1. Frage:
    Gefragt am: 01.07.2010, 15:09 von Gast
    Laut AOK Familienstudie 2010 brauchen Kinder Regeln und Rituale: Wie schafft man das berufstätig?
    Ich bin mir auch im Klaren darüber, dass Regeln für Kinder wichtig sind und Ihren Halt und Struktur geben, was ja auch wieder die AOK Studie gezeigt hat. Leider haben ich und mein Mann beide sehr anspruchsvolle Jobs, wo wir auch immer flexibel auf Abruf sein müssen (beide Ärzte: Chirurgie und Hausarzt). Unsere beiden Kinder (3 und 6 Jahre) werden tagsüber von einem Kindermädchen betreut. Wenn es abends später wird kommt oft eine Freundin oder eine externe Babysitterin. Wirklich feste Essenszeiten mit uns sind leider nicht möglich, außer vielleicht am Wochenende ab und an, aber dann auch nicht mit beiden. Ich mache mir nun Sorgen, ob das negative Auswirkungen auf das spätere Sozialverhalten haben kann...Welche Möglichkeiten hätte ich denn Eurer Meinung nach, um dem entgegenzuwirken?
    Antworten:
  2. 01.07.2010 15:21
    Ich finde, eure Sorgen macht ihr euch so um die sechs Jahre und neun Monate zu spät. Andererseits sehe ich jede Menge elterliche Verhaltensänderungs-Chancen. Probleme für das Nebeneinander von Berufs- und Familienleben sind stets eine Angelegenheit fehlenden Organisationsgrades oder überbordenden Karrieredenkens.

  3. #2 Gast
    01.07.2010 15:55
    Ja, Kinder brauchen Regeln und gelebte, authentische Rituale. Ich sehe das an meiner Tochter und gleichzeitig an den Söhnen meines LGs. Ich lege trotz Selbständigkeit und Vollzeitarbeit viel Wert auf Regeln und Rituale. Seine Söhne kennen das leider bei der Mutter nicht und fügen sich bei uns im Patchwork dann trotz "Reglementierung" gerne ein. Daran sieht man, wie wichtig selbst für Teenager die Schaffung von Ritualen ist - sie vermitteln Vertrauen und Zusammengehörigkeit. Mir persönlich ist bspw. das gemeinsame Frühstück wichtig - und auch, wenn möglich, das gemeinsame Abendessen. Doch es können auch Dinge sein wie am Samstag vormittag gemeinsam im Schlafanzug in den Tag zu bummeln. Oder nach dem Essen über wichtige Dinge, Themen oder Ereignisse zu diskutieren. Oder das obligatorische Weihnachtsglöckchen vor der Bescherung oder das gemeinsame Ostereiersuchen. Deine Kinder werden sich daran noch nach Jahren erinnern und mit Glanz in den Augen davon berichten. Für uns Erwachsene sind es manchmal vielleicht Kleinigkeiten, doch für die Kinder sind es lebendig gewordene und in der Erinnerung positiv bewertete Highlights.

  4. #3 Gast
    01.07.2010 16:00
    Also erstmal finde ich es super, dass Du Dir darüber Gedanken machst!
    Viele Eltern tun das heutzu Tage kaum noch...

    Ich denke, das Ihr flexibel sein müsst, ist für die Kinder nicht das Problem, wenn man mit ihnen spricht, und ihnen erklärt was man zu tun hat, verstehen sie das in diesem Alter auf jeden Fall!
    Wichtig ist, das den Kindern die selben Rituale geboten werden ( z.B Vor dem Essen ein "Guter Appetitspruch", oder eine Geschichte vor dem Schlafen) diese Rituale geben den Kindern Sicherheit und sollten von allen Betreuern gleich durchgeführt werden. Auch sollten wichtige Regeln ( Zähne putzen vor dem Schlafen, nicht mit den Händen essen usw ) von allen gleichermaßen als wichtig erachtet werden.

    Laut Studien, sind Kinder, die nicht nur von ihren Eltern betreut werden oftmals besser sozialisiert, als andere Kinder ( vor allem in Krippe, Tagestätte oder Hort) wenn genügend Spielpartner zur Verfügung stehen, entstehen da keine Probleme!

