Thema: Sexualtherapie gescheitert?
- Frage:
Sexualtherapie gescheitert?Ich liebe meinen Partner sehr. Er ist 45, ich 49, wir sind seit einem Jahr zusammen (wohnen getrennt), sehen uns aber fast täglich. Es könnte eine tolle Beziehung mit Zukunft sein, wenn da nicht die Unstimmigkeiten im sexuellen Bereich wären. Mein Freund will am liebsten täglich Sex, ich nur 2-3 mal die Woche. Mittlerweile bin ich schon in einer Abwehrhaltung, wenn er mich nur küsst oder in den Arm nimmt. Dann dauert es keine 2 Minuten und er langt mir an Busen oder zwischen die Beine und will mehr. Gespräche waren sinnlos, er sagt, dass ihn schon küssen so erregt, dass er mit mir schlafen will. Das ist leider dann oft 5-Minuten-Sexbis er kommt und ich habe nichts davon.
Ich hatte ihn überredet, eine Paarberatung zu machen, er ging widerwillig mit, da er das Problem nur bei mir sieht. Der Berater schlug vor, mit einer Abmachung für 14 Tage ganz auf Sex zu verzichten. Also zwar viel Körperkontakt, kuscheln, küssen, aber kein sexuelles Streicheln oder mehr. Damit ich überhaupt körperliche Berührung wieder zulassen kann. Mein Freund hielt sich 3 Tage an die Vereinbarung, dann wollte er Sex und meite, nur deshalb würden wir ja die Therapie machen.
Ich bin verzweifelt und ratlos. Kann jemand helfen?Antworten: -
Das Problem ist mir nicht ganz fremd (w/42). Es hört sich so an, als hätte dein Freund nie gelernt, dass beide beim Sex genießen wollen. Es geht ihm rein um seine Befriedigung. Ich persönlich finde 2 - 3/Woche nicht wenig, du verweigerst dich ja nicht komplett, und kann dich da gut verstehen, dass du dich unter Druck gesetzt fühlst. Gerade, wenn er wohl einer von den Männern ist, die Vorspiel auf die primären Geschlechtsorgane reduzieren.
Ich finde es schwierig, hier etwas zu raten, da er ja offenbar beratungsresistent ist und alles tut, um zu vermeiden, dass er sich mal mit seiner Männerrolle in der Partnerschaft auseinandersetzen muss. Ich fürchte, er würde, würden deine Forderungen nach mehr Emphatie lauter, nicht verstehen. Weil er einfach die Rolle spielt, die er als die eines "ganzen Mannes" gelernt hat. Rücksicht auf die Wünsche der Partnerin zu nehmen, war da offenbar nie ein Thema. Denn es geht ja, wie du schreibst, nicht nur um die Häufigkeit, sondern auch um die Qualität des Sex.
Auf Dauer, fürchte ich, wird sich das immer weiter zuspitzen. Ob du noch einen Weg findest, mit ihm zu sprechen, musst du für dich entscheiden. Mich würde diese Respektlosigkeit mir gegenüber irgendwann abtörnen.
Wie war es denn bei dir in früheren Beziehungen? Hast du den Sex genossen, oder war das eher eine Pflichtübung für dich? War er von Anfang an so, oder könnte es sein, er weiß, dass du eigentlich keine Lust hast, und kommt dann schnell zur Sache, damit er dich nicht zu lange "behelligt"? Wäre auch noch ein Gedankenansatz.
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Ich glaube, du hast keine Lust, weil dein Freund ein schlechter Liebhaber ist. Sag ihm mal, dass du deshalb nicht willst, weil du bei ihm nicht auf deine Kosten kommst. Vielleicht macht er sich dann mal ein paar Gedanken.
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@ FS
hättest du denn öfter Lust auf Sex mit ihm, wenn er länger als 5 min durchhalten würde?
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Wenn er nicht mit weniger Sex zufrieden ist und du dich ja schon unwohl fühlst und ihm das ja egal zu sein scheint, gibt es keine Zukunft
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Leider, liebe Fragestellerin, muss ich auch dir sagen, was ich immer sage:
Jede Art von Paartherapie hat nur Sinn, wenn BEIDE sie wollen, wenn BEIDE sich an Abmachungen halten.
