1. Frage:
    Gefragt am: 18.03.2011, 12:44 von Gast
    Trennung direkt nach Heiratsantrag!
    Es geht hier nicht um mich, sondern um eine sehr gute Freundin. Vor drei Wochen hat ihr Ex-Freund ihr (auf einer Großveranstaltung!) einen Heiratsantrag gemacht. Sie hat ihn angenommen. Beide waren ein (angeblich?) total glückliches Paar und wurden von jedem als Vorzeigepärchen angesehen (8 jährige Beziehung). Eine Woche später der totale Schock: Er hat mit ihr Schluss gemacht, da er (angeblich?!) keine Gefühle mehr für sie hat. Sie wohnt z.Zt. bei mir und ist momentan nicht ansprechbar. Sie tut mir so leid und ich kann ihr nicht helfen... Habt ihr vielleicht noch Tipps für mich, was ich noch für sie tun kann?! Ich wäre darüber sehr dankbar!
    Antworten:
  2. #1 Gast
    18.03.2011 13:06
    Da hat jemand aber kalte Füße bekommen....

    Ich kenne so einen Fall aus meinem Haus. Sie wollte ihn heiraten, sie wollte Familie gründen, dann haben sie geheiratet, nach 13 Wochen hat sie sich von heute auf morgen, während seiner Abschlussprüfungen (Diplom) von ihm getrennt, auch weil sie angeblich nichts mehr für ihn empfindet. Der Mann ist am Boden und dazu noch ein ganz netter, einer der seltenen Exemplare.

    Der Vermieter, ein älterer Herr, erzählte mir dann hinterher, dass er nicht verwundert war, als er das hörte. Die junge Frau hatte immer auf ihn einen unstetigen Eindruck gemacht. Ich hatte auch immer ein komisches Gefühl bei den Beiden.

    w 47

  3. #2 Gast
    18.03.2011 14:19
    Heiratsantrag auf einer Großveranstaltung. Was für eine selten dämliche Idee.
    Ich würde auf Agnst vor der eigenen Courge tippen und auf Reue nach einer großfressigen Aktion.
    Da kann an leider garnichts machen, als der Freundin zu helfen, sich ein Leben allein aufzubauen. Entweder er kriegt ich in und steht zu dem Antrag oder sie kann ihn getrost vergessen.

  4. #3 Gast
    18.03.2011 14:51
    Du schreibst, dass sie glücklich waren. Glück kann bei vielen Neid erwecken. Vielleicht ist in diesem Zusammenhang einige unangenehme Geheimnisse von einem eifersüchtigen Dritten ans Licht gekommen. Vielleicht hat ein eifersüchtiger Mensch im Freundeskreis etwas schlimmes über sie erzählt. Deine Freundin soll dringend mit ihrem verlobten reden und die wahre Gründe erforschen. Sie könnte dann sich verteidigen. Das ist das einzige, was mir einfällt. Sonst kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand heute auf morgen keine Gefühle mehr für seine Frau/Freundin haben kann.
    Alles Gute

  5. #4 Gast
    18.03.2011 15:02
    Nichts ist unmöglich. Auch die schlechten Ereignisse nicht. Es hat auch was positives.
    Ihr bleibt eine Scheidung von ihm erspart.---
    Mir ist ein Fall bekannt, da sagte Er vor dem Standesamt NEIN. Und heiratete danach eine Prostituierte.- m

  6. #5 Gast
    18.03.2011 16:18
    Hier die FS: Noch ein erneuter Hinweis: Sie hat schon versucht, mit ihm zu sprechen. Er reagiert mit einem kompletten Kontaktabbruch und sie soll schnellstmöglich ihre Möbel aus der Wohnung holen, während er arbeitet. Er vermeidet auch rigoros Gespräche mit Freunden/Bekannten, die seine Ex betreffen.

  7. #6 Gast
    18.03.2011 18:24
    Hier nochmals Nr. 3: Er scheint sehr sauer zu sein. Warum nur. Ich würde erstmal ihm einwenig Zeit geben um runterzukommen aber dann ihn ansprechen.

    Viel Glück

  8. #7 Gast
    18.03.2011 21:18
    wenn der Ex das Gespräch verweigert, kann man nichts machen (meiner hatte damals auch jeden Kontakt verweigert, ich weiss bis heute nicht mehr als damals - nur ist es mir endlich egal).
    Ich fürchte, Du kannst ihr nur helfen, indem Du für sie da bist, sie in Deinem Beisein weinen darf und Du ihr Sätze wie "Du findest einen Besseren" ersparst.

