1. Frage:
    Gefragt am: 27.01.2012, 10:22 von Gast
    Wieso führen Menschen den Rosenkrieg?
    Unser Leben ist kurz genug - es sind nur ca 30, maximal 40 Jahre die wir aktiv gestalten, und davon verschlafen wir naturgemäß die Hälfte. Warum verschwenden dann so viele Nerven und Zeit ihres kostbaren Lebens für einen Rosenkrieg - selbst wenn sie schon lange einen neuen Partner haben. Ich selbst habe bei Trennungen immer darauf geachtet, dass es danach keine Schlammschlacht gibt, habe aber aus familiärem und persönlichen Umfeld den Eindruck dass v.a. Frauen in Rosenkriegen voll und ganz aufgehen können.
    Antworten:
  2. 27.01.2012 15:48
    Wut, Hass, Rache, Geldgier, Vergeltung.

    Manches davon gerechtfertigt, manches ungerechtfertigt, manches nachvollziehbar, anderes nicht.

    Gefühle wirken sehr tief und fundamental. Es ist nicht leicht, sie einfach rational auszuschalten. Wer sich durch Fremdgehen tief verletzt fühlt, der spürt den Drang zur Rache und zum Fertigmachen. Das ist ganz natürlich.

    Je friedlicher eine Trennung und je nachvollziehbarer die Trennunsggründe, desto eher lässt sich Streit vermeiden. Je brutaler und rücksichtsloser die Trennung, desto gnadenloser der Rosenkrieg. Also natürlich, menschliche Reaktionen.

    Rache mag moralisch nicht anerkannt sein, aber das Bedürfnis ist natürlich.

  3. #2 Gast
    27.01.2012 16:25
    @FS...manchen macht es wirklich Spass-kein Witz!
    Sogar ich stelle fest, dass in mir ständig der Teufel hochkommt und meinem Ex eine verplätten muss. Macht er auch.
    Glaube wir brauchen das um uns wohl zu fühlen.
    Um Geld und Existenz gehts dabei jedenfalls nicht.
    Wäre das so, wollte ich seinen Kopf auf einem goldenen Teller!

  4. #3 Gast
    27.01.2012 17:35
    Zitat Zitat von Frederika Beitrag anzeigen
    Je friedlicher eine Trennung und je nachvollziehbarer die Trennunsggründe, desto eher lässt sich Streit vermeiden. Je brutaler und rücksichtsloser die Trennung, desto gnadenloser der Rosenkrieg. Also natürlich, menschliche Reaktionen.

    Rache mag moralisch nicht anerkannt sein, aber das Bedürfnis ist natürlich.
    Frederika, wie und wie oft hast du hier geschrieben, daß nichts begündet werden muß? Wie soll eine Trennung dann nachvollziehbar sein?
    Jetzt siehst du, warum es doch besser ist, zu begründen. Du beantwortest es doch selber.

  5. 27.01.2012 21:14
    Wut und Hass haben wir alle gelegentlich, was reg ich mich z.B. gern mal über meinen Computer auf. Aber meistens merke ich, das das mein Problem ist und reg mich dann auch wieder ab.

    Nach einer Trennung ist aber der Frust präsenter als sonst und dazu kommt, dass wohl die Vernunft vom überwältigenden Bedürfnis verdeckt wird, dem bösen Expartner die eigenen, unschönen Gefühle möglichst anzulasten (er/sie ist Schuld an allem, dem Leben, dem Fisch und dem ganzen Rest...) und die eigene Laune zu verbesssern, indem man den Frust irgendwo ablädt. Na wo wohl, beim Expartner.

    Das führt dann dazu, dass bei jedem Treffen ein Streit über Nichtigkeiten vom Zaun gebrochen wird, Druck aufgebaut wird mit unsinigen Forderungen ("Bring ja das Kind nicht mit ungewaschener Unterhose zurück" oder " Was fällt Dir ein, in die Wohung zu kommen, du wohnst hier nicht mehr"), und dsa abwechselnd von beiden, und dass der jeweils andere auch nicht zurück steht damit, immer feste Contra zu geben.

    Die Situation eskaliert also, weil beide unbewußt versuchen, die Ursache ihrer unschönen Gefühle im anderen zu sehen und in ihrer Wut nicht mehr bei sich selber sind, "außer sich", sondern sich durch die starke emotionale Beschäftigung mit dem anderen versuchen, von ihm zu emanzipieren.

