1. Frage:
    Gefragt am: 25.07.2010, 23:07 von Gast
    Warum wird der wahre Grund bei Trennungen nicht ausgesprochen?
    Sicher kennen das viele von euch auch: Mann und Frau trennen sich nach einer gewissen Zeit. Die kpl. Zeit der Partnerschaft lief ziemlich harmonisch ab. Dann will sich die eine Hälfte trennen. Man(n) oder Frau fragt nach den Gründen. Meistens bekommt man dann solche Aussagen geliefert wie: "Wir sind einfach zu verschieden". Aber von den Gefühlen die evtl .nach gelassen haben wird nichts erwähnt. Viele machen es sich dabei zu einfach, das ist zu oberflächlich, einfach zu pauschal, meiner Meinung nach. Als es am Anfang um die "Liebesbekenntnisse" ging, wurde ja auch alles schön und ausschweifend kommuniziert. Was habt ihr für Erfahrungen dbzgl. gemacht?
    Antworten:
  2. #1 Gast
    26.07.2010 08:51
    Ich denke, das liegt in der Natur der Dinge. Offenheit bedeutet eine Vergrößerung der eigenen Verletzbarkeit - die mögliche Angriffsfläche wird größer - Streßgefühle werden frei für hypothetische Probleme, die in der Zukunft zu erwarten sind

    Menschen, die sparsamer mit ihrer Aufrichtigkeit umgehen, haben es (offensichtlich) einfacher. Ist man verschwiegen, müssen weniger Antworten gegeben werden. Weiterhin wird nicht selten dieses Verhalten damit begründet: ...ich wollte Dich nicht verletzen! - oder: ....ich dachte, das renkt sich wieder ein! Egal welche Bespiele man verfolgt, Offenheit stellt für viele ein Problem dar. Der Schlüssel liegt in der Psyche des Einzelnen versteckt. Die "Lüge" ist allgegenwärtig und wenn jeder aufrichtig zu sich selber ist, wird er gestehen, auch gelogen zu haben.

    Ich, der Verfasser dieser Antwort (leider auch nicht immer aufrichtig) stelle mich dieser Anschuldigung und protestiere genau wie Du gegen diese Art menschlichen Versagens. Ich arbeite ständig an meiner Aufrichtigkeit und versuche immer aufrichtiger zu werden. Egal, ob ich damit selber schlechte Erfahrungen machen muss oder nicht!

    Ich möchte Dir empfehlen, trotz der Enttäuschung, die hinter Deiner Frage steht, weiter an (D)einer Aufrichtigkeit festzuhalten. Menschen, die sich so aus einer Beziehung raus manövrieren, können von mir aus weiter so diesen Lebensweg gehen. Zu welchem Ziel sie damit kommen, soll mir oder uns gleich sein. Die Begegnung mit Menschen unseresgleichen ist nur eine Frage der Zeit - und wird mit Beständigkeit belohnt - da bin ich mir sicher!

  3. #2 Gast
    26.07.2010 08:58
    w/43
    Ich denke es ist oft die Feigheit, Angst vor der Reaktion und dem Verletzen des Anderen.
    Man mag den (Ex) Partner, aber es ist doch nicht das was mann/frau suchte und will sich elegant aus der Beziehung schwindeln.

    Ich persönlich hatte auch nicht immer den Mut wirklich ehrlich zu sein, vor allem weil man nicht den Menschen verletzen will und es versucht möglichst schonend zu machen.

  4. #3 Gast
    26.07.2010 09:28
    Weil viele sich mit dem Thema Trennung nicht auseinander setzen wollen, sich ihren eigenen Anteil nicht anschauen wollen, wirklich nicht wissen, warum sie sich getrennt haben, sondern nur dem diffusen Gefühl, des sich nicht mehr wohlfühlens, nachgegeben haben.

    Viele Ursachen von Trennungen haben ihren Grund in der Kindheit der Menschen und manchmal muss man ganz weit zurück schauen um zu verstehen, was die wahren Gründe sind, dass man sich getrennt hat.

