1. Frage:
    Gefragt am: 25.06.2010, 13:29 von
    Privatsphäre bei gemeinsamer Wohnung?
    Vorausgesetzt man lebt in einer langjährigen, dauerhaften, stabilen Partnerschaft und wohnt in einer gemeinsamen Wohnung (oder Haus). Wie viel Privatsphäre habt Ihr Euch dabei bisher erhalten, d.h. gab es Bereiche (Schubladen, Zimmer, Akten), die Euer Lebenspartner nicht öffnen oder einsehen durfte? Wie habt Ihr diese Bereiche definiert und kommuniziert? Was war wirklich dort drin? Musste es geheim bleiben oder war das eher nur ein psychologischer Wert für Euch? Muss es in einem gemeinsamen Haus wirklich private Bereiche für die einzelnen Partner geben? Könntet Ihr Euch ein Leben ohne "geheime Zonen" vorstellen?
    Antworten:
  2. #1 Gast
    25.06.2010 13:35
    Unabhänig davon, dass ich nichts zu verheimlichen habe, kann ich mir ein Haus ohne geheime Zonen vorstellen.
    Mein Mann hat sein Zimmer/ ein Arbeitszimmer mit PC, Akten und Persönlichem.
    Meine Sachen sind überall verteilt (ausser in seinem Zimmer). Ihn interessieren meine Sachen überhaupt nicht (oder ich hab noch nie was bemerkt)
    Ich denke, wenn man sich füreinander entschieden hat, dann sind Dinge, die ihm oder mir oder uns gehören zweitranig.
    Wichtig ist und bleibt, dass sich jeder mal zurückziehen kann und muss. Er tut das (ich auch allein ins Schlafzimmer, da ja kein eigenes Zimmer :-)) und fahren damit ganz gut.
    w/37

  3. #2 Gast
    25.06.2010 13:39
    Handy, Briefpost, PC (Mails) sind tabu. Auch alte Sachen wie alte Liebesbriefe, Fotoalben usw. ebenfalls tabu, außer der Partner zeigt es von sich. (Fotoalben)

    aktuelle Kontoauszüge sehen ok, Kontovollmacht für Privatkonto - nicht notwendig, wenn man ein Haushaltskonto hat, aber keine Macht über Geheimnummern - ebenfalls tabu.

    Ich persönlich möchte nicht, dass in meiner Handtasche etwas vom Partner (oder auch von meiner eigenen Tochter) gesucht wird. Das ist meine Privatsphäre. Auch will ich alleine im Bad sein, ohne dass ständig jemand rein und raus läuft, zur Toilette geht oder etwas holt.

    Grundsätzlich ist es natürlich gut, wenn man von Anfang an die gleichen Werte hat - sonst eben freundlich aber bestimmt kommunizieren! Hat bis jetzt immer von Anfang an funktioniert. - und gilt deshalb gegenseitig!

  4. 25.06.2010 13:57
    Mein Reich, Ihr Reich..

    Grade hier sollte man ausreichend verdienen um sich eine "Doppelwohnung" leisten zu können.. da gibts Zimmer für jeden und Zimmer nur für einen.. mit steigendem Einkommen dann Häuser Grundstücke, Länder? ^^

  5. #4
    25.06.2010 15:26
    Bei mir gibt es in der von Dir beschriebenen Partnerschaft keine geheimen Zonen. Vertrauen ist das Fundament jeder innigen Beziehung und insofern darf mein Partner alles von mir anschauen und lesen. Schon zu Beginn "private" Bereich zu definieren käme absolut nicht in Frage. Die sind vorhanden, solange man getrennt wohnt, aber zerfallen mit dem Zusammenziehen.

  6. #5 Gast
    25.06.2010 17:18
    Ich habe zwar keine Geheimnisse, aber als ich mal meinen Ex-Mann erwischt habe, als er in meinem Schreibtisch gestöbert hat, gab es ziemlich Ärger. Ich möchte auf geheime Ecken verzichten können, aber private Post, mails oder auch meine beruflichen Unterlagen sind meine Sache und ich möchte diese Privatsphäre auch ohne vorherige Regelung für mich in Anspruch nehmen.
    Mich haben die Akten meines Ex auch nicht interessiert und ich habe seine Privatsphäre auch respektiert.
    Auch wenn es nur ein Brief meiner alten Schulfreundin ist - es ist MEIN Brief und wenn ich ihn vorlesen möchte, werde ich das auch tun. Einfach lesen, das geht nicht.

