1. Frage:
    Gefragt am: 29.05.2010, 22:09 von Gast
    Wie steht ihr zu gemeinsamem Sorgerecht von Anfang an ohne Trauschein?
    Habe mit meinem damaligem Partner bei der Geburt gemeinsames Sorgerecht auf beiderseitigem Wunsch hin eintragen lassen, und es ist trotz Trennung bisher gut gelaufen. Trotzdem werde ich deswegen immer wieder kritisiert. Was spricht dagegen?
    Antworten:
  2. 29.05.2010 23:01
    Es gibt eigentlich keine objektiven Gründe, die dagegen sprechen. Laß Dir Deine Entscheidung nicht schlecht reden! Ich find sie klasse, wenn der Vater sich auch mit einbringt bei der Erziehung und Versorgung des Kindes.

    Unsere Gesellschaft ist vielfach total eingefahren und nicht offen für etwaige Änderungen in solchen alten "Regeln". Es gibt Menschen, die würden nie einen Partner mit Kind als neuen Partner akzeptieren, es gibt Menschen, die meinen, Kinder müssen bei der Mutter leben, es gibt Menschen, die kritisieren Entscheidungen wie die Eure etc. Diese Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

    Ein Vater sollte nicht nur zahlen müssen, sondern auch mit erziehen dürfen, mit entscheiden dürfen u.v.m. Leider wird das vielfach von den Müttern abgelehnt, da sie die Kinder lieber als Druckmittel gegen die Väter einsetzen möchten. Ich finde Euer gemeinsames Sorgerecht klasse, unabhängig vom Ehe oder Nicht-Ehe sollten auch uneheliche Väter öfter mit mehr Rechten ausgestattet werden.

    Kompliment an Euch und laßt die Kritik abprallen. Sie ist es nicht wert, darüber nachzudenken. Vielleicht sind die Kritiker auch nur neidisch??

  3. #2 Gast
    29.05.2010 23:22
    Es spricht nichts dagegen!
    Wer kritisiert denn? Neidische Bekannte oder gar "Freunde", die es selber nicht auf die Reihe kriegen?
    Lass' Dich nicht verrückt machen, solange zwischen Dir, dem Vater Eures Kindes und dem Kind alles klappt ist das doch eine super Konstellation!
    Es gibt Menschen, die reden alles schlecht und wissen alles besser!
    w46

  4. #3 Gast
    29.05.2010 23:55
    Bin FS: Die Kritik kommt vor allem aus dem engen Familien- und Freundeskreis, und sie befürchten, dass der gute Kontakt irgendwann in Differenzen mit dem Vater umschlägt. Habt ihr Erfahrungen mit gemeinsamem Sorgerecht? Bei mir war bisher das einzig Lästige, dass ich seine Unterschrift bei Paßbeantragung, Kindergartenantrag etc. extra holen musste. Aber was kann auf mich zukommen, wenn wir nicht einer Meinung sind? Unterhalt ist, denke ich, unstrittig. Was ist mit Mitspracherecht bei Schulwahl, was ist, wenn einer von uns beiden einen neuen (unsympathischen für den Ex) Partner hat....
    Bisher waren wir immer ähnlicher Meinung, und offen für die Vorstellungen des anderen. Mir war damals beim Eintrag des gemeinsamen Sorgerechtes auch wichtig, dass im Todesfall das Sorgerecht "automatisch" beim Vater bleibt. Außerdem finde ich, wie schon hier in früheren Threads diskutiert, dass der Vater genauso seine Rechte wie Pflichten haben soll. Und das war durch das gemeinsame Sorgerecht am einfachsten zu bewerkstelligen und zu sichern. Dass dadurch ein Mitspracherecht bei schulischen und ähnlichen Entscheidungen entsteht, war mir bewußt und so gewollt. Wir hatten schon vorher viel über Erziehung diskutiert, da seine 2 Kinder aus erster Ehe regelmäßig bei uns waren-. Wir hatten in vielerlei Hinsicht ähnliche Ansichten.

  5. 30.05.2010 00:44
    Na, wenn ein Kind innerhalb einer stabilen Beziehung zur Welt kommt, ist es wohl selbstverständlich, dass beide Eltern das Sorgerecht bekommen. Wie sollte man seinem Partner eine andere Lösung verkaufen? Warum sollte man eine andere Lösung wollen?

    Wenn das Kind bereits außerhalb einer festen Beziehung zur Welt kommt, würde ich aber natürlich als Mutter niemals Dem Vater das Sorgerecht zuteilen lassen. Das wäre einfach ein Fehler.