    Mir als Frau hat Mann oft gesagt, es ist ihm zu "anstrengend". Ja, was genau anstrengend? Er konnte es nicht sagen, ich habe es ihm dann auf die Nase zugesagt und er hat es dann zugegeben. Beziehung heißt ja auch, sich auseinander setzen zu können und auch zu wollen, an sich zu arbeiten, sich zu hinterfragen, sich weiterzuentwickeln, zu überdenken, mit Konflikten umgehen zu können etc.

    Das ist vielen Menschen einfach zu anstrengend. Sie wählen lieber den einfachen Weg und trennen sich dann, oder verhalten sich dann so arschig zur Frau, dass die dann Schluss macht, damit er sich noch in der Opfer-Rolle und der arme Verlassene suhlen kann.....

    Viele Menschen sind emotional nicht reif, können sich nicht sachlich und fair auseinandersetzten, neue Bedingungen und Kompromisse besprechen oder aushandeln oder sind so mit ihrer beruflichen Situation ausgelastet, dass da wenig Zeit und Kraft für die ständige Arbeit an der Beziehung bleibt.

    Mir hat mal ein Mann (Chef einer großen Firma gesagt), dass er schon zuviel in der Firma diskutieren, verhandeln und "kämpfen" muss, das will er nicht auch noch zu Hause und da will er seine Ruhe haben. Der Mann hatte auch einen deutschen Schäferhund ....

    Hinterher erfuhr ich, dass er einen Selbstmordversuch hinter sich hatte, weil seine Frau ihn betrogen hatte....

  5. 26.07.2010 10:05
    Das sind ja schonmal 3 sehr gute Antworten :)

    Summasumarum: Menschen sind einfach feige und auch nur Menschen ;)

  6. #5 Gast
    26.07.2010 11:34
    @ an #3

    ...ein wirklich guter Beitrag. Nicht nur, weil ich da Bestätigung zu meinem Beitrag (#1 m/47) finde, sonder hier eine weitere Facette angesprochen wird, die nicht selten zu den Betroffenen zählen:

    ...damit er sich noch in der Opfer-Rolle und der arme Verlassene suhlen kann.....

    - und -

    ...emotional nicht reif, können sich nicht sachlich und fair auseinandersetzten, neue Bedingungen und Kompromisse besprechen oder aushandeln oder sind so mit ihrer beruflichen Situation ausgelastet, dass da wenig Zeit und Kraft für die ständige Arbeit an der Beziehung bleibt....

    Dann habe ich noch etwas von einer anderen Fragestellung als Reaktion raus lesen dürfen und bringe hier das Zitat als weitere Facette:

    ...in einer derartigen Beziehung mit einem Beziehungsflüchter, die bei zunehmender Vertrautheit und Verbindlichkeit in einer Partnerschaft den Rückwärtsgang einlegen, zum Leidwesen ihrer Partner. Solchen Menschen fehlt der Zugang zu ihrer eigenen Gefühlwelt und deshalb können sie keinerlei Empathie für ihr Gegenüber empfinden. ...

    Es ist nämlich genauso schlimm, am langen Arm seines Partners gefühlsmäßig "zu verhungern". Es kostet Geduld und innere Anstrengung, durch versucht konstruktive Gespräche Konfliktlösungen zu schaffen oder wieder Entspannung in solche Beziehungen hinein zu bekommen. Es müssen jedoch beide daran zusammen werkeln. Einer alleine schafft das nicht - und wäre auch nicht im Sinne einer Partnerschaft. Wir sprechen hier schließlich von zwei!

    Gelingt das nicht, würde ich den eigenen, alleinigen Weg vorziehen. Auch wenn es gegen das Herzgefühl spricht!

  7. 26.07.2010 11:43
    Ja, ich stimme meinen Vorrednern insofern zu, als dass oft Feigheit oder mangelnder Mumm dabei beteiligt sind, wenn Gründe nicht klar und offen kommuniziert werden.

