Geschrieben am 23.07.10 um 14:14 Uhr

Frauen sind so undurchschaubar. Es gleicht einem Hexenwerk, die Flirtsignale einer Frau richtig zu entschlüsseln. Das hören Holger Lendt und ich nicht selten von Männer in unserem Seminar Fit2Flirt. Doch das stimmt nicht!
Hören wir mal, was Frauen dazu zu sagen haben: Frauen flirten in der Tat anders als Männer. Verkehrt ist es, die eigene männliche Flirtstrategie bei Frauen vorauszusetzen. Männer sind häufig direkter, zielorientierter, gerne etwas zu schnell mit dem Tempo der Annäherung und dem Verringern des Körperabstandes. Das ist einigen Frauen sogar zu eindeutig. Frauen mögen es verspielter, das charmante Vor und Zurück von Interesse und Raum lassen. Das ist natürlich wenig konkret.
Fangen wir von vorne an: Wenn eine Frau interessiert ist, erwidert sie einen Blick und dies einen kleinen Moment länger. Nicht selten guckt sie anschließend kurz weg. Das ist völlig normal, denn einen Blick zu halten, ist sehr bedeutungsvoll und intim. Wenn frau nach dem "kurz luftschnappenden" Weggucken noch mal Blickkontakt aufnimmt, stehen alle Zeichen auf "interessiert". Wird das Ganze noch mit einem Hauch von Lächeln garniert, sollte jedem Mann klar sein, dass sie jetzt "ansprechbar" ist. Kaum eine Frau würde entsetzt sein, würde sie nach einer solchen Offerte angesprochen werden. Anderenfalls bleibt der zweite Blick aus oder er findet mit versteinerter Miene statt, die sagen soll: "Bleib bloß, wo du bist." Wer dies ignoriert, bekommt eine Abfuhr.
Nun, liebe Männer, ist es an Ihnen, nicht zu lange zu warten, sondern mit einer offenen Körperhaltung, einer gewinnenden Mimik auf die Frau zuzugehen und sie anzusprechen. Und auch das ist kein Staatsakt. Leider kann ich Ihnen nicht den ultimativen Flirtspruch verraten. Denn es gibt keine Universalwaffe. Vielmehr kommt es auf das WIE und nicht auf das WAS an. Wem gar nichts einfällt, der sollte das Motto beachten Wahrheit vor Schönheit: "Irgendwie fällt mir nichts Kluges ein, Sie anzusprechen. Hätten Sie eine Idee?" Kommt das charmant rüber, würde kaum eine Frau darauf mit einem Korb reagieren. In so einem Fall ist der wenig einfallsreiche Spruch eh in Sekunden vergessen. Und was gibt es noch zu beachten? Aussagekräftig ist die Körpersprache. Ist sie offen, zugewandt, wird gelächelt, trägt die Frau zum Gesprächsfluss bei, rückt man eher ein wenig im Gespräch zum anderen, ist eins klar: Hier herrscht Sympathie füreinander. Also weitermachen! Genau gegenteiliges Verhalten signalisiert: Rück mir nicht weiter auf den Pelz! Welcher Mann also missachtet, dass frau einsilbig ist, eher die "kalte Schulter" zeigt und wenig bemüht ist, daran etwas zu ändern, sollte nicht überrascht über eine Abfuhr sein. Mein Rat: Einfach mal Menschen im Kontakt beobachten. Wie verhalten sie sich, wenn sie sich offensichtlich sympathisch sind? Das Ganze ist nun wirklich kein Rätsel mit sieben Siegeln, am besten die Augen offen halten...
Geschrieben am 16.07.10 um 14:09 Uhr

Zunächst einmal eine allgemeine Vorbemerkung zu dem Thema Trennungen: Je länger ein Paar zusammen ist, desto unwahrscheinlicher wird es, dass es sich trennt. Wer sich erst seit zwei Wochen kennt, der geht leichter auseinander als ein Paar, das es zwei Monate lang miteinander versucht hat.
Und nach zwei Monaten wiederum fällt der Liebeskummer in der Regel deutlich geringer aus, als nach zwei Jahren. Unsere Hemmung, eine Beziehung zu verlassen, wächst also mit der Zeit, die wir mit dem anderen zusammen sind. Es gibt in diesem Sinne also für Partnerschaften kein "verflixtes siebtes Jahr". Eher schon eine "verflixte siebte Woche" oder einen "verflixten siebten Monat".
Ganz zu Beginn gehen also die meisten Beziehungen zu Bruch. Später dann, wenn die ersten zwölf Monate der so genannten Probezeit vorbei sind, sinkt die Trennungswahrscheinlichkeit. Eine Trennung nach dreißig oder vierzig Jahren des Zusammenseins ist also ein seltenes Ereignis. Wozu auch Auseinandergehen! Wer es so viele Jahre durch Höhen und Tiefen miteinander geschafft hat, der ist in der Regel nicht bereit, das aufzugeben. Aber es gibt eben auch Ausnahmen - wie eine 65jährige Klientin in meiner Praxis, die von den Eskapaden ihres Mannes genug hatte und nach dem gefühlt hundertsten Versprechen auf Änderung nicht mehr an eine positive Wendung glaubte. Manchmal kommt erst im Alter der Mut oder der Drang, etwas zu verändern oder noch erleben zu wollen, was man durch die Jahre der Ehe versäumt hat. Wer viele Wünsche zurückgestellt hat zugunsten der Partnerschaft ist eher in Gefahr solch einen Schritt zu tun, als andere, die sich trotz Beziehung immer gefragt haben, was sie selber wollen und ihre Ziele und Wünsche nicht aus den Augen verloren haben.
Die Frage Soll ich gehen oder bleiben? beschäftigt uns in den meisten Fällen über einen längeren Zeitraum. So unterliegt die Antwort darauf auch einem Prozess. Der besten Freundin, dem vertrauten Freund oder einem Berater stellen wir diese Frage ratsuchend und erhoffen einen erleichternden Rat. Doch die Entscheidung muss und sollte jeder alleine fällen. So angenehm es wäre, sich diesen Schritt abnehmen zu lassen, ist es ratsam, die Verantwortung dafür ganz alleine zu tragen.
Jeder hat seine ganz subjektive Bilanz eine Beziehung als noch positiv oder so negativ zu beurteilen, dass es nicht mehr geht. Was für den einen noch gut aushaltbar ist, ist für den anderen unerträglich. Wir ziehen in einer Partnerschaft unbewusst immer Bilanz, wägen ab, ob das Beziehungsbarometer noch im Hochdruck- oder Niederdruckbereich ist. Zudem hat jeder seine ganz eigene Sicht, was er als angenehmen Ausgleich für vermeintliche Defizite bekommt. Diese innere Verhandlung ist individuell so unterschiedlich, dass keine Freundin von außen darüber zuverlässig urteilen kann. Der eine würde sich den Ton nie und nimmer bieten lassen und sich auf dem Absatz für immer umdrehen. Ein anderer kann sogar eine Ohrfeige verzeihen, findet einen Ausgleich in den vielen positiv emotionalen Momenten. Daher gibt es keine Formel für die Frage Gehen oder Bleiben. Nur die innere Stimme!
Ich liebe dich, kann aber nicht mit dir zusammen sein!
Geschrieben am 09.07.10 um 14:07 Uhr

Faule Ausrede oder ernsthaft möglich? Und wenn ja, wie kann es zu so einer dramatischen Situation kommen?
In den letzten Wochen habe ich ein Paar beraten, die zu mir in die Praxis kamen und ihre Situation kurz und knapp mit: "Wir lieben uns, aber es geht nicht miteinander", beschrieben. Bei den Worten standen ihnen die Tränen in den Augen: Sie hätten zwei Jahren versucht, einen Weg miteinander zu finden, aber es wäre immer noch Sand im Getriebe. Jan hatte in den letzten Monaten einige Male gedroht, dass es so nicht weiter gehen würde und hatte das Ganze beendet. Sie konnten aber nicht voneinander lassen. Marie beteuerte, dass sie noch Kraft für diese Liebe hätte und solange sie fühle, dass es mehr gibt, was sie und Jan verbinde als sie trenne, würde sie alles für eine gemeinsame Zukunft geben. Für Jan schien die Bilanz von schönen Erlebnissen und Streit ebenfalls noch positiv zu sein, jedoch würde seine Hoffnung schwinden.
Im Sommer 2008 waren Sie sich näher gekommen, doch war zu diesem Zeitpunkt beruflich und privat viel in Bewegung. Das hatten sie am Anfang als Begründung akzeptiert, warum aus der Anziehung und der Verliebtheit nicht mehr Verbindlichkeit entstand. Ungünstiger Weise war Jan gerade zu dem Zeitpunkt in eine andere Stadt gezogen, hatte sich von seiner Ex getrennt und einen beruflichen Neustart gewagt. Das alles schien ihn so zu belasten, dass er der Beziehung weniger Aufmerksamkeit schenken konnte. Jedenfalls wurde das stets als Erklärung angeführt, wenn Elke kritisierte, wie oft er seine Belange über alles andere stellte. Verbrachten die beiden Zeit miteinander, war es ausnahmslos schön zwischen ihnen. Sie hatten die gleichen Interessen und Vorlieben, fast einen identischen Bio-Rhythmus und eine sehr leidenschaftliche Sexualität, die beide als besonders empfanden.
Elke beschreibt Jan als einen Mann, der sage, er liebe sie, aber wenig für sie Fühlbares täte, um diesem Gefühl Ausdruck zu verleihen oder stärker für Verbindlichkeit zu sorgen. So verpassten sie oft Chancen auf gemeinsame Zeit und Elke war anschließend sehr enttäuscht. Jan versteht sich häufig selber nicht, denn er sei in früheren Beziehungen ganz anders gewesen. In den folgenden Beratungsstunden erkannte Jan, dass der Grund für seine Zurückhaltung Angst vor einer tiefen Bindung und damit möglichen Verletzung ist. Er verhindert auf diese Weise unbewusst, sich mehr auf Elke einzulassen. Sie hingegen fühlt sich dadurch nicht geliebt, was manchmal zu Rückzug, mal zu mehr Forderung führt.
Das ist eine sehr subtile Dynamik. Oft herrscht die Überzeugung, wo Liebe ist, ist auch ein Weg. Doch leider ist das keine Regel! Liebe baut sicher Brücken, aber Angst ist immens zerstörerisch, vor allem in der Liebe. Jan und Elke erleben ein Auf und Ab hinsichtlich Nähe und Distanz, in Anziehung und Rückzug. Das warme, intensive und leidenschaftliche Gefühl verbindet und erschwert das Loslassen. Die unerfüllten und verletzenden Momente lassen einen hingegen zweifeln. Solange Jan seine Bindungsängste nicht bewältigt, wird er Elke im innersten nicht vertrauen können und sich nicht endgültig einlassen. Elke hat in der Beratung wahrgenommen, wie erschöpft sie davon ist, immer wieder gegen die inneren Barrieren bei Jan anzulaufen und dass sie mit dieser Art zu lieben nicht glücklich ist. Selbst bei so viel Übereinstimmung, Gefühl und Spaß im Bett hat Jan entschlossen, sich lösen zu wollen. Die Angst hat über die Liebe gesiegt. Eine sehr schmerzhafte Erkenntnis. Doch wenn nicht ausreichend Bereitschaft da ist, in die Auseinandersetzung mit sich selbst und seinem Gegenüber zu gehen, ersparen sich beiden durch die Trennung möglicherweise einen langen Leidensweg.
Eifersucht - nutzen Sie Ihre Chance!
Geschrieben am 02.07.10 um 12:48 Uhr

Sind Sie eifersüchtig? Gut so! Klingt komisch? Ist es aber nicht: Es gibt nämlich keinen Grund zu denken, das sei falsch oder unnormal. Ein bestimmtes Quantum an Eifersucht ist vollkommen natürlich und fast jedem bekannt. Die Kunst liegt darin, mit diesem Gefühl richtig umzugehen.
Eifersucht ist eine ganz normale Reaktion und zeigt, dass man temperamentvoll und leidenschaftlich ist. Menschen mit einer impulsiveren Persönlichkeit werden eifersüchtiger als eher sachlich distanzierte Menschen. Eifersucht beschreibt ein - je nach Maß - mehr oder weniger schmerzhaftes Gefühl, das entsteht, wenn man sich von einer sehr geschätzten oder geliebten Bezugsperson hinsichtlich Aufmerksamkeit, Liebe, Respekt und Zuneigung zurückgesetzt fühlt und eine Benachteiligung zu Gunsten einer anderen Person verspürt. Die Stärke eifersüchtigen Verhaltens ist vom eigenen Selbstwert beeinflusst. Und von der Bedrohung von "außen". Deren Gewicht wird auf der Grundlage des eigenen Vertrauens in die Beziehung und Bindung gewichtet.
Halten wir fest: Fast alle sind dann und wann mal eifersüchtig. Das kann auf den Partner, den Arbeitskollegen, die Schwester oder den besten Freund sein. Zuviel Eifersucht, sprich ein übersteigertes, unnatürliches Maß, kann zur Belastung werden. Für einen selbst wie auch für die Beziehung.
Was tun, wenn es im Inneren brodelt? Ziehen Sie sicht nicht in Ihrer Verletztheit zurück, sondern lassen Sie sich von Ihrer Eifersucht dazu motivieren, etwas für Ihre "Liebe" zu tun. Überlegen Sie, welche verborgenen Wünsche (Nähe, Anerkennung) oder Wahrnehmungen (Selbstzweifel, Unsicherheit) hinter Ihrer Eifersucht stecken. Sie erfahren nämlich bei dem Blick hinter die Kulissen einiges über sich selbst: Wie steht es um mein Selbstwertgefühl? Wie betrachte ich mich selbst: Ruhe ich in mir? Traue ich mir? Halte ich mich für einen liebenswerten und attraktiven Menschen?
Reaktionen wie Rückzug oder Aggression sind in solchen Fällen allenfalls kontraproduktiv. Werden Sie stattdessen selbst aktiv: Schaffen Sie durch ein Kompliment, eine zärtliche Geste oder eine romantische Einladung mehr Nähe zu Ihrem Partner. Rufen Sie sich ins Gedächtnis, was Ihre Beziehung so besonders macht und was Sie beide verbindet. Reden Sie mit Ihrem Partner über Ihre Wünsche und sagen Sie, was Sie verletzt - aber bitte ohne Vorwürfe und Vorschriften. Davon kann jede Verbindung nur profitieren.
Geschrieben am 28.06.10 um 10:56 Uhr

Empathie für einen anderen Menschen aufzubringen, bedeutet, sich in dessen Lage versetzen und mit ihm mitfühlen zu können. Das so genannte Einfühlungsvermögen ist ein entscheidend wichtiger Faktor für eine glückliche Beziehungsgestaltung.
Wir fühlen uns bei empathischen Menschen meist sehr wohl und aufgehoben. Warum? Weil wir das Gefühl haben, ganz verstanden und mit unseren Sichtweisen akzeptiert zu werden. Das schafft Nähe und das Empfinden, vom Partner ohne große Worte wahrgenommen zu werden. Empathie muss von Kindheit an gelernt werden. Wer in einem Umfeld aufwächst, dass diese Eigenschaft nicht fördert, hat dort Defizite. Gut, dass es selten zu spät ist zu lernen, empathisch zu sein. Dazu ist die richtige Geisteshaltung notwendig wie auch, die eigenen Gefühle zu erkennen und angemessen auf den anderen reagieren zu können. Absolutes Gift für empathisches Verhalten ist ein ausgeprägter Egoismus. Denn Empathie richtet sich uneingeschränkt auf das Gegenüber. Man widmet dem anderen all seine Aufmerksamkeit, schenkt im Gehör und investiert Energie, in seine Perspektive zu schlüpfen und seine Welt wahrzunehmen. Dabei ist es wichtig, erst mal die Empfindungen des anderen als "wahr" gelten zu lassen. Sie entspringen seiner subjektiven Wahrnehmung und sind für ihn authentisch und erlebt. Wenngleich man selber einiges davon vielleicht anders sieht oder als unlogisch empfindet. Aber um Bewertung geht es eben gar nicht, sondern zunächst einmal um vorbehaltlose Akzeptanz der anderen Gefühlswelt. Nach dem Verstehen und Mitempfinden kann später der Moment kommen, dem Partner dazu Ratschläge zu geben oder ihm zu helfen, Gegebenheiten anders zu betrachten und Gefühle neu zu bewerten. Doch das wäre zu Anfang die falsche Strategie.
Studien zeigen auf, dass die Empathie unter Menschen in unserer Gesellschaft abnimmt. Wenn ich nur aus der Perspektive meiner Praxis zu berichten würde, würde ich dies dreifach unterstreichen. Gut, dass ist nicht repräsentativ, denn zu mir kommen schließlich Klienten, die Probleme in Beziehungen und im zwischenmenschlichen Umgang haben. Und sicher sind darunter viele Menschen, deren empathische Kompetenz sich noch entwickeln könnte.
So richtig wundern mich solche Studienergebnisse also nicht. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und diese fördert nun mal Egoismus. In einer solchen Gesellschaft wird schon sehr früh Wert darauf gelegt, wie man am besten durchkommt und Karriere macht. Der Druck auf jeden Einzelnen steigt, weil jeder seine Ziele erreichen will - notwendigerweise auch ohne Rücksicht auf Verluste. Für Empathie ist dort wenig Platz, wäre sogar kontraproduktiv. In einer "Generation Ich" ist es schwierig, vorhandene Empathie zu bewahren oder gar zu entwickeln. Viele müssen sogar durch die Umstände des Jobs ihre Empathie unterdrücken. Wem es nicht gelingt, zwischen Job und privaten Beziehungsleben zu differenzieren, dem kann sogar die Empathie verloren gehen.
Individualisierung und Ich-Bezogenheit ist bis zu einem bestimmten Maße gut und gesund. Doch ein Zuviel ist nicht gerade günstig für eine konstruktive Beziehung, die sich durch Wärme und innere Verbundenheit auszeichnet. Das Gute daran: Es ist nie zu spät, sich mehr im Geben zu üben und die eigene Geisteshaltung zu überprüfen. Dazu muss es nicht immer einer dramatischen Lebenskrise bedürfen, die so oft das Geraderücken der eigenen Werte mit sich bringt.
"Wer passt zu mir?" - die Anspruchsfalle
Geschrieben am 18.06.10 um 13:52 Uhr

