"Das ist wieder so ein typisch deutsches Stolz-Problem. Man darf in Deutschland einfach nicht stolz sein auf seine kognitiven Erfolge und Fähigkeiten. "
Man darf stolz sein, aber sich gleichzeitig nicht als etwas besseres ausgeben. Das gibt es aber nicht nur bei Akademikern. Auch so manch Hauptschüler denkt, er würde zu einer höheren Spezies gehören und andere Menschen sind weniger wert.
Ich finde es vollkommen irrelevant, wer etwas studiert hat und was. Darf ein Physiker denn eher über andere herziehen als ein BWL'er. Ich sage "nein" das darf überhaupt niemand, auch nicht mit 10 Studienabschlüssen. Wo ist da bitte der Anstand? Das ist für mich unterstes Niveau.
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Da hab ich etwas gefunden - in meiner MantissenTafel standen (1967) folgende einleitenden Worte:
"In nichts zeigt sich der Mangel an mathematischer Bildung mehr,
als in einer übertrieben genauen Rechnung.
Carl Friedrich Gauß, Mathematiker, Physiker & Astronom, 1777-1855"
Nun bitte ich die Damen und Herren Akademiker, politisch gebildeten, allgemeingebildeten, abstrakt denkendden, hochintelligenten, schnell begreifenden, querdenkenden sich darum Gedanken zu machen - und wie war doch der Ausspruch " wer sich erhöht der wird.....:) und um da noch etwas zu sagen "unter der Dusche sehen wir alle ziemlich gleich aus" und mit hilfe der Subsumption werden sie sicher verstehen, was ich Ihnen sagen möchte.
Ein letztes Zitat noch B.Brecht soll gesagt haben :"Eure Armut kotzt mich an!"
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So wie ich den FS verstehe, schämt er sich doch nicht im geringsten für seine errungenen Leistungen oder macht das, was er erreicht hat, nieder! Seine Bescheidenheit in diesem Bereich finde ich persönlich sehr sympathisch und zeugt m.E. davon, dass er es nicht nötig hat auf seinen Errungenschaften herumzureiten - weder für sein eigenes Selbstbewußtsein, noch um Menschen in seinem Umfeld zu beeindrucken.
Es geht augenscheinlich lediglich darum, dass er sich von einigen von Akademikern verfassten Beiträgen in diesem Forum deutlich distanzieren und nicht mit den Autoren über einen Kamm geschoren werden möchte.
Ob man dies nun mit "Fremdschämen" betitelt oder nicht, ist wohl wieder eine andere Frage.
Ich kann diese Wortwahl durchaus nachvollziehen und sehe das ähnlich. Allerdings bin ich selbst ohne akademischen Titel und möchte das "Fremdschämen" ganz allgemein auf zahlreiche, von angeblich niveauvollen und intelligenten Mitmenschen verfasste Beiträge beziehen - Hochschulabschluss hin oder her!
Noch eine Anmerkung zu #4:
Du kannst unmöglich an der Sprache eines jeden Menschen sofort erkennen, ob er akademisch gebildet ist oder nicht!! In meinem Bekanntenkreis gibt es zahlreiche Akademiker und vor allem einige von denjenigen, die in naturwissenschaftlichen oder technisch-lastigen Fächern einen Abschluss haben, sind teilweise nicht in der Lage, einen vollständigen Satz zu formulieren!! ;-)
w/29
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Möchte mich Frederikas Statement voll und ganz anschließen!
Fremdschämen würde ich mich am ehesten über den FS, der sich tatsächlich ELITÄR über andere Akademiker stellt.
Und "bildungsmäßig", wie der FS schreibt, haben wir einfach vielen anderen tatsächlich etwas voraus, das ist halt so!
Idioten gibt es in allen Gesellschaftsschichten.
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"Ich bin so schön, ich bin so toll, ich bin der Anton aus Tirol."
So oder so ähnlich empfinde ich, dass sich viele hier selbst sehen. Der Stolz auf eigene, erreichte Leistungen ist ganz natürlich und ein Antrieb für Groß und Klein. Das fängt irgendwann mal beim Krabbeln, Laufen, dem ersten Wort oder dem ersten mal allein aufs Töpfchen an und hört scheinbar nie wieder auf. Rein evolutionär ist das sicher auch nicht verkehrt, dass man "Höher, schneller, weiter" will. Theoretisch bringt das unsere Spezies voran...
Allerdings ist dieses Forum auch nur ein Ausschnitt aus der realen Welt. Nicht einmal die akademische Breite deckt es völlig ab. Diejenigen, die nicht krampfhaft auf ihre Titel und ihr Ego fixiert sind, dürften es im Mittel wesentlich leichter haben, einfach Partnerschaften einzugehen und diese nicht erst großartig zu diskutieren, während ein Mangel an Selbstreflexion (um nicht zu sagen: Verblendung) eine praktische Umsetzung einfach erschwert bis verhindert.