    Andererseits empfinde ich allzu intensive Trennungsdiskussionen auch als unnötig. Einer hat sich entschieden, fast immer nach reiflicher Überlegung, und dann noch exakte Gefühle, Gründe, Anlässe auseinanderzudröseln verursacht nur Schmerzen, Leid und Kummer. Trennung ist Trennung. Da muss man auch nicht ewig drüber reden. Sehr oft ist es aber auch kluges Vermeiden von Streitgesprächen, die gar nichts mehr bringen, denn die Entscheidung ist ja gefallen. Wer Gründe nennt, muss sie gegebenenfalls auch diskutieren, verteidigen, rechtfertigen. Das ergibt statt eines klaren zukunftsgerichteten Trennungsgespräches über Ablauf und Vorgehen der Trennung dann ein vergangenheitszentriertes Gespräch und Ausflüchte aller Art. Das ist doch nie wünschenswert!

    Sehr oft, so vermute ich, steht gerade bei relativ harmonischen Trennungen auch im Vordergrund, den anderen nicht noch zusätzlich verletzen zu wollen. Warum Gründe nennen, Schuld zuweisen, Schmerzen zufügen, Unzulänglichkeiten des Partners sezieren? Das ist doch kontraproduktiv und gar nicht wünschenswert. Wenn es nicht mehr passt, passt es nicht mehr.

    Mein Rat: Wenn man sich trennt, dann sind vorallem klare Ansagen nötig. Nicht um den heißen Brei herumreden, keine Ausreden, Schuldzuweisungen oder sezieren von Fehlverhalten, sondern ganz klare, kurze Ansagen. Danach darf das "Opfer" sich erholen und danach wird über die Fakten der Trennung gesprochen.

  8. #7 Gast
    26.07.2010 14:28
    Meiner Erfahrung nach wurde lange im Vorfeld etwas verschwiegen oder überhört, das sammelt sich an und dann gibt es plötzlich nichts mehr zu sagen.
    Mit ging das so bei einer Trennung von einem Mann, der sich nach dem Studium nur noch für die Karriere interessierte und null für Partnerschaft. Als ich erklärte, das sei jetzt keine Beziehung mehr, fiel er aus allen Wolken und wollte plötzlich reden, dabei war das vergangene halbe Jahr schon völlige Flaute gewesen. Viel konnte ich damals auch nicht mehr sagen, ich erinnere mich nur an ein Gespräch auf einer Bank im Wald, ich weiss, dass ich damals nicht die Situationen aufgezählt habe, die daneben waren.
    Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass er es verstanden hätte.
    Er konnte nichts daraus lernen, er wollte im Vorfeld aber auch nichts klären, wenn es Konflikte gab, diese Erfahrung spielt sicher auch eine Rolle.

  9. #8 Gast
    26.07.2010 14:57
    Die Klassiker:
    "Es liegt nicht an dir, es liegt an mir"
    "Es war vielleicht der falsche Zeitpunkt, an dem wir uns getroffen haben. Ich bin noch nciht soweit für......"
    "Wir haben uns auseinandergelebt"
    "Ich bin nicht der / die Richtige für dich./ Du hast was Besseres verdient. / Ich will deinem Glück nicht im Weg stehen"
    "Ich glaub, ich war eher verliebt in die Liebe..."

    Summe: Um den heißen Brei rumreden.

  10. #9 Gast
    26.07.2010 17:50
    #8:
    "Um den heissen Brei herum reden"! Warum tun gewisse Menschen das, wenn es um so was wichtiges wie eine Beziehung geht? Um den (möglichen) Erhalt derselbigen? Zumindest könnte man versuchen zu kämpfen, wenn einem der Mensch bis vor ganz kurzer Zeit noch äusserst wichtig war. Ich kenne weitere "Klassiker", habe ich selbst erlebt:
    -In meinem Leben habe ich schon immer schnelle Entscheidungen getroffen. Da lag ich nicht immer richtig.
    -Du hast nichts falsch gemacht, das liegt einzig und allein an mir.
    -Ich stelle das rationale über die Gefühle.
    -Wir haben die gleichen Werte und Ansichten, aber es passt trotzdem einfach nicht.
    -Vielleicht war ich einfach zu lang alleine.