    Je bewußter und sachlicher jemand mit seiner eigenen Situation umgehen kann, desto weniger wird er einem drohenden Rosenkrieg Öl ins Feuer gießen. Wenn der andere dann weiterhin schimpft, intrigiert, lügt, schreit, manipuliert etcpp, so ist er halt noch nicht so weit.

    Soweit meine komplett laienhafte Einschätzung...



    und das in VErbindung mit dem ungebremsten

  6. #5 Gast
    27.01.2012 22:40
    Fragesteller(in) in unseren Breiten ist die Lebenserwartung doch etwas höher und zum Glück gestalten die weitaus meisten Menschen demzufolge auch mehr als die von Dir beschriebene Zeit aktiv.

    Es gibt viele Menschen, die sich gemäß der oft hier im Forum vertretenen Meinung verhalten, dass man eine Trennung nicht groß diskutieren muß, die es bevorzugen, eine Beziehung 'ausschleichen' zu lassen. Da bleibt dem anderen, dem (Ex-)Partner das große Rätselraten, auch die Verletzung über ein solches Verhalten. Dies äußert sich mitunter auch, wie von Dir beschrieben, in Rosenkriegen.

    Manchmal kann man selbst sehr genau darauf achten, sich fair und sachlich zu verhalten - es gibt Menschen, die sich durch so ein Verhalten verletzt fühlen und manchmal sehr aggressiv reagieren.

    Die Gründe für Rosenkriege sind so vielfältig, wie die daran beteiligten Menschen, leider läßt sich so etwas auch durch offene Gespräche VOR einer Trennung nicht verhindern, dass es dazu kommt. Dennoch ist dies der bessere Weg.

  7. #6 Gast
    28.01.2012 01:09
    Um einen Rosenkrieg überhaupt führen zu können bedarf es stets zweier Parteien: einer der zum Krieg herausfordert und einer der die Herausforderung annimmt!
    Ich habe die Herausforderung angenommen, denn es ging bei mir nach mehr als zwei Jahrzehnten Hausfrauen-Dasein, um mein künftiges Überleben. Der Krieg währte 9 Jahre, obgleich er schon wieder verheiratet war. Ich vermute, die Neue hat ihn dazu ermuntert, da er von Natur aus kein Krieger ist. Nach den zwei letzten grossen Prozessen, die er zu rund 90% verlor, herrscht Waffenstillstand. Er erfüllt seine Verpflichtungen - pünktlich - und lässt mich in Ruhe. Und ich ihn. Er weiss mittlerweile ganz genau, sobald er in Verzug gerät, mobilisiere ich Gerichtsvollzieher und Anwalt.
    Ich hasse ihn nicht, mittlerweile ist er mir gleichgültig geworden, manchmal tut er mir gar leid, denn er hat bekommen was er verdient hat.
    Ich kenne eher das Gegenteil aus meinem Bekanntenkreis - Frauen vermeiden Rosenkriege - ist ihnen zu nervenaufreibend und anstrengend. Die meisten Frauen sind halt bequem!

  8. #7
    28.01.2012 08:30
    Rosenkrieg - welch blumige Umschreibung eines ganz normalen Ablaufs.....

    Wenn ich mit einem Mann zusammen bin, vertrete ich "unsere"! Position. Wenn ich alleine bin, vertrete ich "meine"! - und bin darin ganz gut. ;-)

    Wenn aus dem "wir" ein "ich" geworden ist, schau ich, daß es mir gutgeht.

    Bei keiner anderen juristischen Auseinandersetzung, wird erwartet, daß man die Position der Gegenseite vertritt. Man kann und sollte fair bleiben, damit hat es sich dann aber auch.

    Die spezielle Bezeichnung Rosenkrieg kommt in diesem Fall nur deshalb zur Anwendung, weil die ehemaligen Partner so lange daran gewöhnt waren, daß sie von der anderen Seite unterstützt wurden - sorry, aber es gibt Umstände unter denen es damit ganz schnell und konsequent zu Ende ist.