    Ich denke in Eurem Fall ist es wichtiger, viel Liebe zu zeigen und diese nicht mit Geschenken, oder tollen Aktionen zu ersetzen!!

  5. 01.07.2010 17:13
    Mmmhh.. wie wäre es denn mit Kindergarten für den kleinsten und der große dürfte eh bald sozialen Umgang in der Schule lernen.

    Ansonsten würde ich versuchen mit der Arbeitstelle Ruhe/Freizeiten für Euch und zwar abwechselnd so einzurichten, das diese auch einhaltbar sind.

    Wenn Ihr es irgendwie garnicht hinbekommt, dann würde ich noch n Videotelefon anschaffen.. dann können die Kids wenigstens zwischendurch mal das neueste erzählen und sie können dazu Eure Gesichter sehen ... :)

    Lasst Luxusgeschenke aussen vor und unternehmt nach Möglichkeit soviel wie möglich mit Ihnen ...

  6. #5
    01.07.2010 17:25
    Ich staunde, dass es Euch nicht stört, so wenig Zeit mit Euren Kindern zu verbringen.
    Aus Deinen Zeilen lese ich nur, dass Du Dir Sorgen um die Entwicklung der Kinder machst und nicht, dass Du gerne mehr Zeit mit Ihnen hättest. Das finde ich schade.

    Ihr könnt in jedem Fall einen Teil der Verantwortung bezüglich Regeln und Struktur an die Betreuungspersonen übertragen. Das müsst Ihr sogar.
    Wenn Ihr beide jedoch diese Regeln (z. B. pünktlich zu Hause zu sein) nicht einhaltet (....wenn es abends später wird) ist es für Kinder natürlich schwer zu begreifen, dass sie sich an solche Regeln halten sollen.

    Hinzu kommt, das wechselnde Betreuungspersonen auch nicht gerade zu einer festen Struktur beitragen. Mal die Freundin, mal der Babysitter, dann doch die Tagesmutter. So eine Konstellation bringt zuviel Unruhe mit sich.

    Es gibt in meinen Augen nur eine Möglichkeit die Situation nachhaltig zu verbessern:
    Tagsüber kann die Betreuung durch die Tagesmutter erfolgen, das ist ok.
    Abends jedoch sollte in jedem Fall einer von Euch beiden für die Kinder da sein. Das gleiche gilt für die Wochenenden: keine Fremdbetreuung, sondern Zeit für die Familie. Auch wenn vielleicht nur einer von Euch anwesend sein kann. Das seid Ihr Euren Kindern einfach schuldig und sollte auch Eurem Wunsch nach Familie entsprechen. Was bringt einem der tollste Beruf, wenn die wichtigsten Menschen darunter leiden?

  7. 01.07.2010 17:52
    Darüber macht Ihr Euch aber wirklich ein bißchen spät Gedanken. Für mich als Selbständige und Single Mama ist wichtig, meinem Kind einen festen Rahmen für den Tagesablauf zu geben. Gemeinsames Frühstück, möglichst gemeinsames Abendessen. Dabei können auch Alltagsprobleme und Sorgen besprochen werden. Die Aufsteh- und Zubettgehzeiten sind auch gleich, dazu lese ich abends immer noch 1-2 Geschichten vor. Ostern und Weihnachten werden natürlich kindgerecht gefeiert. Ostereier-Bemalen und Baumschmücken kann man auch am Wochenende erledigen.
    Mein Sohn geht 9.00 Uhr in den Kindergarten und wird gegen 15.30-16.00 Uhr von der Oma abgeholt. Ich hole ihn dann gegen 18.00 Uhr bei der Oma ab. Büroarbeiten versuche ich abends zu erledigen und am Wochenende reserviere ich mindestens einen ganzen Tag für mein Kind (der Rest ist Einkaufen und Haushalt).

    Seid ihr selbständig oder angestellt? Könnt ihr nicht wenigstens an 1-2 Tagen pro Woche gemeinsam essen? Oder könnt ihr versetzt arbeiten - frühstücken mit Mutter und abendessen mit Vater? Ein bißchen kürzertreten werdet ihr schon müssen und das sage ich, die auch wirklich sehr an ihrem Job hängt.

