1. Frage:
    Gefragt am: 19.04.2011, 07:54 von Gast
    Mehr Liebesgefühle durch öfteres Miteinander?
    Ich habe da mal eine Frage: Sind Eure Verliebtheits- und Liebesgefühle abhängig von der Häufigkeit Eurer Wiedersehen? Kurz zu mir: Mein Partner u ich sehen uns sehr selten, manchmal nur 1x die Woche und 1x für höchstens 1-2Stunden inklusive seiner Kinder. Das geht schon lange so. Ich merke nun bei mir, dass ich eigentlich keine richtigen Liebesgefühle für ihn mehr habe, bin nicht verliebt, im Gegenteil macht er mich schon aggressiv, fast so, als würd ich ihn in einer Form "hassen", weil er so wenig Zeit für uns hat. Es kommt dazu, dass er natürlich noch der Typ ist, der sehr rational unterwegs ist, ich weiß er liebt mich, aber zeigen kann er es kaum und die drei Worte aussprechen oder mal schreiben, kommt so gut wie gar nicht vor. Aber sicher ist, dass er auf mich steht und mich auch liebt, das weiß ich. Aber wie ist es bei Euch, verändern sich Eure Gefühle, wenn ihr den Partner kaum seht? Das würde mich sehr interessieren. w/43
    Antworten:
  2. #1 Gast
    19.04.2011 09:04
    Das ist zu wenig. 1 x pro Woche (Tag/Nacht?) und 1 x 1-2 Std. inkl. Kids? Nein danke, dann lieber keinen Mann und frei für Neues. Natürlich wächst das Liebesgefühl mit der Häufigkeit, insbesondere, wenn es ein positives, angenehmens, glückliches Miteinander ist. Wer gemeinsame Erlebnisse hat, wird vertrauter. Telefoniert ihr viel? Scheint mir alles nicht so. Wie lange spielst du das Spiel schon mit? Ich kann dich verstehen, dass da nichts mehr ist, bzw. in Aggression sich wandelt.

  3. #2 Gast
    19.04.2011 09:17
    Das wäre für mich keine Beziehung, zumal von deiner Seite sowieso die Gefühle fehlen. Warum bist du überhaupt noch mit ihm zusammen? Ohne Gefühle kannst du dir jeden x-beliebigen Mann suchen!

  4. #3 Gast
    19.04.2011 09:20
    Ja, das kenne ich - selbst so ähnlich schon erlebt.
    Du schreibst, dass er dich liebt, auch wenn er es nicht sooo deutlich zeigen kann - was durchaus der Fall sein kann.
    Allerdings "kontrolliert" und begrenzt er die Zeit des Zusammenseins, des gemeinsamen Erlebens und damit die Beziehung. Damit wird er zum Überlegenen und du zur Unterlegenen. Du richtest dich nach dem, was von seiner Seite möglich ist. Das macht dich auf Dauer unzufrieden und auch aggressiv. (Habe ich auch so erlebt). Das heisst nicht, dass du ihn nicht liebst, sondern dass deine Gefühle überdeckt sind von der unerfüllten Sehnsucht, dem Wunsch nach mehr, dem Wunsch nach Gemeinsamkeit und Zärtlichkeit, der Perspektive auf ein "Wir".

    Die Zeit mit seinen Kindern fällt dabei rein rechnerisch nicht ins Gewicht, denn es ist keine Zeit von Zweisamkeit. Also bleibt euch 1 x die Woche für Zweisamkeit. Das war mir auf Dauer zu wenig. Ich bin immer mehr in das Gefühlschaos zwischen Depression und Aggression gerutscht. Da hilft aus meiner Sicht nur Reden, ihm offen sagen, dass es dir nicht reicht. Ich wünsche dir, dass er sich, wenn er sieht, dass du es ernst meinst, um mehr Zeiten der Gemeinsamkeit bemüht und dies sich auch dauerhaft realisieren lässt. Falls nicht: ziehe dich zurück und gehe in dich. Horche in dich, ob du das (diese Situation) willst und gut damit umgehen könntest, wenn du dich weniger von seinen Zeitfenster abhängig machen würdest. Wenn du dein Leben und deine Zeit wieder selbst gestaltest, kommst du aus der Rolle der Unterlegenen heraus. Und das könnte dich eventuell wieder attraktiver für ihn machen. Falls nicht, dann könnte das das Ende eurer Beziehung sein, weil ihr nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt.