  9. #8 Gast
    28.01.2012 09:10
    Weil die Ideale zu hoch, die Realität zu bitter war.
    Weil Liebe sich in Hass wandeln kann.
    Weil keine gute Disziplin von beiden mehr da war.
    Weil beide traurig und tief verletzt waren.
    Weil wegen gemeinsamem Kind zu starke Berührung da war,
    kein guter Abstand eingehalten wurde!
    w51

  10. #9 Gast
    28.01.2012 11:56
    FS zur Lebenserwartung: die bis zum Erwachsensein und die lezten Jahre vor dem Tod, das sind immerhin fast drei Jahrzehnte der Unselbstständigkeit in denen Partnersuche überhaupt keine Rolle spielt., müssen von der Lebenszeit abgezogen werden. Wer 90 wird ist i.d.R. bereits seit über 20 Jahren nicht mehr aktiv am Mann/ Frau - Schema beteiligt. Die Hälfte der verbleibenden Zeit verschlafen wir naturgemäß.
    Ich selbst halte Rosenkriege für erbärmlich, und mir ist und war es schon immer unverständlich wie Menschen Jahrzehnte ihres Lebens für so einen Unsinn verschwenden können. Ich habe auch noch keinen Rosenkrieg mitbekommen, an dem am Ende immer zwei Verlierer dastanden (wie im normalen Krieg eben auch: England und Frankreich hatten den Krieg zwar materiell gewonnen aber danach wirtschaftlich verloren).

  11. #10 Gast
    28.01.2012 14:05
    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Weil die Ideale zu hoch, die Realität zu bitter war.
    Weil Liebe sich in Hass wandeln kann.
    Weil keine gute Disziplin von beiden mehr da war.
    Weil beide traurig und tief verletzt waren.
    Weil wegen gemeinsamem Kind zu starke Berührung da war,
    kein guter Abstand eingehalten wurde!
    w51

    Kann ich alles unterschreiben. Hinzufügen möchte ich noch mangelnder Respekt gegenüber Partner.

    Leider sind meist Frauen im Ausleben solcher Rosenkriege wahre Meister, wobei auch die "beratung" durch Anwälte (Frauen gehen ja meist zu Anwältinnen) das übrige hinzutun.
    Da wird genüßlich auf der Gefühlsklaviatur gespielt und sämtliche erdenkliche Gemeinheiten ausgegraben, die einem so einfallen.

    Meine beiden Ex-Frauen haben sich allerdings juristisch bei mir "blutige Nasen" geholt - Mann kann den Spieß auch umdrehen, wenn man(n) weiß wie's geht.
    Was so einige bei Gericht dann für Bild abgeben, ist mehr als lächerlich........

    Jedem das sein........

  12. 28.01.2012 14:13
    Kann ich auch immer nicht verstehen. Ich denke, dass kann nur in einen Rosenkrieg ausarten, wenn beide Partner nicht in der Lage sind ein bisschen selbstreflektiert die Situation zu betrachten und einsehen, dass am scheitern einer jeden Beziehung auch immer Beide ihren Anteil dazu beigetragen haben. Menschen die sich in so einen Hass rein steigern können, sind in der Reegel nicht fähig ihr eigenes Verhalten in Frage zu stellen und meinen sie wären immer unfehlbar. Eine andere Erklärung habe ich dafür auch nicht.

  13. 28.01.2012 14:34
    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Um einen Rosenkrieg überhaupt führen zu können bedarf es stets zweier Parteien: einer der zum Krieg herausfordert und einer der die Herausforderung annimmt!
    Falsch. Zum Frieden braucht es zwei, zum Krieg nur einen.

    Gerade bei Rosenkriegen ist einer eher das opfer, der gerne so früh wie möglich alles friedlich beenden würde, und einer der Agressor, der den anderen fertig machen oder ausnehmen will.

  14. #13 Gast
    30.01.2012 09:19
    Ja, zum Rosenkrieg bracht es nur einen.
    Mein Mann führt den Krieg gegen mich seit 2 Jahren, ohne das wir antworten.
    Das interessante daran ist, dass er immer schreibt das wir gegen ihm Schlammschlacht führen.
    Ich denke mitlerweile hat auch seine Anwältin gemerkt das bei ihm etwas nicht stimmt aber das viele Geld verlockt halt die Anwältin.
    Ich habe mich vollkommen distanziert, er reicht dem Gericht Telef.Aufnahmen was 1Woche-3Monate nach der Trennung.Die können nicht mal verwertet werden.
    Keine Ahnung was er bezwecken will??

    LG

  15. #14 Gast
    02.02.2012 23:43
    zum rosenkrieg braucht es nicht 2 personen, sondern 1 kann das auch prima alleine erledigen.

    ich habe es mit meinem ex-mann ganz doll hingekriegt und wir sind richtig stolz drauf. bei meinem lebensgefährten sieht die sache ganz anders aus. die ex ist ein drache. sowas schlimmes (nicht als frau, als mensch ist mir noch nie untergekommen).

    es reicht wirklich 1 um dir das leben zur hölle zu machen. derjenige muss nur krank genug sein...

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