Thema: Therapie nach einer Trennung
- Frage:
Therapie nach einer TrennungHi zusammen, ich habe eine ziemlich schwierige Trennung hinter mir, die mir (wurde plötzlich verlassen), was mir komplett den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Mir erging es in den ersten Wochen damit dermaßen schlecht, dass ich den Schritt getan habe und mir psychotherapeutisch helfen lasse. Und habe gemerkt, dass es mir u.a. so schlecht geht, da ich selber einige ungelöste Probleme mit mir herumschleppe und nie wirklich die Verantwortung für mich selbst übernommen habe. Ich seh das Ganze also sehr positiv und glaube, es hilft mir, diese Trennung viel besser und nachhaltiger zu verarbeiten und gestärkt aus der Situation zu gehen. Wie seht ihr das? Gibt es ähnliche Erfahrungen? Schöne Grüße MontyAntworten: -
Lieber Monty,
Ich denke, du gehst wohl den richtigen Weg für dich. Häufig findet man ja auf der Partnersuche, Männer und Frauen, die eben ihre Beziehungsprobleme aus der Vergangenheit nicht verarbeitet haben und deshalb nicht wirklich offen sind für eine neue Beziehung oder sich - noch schlimmer - mit Vorurteilen oder vorgefertigten Meinungen in die nächste Beziehung begeben. Ungerechtfertigte Vorhaltungen oder Anschuldigungen werden dann die logische Konsquenz werden. Ich glaube, dass so ein "Reinigungsprozess" von Zeit zu Zeit immer mal nötig ist. Wenn du Hilfe dazu ziehst, spricht es für dich: du hast wohl richtig erkannt, dass du Hilfe von aussen brauchst. - Finde ich gut.
Ich bin immer im guten mit meinen Ex-Partnern auseinander gegangen. So muss ich sagen, dass ich eine Situation, wie du sie erlebt hast, nicht wirklich nachvollziehen kann.
Gruss
Aurelia
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Wie hast du es denn geschafft, so schnell einen Termin beim Therapeuten zu bekommen? ;-) I.d.R. sind Wartezeiten von 1 Jahr zu überbrücken...
Ansonsten volle Zustimmung.
Ich sehe im wesentliche 2 Variablen, die für die "Verarbeitungsfähigkeit" des ganz normalen Wahnsinns, der sich Leben nennt:
1. (Exakt) Die eigene Sozialisation inkl. ungelöster Probleme
2. Grad der Sensibilität
1 + 2 "addieren" sich, wobei ich der - ja nicht "lösbaren" Sensiblität eher etwas mehr Gewicht zuspreche. Folge: Der "Eisklotz" ohne großartige Probleme ist für die serielle Monogamie mit ihren ständigen Partnerwechseln am besten geeignet. Der/die Sensible mit ungünstiger Sozialisation hat laaaaange mit sich und der Welt zu kämpfen.
Sein/ihr Vorteil: Etwas zurückgezogen vom Schlachtfeld des Alltäglichen Drunter und Drübers bietet sich vielschichtige (Er)lebensmöglichkeit (auf die Frage nach den kleinen Freuden in einer anderen Rubrik könnte ich mit einer ellenlange Liste der Freuden antworten)... ;-)
In einem Punkt muss ich dir ein wenig die Hoffnung nehmen: Der/die Sensible wird leider immer überdurchschnittlich an den üblichen Gemeinheiten, Betrügereien etc., die nun einmal zum Menschsein zu gehören scheinen, leiden.
Ich weiß das. Ich bin nämlich selbst so einer. Therapie? Immer gerne wieder, wenn sich die Gelegenheit bietet. = Eine Investition in und für sich selbst. Und da du der Mensch bist, mit dem du dein Leben lang zusammen bist, eine der besten Investitionen überhaupt! ;-)
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siri
Lieber Fragesteller, du machst es genau richtig!
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Hier ist nochmal #1
@2: Danke für den Interessanten Beitrag.