    Das schlimme ist, man erhält solche Aussagen von seinem (Ex)partner, und dann wird nicht weiter darauf eingegangen... man kann/soll/muss sich seinen eigenen Reim daraus machen. das macht einen so hilflos.

  11. #10 Gast
    26.07.2010 20:57
    Nein, Frederika, diesmal muss ich dir widersprechen.

    Wenn man eine Trennung gemeinsam nicht halbwegs besprechen kann und nicht in Frieden und mit Respekt auseinander gehen kann, bleibt irgendwie noch ein schales Gefühl hängen, was man unweigerlich und oft unbewußt mit in die nächste Beziehung schleppt, was dort manchmal auch großen Schaden anrichten kann.

    Es geht hier nicht um stundenlange Diskussionen der Schuldzuweisung, sondern einfach ein erwachsenes Reden, meinetwegen auch erst später, wenn sich die Emotionenen gelegt haben, um noch mal in Ruhe drüber zu reden und sich dann mit Respekt voneinander zu verabschieden.

    Aber dazu gehört Reife und noch einiges mehr, was leider viele Menschen nicht haben.

  12. 26.07.2010 21:19
    Am Ende einer Beziehung gibt es nichts mehr zu gewinnen, das Ding ist gelaufen, welchen Sinn hätte es nun noch, alles zu zerpflücken, gegenseitige Schuldzuweisungen auszusprechen etc. Einer wäre dadurch auf jeden Fall verletzt. Will man denn wirklich so knallhart wissen, dass oder warum der andere einen halt nicht mehr begehrenswert oder liebenswert fand? Gefühle können unbeständig sein. Die Sache ist beendet! Nun heisst es, evlt. mit einem neuen Partner in die Zukunft zu blicken oder sein Leben allein auf die Reihe kriegen, nicht in Selbstzweifeln ("warum liebt er mich nicht") zu versinken. Wenn das schlechte vorbei ist, ist Platz für was besseres!

  13. #12 Gast
    26.07.2010 22:55
    Keine genauen Gründe angeben:

    - weil manche Gründe einfach verletzend und angreifend sind, z.B. Du bist mir zu unordentlich und schlampig... da hilft auch die Verklausulierung nicht: Mir gefällt nicht, wie Du Deinen Haushalt führst.

    - weil keine Frau gerne hört, dass sie dem Mann nach Jahren der Partnerschaft "plötzlich" nicht mehr gefällt.... eine der mir gegebenen Antworten: Warum hast Du nie etwas gesagt, dann könnte ich schon lange mit einem anderen glücklich sein.

    Da klingt doch ein: Weil wir nicht mehr zusammenpassen.. viel diplomatischer.

    M/46

  14. #13 Gast
    27.07.2010 22:34
    Oftmals liegt der Grund für eine Trennung darin, dass es in der Beziehung ein Ungleichgewicht gibt z.B. der eine liebt mehr und hat Angst verlassen zu werden. Der andere hat die Macht in der Beziehung. Für ihn ist der Reiz an der Beziehung schon verloren gegangen. Er hat sich entliebt und ist unbewusst schon wieder auf Partnersuche d.h. er strahlt Verfügbarkeit aus.
    Der andere klammert jetzt um so mehr und nervt.
    Derjenige, der die Macht in der Beziehung hat, fühlt sich schuldig für sein mangelndes Liebesvermögen und möchte jetzt den schwarzen Peter dem Anhänglichen zuschieben d.h. er wird sich wie ein Schuft benehmen bis der andere einsieht, dass es Zeit wird zu gehen.
    Ein fieses Spiel, aber ich glaube, dass es von sogenannten Alpha-Männchen oft gespielt wird.