Wann wird die Suche nach dem "Idealpartner" zum Hindernis? Gegen klare Vorstellungen, was man persönlich braucht, um in einer Partnerschaft glücklich zu sein, ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Doch die Suche nach dem "passenden" Partner kann zur Liebeskrux werden.
"Wie passend muss denn ein Partner sein, damit er in das Vorstellungsraster eingefügt werden kann?" Selbst wenn diese Frage nicht explizit am Beginn einer Partnersuche steht, so schwingt sie unbewusst doch häufig mit. Mir begegnet diese Haltung nicht selten in der Praxis als Single- und Paarberaterin. Letzte Woche sprach ich mit einer Frau, 49 Jahre, gut aussehend, humorvoll und unterhaltsam, Kinder aus dem Haus und Professorin an der Uni über ihr Problem, zu wenig Resonanz auf ihre Initiativen bei der Online-Partnersuche zu erhalten. Schnell kommen wir auf ihre Vorstellungen und Wünschen an einen Partner zu sprechen. Sie äußerte folgendes: "Also ich golfe und reise viel, spiele Tennis und möchte viel mit meinem Partner unternehmen. Diese Vorlieben sollte er schon mit mir teilen. Und dann die üblichen Standards: Humorvoll, gebildet, selbstbewusst, noch gut in Schuss, bereit sein, sich in eine Beziehung einzulassen, gute Manieren, gepflegtes Äußeres und er sollte mir als Frau das Gefühl geben, was ganz Besonderes in seinem Leben zu sein."
Mehr nicht. Ganz einfach oder? Ich fragte, was denn wäre, wenn er vieles davon mitbringt, aber ein passionierter Jäger sei und gerne in der Freizeit reitet. "Nein, das würde nicht gehen. Er sollte auch golfen, sonst würde das keinen Sinn machen. In meinem Alter möchte ich nun wirklich jemanden haben, der zu mir passt. Keine Kompromisse mehr." Baff, das war deutlich. Selbst die Professorin musste bei ihrem vehementen Statement schmunzeln. Schwer zu sagen, ob verlegen wegen ihrer Einstellung oder nur fröhlich amüsiert. Ich hingegen staunte. Doch welcher selbstbewusste Mann würde sich von dieser dominanten Frau angezogen fühlen und hätte Lust, sich in diese Vorstellung einzupassen. Müsste er nicht befürchten, vieles von sich aufzugeben, um dem Bild dieser Frau zu entsprechen?
Wer auf diese Weise das Thema Partnersuche angeht, der richtet einseitig den Fokus auf die Frage: Wer passt zu MIR? Doch geht es in einer Partnerschaft nur darum, was ich will und mir gut tut? Das ist meiner Meinung nach keine Beziehung, keine wirkliche Begegnung. Wer so denkt, der geht nicht "IN Beziehung" zum anderen. Er ist nicht bereit zu schauen, wie sich Beziehung GEMEINSAM gestalten lässt. Zudem ist die Suche nach einem perfekten Partner kein Garant für eine "perfekte Beziehung". Schon in dem Wort "perfekt" zeigt sich ein großes Problem: Wir haben extrem hohe Erwartungen an unseren Partner. Unsere Konsumgesellschaft mit der Alles-ist-Möglich-Mentalität hat bei vielen eine Haltung geschaffen, dass einem der perfekte Partner zusteht und mit ihm die perfekte Partnerschaft serviert wird. Ich sage das mal überspitzt: Man braucht wenig für eine Partnerschaft zu tun, in der Wahl des perfekten Partners finde ich mein perfektes Glück. Das ist jedoch zu großen Teilen unserem Optimierungswahn geschuldet!
Beziehungsarbeit könnte für viele das Unwort des Jahres werden! Jedenfalls ist es nicht en vogue. Wer jedoch nicht ewig Single bleiben möchte, der sollte mit seinen Idealvorstellungen aufräumen und seine eigene Liebeseinstellung überprüfen. Denn die Kehrseite der Kompromisslosigkeit, die viele in Liebesdingen für sich beanspruchen, ist ihre eigene Unfähigkeit, sich auf jemanden einzulassen, der ihrem eigenen Selbstbild womöglich nicht exakt entspricht. Die allermeisten Singles sind der festen Überzeugung, dass die wahre Liebe sie nur noch nicht gefunden hat, dass aber in dem Moment, wo der oder die Richtige auftaucht, alles wie von selbst an seinen Platz fallen wird. Der Glaube daran, dass beim nächsten Mann oder bei der nächsten Frau wirklich alles anders wird, ist indes nicht haltbar. Es liegt viel mehr an einem selbst!
Fußballfieber schafft Flirtchancen
Geschrieben am 11.06.10 um 15:22 Uhr

Deutschland ist im Fußballfieber: Die Uhr tickt unaufhaltsam Richtung WM! Wie immer werden die WM-Spiele unzählige Deutsche zum gemeinsamen Fußballgucken bewegen. Der WM-Sommer bietet dabei eine ideale Gelegenheit, um zu Flirten und neue Kontakte zu knüpfen. Nicht nur für Fußballfans!
Flirtfaktor Nr.1 - die gute Stimmung: Sie steigt bei einem großen Teil der 82 Millionen Menschen in Deutschland, wenn sich die Deutsche Nationalmannschaft auf dem grünen Rasen in bester Form präsentiert. Also heißt es: Daumen drücken! Schießen nämlich Gomez, Müller, Poldi und Co. mehr Tore als sie einstecken müssen, steigt die Laune aller Fußballherzen ... und die vieler Männer im Besonderen.
Im Sommer haben ohnehin die meisten Menschen Lust, ihre Freizeit aktiver zu gestalten, mit Freunden in den Biergarten zu gehen oder sich zum gemeinsamen Picknick im Park zu verabreden. Nun beschwert uns der Sommer zusätzlich die WM. Überall werden Veranstaltungen angeboten, vereint mit der Lieblingsmannschaft zu fiebern. Ob auf dem Fest vor einer Großleinwand oder bei einer privaten Grillparty vor dem Fernseher, die gemeinsame Begeisterung für die bejubelten Zwölf verbindet, fördert die Offenheit und schafft vielerlei Gesprächsstoff. Dies ist eine ideale Vorraussetzung, um auf andere zuzugehen, neue Kontakte zu knüpfen und interessante Leute kennen zu lernen. Vielleicht wird ein Gespräch zur Erklärung der komplizierten Abseitsregeln plötzlich zu einem ganz angeregten Austausch mit dem attraktiven Gegenüber.
Nicht nur Männersache: Seitdem ich von einer Freundin vor ein paar Jahren ins Weserstadion eingeladen wurde und in der Sonne ein torreiches 6:0 gegen Hannover erlebte, habe ich all meine Vorurteile dem Fußball gegenüber revidiert. Der Anteil an weiblichen Fans, interessierten Kindern und Familien war überraschend groß. Keine Spur von pöbelnden Randalierern oder aggressiven Fans. Ganz im Gegenteil: Die Jungs im Stadion waren uns zwei Frauen gegenüber sehr aufmerksam, eine Getränkeeinladung konnte ich verbuchen und der Flirtfaktor war nicht zu verachten. Das gilt aber natürlich nur, solange man dem richtigen Verein zujubelt.
Vielleicht schlummert in Ihnen auch ein nicht entdeckter Fußballfan. Am besten, Sie lassen sich von der Begeisterung mitreißen, verabreden sich mit Freunden und suchen sich eine Umgebung zum Fußballgucken, in der Sie sich wohl fühlen: Ihre Lieblingsbar, ihr Stammrestaurant oder der Rathhausmarkt mit Großleinwand.
Die Hausregel für die WM lautet auch in Sachen Flirt: Ganz egal wie es ausgeht, Hauptsache alle haben viel Spaß!
Geschrieben am 04.06.10 um 15:58 Uhr

Woran erkenne ich, dass sie wirklich die Richtige ist? Diese Frage stellen sich scheinbar viele Männer. Die Antwort dazu las ich kürzlich in einem Online-Artikel. Eine Studie einer Partneragentur behauptet nämlich, genau das herausgefunden zu haben:
Demnach sind 63 Prozent der deutschen Männer der Meinung, dass ein Blick auf die Mutter und auf die Freundinnen genügt, um herauszufinden wie die Angebetete wirklich tickt. Fast die Hälfte der Befragten denkt, das wahre Ich einer Frau an ihren Manieren und ihrem Verhalten in der Öffentlichkeit erkennen zu können. Auf Rang drei steht der Blick auf ihr Aufräumverhalten. Erstaunlich: Mehr als jeder fünfte Mann denkt, dass der wahre Charakter einer Frau erst im Bett zum Vorschein kommt.
Leider konnte ich keine entsprechende Umfrage aus der Sicht des weiblichen Geschlechts finden. Ergebnisse hierzu wären an dieser Stelle nämlich äußerst interessant, da ich mir ziemlich sicher bin, dass der vierte Punkt sehr anders ausfallen würde: Ob sich in den Federn das wahre Ich zeigt, halte ich für sehr fraglich. Es zeigen sich dort die leidenschaftlichen Qualitäten, die erotischen Vorlieben und der Umgang mit Sexualität an sich: Wie offen, experimentierfreudig, zärtlich, lustvoll und einfühlsam jemand ist. Wie viel Spaß er haben kann und wie viel Ausdauer er hat. Mit Sicherheit bringt dies aber wenige Erkenntnisse darüber, ob die Dame eine gute Zuhörerin, eine humorvolle Gesprächspartnerin und eine geistreiche Frau mit tollen Alltagsqualitäten ist.
Und was verrät der Blick auf die Mutter? Gewiss könnte es etwas darüber aussagen, wie sie sich im Alter entwickeln könnte. Beispielsweise, dass sie zu dünnen Haaren, faltiger Haut, oder zu Übergewicht neigen könnte. Oder ob sie verschroben oder sanfter wird. Die eigentliche Frage die uns beschäftigt, ist aber ,was die Mutter über die Freundin in der Ist-Zeit aussagt. Und das ist leider eher wenig! Viel spannender ist es also, das Verhältnis zwischen den Eltern und der Tochter, sprich deren Umgang miteinander, zu betrachten. Ist die Abnabelung geglückt? Ist aus dem Eltern-Kind-Verhältnis eine reife Verbindung zwischen Erwachsenen geworden? Inwieweit mischen sich die Eltern in die Angelegenheiten ihrer Tochter ein? Gelingt es allen, die notwendigen Grenzen zu wahren? Dies sind die wirklich aussagekräftigen Kriterien. Schließlich könnten ihre Eltern auch irgendwann Ihre Schwiegereltern werden...
Der Freundeskreis ist auch eine Betrachtung wert, wenn Sie mehr über Ihren Partner erfahren möchten. Freunde wählt man schließlich bewusst aus: Sie haben etwas mit einem selbst gemein und teilen den eigenen Humor oder die eigenen Einstellungen und Werte. Außerdem ist es interessant herauszufinden, wie groß und homogen (oder eben nicht) der Freundeskreis ihrer Partnerin ist und auf welche Weise, wenn überhaupt, Freundschaften gepflegt werden. Daraus lässt sich schließlich ablesen, ob Ihre Partnerin in Freundschaften investiert und einen liebevollen zwischenmenschlichen Umgang pflegt. Das wäre ein gutes Zeichen!
Ob nun Aspekte wie Ordnung und Manieren wirklich so entscheidende Indikatoren für den wahren Charakter einer Frau sind, sei jetzt dahingestellt. Für Männer, die Sorge vor einer überordentlichen Frau haben, die sie dann zum Aufräumen und zu mehr Anteilnahme in Haushaltdingen drängen könnte, vielleicht. Und sicher sollte man sich mit seinem Partner in der Öffentlichkeit wohlfühlen und nicht im Restaurant unter den Tisch versinken wollen, wenn er mit offenem Mund schmatzt und zwischen den Zähnen pult. Es spricht nichts dagegen, die Augen offen zu halten. Aber man kann es definitiv übertreiben: Detektivspielchen sind kindisch und unangebracht!
Wieso bin ich in der Liebe so anders?
Geschrieben am 27.05.10 um 11:17 Uhr

Durchsetzungsstark und autark im Job, aber in der Beziehung angepasst und wenig entscheidungsfreudig. Wie kann das sein? Habe ich viele Persönlichkeiten in einer? Ja, wir sind "Mehrere", wenn es um die Liebe, den Alltag, die Familie und den Job geht. Aber das ist kein Grund, am Verstand zu zweifeln.
Jette ist unter den Kollegen und Freunden beliebt für ihr freundliches Wesen und das diplomatische Fingerspitzengefühl in brenzligen Situationen. Würden wir ihren Mann fragen, beschriebe er sie als dominant im Streit und in Diskussionen als unnachgiebig. Die Jette aus dem Job scheint wenig mit der Jette in der Liebesbeziehung gemein zu haben. Ähnlich widersprüchlich das Verhalten von Sebastian. Der selbstbewusste und erfolgreiche Chefarzt macht in der Liebe immer wieder die gleiche Erfahrung: Er wird von seinen Partnerinnen verlassen. Der Vorwurf der Ex-Freundinnen: Er sei zu soft, hätte keine eigene Meinung und zeige zu wenig Initiative. Mit diesem Steckbrief würde keiner Sebastian in seinem Krankenhausumfeld ausfindig machen.
In beiden Fällen scheint es sich nicht um die gleiche Person zu handeln. Wie lässt sich das erklären? Mit einem Ansatz, der nicht von einer starren Persönlichkeit ausgeht, sondern in Erwägung zieht, dass je nach Umfeld bestimmte Seiten unserer Persönlichkeit zum Vorschein kommen und sich dominant darstellen. Wer es aushalten kann, der sollte den Gedanken auf sich wirken lassen, dass seine Persönlichkeit aus mehreren psychischen Subsystemen besteht, wir mehrere Egos haben. Der Ansatz der Beziehungspersönlichkeit hilft uns weiter. Er ist neu in der Psychologie und beschreibt sehr präzise die Charaktereigenschaften eines Menschen im Hinblick auf seine Liebesbeziehungen. Die Alltagspersönlichkeit, die den Charakter im Umgang mit Freunden und Kollegen beschreibt, hilft in Liebesbeziehungen nicht weiter. Sie spart wichtige Bereiche wie Treue, Sexualität, Bindung und Konfliktstile einfach aus. Zudem sagt sie wenig darüber aus, wie wir uns unserem Partner gegenüber verhalten.
Der Ansatz der Beziehungspersönlichkeit wurde von dem Hamburger Persönlichkeitsforscher Prof. Burghard Andresen entwickelt. Dr. Julia Peirano hat anschließend den Zusammenhang zwischen der Beziehungspersönlichkeit und dem partnerschaftlichen Glück untersucht. Warum zeigen wir unserem Partner ein anderes Gesicht als unseren Freunden und Bekannten? Weil sich die Beziehungspersönlichkeit in der Liebe stärker durchsetzt, als die Persönlichkeit, die im Berufsleben und im Alltag aktiviert wird. Einfach gesagt: Wir sind in der Partnerschaft jemand anderes als im sonstigen Leben. Viel davon wird natürlich durch die besondere Art unseres Partners ausgelöst und bedingt. Diese Sichtweise ist nicht schizophren, sondern vielmehr versöhnlich. Auf diese Weise können wir uns selbst besser verstehen: Warum wir uns in Liebesdingen so anders verhalten als in der Kassenschlage im Supermarkt oder als Projektleiter im Vertriebsmeeting. Warum die Geschäftsführerin im Job ihren Mann steht, in der Beziehung aber eine Schulter zum Anlehnen wünscht und glücklich ist, sich ganz als Frau fallen lassen zu können. Wer dem Modell folgt, dem gelingt die Akzeptanz des eigenen oft so unterschiedlichen Verhaltens und der braucht die unterschiedlichen Seiten nicht in das eine oder andere Korsett zu zwingen. Außerdem weiß er darauf zu antworten, wenn der Partner mal wieder vorwurfsvoll sagt: "Also, du bist nicht wieder zu erkennen. Von Kollegen höre ich immer, wie entschlussfreudig du bist und wenn ich dich mal um die Planung des Wochenendes bitte, kommen zig Vorschläge, aber nie eine Entscheidung."
Schauen Sie sich hier mein Interview mit Dr. Julia Peirano an:
>> Single-TV Folge 30
>> Single-TV Folge 31
Positiv sehen, das Selbst stärken
Geschrieben am 19.05.10 um 13:59 Uhr

Schon kurz nach dem Aufstehen ist klar: Das kann nur ein schrecklicher Tag werden! Die Augen sind grundlos verquollen, ein schmerzhafter Pickel sitzt am Mundwinkel, die Croissants beim Bäcker sind ausverkauft und zu allem Überfluss ist unangekündigt die S-Bahn auf Schienenersatzverkehr umgestellt.
An so einem Morgen positiv zu bleiben und den Blick auf die erfreulichen Dinge des Lebens zu richten, scheint schier unmöglich. Doch wer sich von solchen Negativitäten einhüllen lässt, begibt sich in einen verheerenden Abwärtssog: Plötzlich wirkt alles düster und der Tunnelblick macht nur noch die Sicht auf weitere Ärgernisse und Misserfolge möglich. Das Vertrackte an dieser Dynamik ist, dass die selektive Wahrnehmung den Blick verstärkt auf Ereignisse lenkt, die in das negativ empfundene Bild passen. Positive, also der subjektiven Betrachtung widersprüchliche Erlebnisse, werden tendenziell ausgeblendet. Sie werden sozusagen "übersehen". Fazit: Die Negativ-Brille wird zum Selbstgänger, vergrößert entsprechende Ereignisse, die unser getrübtes Bild auf die Welt zusätzlich verstärken. Gleichzeitig lässt sie uns Erfreuliches kaum sehen, weil es nicht in unsere momentane Perspektive passt. Dies geschieht jedoch alles unbewusst, so dass sich ein solches Verhalten unbemerkt einschleicht.
Das beste Gegenmittel: "Stopp!" sagen. Stoppen Sie an Tagen, an denen Sie glauben, alles habe sich gegen Sie verschworen, diese Gedankenschraube in Ihrem Kopf. Wenn Sie negative Glaubenssätze wahrnehmen, schieben Sie ihnen bewusst einen Riegel vor. Solche Glaubenssätze sind still ablaufende innere Monologe, wie: "Das wird ja nichts." oder "Das kann ich nicht." oder "Typisch, so ein Mist passiert immer nur mir!". Sobald Sie sich bei solchen negativen Überzeugungen ertappen, sagen Sie laut "Stopp!".
Ergreifen Sie eine Gegenstrategie: Überrumpeln Sie Ihre Wahrnehmung und richten Sie Ihren Fokus auf das Positive im Leben. Das müssen nicht große Dinge wie eine Beförderung oder ein Lottogewinn sein. Es sind die kleinen Alltagsgeschenke, die einem so häufig widerfahren, für die wir aber keinen Blick mehr übrig haben oder sie als selbstverständlich ansehen: Der Kollege bringt Ihnen überraschend einen Kaffee mit oder die Verkäuferin auf dem Markt sucht Ihnen die schönsten Äpfel heraus. Direkt vor der Haustür wird ein Parkplatz frei oder auf dem Heimweg kommt für eine halbe Stunde die Sonne hinter den Wolken hervor. Solche Glücksmomente registrieren wir oftmals nicht. Für Negatives sind wir hingegen häufig sensibilisiert.
Um einen Perspektivwechsel ins Positive einzuleiten, sollten Sie eine tägliche Erfolgsbilanz ziehen: Schreiben Sie während des Tages oder am Abend alles auf, was Ihnen gelungen ist. Damit schärfen Sie Ihren Blick und fokussieren sich. Stellen Sie sich dabei folgende Fragen: Was habe ich heute besonders gut gemacht? Welche kleinen oder großen Erfolge kann ich verzeichnen? Welches Lob und welche Komplimente habe ich bekommen? Wem habe ich Zeit geschenkt? Was hat mich heute gefreut? Was hat mich zum Schmunzeln gebracht? Wenn Sie Ihre Erfolgsbilanz konsequent führen, stärkt diese Tag für Tag Ihr Selbstwertgefühl, sowie Ihre Sicht auf sich selbst und auf Ihre Umwelt. Und Sie werden sehen: Vieles wird sich positiver färben!
Er steht einfach nicht auf dich
Geschrieben am 14.05.10 um 17:03 Uhr

Alle Vorzeichen stehen auf Sympathie. Der Austausch wird immer netter. Das erste Treffen steht an. Nun bleibt der angekündigte Anruf aus. Wie soll ich das deuten?
Manchmal möchte man die Wahrheit nicht hören, weil sie nicht in das schöne rosarote Bild passt. Aber sie ist oft sehr wichtig, denn sie hilft loszulassen und die Verzerr-Brille der Hoffnungen abzusetzen. Nachdem Sabine einige sehr persönliche und ausführliche Mails mit einem ihr sehr sympathischen Mann ausgetauscht hatte, machte er den Vorschlag zu telefonieren. Gleich am nächsten Tag rief er sie an und sie sprachen gute zwei Stunden. Für Sabine hatte sie die gleiche Wellenlänge und das Telefonat verlief locker und nett. Am Ende des Gesprächs war die Zahnärztin darüber verwundert und zugegebenermaßen auch leicht enttäuscht, dass der Prokurist nicht spontan ein Treffen mit ihr vereinbaren wollte. Stattdessen schlug er ein weiteres Telefonat vor. Sabine stimmte zu und fragte, ob sie ihn zurückrufen könne. Das sei in nächster Zeit schwierig, da er viel unterwegs sei, lautete seine Antwort. Aber er würde sich melden, wenn er ein bisschen Zeit hätte. Da Sabine seine Handynummer kannte, sendete sie ihm zwei Tage später einen kurzen Gruß per SMS. Doch der blieb bisher ohne Reaktion. Dies ist jetzt fünf Tage her. Die Zahnärztin rief mich in meiner Sprechstunden an und fragte, ob sie noch auf ein Lebenszeichen warten oder das Ganze eher vergessen solle.
Das Interpretieren der wahren Motive für ein bestimmtes Verhalten ist immer eine filigrane Sache. Gerade bei Liebesangelegenheiten können uns unsere Gefühle täuschen, fällt es uns schwer, objektiv wahrzunehmen. Wir interpretieren Erlebnisse in Richtung unserer Wünsche und Sehnsüchte. Besonders schwierig ist es, wenn ein Gespräch positiv verläuft, der Austausch wie von selbst fließt und eigentlich alle Zeichen auf Sympathie stehen. Das sind normalerweise gute Vorraussetzungen, das mehr aus der Begegnung werden kann. Aber leider nicht muss! Die andere Seite kann so einen Kontakt eben nur als ein nettes Gespräch erlebt haben, ohne dass daraus mehr Interesse entsteht. Die Entwicklung und Wahrnehmung von Gefühlen und Zuneigung läuft nicht automatisch parallel ab. Das wünschen wir uns zwar und gehen davon aus, dass das eigene Kribbeln bei einer Begegnung nur stattfinden kann, wenn es auch beim Gegenüber ausgelöst wurde. Aber leider ist das nicht so.
In Studien wird immer wieder nachgefragt, wie sich Männer und Frauen verhalten, wenn sie nach einem Kontakt oder Treffen kein Interesse an ihrem Date haben. Elitepartner.de hat das in seinem Liebestrendmonitor 2009 auch untersucht. 41 Prozent Männer geben an, sich dann nicht mehr zu melden, 40 Prozent machen keine Komplimente und 27 Prozent geben vor, beruflich völlig eingespannt zu sein. Auf Ihre Erfahrung von Sabine übertragen, würde ich sagen, dass dieser Mann den Kontakt nicht mehr aufnehmen wird. Die Antwort auf ihre Frage: Abhaken, vergessen und nach vorne schauen.
Zum Streit gehören immer zwei!
Geschrieben am 07.05.10 um 16:50 Uhr