Meine eigene Sozialisation (wenn du damit Freunde etc. meinst) ist eigentlich sehr gut, nur wohne ich seit 2 Jahren an einem anderen Ort und da hab ich mir bisher wenig aufgebaut (hatte ja meine Beziehung, in die ich viel investiert habe). Das hole ich jetzt nach. Ungelöste Probleme sind einige da, tja, und der Grad der Sensibilität ist bei mir sehr hoch. Was mir im Moment sehr zu schaffen macht, was ich "normalerweise" aber auch als Bereicherung für mich sehe.
Ich konnte übrigens so schnell mit der Therapie anfangen, weil ich das aus eigener Tasche zahle. Das Privileg habe ich, und ich denke es ist eine gute Investition.
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Zitat aus #'1: ... "immer im guten mit meinen Ex-Partnern auseinander gegangen" ...
Das ist das, was ich - #2 - meine:
Das Zitat klingt wie "macht doch nix". Aurelia schreibt ja auch selbst, dass sie eine Situation, wie du sie erlebt hast, nicht wirklich nachvollziehen kann. Ergo auch nicht den Schmerz, den "freien Fall".
Menschen wie Aurelia ziehen leichterdings weiter (eben: diverse Ex-Partner...). Irgendwie beneidenswert.
Sollten ich und die Fragestellerin zu den ganz wenigen (Kranken?) gehören, die Schmerzen empfinden?
Ich für meinen Teil bin jedenfalls die Aurelias ziemlich leid...
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Aurelia at 5:
Wenn man mit dem Ex im guten auseinander geht, heisst das nicht, dass man keinen Schmerz oder ähnliches durchlebt hat. Es heisst nur, dass man die Chance hatte mit dem Partner alles an- und auszudiskutieren, was es eben zu diskutieren gibt, so dass man im Reinen auseinandergehen kann. Das bedingt, dass ein gewisser Grad an Konfliktfähigkeit und Empathie da sein muss. Zudem war ich auch immer mit guten Menschen zusammen. Was deine Anspielung betrifft, dass ich leichterdings von einem zum anderen Partner wechsel trifft nicht zu und ist eigentlich eine Frechheit. Dass du findest, dass wenn es dir beschissen geht beim Auseinandergehen, es jedem anderen auch so gehen muss, ist deine Sache. - Ich persönlich finde das halt ziemlich unsouverän. Vielleicht habe ich halt immer die besseren Männer ausgesucht, vielleicht kann ich halt besser Sachen auseinanderdividieren als du...
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Ich bin damals zu "Tusch" : Trennung und Scheidung Frauen für Frauen in München. Habe dort eine erste Auffangstation gefunden. Sowohl was das seelische betraf, als auch rechtliches. Aber auf Dauer habe ich es nicht gemacht. Habe früh abgebrochen, es später nochmal probiert, aber irgendwie kam ich nicht vom Fleck und deshalb trage ich auch heute noch ein paar Erfahrungen ungelöst mit mir rum. Aber wenn der Therapeut/in nicht passt kommt man nicht vom Fleck, sondern dreht sich nur um sich selbst und im Kreis.
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Mir ((w) gings genauso, habe mich zwar selbst getrennt, aber sehr gelitten. Wurde mit dem Borderlinesyndrom meines Freundes einfach -trotz großer Liebe-nicht mehr fertig.
Mir bezahlt die Krankenkasse (bis auf 10) den Therapeuten, bekam meinen Termin trotzdem schon nach 3 Wochen, wohne allerdings am Land. Habe zum Glück den für mich perfekten Th. gefunden, mir gehts sehr gut, hab gleich auch noch andere Probleme verarbeitet. Alles Gute!
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mir ging es nach einer Trennung auch schon sehr schlecht. habe 2 Wochen nur im Bett verbracht usw.
habe eine Therapie gemacht, aber geholfen hat es mir nicht. man muss z.b. trotzdem allein ins bett gehen. dagegen hilft keine Therapie.