    Ich drücke dir die Daumen !

  5. 19.04.2011 09:25
    Ja, gerade in der Kennenlern- und Verliebtheitsphase ist häufiger Kontakt das, was die Nähe aufbaut, das Vertrauen bildet, die Verliebtheit fördert. Man muss viel zusammen erleben, Abenteuer bestehen, füreinander da sein, zusammen machen, um zusammenzuwachsen.

    Frisch verliebte Pärchen wollen alle möglichst viel Zeit zusammen verbringen, jede Minute, jede Berührung ist kostbar, sie plaudern endlos, begehren sich, wollen sich nahe sein. Das ist natürlich und normal und einfach so gedacht.

    Eine "Beziehung" kann man das, was Du da hast, gar nicht nennen. Das ist quasi nichts. Unter solchen Bedingungen entsteht keine nahe, vertraute Beziehung.

  6. #5 Gast
    19.04.2011 11:11
    Ach vielen Dank für Eure Meinungen, das tut mir jetzt wirklich so gut. Manchmal denk ich ja, dass ich nicht ganz dicht bin. Aber ich fühle mich immer mehr unlebendig, alles langweilig, immer nur warten, aber auf was?! Auf einmal wenn ich Glück habe zwei Stunden absolute Zweisamkeit. Ihm gefällt das ja alles auch nicht, aber manchmal denke ich, er hat eben seinen Fulltime-Job und seine kids und ja, da ist er voll beschäftigt. eigentlich hat der gar keine Zeit für eine Frau. Er ist auch nicht der Typ, der nur Sex will, aber er kommt mir so vor, als zieht er das halt so durch bis die Kinder aus dem Haus sind, aber das ist höchstens in 5 Jahren und soll ich das 5 Jahre mitmachen? Würde er euphorisch planen, es mir gegenüber kommunizieren, dass er mit mir mehr zusammensein will, zusammenwohnen, dann wäre da ein gemeinsames Ziel, klar sagt er dass es blöd so ist, aber er sitzt dann auch nur da wie ein begossener Pudel und sagt, hm ja was soll man da machen...und dann zählt er auf wie seine Lebenssituation ist und wie meine ist, also jeder von uns wohnt in einem Haus aber eben 35km entfernt voneinander, sein haus zu klein, meines ging, aber ich wohn aufm kaff und er i.d. stadt und es macht mich traurig und ich fühle mich ungeliebt und ja, ich fühl mich hingehalten, in der Warteschleife, dass er nicht auf die Idee kommt, zu mir zu ziehen, es zumindest mal in Erwägung zu ziehen. Boah, ich bin sowas von aggressiv auf den, immer mehr und nein, ich will als Frau nicht betteln, dass er mit mir zusammenziehen soll, ich will dass diese Idee vom Mann kommt, da bin ich halt altgebacken (ja, bin ja schon alt:-( ... ). Aber von ihm kommt nichts, er kotzt mich an, dann quatscht er immer total sachlich mit mir rum, nichts mit Sehnsucht oder sonst was, komm mir vor, als wären wir schon 20 Jahre zusammen, altes Paar und Zweckgemeinschaft mit höchstens 1x die Woche Sex, manchmal auch nur alle 2 Wochen. Also wenn ich jetzt so merke was ich da schreibe, dann klingt das doch echt grausam. Soll ich ihn konkret ansprechen wie er sich die nächsten Jahre vorstellt, ihn konkret fragen, was er denkt, plant, möchte? Ja, das werd ich wohl bald tun - so bald Zeit ist:-( live, Auge in Auge.

  7. #6 Gast
    19.04.2011 13:46
    Hallo FS, #5 - hier nochmal die #3:

    Ja, spreche ihn konkret an, wie er sich die nächsten Jahre vorstellt, was er denkt, plant, möchte.
    Absolut richtig !! Und möglichst bald (denn du kochst ja schon über...)