Was ich damit sagen will ist eigentlich nur, dass Onlinepartnerbörsen zu guten Teilen einen Mix aus denen bieten, die zu wenig Zeit haben oder investieren wollen und jenen, deren Wesenszüge einfach unattaktiv sind, weshalb sie weder in der analogen, noch der digitalen Welt kompatibel sind. Aber die Hauptsache ist doch, dass man in theoretischen Betrachtungen die Oberhand gewinnt ;-)
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Für mich gilt: Für etwas, das man im Leben erarbeitet/ erreicht hat, muss man sich nicht schämen! Ich schäme mich nur dann für die hier Postenden, wenn sie glauben, aufgrund ihrer "elitären akademischen Laufbahn" Menschen, die eine andere Meinung vertreten, "vorführen" oder als geistig Minderbemittelte hinstellen zu müssen.
Zu Beginn, als hier hier mitlas/ -schrieb, habe ich mich noch über Außerungen wie: "Hast Du das überhaupt verstanden?" oder um der eigenen Meinung vermeintlich mehr Gewicht verleihen zu wollen, langatmige Erklärungen mit dem Substantiv: "Punkt" zu beenden, geärgert. Heute beläche ich sie und amüsiere mich königlich, weil ich sehe, wie manch eine/r sich in der immer gleichlautenden Argumentation abstrampelt und dennoch Andersdenkende nicht missionieren kann.
Nicht-Akademikern global die Fähigkeit, mit Tiefgang aktuelle Themen diskutieren zu können, abzusprechn, zeugt weder von unbedingt von Empathie noch von einem hohen Intellekt.
Ein wenig mehr Respekt vor der Meinung Anderer, in welcher Angelegenheit auch immer, würde jeder/ jedem gut stehen, der sich hier im Forum aktiv beteiligt. Und das gilt für Akademiker und Nichtakademiker!
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Fremdschämen ist nie wirklich sinnvoll, weder bei Akademikern noch bei anderen Eingruppierungen.
Jeder setzt andere Maßstäbe. Für die einen ist der Titel ganz wichtig für andere eben nur Beiwerk.
Du musst ihn ja auch nicht im Profil angeben und erst später erwähnen, dass du einen Titel hast.
Ich nehme mal an, dass du vor allem deiner saelbst wegen geliebt werden möchtest.
Lass dich nicht durch andere irritieren.
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Oh je, ich bin Nicht-Akademikerin und mein Partner akademisch. Muss er sich nun fremdschämen?
w/39
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@25: nein, laut Fragestellung müsste er sich für andere Akademiker fremdschämen wenn sie dich nicht für voll nehmen weil du keine Akademikerin bist.
Ansonsten ist es doch letztlich so das wenn jemand z.B. BWL studiert hat und meint er könne auf jemanden herabsehen der nicht studiert hat sich nur selbst lächerlich macht da sein Studium teilweise einfacher ist als so manche Ausbildung.
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Ich habe als Nichtakademikerin bei EP häufig zu spüren bekommen, dass ich ein Manko habe!
Da spielt ein Titel, ein abgeschlossenes Studium ganz offenkundig eine sehr viel größere Rolle als tatsächlich vorhandene Bildung und Lebensart.
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@4 Liebe Angele, diesen deinen Worten muss ich leider heftigst widersprechen. Dem ist ganz und gar nicht so. Das mag für manche/viele akademisch (Aus)Gebildete zutreffen, für manche/viele nicht. Ich arbeite in einem Umfeld, wo zu einem weit überwiegenden Teil akademisch (Aus)gebildete tätig sind und das von dir Geschilderte kann ich dann in einem wirklich ganz verschwindendem, äußerst geringen Maß bei diesen Menschen feststellen.
Ich glaube doch sehr, dass du bzw. so mancher akademisch (Aus)Gebildete sich uns seine Ausbildung maßlos überschätzt. Aber seid ruhig stolz auf euch und das, was ihr euch erarbeitet hat. Das sind Nichtakademiker, die zudem durchaus das von dir Dargelegte aufweisen können, ja auch.
Im Großen und Ganzen, lieber FS, schließe ich mich deinen Ausführungen an. Es ist schön zu wissen, dass es solche Menschen auch gibt. Vor solchen Menschen zieht man gerne den Hut und zollt ihnen Respekt. Denen, die etwas wissen, können und es nicht für nötig halten, es zwangsläufig an die große Glocke zu hängen. Solchen merkt man jedoch im Alltag und Berufsleben ihre (akademische) Klasse gerade aufgrund dieser Haltung an. Wer etwas weiß und kann, weiß wer er ist und was ihn ausmacht, hat es nicht nötig, zu protzen oder Errungenes vor sich herzutragen, denn diesen Menschen merkt man es ohnehin an. Und darum sind diese Menschen auch so toll und wertvoll.
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mir sind die bescheidenen ansichten des fs sehr sympathisch!
der hammer wurde wieder von frederika geliefert!
wenn ich so etwas lese, wie zitat frederika. "...kann man eben doch nur auf einer begrenzten Ebene mit ihnen (nichtakademiker) diskutieren, ganz oft fehlt eben der Tiefgang, die Allgemeinbildung"
...da kann ich nur noch mit dem kopf schütteln!
manno, ich kenne akademiker, für die ist der begriff allgemeinbildung ein fremdwort!
auch wenn fredrika offensichtlich über eine gute allgemeinbildung verfügt, so heisst das noch lange nicht, dass akademiker per se eine gute allgemeinbildung besitzen.
auf diesem gebiet kann so mancher, hier so oft zitierter handwerker dem so gebildetem akademiker etwas vormachen.
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