1. Frage:
    Gefragt am: 17.12.2009, 16:37 von
    Wie viel Freiraum brauchen Sie in einer Beziehung?
    Der neue Magazinartikel https://www.elitepartner.de/km/magazin/psychologie/artikel/umfrage-freiraum-wichtig-fuer-eine-glueckliche-beziehung.html beschäftigt sich mit dem Thema "Freiraum in einer Beziehung". Uns interessiert natürlich auch, welche Erfahrungen Sie persönlich diesbezüglich gemacht haben...
    Antworten:
  2. #1 Gast
    17.12.2009 16:45
    Wir brauchen beide viel Freiraum - deshalb wohnen wir auch nicht zusammen. Wenngleich ich hier wie überall immer zu hören bekomme: Das ist doch keine Beziehung, oberflächlich,unverbindlich usw.

    Unsere Denkweise ist da viel flexibler, nämlich ausgerichtet auf Living apart together. Wir leben unsere Liebe sicherlich intensiver, als es andere tun, die das gleiche Namensschild an der Tür haben!

  3. #2 Gast
    17.12.2009 17:07
    MadMax

    ich kann diese these: "nicht zusammen leben=keine richtige beziehung" auch nicht nachvollziehen.

    in der heutigern zeit gibt es viele beziehungsmodelle...und nicht nur eines ist das alleine seligmachende!

  4. #3 Gast
    17.12.2009 18:33
    Freiraum im Sinne von persönlicher Entfaltung bzgl. Hobbies, Interessen, Weiterbildung, freundschaftliche Kontakte etc braucht wohl jeder, ich zumindest. Freiraum im Sinne von mehrgleisig fahren, Zweitfrauen, sexuelle Untreue etc. dulde ich nicht

  5. #4 Gast
    17.12.2009 20:44
    Kann hier #3 nur zustimmen, die Freiheit für die persönliche Entfaltung ist wichtig in der Partnerschaft und dass man vom Partner nicht gänzlich vereinnahmt wird, denn das ist für eine Beziehung tödlich.

  6. #5 Gast
    18.12.2009 01:29
    Ich würde am liebsten in einer Beziehung gar keinen Freiraum mehr "haben müssen" und würde am liebsten auch keinen zugestehen, was ich mir natürlich jedes Mal wieder gehörig verkneifen muss. Tatsächlich gehöre ich zu den viel gescholtenen Frauen, die Angst vor dem Alleinsein haben und am liebsten alles zusammen machen würden.

    Die Kennenlernphase, in der sich so lange "nichts tut", kann ich wegen Unsicherheit und Verlustangst kaum aushalten. Wenn es mir gelingt, das lange genug zu verbergen, und ich dann mit einem Mann zusammen komme, bin ich fortwährend weiter enttäuscht, weil "er" trotzdem noch alleine in Urlaub, mit den Jungs das Wochenende verbringen, sich unter der Woche gar nicht sehen will, weil ihm die Arbeit wichtiger ist usw. Eine gewisse Zeit schlucke ich das und hoffe, es wird besser, wenn ich ihn auf keinen Fall unter Druck setze. Aber daran ist es bis jetzt immer zerbrochen, und schlecht behandelt habe ich mich auch die ganze Zeit gefühlt.

    Ich wünsche mir eine Partnerschaft, in der man, sobald zusammen, jede Nacht gemeinsam verbringt und darauf hinarbeitet zusammenzuziehen. Über die Wochenenden und den Urlaub will ich gar nicht erst reden müssen. Es sei denn, es steht etwas außer der Reihe an: eine Konferenz oder ein Familienfest. Aber doch nicht die blöde Arbeit... ich schaffe meinen Kram ja auch...