Martina und Ludger streiten seit einem Jahr fast täglich. Sie stehen kurz vor der Trennung. Dies ist der letzte Versuch, die Beziehung zu retten: Sie wollen bei mir lernen, wieder miteinander zu reden. Um einen Eindruck des Problems zu bekommen, bitte ich sie, einen typischen Streit darstellen.
Die beiden kommen sofort in Schwung. Er bombardiert sie mit Argumenten, was sie falsch macht. Sie rechtfertigt sich zunehmend intensiver, wischt seine Worte weg. Als Gegenmittel wird er schärfer und beleidigender. Plötzlich schweigt sie, dreht sich um und lässt ihn kalt auflaufen. Das stachelt ihn noch mehr an, auf sie einzufeuern. Sie rennt weg. Das ist die Standardsituation.
Ich versuche nun herauszufinden, wie sich beide in der Situation konkret verhalten, wozu dies aus ihrer Sicht gut sein soll und was sie in diesen Momenten fühlen und denken. Damit sollen sie die Chance bekommen, zu verstehen, was sie jeweils dazu beitragen, dass der Streit sich immer wieder in dieser Weise wiederholt. Als Problem zeigt sich, dass Ludger siegen will und dass Martina sich verschließt.
Eine Beziehung besteht aus der wechselseitigen, aufeinander abgestimmten Kommunikation der Partner. Es wirkt fast ironisch, wenn ich in diesem Fall von abgestimmt spreche. Was ich damit meine ist "aufeinander bezogen". Die Reaktion des einen löst die Reaktion des anderen aus. Größtenteils in gleicher Weise. Der Streit scheint durch ein unausweichliches Muster bestimmt zu sein. Was ist der Fehler an diesem Verhalten? Viele meinen, mehr vom Gleichen hilft in einem Konflikt. Es herrscht die innere Überzeugung: Ich muss nur den Druck erhöhen, mehr jammern, lauter schreien, mehr Härte walten lassen, mehr Besserwissen, schärfere Argumente über dem anderen abschütten, mehr unter die Gürtellinie schlagen, damit das Gegenüber in der Weise reagiert, wie ich das will. Dies scheint subjektiv eine effektive Strategie, um den anderen zu überzeugen, dass zu tun, was ich mir von ihm wünsche, oder das zu lassen, was ich an ihm nicht mag, was mich kränkt und verletzt.
Doch die vermeintlich sinnvollen Strategien bleiben wirkungslos. Jedenfalls in Richtung der beabsichtigten Lösung. Druck erzeugt Gegendruck, Beleidigung erzeugt Rückzug, Härte erzeugt Zumauern. Am Beispiel von Martina und Ludger ist das gut zu sehen: Er geht in den Angriff, sie mauert sich zu. Die Beziehung ist mittlerweile kalt, weder Nähe noch Zärtlichkeit existiert.
Was ist die Lösung? Zu erkennen, was die beiden wirklich im Konflikt wollen. Wofür kämpfen sie? Er kämpft um Verständnis, sie um Selbstbehauptung und gegen Unterdrückung. Im Gespräch merkt Ludger, dass er sich mit Entscheidungen allein gelassen. Er möchte daher lernen, offener zu werden, seine Gefühle zu zeigen. Martina entdeckt, dass sie sich behaupten will und ihr dies nur im Weglaufen und Zumachen gelingt.
Was ist wichtig für die Kommunikation in einer Auseinandersetzung, wenn es um Bedürfnisse der einzelnen in einer Liebesbeziehung geht? Respekt, das Sprechen über Gefühle, das Akzeptieren, dass der Partner andere Gefühle hat und das Zeigen von Wünschen und Bedürfnissen. Am besten gelingt das in der Ich-Form: "Ich fühle mich im Stich gelassen, ich brauche mehr Unterstützung oder Zuwendung..." Es geht nicht darum über die Sache an sich zu argumentieren, sondern darüber zu sprechen, was einen innerlich bewegt. Natürlich ist das herausfordernd und neu, vor allem wenn sich alte Verhaltensweisen über Jahre eingeschleift haben. Aber es ist ein geeigneter Weg für gegenseitiges Verständnis...
Was Frauen und Männer sexy macht
Geschrieben am 30.04.10 um 09:13 Uhr

Welche Eigenschaften muss ein Mensch haben, damit er als attraktiv empfunden wird? So sehr wir uns auch wünschen, dass der Mensch als hoch entwickeltes Wesen, immer befreiter von seinen rudimentären Trieben und wirklich fähig zur "freien" Partnerwahl ist - er ist immer noch nicht ganz soweit.
Frauen wie Männer werden bei ihrer Partnerwahl von ihren Urinstinkten geleitet. Eine gewisse genetische Programmierung - Darwin nannte das Prinzip Sexualauslese - ist auch heute noch aktiv. Wie sehr der Mensch bei seiner Partnerwahl von seinem evolutionären Erbe bestimmt wird, zeigen wissenschaftliche Studien auf. Geleitet von seinen Urinstinkten ist er stets auf der Suche nach dem attraktivsten Partner mit der besten Gen-Ausstattung. Männer haben im Laufe der Evolution gelernt, intuitiv die biologische Fitness einer Frau zu erkennen, zum Beispiel anhand der Relation von Hüfte zu Taille. Im optimalen Fall liegt die bei 1:0,7, wie etwa bei Jennifer Lopez. Das ist unabhängig von Mode und Körperidealen immer gleich geblieben. Die Partnerpräferenzen der Männer kennen die Frauen seit Jahrtausenden: Ein schönes Gesicht ist eine Empfehlung. Anziehend ist, was Erfolg bei der Fortpflanzung verspricht. So einseitig diese Formel ist, sie ist kaum willentlich außer Kraft zu setzen.
Lässt man Männern am Computer freie Bahn, sich ein Idealbild einer Frau zusammenzusetzen, drehen sie so lange an der Östrogenschraube, bis die Dame ein regelrechter Klon von Nicole Kidman oder Lara Croft ist: Das Gesicht gefiel umso besser, je weiblicher es war: Der Kiefer dezent, die Lippen voll, die Wangenknochen hoch, Nasen klein, die Augen groß und Augenbrauen dünn. Östrogene sind aus Männersicht sexy. Und bei Männern? Die Gesichtszüge des Mannes beeinflusst das Testosteron. Das maskuline Testosterongesicht Marke Schwarzenegger müsste somit ein Aushängeschild für gute Gene sein. Doch es gibt eine erfreuliche Nachricht. Frauen mögen Mischgesichter à la Brad Pitt am liebsten und nicht die ausgesprochen maskulinen Visagen. Psychologen vermuten, dass da ein unbewusstes Sicherheitsdenken eine Rolle spielt. Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass Männer mit einem hohen Testosteronspiegel häufiger fremdgehen und weniger gute Väter sind als Männer mit weiblicheren Gesichtszügen.
Das mag alles stimmen, vor allem wenn wir die Partnerwahl nur durch unser genetisches Erbe dominieren lassen. Doch die Vormachtsstellung scheint mehr und mehr ins Wanken zu geraten. Das Aussehen mag unsere Visitenkarte sein. Mit der Zeit jedoch tritt die äußere Hülle in den Hintergrund und die Charaktereigenschaften gewinnen an Gewicht. Bei der Partnerwahl zählt für viele nicht nur Attraktivität, sondern Persönlichkeit, Übereinstimmungen bei Werten, Lebenszielen, Bildung, Kommunikation und Humor. Wer sich nicht nur von der äußeren Fassade beeindrucken lässt, sondern einen zweiten Blick dahinter wagt, der wird oft von einer Fülle beeindruckender Eigenschaften belohnt.
Geschrieben am 23.04.10 um 15:00 Uhr

Es kann wirklich jeden treffen: Eifersucht gehört quasi zur biologischen Grundausstattung des Menschen, 98 Prozent ist diese Gefühlsregung nicht fremd. Doch eifersüchtige Frauen sehen nicht nur rot, sondern angeblich auch schlecht.
Psychologen der University of Delaware haben entdeckt, dass sich Frauen von negativen Emotionen wie Misstrauen derart beeinflussen lassen, dass tatsächlich ihr Sehvermögen darunter leidet. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der April-Ausgabe des Fachmagazins Emotion, die von der American Psychological Association publiziert wird.
In den Untersuchungen konnte aufgezeigt werden: Frauen, die im Labor künstlich eifersüchtig gemacht wurden und sich dadurch emotional unwohl fühlten, waren nicht in der Lage, bestimmte Objekte in visuellen Tests zu erkennen. Schon lange ist aus der psychologischen Forschung bekannt, dass Gefühle, die in Beziehungen ausgelöst werden, die mentale und physische Gesundheit beeinflussen. Und das in beide Richtungen. So stärken glückliche Beziehungen die Zufriedenheit und machen gesünder. Liebeskummer und Eifersucht belasten das Gemüt und machen den Körper anfälliger. Interessant - stellt sich nur die Frage, ob Männer bei einem Rollentausch ähnliche Reaktionen aufweisen würden.
Warum werden denn überhaupt manche Leute eifersüchtiger als andere? Das hängt zum einem vom Temperament ab. Menschen, die eine impulsive Persönlichkeit haben, zur Dramatik und außerordentlichen Gefühlsausbrüchen neigen, sind sicher eher veranlagt, eifersüchtige Gefühle zu entwickeln. Solche Persönlichkeitseigenschaften entstehen im Laufe der Persönlichkeitsentwicklung, also vorrangig in der Kindheit bis zur Adoleszenz. Ein Teil ist genetisch vorbestimmt, ein anderer wird durch Umwelterfahrungen geprägt. Zudem ist das Maß an Eifersucht auch von dem eigenen Selbstwert abhängig. Wer sich minderwertig fühlt, wenig liebenswert, der entwickelt eher Angst, nicht zu reichen und verlassen zu werden und reagiert eher eifersüchtig.
Zudem zeigt sich Eifersucht bei Männern und Frauen anders. Männer reagieren viel emotionaler auf sexuelle Untreue - weniger darauf, wenn die Frau sagt: Da ist ein anderer Mann, mit dem kann ich mich gut unterhalten. Bei Frauen ist es umgekehrt: Die finden emotionale Untreue viel schlimmer als Männer, dafür sexuelle Untreue weniger dramatisch (natürlich nur im Rahmen). Das wird in der Fachliteratur mit der elterlichen Investition erklärt: Für Männer besteht in Beziehungen das Risiko, dass sie Energie und Ressourcen in Kinder investieren, die nicht ihre eigenen sind. Frauen hingegen haben eher Angst, dass sie die Ressourcen ihres Mannes verlieren. Interessant, aber ist das wohl noch zeitgemäß? Demnach wären kinderlose Paare weniger eifersüchtig, obwohl nun die Evolutionsbiologiker sagen würden, dass diese Anlage noch lange in unseren Genen steckt. Wie dem auch sei, wer oft Eifersucht erlebt, der sollte mit seinem Partner auf Ursachenforschung gehen. Denn selten ist es ein Problem von einem selbst, sondern ein Beziehungsthema. Auch wenn wir manchmal zu rot sehen...
Aus Angst vor zu viel Flirt, lieber gar kein Flirt?
Geschrieben am 16.04.10 um 16:04 Uhr

Vor zwei Wochen habe ich für einen Fernseh-Dreh eine junge Frau im Single-Coaching begleitet. Ihr Anliegen war, mehr über ihr Flirtverhalten zu erfahren, wie Signale richtig gesandt und interpretiert werden. Anlass war ihre Erfahrung, häufig nicht das gewünschte Maß an Offenheit und Distanz zu finden.
In einer Übung zum Blickkontakt wurde ihr bewusst, wie schnell Kontakt entstehen kann. Damit kam bei ihr die Sorge auf, die Geschwindigkeit des Kennenlernens nicht mehr kontrollieren oder aus dem Flirt aussteigen zu können. Doch das sollte keinen Grund ausmachen, Kontakte zu vermeiden. Besser ist zu wissen, wie man Körpersprache gezielt einsetzen kann, um Einladungen oder eben Ausladungen deutlich "auszusprechen".
Das Schwierige am Flirt ist nicht nur der Anfang, sondern ebenfalls das Ende. Tatsächlich lassen sich vor allem Frauen oft nicht auf das kleine Abenteuer eines spontanen Flirts ein, weil sie das Gefühl haben, ab einem bestimmten Punkt nicht mehr aussteigen zu können. Männern kann es ebenfalls passieren, dass ihr Interesse für ihr Gegenüber während eines Flirts erlahmt, sie jedoch nicht wissen, wie sie dem Ganzen höflich ein Ende bereiten sollen. Schließlich ist es durchaus eine Art Spagat, dem anderen zu verstehen zu geben, dass man für eine Fortsetzung der Begegnung nicht genug Interesse hat, und dabei das eigene und das Gesicht des Gegenübers zu wahren. Aus diesem Grund ist es hilfreich zu wissen, wie vor allem mit den Mitteln der Körpersprache das Tempo einer Begegnung bestimmt werden kann. Ich benutze dafür gerne die Begriffe "Gas geben" und "bremsen lernen". Weil ich das als ein ganz entscheidendes Handwerkszeug beim Flirten ansehe, lege ich in meinem Seminar Fit2Flirt viel Aufmerksamkeit darauf.
Gezielt die richtigen Signale senden
Bitte vergessen Sie niemals: Ein Flirt beinhaltet keinerlei Versprechen. Wenn Sie sich eine halbe Stunde nett unterhalten oder einen Drink genommen haben, folgt daraus nicht automatisch, dass einer der Gesprächspartner ein Recht am anderen erworben hat. Richten Sie sich daher nicht nach dem Tempo oder den Erwartungen Ihres Gegenübers, schließlich hat jeder Mensch individuelle Maßstäbe, und Sie sollten sich vor allem an Ihren eigenen orientieren. Die Distanz und das Annäherungstempo regeln sich überwiegend unbewusst durch unsere Körpersprache. Sie können aber auch ganz bewusst und gezielt Signale senden, um das Tempo zu regulieren.
Wer "Gas geben" möchte, der kann auf folgende Einladungen achten: Freundliches Lächeln, viele Blicke in die Augen, eine offene Körperhaltung, körperliche Zugewandtheit, Kopf leicht schräg legen, Nesteln an der Kleidung, Spielen mit den Haaren, Verringern des Abstandes oder flüchtige Berührungen. Wer Paare beim Flirten beobachtet, kann genau diese Flirtsignale beobachten, weil sie bei einem harmonischen Flirt automatisch ablaufen. Bewusst eingesetzt, schaffen sie mehr Nähe.
Wer mehr Distanz herstellen möchte, sollte sich gegensätzlich verhalten. In einem Gespräch in die Luft oder auf den Boden zu schauen, signalisiert Desinteresse. Ebenso ausladend wirkt eine abweisenden Körperhaltung wie das Verschränken der Arme vor der Brust, Kopf nach hinten bewegen, Mimik und Gestik einfrieren lassen, den Abstand zum anderen vergrößern. Wortkargheit eignet sich zusätzlich, um einen Kontakt zu ermüden. Ihnen stehen sehr machtvolle Signale zur Verfügung - also nutzen Sie sie! Damit können Sie einen unerfreulichen Kontakt meistens schnell abkühlen und wieder den nötigen Abstand gewinnen. Falls solch eindeutige Signale aber immer noch nicht verstanden werden, der sollte den Korb konkret, möglichst charmant und ohne unnötige Verletzung aussprechen. Mit Worten wie: "Ich merke, du möchtest dich gern weiter unterhalten/das Gespräch vertiefen/mich mehr kennenlernen. Das ist nett, danke, aber ich möchte gerne den Abend allein verbringen/das Gespräch hier beenden/ das bis hier belassen." Wichtig ist dabei, eindeutig zu kommunizieren, dass heißt den Inhalt auf allen Ebenen (Stimme, Körpersprache und Inhalt) mit gleicher Bedeutung rüber zu bringen. Wer obigen Korb mit einem sehr charmanten Lächeln formuliert, wird gerne missverstanden.
Ein Schluck zuviel beim ersten Date
Geschrieben am 09.04.10 um 14:07 Uhr

Der Frühling scheint wirklich viele zu beflügeln. Ostermontag war ich mit Freunden an der Elbe essen. Um uns herum saßen offensichtlich viele frisch Verliebte oder aneinander Interessierte, denn das Flirtverhalten war nicht zu übersehen.
Direkt neben uns hatte ich besten Einblick und konnte den Verlauf eines Dates gut beobachten. Nicht, dass ich den Beiden ihre Intimität nehmen wollte, aber sie waren so wild gestikulierend, dass man sie nicht übersehen konnte. Stilvoll hatte man mit Champagner begonnen, zu den Jakobsmuscheln wurde zu einer Flasche Weißwein gewechselt und zu meiner Überraschung wurde der Wildhauptgang mit dem Dekantieren eines guten Rotweins eingeleitet. "Tapfer, tapfer", dachte ich, "die können was ab". Denn die Frau war ein zierliches Federgewicht von geschätzten 50 Kilo.
Wie gut sie das vertrug, zeigte sich wenig später, als ich ihr auf der Damentoilette begegnete. Vor mir am Waschbecken warf sie gerade ihr kleine Schminktasche runter, während sie versuchte, Lippenstift nachzuziehen. "Puh", sagte sie mich anlächelnd, "ich habe doch einen viel größeren Schwipps als ich dachte. Wie peinlich, das ist mein zweites Treffen und mir wird schwindelig." "Keinen weiteren Tropfen mehr und viel Wasser trinken", riet ich ihr. Weiterhin empfahl ich ihr, ihrem Date moderat ehrlich gegenüber zu sein und zu sagen, dass sie wohl im Gefecht des lebendigen Gespräches sich von dem köstlichen Wein hat verführen lassen und nun auf Nullprozentiges umsteigt. Wenn ihr wirklich schwindelig würde oder sie merkt, dass sie nicht mehr gut artikulieren kann, dann solle sie in Erwägung ziehen, das Treffen charmant zu beenden.
Aber unbedingt erklären warum, damit dies nicht als vorgeschobener Grund interpretiert wird und ungewollte Gefühle auslöst. Denn sich angetrunken zu präsentieren, kann nach hinten losgehen. Die Zunge ist gelockert und es können Intimitäten entgleiten, die man mit klarem Kopf nachher bereut. Nicht selten sinkt auch die Hemmung und es kommt zu Zärtlichkeiten, die eigentlich noch gar nicht gewollt waren. Daher ist es besser, die Notbremse zu ziehen und sich zu verabschieden. Das kann mal passieren. War der Kontakt vorher nett, wird dies kein Stein des Anstoßes sein. Vor allem nicht, wenn es ein Ausrutscher war.
Weniger ist mehr
Grundsätzlich sollte man unbedingt mit Alkohol bei den ersten Dates aufpassen. Es muss nicht die Null-Komma-Null-Grenze sein, aber auf keinen Fall sollte es zu viel sein. Betrunken beim ersten Date: Das passiert laut einer Studie von ElitePartner ungefähr 10 Prozent der Flirtwilligen. Dabei unterscheiden sich Männer und Frauen nicht. Aufregung fördert die Wirkung von Alkohol. Durch mehr Adrenalin im Blut und eine stärkere Durchblutung gelangt der Alkohol schneller in den Körper und dadurch stellt sich die Wirkung prompter ein, ist also schlechter zu abzusehen. Durch den betrunkenen Zustand werden eher falsche Signale gesendet. Schnell wird man zutraulich, die Körpersprache wird kontaktfreudiger. Einige Männer fühlen sich zu mehr eingeladen, wenn Frau körperlich wird und es zu vielen kleinen Berührungen kommt. Daher sollte man Herr seiner Sinne bleiben. Gegen ein Gläschen Prosecco ist nichts einzuwenden. Das hilft manchmal, ein bisschen die Verkrampfung zu lösen. Aber unterschätzen Sie die Wirkung gerade beim Daten nicht. Der Flirtfaktor kann nämlich schon ganz ohne Promille zu leichtem Schwindel führen. In diesem Sinne, weniger ist mehr...
Geschrieben am 01.04.10 um 17:24 Uhr