  15. #14 Gast
    27.07.2010 22:41
    Dem Beitrag von '#10 stimme ich voll und ganz zu. Ich befinde mich gerade in der Situation, und die ist echt zum Davonrennen vor sich selbst. Mir liegt sehr viel daran, mich mit meinem Partner auszusprechen, natürlich ohne Schuldzuweisung, aber respektvoll. Das Herz kann Schmerz ertragen, aber an der Ungewissheit zerbricht es. Man fragt sich stunden- und tagelang, was man vielleicht hätte verhindern können, ob man eine Chance übersehen hat etc. Bei mir war es noch so, dass ich ihn, der mich verlässt, getröstet habe, nachfragen konnte ich an diesem Abend nicht, da mir die Kehle zugeschnürt war. Ich habe ihm gesagt, dass für ihn meine Tür offensteht. Wir hatten noch Karten für ein Event, zu dem er gern mitgehen wollte. Ich fragte ihn kürzlich per sms, ob es noch dabei bliebe, aber er reagiert überhaupt nicht mehr und lässt mich quasi verhungern. Warum geht nicht der respektvolle Umgang mit dem anderen, damit dieser auch eine Chance hat, die Sache für sich abzuschließen?

  16. #15 Gast
    27.07.2010 23:04
    An #14
    Ja, natürlich möchte man so gern den Grund wissen, aber er wird dir nie den wahren Grund nennen, weil er dich nicht verletzen möchte.
    Meine Erfahrung ist die, dass ich später, nachdem ich Abstand gewonnen habe, selbst die wahren Gründe herausgefunden habe.
    Ich erinnere mich, wann mein Partner unter welcher Situation gelitten hat. Das fühlt man oder man kann es an seinem Gesichtsausdruck sehen.
    Man kennt ja seine eigenen Schwachpunkte auch selbst.
    Aber die Einsicht kommt manchmal erst Jahre später.
    In der Trennungsphase ist man viel zu sehr verwirrt und voller Schmerz, so dass man nicht imstande ist, einen klaren Gedanken zu fassen. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.
    Die Klarheit kommt erst später.
    Du wirst selten einen Mann finden, der dir die wahren Trennungsgründe aufzählt. Oftmals kann er die Gründe selbst nicht so genau benennen und hat auch nur ein diffuses Gefühl d.h.auch er muss erst einmal Klarheit gewinnen, warum es ihn von dir weggezogen hat.

  17. #16 Gast
    29.07.2010 12:38
    Auch ich finde es nur fair, wenn einem, nach einer offensichtlich glücklichen, harmonischen Beziehung, die wahren Gründe genannt werden. Ich wurde auch verlassen, weil er angeblich nur noch "freundschaftliche" Gefühle hatte, die sich dadurch äußerten, daß er sich verhalten hat wie immer, mir noch einen Monat vorher ein Valentinstagsgeschenk machte, enttäuscht war, daß ich nichts hatte, meine Hand auf langen Autofahrten gehalten hat, Sex mit mit hatte, von einer gemeinsamen Zukunft in einem anderen Land sprach. Ich komme über diese Trennung nicht hinweg (die war vor vier Monaten), da ich die wahren Gründe nicht kenne und es die erste glückliche Beziehung (3 1/2 Jahre) war, die ich bisher geführt habe (w/39). Auch er hat mir bestätigt, daß er unsere Beziehung schön fand. Wir hatten kurz nach der Trennung (3 1/2 Wochen später) auch noch Sex (nicht nur einmal). Können Männer das trotz nur freundschaftlicher Gefühle schon drei Wochen später? Ein halbes Jahr danach würde ich das verstehen, sind eben Männer. Er hat sich von mir trösten lassen und wollte von mir in den Arm genommen werden, als es ihm nicht gutging. .
    Um endlich darüber hinwegzukommen, wollte ich jetzt von ihm wissen, ob er eine andere hat. Er sagte, es bahne sich etwas an. Etwas später (2 Stunden) rief er mich wieder an, um mir zu sagen, daß er mich ja auch vermissen würde. Und abends kurz vor dem Schlafengehen auch, um mir eine gute Nacht zu wünschen. Als ich ein wenig irritiert dareagierte, sagte er, daß er mich noch mal hören wollte. Warmhaltetaktik?

