1. Frage:
    Gefragt am: 05.12.2010, 00:16 von Gast
    Was tun, wenn er mehr Nähe sucht? Eure Gedanken, Ansichten, Erfahrungen hierzu?
    Vor 2 Jahren lernte ich (w, 60) einen reifen u. interessanten Mann kennen. Es gab/gibt gravierende Gründe, weswegen er für mich als Partner niemals in Betracht kommt. Fairerweise sagte ich ihm das, sobald ich das klar hatte. Wäre jedoch gerne mit ihm in Kontakt geblieben. Seine Reaktion: Bedauern u. Einverständnis damit, dass wir auch ohne Partnerschaft den geistigen Austausch, den wir beide sehr schätzten, weiterhin pflegten. Seitdem telefonierten oder mailten wir ab u. zu, sahen uns in vielwöchigem Abstand. Nun überrascht er mich damit, dass er um mich wirbt. Er hat Sehnsucht nach mehr Nähe. Bin im Dilemma. Ich weiß, er verantwortet selbst, was er tut. Überlege, ob die unterschiedl. B.-Wünsche für ihn nicht zu schmerzhaft würden u. für mich zu belastend (?). Er beteuert, dass er klar käme. Ich muss für mich lösen, ob es mir nicht allzusehr zu schaffen macht, von seiner Sehnsucht nach größerer Nähe zu wissen u. sie nicht anders zu beantworten, als bisher.
    Antworten:
  2. #1 Gast
    05.12.2010 13:50
    Liebe FS,
    ob es für ihn zu schmerzhaft würde, kann nur er selber wissen - Du hast, wie Du bereits richtig schreibst nicht die Verantwortung und natürlich sagt er, dass er damit klar käme. Ich kenne jedoch auch das theoretische Wissen einerseits und andererseits doch das Gefühl der Verantwortung mit eventuellen Schuldgefühlen. Ich habe bisher immer die Beziehungen gehalten und festgestellt, wenn ich meine Position, also die freundschaftliche konsequent gehalten habe, dass der andere dann auch, nach einer gewissen Zeit, dies akzeptiert und seine Sehnsucht verliert. Mit diesem Wissen, was einem Sicherheit verleiht, bekam ich keine Schuldgefühle. Du hast mit offenen Karten gespielt und ihm nie etwas vorgemacht - Du trägst keinerlei Verantwortung.
    Eine weitere Idee wäre den Kontakt eine Zeit einzufrieren, bis er sich wieder gelöst hat. So habe ich es gemacht, als es mal umgekehrt war - also ich in einen Mann verliebt ar, der nicht wollte.
    Heute ist er mein bester Freund.
    w/61 Jahre

  3. #2 Gast
    05.12.2010 18:58
    Bitte argumentiere nicht mit "seinem Leid" etc. . Nur weil er gerne mehr Nähe will, heißt das nicht, dass er leidet. Das ist zwar für Dich eine schöne romantische Vorstellung ... Er als Werther, Du als Lotte und "Jeder Jüngling sehnt sich, so zu lieben, jedes Mädchen, so geliebt zu sein" .... aber das ist meiner Meinung nach Blödsinn. Diese Vorstellung tut Dir gefühlsmäßig gut, trifft aber wahrscheinlich nicht die Realität. Schau, dass Du kein doppeltes Spiel spielst, kurz, dass Deine nonverbale Kommunikation mit Deiner verbalen übereinstimmt und ansonsten, macht weiter wie bisher.

    Mach Dir klar, was es heisst: Es ist ein großes Kompliment von ihm an Dich! Er akzeptiert Dich und Deine Wünsche, es geht ihm nicht um schnellen Sex oder so, sondern um Dich selbst als Person! In meinen Augen wärest Du ziemlich blöd, wenn Du ihn "um seines Besten willen" abschiebst (davon abgesehen: wahrscheinlich würde ihn das mehr schmerzen.....) Einfrieren: im Fall der #1 war die Situation genau umgekehrt.... also müsste wenn er beschliessen, Dich einige Zeit nicht zu sehen.....

