1. Frage:
    Gefragt am: 27.06.2010, 00:07 von Gast
    Keinen Orgasmus beim GV
    Hallo Ich w/30 habe ein großes Problem.Ich hatte noch nie einen Orgasmus beim GV,auch nicht beim Petting oder andere sachen . Ich komme nur wenn ich mich selber anfasse,und das nicht nur einmal,und eigentlich auch nach ca.3 Minuten ,was ja ziemlich schnell ist . Was mein Gedanke nun ist , ob es auch andere Frauen gibt die das selbe Problem haben wie ich . Ich kann mich beim Sex eigentlich immer gut fallen lassen . Ich habe keinen festen Freund ,aber eine Affäre die schon ca.2 Jahre dauert.Und der Sex mit ihm ist auch sehr schön,es fühlt sich super an ..... Ich habe ihn immer den Orgasmus vorgespielt. Kennt ihr Tipps oder Tricks? Wir haben auch nie Toys probiert ,weil ich denke dass er das peinlich und demütigend findet .Wie seht ihr sowas? Ich lasse mich wie gesagt immer fallen und bin total entspannt ....aber wenn er dann 1 Stunde an mir rumleckt werde ich auch super ungeduldig,deswegen auch das vorspiel vom Orgasmus .. lg.
    Antworten:
  2. 27.06.2010 12:09
    Vorweg, ja, Orgasmusprobleme sind weit verbreitet, aber jeder Fall liegt natürlich anders. Dein Fall ist insofern besonders, als dass Du durch manuelle Masturbation sehr schnell zum Orgasmus kommst, aber durch manuelle Fremdstimulation nicht. Das ist einfach verwunderlich und kann letztlich endlich nur zwei Ursachen haben: a) Der Mann ist nicht fingerfertig, oder b) Du blockierst psychisch. Im ersteren Falle müsste man dem Partner die richtige Masturbationstechnik vermitteln, indem Du vor ihm masturbierst, indem Du seine Finger führst, indem Du gutes Feedback gibst, wann es gerade richtig ist, indem Du auch klar kommunizierst, was gefällt und was nicht. Ganz platt gesagt: Das muss einfach möglich sein, denn was mit Deinen Fingern geht muss auch mit den Fingern des Mannes gehen. Ich kenne das von meinen bisherigen Partnern, denn manche haben es gleich drauf, andere musste man "einlernen". Das ist normal und kann ganz unverkrampft und spielerisch geschehen. Hierfür musst Du einfach eine Lösung finden, denn falls Du Dich wirklich fallenlassen kannst, dann muss es auch mit dem Mann zusammen möglich sein. Kannst Du denn in seiner Anwesenheit, unter seinen Küssen und Streicheleinheiten selbst erfolgreich masturbieren? Das wäre vielleicht der erste Schritt, der zweite dann einen Tag später, ihn mit den Finger es Dir besorgen lassen. Auch für Cunnilingus gilt das gleiche: Hier hat er entweder die falsche Technik oder Du blockierst innerlich. Letzteres scheint mir wahrscheinlicher, angesichts der Gesamtlage.

    Damit komme ich zu Punkt zwei der ganzen Thematik: Die überwältigende Mehrheit der Frauen (leider aber nicht derjenigen Frauen, die darüber reden) kann Liebe und Sex nicht trennen. Es scheint modern, dies zu behaupten und darüber emanzipiert zu schwadronieren, aber in Wahrheit genießen die meisten Frauen Sex nur dann wirklich, wenn sie Gefühle für den Mann haben, zumindest Verliebtheit oder starkes Begehren (echter Liebe muss dafür nicht sein). Im zutreffenden Umkehrschluss genießt die überwältigende Mehrheit der Frauen einfach nur mechanischen Sex (egal ob manuell, oral oder vaginal) eben deutlich weniger oder gar nicht, wenn sie keine Gefühle für den Mann empfindet. Genau das scheint bei Dir zuzutreffen. Sex mit einem Mann, der nicht der Freund, sondern nur eine Affäre ist, ist einfach keine Basis für erfüllenden Geschlechtsverkehr. So einfach ist das leider.

