1. Frage:
    Gefragt am: 10.03.2010, 19:10 von Gast
    Trennung nach vier Jahren Ehe-was soll ich tun?
    Ich bin im Dez. mit meinem Mann wg. Berufswechsel in die Nähe seiner Eltern gezogen (40 km). Mein Mann hat mich vor vier Jahren gegen den Willen der Eltern geheiratet. Durch den Umzug kam es zu gesteigertem Kontakt mit den Eltern; ich bin nach wilden Beschimpfungen ( bspw. "Du bist keine Frau sondern ein Mannweib. Lass dir den Schwanz von einem anderen reinstecken") nicht mehr hin. Habe ihm sehr deutlich gezeigt, dass ich mir ein solches unwürdiges Verhalten nicht bieten lasse. Letzte Woche hat er angekündigt, dass er keine Gefühle mehr für mich hat und er sich scheiden lassen will. Was kann ich tun, um mich emotional wieder einzufangen. Soll ich Trennungsunterhalt und Zugewinnausgleich einfordern oder es einfach sein lassen (wir haben keine Kinder)? Habe ich falsch gehandelt nicht mehr zu den Eltern hin zu gehen?
    Antworten:
  2. 10.03.2010 19:21
    Hm, missliche Lage -- der Hauptfehler war, in die Nähe der Schwiegereltern zu ziehen, so dass der labile Mann wieder in den Einflussbereich seiner Dir gegenüber feindseligen Eltern gekommen ist. Dieser Fehler ist kaum wiedergutzumachen. Natürlich musst Du Dir solche Sprüche der Eltern nicht anhören und darfst natürlich auch entsprechend Kontra geben. irh seid alle Erwachsene, alle gleichwertig, keine muss vor dem anderen ducken.

    Wieso meinst Du denn, Anspruch auf Trennungsunterhalt zu haben? Arbeitest Du nicht selbst? Hast Du seinetwegen Deinen Beruf aufgegeben?

    Selbstverständlich solltest Du die gesetzlichen Möglichkeiten ausschöpfen und auf Zugewinnausgleich zu verzichten, wäre nur dämlich. Mein Rat: Lass Dich von einem Fachanwalt für Familienrecht beraten und beschließe erst dann die weiteren Schritte. Wichtig ist, dass Du Beweise sicherst, also Kopien der Kontoauszüge aller (!) Konten, Kopien der Gehaltsabrechnungen, Rechnungen und so weiter. Nur so kann der Anwalt wirklich sachdienlich beraten und muss nicht "raten".

    Am besten ist immer, eine genaue eigene Analyse mit Hilfe eines Anwaltes und dann eine Scheidenfolgenvereinbarung, die man notariell schließt. Dies reduziert das Gerichtsverfahren auf eine Formalie und ist die schnellstmögliche Art, es friedlich zu lösen.

  3. #2 Gast
    10.03.2010 19:26
    @1
    Ich habe meinen Job auf die Hälfte reduziert, um ihm diesen Karriereschritt zu ermöglichen und pendel nun 3x die Woche ( fahre 200 km und stehe morgens um 4 Uhr auf und bin abends um 22 Uhr zu Hause). Wir planten Kinder zu bekommen und ich dachte, dass ich in der "neuen" Heimat auch bald einen Job finde. Sicherlich kann ich auch bald wieder aufstocken-muss dafür aber wieder dorthin zurück ziehen.

  4. 10.03.2010 20:06
    Liebe Fragesellerin,
    ich empfehle Dir bitte einen Anwalt, erste Beratung ca. 220,00 €.
    Zum einen bekommst Du klarheit bzgl. der Formalitäten, zum anderen wenn er ein guter Anwalt ist,
    hilft eine Beratung auch emotional Rückhalt zu finden. Diese Klarheit kann Dir helfen, irgendwelche Druckmittel Deines Mannes
    gelassener zu sehen, ohne das Du Dein Wissen ausplauders. Es "stinkt" leider nach Rosenkrieg.
    Für die Diskriminierungen seitens der Schwiegereltern empfehle ich Dir, falls Du damit gar nicht klar kommst,
    psychologische Beratung, Selbsthilfegruppen o.ä.
    Dein Mann hat also nicht zu Dir gehalten, während seine Eltern Dich beschimpften?
    Das zu überwinden, wünsche ich Dir viel Kraft

    Eine erste Orientierung zu juristischen Fakten, die die fachliche Beratung nicht ersetzen soll, sondern nur
    dazu beitragen, Hemmnisse zu überwinden einen Anwalt hinzu zuziehen.
    Du musst, fürchte ich, damit rechnen, dass dein Mann, angestachelt von seinen Eltern, nun erst recht ziemlich
    fies reagieren und möglicherweise Dir alles Materielle verweigern wird, was Ihr Euch aufgebaut habt.
    Trennungsunterhalt und Zugewinnausgleich sind ganz normal mit einer Scheidung verbunden,
    für die Zeit der Trennung stehen Dir wie auch ihm, eheähnliche Lebensverhältnisse zu, i.d.R. wird darauf
    NICHT verzichtet. Selbst, wenn Du arbeitest - wenn die Einkommen sich sehr stark unterscheiden, wird das bis
    zur rechtskräftigen Scheidung ausgeglichen.
    In welchem Maße Ihr Euch über den Zugewinnausgleich friedlich einigt, kann es erhebliche Kosten sparen.
    Alles Gute für den harten, traurigen Weg.

    PS: habe gerade Dein Ergänzung gelesen, Ich empfehle Dir, ziehe so schnell Du kannst, wieder zurück,
    diese Pendelei ist eine Zumutung
    Da gewinnst Du emotionalen Abstand.

  5. #4 Gast
    10.03.2010 22:15
    Du hast schon richtig gehandelt, Du solltest es Dir nicht einfach bieten lassen.

    Wenn man heiratet, wird der eigene Partner wichtiger als die eigenen Eltern. Diesen Schritt hat Dein Mann nicht vollzogen; daß er keine Gefühle mehr für Dich hat, ist nur ein inkonsequenter Vorwand.

    Such Dir einen guten Fachanwalt für Familienrecht, der die Praxiserfahrung hat, verlange eine Erstberatung, die kostet so 200 €. Wenn er was für Dich tut, kostet es Geld.

    Aber das wichtigste ist, daß Du es bald machst, vor allem, daß Du ihn zur Zahlung von Trennungsunterhalt aufforderst, weil soweit ich weiß (ich habe Familienrecht mal vor 10 Jahren gelernt aber seitdem nichts mehr damit zu tun gehabt) kriegst du Dein Geld nur dann rückwirkend, wenn Du es eingefordert und ihn in Verzug gesetzt hast.

    7E2176FE - m

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