    Unternimm mit ihr etwas, damit sie nicht in ihrem Schmerz versinkt, aber verfall nicht in Ablenkungsaktionismus. Lass ihr auch die Zeit, sich zurückzuziehen, wenn sie gerade zu nichts anderem in der Lage ist. Ich hatte nach meiner (für mich überraschenden) Trennung damals auf einmal Panikattacken, und war zeitweise nicht in der Lage, mal eben einen Einkaufsbummel zur Ablenkung zu machen.

    Nach so einer Nummer wird der Schock sehr tief sitzen und lange anhalten.

  9. #8 Gast
    18.03.2011 23:05
    Hi,
    mir ist vor 4 Monaten so ziemlich genau dasselbe passiert, nur dass meine Beziehung 7,5 Jahre dauerte und der "Antrag" nicht öffentlich war - naja, rumerzählt hatte er es schon überall, noch bevor ich überhaupt davon wußte!!!
    Wir waren nach außen hin auch das Vorzeigepaar, aber innerhalb gab es viele unausgesprochene Konflikte, die ER aber konsequent immer verdrängt hatte weil er das haben wollte wie es nach außen hin aussieht.
    Der Kerl war echt ein "Kommunikationsgenie" und kritikunfähig noch dazu - eine verdammt schlechte Mischung wenn man selber der Auslöser der meisten Konflikte ist!!!.

    Er machte kurz danach aus dem Stand heraus Schluss und konnte es selber nicht begründen. Gespräche hinterher - sofern ich ihn dazu bekommen habe - hatten eher gezeigt, dass er sich die Realitäten auslegt wie er will und zudem offensichtlich auch noch unter Gedächtnisverlust leidet, wenngleich ihn meine "Anschuldigungen" offensichtlich dennoch stark getroffen haben.

    Es ist wirklich nicht einfach mit sowas umzugehen.
    Mir hatte es sehr geholfen, ihm telefonisch alles an den Kopf zu knallen was mir dazu eingefallen ist - ein paar schlaflose Nächte hatte er schließlich auch verdient und selber wäre er da im Leben nie drauf gekommen (und man sollte schließlich sicherstellen, dass jeder aus seinen Fehlern lernt *g). Aber das war weniger um mich an ihm zu rächen, sondern einfach deshalb weil es mir danach besser ging und dafür hatte er sich das auch angehört.
    Über diverse verdrehte Tatsachen konnte man sich danach natürlich gleich wieder von neuem aufregen. Und natürlich hatte das alleine nicht alles bereinigt - es blieb nach wie vor immer noch ein Rest übrig, der einem zu schaffen machte, der verhindert hat sich auf die Zukunft zu konzentrieren und man nicht wußte, wie man damit umgehen soll.

    Weitere Erkenntnisse die Woche drauf: Der Kerl ist unheimlich labil, er weiß selber nicht wo ihm der Kopf steht und im Grunde wäre er mir auf Dauer eine Last geworden - eben weil er so ist wie er ist.
    Nächster Zwischenschritt - man steht ja trotzdem noch unter Schock und ist wütend und traurig und weiß der Geier was noch alles und irgendwie muss es ja weitergehen: Ich habe angefangen ihm systematisch zu verzeihen (das ging allerdings auch nur weil insgesamt rausgekommen ist,dass er das alles so nicht gewollt hat und selbr zutiefst bedauert). An diese Verzeuhungsaktion mußte ich für mich aber recht aktiv dran gehen - von alleine wäre das sicher nicht so schnell gekommen und der letzte REst, der immer noch genug war, hätte mich wohl noch Ewigkeiten verfolgt und behindert.
    Ich habe mir erst mal klargemacht, was Verzeihen überhaupt heißt und was genau ich ihm verzeihen kann und will - damit es mir besser geht.

    Mittlerweile tangiert mich die Geschichte kaum noch, ich bin eher froh, dass er weg ist und ich wieder neue Möglichkeiten habe. So bin ich schon seit einem Monat wieder ganz guter Dinge - auch wenn es "erst" 4 Monate her ist. Ich denke man kann sich auch wieder schneller und besser auf sich selber und die eigene Zukunft konzentrieren, je früher man mir dem Alten abgeschlossen hat.

    Vielleicht hilft es ihr auch schon - wenn sie ihn nicht persönlich sprechen können sollte, ihm ihre Gedanken schriftlich mitzuteilen? Möglicherweise bringt es auch schon was, wenn sie alles nur aufschreibt und den Brief/die Mail später oder gar nicht abschickt - einfach nur als etwaiger Zwischenschritt um die verarbeitung zu beschleunigen ...