  7. #6 Gast
    25.06.2010 18:30
    Ich bin sehr streng mit meiner privaten Buchhaltung (Rechnungen, Finanzamt, Gehaltszettel, Versicherungen) und habe alles fein säuberlich in Ordnern. Die haben einen bestimmten Platz. Da sind keine Geheimnisse drin, aber die dürfen nicht weg gerückt werden :-)
    Und ich habe immer die Nähe zu meinen Partnern geliebt, jedoch war ich auch mal froh, wenn ich die Wohnung mal einen Abend allein hatte. Betonung auf "mal"! :-))) Bis jetzt habe ich nie in einem so großen Haus gewohnt, als dass extra Zimmer in Frage gekommen wären, weiß nicht, ob ich das wollte.
    Post, E-mails, Handy usw sind für den Partner TABU. Ich kommuniziere mit ihm ja eh alles (ach schau, schon wieder die KK-Abrechnung, ach wie nett, eine SMS von xxx). Aber den Respekt erwarte ich mir, dass er nicht von selbst an diese Dinge geht. Mach ich ja auch nicht.
    Neben dem Bett meine eigene Krims Krams Schublade muss sein und im Bad zwei Waschbecken. Mehr Ansprüche hab ich nicht.
    w.29

  8. 25.06.2010 19:26
    Meine eigene Meinung zum Thema:

    Also mein Computer insgesamt ist immer Tabu gewesen, weil sich da Privates, Berufliches und Vertrauliches mischt, eben auch Dinge bewahrt werden aus vergangenen Beziehungen. Das hat bisher jeder akzeptiert. Wer hat heutzutage schon keinen eigenen Rechner? Ich gebe zu, da bin ich eigen.

    Aber ansonsten darf jeder an alles ran, an Kontoauszüge, Versicherungsunterlagen etc sowieso. Ganz im Gegenteil zeigt man das doch gerade seinem Lebenpartner für den Fall der Fälle. Also da ist Vertrauen und Offenheit einfach Pflicht.

    Mir würde es schon etwas merkwürdig vorkommen, wenn man in der eigenen Wohnung nicht an alle Schränke, Schubladen, Zimmer oder so dürfte.

  9. #8 Gast
    26.06.2010 14:22
    Also,
    grundsätzlich darf mein Partner alles öffnen, wenn er etwas braucht. Aber ich fände es doch befremdlich, wenn er mein Handy und meine Email "kontrollieren" würde.

    Nur bei meiner Handtasche würde ich gern vorher gefragt werden. Es ist nichts geheimes drin, aber irgendwie...naja, Handtaschen sind halt sehr persönlich, finde ich. Die "Survival-Kits" der Frau irgendwie, mit Kosmetik, Tabletten, Tampons, Notizzetteln und Timer, Portmonnaie mit allen Karten und Ausweisen. Da sollen andere nur ran, wenn ich es vorher erlaube.

    Auch sonst sind meine Akten/Unterlagen nicht geheim, aber es soll niemand durcheinander bringen.

    w

  10. 26.06.2010 19:38
    Natürlich hatte jeder meiner bisherigen Partnerinnen einen abschließbaren Schrankteil für sich, und ich habe da mit dem Zweitschlüssel nur in ihrer Abwesenheit nach dem Rechten gesehen. Die Rufnummern der abgehenden Gespräche und sms kann ich der Telefonrechnung entnehmen, muss also nur die angekommenden Sachen in ihrem Handy nachsehen. Dass ich mich davon überzeuge, ob ihre vom Haushaltsbudget bezahlten Slipeinlagen tatsächlich so teuer gewesen sind, kommt nicht regelmäßig vor. Der Sender an ihrem Auto funktioniert besonders in Innenstädten leider nicht immer. sms-Abkürzungen verstehe ich besser, seit ich mir ein Büchlein mit den gängigsten gekauft habe. Nur was sie im Schlaaf redet bekomme ich leider nicht immer mit, weil ich mitunter gerade dann selber schlafe.

  11. #10 Gast
    26.06.2010 22:39
    @9
    also meine ex hat im schlaf immer so undeutlich geredet, dass ich es auch nicht verstanden habe, wenn ich wach war.
    sie brauchte auch ihre eigenen schubladen, na gut, in den meisten schubladen der wohnung waren nur sachen von mir drin, die sie natürlich hätte anschauen dürfen. aber wenn ich einfach so im falschen bett gelegen bin oder meine finger in ihrer schublade oder so hatte, mochte sie das nicht. komisch.

  12. 28.06.2010 00:10
    Posting 2 gibt meine Einstellung weitgehend wieder:

    Tabu sind: mein Schreibtisch samt Rollcontainer, meine Post (Mails, Briefe), meine Handtasche, ein paar Schukartons mit alten Erinnerungen und persönlichen Notizen.

    Was die finanziellen Dinge betrifft, so sollte in einer Partnerschaft schon klar sein, wer wie viel verdient und wie damit umgegangen wird. Das Einkaufsverhalten muß kompatibel sein oder kompatibel gemacht werden.

    Nachschnüffeln nehme ich übel, höfliches Fragen nicht. Ich möchte ausdrücklich keine zwei Waschbecken, aber den Toilettengang absolviere ich doch lieber alleine.