  7. #6 Gast
    18.12.2009 08:02
    Wahre Liebe ist - den anderen auch lassen. Ich lebte 24 Jahre mit einem Mann zusammen, der anfangs sehr umtriebig war. Also gern mit Freunden zusammen, lange Radtouren in ferne Länder usw. - er hat es genossen, dass ich ihm nie reingeredet habe. Mit mir konnte er über alles reden und irgendwann sagte er schon am Anfang: Du bist mein bester Freund. Ich möchte, dass ein Mann seine Freiräume hat - und seine Freiräume sind auch meine Freiräume. Ich komme sehr gut allein zurecht, und ich treffe schon immer meine eigenen Entscheidungen. Sicher ist es schön, sich mit jemandem auszutauschen, aber gerade stehen muss jeder selbst für seine Taten. Mein Mann und ich waren sehr eng miteinander und wir hatten beide die lange Leine. Keiner von uns hat je nach einem Partner geschaut. Wenn mein Mann aus Jux ein Fremdgehen zur Sprache brachte, sagte ich ihm, dass das "Mutter-Kind-Erholungszentrum" nur 100 Meter vom Haus entfernt ist. Er könnte sich dort gern umsehen. Das hätte ihm gerade noch gefehlt, dass er sich irgendwelche Probleme auf den Hals holt, sich mit den Sorgen um Kinder beschäftigt oder sich qualmende Weiber beschafft, die nur ans Fingernagel-Styling denken. Es sind nicht alle Frauen so - ich weiß es. Und es sind auch nicht alle Männer Fremdgänger, nur weil sie eine andere Dame nett oder hübsch finden. 7E1FB12A

  8. #7 Gast
    18.12.2009 08:42
    Wieviel Nähe der oder die Einzelne verträgt und möchte, ist sehr unterschiedlich. Das kann sich im Laufe des Lebens auch ändern.
    Ich hatte 10 Jahre lang eine Partnerschaft bei getrennten Wohnungen, die Hälfte dieser Zeit haben wir sogar in verschiedenen Städten gelebt.
    Heute käme so etwas für mich nicht mehr in Frage; ich habe genug Freiheiten genossen. Ich lebe und arbeite jetzt mit einem Mann zusammen - wir sind Filmschaffende und beide freiberuflich -, mit dem ich manche Freizeitinteressen nicht teile und manche Freunde auch nicht. Da gehen wir schon mal getrennt Wege. Ansonsten sind wir buchstäblich Tag und Nacht zusammen, Studio und Wohnbereich befinden sich im selben Haus. Wir haben viel zu tun - und viel zu lachen, es geht bei uns äußerst lebendig zu.
    Für unsere Angehörigen tragen wir gemeinsam Verantwortung. Als im letzten Jahr die Schwester meines Partners sehr krank wurde und nach ein paar Monaten verstarb, habe ich gemeinsam mit ihm ihren ganzen schweren Weg bis zu den letzten Atemzügen mit begleitet.Um meine Mutter, die inzwischen nicht mehr die Jüngste ist und fast 400 km von uns entfernt lebt, kümmern wir uns gemeinsam in Form von Besuchen. Und wenn einer von uns beiden Hilfe braucht, ganz egal, welcher Art, ist der andere natürlich da. Das entspricht unserer Vorstellung von Partnerschaft.