    Wenn er dir die Antwort gibt, dann rate ich dir, nicht gleich zu explodieren und die Beziehung zu beenden (habe ich nämlich gemacht :-( ), sondern dich mit der Antwort in Ruhe und alleine auseinanderzusetzen, dir zu überlegen, ob du damit umgehen könntest und ob das mit dem unter einen Hut zu bringen ist, was du willst.

    Falls deine und seine Vorstellung sich nicht vereinbaren lassen, dann wirst du diese Beziehung wohl beenden müssen.

  8. #7 Gast
    19.04.2011 14:51
    Nach dem, was du geschrieben hast; mach einen Schlussstrich. Eine liebevolle Beziehung sieht anders aus. Er hindert dich daran, den Mann zu finden, mit dem du deine Vorstellungen und Bedürfnisse leben kannst. Sei mutig. Habe keine Angst. Du bist noch jung. Du kannst den "Richtigen" noch finden. (w 60 und seit 8 Monaten mit dem "Richtigen" über Partnerbörse kennengelernt).

  9. #8 Gast
    19.04.2011 15:18
    Wenn du ihn konkret ansprichst, wird er die Beziehung beenden. Bei solchen Männern, wenn es überhaupt geht, funktioniert das nur behutsam. Jedoch - du bist schon so brassig auf ihn, da wird es schwer, sachlich zu bleiben.

    35 km sind kein Weg und ihr könntet viel mehr Zeit verbringen - auch ohne dass er zu dir zieht. Du willst das unbedingt, er möchte es auf keinen Fall. Euch hier anzunähern erfordert Toleranz, die ihr beide nicht habt.

  10. #9 Gast
    19.04.2011 16:27
    Liebe FS, ja, es macht aggressiv, wenn man vom Partner nicht die gebührende Wertschätzung bzw. das Gefühl, ihm ebenso wichtig zu sein, bekommt. Reden ist ein Schritt in die richtige Richtung. Um wirklich etwas in Eurer Beziehung zu verändern, muss er aber dafür offen sein. Das ist nicht garantiert, wie man herauslesen kann. Letztlich kannst Du nur nach Alternativen suchen, wie ein Leben, mit dem Du zufrieden bist, aussehen könnte. Auch ohne ihn. (w, 38)

  11. #10 Gast
    19.04.2011 17:17
    Liebe Fragestellerin,

    ja, Du sollst ihn konkret ansprechen. Formuliere Deinen Wunsch nach mehr Gemeinsamkeiten und mehr Zeit füreinander.
    Leben denn seine Kinder bei ihm?
    Ansonsten könnte er doch diese 35 km nach der Arbeit auch ab und zu mal zu Dir fahren. Das ist doch wirklich keine Entfernung die man nicht bewältigen könnte.
    Wie lange seid ihr schon zusammen?
    Ich lebe seit 2,5 Jahren in einer Fernbeziehung aber nicht allzu weit auseinander. Ich war in einer ganz ähnlichen Situtaton und verstehe, dass sich in Dir Gefühle wie Trauer, Sehnsucht und auch Agression aufbauen. Du fühlst Dich alleine gelassen, machst viel mit Dir selbst aus und denkst er hätte nicht die gleichen Bedürfnissse wie Du sonst würde er ja etwas ändern. Das muss aber nicht so sein. Warte nicht bis er kommt und Dir diesbezüglich Vorschläge macht sondern handle selbst. Du musst Deine Wünsche formulieren und ihm sagen was Du brauchst um glücklich zu sein. Mache selbst konkrete Vorschläge, z.B. dass ihr euch an bestimmten, festen Tagen seht und auch regelmäßig telefoniert. Sag ihm auch ruhig, dass sich Deine Gefühle für ihn verändern und Du oft traurig bist.
    Wie sieht es mit den Wochenenden aus? Habt ihr die gemeinsam? Mal bei Dir und mal bei ihm?
    Wie ist das Verhältnis zw. Dir und seinen Kindern? Hast Du selbst Kinder?

    Mein Partner hat sich sehr damit auseinander gesetzt als er gemerkt hat wie wichtig regelmäßiger Kontakt für mich ist. Er ist beruflich auch mehr eingespannt als ich und sein Sohn lebt zeitweise bei ihm. Trotzdem haben wir jetzt einen Weg gefunden mit dem ich sehr gut leben kann und inzwischen sind wir langfristig auf Wohnungssuche.