  8. 01.07.2010 20:02
    Die Situation klingt traurig und erschreckend. Ich finde, Ihr setzt einfach die falschen Prioritäten. Warum habt Ihr überhaupt Kinder, wenn Ihr so wenig Zeit mit ihnen verbringt und sie fremderziehen lasst? Fühlt sich das überhaupt wie ein eigenes Kind an? Ich kann es mir kaum vorstellen.

    Ihr müsst einfach viel mehr zusammen unternehmen, unbedingt täglich zusammen frühstücken (das KANN man organisieren), unbedingt Gute-Nacht-Geschichten vorlesen oder mit dem älteren über den Tag ausführlich sprechen, unbedingt die Kinder selbst täglich zur gleichen Zeit zu Bett bringen, am Wochenende immer zusammen sein udnw as unternehmen. Das gehört einfach zur Verantwortung und Elternschaft dazu.

    VORSCHLAG: Zwei Ärzte werden zusammen sehr gut verdienen. Vielleicht könnt Ihr beide freiwillig nur jeweils 30 Stunden arbeiten? 75% des Gehalts ist immer noch mehr als reichlich! Dann hättet Ihr auch ein ordentliches Familienleben! Ich kenne gleich zwei Paare, die auf diese Art zu einer tollen Balance aus Beruf und Freizeit/Familie gekommen sind.

    Arbeiten, um zu leben. Nicht leben, um zu arbeiten.

    Setzt die richtigen Prioritäten. Reduziert die Arbeitszeit. Maximiert die Familienzeit. Unternehmt viel zusammen statt nebeneinander her zu leben.

  9. #8 Gast
    01.07.2010 22:52
    Liebe FS,

    bei den Regeln und Ritualen geht es nicht um die Anwesenheitszeiten, sondern darum, dass ein gewisser Rahemn besteht. sprecht mit der Tagesmutter klare regeln ab - aber wahrscheinlich hat sie die schon. Insgesamt muss ich aber auch dagen, dass es schon etwas sehr krass klingt... Insbesondere ein Hausarzt kann doch seine Zeiten besser einteilen...
    Ich bin Alleineerziehend und arbeite mind. 55 Stunden in der Woche, habe aber deutlich mehr Zeit für mein Kind! Wichtig ist, abends den Tag nochmal revue passieren zu lassen, damit man am Leben des Kindes teilhaben kann. Das WE ist ausschließlich für das Kind reserviert. Hausputz und Wäsche lasse ich machen, einkaufen mache ich abends (gemeinsam mit Kind).

    Ich bin etwas überrascht, dass zwei Ärzte durch eine AOK-Studie darauf aufmerksam werden, dass ihre Kinder (die ja schon etwas länger da sind) Regeln und Rituale brauchen, ich dachte eigentlich, dass das bei etwas schlauen Menschen zur Allgemeinbildung gehört... Habt ihr Euch denn bislang gar keine Gedanken darum gemacht, was für Eure Kinder gut ist und was nicht???

  10. #9
    01.07.2010 23:36
    Es ist zwar spät, aber nicht zu spät!!!

    Euer 6-jähriges Kind (ich schreibe es mal so, da ich nicht weiß ob Junge oder Mädchen) sollte ja sicherlich in nächster Zeit eingeschult werden... da empfehle ich am Nachmittag einen Hort, wo mehrere Kinder ebenfalls betreut werden. Bei eurem 3-jährigen Kind bestehen noch recht gute Hoffnungen! Entweder zur Tagesmutter, wo beispielsweise noch 4 andere Kinder betreut werden oder in eine (private) Kita.

    Mein Sohn (2) ist seit einem Jahr in einer Kita (ist zwar keine kommunale, aber von der Struktur gleichgesetzt)... er hat dort einen geregelten Tagesablauf und die optimalsten Bedingungen zum Erlernen des Sozialverhaltens... da ich voll berufstätig (und alleinerziehend) bin, ist er nach 16 Uhr bis zum Abholen auch mit größeren Kindern zusammen... nach meinen Informationen ist das auch sehr wertvoll für das Sozialverhalten. Sicherlich gibt es auch unschöne Situationen, welche das Mutterherz teilweise bluten lassen, aber dennoch ist es in Bezug auf das Sozialverhalten eine positive Wirkung.

