1. Frage:
    Gefragt am: 19.05.2011, 08:54 von Gast
    Welche Auswirkungen hatte der konkrete Scheidungstermin auf Euch?
    Hallo,

    ich wüsste gerne von den kinderlos Geschiedenen unter Euch, welche Bedeutung der Scheidungstermin für Euch hatte. Wie ging es Euch in der Zeit? Und was habt Ihr getan,
    um Euch besser zu fühlen?

    Hat der Gerichtstermin dazu beigetragen, dass Ihr in ein Loch gefallen seid und den Schmerz des Scheiterns noch einmal in voller Härte spüren musstet? Auch bei emotionaler Klarheit und trotz Trennungsjahr?

    War es auch eine Art ersehnter Befreiungsschlag?
    Oder überwog trotz allem die Traurigkeit?
    Oder war es eine verwirrende Mischung aus all dem?

    Und wie lange habt Ihr gebraucht, um Euch emotional wieder wirklich frei davon zu fühlen?

    Besten Dank für Eure Antworten!
    Antworten:
  2. #1 Gast
    19.05.2011 13:42
    Es kommt wohl sehr darauf an, on man verlassen wurde, oder selbst die Scheidung initiiert hat.
    Ich habe meine Scheidung vor vielen Jahren gewollt, mein Ex-Mann eher nicht.

    Viele Jahre nach dieser Scheidung trennte sich "aus heiterem Himmel" mein damaliger Lebensgefährte von mir - daran bin ich fast zerbrochen. Ich glaube, diese Art der Trennung ist durchaus vergleichbar mit Scheidung. Ich habe aufgearbeitet, das war die anstrengendste und intensivste Zeit meines Lebens - möchte ich nicht missen.

    Nach etwa 2,5 Jahren hatte ich wieder neuen Lebensmut, fühlte mich allein mit mir glücklich und zufrieden. Und frei...
    Dann lernte ich meinen jetzigen Partner kennen. Im Sommer ziehen wir zusammen, nach zwei schönen Kennenlern-Jahren. Ich bin glücklich!

    w 48

  3. 19.05.2011 14:33
    Dabei ist doch entscheidend, wie man sich trennt.

    Wenn das Paar bei der Trennung jede Erziehung und zivilisiertes Verhalten vergißt und beiseite drängt, wird die Zeit der Trennung und die Scheidung selbst immer eine schlimme Erinnerung bleiben. Ich kann das nicht verstehen, man hat sich doch mal geliebt.

    Ich bin 2 x geschieden. Die Trennung ging einmal vom Partner und einmal von mir aus. Es sind sicher nicht die schönsten Erinnerungen meines Lebens, aber wir können immer noch an die schönen Zeiten der Ehen zurück denken und wir führen keine Kriege.

    Ich war schon immer der Meinung, dass man Reisende nicht aufhalten soll.

    Mein 1. Mann hat mich verlassen, da war ich gerade 31 J. und wir hatten 2 Kinder. Die neue Frau war gerade 20 (soviel zum Thema älterer Mann mag nur junge Frauen; er war gerade 32 - wer von uns war da denn schon 'älter'?).

    Mein 2. Mann hatte dann eine 12 Jahre Jüngere Geliebte als ich gerade 42 war (wir waren gleich alt).

    Ich habe mich nach den Scheidungsterminen einfach nur frei gefühlt, es gab endlich einen Abschluß. Ich kann prinzipiell mit Unerledigtem nicht umgehen, egal was das ist.

    Danach hatte ich einen Mann, der mich wirklich sehr geliebt hat und ich ihn auch. Da hat alles gestimmt. Leider ist er viel zu früh an Herzversagen gestorben.

  4. #3 Gast
    19.05.2011 16:18
    Ich stehe gerade kurz vor der Scheidung. Ich habe die Trennung und auch die Scheidung gewollt und veranlasst, und wir haben keine Kinder. Aber trotzdem denke ich zwischendurch: "Mist, du hast doch irgendwie versagt, wie konnte das passieren."
    Ich wollte damals heiraten und habe mich damit auch identifiziert und mich wohl gefühlt und wollte mit diesem Mann auch alt werden. Leider hat das nicht funktioniert. Wir waren 19 Jahre zusammen und 14 Jahre verheiratet. Haben uns aber extrem auseinander gelebt. Es hätte für mich nicht mehr funktioniert.