  6. #5 Gast
    30.05.2010 01:11
    @#4
    Damit sprichst Du dem Vater alle Mitspracherechte ab!
    Es ist auch sein Kind!
    Übrigens, in Deiner so "stabilen Beziehung" ist man verheiratet, da haben beide automatisch das Sorgerecht!
    Woher weisst Du, dass auch unverheiratete in einer "stabilen Gemeinschaft" leben?
    Sieht man es ihnen an?
    Muss der Mann bei einer evtl. Trennung befürchten, dass er sein Kind nicht mehr sehen darf, wenn es der Mutter nicht passt?
    So etwas müssten auch Mitdreissiger-Elite- Frauen wissen und bedenken, wenn sie nicht wie Furien ihr Kind vor dem leiblichen Vater "schützen" müssen und wollen!!
    DU würdest damit einen schwerwiegenden Fehler machen!

    MOD [gekürzt; Bitte keine Unterstellung.]

    w46

  7. #6 Gast
    30.05.2010 09:01
    @FS/3
    Finde ich eine völlig sinnvolle und auch nicht ungewöhnliche Lösung.
    Was ist, wenn Ihr mal nicht einer Meinung seid? Ich denke, das gleiche, als wenn Ihr noch ein Paar wäret: Ihr müsstet Euch irgendwie einigen. Auch in einer Beziehung können die Meinungen über die Schulwahl und dergleichen mal auseinander liegen. Was den neuen, evtl. unsympathischen Partner angeht: Vielleicht sieht das Kind das ja dann ganz anders. Es wird ja auch älter... Das klingt bisher, als könntet Ihr Euch zum Wohl des Kindes noch ganz vernünftig benehmen, warum soll sich das ändern?

  8. 30.05.2010 11:52
    @#4: Ich habe extra "stabile Beziehung" geschrieben, um NICHT zwischen ehelichen und unehelichen Verhältnissen zu unterscheiden. Wenn man in einer stabilen Partnerschaft lebt, werden doch ganz selbstverständlich beide Eltern das Sorgerecht ausüben. Ein einseitiges Verweigern des Sorgerechts gegenüber dem Partner wäre doch absurd und würde eine Trennung einleiten. Dass Eheleute immer gemeinsames Sorgerecht haben, setze ich voraus. So intelligent ist hier jeder, dass er das weiß. Nehme ich zumindest an.

    Die Frau wird doch wohl selbst beurteilen können, ob sie in einer stabilen, auf Dauerhaftigkeit ausgelegten und auf Liebe basierenden Partnerschaft lebt. Die Diskussion, "woher ich das weiß" erübrigt sich hiermit: Das muss sich jede uneheliche Mutetr selbst beantworten!

    Ich glaube nicht, dass es als alleinerziehende Frau darum geht, "wie eine Furie" ihr Kind zu beschützen, sondern nur darum keine Rechte wegzugeben, die man später bereuen könnte. Ohne Zwang sollte man keine Rechte aufgeben, denn das kann nur nach hinten losgehen. Keine alleinerziehende Frau sollte dem Vater das Sorgerecht geben, falls es vermeidbar ist. Das ist doch einfacher Selbstschutz und gesunder Menschenverstand.


    @Fragestellerin (#3): Ich kann nicht nachvollziehen, warum Du Dich selbst eingeschränkt hast. Welchen Vorteil hast Du davon? Bitte erläutere das einmal ganz genau! Ich halte das für einen extremen Fehler -- bitte überzeuge mich vom Gegenteil.

  9. #8 Gast
    30.05.2010 12:08
    Wenn Ihr es bisher geschafft habt, die elterliche Sorge gemeinsam zu organisieren und da auch ähnliche Ansichten habt, warum sollte das in Zukunft nicht klappen.

    Wenn Ihr Entscheidungen zum Wohl des Kindes trefft, wird es dem Kind lieber sein, getrennte und nicht verheiratete Eltern zu haben als "ordentlich" verheiratete, die sich ständig um das Kind zanken (und dieses das auch spürt).