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Habe auch gerade eine Trennung hinter mir und bin auch bei einer Psychologin. Ob es hilft, kann man nicht wirklich sagen. Es ist ein ewiges up and down. Nach der Sitzung bin ich zwar gestärkt und nehme mir fest vor, ihren Rat umzusetzen, doch nach einigen Tagen verfalle ich wieder ins gleiche Muster. Die Trennung tut auch noch nach eineinhalb Monaten sehr weh und es kommt in Wellen. Hoffe, dass es nicht mehr allzulange dauert, bis der Schmerz nachlässt. Am schlimmsten sind die Sonntage.
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Hier nochmal 1 @10:
Ich glaube schon, dass es hilft. War jetzt 2 mal dort und verbuche erste Erfolge. Das Hoch und Runter in den ersten Monaten ist normal, ich kenne das auch schon von früher. Die wichtigste Botschaft: Verantwortung für sich selbst (wieder) übernehmen, aus der Opferrolle raus. Und sich seinen Ängsten stellen. Das hilft mir sehr, auch wenn ich immer wieder ins Loch falle.
Alles Gute!
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Ihr seid ja vielleicht witzig ! Was heißt hier "...tut auch noch nach ein-einhalb Monaten weh...", das finde ich ganz normal, denn dieser Mensch war ja mal der wichtigste Mensch in meinem Leben. Was ich allerdings durchlebe, erscheint mir nicht mehr so ganz normal, ich wurde vor elf Monaten verlassen und habe immer noch das Gefühl, jeglichen Boden unter den Füßen verloren zu haben. Gerade das macht es aber unendlich schwer, den Rat vieler Psychologen (auch meiner rät mir das immer) umzusetzen, und Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen. Das Schlimmste ist bei der Ganzen Sache, daß ich immer noch nicht glauben kann, wie ein Mensch, der einen wirklich mal unendlich geliebt hat, plötzlich eine so gefühllose und mitleidlose Härte und Unempfindlichkeit einem gegenüber an den Tag legen kann...und solange ich mir das nicht vorstellen und glauben kann, kriege ich kein Loslassen und keinen wirklichen eigenen Neuanfang eines Lebens ohne meinen Partner hin.
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@#12:
Nur mal so zur Nachdenken:
Hast Du etwas ganz Wichtiges, Überlebenswichtiges für Deine Beziehung verpasst, übersehen, ignoriert?
Hast Du von Anfang an ein falsches Bild von Deinem Partner, der Liebe an sich gehabt?
Hat Dein Partner sehr tief sitzende Emotionen wachgerufen, die aus Deiner frühesten Kindheit stammen?
Versuche vor allem, Dir selbst gegenüber ehrlich zu sein. Dass das weh tut ist nicht nur nicht zu vermeiden, es ist eine Grundvoraussetzung für die Lösung Deines Problems. Meine Methode ist es, immer gerade dorthin zu sehen, wo es am meisten schmerzt, denn dort findest Du auch Hilfe. Hilfe in Dir selbst, aus Dir selbst heraus. Du hast Fehler gemacht. Vielleicht hatte sich jemand aus Deiner Vergangenheit (Kindheit) an Dir versündigt (altmodischer Begriff, aber sehr wahr) und das hat zu einer falschen Entwicklung bei Dir geführt. Du hast JETZT die Chance, diesen Fehler zu korrigieren und in Zukunft freier und glücklicher zu leben.
Erwarte von Deinem Therapeuten nicht die Lösung DEINER Probleme. Er kann sich auch nur im Rahmen SEINER Möglichkeiten bewegen. Die letzten Schritte musst Du ganz alleine gehen. Du hast jeglichen Boden unter den Füßen verloren? Wach auf! Du kannst fliegen! Das haben vor Dir schon ganz viele geschafft.
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siri
#12
wenn ein Mensch sich verändert, ist das sehr schwer zu begreifen. Ich denke, daß es den Mann. der dich einmal sehr geliebt hat nicht mehr gibt. Er hat sich verändert und der Mann, zu dem er geworden ist, ist dir gegenüber hart und gefühllos. Würdest du ihn so, wie er jetzt ist, überhaupt haben wollen?
Traure um den Mann, der dich geliebt hat und den du gliebt hast, und distanziere dich von dem, der er jetzt ist.
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