    Wohlgemerkt, WENN eine Frau einfach so an Sex Spaß hat, dann sei ihr das natürlich gegönnt. Aber wenn dies nicht der Fall (wie bei Dir!), dann muss sie wissen, dass sie damit der überwältigenden Mehrheit angehört. Ohne einen Partner, auf den Du echt scharf bist, dessen körperliche Nähe dieses wohlige Gefühl der Erregung auslöst, der Dich schon beim Streicheln und leichtem Berühren feucht werden lässt, den Du einfach magst, bei dem Du Dich geborgen und geliebt fühlst, wird es wohl leider bei Dir nichts werden. Du gehörst zu der Mehrheit der Frauen, die Liebe und Sex nicht trennen kann. Das ist gesund und natürlich!

    Noch ein paar kurze Randbemerkungen:
    a) Sextoys kann man durchaus ins Liebesspiel einbeziehen, ohne dass es peinlich wird. Dann sollten aber beide Lust dazu haben und meines Erachtens hat auch das nur dann Zweck, wenn auch ohne alles passt. Sextoys bringen Abwechslung, aber sind keine Lösung für Dein Problem.

    b) Selbst wenn Du übertrieben hast ("eine Stunde lecken"), aber solange hält das niemand aus. Irgendwann wird man ja geradezu wund und ist einfach drüber weg über den Punkt. Nein, sexuelle Erregung baut sich auf und ist klar spürbar. Cunnilingus fühlt sich wahnsinnig erregend, teilweise kaum aushaltbar an, man ist durch und durch stimuliert. Wenn das nicht der Fall ist, kannst Du auch gleich abbrechen. Cunnilingus ist zwar eine Vorspielvariante, aber auch Cunnilingus selbst braucht Vorspiel: Streicheleinheiten, Küssen, die Scheide sollte schon feucht, der Kitzler schon geschwollen sein, bevor geleckt wird. Erregung soll nicht dabei kommen, sondern schon vorher der Fall sein. Anders geht es einfach nicht.

    c) Vorspielen von Orgasmen ist fast immer schlecht, denn es verhindert, dass der Sex besser wird. Es lügt den Partner an, es machr ihm was vor, es "dressiert" ihn in genau die falsche Richtung, denn er wird sich merken: Wow, wenn ich DAS mache, geht sie ab! Da die meisten Männer es toll finden, eine Frau zum Orgasmus zu bringen, wird er genau DAS wiederholen. Dumm gelaufen. Also besser normales Feedback geben, wenn etwas toll ist, auch kommunizieren, wenn er sich bestimmte Dinge sparen kann und niemals einen Orgasmus vorspielen. Jeder erwachsene, erfahrene Mann weiß, dass Frauen nicht jedesmal zum Orgasmus kommen. Damit müssen beide Geschlechter leben. Je ehrlicher man damit anfängt, desto ehrlicher kann man das durchhalten und muss nicht ausgerechnet beim seinem Lebenspartner lügen und eine Rolle spielen.

  3. #2 Gast
    27.06.2010 13:49
    Ich mische mich jeztzt einfach mal als Mann ein, da ich gerade zufällig auf deine Fragen gestoßen bin. Ich bin seit 17 Jahren verheiratet. Und meiner Frau gelingt es seit ihrer Jugend auch spielend, in 3 Minuten zum Orgasmus zu kommen, indem sie ihren Kitzler auf eine, wie ich finde, ziemlich rustikale Art und Weise rubbelt.
    Würde ich das auf diese heftige Weise versuchen, wäre es vermutlich nie etwas geworden mit unserem Sexualleben.
    Außerdem vermute ich, dass sie in den ersten Jahren ebenso einen Orgasmus simuliert hat. Das wird mir erst jetzt klar, seit sie erst in diesem Jahr einige echte Orgasmen durch Penetration bekommen hat.
    Was ist also passiert?

    Aus meiner Sicht war sie von Anfang an mit ihrem Körper nicht eins und zudem noch erzkonservativ erzogen. Daraus resultierte eine totale Blockierung. Zwar war sie meist erregt, wohl weil sie echte Gefühle empfand und empfindet. Dennoch schien es ihr fremd und unheimlich, sich zu zeigen. Das heißt nicht, nackt durch die Wohung zu laufen, sondern sie schaffte es nie, in dem Sinne zu handeln wie: "Nimm mich, so wie ich jetzt bin, wie ich mich jetzt schön finde. Sieh, was ich dir jetzt von mir geben und zeigen möchte." Das ist heute größtenteils auch noch so. Erst stört das Licht, dann ist es kalt, dann sind da die Kinder, und hier könnten uns die Leute sehen usw., usw. , Hauptsache, sie muss nicht offensiv mit ihrem Körper agieren.