  10. #9 Gast
    19.03.2011 09:51
    Kleine Ergänzung zu #8

    Man kann ihr möglicherweise insofern helfen, dass man für sie da ist (wenns geht, andere Personen/Familienangehörige auch noch).. Einfach Person im Sinne einer Gemeinschaft sein, die die im Notfall mitträgt und unterstützt wenn es nötig, die zuhören kann, gegebenenfalls auf Defizite innerhalb der Partnerschaft hinweist falls sie die selber wieder aus den Augen verliert und parallel helfen neue Perspektiven zu entwickeln.
    Helft ihr dabei ihr klarzumachen, dass selbst sowas nicht das Lebensende ist und in einem bis zwei Jahren alles ganz anders aussehen kann und wohl auch wird und erinnert sie immer wieder daran. Bis dahin sollte/muss/wird noch einiges passieren (findet heraus was alles an psychischen und physischen Aktivitäten) und geht das an.
    Ein bisschen Ablenkung schadet sicher auch nicht, das alleine wird es wohl aber nicht bringen.

    Ich denke auch nicht, dass solche Geschichte von alleine passieren.
    Spielt doch mal den unverklärten Fall durch, was passiert wäre wenn die beiden geheiratet und Familie gegründet hätten - ein Leben als mögliche Alleinerziehende (mit allen Folgen) oder als frustrierte Ehefrau stelle ich mir auf Dauer auch nicht als so toll vor. Da hat das leben echt bessere Alternativen zu bieten. Und wenn der Typ dann tatsächlich auch noch ein Hampel ist, was die Sache sehr wahrscheinlich machen würde, da kann man doch echt schon vielem persönlichen Schaden vorbeugen, indem man soetwas von vorne herein unterlässt.

    Findet heraus, wer von denen was in ihren Augen "falsch gemacht hat" (aber bitte beidseitig) und was gegebenenfalls hätte anders laufen sollen. Man kann es sicher nicht mehr gerade biegen, aber falls sie es schafft, das dem anderen betroffenen noch mitzuteilen - umso besser - so rein nur deshalb um dessen Reaktion darauf mitzuerleben. Wenn nicht muss sie das wohl mit sich selber abklären. Dann klappts aber auch mit der Verzeihung besser ;)

    Der Schwerpunkt sollte meiner Meinung nach aber trotzdem auf ihren weiteren Zukunftsperspektiven liegen, sofern dies schon möglich ist.
    Die eigene Persönlichkeit wiederzuentdecken und neue "Projekte" anzugehen kann auch schon sehr motivierend sein und Spaß machen. Es wird zwar sicher noch eine Weile dauern bis das bei ihr von alleine läuft, aber in kleinen Stücken ist das doch sicher auch jetzt schon möglich - so rein als erste Lichtblicke, die später aber immer heller werden.

  11. #10 Gast
    19.03.2011 11:28
    @#8

    Schön für dich, aber du hast ja dann auch einen großen Anteil an diesem immerhin 7,5-jährigen "Beziehungsmärchen" gehabt und etwas aufrechterhalten wo es eigentlich garnichts mehr aufrechtzuerhalten gab ...

  12. #11 Gast
    19.03.2011 13:54
    @ 10,

    das weißt du nicht, ob und wie viel es da noch aufrecht zu erhalten gab und wer da wie weit man da in einem Märchen lebt oder nicht, oder wie groß da wessen Anteil war.

    Ich kann nur soviel sagen: Ich bin auch nicht die Person, die die Schuld vorrangig bei anderen sucht. Aber die gerne benutzte Annahme, dass 2 Beteiligte immer gleichermaßen beteiligt sind ist auch nicht tragbar - vor allem dann nicht, wenn Lösungen für Normalmenschen offensichtlich und einfach sind und Hilfen/Gespräche regelmäßig angeboten aber abgeblockt wurden - und das, obwohl es für IHN angeblich immer der schlimmste Fall gewesen wäre, wenn ich das irgendwann nicht mehr mitgemacht hätte, und genauso hatte er sich auch aufgeführt.
    Mein Märchen war das eigentlich auch nicht unbedingt - vielmehr SEINES, aber man hatte halt versucht sich da einzupassen (Gefühle waren trotzdem genug da und im Großen und Ganzen hatte es planmäßig gepasst), es wurde sogar von außen erwartet und entsprechend hatte man sich gedanklich darauf eingestellt und es gab keine anderen Pläne. Insofern war das alles schon "unerwartet".

    Das ist jetzt aber eh egal, wer da den größten Anteil hatte, denn auf Dauer wäre es für mich tatsächlich echt anstrengend geworden mit so einem Typen - und wer hat nicht lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schreck ohne Ende.