    Bei eurem 6-jährigen könnte es allerdings Probleme geben, wenn er in den vergangenen Jahren wenig Kontakt zu anderen Kindern hatte... allerdings hat ein kleines Geschwisterchen... bleibt also abzuwarten.

    Als Eltern sollte die wenige Freizeit natürlich sehr gut und abwechslungsreich mit den Kindern genutzt werden... z.B. Tagesausflüge am Wochenende oder abends 10 min. zum Vorlesen einer Geschichte nehmen.

  11. #10 Gast
    02.07.2010 01:19
    Eure Kinder wachsen ohne Geborgenheit auf.
    Sie haben sicher bereits jetzt grosse Defizite. Es ist erstaunlich, dass zwie Ärzte so ahnungslos von menschlicher Psyche sind.
    Lernt man das nicht im Studium?

    Meine Mutter war ''nur'' Verkäuferin und Hausfrau, aber wie man Kinder liebevoll erzieht, das weiss und wusste sie auch ohne Studium. Bin ich froh, dass ich keine Ärzte als Eltern hatte.

  12. #11 Gast
    02.07.2010 10:13
    Macht euch zuerst mal keinen Kopf. dass ihr "angeblich" so wenig Zeit für eure Kinder habt. Denn viele Vollzeitmütter verbringen oftmals weniger Zeit wirklich authentisch MIT ihren Kindern, sondern eher neben ihren Kindern her. Alles andere lässt sich regeln und einspielen. Ich denke auch, dass eine gebildete und wirklich arbeitende Mutter den Kinder mehr fürs Leben mitgeben kann als eine Mutter, die gelangweilt zuhause sitzt. Also lasst euch Freiräume einfallen, schreibt diese fest in den Kalender und bleibt hier verlässlich für eure Kinder. Als Ärzte sicherlich nicht einfach, aber versucht es. Viel Glück, das wird schon!

  13. #12 Gast
    02.07.2010 23:19
    ich als pädagogin kann dir sagen, dass es nicht gut aussieht.
    ihr habt noch ein kleinkind zu hause und ein kind, das zur schule kommt. ihr seid die eltern und seid für eure kinder die bezugspersonen. ihr fehlt den kindern, wenn ihr nicht da seid. was ist das für eine sitte, dass die kinder immer andren anvertraut werden? das kann mal eine ausnahme sein, aber doch keine regel. wie sollen denn die kinder später stabile bindungen aufbauen können, wenn sie nicht die möglichkeit bei ihren eltern bekommen? sie brauchen ihre eltern, um grenzen auszustesten, aber auch um euch kennenzulernen. das heißt im klartext: wie reagiert mutti, wenn...? wie wird papa reagieren? sie müssen erwartungshaltungen entwickeln können, aus deren ausgang sie lernen können.
    rituale sind das a und o. wie sehr kinder es genießen mit ihren eltern (beide) zusammen zu essen und sich auszutauschen. das ist doch mehr als bloße nahrungsaufnahme. rituale geben kindern sicherheit, vor allem kleinkindern, die noch kein gefühl für zeit haben. durch regelmäßige abfolgen lernen sie den alltag kennen und können sich in diesem rahmen ensprechend sicher verhalten. das widerrum stützt ihr selbstwertgefühl und -vertrauen. kinder brauchen die liebe ihrer eltern. die fremd-betreuung kann das nicht ersetzen.

  14. #13 Gast
    06.07.2010 13:43
    Hallo Fragesteller,

    Eure Zeit ist so knapp, reicht für die Kinder nicht aus - was um Himmels willen macht Ihr dann noch Internet?? In einer Partnerbörse???

    Alles eine Frage der Prioritäten?

    Ihr habt einen höchst verantwortungsvollen Beruf, in dem Ihr mit viel Wissen und Kompetenz anderen Menschen helft - das geht nicht, wenn man kein Gefühl für die grundlegenden Bedürfnisse von Menschen hat!
    Wo ist Euer Gefühl für die grundlegenden Bedürfnisse Eurer Kinder??
    Welches Gespür für die Bedürfnisse der Menschen, denen Ihr beruflich helfen wollt, habt Ihr??