  18. 29.07.2010 13:05
    @#10: Ja sicherlich muss es ein Trennungsgespräch geben, aber müssen wirklich harte Gründe genannt werden? Was nützt das noch? Ich bin gegen dieses Sezieren.

    "Der Sex mit Dir ist langweilig."
    "Du bist in der Haushaltsführung zu schlampig."
    "Ich mag Dich nicht mehr riechen und anfassen."
    "Deine ganze Art und Deine Gerede gehen mir auf den Sack."

    Wer mag solche Gründe hören? Selbst in verklausulierter, netterer Form?

    Fast immer endet es daher mit Floskeln a la "Wir haben uns auseinandergelebt / nicht mehr genug Gemeinsamkeiten / ich liebe dich nicht mehr."

    Ich bin überzeugt, dass man jemanden einfach mitteilen kann, dass es nicht mehr passt, man nicht mehr zusammenbleiben möchte, die Partnerschaft nicht mehr zu retten ist. Ein Sezieren ist nicht notwendig und hilft auch nicht.

    Die wahren Gründe sind doch meist schon monatelang offen bekannt und zur genüge darüber gestritten worden. Ob der Sex weniger und langweiliger wird, man zu wenig zusammen unternimmt, man sich immer öfter über Kleinigkeiten streitet oder einfach die Nähe nicht mehr mag -- muss man das wirklich auseinanderdröseln? Und was hilft es dann?

    Ein Trennungsgespräch sollte vorallem eindeutig und endgültig sein und insofern konstruktiv, als dass ganz klar ist, was folgen wird. Nach einer eventuellen Verschnaufpause sollten dann die Eckpunkte der Trennung geklärt werden: Wer zieht wann aus, wer will was behalten, was müssen wir auseinanderdröseln.

  19. 29.07.2010 13:24
    Noch ein neuer Aspekt dazu:

    Wenn man GRÜNDE nennt, dann wird eben auch DISKUTIERT:

    + "Ich werde mich ändern! Ich schwöre es Dir!"
    + "Das war aber ganz anders! Bla bla bla"
    + "Daran hattest Du auch Schuld!"

    Das ist im Moment der Trennung nicht konstruktiv, sondern behindernd. Gründe führen zu Diskussionen, Diskussionen zu Streit -- das letzte, was man im Moment der Trennung gebrauchen kann.

    Wichtiger sind klare Ansagen:

    "Ich habe mich entschieden, mich von Dir zu trennen."

    Wenn nach Gründen gefragt wird, reichen Allgemeinplätze, die nicht angreifbar und diskutierbar sind. Keine Vorwürfe, Gründe in einem selbst, nicht in dem anderen, Ich-Botschaften, die nicht diskutierbar sind:

    "Es hat einfach keinen Zweck mehr. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, mit Dir zusammen alt zu werden. Ich habe nicht mehr die Gefühle für dich, die für eine Partnerschaft nötig sind!"

    Aber auch: "Meine Entscheidung ist nicht spontan, sondern wohl überlegt. Ich habe mich entschieden. Bitte akzeptiere das."

  20. 30.07.2010 01:19
    Wenn es eine Trennung gibt/gab, gibt/gab es auch Probleme und Gründe. Es ist moralisch nichts anderes als fair zu erfahren, was es wirklich ist! Und wer es nicht sagt, ist erst einmal feige! Wer die Gründe ehrlich nennt, steht in Gefahr ein: "ich kann mich ändern" zu hören. NA UND? Wenn keine überzeugenden Gegenargumente genannt wurden, kann man trotzdem "durchziehen". Aber beide können lernen! Der Eine, dass er es sich vielleicht doch nicht richtig überlegt hat oder der Andere, dass er beim nächsten Mal besser Bescheid weis, was er oder der Andere oder beide falsch gemacht haben.