    Ich finde, Ihr könnt die Bedenkenträger ruhig bei ihrer Meinung belassen, diese haben ihre Bedenken vielleicht nur, weil ihr Weltbild damit nicht erfüllt ist.
    m/44

  10. #9 Gast
    30.05.2010 18:10
    FS an Frederika #7
    Ich bin ja selber nicht sicher, welche Vor- und Nachteile sich durch das gemeinsame Sorgerecht ergeben. Sonst würde ich nicht fragen. Meine Handlungsmotive damals bei der Geburt waren folgende:
    1. Der unproblematische Wechsel von Mutter auf Vater, oder auch umgekehrt, falls eines der Elternteile nicht in der Lage ist, seinen Sorgepflichten nachzukommen.
    2. Das Rechtsempfinden, dass beide für das Kind verantwortlich sind, und auch dementsprechend die gleichen Rechte haben sollten.
    3. Aus der persönlichen Situation heraus gegeben: Die erste Ehefrau meines Ex hat sehr konträre Ansichten. Die daraus resultierenden Differenzen bei der Kindererziehung der beiden großen Kinder haben meinen Ex bald resignieren lassen. Er hat die Kindererziehung, auch was zweifelhafte schulische Entscheidungen anbelangt hat, komplett ihr überlassen. Wir versuchten, Defizite soweit wie möglich in den WE, wo die Kids bei uns waren, auszugleichen. Aber Erziehungsstil und schulischer Werdegang lassen sich nicht in 48 Std. alle 14 Tage flicken oder ergänzen. Der Vater war zwar gegen viele Gewohnheiten/Entscheidungen von ihr, hat sich aber nicht mehr auf Diskussionen eingelassen. Es war einfach zwecklos. Das ging schon so weit, dass er seine Meinung gar nicht mehr äußerte. Deswegen wollte ich von Anfang an den Vater sehr stark in die Erziehung einbinden, um diese gleichgültige äußere Haltung von Anfang
    an gar nicht erst aufkommen zu lassen.

  11. 30.05.2010 18:17
    @#9: Danke für die Antwort. Ich hätte das unter keinen Umständen gemacht, weil für mich die Nachteile doch wesentlich schwerer wiegen. Du hättest den Vater auch durch gute Kommunikation einbinden können, ohne auf Rechte zu verzichten, die im Ernstfall entscheidend sein können.

    Wie auch immer: Jetzt ist es geschehen und Du musst damit leben.

    Bei so großer Harmonie frage ich mich aber auch jedesmal spontan: Warum seid Ihr nicht mehr zusammen? Wäre das nicht viel besser für alle Beteiligten? Woran ist es gescheitert, wenn Ihr doch so gut miteinander reden könnt?

  12. #11 Gast
    30.05.2010 19:54
    FS an #10 Frederika

    zur Trennungsfrage: in dem Zusammenhang habe ich von dem damaligen sozialen Umfeld ein treffendes Sprichwort gehört: "wenn es dem Esel zu gut geht, geht er auf das Eis."
    Meinen Ex habe ich kennengelernt, da steckte er mitten in einer üblen Scheidung. Er ist selbstständig und der Betrieb hat sehr unter den persönlichen Umständen gelitten. Genau genommen war die Insolvenz schon ein drohendes Damoklesschwert. Ich hatte ihm geholfen, den Betrieb wieder auf Vordermann zu bringen, und die Scheidung einigermaßen gut über die Bühne zu bringen. Es lief so langsam alles in den "grünen Bereich". Seine Kinder hatten sich an die Scheidung gewöhnt, die finanzielle Situation entspannte sich, Haus und Garten sahen wieder ordentlich aus.... Dann wurde ich schwanger. Wir hatten über eigene Kinder gesprochen, aber so schnell war es nicht geplant. Ich kürzte meine Tätigkeit und blieb hauptsächlich zu Hause. Gleichzeitig änderte sich die Rollenverteilung. Je mehr ich zu Hause war, umso mehr blieb er weg. Ersten Ärger gab es, als er an den WE, wo die Kinder aus erster Ehe da waren, arbeitete. Ich mußte alle 3 versorgen und die großen beiden wollten eigentlich ihren Papa. Dann fing er an, sich verstärkt mit seinen Freunden zu treffen. Das artete dann auch in reichlich Biergenuß abends aus. Außerdem fing er wieder an, als Jugendtrainer zu arbeiten, und seine Partei klopfte ihn weich, als Bürgermeisterkandidat anzutreten, obwohl Aussicht auf Erfolg von vornherein 0. Es mußte halt ein Gegenkandidat her, und keiner wollte es machen. Alles in allem habe ich ihn so gut wie gar nicht mehr zu Gesicht bekommen, und kümmerte mich quasi um beide Betriebe, die Kinder, das Haus (250 qm) und Garten (1200 qm). Viele Gespräche und Lösungsansätze brachten nichts. Zuletzt bat ich um Paartherapie beim Psychologen. Wir waren dreimal. Danach sagte er, er wisse, dass bei ihm einiges falsch läuft, aber er will es nicht ändern. Ich habe aus der Aussage die Konsequenz gezogen und wir trennten uns.
    Seitdem er sich wieder selber um seinen Kram kümmern muß, klappt es wieder bei ihm. Das Alltagsleben hat er im Griff, nur seine Fehler bedauert er sehr. Er hat sich von allen Parteiämtern zurückgezogen, trifft sich nur noch sporadisch mit seinen Freunden und kümmert sich zuverlässig um alle 3 Kinder. Geht doch;-))

  13. 30.05.2010 20:06
    @#11: Hm, schwierige Entwicklung. Schade, dass es auseinandergegangen ist... klang doch gar nicht schlecht.