    In Eurer Abwägung Karriere - gegen Zusammensein mit Euren Kindern - hat eindeutig die Karriere gewonnen. Ihr habt Eure Prioritäten eindeutig gesetzt!

    Wie geht es Euch damit, dass Eure Kinder alle für sie bedeutsamen Situationen mit von Euch dafür angestellten Menschen erleben - mit diesen Menschen ihre Erlebnisse teilen und Ihr nur ab und an von den Fortschritten Eurer Kinder Notiz nehmt? Fehlt Euch da gar nichts??

    Ihr habt Kinder in die Welt gesetzt und seit in der Lage, Menschen zu bezahlen, die für sie sorgen (sie brauchen also nicht in die Kindermassenabfertigung). Es erstaunt mich, dass Ihr erst jetzt anfangt, Euch solche Gedanken zu machen.

    Keinen Moment, den Ihr bei der Entwicklung Eurer Kinder verpaßt, könnt Ihr nachholen - auch mit noch so viel Geld oder Fortschritten auf der Karriereleiter nicht. Ihr bezahlt Eure Karriere teuer - nein, da Ihr nichts zu vermissen scheint - bezahlen Eure Kinder Eure Karriere teuer. Zeit für die Neusetzung von Prioritäten - wie wär es, wenn Ihr dem wertvollsten, das Ihr je haben werdet, auch etwas von Eurer Zeit schenkt? Fest eingeplant!

  15. #14 Gast
    16.07.2010 11:22
    Hallo FS, mach Dir nicht so viele Gedanken. Ich denke, Kinder brauchen vor allem viel Liebe. Ihr lebt Ihnen doch vor, dass man seinem Beruf nachgehen kann, Verantwortung trägt und ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft ist. Das ist wahrlich auch etwas wert.

    An alle, die meinen, man kann einfach mal so reduzieren und bei 75% Arbeit mit einem dreiviertel Einkommen leben: Schlaraffenland! Wenn das immer so einfach wäre. Manchmal geht das, manchmal aber auch nicht.

    Was das "pünktliche" Erscheinen am Abend betrifft: Als Arzt kann man nicht einfach sagen, jetzt ist meine Schicht zu Ende, lieber Kollege nähen Sie mal zu, ich geh jetzt.

    Rituale sind wichtig. Dazu braucht man aber nicht immer die gleichen Personen. Eure Kinder werden geliebt und waren gewollt! Damit haben sie sehr viel mehr als viele andere!

  16. #15 Gast
    19.07.2010 14:18
    Ich bin Single-Mama, berufstätig mit 2 Jobs und Pferd, was mein Kind nutzt, und wir haben sehr viele Rituale, die wir gemeinsam pflegen.

    Man muss halt gut organisieren können, Prioritäten setzen können und sich überlegen, was man im Leben will. Viel Geld verdienen, Karriere machen oder lieber kleine Brötchen backen und dafür ein ruhiges Gewissen haben, was das Kind betrifft, was die Zeit für den Ehemann betrifft und damit auch eine gewisse Lebensqualität, die sich halt nicht am Geld festmacht, schafft. Übrigens, ich habe auch studiert.

    Fraglich ist, ob beide Elternteile, wenn sie dazu noch Ärzte sind, Vollzeit arbeiten müssen. Interesanter Weise gibt es ja genug Ärzte, die nur Teilzeit arbeiten können/wollen. Sind mir jedenfalls oft über den Weg gelaufen, wenn ich beim Arzt oder im Krankenhaus war.

    Ich denke, im Fall der FS hätte man sich früher darüber Gedanken machen müssen, was man macht, wenn Kinder da sind.

    Die Folgen der "ständigen" Abwesenheit der Eltern werden sich sicherlich bald zeigen und dann wird man erst schauen können, ob es gut ging oder nicht.

    zu #13 Du hast es gut auf den Punkt gebracht. Was machen die FS hier, um ihre Frage zu stellen? Haben die nichts zu tun?

