1. Frage:
    Gefragt am: 14.04.2011, 16:01 von Gast
    Tochter rebelliert gegen neue Partnerin ihres Vaters.
    Hallo liebes Forum. Meine 14-Tochter lebt bei mir und zw. ihren Eltern ist ein relativ gutes Verhältnis, sie liebt auch ihren Papa und freut sich, wenn sie ihn sieht. Leider weiß sie, dass ihr Vater ihre Mutter über 5 Jahre betrogen hat mit einer anderen Frau - sie kennt die Frau vom sehen. Geschieden sind wir seit 3 Jahren. Jetzt hat er sich wieder genau so eine Frau angelacht - Orientalin, selbes Format. Meine Tochter schämt sich, weil diese Frau wie eine Nutte rumläuft mit 45 (Highheels, dazu hot pants oder Lackstiefeletten m extrem Minirock etc.). Das Wort Nutte kam von einer Freundin v. ihr - die ihr diese Frau zeigte ohne zu wissen, dass meine Tochter diese Frau kennt, sie hat vor ihrer Freundin natürlich nix zugegeben. Jetzt heult sie ständig und hat Angst, dass sie blamiert ist, wenn ihre Freundinnen mitbekommen mit wem sich ihr Vater "rumtreibt". Wir leben i. einer kl. Stadt. Er ist bekannt durch Job, hat hohes Ansehen, ja gehört zur sog."Elite":-(
    Antworten:
  2. #1
    14.04.2011 16:08
    Ja, eine blöde Situation für eure Tochter. Aber was genau ist jetzt deine Frage?

  3. #2 Gast
    14.04.2011 16:42
    Sicherlich ist das peinlich, aber hat denn eure Tochter überhaupt noch Kontakt zum Vater? Natürlich ist das für eine 45Jährige nicht das richtige Outfit. Jedoch, es ist seine Entscheidung - ob seine Freundin nun alt, hässlich, nuttig oder stockkonservativ daher kommt. Da hat die Tochter keinerlei Mitspracherecht. Wer weiß, wen sie mal als Freund an ihrer Seite hat. Vielleicht ist ein Spießer-BWL-Student dem Papa dann auch peinlich und er rebelliert? Er ist doch für sein Image in der Stadt verantwortlich. Möglichweise legt ihr beide mehr Wert auf das, was die Leute sagen. Er steht drüber und denkt: lass die Leute reden...

  4. #3 Gast
    14.04.2011 17:47
    Ja, es ist sehr schwer für Kinder, die in diesem Alter zum Scheidungsopfer wurden. Sie überstehen das nicht ohne seelische Blessuren und die haben ihre Folgen.

    Durch eine Scheidung traumatisierte Kinder sind oft nicht in der Lage, "das zu glauben". Sie haben jahrelang die unrealistische Hoffnung, dass die Eltern doch wieder zusammen kommen. Dass das Alles sozusagen gar nicht wahr ist.

    Ist nun eine neue Frau in Sicht, wird diese Hoffnung schwer erschüttert. Die Kinder lehnen deshalb die "Neue" ab. Mädchen tun sich damit oft noch schwerer als Jungen. Das hat keine Gründe, die wirklich in der Person der "Neuen" lägen, es liegt einzig an ihrer Funktion.

    Wichtig ist jetzt Deine Reaktion. Du hast sicher direkt oder versteckt positiv auf die Äusserungen Deiner Tochter zur "Neuen" reagiert. Sonst hätte sie keine derartig ausführliche negative Schilderung über deine Nachfolgerin abgegeben. Du hast es wahrscheinlich gerne gehört, was menschlich durchaus verständlich ist.

    Für Deine Tochter ist das allerdings sehr schlecht !

    Deine Tochter muss akzeptieren lernen, dass ihre Eltern nach wie vor Beide ihre Eltern, aber nicht mehr zusammen sind. Sie muss auch akzeptieren lernen, dass ihr Vater eine neue Lebensgefährtin hat. Sie muss akzeptieren lernen, dass das ihre Beziehung zu ihrem Vater nicht verändert. Sie muss auch verstehen, dass sie nicht die Position ihrer Mutter hat, sondern eine ganz eigene.