  13. 28.06.2010 12:57
    Bei uns ist alles für jeden offen.
    Wir beide gehen aber jeweils nicht an die Unterlagen des anderen, oder zumindest nicht eigenständig und/oder ohne Grund.
    Er hat mich schon beauftragt etwas bei ihm zu suchen, das tat ich dann, befand mich aber in einem fremden Gebiet.
    Er darf auch an alles gehen, tut er aber nicht.
    Die PC`s lassen wir uns gegenseitig auch in Ruhe.
    Kommuniziert haben wir das nie. Das war von Anfang an so.

    Da wir nahezu die gleiche Körpergrösse haben, kommt es schon mal vor, dass er eine lange Unterhose im Winter aus meinem Schrank gezogen hat, weil er keine mehr hatte, aber schnell weg musste. Das ist alles kein Problem, nur dauerhaft machen wir das nicht.

    Wir haben keine getrennten Räumlichkeiten, es gibt genug Räume in denen jeder sich zurückziehen kann, wenn Bedarf besteht.
    Wenn z.B. einer von uns aus dem Bad kommt, dann weiss derjenige nicht wo der andere ist und so suchen wir uns erst mal. Ich glaube, dann ist mit Sicherheit genug Platz vorhanden.

    Geheime, definierte Zonen finde ich merkwürdig und würde uns beiden nicht gut tun. Bei uns gibt es ein gegenseitiges Urvertrauen, das macht Nachschnüffeln überflüssig. Wir beide nehmen es mit der Ehrlichkeit zueinander sehr ernst. Von daher können wir uns beide entspannt zurück lehnen.

  14. #13 Gast
    28.06.2010 17:24
    Ja, es gab Privatsphäre und das möchte ich auch künftig.
    Das hat nichts mit geheimen Zonen und "verbotenen" Schubladen zu tun. Langfristige gemeinsame Partnerschaft heißt, dass man Versicherungen, Verträge aller Art gemeinsam berät und abschließt. Was vor der Partnerschaft abgeschlossen und nicht während der Partnerschaft geändert wurde, ist erst mal Privatsphäre, die man per Vertrauen öffnet.
    Kontoauszüge o.ä, zu einem Konto, für das nur ich berechtigt bin, sind Privatsphäre, sonst kann ich es auflösen. Erinnerungen aus früheren Partnerschaften, anderes Vertrauliches sind Privatspäre, und das habe ich nicht nur auf einem Rechner. Ich lasse dies nicht offen liegen.
    Es wundert mich sowieso, dass manche etwas aus vergangenen Beziehungen aufbewahren, wenn´s vorbei ist - alles weg, es gab ja schon Verfechter, alle Geschenke zu entsorgen.

    Man kann sich vertraulich abstimmen, "öffnet" sich und seine "Geheinmisse" früher oder später, doch herumschnüffeln und heimlich Einblick nehmen, widerspricht dem Vertrauen. Ich möchte auch ungestört telefonieren können.
    Ich möchte ein "geheimes" Plätzchen für Geschenke haben, usw. .. . Das solte man sich gegenseitig gewähren und respektieren.
    Mein Ex. hatte vieles weggeschlossen und mich belogen und betrogen, die relevanten Dokumente und Kontoauszüge hatte er immer bei sich oder außer Haus. Wer also etwas zu verbergen hat, wird ohnehin doch wohl so clever sein, es nicht zu Hause zu haben. Eher würde mich diese übertriebene "Offenheit", die ggf. plötzlich eingeschränkt wird, misstrausch machen als eine respekierte Privatsphäre von Anfang an, da bedarf es keiner Definitionen. Wer lügen will, findet immer einen Dreh - daher halte ich manches Argument für reichlich naiv.
    Die Wurzeln übler Spielchen sind doch mangelndes Vertrauen und die Absicht, der Vorsatz, dem Partner zu betrügen, und nicht diese
    Privatsphären.
    w, 51

  15. 28.06.2010 17:43
    Ich bin wohl ungewohnt offen eingestellt und auch erzogen worden. Für mich gibt es für eine Partnerschaft unter den in der FS gestellten Voraussetzungen keine geheimen Zonen.
    Für mich ist das auch die Grenze zwischen Partnerschaft und Affäre. Bei einer Affäre teilt man nur Körper (und Geist), aber hat seine Privatsphäre in materiellen Dingen, in einer Partnerschaft teilt man auch diese.
    Ich habe und hatte nie das Bedürfnis z.B. die Handtasche oder eine Schubblade mit den Sachen der Partnerin zu durchstöbern, aber ich finde es trotzdem komisch wenn damit ein Problem bestehen sollte. Irgendwie war das nie ein Thema bei mir, vielleicht auch, weil ich da wo ich nichts zu suchen habe auch nicht stöbere. Aber wenn mir jetzt eine zukünftige Partnerin sagen sollte, ich habe von der und der Schublade fern zu bleiben, oder ich darf nie an ihren PC, oder ganz extrem ist der Wunsch nach zwei Waschbecken, dann hätte ich damit wohl ein Problem. Ich würde mich wohl fragen warum? Bin ich nur eine Zwischenlösung, der man nicht alles sagen oder zeigen kann? Sollte ich vielleicht etwas wissen? etc.

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