    Hier gehts aber auch nicht um mich, sondern um jemanden anderen, dem geholfen werden soll. Mir ist schon bestens geholfen.

  13. #12
    19.03.2011 18:45
    Das gabs in meinem Bekanntenkreis auch in ähnlicher Form.

    Sie waren einige Jahre zusammen, und wir fragten uns, ob die Ehe wohl gutgehen würde, denn sie war eine echte Ziege, und er war ein netter, ruhiger, solider Mann, der ständig nach ihrer Pfeife tanzte. Sie heirateten - und 4 Wochen später sagte sie ihm, sie hätte sich in einen Anderen verliebt. Sie zog aus.

    Heute (7 Jahre später) ist es so: Sie haben sich scheiden lassen, beide haben wieder geheiratet. Sie ist unglücklich in der 2. Ehe (mit 2 Kindern), er ist glücklich mit seiner netten, ruhigen, soliden Frau (ohne Kinder).

    Besser, die Freundschaft deiner Freundin ging VOR der Ehe in die Binsen als NACH der Eheschließung. Sie soll trauern, schreien, heulen - und ihn dann loslassen. In einigen Jahren wird sie darüber lächeln können.

  14. #13 Gast
    19.03.2011 21:29
    Bin 8

    Ich denke mittlerweile auch, dass solche Typen mit Sicherheit einen mehr oder weniger großen psychischen Schaden haben, auch wenn man den nicht unbedingt gleich deutlich gesehen hat oder man sich eigentlich noch verhältnismäßig gut damit arrangieren konnte. (Man hat ja selber ein dickeres Fell und ist verhältnismäßig besonnen)

    Mein Exemplar hatte Minderwertigkeitskomplexe, die im Laufe der Zeit immer seltsamere Formen angenommen haben je länger man ihn kannte. Er war das, was man einen Fachidioten bezeichnen würde, hatte im normalen Alltag zeitlebens nicht so viel auf die Reihe gebracht, war relativ stark von mir abhängig und brauchte immer wieder Bestätigung. Auch eine gewisse Arroganz und das Streben nach Statussymbolen wurde gegen Ende hin immer deutlicher.
    Es war nichts, womit man nicht trotzdem klar kam - er hatte auch "normalere" Phasen dazwischen, viele "Pluspunkte" anderen gegenüber und war allgemein doch recht liebenswürdig. Gerade im letzten Jahr gab es unheimlich viele äußere Umweltveränderungen bei ihm, die auch ins Bild gepasst haben und in die man sich erst mal einleben mußte. (Manchem fällts eben schwerer)
    Während der Beziehung hatte er ab und zu (alle paar Monate) zu "spontane" Aktionen geneigt, indem er irgendwelche Normen/Grenzen überschritten hatte, und das empfand er dann auch noch super und als geeignetes Material für Angebereien und Wichtigtuereien.
    (Auch nichts, womit man in der Masse nicht klarkommen konnte - jeder hat schließlich so seine Macken und wenn ich mir seinen Vater ansah konnte man sich auch denken wo es herkam.)

    Auf Dauer wäre er mir damit aber nicht nur eine Belastung gewesen, sondern sicher auch ein mords Unsicherheitsfaktor bis hin zur Gefahr. Wer weiß, womit der sich seine Selbstbestätigung irgendwann noch alles eingeholt hätte ... und Diskussionen darüber, dass ich seiner Meinung nach nicht eifersüchtig genug sei, gab es im letzten Jahr auch schon. (Nur hatte man das selber zu dem Zeitpunkt noch gar nicht als so extrem fragwürdig angesehen weil man eben auch schon anderweitig Erfahrung mit extremen Eifersüchteleien aus vorangegangenen Partnerschaften hatte)
    Sowas bewertet man unter anderen Umständen noch anders.

    Kleiner Tipp: Sucht doch mal nach Anzeichen, wo der Kerl deiner Freundin charakterlich doch nicht ganz so perfekt war, auch wenn sie jetzt momentan wahrscheinlich noch ein ganz anderes Bild von ihm hat. Versuche sie auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen und spinnt den Fall weiter.

    Ich denke wirklich, es ist kein Schaden wenn so einer wegfällt bevor der Schaden noch größer ist.

    PS: ich hoffe mein Ex-Emplar schafft es irgendwann in seinem Leben doch noch einen Psychiater aufzusuchen, wie ich ihm ab und zu (damals noch eher andeutend scherzhaft) geraten habe - am besten noch bevor er an anderen so richtig viel verbockt oder sich selber noch schadet, in einer Form die dann wirklich kaum mehr reparabel ist.

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