  17. #16 Gast
    22.08.2010 09:03
    Hallo,

    ich bin alleinerziehend und vollberufstätig. Sehe mein Kind eigentlich nur morgens vor der Schule und abends beim ins-Bett-gehen. Uns bleiben nur noch die WE's, die ich mir auch noch mit dem KV teilen muß. Aber ... mein Kind zeigt mir schon, ob es ihm gut geht oder nicht. Und das Beste, was ich dann machen kann, ist, darauf zu reagieren. Mein Kind mußte unterschiedliche Regeln lernen...welche, die bei Mama gelten und ganz andere beim Papa, die Verwöhnung durch die Großeltern und Tanten und die Strenge des Horts. Wirklich verloren, war es nur in der Schule - trotz toller und vieeeler Regeln. Da gab es einfach keinen, der sich wirklich um die Kinder kümmert. Es sind zu viele Kinder und zu wenige Lehrern.
    Aber...ich glaube, bei Euch ist eher das Problem Euer schlechtes Gewissen, welches Ihr gar nicht zu haben braucht. Ihr tut Euren Job, helft vielen und es ist fantastisch, dass es Leute wie Euch gibt! Und Kinder sind sehr klug und verstehen es recht schnell und..ja, sind stolz auf ihre Eltern. Ihr müßt nur immer mit ihnen im Gespräch bleiben.
    Viel Erfolg dabei!

  18. #17
    22.08.2010 13:18
    @ #16:

    Oje oje! Du kannst dir deine Situation erschreckend erfolgreich schön reden.

    Mit tut dein Kind wirklich Leid, denn deine Lebenssituation ist schon SEHR extrem und deshalb garantiert nicht gut für dein Kind! Es braucht die Geborgenheit und Sicherheit, Rituale Und Wertevermittlung vor allem bei sich zu Hause, in der Familie, am besten natürlich mit Vater und Mutter.
    Kann es hier erstmal Urvertrauen und Stabilität erlangen, wird es problemlos auch mit ungünstigen Voraussetzungen in der Schule klar kommen. Dort sei "keiner, der sich wirklich um die Kinder kümmert", bemängelst du. - wie dreist!! Du erwartest von der Institution Schule genau diese individuelle Behandlung, die du nicht in der Lage bist (?), ihm zu geben.

    Nein, in erster Linie bist DU, als Mutter, für das seelische Wohlergehen deines Kindes zuständig!

  19. #18 Gast
    22.08.2010 20:33
    Hallo Angela,
    die Situation ist nicht extrem. Das ist die Realität der meisten Alleinerziehenden, die alleine ihre Brötchen verdienen müssen. Wie das mit der Erziehung zu vereinbaren ist, das wird natürlich schön totgeschwiegen. Ich verbringe jede freie Minute, die mir zur Verfügung steht, mit meinem Kind und lasse mir nicht vorwerfen, die Verantwortung abzudrücken. Wenn Du andere Erfahrungen mit der Schule gemacht hast - schön für Dich. Bei uns ist es aber nicht so. Du hast nicht das Recht, mich zu verurteilen. Du steckst nicht in unserer Situation.
    Schlimm ist, den Eltern, die einen so verantwortungsvollen Beruf wahrnehmen und sich bemühen, den Spagat zwischen der Familie und dem Beruf zu schaffen, schlechtes Gewissen einreden zu wollen, schreiben, dass sich später herausstellt, wie kaputt die Kinder werden usw. Das ist keine Hilfe.

  20. #19
    22.08.2010 21:34
    @# 18:
    Deine Situation kann ich sehr wohl nachvollziehen, ich weiß, wie schwer es ist, allein ein Kind groß zu ziehen.
    Trotzdem:
    Es sollte möglich sein, zum Wohle des Kindes kürzer zu treten, wenn es nur irgendwie möglich ist. Wenn du dein Kind nur morgens vor der Schule und dann erst vor dem Zubettgehen siehst, ist das für ein Kind eine Katastrophe!
    Dir mag diese Sichtweise keine Hilfe sein, kann sein! Ich sehe mich hier jedoch als Anwalt der Kinder.

    Mit der Schule habe ich bei meinen Kindern die gleiche Erfahrung gemacht, wie du. Aber eine Einrichtung wie Schule oder Hort, kann es einfach nicht leisten, sich um jedes Kind zu "kümmern". Das ist die Aufgabe der Eltern!

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