    m/30

  4. #3 Gast
    05.12.2010 20:09
    an #1 Danke dür deine Mitteilung. Den umgekehrten Fall kenne ich auch. Da war's ich - wenn auch schon lange her - die verliebt war und er zunächst auch und dann eben nicht weiter. Das hat sehr geschmerzt. Damals habe ich begriffen, dass Liebe auch eine "Einbahnstraße" sein kann, also nur in einer Richtung. Das war eine wichtige Erkenntnis, ihn weiter lieben zu können und ihn - grade deshalb - gehen zu lassen und ihn nicht zu binden oder unter Druck zu setzen, wenn er entschieden ist. Das war sehr schwer, vor allem, weil ich noch ziemlich jung war. Es hat lang gedauert und wir hatten jeweils Partner/in und Kinder, als es für und beide klar war, dass wir wirklich gute Freunde sind. Schon lange lebt er im Ausland und wir skypen 1-2mal im Jahr und genießen gegenseitiges Vertrauen. Aber wie gesagt: es war der umgekehrte Fall.

    Fragestellerin

  5. #4 Gast
    05.12.2010 23:13
    an #2
    danke für deine Rückmeldung.
    Die 1000 Zeichen ließen nicht zu, dass ich detaillierter berichten konnte.
    Nein, es ist nicht meine Annahme, dass er leidet, es sind seine eigenen Worte.
    Er schreibt und sagt am Telefon, dass er jetzt erst bewusst erfasst, dass er wohl weitaus mehr Hoffnungen in die Beziehung setzte, als er das dachte, als er meinte, er käme damit klar.
    Nun will ich weder weggehen, noch ihm etwas abnehmen oder zerreden.
    Und ich bin ganz genau deiner Meinung, dass es an ihm ist, zu entscheiden, ob ihm das zuviel ist oder nicht. Das sagte ich auch ganz zu Anfang, vor 2 Jahren, als ich für mich klar hatte, dass er kein Partner für mich sein kann, ich aber sehr gerne mit ihm in Kontakt bleiben will. Ich fragte ihn, ob es für ihn machbar sei. Wenn nicht, könne ich es verstehen, er soll es mir dann einfach sagen. An diesem Tag meinte er, dass er wohl sehr bald damit klar käme und sehr, sehr gerne mit mir weiterhin Kontakt halten will.
    Seitdem er warb und ich ihm sagte, dass ich für sein (kostbares) Liebesangebot danke, es aber weiterhin so halten will, wie bisher, schreibt er mir regelmäßig von seinem Leid, der unerfüllten Sehnsucht und wie tief er seine Einsamkeit fühlt.
    Er hat das Recht auf seine Erfahrungen und alle seine Gefühle und trägt selbst die Verantwortung, ob er Abstand will oder freundschaftliche Nähe (mehr kann und will ich nicht und habe auch niemals mehr versprochen, weder in Worten noch in Taten. Habe ihn z.B. nie geküsst, werde es auch nicht tun.)
    Ich bemerke, wie sehr belastend es f ü r m i c h ist, dass er so leidet und mir das mitteilt. Das ist ein Zeichen unseres gegenseitigen Vertrauens und gleichzeitig macht es mir ungeheuer viel aus, Auslöserin seines Elends zu sein. Ich komme schwer zurecht damit.
    Das war meine Frage.

    Fragestellerin

  6. 06.12.2010 00:18
    @ FS:

    Freundschaft zwischen Frau und Mann ist möglich! Meine Meinung ist da verschieden von der mehrheitlichen, zumindest der hier im Forum.

    Was aber absolut auf Dauer nicht geht, ist eine Freundschaft, wo der eine Part sich mehr wünscht und erhofft. Das ist dann eine Situation, die beide belastet. Jeder weiß, dass der andere sich quält - und das macht krank.

    Du hättest eigentlich jeden Kontakt beenden müssen, als du gemerkt hast, dass der Mann mehr möchte. Auch, wenn er gesagt hat, dass er damit zurecht kommt - offensichtlich hat er sich überschätzt.

    Es ist nun an dir, klare Verhältnisse zu schaffen, besonders für ihn. Nur, wenn er keine Hoffnung mehr haben kann, wird er auch in der Lage sein, sich irgendwann neu zu orientieren. Das wird leider nur durch Kontaktabbruch funktionieren.