Fragen als Formel für ein interessantes Gespräch? Wenn das Maß und die Frageform stimmen: auf jeden Fall! Zuviel des Guten wird zum Verhör, zu wenig davon wirkt desinteressiert. Wem die Balance zwischen Fragen und von sich Preisgeben gelingt, hat eine fabelhafte Basis für ein lebendiges Gespräch.
Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung liegen oft weit auseinander. Ein Beispiel: Eine Klientin bat mich um Feedback zu ihrem Kommunikationsverhalten. In solchen Fällen ist eine Videoanalyse sehr aufschlussreich, denn Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte. Im Rahmen eines Rendezvous-mit-Rückmeldung http://www.fit2flirt.de/pages/coaching.html initiierte ich ein Date zwischen der Enddreißigerin und meinem Kollegen mit dem Ziel, dass sie ein lockeres Gespräch führen. Die anschließende Auswertung gab folgendes Ergebnis: In dem knapp einstündigen Gespräch hatte die Frau ihrem gegenüber nur fünf Fragen - meist geschlossene Fragen oder Verständnisfragen - gestellt. Auf die Frage hin, was sie über den Mann gelernt habe, musste sie zugeben, dass ihr Fundus an Informationen aus dem Gespräch verschwindend klein war. Ihre Einschätzung darüber, wie das Verhältnis zwischen Interesse in Form von Nachfragen, Erkunden, Folgen und Selbstkundgabe war, gab sie mit 70 zu 30 an. In Wirklichkeit war das Verhältnis jedoch genau umgekehrt: Auf die Frage, wie mein Kollege sich in dem Gespräch gefühlt habe, gab er an, dass er seitens der Frau wenig Interesse an seiner Person wahrgenommen habe und das Gespräch nicht intensiver wurde.
Der Grund für ihre Zurückhaltung lag darin, dass sie Angst hatte, zu neugierig und dadurch auch zu aufdringlich zu wirken. Mit ihrer Zurückhaltung als Gegenmaßnahme bewirkte sie jedoch genau das Gegenteil: Der Gesprächspartner nahm ihr Verhalten so wahr, dass sie wenig Interesse an seiner Person hatte.
Fragen sind ein ganz wichtiges Mittel in der Kommunikation. Das gilt fürs Flirten und Daten, wie für Beziehungen gleichermaßen. Offene Fragen (die bekannten W-Fragen) bewegen den Gesprächspartner, mehr von sich mitzuteilen. Durch Fragen nach Motiven, Einstellungen, Emotionen oder Sehnsüchten werden Gespräche privater und intensiver. "Was hat Sie denn an Rom besonders begeistert?" oder "Was fasziniert Sie eigentlich so sehr am Bergwandern?" gibt viel persönlichere Einblicke als ein "Ach, sie mögen die Berge?" Darauf gibt es meist ein kurzes ja oder nein. Trauen Sie sich, etwas mehr zu fragen. Um nicht über das Ziel hinaus zu schießen, ist es ratsam, sich immer mal wieder eine Waage vor dem inneren Auge vorzustellen. In der einen Waagschale häufen Sie im Laufe des Gespräche Ihr geäußertes (nicht nur das empfundene) Interesse am Gegenüber an, in der anderen Waagschale alles das, was Sie über sich erzählen. Vorübergehend kann die Waage zu der einen oder anderen Seite kippen, doch letztendlich sollte es immer zu einer annähernden Balance kommen. Einfach mal ausprobieren und bewusster Fragen stellen. Und vor allem öfter neue!
Ist sie wirklich interessiert?
Geschrieben am 26.03.10 um 16:17 Uhr

Herr T. ist bei mir in der Beratung, weil er nach langer Ehe und mit 55 Jahren das Gefühl hat, nicht mehr genug Übung zu haben, um auf das andere Geschlecht zuzugehen und locker ins Gespräch zu kommen.
Wir arbeiten gerade am Thema, ein lebendiges Gespräch zu führen und speziell am Punkt, die Balance zwischen Fragen und Selbstkundgabe zu finden. Da Herr T. beruflich viel reisen muss, nutzt er an Flughäfen die Zeit des Wartens am Gate, um ins Gespräch zu kommen. Heute bringt er eine interessante Frage mit ins Coaching.
Auf dem Weg nach Mailand kommt er mit einer Frau am Flughafen Frankfurt ins Gespräch über eine Bemerkung zur Schweiz. Sie liest die Neue Züricher Zeitung, er selber hat einen zweiten Wohnsitz dort. Sie plaudern 10 Minuten sehr nett, werden aber von einer lauten Lautsprecherdurchsage unterbrochen, die ihren Flug betrifft. Danach bricht das Gespräch ab. Ich frage Herr T. nach dem Grund dafür. Es hätte eben keiner mehr angefangen. Deutlich wird, dass ihn seine Hypothese, sie hätte kein Interesse mehr, an der Fortsetzung des Gespräches gehindert hat. Ich gebe zu bedenken, dass sein weibliches Gegenüber vielleicht nur darauf gewartet hat, dass er wieder anknüpft. Auch möglich, sie dachte: "Wenn er Interesse an einer Plauderei mit mir hat, dann wird er schon wieder einsteigen." Oder aber, sie war verunsichert und grübelte: "Oh je, ich habe schon ein wenig aufgeregt einigen Blödsinn erzählt. Am besten ich bin lieber mal still und warte ab, was noch von ihm so kommt."
Das Fatale an so einer Situation ist, dass uns die Gespenster im Gehirn hindern, unbefangen weiterzumachen, sondern eher verkrampfen lassen. Umso mehr Zeit vergeht, umso größer wird die unsichtbare Barriere. Schon nach 20 Sekunden ist sie sehr hoch, nach einer Minute scheint die Stille unüberwindbar. Wir geraten in solchen Momenten leicht in die analytische Lähmung: Wir überlegen verbissen, mit welchem Spruch wir wieder einsteigen könnten, wägen ab, machen uns Gedanken, was wohl das Beste wäre. Doch je mehr wir uns mit der optimalen Strategie beschäftigen, desto mehr Spontaneität geht verloren. Nun das Gespräch wieder anzufangen, scheint unmöglich. Ganz einfach wäre doch gewesen mit der Bemerkung wieder anzusetzen: "Verraten Sie mir bitte, wo waren wir stehen geblieben?" Oder: "Entschuldigen Sie, ich war gerade so in Gedanken wegen des Aufrufs... aber bitte, was war ihr letzter Einwand...?"
Meist treffen nämlich die Hypothesen über unser Gegenüber nicht zu. Sie sind aufgeladen mit unseren eigenen Unsicherheitsgefühlen und Ängsten. Wir denken: "Diese Frau oder dieser Mann hat kein Interesse, sonst würde sie oder er doch weiter sprechen." Was aber, wenn sie oder er das Gleiche von Ihnen denkt?
Was kann einem helfen zu erkennen, ob das Gegenüber Interesse an einem Gespräch hat? Hilfreich ist zu wahrzunehmen, wie viel jemand dazu tut, um ein Gespräch aufrecht zu halten? Gutes Indiz dabei ist das eigene Gefühl: Ist das Gespräch anstrengend, muss man sich abarbeiten, um das Ganze am Laufen zu halten? Kommt von der anderen Seite gar nichts? Keine Fragen, keine Anknüpfen, sind die Antworten karg und nur aufs nötigste reduziert? Wird der Blick oft abgewendet, ist die Körperhaltung abgewandt, die Mimik starr und wenig freundlich? Wenn ja, ist es das Beste, dass Gespräch einfach auslaufen zu lassen.
Gibt es keine Anzeichen für eine solche kühle Atmosphäre (man nennt das auch Cooling Down), sondern das Gespräch läuft eher ganz gut oder sogar wie von selbst, dann gibt es wenig Anlass zum Zweifel. Haben Sie diesen dennoch und sie merken, wie sehr dieser Sie handicapt, dann seien Sie mutig. Ehrlichkeit schlägt Peinlichkeit! Sprechen Sie ihr Gefühl einfach nett an: "Sie wirken, dass Sie lieber Ihre Ruhe hätten. Kein Problem, ich hätte nur einfach Lust gehabt, mit Ihnen ein bisschen zu plaudern." Wenn Sie mit Ihrer Annahme Recht haben, fühlt sich ihr Gegenüber verstanden und das wirkt sympathisch. Somit haben Sie Ihr Gesicht gewahrt und einen guten Ausstieg gefunden. Täuschen Sie sich aber mit Ihrer Vermutung, können Sie sich auf die Korrektur Ihres Gegenübers ziemlich sicher verlassen. "Nein, nein, ich bin nur in Gedanken noch in meinem sehr anstrengenden Meeting von heute Vormittag, bei dem es drüber und drunter ging. Daher wirke ich wohl etwas verschlossen." Knüpfen Sie einfach an: "Das kann ich gut verstehen. Was war denn so vereinnahmend?" Und schon sind Sie mitten drin und so gar eine Ebene privater. Also eine Chance mit wenig Risiko!
Machen Sie sich klar, was es eigentlich zu verlieren gäbe, wenn es mal nicht weiter geht in einer Plauderei? Und was gäbe es zu gewinnen, wenn es richtig gut läuft? Also lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig!
Ansprechende Partnerfragen: Eine Frage guter Manieren?
Geschrieben am 19.03.10 um 14:20 Uhr

"Das kann doch nicht sein, dass die Herren der Schöpfung von heute auf morgen ihre Manieren verloren haben." Echauffiert, aber mit beschwingtem Unterton rief mich die 38jährige Ärztin vorgestern in meiner telefonischen Sprechstunde an.
Sie beklagte sich über die Art der Ansprache bei der Online-Partnersuche. Doch sie wollte keinen verurteilen, sondern nach Ursachen suchen und eigenem Fehlverhalten auf die Schliche kommen.
Das nenne ich eine konstruktive Haltung. Ich ließ mir ihre Erfahrungen berichten und schaute mir anschießend ihr Profil so wie ihre Korrespondenz an, um ein direktes Bild zu bekommen. Denn subjektives Erleben ist meist deutlich gefärbt. Das Profil der Ärztin war vollständig ausgefüllt, ansprechende Bilder, ihre Aktivität hoch, keine Auffälligkeiten. Ihr "Ich über mich" gefiel mir sogar sehr gut. Es hatte eine gute Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit, die Felder waren großzügig ausgefüllt, jedoch weit weg von zu ausschweifend. Jede Menge Anknüpfungspunkte waren dort zu finden und alles war in lebendiger Sprache ergänzt.
Auf ihren Hinweis las ich als Beispiel eine Anfrage eines Würzburger Unternehmers. Vorher hatte ich mir sein Profil angeschaut: Die Hälfte der Rubriken im "Ich über mich" waren nicht ausgefüllt, die andere Hälfte effektiv und knapp. Seine Partneranfrage an sie war wie folgt: "Hallo Unbekannte, dein Profil gefällt mir, erzähl doch mal ein bisschen mehr von dir. Und bitte schalte deine Bilder frei. Beste Grüße H." Frau Sch. fand diese Anfrage überheblich und unhöflich.
Nachzuvollziehen, dass sie sich fragt, welche Haltung ihr da entgegenschlägt? Wie steht es bei diesem Mann mit Geben und Nehmen? Mit welcher Selbstgefälligkeit wird hier gefordert, ohne sich selber zu bemühen. An dieser Anfrage ist einiges unsympathisch. "Hallo Unbekannte" ist wenig originell, aber besser als keine Anrede. Diese Formulierung schreiben zwar 95%, aber wem nichts Besseres einfällt, der kann das benutzen. Minimale Ergänzungen würden die Anrede persönlicher machen "Liebe (noch) Unbekannte". Jedoch finden sich im Profil meist einige nettere Anknüpfungspunkte darüber hinaus.
Wer beim Flirten sympathischer wirken will, der sollte doch die goldene Regel befolgen: Go first! Oder wenigstens beachten: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Einer Frau, die ihr Profil engagiert und lebendig ausgefüllt hat, zu sagen, sie solle mal ein bisschen mehr über sich erzählen, ohne selber nur 10 Gramm von sich in die Waagschale zu werfen, in der Erwartung das "Gütesiegel Unternehmer" wird es schon richten, macht eine klare Aussage über sich selbst. Das kann er gerne, nur sollte er um seinen ersten Eindruck beim anderen Geschlecht wissen. Eine derartige Außenwirkung müsste die Signallampen beim Adressaten aufleuchten lassen. Vorsicht! Wer in einem solchen Fall den Kontakt aufnimmt, sollte im weiteren Verlauf prüfen, ob dieser spezielle Zugang eventuell nur ein energieloser Kaltstart war oder eben eine etablierte Haltung. Gut ist auf jeden Fall zu wissen, woran man ist. Dann besser schnell abbrechen, als in die falsche Richtung zu galoppieren und Energie zu verschwenden.
Geschrieben am 15.03.10 um 11:27 Uhr

Steht nahezu in jedem Flirt- und Datingratgeber: Gute Brennpunkte, um Kontakte zu knüpfen und zu flirten, ist im Fitnessstudio. Hört sich so trivial wie selbstverständlich an. Grundsätzlich macht es natürlich Sinn, sich dort aufzuhalten, wo andere Leute sind, die gleiche Interessen teilen.
Das verbindet, schafft lockeren Gesprächsstoff und die Möglichkeit, sich eher mal wieder an gleicher Stelle zu sehen. Nicht wenige Singles beherzigen die Chancen dieses schweißtreibenden Flirtreviers, gerne auch genutzt als Einstieg für frisch Zugezogene.
Was aber ist dran am wohlgemeinten Ratschlag? Mir wurde gerade wieder vor Augen geführt, dass es beim Sport funken kann. Vor ein paar Monaten kam ich mit dem Inhaber meines Brillenladens um die Ecke ins Gespräch. Mir war der Bügel meiner Brille verbogen. Während ich auf die Korrektur wartete, fragte ich ihn, wie es Frau und Kind ginge. Ich bin schon seit Jahren dort Kunde, war aber seit längerem nicht mehr da. Seine Frau hätte ihn wegen eines anderen vor gut anderthalb Jahr verlassen, antwortete er, aber er sei mittlerweile darüber hinweg. Nun würde er merken, dass er sich wieder offen für Neues fühlte. Doch hätte er das Flirten nach 24 Jahren Ehe verlernt und zudem das Gefühl, mit 54 ziemlich aus dem Leim gegangen zu sein. Ich riet ihm, doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und in ein Sportstudio zu gehen. Dort könnte er etwas für sein Wohlbefinden und die Fitness machen und zudem ein wenig über den Brillenrand schauen. Mein Tipp war, sich einen Anbieter zu suchen, der sich eher auf das gehobene Alter konzentrieren würde, und nicht so eine "Teeniebude".
Vor zwei Tagen traf ich den Inhaber in der abendlichen Einkaufsschlage wieder. Gut sah er aus, einige Kilos waren offensichtlich gepurzelt. "Und?" fragte ich. Das genüssliche Grinsen verriet alles. "Danke für den tollen Anstoß. Ich habe nicht nur zehn Kilo durch Ausdauer- und Krafttraining abgenommen, sondern zudem eine neue Liebe gefunden." In der Qigong-Gruppe hätte man sich 4 Wochen belauert, dann wäre man über den chinesischen Sport ins Plaudern gekommen, bis er sich schließlich ein Herz gefasst hätte und nach dem Kurs zum Drink an der Bar einlud. Gute 3 Monate sei man nun zusammen und sie würden so viele Interessen teilen. Ideal, keiner muss das Sportstudio wechseln und zudem wohnt man auch noch in der Nähe. Mich hat es sehr gefreut. Und die Brilleninspektionen sind für mich ab jetzt immer kostenlos.
Sprachen der Liebe - Verletzungen vorprogrammiert?
Geschrieben am 05.03.10 um 10:27 Uhr

Warum gehen Menschen so verletzend miteinander um und sagen sich nicht ehrlich, was sie denken und fühlen? Halten Empfindung zurück, wenn sie spüren, dass sie sich verlieben, aber auch, wenn sie merken: Es stimmt nicht mehr.
Ist es nicht eine ganz wunderbare Form von Wertschätzung, sich dem anderen zu offenbaren? Und gehört es nicht auch zu einer Liebe, sich in schwierigen Phasen oder gar in der Trennung respektvoll und fair zu verhalten? Warum gelingt das so wenigen Menschen. Liegt es am Egoismus oder an Feigheit? Unvermögen oder fehlender Empathie? An der Lust zu verletzen und an Machtgefühlen?
Letzte Woche hatte ich Luise in der Praxis, eine gutaussehende, gebildete und anziehende Frau Anfang 40. Sie war unendlich getroffen von der unerwarteten Wendung in ihrer Beziehung. Doch noch viel mehr hatte sie das "Wie" der Trennung sprachlos und zweifelnd zurückgelassen. Gut anderthalb Jahre lang hatte sie eine On/Off-Beziehung mit einem zehn Jahre jüngeren Schauspieler aus Berlin. Ihr Start war nicht ganz leicht. Zacharias kam aus einer sehr aufreibenden Daueraffäre, die letztendlich für ihn nach hinten losging. Luise lebte vorher fünf Jahre in einer Beziehung, die aber jäh und mit einem großen Vertrauensmissbrauch zerbrach.
Am Anfang wollten sie sich nicht wirklich eingestehen, dass sie sich ineinander verliebten. Sie hatten beide Ängste und versuchten, sich gegen die aufkommenden Gefühle zu sträuben. Doch ließen sich beide nach jeder Bodendelle erneut wieder aufeinander ein, die Gefühle waren stärker, eine unglaubliche Leidenschaft war in den Begegnungen. Nach mehreren Anläufen, gemeinsam in Urlaub zu fahren, startete Luise vor zwei Wochen einen neuen Versuch, in dem sie ihn zu seinem Geburtstag einladen wollte.
Für sie unerwartet bekam Sie eine Urlaubsabsage per Email. Angeblich sei der Zeitpunkt ungünstig, er unsicher, ob er nach den letzten Streitereien mit ihr wegfahren wollte. Luise interpretierte dies als deutliches Infragestellen der gesamten Beziehung, hakte nach, machte ihre Ängste transparent, wünschte sich persönliches Gespräch und Klärung. Er hingegen war für einen Nebenjob in Berlin unabkömmlich und sendete ihr nach 3 Tagen des Wartenlassens eine lange Email um 16:57 Uhr in ihren Arbeitsalltag: Er wolle keine partnerschaftliche Beziehung mehr zu ihr. Per Email! Kalt serviert. Luise stellt nun alles in Frage, weil so ein Umgang für sie weit weg von jeder Wertschätzung ist. Sie interpretiert sein Verhalten auf der Basis ihrer Gefühle. Wenn sie so handeln würde, dann würde sie Gleichgültigkeit oder gar Verachtung für jemanden spüren.
Doch Vorsicht: Ein Fehler ist, die Liebe des anderen auf der Grundlage der eigenen Liebeseinstellung zu interpretieren: Wenn ich mich bei Liebe so und so verhalten würde, heißt das nicht, dass der andere mich nicht liebt, wenn er sich anders verhält. Liebe spricht ganz unterschiedliche Sprachen, ideal wenn zwei gleich ticken. Die Messlatte ist aber stets, dass man für sich erkennt, was für eine Form von geäußerter Liebe man für sich braucht. Wer wie Luise erkennt, dass ihr Partner nicht gefühlt hat, was sie in diesem schweren Moment gebraucht hätte, und sich für sie Wertschätzung und Liebe darin äußert, ob man sich direkt mit ihr auseinandersetzt, wird tief verletzt. Der erkennt aber auch, dass dieses Verhalten ein Symptom für ein Grundproblem ist. Luise jedenfalls erkannte in meiner Sprechstunde, dass sie schon einige Male in ihrer Zeit mit Zacharias über seine fehlende Empathie, Ignoranz und Egoismus entsetzt war. Da er stets erklärte, er sei in Wirklichkeit ganz anders, vieles sei nur in den letzten Jahren verschüttet, hoffte sie auf Änderung.
Vergeblich, wie sich nun zeigt.
Heimliche Schnüffelei - Spionage im Profil
Geschrieben am 26.02.10 um 16:57 Uhr