    Reagiere ausdrücklich NEGATIV, wenn sie Dir Abträgliches über die "Neue" erzählen will. Ermuntere sie, die Realität zu akzeptieren. Ermuntere sie auch, positive Seiten an der "Neuen" zu entdecken. Empfehle ihr ausdrücklich, mit der "Neuen" zu sprechen.

    Versuche selbst, Deinem Ex sein neues Lebensglück zu gönnen und vermittle dies auch Eurer Tochter.

    Du hast jetzt einen grossen Einfluss darauf, ob Deine Tochter in ihrem späteren Leben zu einer souveränen, selbständigen Persönlichkeit werden kann. Dazu gehört die Einsicht, dass Deine Tochter eine eigenständige Person ist, die ein eigenes, positives Verhältnis zu ihrem Vater und auch zu Deiner Nachfolgerin haben darf, ohne dass Du in irgendeiner mehr oder weniger versteckten Weise darauf negativ reagierst.

  5. 14.04.2011 18:10
    Da ist gar nicht zu machen für deine Tochter. Und vor allem, egal wie peinlich deine Tochter das findet, pupertierende Kinder finden ihre Eltern fast immer peinlich. Sie kann ja mit ihrem VAter sprechen und vielleicht zieht sich die Frau dann etwas dezenter an, aber eigentlich wird es kaum Hoffnung dafür geben. Leben und Leben lassen kannst du ihr in dieser Situation sehr schön beibringen

  6. #5 Gast
    14.04.2011 19:08
    Liebe Fsin:

    Auch für mich (w 49) ist diese Konstellation merkwürdig. Aber gut, jeder lebt ja nach seinem Geschmack. Wichtig ist, dass Deine Tochter ihren Vater liebt, und Du Nichts dagegen hast. Das Verhältnis zwischen Euch (Eltern) gut ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich vor ihren Freunde für ihren Vater schämt. Aber weißt Du, sie soll lernen und verinnerlichen, dass sie nicht zuständig für das Verhalten ihrer Eltern ist. Sie soll lernen, ihre "blöde/negative" Gefühle/Meinungen zu der Mutter und Vater zuzulassen, und ihren Freunde ehrlich und offen sagen, dass sie sich für ihren Vater (in dieser Hinsicht) schämt. Das wird sie erreichen, indem Du ihre Gefühle validierst. Ich würde ihr nie sagen, Du mußt das akzeptieren, das ist das Leben Deines Vaters. Ich würde auch nicht über den Vater schlecht sprechen. Hier geht es darum, wie sie mit ihrem Gefühl (Scham) umgeht. Statt selbstmitleid und Hilflosigkeit (weinen) soll sie lernen, dass sie doch etwas tun kann, nämlich mutig sein, das Verhalten ihres Vaters oder der Orientalin zu kritisieren bzw. Meinung dazu haben, und sie äußern. So trainiert sie auch ihre soziale Kompetenz.

  7. #6 Gast
    14.04.2011 20:05
    Das wär mir auch peinlich. Manchmal fragt man sich, ohne Vorurteile gegen diese Frau zu haben, wie können Männer die eine "normale"Frau haben, ein normales Leben hatten usw. plötzlich so austicken und ihre Geschmäcker um 180 verdrehen. Ich würde mal mit dem Vater reden Für deine Tochter, ich würde offen sagen das ich es furchtbar finde das mein Vater mit so einer zusammen ist und sie das nicht nachvollziehen kann.

  8. #7 Gast
    15.04.2011 00:31
    14-jährigen Töchtern ist gern mal was peinlich. Eigentlich ist ihnen immer jederzeit grundsätzlich alles peinlich. Ob es nun die neue Freundin ihres Vaters ist, oder die Farbe des neuen Autos ihres Physiklehrers, egal. Die Moral daraus: lass es ihr peinlich sein und steh drüber. Offenbar hat ihr Vater ein Faible für eine Art Frau, die etwas befremdlich daher kommt. Na und? Nachdem ihr auseinander seid, darf er das ja wohl. Deiner Tochter ist es zwar peinlich, aber siehe oben...