    Ich habe seit über 1 Jahr einen neuen Freund, mit dem ich seit kurzem auch zusammen wohne. Ich liebe ihn. Er lässt sich ebenfalls gerade scheiden. Für uns ist seit dem Kennenlernen klar, dass jeweils eine Ehe gereicht hat und wir nicht heiraten werden, weil man auch so zusammen leben und glücklich sein kann.

    Trotzdem ist da schon ein komisches Gefühl, geschieden zu werden. Einerseits will man diesen Mann nicht mehr, andererseits hatte man ja einiges zusammen aufgebaut und die Ehe hat einem auch ein Gefühl der Sicherheit gegeben. Sicher fühle ich mich mit meinem jetzigen Partner auch, aber nicht so wie in der Ehe. Kann ich jetzt auch schlecht beschreiben. Ist irgendwie komisch.

    Aber erneut zu heiraten kommt jetzt nach 1 Jahr sowieso nicht in Frage und eine gescheiterte Ehe reicht auch. Die Trennung mit Trauschein ist viel schlimmer als ohne. Das kann man sich eigentlich ersparen. Aber sicher war er der Hafen der Ehe.

  5. #4 Gast
    19.05.2011 22:45
    Danke. Wünsche Euch alles Gute. Es hängt wahrscheinlich wirklich von den Umständen und auch der gemeinsamen Geschichte ab, wie es ist und man es wahrnimmt und wie lange man trauert...

    @ Angeline: Dass Dein Mann gestorben ist tut mir leid... Ich hoffe, Du hast viele schöne Erinnerungen an Eure Liebe und die gemeinsame Zeit, es klingt sehr danach.

  6. 19.05.2011 23:48
    @ #4:

    Danke für die lieben Worte. Ja, es ist eine logische Folge dieses Forums, dass man selten von den guten Zeiten lesen kann. Klar, die, die eine funktionierende/glückliche Beziehung haben und hier gelegentlich schreiben, sind halt nur Wenige. Das liegt am Zweck dieser Plattform.

    Aber meine 3. Ehe war so intensiv in allen Bereichen (für uns jedenfalls), dass ich auch nicht oft drüber rede (reden muss). Diese Erinnerungen gehören mir alleine. Ich habe meine Männer nicht geteilt und nun, da ich nur die Erinnerungen habe, teile ich diese auch nicht... *lächel*

    Von Außenstehenden wird das oft als Desinteresse oder Vergessen interpretiert, aber das Gegenteil ist der Fall. Aber mich stört das auch nicht, was Andere denken.

  7. #6 Gast
    21.05.2011 13:12
    Konkrete Auswirkungen hatte unser Scheidungstermin auf mich eigentlich nicht. Ich habe nach 9 Jahren des Getrenntlebens meinen damaligen Mann angerufen und gefragt, ob er einverstanden ist, wenn wir den gleichen Anwalt nähmen und ich die Scheidung betreiben würde. Da die Kosten immer der zu tragen, der auch die Scheidung veranlasst, hat mein jetziger Ex-Mann sofort angeboten, die hälftigen Anwalts- und Gerichtskosten zu übernehmen, was er dann auch gemacht hat.

    Wir haben uns vor dem Sitzungszimmer getroffen (das 1. Mal nach fast 6 Jahren), sind zusammen mit unserem Anwalt zu der Richterin gegangen, sie hat unsere Personalien verlesen und wir waren nach ca. 3 Minuten wieder draußen. Wir haben uns die Hand gegeben und sind in unsere Autos gestiegen. Damit war zum Abschuss gebracht, was wir aus persönlichen Gründen "geschoben" haben, bis ich 60 wurde.

    Ich war noch einkaufen und habe mich abends mit Freunden zum Kartenspielen getroffen. Das war's.

    Emotionen? Keine. Ich hatte das Gefühl, einen langjährigen Bekannten nach einigen Jahren wieder getroffen zu haben.

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