  14. #13 Gast
    30.05.2010 21:30
    FS an #12 Frederika
    Ja, es ist wirklich schade. Er ist ein sehr netter Kerl, aber ich kenne ihn inzwischen gut genug, um zu wissen, dass der Esel wieder auf das Eis gehen wird. Er braucht immer bischen Druck und Zwang, wenn es ihm zu gut geht, macht er Blödsinn. Druck und Zwang sind aber nun etwas, was ich nicht auf Dauer ausüben kann. Bin nicht so gestrickt. Das soll mal lieber das Leben selber machen. Der Kontostand kann das am allerbesten.

  15. #14
    30.05.2010 23:13
    Sofern es sich um einen reifen und charakterstarken Vater handelt, dem es ausschließlich um das Wohl seines Kindes geht und der zudem konstruktiv kompromissfähig ist, ist gegen ein gemeinsames Sorgerecht NACH einer Trennung keinesfalls problematisch. Man sollte allerdings bedenken, dass sich die Umstände und Menschen mit den Jahren ändern könnten... und somit auch Probleme entstehen könnten.

    Ich habe dem Kindsvater damals auch das gemeinsame Sorgerecht gewährt. 2 Monate später ist er gegangen... hatte seitdem keinerlei Interesse (trotz sporadischer Versuche meinerseits). Er wollte allerdings das gemeinsame Sorgerecht auch nicht abtreten --> unlogisch unter dem Aspekt des vollkommenen Desinteresse, aber nun gut. Nach einem Jahr habe ich die Übertragung des alleinigen Sorgerecht bei Gericht einfach beantragt... er war überraschenderweise einverstanden --> hätte auch schneller und sorgenfreier verlaufen können, aber nun gut!

    Probleme kann es geben: er kann sein Kind JEDERZEIT mitnehmen ohne das es Entführung ist. Selbst wenn er dich nicht informieren sollte, ist es nur eine kleine Ungerechtigkeit. Bei Urlaub, Kita-/Schulwahl, Eröffnung eines Kontos, bei OP's, bei Umzug usw. bedarf es seiner Unterschrift!

  16. #15 Gast
    02.06.2010 15:27
    Davon halte ich garnichts! Wenn jetzt alle Väter ihr Sorgerecht so problemsos bekommen würden, dann ist keine Frau mit Kind und kein Kind mehr versichert. Was ist, wenn ein Elternteil stirbt?

  17. #16 Gast
    03.06.2010 00:44
    @Frederika
    ich (m) finde, diese Aussage von Dir ein wenig kurz gedacht:
    "Keine alleinerziehende Frau sollte dem Vater das Sorgerecht geben, falls es vermeidbar ist."

    Ich kann mir zwar vorstellen, dass es sehr verlockend ist, in Form des Kindes ein Faustpfand für Psychoterror in jeglichem Streitfall in der Hand zu haben, aber ob das auch zum Wohle des Kindes ist wage ich zu bezweifeln.

    Ich finde es gut, dass die FS so gehandelt hat und wenn es sich bisher bewährt hat, warum sollte es nicht weiter funktionieren?
    Ich wundere mich ohnehin, warum diese Konstellation nicht der Normalfall ist. Und zwar deshalb:
    GG Art. 6 (2) "Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft."
    Das steht also immerhin nicht "nur" im Grundgesetz, sondern sogar unter den ersten zwanzig Artikeln, den Grundrechten. Da sollte nicht so mal hopplahopp darüber hinweg gesehen werden nach dem Motto: Nur Frauen lieben ihre Kinder.

    Wäre ich bei einem Kind nur an der Produktion beteiligt gewesen und würde von der Mutter aus der Erziehung ausgeschlossen, dann könnte ich wohl kaum eine Bindung entwickeln und als Konsequenz (sofern der Rechtsweg nicht fruchtet, wovon man als Mann ja regelmässig ausgehen muss) wäre das Kind bald nur noch ein lästiger Dauerauftrag der vom Konto abgebucht wird. Anders als durch Verdrängung könnte man so eine Situation ja auch psychologisch kaum aushalten.
    Das kann ja wohl für keinen der Beteiligten eine gute Lösung sein, oder?