    Das Problem ist nicht der Lebensstil des Vaters, sondern die Pubertät der Tochter. Heir solltest Du ansetzen! Welche Art Selbstbewußtsein kann sie mit Deiner Hilfe entwickeln? Wie schaffst Du es, dass sie sich mit sich selber wohl fühlt? Wie lernt sie, anderer Leuts Probleme von sich fern zu halten? Wann begreft sie, dass en Lebensstil immer einem selber gefallen muss und nicht den Nachbarn? All das hängt auch von Dir ab und von der Unterstützung, die Du ihr geben kannst.

    Vielleicht reicht es auch, wenn Du ihr vermittelst, das das, was ihr Vaer tut, völlig ok ist...

  9. #8 Gast
    15.04.2011 07:34
    @6 - Männer, die eine "normale", kaffeetrinkende Speckrollenmutti als Ehefrau hatten, können sich durchaus eine attraktive, schlanke, im Job erfolgreiche Frau "nehmen" und mir ihr glücklich sein. Warum sollten sich die Geschmäcker und Vorlieben (waren vorher vielleicht auch vorhanden, nur Weibchen ist langweilig und fett geworden?!?) sich nicht ändern? Es gibt auch Frauen, die als Ehemann einen rundlichen Teddybär hatten und sich nachher in einen 15 Jahre jüngeren, drahtigen Kerl vergucken. Es heißt ja nicht jeder Boris Becker und hat das gleich äußerliche Beuteschema. Mein LG hat mit meinen beiden vorherigen Partnern optisch und bildungsmäßig überhaupt nichts gemeinsam. Beide vorher Hauptschule und angestellte Handwerker, groß und normalgewichtig, er hingegen Akademiker, selbständig und schmal gebaut. Da ich mich jedoch über die Jahre ebenso weiter entwickelt habe, bin ich mit meinem jetzigen LG auf Augenhöhe, mit meinen Expartnern war das nach kurzer Zeit nicht mehr der Fall. Sie blieben stehen, ich ging weiter im Leben.

  10. #9 Gast
    15.04.2011 22:08
    @8 Genau, es ist eine Frage der Entwicklung - manche können das, dann bleibt man zusammen, wenn man damit allein ist muss man in der derzeitigen Beziehung mit ihren Ritualen, Gewohnheiten etc. nicht stehen bleiben....:)

  11. #10 Gast
    16.04.2011 09:59
    Liebe Fragestellerin, das ist ein komplexes Thema, aber letztendlich wird Deine Tochter einfach nur mit - einem Teil - der Realität konfrontiert. Meiner Ansicht nach leider etwas zu früh.
    Sie ist konfrontiert mit einem Betrüger, Lügner und Fremdgänger (in Person ihres Vaters, bei anderen ist es die Mutter) und mit scheinbar extrem schlechtem Geschmack was die Partnerwahl angeht.

    Positiv finde ich, dass sie ein Gefühl für schlechten Geschmack hat und es wenigstens merkt; aus meiner Sicht wäre es erheblich schlimmer, wenn sie das nicht wahrnehmen würde und vielleicht damit anfangen würde, sich wie diese Frau zu kleiden, weil sie ihrem Vater gefallen möchte. Das hätte auch passieren können.

    Das einzige was Du für Deine Tochter tun kannst, ist, dafür zu sorgen, dass sie eine ausgezeichnete Ausbildung erhält und an den o.g. Negativbeispielen lernt, von welchen Frauen und Männern sie sich abgrenzen bzw. nur mit äußerster Vorsicht Umgang pflegen sollte.

    Ich wiederhole aber nochmal, dass ich es klasse finde, dass Deine Tochter die (schlechte ?) Wahl ihres Vaters überhaupt bemerkt und ihren Vater nicht idealisiert.

    w/49

  12. #11 Gast
    16.04.2011 23:37
    Ich verstehe nicht ganz wo jetzt das Problem liegt.

    Ändern kann man den anderen nicht, sondern nur die eigene Sicht der Dinge und du schreibst, dass die Eltern ein gutes Verhältnis haben, du da also drüber stehst. Womit genau hast du jetzt ein Problem?

    Jeder hat sein eigenes Leben und man kann es nicht immer jeden Recht machen. Deine Tochter bleibt nichts anderes übrig als entweder toleranter zu werden oder sich von ihrem Vater abzugrenzen und zu distanzieren wenn seine Vorliebe für orientalische Frauen zu beschämend für sie ist.

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