  21. #20 Gast
    04.10.2010 15:18
    Ich habe meinen Mann verlassen müssen, weil der Fass voll war.
    Er verlor jegliche Respekt von meiner Person.
    Er beleidigte mich und merkte es nicht mal.
    Da ich immer harmonie bedürftig war, schwieg ich.
    Ih wollte ihn nicht verletzen und die Situation nicht eskalieren lassen.
    Er war sich mir soo sicher, wie die Bücher im Regal die sich nicht wehren.
    Er hat nicht gemerkt das ich auch erwachsen geworden bin, er war älter (10j.) behandelte mich wie unsere Töchter.
    Wollte mir ausgeh Kontingente und Taschengeldkonto anlegen.
    Er war immer geradllinig, nie nach re.- li. schauend.
    Versuchte mich mit irgendwelchen verhaltensweisen zu halten. Psychol.
    Ich war entsetzt.Er war der Meinung ich wäre verwiert wie ein kleines Kind und depr.

    Er hätte mich nur mit liebe halten können ,das hat er nicht getan.
    Von Tag zu Tag ging mir shlechter.
    Ich mußte gehen auch wenn dadurch unsere träume zerstört worden sind.

    Mein schweigen hatte immer einen Grund, ich wollte ihn nicht verletzen.
    Ich bat ihm um Zeit er wollte mir keine geben, setzte mich unter Druck.
    Heute bin ich froh das ich ging.
    Ich habejemanden kennen gelernt , der mein empfinden von meine Mimik abließt und mich angöttert. Das ist etwas ganz anderes.

    Und er ich war 6 Wochen weg, da hat er sich eine neue aus dem Intern. geangelt.
    Wenn ich ihn begegne sieht er nur noch verbittert und böse aus.
    Mit den Kindern hat er schleppend kontakt, wei er denkt er bestraft mich dadurch.
    Außer seine Kinder zu verlieren erreicht er nichts.
    Ich würde nie mehr zurück wollen er hat mir seinen wahren Gesicht gezeigt.
    Meine Kinder, meine Familie alles schow und vergänglich.

    Liebe ist etwas anderes man muß auch mal über seinen Schatten springer, Stolz Stolz sein
    lassen und kämpfen.

  22. #21 Gast
    05.10.2010 12:18
    zu #18

    Wenn man Gründe nennt, muss nicht immer diskutiert werden. <MOD: Sticheleien entfernt.>

    Ich habe oft meine Gründe genannt und komischer Weise kam vom Mann selten Diskussionsbedarf, weil ich einfach recht hatte und er wusste, dass er so ist, wie er ist und sich nicht ändern wollte oder konnte, oder ich damit nicht mehr leben konnte.

    Ich glaube eher, dass Frauen diskutieren und das Männer davor Angst haben. Aber das sind dann eh unreife Männer, weil es in jeder Form von Beziehungen zu Trennungen kommen kann, z.B. im Beruf, und da muss man auch wissen und erfahren dürfen, woran es gescheitert ist, dass die Beziehung beendet (Kündigung) wird.

    Ich habe als Frau auch nie mit einem Mann eine Trennung diskutiert, sondern eher besprochen, leider oft viel zu wenig, weil die Männer dazu nicht in der Lage waren, was ja auch ein Grund für mich war, die Beziehung zu beenden.

    w (47)

  23. #22 Gast
    23.10.2010 13:43
    @ 17:
    So schreiben nur Leute, die noch nie verlassen wurden.
    Theorie ist eben nicht alles!
    Die Geschichten schreibt das Leben und kein Psychologe!
    Dieses ganze Gefasel, ich habe zu respektieren, wenn jemand
    wissentlich meine Lebensplanung zerstört bla, bla, bla ...ich kann
    es nicht mehr hören. Bei solchen Trennungen geht es um Psychopathen,
    die kein Gewissen haben, Empathie nicht kennen, die nur sich sehen und
    eiskalt alles ausführen, was für sie gut ist. Der/die Partnerin spielt keine
    Rolle!
    @3 sehr schöner Beitrag.