Die Online-Partnersuche macht sehr viel Schönes möglich: Sie kann zu berührenden Momente führen, von symbolischen Ritualen begleitet werden, mit schönen Situationen überraschen. Sie hat aber auch ihre Schattenseiten und bietet Möglichkeiten, misstrauisch im Profil des anderen zu spionieren.
Einen interessanten Mann oder eine tolle Frau übers Internet kennenzulernen, ist das Ziel fast all derjenigen, die sich auf Online-Partnersuche begeben. Gekrönt wird die Initiative, funkt es auch noch beim Treffen außerhalb der digitalen Welt. Spätestens bei den ersten Intimitäten stellt sich für die meisten die Frage, ob man nun füreinander exklusiv sein will, also nur noch seinen Gefühlen zu dieser einen Person nachgeht. Die amerikanischen Dating-Regeln legen diesen Moment klar fest. In einem Gespräch stimmen beide Seiten explizit und verbal der wechselseitigen Exklusivität zu, was sie zu Boy- and Girlfriend macht. Ansonsten ist Parallel-Daten in den USA normal. Hier zu Lande eher weniger. Das führt zu Unsicherheiten, weil nicht klar ist, wie der andere zu diesem Thema eingestellt ist. Partner, die sich an einem gewissen Punkt füreinander entscheiden, besiegeln das häufig mit einer bedeutungsvollen Geste: Sie melden sich bei der Online-Partnersuche zusammen ab.
Was aber, wenn es nicht rund läuft? Ich höre in meiner telefonischen Single-Coaching Sprechstunde nicht selten, wie das Profil des anderen nach negativen Spuren abgesucht wird und wie vermeintliche Funde interpretiert werden. Wann war der letzte Login des anderen? Ah, ertappt: Sie war gestern wieder angemeldet, obwohl vorgestern das zweite Date war und wir uns küssten. Zweifelnde sehen sich darin bestätigt, dass man es nicht wirklich ernst mit ihnen meint oder der andere gar zwei oder mehr Eisen im Feuer hat. Denn eigentlich müsste keiner mehr von beiden ins Netz, denn gemailt und telefoniert wird bereits über die privaten Kanäle. Also, klarer Beweis!
Die meisten sprechen solche Situationen nicht an, wollen sich nicht die Blöße für ihr Misstrauen geben. Dennoch kontrollieren sie heimlich immer weiter. Das ist meiner Meinung nach grundverkehrt. Zwar ist das Profil in gewisser Hinsicht öffentlich und die Schnüffelei nicht verboten oder so gravierend wie der Blick in das achtlos umher liegende Handy. Dennoch ist es besser, sich gegen diese neugierigen Blicke bewusst zu entscheiden und Unsicherheitsgefühle offen anzusprechen. Sicherlich ist das schwieriger, schließlich offenbart man somit intime Gefühle. Doch bietet die direkte Auseinandersetzung mit solchen Gefühlen die Chance zu mehr Begegnung und damit verbunden zu mehr Nähe.
Bei wem sich hingegen immer mehr Unsicherheiten breit macht, weil der Umgang unehrlich wirkt, die Nähe nicht verbindlicher wird, das Kennenlernen vermeintlich grundlos stockt oder Ungereimtheiten auftreten, der sollte sich auf sein Bauchgefühl verlassen und das direkte Gespräch suchen. Ist keine befriedigende Klärung möglich, sollte über mehr Distanz und Selbstschutz nachgedacht werden.
Der Wunsch nach Sicherheit in der Liebe ist mehr als verständlich. Das Bedürfnis danach unterschiedlich groß, je nachdem wie gut man in der Lage ist, Vertrauen aufzubauen. Doch Sicherheit ist nicht zu erzwingen oder auf dem Wege zu erzeugen, indem man versucht, alles zu kontrollieren. Liebe braucht Vertrauen. Das schenkt man seinem Partner und bekommt es im besten Fall auch wieder von ihm zurück. Auf jeden Fall entsteht kein Vertrauen mit der Holzhammer-Methode.
Geschrieben am 22.02.10 um 09:52 Uhr

"Ach du je, das habe ich aber ganz anders empfunden, interessant das zu sehen." Diesen Satz hören Holger Lendt und ich sehr oft, wenn wir die Videoaufzeichnung mit unserem Klienten nach dem Date zusammen anschauen und analysieren. Selbstbild und Fremdbild weichen häufig gehörig voneinander ab.
Ausführliche Rückmeldung zu sich und seinem Verhalten zu bekommen, wünschen sich alle Klienten. Und die bekommen sie so viel sie wollen. Beste Voraussetzung, sich seiner Stärken bewusst zu werden, diese besser einzusetzen sowie seine Entwicklungsfelder zu erkennen und dieser anzugehen.
Im Rahmen unseres Intensiv-Coachings bieten mein Kollege und ich das Rendezvous-mit-Rückmeldung an. Wer erfahren möchte, welchen Eindruck er beim Daten macht, ist hier goldrichtig. Die Interessenten treffen je nach Geschlecht entweder mich oder Holger Lendt für ein 1-stündiges "Rendezvous" in einem Lokal oder Café. Die Bedingungen sind echt. Es gab vorher keinen Austausch, privat weiß man nichts von einander. Bekannt ist nur Ort und Zeit. Aufgabe für den Klienten ist es, das Eis zu brechen, in ein Gespräch einzusteigen, alles zu tun, um sich kennenzulernen und bestenfalls zu flirten. Alles wird mit versteckter Kamera aufgezeichnet, egal ob Handschütteln, Blicke, Begrüßung, Umgang mit Bestellung, Höflichkeit, Manieren, Gesprächsinhalt, Stimme, Gestik, Mimik und Flirtfaktor.
Anhand einer anschließenden, gemeinsamen Video-Analyse geben wir ein detailliertes Feedback über das Auftreten und Verhalten des Klienten sowie Ideen für positive Veränderungen. Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte und so gibt es unendlich viel zu entdecken. Nicht nur, was fehlt und schlecht läuft, sondern auch, was schon als Ressource an Bord ist, aber unbewusst bleibt oder viel zu verhalten eingesetzt wird. In Absprache entwickeln wir in den anschließenden Coaching-Sitzungen alternativen Umgang und üben diesen gemeinsam. Mit den neuen Erkenntnissen geht's ab in die Praxis, um Erfahrungen zu sammeln, was gut läuft und wo es noch hakt. Das liefert Stoff für die nächste Coaching-Stunde. Regelmäßig werden neue Situationen aufgenommen, um Fortschritte aufzuzeigen oder weitere Anhaltspunkte für Übungen zu erhalten. Die meisten bei uns in der Beratung bekommen, nachdem die anfängliche Aufregung verflogen ist, ganz viel Lust, sich auszuprobieren und entdecken immer mehr ihre Potentiale. Und eins ist gewiss: Spaß beim Üben ist garantiert, bei uns wird viel gelacht.
Interessiert? Dann vereinbaren Sie gleich einen Termin:
E-Mail: info@begegnungsart.de
Telefon:
Lisa Fischbach: + 49 (0)40 - 329 64 337
Holger Lendt: + 49 (0)40 - 429 135 44
Wenn die Mieze zum Problem wird...
Geschrieben am 05.02.10 um 15:59 Uhr

Haustiere sind weit verbreitet, in Deutschland leben über 23 Millionen. Oft sind die Tiere des Menschen bester Freund. Was aber, wenn Sie beim Kennenlernen oder in der Beziehung zum Problem werden?
Das muss gar nicht an zu viel Pflege und Aufmerksamkeit oder an großen Einschränkungen in der Freizeit liegen. Manchmal sind es ganz sachliche Umstände, die zu Problemen führen. Bei Karin und Horst lag es an einer Katzenhaarallergie. Horst aus Heide (Holstein) hatte Sabine über ElitePartner.de vor ein paar Monaten kennengelernt. Bis zu seinem ersten Hausbesuch bei Sabine in Braunlage im Harz wusste er gar nichts von seiner Allergie. Die beiden hatten sich vorher ein paar Mal getroffen, aber nie bei Sabine privat. Nachdem der Blitz eingeschlagen war, stand der erste Besuch an. Sabine hatte drei wunderschöne Angorakatzen, die sie heiß und innig liebte. Horst wusste von den Schmusekätzchen aus Erzählungen und von Bildern, war gespannt auf die drei.
Doch die Freude endete recht schnell mit einem dramatischen asthmatischen Anfall, einem anaphylaktischen Schock und letztendlich im Krankenhaus. Nach einer Viertelstunde in ihrer Wohnung kamen die ersten Anzeichen: Brennen auf der Zunge und im Rachenbereich, Juckreiz an Händen und Füßen und Hitzegefühl. Horst hielt das für Aufregung, schenkte dem zunächst keine Beachtung, aber als er keine Luft mehr bekam, weil der Hals zu schwoll, handelte Sabine geistesgegenwärtig. Das restliche Wochenende verbrachte Horst mit Sabine im Hotel. Sie machten das Beste daraus und hatten viel Spaß. Doch wie sollte das auf Dauer weitergehen? Mit diesen Gedanken wollten sie sich jedoch die Zeit nicht verderben.
Bei der Verabschiedung wurden die ersten zweifelnden Gedanken hörbar. Zurück in Heide lud er Sabine für das nächste Wochenende zu sich ein. Eine Freundin fütterte die Katzen. Doch Sabine hatte eine stressige Anfahrt mit Bus und Bahn: 6 Stunden mit 5 Mal umsteigen. Rückfahrt nicht besser. Sabine hatte aber keinen Führerschein. Das Wochenende war getrübt von Diskussionen über mögliche Lösungen. Sabine würde die Katzen nie weggeben, könnte weder nach Heide umziehen, noch zweimal im Monat pendeln. Horst hatte sich beim Arzt erkundigt, eine systematische Desensibilisierung würde unter Umständen Jahre dauern, bis sie greift, garantiert wäre das nicht. Bei seiner Massivität der Allergie würden auch Cortisonspray und hoch dosiert Allergietabletten wenig bringen.
Horst hat ganz viele Lösungen in die Waagschale geworfen: Von Autoführerschein für Sabine bezahlen, bis hin die Kosten für ein Hotel in Braunlage übernehmen, damit man sich wenigstens kennen lernen kann. Zudem wollte er sie bald in den Urlaub einladen, damit sie allergiefrei durchatmen könnten.
Aber für das Finden einer Lösung braucht es die Bereitschaft von beiden Parteien. Sabine war das alles zu "anstrengend". Sie schrieb Horst einen Brief und gab den aufflackernden Gefühlen keine Chance. Klare Entscheidung von Sabine, für die Katzen und das Vermeiden von Veränderung und gegen diese Liebe. Wenigstens ehrlich und früh. Auch wenn Horst das alles nicht verstehen wollte. Traurig aber wahr!
Geschrieben am 28.01.10 um 15:37 Uhr

Wer hätte das gedacht: Bei sibirischen Minusgraden, unter strahlend blauem Himmel, auf spiegelblanker Eisfläche lässt es sich richtig gut flirten! Die Hamburger Alster ist seit ein paar Tagen zugefroren. Seit das Eis offiziell betreten werden darf, wimmelt es auf der Alster gerade zu von Schlittschuhläufern.
Gut so! Denn wer das bunte Treiben gesehen und erlebt hat, weiß was für ein Vergnügen ein Spaziergang von Ufer zu Ufer oder gar eine Runde Schlittschuhlaufen macht. Die Freude ist ansteckend und öffnet die Menschen. 1997 war die Alster das letzte Mal zugefroren, es handelt sich hierbei also um ein echtes Jahrzehntereignis. Selbst in der Nacht herrscht reges Treiben auf dem Binnensee: Mit Taschenlampen oder Fackeln ausgestattet geht es auf die Eisfläche. Die Schlittschuhläufer haben meist eine Lampe auf dem Kopf.
Da soll mal einer sagen, im Sommer lässt sich besser Flirten. Gut, Kälte lässt einen öfters hinter Schal, Mantel, Mütze und hochgeklappten Kragen verschwinden und die Kontaktbereitschaft sinkt, wenn man nur ganz fluchs und ohne kalte Füße von A nach B möchte. Doch Ereignisse wie die zugefrorene Alster sind ideal, um sich im Kontakt zu üben. Wer sich auf die Schlittschuhe stellt und ein paar Kreise dreht, bekommt schnell Gelegenheit, andere Fahrer anzulächeln. Einfach schon, weil die Bewegung auf der Eisfläche Spaß macht und man ganz automatisch freudig drein schaut. Dieses eigene Lächeln wird oft erwidert.
Und wie hilfsbereit die Leute sein können, hatte ich schon fast vergessen: Ich beobachtete eine Frau Mitte Dreißig, die sicher das erste Mal mit ihren eben nagelneu erworbenen Schlittschuhen auf dem Eis stand. Sie machte einen reizenden, unbeholfenen Eindruck. Schwupps bot sich ein galant brausender Könner an, sie ein wenig zu stützen. Geschickt! Sie nahm es freudig an, streckte gleich ihre Hand seiner Schulter entgegen.
Ähnliche Erfahrung machte ich selbst. War ich noch zwei Tage vorher in Eppendorf auf einer Eisfläche des nicht gekehrten Gehweges rücklings auf den Boden geknallt, ließ das keinen der Passanten im Umfeld nur mal hochgucken. Als ich jedoch auf der Alster ein bisschen zu schnell für mein Können umher fuhr, und beim Bremsen auf dem Bauch landete, konnte ich gleich vier Hände zählen, die mir hoch helfen wollten. Da hatte ich wirklich Entscheidungsschwierigkeiten. Und die nette Begegnung endete bei einem Glühwein, den der junge Herr im Rucksack gleich mit dabei hatte. Mit zwei Tassen. Das nenne ich gute Vorbereitung oder eben Gentleman.
Bewegung lockert innerlich und äußerlich. Gerade das ungewöhnliche Erleben verbindet. Der Spaß an der Sache öffnet und fördert die Kontaktbereitschaft. Ich kann also jedem nur raten: Nutzen Sie die Chance, auch bei eisigen Temperaturen ein wenig zu Flirten! Zudem sind solche Events auch eine ideale Möglichkeit, sich mal wieder mit Freunden zu verabreden. Auch für ein ausgefallenes erstes Date eignet sich ein Schlittschuhlauf auf der gefrorenen Alster. Toll daran ist, dass man sich spielerisch näher kommen kann. Als Stütze wird die Hand angeboten. Oder man hakt sich ein, wenn es nett läuft. Auf jeden Fall ist es viel lockerer als ein Kaffee in einem Bistro. Und natürlich besonderer!
Geschrieben am 22.01.10 um 11:03 Uhr

Wer kennt das nicht: Neulich im Bus kam ich in den Genuss besonderer Sinneseindrücke. Draußen hatte es geregnet, alles roch muffig und feucht. Neben mir ein Mann, der noch beim Einsteigen den letzten Zug der Zigarette in seine Lunge, aber ebenso in seine Klamotten eingesogen hatte.
Nicht genau zu orten, jedoch deutlich in den Sitzreihen vor mir auszumachen, gab es irgendjemanden, der sich vorher in Räumlichkeiten mit siedendem Fett aufgehalten hatte. Das ist ja alles kein Drama und häufig nicht zu vermeiden, vor allem wenn es von morgens bis abends regnet - dann riecht alles früher oder später etwas eigenartig und modrig.
Doch dort, wo man es weniger erwartet, fährt es einem ungeschützt in die Nasengänge. Kürzlich war ich nach einigen Jahren in der Oper. Freudig registrierte ich, dass sich die meisten für die Oper noch immer in Schale werfen. Was ich aber irritierend wahrnehmen musste, war dieser Muff, der manchenorts in der Luft lag. So roch es vor allem an der Garderobe recht - "angestaubt", um es diplomatisch auszudrücken. Gut, hier zog man sich den Mantel vom warmen Körper und somit strömte der volle Duft ungehindert in die Luft. Aber auch in den Saalreihen fiel mir auf, wie "komisch" einige Leute riechen - von der Brise "Second-Hand-Schrank" bis zur Note "Kopfhaut". Mancher schien mit einem zusätzlichen Extrastoß Parfum zu versuchen, alles zu übertünchen. Doch die schweren barocken Düfte, die mir beim Opernpublikum auch spezieller erscheinen, halfen wenig. Vielleicht habe ich auch besonders darauf geachtet, weil sich vor kurzem eine Frau im Coaching bei mit beschwerte, wie entsetzt sie über die Körperhygiene ihres Dates gewesen sei: Fettige Haare, stockiger Körpergeruch, zu lange Fingernägel (und kein Gitarrenspieler oder beruflich notwendig). Sie fragte sich, ob es zu viel verlangt sei, sich wenigstens beim ersten Date ein bisschen mehr Mühe zu geben.
Körperhygiene und -ästethik sind wichtige Element im zwischenmenschlichen Miteinander. Schwer zu verstehen, warum sich manche Menschen daraus scheinbar weniger machen. Auch wenn einige selber nicht wahrnehmen, was sie ausdünsten, so sollte eine gewisse Körperpflege doch selbstverständlich sein. Es kann doch nicht an der Angst vor der Wasserrechnung oder an Zeitmangel liegen, sich mal von Kopf bis Fuß inklusive der eigenen Garderobe zu putzen. Ich bin auch nicht für Ganzkörper-Parfüm. Das ist oft zu viel, nicht jedermanns Geschmack und selten fesselnd. Wer aber beherzigt, dass bei der Partnerwahl und beim Thema Anziehung viel über die Sinne und die olfaktorische Wahrnehmung geht, der nutzt seine Chancen nicht, wenn er seine Körperhygiene zu niedrig priorisiert. Den meisten Menschen ist das nämlich wichtig.
Außerdem gibt es von der Riechschleimhaut zentralnervöse Verschaltungen zu Zentren im Gehirn, die für Emotionen und Motivation zuständig sind. Verständlich also, dass man jemand aufgrund seines Körperduft anziehend findet oder eben nicht riechen kann. Und das liegt nicht nur an den Pheromonen. (Das sind die Duftstoffe, die unbewusst wahrgenommen werden, also unterhalb der Wahrnehmungsschwelle sind). Jeder hat ein bestimmtes Geruchsempfinden, einige sind sensibler, andere weniger. Doch Gerüche werden schnell behalten und sehr lange erinnert. Beim Menschen können manche unangenehme Gerüche Schutzreflexe auslösen. Der enge Zusammenhang der anatomischen Verbindung des Geruchssinns mit dem limbischen System und dem Hypothalamus stellt dabei eine Sonderstellung in Lernprozessen dar. Aber das wird nun an dieser Stelle wirklich zu fachlich...
Geschrieben am 15.01.10 um 09:25 Uhr