Dein Partner, so Leid es mir tut, hat nicht mal im Ansatz begriffen, worum es geht, und er will es auch nicht begreifen. Es interessiert ihn nicht. Deine Wünsche interessieren ihn nicht.
Und ich finde, das klingt nicht gut, erstens, was ihn selbst betrifft und den Umgang mit sich selbst, den Willen, sich weiterzuentwickeln. Zweitens, das habe ich schon gesagt, deine Wünsche sind ihm egal. Er ist überhaupt nicht daran interessiert, an der Partnerschaft zu arbeiten, mit dir gemeinsam etwas zu erreichen und mit dir gemeinsam etwas zu lernen und zu erfahren, was eure Partnerschaft bereichern könnte.
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Hmm, ist wohl dann ein Fall von Inkompatibilität hinsichtlich der Sex-Quantität.
Aber ich muss mal ganz ehrlich sagen: Also statt jeden Tag im Durchschnitt alle zwei Tage Sex ... das sollte ja selbst für einen Mann nicht ganz so schwer zu bewerkstelligen sein.
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Hier die FS. Danke für die hilfreichen Antworten! Zu euren Fragen:
Mir macht Sex eigentlich schon Spaß, hatte in früheren Beziehungen keine Probleme mit Partnern. Die waren aber auch mit 1-3 mal die Woche zufrieden. Zum Orgasmus komme ich nur durch manuelle oder orale Reize, nicht durch Verkehr.
Bei meinem jetzigen Freund fühle ich mich zunehmend zur "Matratze" für seine Lustbefriedigung degradiert.Er wirft mir vor, ich würde ihn nicht wirklich lieben, sonst hätte ich auch öfter Lust.
Es ist ja nicht IMMER nur 5 min, aber so jedes 2.Mal dch. Liegt dann auch an mir, wenn ich keine Lust habe und nur ihm zuliebe mitmache, bin ich auch nicht in Stimmung für längeren Sex.Ich forciere dann schon, dass er schnell kommt.
Und nein, ich hätte nicht täglich Lust auf Sex mit vollem, langem Programm. Ich kann momentan den Sex mit ihm nicht genießen, weil ich denke, der meint nicht mich und es ist nicht Liebe, dass er mit mir schlafen will, sondern es geht nur um seine Lust. Er sagt dagegen, Sex sei seine Weise, mir seine Liebe zu beweisen.
Verfahrene Geschichte, oder? Zum Paartherapeuten will er auch nicht mehr, sei eh sinnlos.
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Irgendjemand im Forum hat kürzlich den schönen Satz geschrieben: "Ein Mann liebt, wenn er begehrt. Eine Frau begehrt, wenn sie liebt". Habe ich mir auch zu Herzen genommen, weil mein Freund auch mehr Sex haben möchte als ich. Das hat mir geholfen, und offenbar ist dein Freund genauso gestrickt. Seine Aussage, er würde dir dadurch seine Liebe beweisen, ist also nicht unsensibel gemeint, sondern er meint das wirklich so.
Im Unterschied zu meinem Freund, der sich viel Mühe gibt, dass es mir auch Spass macht und auch mal verrückte "Forderungen" stellt, um mehr Schwung in die Sache zu bringen (in meinem Sinne), ist deinem aber offenbar dein Wohl völlig egal. Ich hatte weiter oben schon geschrieben, er gehört offenbar zur zähen Gattung der Männer, die immer noch das Männerbild in alten Western leben.
Sex ist so ein wichtiger Baustein in der Partnerschaft. Ich habe Angst, du wirst irgendwann den Respekt vor ihm verlieren, wenn nicht schon passiert, wenn er dich weiter so behandelt. Umgekehrt hat er vor dir ja erst gar keinen Respekt. Eine gute Basis ist das nicht.
w/42
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Ihr müsst dann eben ohne Therapeuten viel miteinander reden. Vielleicht bei regelmäßigen Ausflügen, wo er - weil in der Öffentlichkeit - gar nicht mit sexuellen Annäherungen anfangen kann.
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Es tut mir Leid, dass sagen zu müssen, aber ich habe 100% das Gleiche mit meinem Noch-Mann erlebt und Du wirst davon ausgehen müssen, dass sich an seiner Unnachgiebigkeit nichts ändern wird.