    Tut mir leid für dich, aber du wirst wohl den 'guten Freund' aufgeben müssen, wenn du es gut mit euch beiden meinst!

    Alles Gute

  7. #6 Gast
    06.12.2010 00:40
    @#2
    Bei diesem "doppelten Spiel" stimme ich Dir zu, aber ich glaube, in anderer Hinsicht.
    Es wäre ihm gegenüber unfair!
    Und genau das beschreibt Angeline in #5.
    @ FS
    Ich bin zwar ca. 15 Jahre jünger als Du, hatte aber einen Verehrer, ein gemeinsamer Freund meines Exmannes und mir, der über 20 Jahre (nicht aufdringlich und mit Pausen während der Ehe!!) versucht hat, mich irgendwann für sich zu gewinnen.
    Er war jahrelang ein GUTER FREUND für mich (auch vor, während, nach meiner Scheidung), mehr nicht ...... bis er mir dann sagte, dass er immer auf mich warten würde, egal wie lange noch.
    Ich hatte es immer geahnt, war aber genau so unschlüssig wie Du.
    Dann habe ich ihm erklärt, dass ich niemals mehr für ihn empfinden werde ..... unser Kontakt ist seitdem abgebrochen.

  8. #7 Gast
    06.12.2010 14:56
    Leider wirst du diese Freundschaft aufgeben müssen, weil eure Vorstellungen unterschiedlich sind. Er leidet weil er mehr möchte, du leidest an sein Leiden und bist belastet. Keine Freundschaft darf so sein, dann ist es eben keine, auch unter gleichem Geschlecht. Es ist so, wenn einer von beiden fordernd wird, das kann der andere Teil nicht verantworten.

  9. #8 Gast
    14.12.2010 23:24
    Das tut mir echt leid für den Mann. Er versucht doch alles, denn er ist eben ein Mann, der eine Frau erobern will. Vielleicht schafft er es ja doch noch?
    Tausend Mal berührt - tausend Mal ist nichts passiert...tausend und eine Nacht ...und dann hats...

  10. #9 Gast
    15.12.2010 02:16
    Ich stimme Angeline zu:

    Eine Freundschaft zwischen Mann und Frau funktioniert leider nicht, wenn einer mehr will als der andere!

    Dein "Fehler" war, ihm anzubieten oder gar zu fragen, dass/ob ihr befreundet bleiben wollt. Wenn man verliebt ist, klammert man sich nämlich an jeden Strohhalm und deshalb nimmt ein Verliebter solch ein Angebot meistens an. Er sieht darin auch die Chance, die Angebetete später doch noch für sich gewinnen zu können.

    Meine Erfahrung ist, wenn ich einem Verehrer in der Anfangsphase ganz klar und eindeutig in Wort und TAT kommuniziere, dass mehr als Freundschaft nicht drin ist, dann lässt sein Interesse fast immer gegen Null gehend nach. Das fand ich schon manches Mal sehr bedauerlich, weil ich eine Freundschaft zu dem Mann wirklich gerne gehabt hätte. Außerdem tut es gut, von einem netten Mann umworben zu werden, das muss man sich selbst auch eingestehen! Aber in diesen sauren Apfel muss man dann leider beißen!

    War ich in meinem Verhalten dagegen nicht ganz eindeutig, (unterbewusst vielleicht, weil ich die Freundschaft nicht verlieren wollte), verliebte der Mann sich in mich und es passierte genau das, was du jetzt erlebst - er litt und suchte meine Nähe!

    Denke noch mal darüber nach:

    Vielleicht verhieltst/verhältst du dich doch nicht ganz eindeutig ihm gegenüber. Wenn man den Mann als Freund nicht verlieren will, lässt man ihm unbewusst häufig doch noch eine geringe Hoffnung. Du musst in Kauf nehmen können, dass er den Kontakt zu dir gänzlich abbricht.

    Wenn du einen Kontaktabbruch nur ganz schwer ertragen könntest ... kannst du dir sicher sein, dass er genau das bei dir spürt und seine Hoffnungen letztlich als nicht ganz unberechtigt empfindet!

    w42