Gestern Abend habe ich erneut im Buch von Ulrike Bornschein "Bei Anruf nackt" gestöbert. Und schon wieder musste ich an so vielen Stellen über ihren Humor und ihre unverblümte Art, die typischen Schlüsselszenen bei der Partnersuche auf den Punkt zu bringen, herzhaft lachen.
Letztes Jahr habe ich die Autorin bei einer Talksendung fürs Fernsehen kennengelernt. Sie ist eine sehr attraktive Frau: Groß, schlank, alles sitzt an der richtigen Stelle. Die studierte Germanistin ist 42 Jahre alt, hat eine Tochter und lebt in Berlin. Nach einem Date mit einem gewissen Martin schreibt sie in ihrer E-Mail: "Ich neige, wenn mein Interesse geweckt wurde, zu kompromissloser Neugier. Darum ist Sex beim ersten Date für mich kein No Go (allerdings auch kein Must)." Dann beschreibt sie, wie sie ein paar Wochen später den überaus attraktiven Politikberater Alexander trifft, den sie beim ersten Date bei der Verabschiedung kurz aber intensiv küsst. So steht es jedenfalls in ihrem Buch geschrieben. Liest man das Buch weiter, weiß man, dass dies besondere Ausnahmen waren, weil besondere Erlebnisse und besondere Männer.
Ist ihre Einstellung richtig oder falsch? Ist sie zu offensiv, zu freizügig, hat sie sich zu interessiert und verfügbar gezeigt? Welches Verhalten ist Frauen beim ersten Date erlaubt?
In den USA bestimmen die so genannten Dating-Regeln den Ablauf. Wie und wann man was darf oder lassen muss ist hierin festgelegt. Amerikaner sind zum Beispiel recht freigiebig und offen, was die Handynummer betrifft. Kommt es dann aber tatsächlich zu einer Verabredung, kann es durchaus kompliziert werden. War das Treffen nett, dann steht der Mann in der Pflicht, sich zu melden, aber erst am nächsten Tag. Und Frau sollte dann zwei Tage mit der Antwort warten. Noch eine ganz wichtige Regel in Amerika: Never kiss on the first date - Wer sich (als Frau) nicht daran hält, wird schnell als "beliebig" verschrien. Und eine weitere goldene Regel: Kein Sex vor dem dritten Date, wenn man eine Beziehung und nicht nur eine Affäre sucht.
Im deutschsprachigen Raum werden solche Regeln eher belächelt, aber offenbar steckt darin auch ein Funke Wahrheit. Denn viele Männer UND Frauen geben auch in Deutschland in Umfragen wiederholt an, das ernsthafte Interesse an einer langfristigen Partnerschaft in Frage zu stellen, wenn man beim ersten Date im Bett landet. Das hat viel mit den eigenen Wertevorstellungen, aber auch mit der gesellschaftlichen Bewertung zu tun, die bei Männer und Frauen oft implizit in der Moral verankert sind. Daher halten sich viele an solche Regeln, selbst wenn diese der eigenen Lust widersprechen.
Manche sehen in der längeren Verführungsphase und der geduldigen Zurückhaltung ein Signal dafür, dass der potentielle Partner offenbar ernsthaftes Interesse an einer Partnerschaft hat. Aber ob eine längere Abstinenzphase tatsächlich eine Garantie für eine glückliche und dauerhafte Beziehung ist, das steht in den Sternen.
Wir können aber als gesichert annehmen, dass diese Variante häufiger als Indiz für ernsthaftes Interesse gewertet wird, als die Variante "ohne Vorlaufzeit". Wie lang oder kurz diese Phase nun sein sollte, das werden Sie individuell entscheiden müssen. Denn in Deutschland gibt es keine allgemeine Klarheit durch festgelegte Regeln. Und daher bleibt die Unsicherheit darüber, wie die Intimität vom Gegenüber interpretiert wird: Ob als selbstbewusste Offenheit bei gleich bleibendem Interesse, als Lust auf One-Night-Stand ohne Bindungsabsichten oder im schlimmsten Fall als "freizügig".
Mit der Wahl des Zeitpunkts, um intim zu werden, geben Sie unweigerlich ein Statement ab. Bewerten Sie dieses nicht über - aber seien Sie sich über die Wirkung bewusst. Am wichtigsten ist: Sie entscheiden immer ganz für sich selbst, wann Sie was wollen. Sie müssen zu keinem Zeitpunkt irgendetwas tun. Nehmen Sie sich daher so viel Zeit, wie Sie mögen und brauchen!
Geschrieben am 08.01.10 um 15:26 Uhr

Ausnahmen bestätigen die Regel! Wieso? Wir beschäftigen uns bei ElitePartner Tag ein Tag aus mit allen Themen rund um die Partnersuche, das Kennenlernen, Partnerschaft und Liebe.
Um hilfreiche Ratgeber zu schreiben, lassen wir Experten zu Wort kommen, die jahrelang Erfahrung in der Praxis gesammelt haben. Darüber hinaus greifen wir auf die neueste Forschung zurück oder ziehen unser Wissen aus eigenen Umfragen sowie umfangreicher Marktforschung.
Ziel all diesen Engagements ist, unseren Mitgliedern optimal mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sie mit zahlreichen nützlichen Informationen zu versorgen. Und so ist es für viele hilfreich, beispielsweise zu erfahren, wie typische Abläufe beim Kennenlernen sind, was es zu beachten gibt beim ersten Treffen, wie bestimmtes Verhalten zu interpretieren ist und was Signale sein könnten, dass er oder sie interessiert ist. Das Ergründen menschlichen Verhaltens will Zusammenhänge aufzeigen, um Rückschlüsse, Prognosen und zuverlässige Aussagen zu ermöglichen.
Aber es gibt fast nie ein Gesetz, die goldene Regel, etwas, was für alle gilt. Wie in der Mathematik, in der A und B eben ein bestimmtes C ergibt. In der Psychologie und ganz besondern in der Liebe bleiben Unsicherheiten und viele Ausnahmen von der Regel. Für den einen ist die Frage nach der Telefonnummer oder einem ersten Treffen nach nur dreimal nett Hin- und Herschreiben viel zu schnell, für einen anderen gerade richtig.
Und so weißt ein Kontakt, der per Email nicht so recht in Gang kommen will, sondern stockt, eher auf Sand im Getriebe hin und nicht auf die spielerische Art eines schwungvollen Flirts. Muss das jedoch zwangsläufig bedeuten: Daraus wird nichts? Vorsicht vor zu schnellen Schlüssen! Das kann ich aus aktuellem Anlass mehrfach unterstreichen.
Frau Schreiber erzählte mir vorgestern, wie ihr die Partneranfrage von einem Mann aus Brandenburg mit sofortigem Vorschlag für ein Telefonat viel zu direkt erschien. Die guten Ratschläge im Hinterkopf, nicht zu schnell die Telefonnummern raus zugeben, konzentrierte sie sich zunächst aufs Email schreiben, aber irgendwie schien es nicht wirklich auf diese Weise zu fließen. Es vergingen manchmal Wochen bis sie wieder voneinander hörten. In der Zwischenzeit hatten sich sogar einige andere Kontakte intensiviert und es kam zu netten Treffen. Aber der Funke sprang nirgends über.
So vergingen acht Wochen, bis sich Frau Schreiber wieder an Herrn Schwarz wandte. Warum? Sie musste immer wieder an ihn denken. Nicht mal drei Tage strichen ins Land, bis er antwortete. Freudig wie überrascht, weil sie nach der langen Zeit nicht mit einer solch offenen Reaktion gerechnet hatte, bot sie noch am gleichen Tag an, sich telefonisch zu melden. Sehr von der warmen Stimme und der fröhlichen Art angetan, dauerte das erste Gespräch gleich Stunden. Aufgrund einer halben Tagesreise zwischen ihnen und beruflicher Eingebundenheit wurde das erste Treffen in drei Wochen geplant. Unglücklicherweise wurde Frau Schreiber zu allem Überfluss krank und alles musste um weitere fünf Wochen verschoben werden. In dieser Zeit kamen Frau Schreiber oft zweifelnde Gedanken, ob überhaupt noch Funken überspringen können, wenn bereits der Anfang so kompliziert. Heute muss Frau Schreiber darüber ziemlich schmunzeln, denn es dauerte nur wenige Stunden, bis beide spürten, wie wunderbar die gemeinsame Zeit ist und wie sehr man sich für den anderen begeistern kann. Das Thema meiner Beratung war gestern übrigens, was man beim Zusammenziehen beachten sollte. Das steht nämlich als nächstes an.
Man sollte eben einfach nicht zu schnell aufgeben. Hinter so mancher Anfangsschwierigkeit kann die große Liebe stecken. Sicher kann ein zäher Beginn darauf hindeuten, dass nicht die richtigen Gefühle an Bord sind. In vielen Fällen schnurrt es wie von selbst, ist ein Flirt erst einmal entbrannt. Doch das muss eben nicht immer sein und nicht für ALLE gelten. Das Stocken per Email kann davon abgesehen nur ein schnöder Hinweis sein, nicht zu den besten Schreiberlingen zu gehören, dafür aber ein ganz charmanter Telefonierer zu sein. Daher ist es besser, noch einmal einen zweiten Blick zu riskieren, wenn das Bauchgefühl "Ja" sagt.
Ihr persönlicher Jahresabschluss
Geschrieben am 23.12.09 um 16:57 Uhr

Das Ende eines Jahres lädt viele dazu ein, die Geschehnisse der vergangenen 365 Tage Revue passieren zu lassen. Ideale Zeit für Ihre persönliche Rückschau 2009 - beruflich, privat und in Sachen Liebe.
Nutzen Sie die letzten Tage vor Weihnachten oder vor Silvester, um das alte Jahr bewusst abzuschließen und Bilanz zu ziehen: War 2009 ein gutes Jahr? Haben Sie Ihre Ziele erreicht? Was ist nicht so gut gelaufen und warum? 365 Tage sind ins Land gegangen. Betrachtet man den neuen noch ziemlich leeren Kalender 2010 mag sich das zunächst nach viel Zeit anfühlen. Doch wie fast jedes Jahr ist auch dieses wieder zu schnell gerast und vieles blieb liegen. Und leider war die Partnersuche bisher nicht erfolgreich.
Wohin ist denn die ganze Zeit geflossen? Weit über 1000 Stunden wurden mit Arbeiten verbracht, wieviel Stunden im Haushalt, mit Putzen, Waschen, Bügeln, Spülen, Einkaufen und Kochen? Wieviel Stunden mit Duschen, Körperpflege, Haare Fönen? Wie viel Zeit wurde vor dem Fernsehen verbracht, wie viel verschwendet, ohne wirklich Interessantes erfahren zu haben? Wie viel Zeit floss in die Pflege von Kontakten, wie viel hat man sich um Geselligkeit gekümmert? Wie viel Zeit hat man genutzt, um Freunde einzuladen oder mit ihnen etwas zu unternehmen? Wie viel hat man anderen gegeben und wie viel für sich genommen? Sind die Hobbys zu kurz gekommen, Sport und Wellness auf der Strecke geblieben? Und waren Zeit und Engagement angemessen, die man für die Liebe investierte? Oder mussten die Herzensangelegenheiten mit dem Vorlieb nehmen, was noch vom Tage übrig blieb?
Betrachten Sie Ihre Bilanz kritisch: Verteilen Sie einmal 100 Prozent auf die "Lebenssäulen", die Ihnen wichtig sind, wie Arbeit, Freunde, Beziehung, Freizeit, Gesundheit usw. Sind Sie mit der Verteilung zufrieden? Wenn nicht, korrigieren Sie die Zahlen in die Richtung, mit der Sie sich mehr wohl fühlen würden. Dies sollte Ihnen als Motivation für das kommende Jahr dienen. Betrachten Sie Ihre Erfolge und nutzen Sie diese als Vorwärtsschub für das kommende Jahr. Analysieren Sie aber auch Ihre Misserfolge, lernen Sie etwas aus ihnen und haken Sie diese anschließend ab. Schreiben Sie Ihre Erkenntnisse auf. Machen Sie sich einen Plan und am besten einen Merkzettel, der Sie immer wieder bestimmt an Ihre Vorsätze erinnert.
Nutzen Sie die Feiertage für Ihre persönliche Bilanz und natürlich als eine Zeit zum Durchatmen und Auftanken.
Ich wünsche Ihnen besinnliche Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr.
Ihre Lisa Fischbach
Geschrieben am 21.12.09 um 14:20 Uhr

Geben und Nehmen. An Weihnachten kreisen unsere Gedanken um das Wünschen sowie um das Schenken. Geschäfte und Internetseiten werden auf der Suche nach dem passenden Präsent durchforstet, Wunschzettel geschrieben und Einkaufszettel abgearbeitet.
Doch an Weihnachten sollte es nicht nur schlicht um das sichtbare, oft materielle Schenken und beschenkt werden gehen. Der Blick sollte vielmehr auf eine andere Ebene gerichtet werden: Auf das bewusste Annehmen von Geschenken und die Würdigung der Absicht, die in das Geschenk gelegt wurde. Nehmen Sie sich die Zeit, die Gaben Ihrer Lieben aufmerksam und achtsam zu empfangen und danken Sie jedem einzelnen persönlich und von Herzen. Mit Ihrer Freude wertschätzen Sie den Schenker und zeigen ihm, dass Sie durch seine Gedanken berührt wurden. Und das werden Sie umso mehr, je mehr Wärme und Gedanken in dem Geschenk stecken.
Jedoch kommt längst nicht jedes Geschenk direkt von Herzen. Das hat jeder von uns schon erlebt. Lieblos ausgesuchte Geschenke, bei denen man bereits 100 Meter gegen den Wind riecht, dass sie schnell und praktisch zwischen Tür und Angel mitgenommen wurden. Hauptsache, man hält was in den Händen. Ob der andere sich freut, ist zweitrangig. Es gibt es wenige Rechtfertigungen, die solches Verhalten in ein positives Licht rücken. Aber es gibt darüber hinaus zu den Hintergründen des Schenken interessante Erkenntnisse, wie Soziologen, Psychologen und Verhaltensforscher herausgefunden haben.
So zeigen Geschenke, welches mentale und emotionale Bild der Schenker vom Beschenkten hegt. Und noch mehr: Wie er oder sie ihn und sie haben will. "Klassische" Geschenke wie der Kochtopf für die Ehefrau, Krawatte und edles Hemd für den Mann gehören in diese Kategorie und bedienen gesellschaftliche Stereotype. In Geschenken steckt noch mehr: Sie können verräterisch sein. Für den Beschenkten unpassende Geschenke können in dessen Augen den schlechten Geschmack des Schenkenden oder seine Gedankenlosigkeit entlarven. Das birgt zudem das Risiko, mit dem Geschenk zurückgewiesen zu werden. Für genau solche Fehltritte beim Schenken haben sich die Forscher Burgoyne und Lea von der Universität Exeter in England interessiert. Schlimmster Fauxpas ist nach ihrer Erkenntnis, wenn das Geschenk nicht zum Selbstbild des Beschenkten passt.
Also Achtung: Geschenke verraten, wie wir den anderen sehen und viel über uns selbst.
Sex-Talk - unerlässlich für eine langfristig zufriedene Sexualität
Geschrieben am 15.12.09 um 12:52 Uhr

Eigentlich läuft alles prima. Schon bei der ersten Küsserei merkten Janina und Ludwig, dass ihre Lippen für einander gemacht sind. Er küsste so einfühlsam und abwechslungsreich, wie sie es möchte. Insgesamt harmonierte ihre Körperlichkeit von Anfang an sehr gut.
Sie hatten viel Spaß miteinander, hatten das Glück, dass die Vorlieben des einen auch die Wünsche des anderen bedienten. Sie mussten nicht viel darüber sprechen, es lief wie von selbst, was Ludwig mochte, war auch Janinas Lust. Davon abgesehen war Janina eine offene, selbstbewusste Frau, die zu ihrer Sexualität stand. Sie zeigte im Bett Initiative, nahm sich, wonach ihr war, experimentierte und verließ sich darauf, dass Ludwig schon Nein sagen würde, wenn es ihm nicht gefiele. Das ist nun sechs Jahre her, wie die beiden mir in meiner Praxis erzählten, denn sie wollen nun Kinder und möchten sich vorher Gedanken machen, was der Übergang von einer Dyade in eine Triade für sie bedeutet.
Janinas und Ludwigs Umgang mit ihrer Sexualität, führt zu einer großen Zufriedenheit unter Paaren. Vorausgesetzt: Das Liebesleben in den Federn spielt für sie eine wichtige Rolle und der Rest in der Beziehung stimmt zudem. Viele Paare sind hingegen mit ihrem Sexualleben unzufrieden. Grund ist häufig, dass Langeweile und Standardprogramm eingekehrt sind oder sogar Flaute. Paradoxerweise ist für viele Paare in der Beziehung Sex ein Tabuthema und das, obwohl wir in einer Gesellschaft leben, die überflutet wird durch sexuelle Reize, Sex fast überall zugänglich ist und die meisten Tabus ins Wanken geraten sind.
Gründe für diesen Zwiespalt liegen darin, dass Paare viel zu wenig über ihr Sexualleben reden, wie Paartherapeuten allgemein immer wieder feststellen. Die meisten empfehlen deshalb, viel häufiger die eigenen sexuellen Wünsche zu artikulieren. Es gibt dazu verschiedene Varianten. Der Psychoanalytiker Michael Lukas Moeller hat beispielsweise eine Selbsthilfemethode für Paare entwickelt, die er wesentliches Zwiegespräch nannte. Das Zwiegespräch soll regelmäßig wöchentlich stattfinden. Andere Varianten empfehlen, mindestens einmal im Monat einen festen Termin einzuplanen, in denen sich die Partner über ihre Wünsche, Sehnsüchte und aktuelle Zufriedenheit beim Sex austauschen. Ein heikles Thema - am Anfang einer Beziehung meint man, man müsse nicht darüber sprechen, weil ja alles wie von selbst läuft. Später traut man sich nicht mehr aus Angst, den anderen zu kränken (weil einem irgendetwas nicht so zusagt) oder zu schockieren (weil man glaubt, er würde so reagieren, wenn er wüsste, was man gerne mal ausprobieren würde). Oder man hat Angst vor einer Zurückweisung. Das ist gerade bei einem so sensiblen Thema wie den sexuellen Wünschen sehr kränkend. Zudem steht einmal Ausgesprochenes im Raum. Was ist, wenn die geäußerten Wünsche für den anderen unvorstellbar sind? Damit bleibt etwas Unerfülltes zwischen den Partnern bestehen. Der eine fühlt sich damit allein und unverstanden, der andere "überfordert".
Also bleibt es häufig beim kleinsten gemeinsamen Nenner, auf den man sich stillschweigend irgendwann geeinigt hat. Der wird aber früher oder später zur Routine, oft als langweilig empfunden und dann zu Unzufriedenheit führen. Besser ist es also die Gelegenheit zu nutzen. Sowohl den Partner nach seinen Wünschen und Fantasien zu fragen, im Gegenzug aber auch, von den eigenen zu erzählen. Meist wird die Situation zu einer ganz neuen Ausgangsbasis für das Sexualleben, weil beide wirklich ausleben, was sie wollen. Das Gute daran: Oft stellt sich in solchen Gesprächen heraus, dass der andere nur dachte, er kann sich mit diesen Wünschen nicht "zumuten", trifft jedoch beim Partner auf offene Ohren und fruchtbaren Nährboden. Und das kann einen wunderbaren Schub im Liebesleben auslösen...
Geschrieben am 04.12.09 um 14:50 Uhr

Letzte Woche war ich mit einer Kollegin Sabine abends aus: Erst in einer Bar, dann tanzen. Da sie Single ist, kamen wir irgendwann auf die Frage zu sprechen, welche Männertypen sie gut findet. Sie zeigte mir ein paar Männer ihres Geschmacks.
Interessant, die waren sich alle äußerlich nicht unähnlich. Da fiel mir ein, dass die beiden Ex-Freunde, die ich von ihr kannte, auch eher in die Kategorie "dunkler Typ" fielen.
Warum haben manche Männer nur Interesse an blauäugigen, blonden, schlanken Frauen und Frauen wie Sabine ein Faible für Männer, die auch in Italien als Landsleute durchgehen könnten? Laut Psychologie Heute und Erkenntnissen vieler Studien ist unser Empfinden für die Attraktivität von Gesichtern potenzieller Sexualpartner zu einem großen Teil angeboren. Aber eben nur zu einem Teil. Ob wir es hören wollen oder nicht, die Präferenz bei der Partnerwahl ist offenbar auch vom gegengeschlechtlichen Elternteil geprägt, wie das Team um David Perrett von der Universität St. Andrews herausfand: Bei Männern war die Augenfarbe der Mutter und bei Frauen die Augenfarbe des Vaters der beste Anhaltspunkt, um die Augenfarbe des jeweiligen Lebensgefährten vorherzusagen. Auch für das Bevorzugen von blond, rot, schwarz oder brünett gilt der elterliche Einfluss. Für die Vorlieben der Männer ist nur Mutters Haarfarbe entscheidend, für Frauen ist das Haarkleid beider Eltern prägend.
Bezüglich des Alters konnte der Psychologe David Perrett eine weitere These bestätigen: Demnach findet man Personen attraktiv, die etwa so alt aussehen wie die Eltern zur Zeit der eigenen Kindheit, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society (7. Mai 2002). Die Erklärung für diese schicksalhaften Bestimmungen ist natürlich wieder in einer evolutionären Funktion gefunden: "Die Vorliebe für Gesichter, die denen der eigenen Eltern ähneln, dient wohl dazu, einen genetisch ähnlichen Partner auszuwählen," so David Perrett.
Na, da sind wir ja erleichtert, wenn unser rigides Beuteschema, was uns bei der Suche nach der Liebe immer wieder ein Schnippchen schlägt, nun eine wissenschaftliche Legitimation erhält. Ist doch leichter als zu hinterfragen, warum es einigen nicht gelingt, über den Tellerrand zu schauen und warum es unbedingt eine blonde Mähne sein muss. Bereits Freud spekulierte, dass man sich eher in Personen verliebt, die den eigenen Eltern ähnlich sehen. Und was ist mit denjenigen, die ganz anders wählen, vielleicht sogar ganz konträr? Die haben sich offensichtlich von den Eltern erfolgreich abgenabelt, bewusst ihre familiäre Prägung überwunden oder lassen sich mehr vom zweiten Blick und den inneren Werten faszinieren. Interessant diese Forschungen, aber auch amüsant. Dennoch ein guter Anlass, sein eigenes Beuteschema zu hinterfragen, vor allem wenn es sich immer wieder ganz schön dominant in den Vordergrund drängt und den Weg verstellt...
Geschrieben am 30.11.09 um 09:24 Uhr