Es ist 1:1 meine Geschichte: Ich war die lustlose, frigide Ehefrau, die therapiert werden mußte und er setzte mich jahrelang unter Druck.
Er war der potente, schnell kommende Ehemann ( weil er ja nicht so oft durfte, wie er wollte/ mußte).
Er lies sich widerwillig auf mein Drängen auf Paartherapie ein ( weil ich es ja nötig hatte)- wurde
abgebrochen.
Zur Sexualtherapie wollte er nicht, war ja "mein" Thema und brauchte er auch dann
irgendwann nicht mehr, weil er jetzt auch keine Lust mehr hatte, wie er sagte.
Einige Monate später hat sich dann auch für mich geklärt, warum. Der hatte eine Geliebte.
Er trennte sich dann von mir. Seit mittlerweile 2, 5 Jahren lebe ich wieder in einer Beziehung und habe mit meinem Partner ein wunderbares, erfüllendes Sexualleben- und dass, obwohl ich frigide bin....
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kannst du es so einrichten, dass ihr euch weniger seht?
- generell nur jeden 2. tag (oder wieviel du willst)
- ihn für 14 tage nicht sehen, um das für dich durch zu ziehen, was der therapeut euch empfohlen hat. das macht nämlich sinn.
du must zu aller erst mal für dich jetzt aus dieser rolle raus.
viel glück
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liebe fs,
ganz klar: das kannst du nicht lösen.
dein partner hat das zu deinem problem erklärt und sein ziel ist nur jeden tag zu dürfen, sein bedürfnis setzt er absolut, du bist instrumentalisiert und als nicht normal erklärt, wenn du nicht "mitmachst", was ihm ja reichen würde.
schau mal genau hin, in anderen lebensbereichen wirst du die entsprechung finden, sollte mich wundern, wenn nicht.
es tut mir leid für dich, aber jede sekunde, in der du überlegst, was du tun könntest ist verlorene lebenszeit.
alleine kannst du das nicht lösen und er sieht sich nicht in der verantwortung das zu lösen, deshalb gibt es keine lösung.
die frage ist nur, wie lange du das noch mitmachst, wie schlecht es dir noch gehen muss, bis du gehst (oder er sich eine willigere frau sucht...)
trenn dich, dir alles liebe
w
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Ich habe das auch einmal erlebt und weiss es ist nicht schön. So häufiger Sex, am besten jeden Abend zum Tagesausklang-obwohl es sonst wenig " Tag" gemeinsam gab.Eher das war mein Problem.Das löst keine Paartherapie, da steckte zu hoher Ehrgeiz auch dahinter.Und zu wenig Einfühlung für mich auf jeden Fall .
Ich sollte auch durch eine Paartherapie von meiner Unlust dazu geheilt werden, es hat natürlich nicht geklappt. Wir trennten uns räumlich, ich zog aus.Wir waren weiter eher eng befreundet, sahen uns, gingen gemeinsam in Urlaub. Jetzt war es wieder harmonischer, es war schön, am Ende eine Freundschaft.Aber der Zug mit dem Sex, der war bei mir weg.Ich habe mich letztendlich getrennt.
w51
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Das soll jetzt kein Angriff sein, aber man könnte genauso fragen, "Ihr beide macht die Therapie, damit er weniger Lust hat. Dafür lohnt es sich doch, ein paar Euros auszugebe. ...."
Die zwei passen wohl nicht zusammen was ihr sexuelles Verlangen angeht. Punkt aus Ende. Es ist doch nicht gesagt, dass sie mehr Lust haben muss oder er weniger Lust haben muss. Von einmal am Tag bis einmal im Monat ist in Beziehungen doch alles vertreten und wird nicht als total weltfremd angesehen. Wir reden nicht von 3x täglich. Auch dass soll es bei Paaren geben, auch wenn ich mir das nicht vorstellen könnte und mir 1-2x die Woche reichen würde. Ich habe lieber selten Sex dafür aber eine ziemlich lange Session.
Ich denke über kurz oder lang sucht sich dieser Mann dann ein Ventil für seine sexuelle Lust (Puff, Affäre) oder macht es sich (noch öfter) selbst.
M36
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