  9. #8 Gast
    18.12.2009 10:43
    Ich fürchte, dass es den Frauen, die betonen, dass sie sehr viel Freiraum brauchen und ihre Partner auch und dass sie trotzdem oder gerade deswegen glücklich sind, so gehen könnte wie mir - k ö n n t e , nicht muss.
    Ich hatte zwei lange Beziehunge, eine 6 Jahre und eine 10 Jahre lang, mit Männern, die gesagt haben, es wäre alles ganz toll mit mir, aber sie wollten ganz generell niemals heiraten oder mit einer Frau zusammenziehen, das habe mit mir nichts zu tun. Ich fand das auch völlig in Ordnung, unsere Beziehungen waren für mich trotzdem richtige Partnerschaften, ich habe die Bedenken anderer nie verstanden.
    Beide Beziehungen gingen in die Brüche, wenn auch erst nach relativ langer Zeit. Und was ist dann passiert? In einem Fall war derjenige, der geradezu militanter Junggeselle war, verheiratet, innerhalb weniger Monate, und der andere hatte innerhalb von nur Wochen mit einer anderen Frau zusammen ein Haus gekauft.
    Beide haben seither von Freiräumen und dass getrennte Wohnungen doch gar nichts zu bedeuten haben und dass man heutzutage nicht mehr heiraten muss nie mehr geredet. Sie leben in Ehen oder Partnerschaften unter einem Dach.
    Irgendwann bin ich doch ins Grübeln gekommen. Irgendwann hat mein schon lange verheirateter Bruder zu mir etwa Folgendes gesagt: "Ich glaube, du machst einen Fehler. Ein Mann, der eine Frau wirklich liebt und will, möchte sie auch heiraten oder mindestens mit ihr zusammenleben, in einem Haushalt. Die anderen sind und bleiben letztendlich unverbindlich, mach dir nichts vor. Und indem du sagst, du willst es auch so, du brauchst deine Freiräume, ziehst du genau solche Kandidaten an. Am Ende sind die weg und mit einer anderen Frau verheiratet, so schnell kannst du gar nicht gucken."
    Meine jetzige Partnerschaft ist eine andere. Wir leben zusammen, wir werden in den nächsten Monaten heiraten. Versteht mich bitte nicht falsch: es gibt nie irgendwelche Garantien, das ist mir klar.
    Aber ich fürchte, dass diejenigen, die so sehr auf ihre Freiräume pochen, den Richtigen oder die Richtige noch nicht gefunden haben - oder genau auf die Art verhindern, dass er oder sie auftaucht.
    Ich kann mich irren, ich teile nur meine persönlichen Erfahrungen mit.

  10. #9 Gast
    18.12.2009 10:59
    @8: schade für dich, doch ja, soetwas kommt immer wieder vor. Doch denke ich, es ist auch alters- und erfahrungsabhängig. Stell dir vor, beide Partner haben rund 20 - 25 Jahre Beziehung hinter sich - mit ca. 2 Partnern. So richtig mit Haus, Garten, Kindern und Hund, Familiensonntagen usw. Nun stehst du plötzlich alleine da, weil dein PartnerIn dich verlassen hat. Hast du dann gleich wieder Lust auf dieses ganze Gedöns?

    Ich nicht und mein Partner auch nicht - auf eine Beziehung jedoch schon. Ich persönlich habe bsp. keine Lust auf die Hausarbeit, die mir dann mit mehreren Personen im Haus (wenn dann noch seine Kinder hier sind) auf mich zukommt. Ich möchte meine Zeit mit ihm genießen. Und mal verbringen wir das WE bei ihm, mal bei mir, mal sind wir unterwegs (oft sogar), mal sind die Kinder da. Wir telefonieren auch täglich und sehen uns während der Woche. Und trotzdem hat jeder noch sein Leben inform seiner Arbeit (beide selbständig, also teilweise auch unkalkulierbar) und seiner Freunde, die wir zwischenzeitlich natürlich auch gegenseitig kennen. Wer schmerzliche Erfahrungen gemacht hat, wird sich nicht gleich wieder mit Haus und Heirat binden - warum auch? Wer natürlich all dies noch nicht hatte und sehnsüchtig auf Heim und Familie schielt - tja für den ist diese neue Art des Zusammenlebens LAT natürlich nicht geeignet.

  11. #10 Gast
    18.12.2009 13:18
    @ #8: Nein, Du irrst Dich nicht. Diejenigen, die immer auf ihren Freiraum pochen, sind unverbindlich und wollen keine Nähe zulassen. Sie nehmen eine Frau, die in einer Beziehung alles geben will, nicht ernst, sondern nehmen nur, statt zu geben.

  12. #11 Gast
    21.12.2009 02:01
    In einer aufrichtigen und gesunden Beziehung braucht es gar keine Freiräume - DA IST MAN FREI!