"Die Frau ist das einzige Wild, das seinem Jäger auflauert". Der Spruch bringt es flapsig auf den Punkt. Meist sind es die Frauen, die beim Dating mit dem Flirten beginnen und durch subtile Zeichen signalisieren, dass sie offen für einen Kontakt sind.
Zumindest wäre sein Erfolg fraglich. Das ist weniger ein Zeichen dafür, dass Flirten eine rein weibliche Fähigkeit ist, sondern vielmehr für die erlernten traditionellen Rollen des werbenden Mannes und der umworbenen Frau.
Davon abgesehen handeln Frauen heutzutage in allen Bereichen zunehmend weniger Rollenkonform. Das gilt vor allem für das offensive Flirtverhalten. Frauen ergreifen mehr und mehr die Initiative und machen den ersten Schritt auf einen Mann zu. Das schätzen gerade schüchterne Männer, wie man aus Umfragen weiß. Männer, die es reizvoll finden, eine Frau zu erobern und daraus sogar noch einen Gewinn ziehen, sind von so viel Selbstbewusstsein häufig irritiert. Gleiches gilt für Männer, die durch so viel weibliche Entschlossenheit in ihrer männlichen Rolle verunsichert werden.
Genau diese beiden Seiten musste ich mir neulich aus meinen sonst so aufgeklärten Freundeskreis anhören. Beim Geburtstagsbrunch am Sonntag erzählt ein Gast am Tisch, wie er im Club von einer Frau angesprochen wurde. Sie machte den ersten Schritt, man plauderte und sie fragte später nach dem ersten Tanz. Er fand das super, schließlich hattet er die Frau schon vorher aus dem Augenwinkel beobachtet, sich aber nicht getraut. Nächste Woche sind sie zum Schlittschuhlaufen verabredet. Entsetzt hat mich dazu der Chauvi-Kommentar von einem Bekannten: "Das geht doch gar nicht! Für mich wäre die gleich unten durch. Das macht doch keinen Spaß, wenn sich jemand so bemüht." Ich fühlte mich 100 Jahre durch die Zeitmaschine nach hinten geworfen. Kerl mit lila Kaschmir-Pulli und gestylten Haar, natürlich in "Out of Bed-Optik", enge Designerröhre mit Stiefelletten: Eher der metrosexuelle Typ, der sich glücklich schätzen sollte, dass Modemaniacs wie David Beckham Vorreiter und Stilikonen waren, so dass Mann sich heute so "weiblich" stylen kann. Und dann den Jäger aus der Steinzeit raushängen lassen, der die Lust verliert, wenn Frau sich nicht als schwer zu erobern zeigt, sondern die rar-mach-Taktik durch ehrliches Äußern von Interessen ersetzt.
Am liebsten wäre ich unter dem Tisch versunken. So modern und aufgeschlossen wir uns geben, so herrlich altmodisch sind viele noch in den Tiefen ihres Herzens - oder festgefahren in den so viel gerühmten Instinkten. Dank Mario Barth und ähnlichen Flachpfeifen bekommen ja viele Männer die Legitimation handwarm serviert, um in der "Caveman-Welt" stecken zu bleiben. Gut aber, dass es trotzdem genug Männer gibt, die es mögen, wenn SIE sich aufschwingt für den ersten Schritt, weil sie selbst entweder zu den Schüchternen und Introvertierten zählen oder aber einfach ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben und das begehrt-werden als Kompliment verstehen!
Irgendetwas stimmt nicht mit meinem Profil...
Geschrieben am 20.11.09 um 15:54 Uhr

"Können Sie bitte mal auf mein Profil schauen, Frau Fischbach?" werde ich beim telefonischen Single-Coaching gebeten. Mein erster Blick zeigt sofort: Richtig, damit stimmt wirklich etwas nicht. Ausgefüllt ist es zwar, aber es wird höchstens die Hälfte der Möglichkeiten genutzt.
Warum die andere Hälfte ungenutzt lassen? Ich lese das "Ich über mich". "Das Besondere an mir ist, dass... ich mich gut in menschen hinein-versetzten kann und sich menschen mit mir wohl fühlen." Schreibt eine Lehrerin. Ich frage nach, ob die besondere Schreibweise von "Menschen" und "hineinversetzen" eine Bedeutung hat. "Nein, nein, es musste schnell gehen", lautet die Antwort. Mag sein, aber das ist die völlig falsche Herangehensweise. Schließlich geht es um die Suche nach einer neuen Liebe. Jedem sollte klar sein, dass das Profil im Internet als eine Visitenkarte dient und bei Partneranfragen oder Reaktionen auf eine E-Mail den ersten Eindruck über sich selbst vermittelt. Bei den meisten sind die Sinne auf feine Wahrnehmung gestellt. Es wird ganz viel registriert, interpretiert, zwischen den Zeilen gelesen. Die meisten merken sofort, wenn ein Profil ohne viel Engagement nebenbei ausgefüllt wurde. Rechtschreibfehler, Standardantworten oder Antworten mit wenig Aussagekraft schrecken ab. Eine flüchtige Präsentation wird schnell als fehlende Wertschätzung gedeutet. Damit nimmt man sich bereits beim Erstkontakt viele Chancen.
In der Kategorie Bücher lese ich: "Salz auf meiner Haut" und "Der Alchimist". Ich kenne beide Bücher, sie waren lange in der Hitliste bei "Thalia" und Bestseller in der Spiegel-Top-Ten. Das heißt, es haben Tausende gelesen und Tausende finden diese Bücher gut. Was also sagt das besonderes über mich aus? Im Profil geht es darum, sich von anderen Suchenden zu unterscheiden und seine Individualität herauszustellen. Den persönlichen Fingerabdruck kann man solchen populären Werken aufdrücken, indem man zusätzlich schreibt, was einen an den Lieblingsbüchern fasziniert hat. Das schafft Persönliches!
"Wenn ich mir einen Traum erfüllen könnte... würde ich ein Café oder Reisebüro irgendwo an der Küste in Südeuropa betreiben." Ich frage nach: "Warum, was interessiert Sie daran?" und erfahre: "Ich liebe das Meer und besonders die Almalfiküste, weil meine Tochter einen Italiener geheiratet hat und in San Cosma wohnt." Die Stimme der Anruferin kommt ins Schwärmen, wird sehr sympathisch. Ein absolutes Signal, diese Energie zu nutzen. Das will ich als Gegenüber lesen und erfahren. Das macht jemanden spannend und anders.
Dann folgt die nächste Kategorie "Mein ideales Wochenende ist... wenn ich mit Freunden eine glückliche Zeit verlebe." Das glaube ich gerne, das mag ich auch, aber es sagt wenig über mich im Vergleich zu anderen aus. Das habe ich schon hunderte Male in Profilen gelesen. Besser ist es, konkreter zu werden. Daher bleibe ich neugierig und frage: "Was machen Sie denn so mit Ihren Freunden?" Daraufhin sprudelt die Anruferin los, in einer ansteckenden fröhlichen Art und Weise, dass ich mir genau vorstellen kann, wie gemütlich die Abende sind, in denen sie große Runden zum Abendessen einlädt und Rezepte ihrer Großmutter wieder aufleben lässt. Ich habe diese Passage der Anruferin mitgeschrieben und lese es anschließend vor. Als sie ihre eigenen Worte hört, ist sie begeistert und weiß nun, worauf es im Profil ankommt, wie man Individualität schaffen kann. Nutzen Sie auch die Chance und überprüfen Sie ihr Profil auf die Aussagekraft.
Wenn die Umstände die Liebe gefährden
Geschrieben am 13.11.09 um 09:53 Uhr

Die Liebe baut Brücken, überwindet Grenzen, alles scheint möglich. Schön, wenn es immer so wäre. Doch für Karin und Thorsten werden die Umstände ihres Alltags zur Zerreißprobe. Karin lebt mit ihren beiden pubertierenden Töchtern in Bochum. Sie arbeitet als allein erziehende Mutter Vollzeit.
Vor fünf Monaten hat sie Thorsten bei Elitepartner.de kennengelernt. Er wohnt in Chemnitz, hat vor sechs Jahren eine kleine Werbeagentur gegründet. Seine geschiedene Frau lebt mit der gemeinsamen Tochter in der Nähe, was ihm wichtig ist.
Die beiden haben sofort einen Draht zueinander. Daher wollen sie sich schnell treffen. Damit fangen die Probleme an. Job, Fortbildung, Geschäftsreise, die Kinder im Haus, die kranke Mutter zu Besuch, ständig ist irgendetwas. Nach sieben Wochen klappt das erste Treffen bei Thorsten in Chemnitz. Die zwei Tage werden zum Traum. Völlig verliebt fährt Karin nach Hause. Ganz bald will man sich wieder sehen, doch zwei Monate müssen ins Land gehen. Beim dritten Treffen vor vier Wochen dann das Malheur: Karins Tochter liegt hochfiebrig im Bett, Thorsten kommt nur für ein paar Stunden, fährt am Abend wieder zurück. Für beide ein Tiefschlag!
Für Karin noch mehr als für Thorsten. Sie ist ein Nähetyp, er kann ganz gut mit Distanz umgehen. Das wird auch in ihrem Persönlichkeitsprofil deutlich. Sie vermisst Thorsten schrecklich und so manches Mal, wenn sie allein in ihren kühlen Federn liegt, fühlt sie sich einsam. Nach den ersten drei Treffen war sie euphorisch und glaubte, dass sich trotz der schwierigen Umstände eine Lösung finden lässt. Seit ein paar Wochen fühlt sie mehr und mehr Zweifel in sich aufsteigen. Verliebt ist sie nach wie vor. Doch denkt sie an die Zukunft, spürt sie ihren Wunsch nach mehr Gemeinsamkeit und es ziehen dunkle Wolken in ihr auf. Das Ganze wird zunehmend zur Belastung für sie. Eins ist klar: Karin kann zurzeit nicht wegziehen, Thorsten kann und will es auch nicht.
Solche Alltagsbedingungen können zu einer sehr belastenden Situation werden. Nicht jeder kann auf längere Sicht mit einer Fernbeziehung leben, vor allem dann nicht, wenn keine Aussicht auf Veränderung besteht. Oft haben es Menschen, denen Freiheit und Unabhängigkeit starke Bedürfnisse sind, leichter, auf viele Kilometer Entfernung zu lieben. Gerade in der Phase des Beziehungsaufbaus wird es zum Handikap, wenn 500 km einen trennen - man so wenig gemeinsame Zeit miteinander haben kann. Was kann Karin tun? Sie ist ihr eigener Maßstab. So schwer es ist, sie muss für sich allein Bilanz ziehen und sich fragen, was sie durch diese Beziehung bekommt und wie viel sie ihr nimmt. Wie ist Freude und sich Sehnen verteilt? In welche Richtung kippt die Waagschale?
Hört sich schrecklich nüchtern an. Was hat eine solche Rechnung mit Liebe zu tun? Doch leider ist es in diesem Fall angemessen, sich hinzusetzen und die Brille der Verliebtheit bewusst einmal abzusetzen. So schwer es fällt, ein realistischer Blick auf den aktuellen Ist-Zustand hilft. Wenn jegliche Möglichkeiten zur Veränderung in Erwägung gezogen und keine Hebel zu entdecken sind, gibt es nur zwei Alternativen: Sich mit der gegenwärtigen Situation zu arrangieren oder die Beziehung zu beenden, falls das Leiden größer ist als das Glück. Eine Hoffnung auf eine erfüllende Liebe zu begraben, nur weil einen die äußeren Umstände dazu zwingen, gleicht dem Stoff einer Tragödie wie Romeo und Julia. In einer solchen Situation die Liebe loszulassen, erscheint unerträglich, vor allem weil es eine reine Kopfentscheidung ist. Das Herz sagt nein und will eigentlich bleiben. Aber es hilft nichts, wenn die Liebe keine Brücken baut. Jeder entscheidet für sich, wie viel Kraft er noch hat, um dieses Miteinander aufrecht zu halten. Doch besser ist es, der schmerzhaften Realität ins Auge zu schauen, als erst dann aufzuhören, wenn der Tank längst leer ist.
Sich einfach ein bisschen Mühe geben
Geschrieben am 09.11.09 um 15:48 Uhr

Samstag war wieder so ein Tag: Grau in Grau im November, kalt und regnerisch. Schwer beladen mit Einkäufen, den Regenschirmen der Passanten auf dem Gehweg mit Ach und Krach ausgewichen, betrete ich einen Lebensmittelladen. Freundlich halte ich die Tür für meinen Nachfolger auf, ein nett aussehender Mann Ende Vierzig.
Trotz Last und Umständen sage ich freundlich und mit zugewandter Gestik "Bitteschön". Und was ernte ich? Nichts. Keinen Dank, keinen Blick. Taubstumm wirkt der Mann nicht, geistig verwirrt auch nicht. Ich sehe auch nicht aus wie ein Schreckgespenst, so dass es ihm möglicherweise die Sprache hätte verschlagen können.
Und dies ist nur ein Beispiel von vielen. Der nett gemeinte Gruß beim Betreten des Wartezimmers wird muffelig entgegengenommen. Fast körperlich angegriffen wirken einige Menschen, wenn man sich beim Verlassen des Zimmers auch noch verabschiedet. Grüße ich letzte Woche freundlich die Dame auf dem Platz neben mir im Konzert, dreht diese sich einfach kommentarlos weg. Wäre ich nicht so gut gelaunt gewesen, ich hätte mich persönlich beleidigt gefühlt.
Ich frage mich in all diesen Momenten, was so schwer daran ist, ein bisschen mehr Freundlichkeit in seine Umwelt auszusenden. Teilweise möchte man es als Reaktion und auch aus Frust einfach selber lassen. Aber ich will das nicht. Mir würde das etwas nehmen und mich innerlich abstumpfen lassen. Ich finde zwischenmenschlichen Umgang wie diesen bedauerlich. Es kostet so wenig, ein bisschen Nettigkeit auszusenden. Und man erntet so viel. Wer mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen einen angenehmen Tag wünscht und sich für die gute Beratung bedankt, vermag damit so manches Gesicht aufzuhellen. Was ist daran falsch, Gedanken zum Ausdruck zu bringen, die man fühlt. Etwas von sich preiszugeben und dem anderen zu schenken.
Es ist doch komisch, dass sich dann manche wundern, wenn sie Schwierigkeiten haben, bei anderen gut anzukommen oder locker in einen Kontakt einzusteigen. Das A und O ist doch, genau wie beim Flirten, eine offene, wertschätzende und interessierte Haltung. Angefangen bei Kleinigkeiten wie einem netten "Hallo". Der Mensch ist stolz, sich im Gegensatz zum Tier vorbildlich weit entwickelt zu haben. Doch man sollte sich einmal anschauen, welche Anstrengungen Tiere auf sich nehmen, um beim anderen Geschlecht zu trumpfen. So manche Männchen sind von ihren beeindruckenden Federkleidern gehandikapt, karibische Muschelkrebse erzeugen im Meer gezackte Lichtblitze und Nachtigallen versuchen, durch ihre Gesangskunst sowie durch ein möglichst großes Repertoire an Melodien zu beeindrucken. Unermüdlich scheinen Eifer und Erfindungsreichtum zu sein, wenn es darum geht, ein Weibchen für sich zu gewinnen.
Ich finde es lohnend und erstrebenswert, sich davon an der einen oder anderen Stelle eine Scheibe abzuschneiden. Vor allem, wenn es derart leicht ist, nur ein wenig mehr Freundlichkeit und Wertschätzung in sein Umfeld zu senden. Zudem zahlt es sich hundertprozentig aus. Man bekommt meist mehr zurück, als man investiert hat. Gerade jetzt in der dunkleren Jahreszeit lassen sich dadurch Akzente setzten. In einer vorweihnachtlichen Zeit, in der so viel von Nächstenliebe, Wärme, Geselligkeit und Zweisamkeit geschrieben wird, stellt sich doch die Frage, ob es nicht viel mehr Sinn macht, davon auch tatsächlich etwas real zu leben. Zweimal mehr freundlich sein, bedeutet zweimal mehr Menschlichkeit schenken, bedeutet zweimal mehr etwas Gutes getan zu haben.
Frisch getrennt trifft klar entschlossen
Geschrieben am 30.10.09 um 11:55 Uhr

Diese Woche hatte ich eine lebendige, aufgeschlossene und attraktive Frau in der Beratung. Gerlinde (42) hatte ein paar Fragen zu ihrem aktuellen Date. Vor vierzehn Tagen trafen sich die beiden das erste Mal. Mutig hatte Gerlinde den 43 jährigen Anwalt zu sich nach Hause auf einen Salat eingeladen.
Ein wunderbarer Abend, heitere Gespräche, der Gast kam mit angemessener kleiner Aufmerksamkeit, lobte das Essen, schrieb später, wie wohl er sich mit Gerlinde gefühlt hatte und wie gerne er noch länger geblieben wäre. Nach dem verheißungsvollen Start wurde es komplizierter. Phillips Frau hatte ihn vor drei Monaten nach 25 Jahre Ehe erst verlassen, zwei der drei Kinder sind beim Vater geblieben. Er ist überfordert mit der Umstellung, Vollzeit-Job, nun Vollzeit-Vater und verantwortlich für den Haushalt.
Gerlinde weiß nach drei Jahren Single-Phase nun genau was sie will und merkt, wie ungeduldig sie wird. Sie telefonieren zwar regelmäßig, jeden Tag fliegen SMS hin und her, aber auf ihre Frage, sich wieder zu treffen, kam bisher nichts. Warten fällt Gerlinde schwer, also hat sie ihm eine Email geschrieben. Darin formuliert sie diplomatisch, aber direkt, was sie sich von einer neuen Begegnung wünscht. Sie möchte eine feste Beziehung, ist nicht an einer Bettgeschichte interessiert. Sie kann sich einen Mann mit Kindern im Haushalt vorstellen und sie möchte gerne eines seiner Hobbys kennenlernen, vielleicht beim nächsten Mal, falls er mag, mit ins Stadion zum Eishockey gehen.
Diese Zeilen sind zehn Tage her und bisher gibt es keine Antwort. Gesprochen haben sie seitdem einige Male, aber diese Themen bleiben von seiner Seite ausgespart. Und von ihrer im Moment auch. Ich habe mit Gerlinde in der Beratung erforscht, wer das denn ist, der da so klar in ihr spricht und diese Email geschrieben hat. Sie nannte sie "die Entschlossene". Diese Person haben wir genauer betrachtet. "Die Entschlossene" ist klar, zielstrebig, ehrlich, direkt, hat den Fuß auf dem Gaspedal, möchte mehr. Wir haben anschließend den Blick darauf gerichtet, auf wen "die Entschlossene" zurzeit bei Phillip trifft. Sie gab ihm den Namen "Der langsam realisierende Macher". Ich ließ Gerlinde diese Figur erforschen, in dem sie sich in diese hinein versetzen, für sie denken, fühlen und sprechen sollte. Ihr wurde deutlich, dass sich Phillip zurzeit auf einer ganz anderen Ebene befindet. Er muss sein Leben neu sortieren und organisieren. Die Trennung kam unerwartet, er versucht gerade als Feuerwehrmann Brände zu löschen. Zur emotionalen Verarbeitung ist er nicht mal in Ansätzen gekommen, eher fängt er langsam an zu realisieren, was passiert ist. Sein Fuß steht beim Thema Kennenlernen ziemlich auf der Bremse. So gerne er wollte, er kann Gerlindes Fragen gar nicht beantworten.
In der Beratung haben wir nun erarbeitet, ob "die Entschlossene" in Gerlinde so einen Mann aktuell möchte. Einen, der sich - egal wie schön die Gefühle sind und wie groß die Hoffnungen - nicht von heute auf morgen ändern kann. Gerlinde hat für sich heraus gefunden, dass sie nicht genug Geduld und Kraft hat, auf so einen Mann zu warten. Der nur Unsicherheiten vermitteln, mit sich beschäftigt ist und deshalb nur wenig Zeit für eine neue Frau übrig hat. Gerlinde wird noch ein, zwei Wochen abwarten und dann - ändert sich nichts - mit Phillip offen darüber sprechen. Denn sie hat auch das Gefühl, er sucht eine gute Zuhörerin und keine neue Frau. Und in der Freundinnenschublade möchte sie nicht landen.
Körpersprache: Nicht in die Flucht schlagen
Geschrieben am 16.10.09 um 10:20 Uhr