    @#15
    Häää?
    Meinst Du versichert gegen die diabolisch bösen Männer? Aber dazu passt der Teil mit dem Sterben nicht...
    Oder redest Du von echten Versicherungen wie Haftpflicht etc.?
    Was hat das mit dem Sorgerecht zu tun?
    Bisschen wirr...

  18. 03.06.2010 00:51
    @#16: Bezüglich der Anmerkung zum Grundgesetz stimme ich Dir zu: Es sollte gesetzlich so geregelt werden, dass beide Elternteile im Normalfall das Sorgerecht erhalten. Die derzeitige Regelung halst dem Vater deutlich mehr Pflichten auf, als es Rechte zugesteht.

    Aber da die Gesetzeslage nun mal anders ist, würde ich als Mutter doch den Teufel tun und freiwillig Rechte abtreten, die im Streitfall nur schreckliche Folgen haben können und im Bestfall völlig egal sind. Ich sehe das einfach individual-pragmatisch und würde mich schützen. Immerhin geht es hier nur um den Fall, dass sich die unehelichen Eltern getrennt haben. Wer räumt seinen Ex Rechte ein, die nicht erzwungen werden? Wie blöde muss man sein? Zumal Trennungen mit Kind meist hässlich verlaufen, denn wer trennt sich schon, wenn ein Kind da ist?

    Das Wohl des Kindes ist davon nicht betroffen, denn im Idealfall ist das Sorgerecht egal und im Streitfall entspricht es dem Kindeswohl, wenn es kein Gezerre um das Kind gibt. Ich könnte mir vorstellen, dass dies auch der Hintergedanke der derzeitigen Gesetzgebung ist.

  19. #18 Gast
    03.06.2010 07:40
    Solange es kein gesetzlich geregeltes Sorgerecht für unverheiratete Väter gibt, solange werde ich als Mann auch kein Kind zeugen!
    Falle somit als potentieller Vater aus!
    So einfach ist das eben. Ich kenne mittlerweile auch 'ne ganze Menge Männer, die genau so denken!
    Wenn ich hier die Meinung einiger AE's so lese, sehe ich mich in meinem Verhalten auch nur bestärkt!
    Was zähst du eigentlich als Vater in dieser Gesellschaft?? Nicht's, wirst de facto im öffentlichen Meinungsbild ausgeblendet!
    Hast den Mund zu halten und auf Mutti's Gnade und Wohlwollen zu hoffen!
    Nein Danke, mit mir nicht!

  20. #19 Gast
    04.08.2010 06:04
    Freiheit
    Ich bin alleinerziehend und beruflich im fernen Ausland. Die neuen Sorgerechtbestimmungen machen mir grosse Angst, da ich bei einer Durchsetzung des gemeinsamen Sorgerechts um meine Existens bangen muesste. Da der Vater meines Kindes mich viel lieber in Deutschland sehen wuerde, um engeren Kontakt mit seinem Kind haben zu koennen, wuerde es fuer mich den Abstieg in H4 bedeuten, da ich aufgrund meiner Ausbildung lediglich im Ausland arbeiten kann. Neue Armut - dient das dem Kindeswohl? Vielleicht muss ich dann das Kind auch gaenzlich bei ihm lassen. Sollte man wirklich als Mutter gezwungen werden, sich zwischen sozialer Absicherung und seinem Kind entscheiden zu muessen? Ist dies das neue Rechtsverstaendnis der Recht sprechenden Damen und Herren? Jeder Alleinerziehender weiss um die Entbehrungen, die man tagtaeglich durchmachen muss: dennoch empfinde ich das Selbst-Bestimmen wo, wann und wie ich bin als einzig menschenwuerdiges Dasein. Ein Luxus - der einzige in meinem Leben - der mir jetzt auch noch genommen werden soll. Liebe Gruesse aus Asien

  21. 04.08.2010 10:51
    @#19:
    * Du entziehst durch Auslandsaufenthalt das Kind dem Umgangsrecht des Vaters. Das ist eine schlichte Sauerei.

    * Kinder sind keine Luxusgegenstände für Dein persönliches Wohl, sondern Individuen mit eigenen Rechten und Ansprüchen. Du instrumentalisierst Dein Kind zum Luxusgegenstand und verweigerst ihm den Vater.

    * Ich kann mir nicht einmal eine Ausbildung vorstellen, die nur Auslandstätigkeit erlaubt. Bist Du Deutsche? Unter welchen Bedingungen habt Ihr Euch für ein Kind entschieden?

    * Glaubst Du wirklich, dass es gut für das Kind ist, im Ausland aufzuwachsen? Ich befürchte, Du handelst hier egoistisch und nicht im Interesse des Kindes.

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