  24. #23 Gast
    23.10.2010 16:55
    Bei jedem Bewerbungsgespräch, nach dem es nicht zur Anstellung gekommen ist, hat man das Recht, zu fragen, woran es lag. Um es nächstes Mal besser zu machen. Wenn die Firma "vernünftig" ist, nennt sie auch Gründe.

    Für eine Beziehung sehe ich das kaum anders - außer, daß die mitschwingenden Gefühle es umso schwerer machen, wenn man keinen Grund genannt bekommt und man dadurch nicht zum Abschließen kommt.

    Meiner Meinung nach sind Männer feig und überlassen den Frauen das Ansprechen der Problematik. Selbst dann sind sie nicht in der Lage, die wahren Gründe zu nennen und geben ihr damit keine Möglichkeit, 1) in kurzer Zeit abzuschließen 2) sich selbst zu reflektieren.

    Ich hätte damals gerne noch mit dem "Ex" ein Stündchen über das "Warum" geplaudert - vielleicht hätte ich ihm ja sogar zugestimmt, wer weiß?

    Das Gespräch wurde mir verwehrt, ich fand andere Wege. Er weiß, was ich von ihm - gerade nach der Gesprächsverweigerung - halte.

  25. 23.10.2010 17:57
    Viele sind zu feige und unfähig die Wahrheit auszusprechen. Natürlich ist diese Mehrzahl der Menschen auch nicht Kritikfähig bzw. kann damit sinnvoll umgehen und daher hält man selbst auch gerne mal seine Klappe (sonst kratzt man instabile vom Baum ab oder so ähnlich). Ich hatte auch schon Damen, welche die Wahrheit nicht verkraftet hätten und daher nur so ein schwammigen Text bekommen haben.

    @23 Als Chef spart man sich am besten alle Kommentare, denn der Rechtsanwalt wartet nur darauf und die AN haben diesbezüglich übersteigerte Vorteile (Gesetze).

  26. #25 Gast
    24.10.2010 10:31
    Ich finde es schwierig einen Trennungswunsch zu "begründen", weil es "gute/schlechte" Gründe gibt, die ja aber nur mit mir zu tun haben und nicht mit dem anderen. Wie soll man begründen, dass die Gefühle sich geändert haben? Wie soll man begründen, dass man nicht zusammen passt? Wie soll man begründen, dass der/die andere nicht die Person ist, mit der man sich vorstellen kann, sein restliches Leben zu teilen? Wie soll man begründenm, dass es keine Liebe (mehr) ist/wurde?
    Ich bin ein Mensch der sehr viel nachdenkt und analysiert und trotzdem finde ich auf viele Fragen emotionaler Natur oft keine zufriedenstellenden Antworten. Wie soll ich dann was kommunizieren?

    Und selbstverständlich setze ich voraus, dass man in einer Trennungssituation den anderen nicht verletzt und ihm/ihr auch nicht den Eindruck vemittelt, etwas falsch gemacht zu haben ... das kann der/die Andere nämlich gar nicht, da die Antwort nur in mir liegt.

    Für mich selbst habe ich festgelegt, es gibt im emotionalen Bereich Dinge, die ich/die man nicht verstehen oder nachvollziehen kann und dabei will ich es dann auch belassen.

  27. #26 Gast
    24.10.2010 11:58
    @#25: Jeder sollte sich mehr Mühe geben. Eine der einfachsten Ausreden ist m. E. zu behaupten, es fiele einem keine Begründung ein (trotz Analyse und Nachdenken). Sich diese Mühe NICHT zu machen, ist eine NICHTWERTSCHÄTZUNG des anderen. Spricht eigentlich für sich schon Bände... danke, solche Menschen brauche ich nicht, die sich in der Trennungssituation aus Feigheit und Faulheit verschanzen hinter der Begründung: "Ich will dem anderen nicht weh tun".

    [Moderator: Bleiben Sie höflich und freundlich! Nachfolgende Angriffe wurden entfernt.]

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