    Aber ansscheinend hat sich inzwischen eine Kleinigkeit geändert. So haben wir vor wenigen Jahren die von dir angesprochenen Spaßmacher eingeführt, im wahrsten Sinne des Wortes. Damit war eine Hürde genommen und sie hat im ersten Schritt gelernt, den Sex, den Körper und ihre Wahrnehmung diesbezüglich zu verändern. Zwar muss ich diese Dinge besorgen. Und ich muss nach wie vor den ersten Schritt machen, um zu signalisieren, dass wir Sex haebm könnten.

    Aber inzwischen akzeptiert sie offensichtlich, dass ihr Körper auch auf Dinge reagiert, die nicht ihrem Denkmuster (über sich), ihrer Kontrolle und der Erziehung entsprechen. Der Körper reagiert offensichtlich nur so frei, wie wir es zulassen. Das heißt sie hat ein Stück Freizügigkeit dazugewonnen.

    Dann kam noch ein Aspekt hinzu. Ich wurde krank und kann heute nicht mehr so, wie noch vor einigen Jahren. Also hat sie es in meinem Beisein akzeptiert und gelernt, ihre Klitoris zu stimulieren, bis sie kommt. Und dann, nachdem ich dann in sie eindrang, kam sie nochmal, aber anders. Und ich glaube, das war der springende Punkt. Nun lässt sie es intuitiv zu, dass ihr Körper auf bekannte Reize neu reagiert. Weil sie weiß, dass es passiert, und weil sie es will, dass es passiert.
    Ich vermute es kommt noch der psychologische Effekt hinzu, dass sie nun keine Angst mehr davor haben muss, von ihrem eigenen Körper oder gar von mir dominiert zu werden. Der zweite Punkt war freilich nie wirklich der Fall. Ich bin eher so ein Frauenversteher-Typ. Aber das passt ins Bild: Ich war nie kräftig, oder groß, oder gutaussehend. Offensichtlich für sie wichtig, um nicht selbst noch kleiner dazustehen, mit ihren oben angedeuteten Unzulänglichkeiten.

    Das führt inzwischen dazu, dass sie anfängt, Anweisungen zu geben, wie ich mich verhalten soll: "Hier noch ein bisschen, da noch mehr...".

    Insgesamt sind wir auf einem guten Weg und ich würde mich freuen, wenn sie sich irgendwann einmal vor mir aufbaut und sagt, "nimm mich", weil sie es so will und es überhaupt nicht beschämend findet, dass sie es will.

    Ich wünsche dir, dass dir das ebenso gelingt und bitte mache euch nicht mehr vor.

  4. #3 Gast
    27.06.2010 22:03
    An @2:
    Ich bin so froh und dankbar, dass ich deinen Beitrag hier lesen durfte. DANKE, dass du dir die Mühe gemacht hast deinen Beitrag für uns alle nieder zu schreiben. Das ist für mich, die sonst eigentlich die Beiträge "nur" liest uns selber nichts schreibt das erste Mal, dass ich eine Mitteilung lese, bei der ich wirklich das Gefühl habe, dass sie ein Nutzen und eine Bereicherung für mich (und evtl. für alle anderen auch) ist.
    Es ist wunderbar zu spüren, dass es solche Männer gibt, die so offen und so verständnisvoll sind. Ich dachte bisher immer es gäbe sie nur in meiner Wunschvorstellung. Aber du machst mir Hoffnung, dass es vielleicht auch einen solchen für mich geben wird.
    Das was du und deine Frau erlebt nenne ich echtes Miteinander wachsen und sich gemeinsam weiter entwickeln. Ihr beide habt den Sinn von Partnerschaft wirklich erkannt und lebt ihn miteinander. Meine herzliche Gratulation.

  5. #4 Gast
    05.11.2010 13:04
    Ich habe genau dasselbe Problem wie du... haben meinem Partner über ein Jahr was vorgespielt, ihm nun die Wahrheit gesagt. Das hat ihn total aus der Bahn geworfen und wahrscheinlich will er die Trennung... was kann ich nur tun, um das zu verhindern? Ich dachte, wir arbeiten jetzt beide daran... aber der Schock für ihn war zu groß... er lässt mich nicht an sich heran, will momentan keinen Kontakt.
    LG

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