    Warte nicht einfach ab, tu etwas, auch für Dich z.B. einen bestimmten Tag in der Woche mit Freunden treffen, Sport machen, einen VHS Kurs besuchen...

    Ich wünsche Dir alles Gute!
    w49

  12. #11 Gast
    19.04.2011 17:19
    Liebe FS, da ihr wohl schon länger zusammen seid - könnte es evtl. sein, dass dein Freund eine Affäre hatte oder hat? Diese Indifferenz und mangelnde Klarheit seinerseits würde mich darauf schließen lassen - auch wenn er dir gegenüber vorgibt wenig freie Zeit zu haben (wegen seiner Kinder, Job usw.), also wohl auch 'keine Zeit' für eine Affäre. Ich kenne so eine Geschichte, die fast exakt auf deine Beschreibung passt, aus dem Bekanntenkreis: Ein Mann, sehr rational (auch aufgrund seines Jobs), gleichzeitig warmherzig, etwas schüchtern fast, sehr intelligent, kein Typ, der nur auf Sex oder Selbstbestätigung aus ist. Seine Freundin sieht er gelegentlich, besucht sie mit seinen beiden Kindern, bei ihr zu Hause spielt sich so gut wie nichts ab - wie hier schon erwähnt wurde: Er steuert bzw. "kontrolliert" Nähe und Distanz in der Beziehung, mit dem Vorwand, dass Kinder und Job dies nicht anders hergeben. Dieser Mann begann eine Affäre, berichtete, dass er (aus diesem Grund) seine Beziehung, sein Leben "überdenken" müsse, alles sei festgefahren, wenig änderbar, die Kinder hätten oberste Priorität. Diese Affäre von ihm ist etwas über ein Jahr her. Ich habe ihn mal angesprochen, ob er zu Entscheidungen gekommen ist, ob er mit seiner Freundin gesprochen oder sich Rat bei einem Freund geholt hat - NICHTS ist geschehen, Alles lief weiter wie bisher.
    Versuche mit ihm zu sprechen - viel Glück dabei! Ich denke, dass du ihm höchstens ein "ich weiß nicht so recht" oder "keine Ahnung" entlocken kannst. Du bist ja schon innerlich auf Distanz gegangen, er macht dich sogar aggressiv ... ein alt bekannter Mechanismus der Projektion: Wer, aus welchem Grund auch immer, selbst nie (angemessene) Wut/Ärger o.ä. zeigt projiziert dies (unbewußt) auf sein direktes Umfeld. Das ist ihm bei dir ja schon gelungen, leider...
    Denke gerade an einen alten Aphorismus von M. von Ebner Eschenbach: "Ein Mann ändert eher das Antlitz der Erde als seine Gewohnheiten."
    Noch etwas (hat mir auch ein Mann gesagt!!): Männer lügen am häufigsten aus Bequemlichkeit, nicht aus einer existenziellen Not heraus. Ist er vielleicht einfach nur 'bequem'?

  13. #12 Gast
    19.04.2011 19:30
    Das hat keinen Sinn mehr, so wie du es schilderst, FS. Es wird darauf hinauslaufen, dass er sich trennt, wenn du das Gespräch suchst (#8) und Männer wie in #11 beschrieben tauchen hier nicht ohne Grund immer wieder auf. Das was ihr habt, ist keine Beziehung. Das ist viel zu wenig - Nähe vs. Distanz hin oder her. Das ist bestenfalls eine für ihn bequeme Affäre, aus der er sich das Beste "herausfischt".

  14. #13 Gast
    19.04.2011 23:14
    Diese Treffen sind eindeutig zu wenig und hat mit einer Beziehung im klassischen Sinn, wenig zutun - Nähe bindet doch auch - er kontrolliert Dich auch, durch die seltenen Treffen, die von ihm ausgehen. Ich würde Dir raten, dass Du Dich auf lange Sicht trennst, ich denke nicht, dass sich Eure Situation durch ein Gespräch ändern wird. Für mich hört sich das stark nach "Affäre" an.

    w

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