Der beste Indikator dafür, ob Sie sich noch in einem angemessenen Abstand zu Ihrem Gesprächspartner befinden, ist die Körpersprache Ihres Gegenübers. Wann lädt Sie die Körpersprache ein, den Abstand zu verringern, wann hält Ihr Gesprächspartner körpersprachlich das Stoppschild hoch?
Wenn Sie diese Signale registrieren und zu deuten wissen, wird Ihnen Folgendes ganz sicher nicht passieren: Der typische Wandermarsch durch Diskotheken, Clubs oder auf Partys. Dazu kommt es nämlich häufig, wenn zwei nicht oder kaum miteinander bekannte Personen sich unterhalten und einer von beiden die persönliche Zone des anderen missachtet, sich also immer wieder ohne Einladung zu sehr nähert. Die ihrem subjektiven Empfinden nach bedrängte Person weicht nun ein bisschen nach hinten aus. Die offensivere Person erkennt darin allerdings kein Bedürfnis nach mehr Raum, sondern empfindet den Abstand vielmehr als zu groß und verringert ihn prompt wieder. Das kann nun so lange weitergehen, bis die beiden mit der Zeit fast unmerklich einige Meter durch den Raum wandern.
Was sollte hier anders ablaufen? Die Person mit dem Vorwärtsdrang hätte beim ersten Ausweichen ihres Gegenübers nur etwas mehr Raum lassen müssen, indem sie ein wenig nach hinten getreten wäre. Die andere Person hätte sich dann in ihrem Bedürfnis nach einem gewissen Abstand verstanden gefühlt und sich wieder entspannen können. Häufig hat ein solches Vorgehen sogar den positiven Effekt, dass die distanziertere Person den neu gewonnen Freiraum nutzt und sich entsprechend ihrem eigenen Tempo und dem Sympathiegrad ihres Gegenübers von selbst nähert. Wenn jemand nach hinten ausweicht, heißt das aber nicht unbedingt "Du bist mir unsympathisch" oder bedeutet gar den Abbruch des Kontakts. Es kann genauso bedeuten, dass die Nähe zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht passt und zunächst Kontakt und Vertrauen aufgebaut werden müssen. Durch ein weiteres unsensibles Nachsetzen würden Sie jedoch vermutlich schnell den endgültigen Ausstieg Ihres Gegenübers provozieren.
Um von einer Zone in die nächste zu gelangen, bedarf es nicht nur der physikalischen Überwindung einer gewissen Wegstrecke. Je geringer der Abstand zur eigenen Person wird, desto schneller wird das Missachten von gesendeten Signalen durch Abwenden, Ausweichen, Flucht oder einen Korb bestraft. Der Umgang mit diesen Kontaktzonen erfordert ein gewisses Fingerspitzengefühl und eine gute Beobachtungsgabe der Körpersprache.
Werfen wir noch einmal einen Blick auf die Situation am Bahngleis (siehe Teil 1, letzte Woche). Stellen Sie sich nun bitte vor, Sie überbrückten die Warterei auf den verspäteten Zug mit einer lebhaften Plauderei mit dem Mann, der Sie angesprochen hat. Sie haben einen sympathischen ersten Eindruck voneinander, die Gesprächsthemen werden zunehmend privater, und bald tun sich viele Gemeinsamkeiten auf. Erst der Ärger über die ständigen Verspätungen, dann das täglichen Pendeln zum Arbeitsplatz, Reiten als Ausgleich zum Alltagsstress und eine Vorliebe für Country Musik. Sie lachen reichlich, und Sie unterhalten sich so angeregt, dass eine Dreiviertelstunde im Fluge vergeht. Inzwischen stehen Sie recht nahe beieinander, da es um Sie herum recht laut ist. Mitten im Gespräch entdeckt der Mann Ihre auffälligen Ohrringe und macht Ihnen ein ansprechendes Kompliment. "Die Farbe Ihrer Ohrringe ist sehr geschmackvoll, sie wirken exotisch. Ist das ein Reisesouvenir?" Dabei kommt er Ihnen noch ein wenig näher. Sie freuen sich und streichen Ihr Haar zur Seite, um ihm einen besseren Blick zu ermöglichen. "Ja, aus Thailand", antworten Sie sichtlich berührt.
Die intime Zone ist in diesem Beispiel spielerisch überwunden worden. Sie reicht normalerweise vom direkten körperlichen Kontakt bis zu einer Entfernung von ungefähr einem halben Meter. Unter Fremden wird das Eindringen in diese Zone häufig als besonders unangenehm erlebt. Nicht selten begegnet man Menschen, die diese unsichtbare Grenze im Gespräch immer wieder unsensibel überschreiten. Im Normalfall lässt jeder nur sehr eng Vertraute in diesen Bereich, etwa Intimpartner oder enge Verwandte. Andere Menschen hält man etwa eine Armlänge auf Abstand, notfalls durch eigenes Ausweichen. Wird die Intimzone verletzt, löst dies Unlust und je nach Massivität sogar Stress aus, und der Körper stellt sich unbewusst auf Angriff oder Flucht ein. Es gilt also, die eigene Wahrnehmung zu schulen, um zu beobachten, was Ihnen Ihr Gegenüber signalisiert. Genauso müssen Sie sich aber auch darüber bewusst werden, welche Botschaften Sie selbst aussenden und welche Reaktionen darauf erfolgen können. Viel Spaß beim Ausprobieren und Beobachten!
Zu schnell zu nah...die typischen Fehler
Geschrieben am 09.10.09 um 11:00 Uhr

Auf andere zugehen - besonders beim Flirten geht es selten ohne. Sei es auf einer Party, im Club oder beim Warten auf den Zug nach Berlin. Möchten Sie mit jemanden in Kontakt treten, müssen Sie meist eine gewisse räumliche Distanz zum Objekt der Begierde überwinden.
Damit Sie Fettnäpfchen gekonnt umschiffen, sollten Sie dabei einiges beachten.
Um den Abstand zur ausgespähten Person zu verringern, gilt es zunächst verschiedene "Kontaktzonen" zu überwinden. Dabei ist die Wahrnehmung, welche Entfernung zwischen zwei Menschen in einer Situation angemessen ist, sehr wichtig. Stellen Sie sich nun bitte die folgende Situation am Hauptbahnhof einer Großstadt vor: Sie warten mit mehreren anderen Menschen am Gleis auf Ihren Zug, der verspätet eintrifft. In einem Abstand von einigen Metern bleibt Ihr Blick an einem Mann hängen, der gerade in seinen Manteltaschen nach etwas sucht. Diese Distanz bezeichnet man als öffentliche Zone; Kontakt zueinander ist nicht zwangsläufig, man akzeptiert den anderen auf diese Entfernung problemlos. Um miteinander zu reden, wäre die Distanz allerdings zu weit.
Würde dieser Mann nun auf Sie zukommen, um Sie flüchtig nach etwas zu fragen, beispielsweise ob auf diesem Gleis wirklich der Zug nach Berlin abfährt, dann verringerte sich zwangsläufig die Distanz zwischen Ihnen beiden. Der Abstand würde höchstwahrscheinlich jedoch nicht geringer als ungefähr anderthalb Meter ausfallen. Dieser Bereich wird als gesellschaftliche oder soziale Zone bezeichnet. Darin haben Sie zu Ihrem Gegenüber zwar Kontakt aufgenommen, es herrscht aber immer noch ein deutlicher Abstand. Innerhalb dieser Distanz werden Sie eher unpersönliche Angelegenheiten erledigen wie beispielsweise eine Unterhaltung mit Geschäftsleuten, Handwerkern oder Ihrem Chef hinterm Schreibtisch. Gleichzeitig dient diese Entfernung als Schutzfunktion: Andere können sich Ihnen bis auf diese Distanz nähern, ohne dass Sie diejenigen beachten müssen. Die Kontaktaufforderung ist allein durch die Präsenz eines Menschen noch nicht verbindlich. Also weiter zur nächsten Phase...
Sie antworten dem wartenden Mann auf dem Bahngleis mit einem leicht gequälten Lächeln, dass er hier richtig sei, und fügen hinzu: "Aber ganz sicher, ob der Zug das ebenfalls weiß, bin ich nicht." Er kontert. "Sie wirken, als wäre Ihre Toleranz für Verspätungen ziemlich strapaziert. Geht mir ähnlich. Fahren Sie denn viel mit der Bahn?", erwidert er mit einem Schmunzeln. Dabei macht er einen Schritt auf Sie zu, um sich besser mit Ihnen unterhalten zu können. Der Mann hat damit Ihre persönliche Zone betreten, eingeladen durch Ihre entgegenkommende Antwort, Ihren Blickkontakt, Ihre nach seinem Ermessen offene Art und Ihr Lächeln. Sich jetzt Ihnen anzunähern, gleicht daher nicht mehr einem Überfall und wird meist akzeptiert. Die persönliche Zone bewegt sich von circa 60 bis zu 150 Zentimetern, was einer üblichen Gesprächsdistanz entspricht. Wenn Sie den Arm gerade nach vorne ausstrecken und sich einmal im Kreis drehen, dann zeigt das ziemlich genau den Radius Ihrer persönlichen Zone. Eine Annäherung innerhalb dieser Grenzen sagt etwas über den Bekanntheits- oder Sympathiegrad zwischen den Beteiligten aus. Diese Zone ist nämlich für gute Freunde, Verwandte, eventuell einige enge Kollegen oder für Menschen reserviert, die Ihnen sympathisch sind.
Bitte beachten Sie, dass es sich bei all diesen Angaben um Durchschnittswerte handelt, die neben den kulturellen Unterschieden individuell sehr verschieden ausfallen können. Ebenso können innerhalb eines Kulturkreises, innerhalb einer Region und sogar selbst innerhalb einer Familie die Bedürfnisse nach Nähe und Distanz sehr unterschiedlich sein. Für den einen kann sich die Distanz bereits zu Beginn einer Unterhaltung mit einer fremden Person verringern, und gegen eine spontane Armberührung wäre nichts einzuwenden. Demjenigen, der mehr Abstand braucht, würde es dagegen die Kehle zuschnüren und unweigerlich Ausweichverhalten oder sogar Fluchttendenzen auslösen. Welchen individuellen Abstand jemand grundsätzlich bevorzugt, hängt viel damit zusammen, ob er eher ein Nähe- oder Distanztyp ist. Unabhängig davon, ob Sie und Ihr Gegenüber nun ein Nähe- oder Distanz-Typ sind, ist das Entscheidende, dass Sie Ihr eigenes Bedürfnis nach Abstand kennen und vor allem die Grenzen sowie die Signale des anderen wahrnehmen und interpretieren können. Denn je nach Situation und Kontext kann sich die Empfindung, ob ein Abstand noch als angenehm oder bereits schon als unangenehm erlebt wird, schnell ändern. Dazu mehr in Teil 2: Nicht in die Flucht schlagen - was die Körpersprache des anderen verrät.
Ältere Frauen: Lebenselexier für junge Männer?
Geschrieben am 02.10.09 um 15:49 Uhr

Oder halten jüngere Männer ältere Frauen jung? Oder beides? Immer mehr Frauen lieben deutlich jüngere Männer und das selbstbewusst. Aus vielen Studien zur Partnerwahl ist bekannt, dass der überwiegende Teil Frauen gleichaltrige oder zwei bis fünf Jahre ältere Männer als optimale Passung empfinden.
Allerdings gibt es zunehmend Ausbrecherinnen aus diesem Gros. Besonders Frauen ab 40 sind bereit, das normale Partnerwahlverhalten zu durchbrechen und sich frei von irgendwelchen Konventionen in einen jüngeren Mann zu verlieben. Laut einer Studie von ElitePartner.de kann sich ein Drittel der über 45-jährigen Frauen vorstellen, einen mehr als sieben Jahre jüngeren Partner zu haben. Die Emanzipation ist endlich auch hier angekommen!
Die Männer dieser Welt machen uns das schon lange vor. Die meisten Männer, wenn sie denn die freie Auswahl hätten, würden sich gerne mit einer deutlich jüngeren Partnerin in eine Beziehung begeben. Nur leider haben nicht genug Frauen dieser Welt Lust auf einen deutlich älteren Mann. Zudem gibt es ausreichend Vertreter beider Geschlechter, die hinsichtlich des Alters nach Ähnlichem suchen. So werden die Joschka Fischers dieser Welt zwar gerne mal zum Ideal hochstilisiert - nicht bezüglich des Jojo-Effekts seiner Figur, sondern hinsichtlich seiner Tendenz, beständig jünger zu suchen - die Realität bilden sie aber nicht ab.
Was ist also erwähnenswert, wenn Gewichtheber Matthias Steiner (26) und N24-Nachrichtensprecherin Inge Posmyk (38) sich als Paar zeigen oder TV-Moderatin Birgit Schrowange (50) erst den 11 Jahre jüngeren Kollegen Markus Lanz liebte, vor kurzem sich aber den 15 Jahre jüngeren Meik Schneider angelt? Schön ist, dass dies zunehmend öfter passiert, selbstverständlicher und gesellschaftlich akzeptierter ist. Klar, gibt es stets Unkenrufe und Zögern, sich in dieser Konstellation in Familie und Freundeskreis zu zeigen. Irgendwie rückschrittig, wie ich finde, in einer Zeit, die als hypermodern, aufgeschlossen und tabufrei gelten will. Warum teils beharrlich diese Aufregung?
Noch ist es nicht lange her, da fiel eine solche Beziehung in den Bereich der Tabuthemen. Frauen, die jüngere Männer liebten, waren als Nesträuberinnen verschrien, man unterstellte ihnen Sexbesessenheit und Torschlusspanik. Aber auch die Männer kamen nicht gut dabei weg. Sie wurden als Pantoffelhelden, Ödipussi oder Muttersöhnchen tituliert. Inzwischen hat sich einiges an dieser Einstellung geändert. Wer das für Ausnahmen hält, der sollte die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für sich sprechen lassen. Danach ist mittlerweile bei jeder fünften Heirat in Deutschland der Bräutigam jünger als die Braut. Bei jeder dritten Ehe beträgt der Altersunterschied mehr als fünf Jahre, und bei 40-Jährigen traut sich jede Zweite mit einem Jüngeren.

Der Trend, da sind sich die Psychologen einig, ist ein Zeichen für das wachsende weibliche Selbstbewusstsein. Die Frauen genießen die Flexibilität ihres Gegenübers, oft die Leichtigkeit der Lebensweise und die Neugier in den Federn. Allerdings sind ältere Frauen immer noch Häme und Neid aus ihrem Umfeld ausgesetzt, die Selbstzweifel auslösen und die Beziehung belasten können. Oft drängen sich Gedanken auf, vielleicht nicht mehr attraktiv genug zu sein, alt zu wirken. Meist stört ihn das weniger als sie. Das bestätigt eine Studie der Soziologin Ursula Richter. Sie kommt zu dem Schluss, dass Falten und schlaffe Haut keine so große Rolle spielen, wie gemeinhin vermutet. Richters Forschungen haben außerdem ergeben, dass gleichaltrige Männer und Frauen immer weniger zusammen passen. "Mit 40 geben Frauen Gas, Männer bleiben in der Midlife Crisis stecken. Was reifere Frauen heute von ihrem Partner erwarten, können gleichaltrige Männer oft nicht erfüllen." Viele seien nicht bereit, sich auf ein modernes Frauenbild einzulassen.
Ein Grund, die Finger von einem deutlich jüngeren Partner zu lassen, ist der Einwand, eher verlassen zu werden. Stellt sich die Frage, ob es dann wirklich nur am Alter liegt. Ist das nicht ein Risiko, das jede Frau eingeht? Wie heißt das neue Buch von Michael Mary so schön: Lebt die Liebe, die ihr habt. Wichtiger als das Alter ist doch, dass sich zwei verliebte Menschen auf Augenhöhe gegenüberstehen, sich etwas zu sagen, ähnliche Vorstellungen vom Leben und der Zukunft haben und sich wohlfühlen. Da spielt das Alter doch eine geringere Rolle.
"Wenn Frauen jüngere Männer lieben", Fischer Taschenbuch Verlag, Reihe Die Frau in der Gesellschaft, Frankfurt/Main, 1999
Autorin Caroline Rusch (50). Ratgeber: Wenn er jünger ist (MVG Verlag).
Fremdgehen - Chance oder Krise?
Geschrieben am 28.09.09 um 14:26 Uhr

"Ich liebe meine Frau. Das weiß ich und das wird sich nicht ändern. Aber unsere Leidenschaft ist eingeschlafen und mir fehlt das. Mit der anderen erlebe ich unglaublich befriedigenden Sex, wie ich ihn mit meiner Frau nie hatte.
Ich will das nicht aufgeben, aber dieses Heimliche und Doppelbödige belastet mich zunehmend."
Verzweifelt und mit Gewissensbissen erzählt mir Herr M. in meiner Hamburger Praxis von seiner Situation. Mit seiner Frau ist er seit fast 30 Jahren zusammen, hat Krisen überstanden, geheiratet, geschieden, aus Liebe nach 3 Jahren Trennung wieder geheiratet, zwei Kinder groß gezogen. Die Ehe läuft gut. Die partnerschaftliche und die freundschaftliche Liebe sind über die Jahrzehnte stets größer geworden. Die leidenschaftliche Liebe ging verloren.
Der Kopf sagt Herrn M. (55), dass dies ganz normal sei. Leidenschaftliche Sexualität braucht Fremdheit und die nimmt häufig trotz unabhängiger Lebensweisen mit den vielen Jahren ab. Dafür nimmt Intimität, Vertrautheit zu, geht man wertschätzend und respektvoll miteinander um. Herrn M. ist zudem die Basis seiner tiefen Liebe zu seiner Frau sehr wichtig. Doch als die Kinder aus dem Haus waren, drängte sich eine Midliefe-Crises bei ihm auf. Er stellte vieles in Frage, suchte nach dem Sinn im Leben, fing an, intensiv Sport zu treiben. Seine Frau wollte nicht mit Joggen, sie war eher der Yoga-Typ. Da traf es sich gut, dass die Nachbarin ihm anbot, zusammen um die Alster zu laufen. Und eines Abends landeten sie nach einem Absacker-Bier zusammen im Bett. Das war vor zwei Jahren und läuft seitdem mal mehr, mal weniger. Na klar, die Nachbarin ist 15 Jahre jünger. Also alles ganz "klassisch". Herr M. versuchte die Affäre einige Male zu beenden, die sexuelle Anziehung ließ ihn jedoch immer wieder seine Vorsätze brechen. Seine Frau merkt bis jetzt nichts, aber er hält seine Zerrissenheit nicht mehr aus und möchte sich nun zwischen den beiden Frauen entscheiden.
Im Coaching wird Herrn M. klar, dass er sich eigentlich nicht entscheiden will, sondern beides weiter möchte. Auf den Kick im Bett will er nicht verzichten. Dass dies rücksichtslos und egoistisch ist, kann er sich eingestehen. Doch die Gewissensbisse sollen weg gezaubert werden, am besten von mir. Funktioniert natürlich nicht. Wir arbeiten alle möglichen Varianten durch. Um seinem Wunsch nach Fairness nach zu kommen, sprechen wir über die Variante, mit seiner Frau über seine unbefriedigten, leidenschaftlichen Bedürfnisse zu sprechen, ohne die Affäre zunächst zu erwähnen. Vielleicht sieht sie das genau so, möchte das ebenfalls ändern. Die große Angst, die Herr M. dabei empfindet, ist, dass er seine Unzufriedenheit anspricht, damit nachher alleine da steht, weil seine Frau das nicht so sieht und somit ein Problem in den Raum geholt wird, das ungelöst bleibt und viele Fragezeichen für die Zukunft hinterlässt. Denn sexuelle Unzufriedenheit ist eines der meisten Motive, fremdzugehen. Vor allem für Männer - das wissen auch die (Ehe-)Frauen. Was aber nicht heißen soll, dass Frauen nicht auch Seitensprüngen erliegen, doch haben sie oftmals andere Beweggründe.

Ich konfrontiere Herrn M. mit der Frage, ob er seiner Frau ebenfalls eine sexuelle Außenbeziehung zugestehen würde. Sein Gesichtsausdruck sagt alles. Sich selber alles zu nehmen und dem anderen nichts zu gönnen, dass ist weit weg von einer gleichberechtigten Beziehung. Entweder man öffnet die Beziehung oder man lässt es. Das gelingt nur wenigen. Viele nehmen sich das Recht, sich einfach mal selbst zu bedienen, suchen die Ersatzbefriedigung außerhalb. Wer sich das alleinige Recht heraus nimmt, für sich sexuell und emotional zu sorgen und damit den Partner entmündigt, der macht es falsch. Das ist ein dramatischer Vertrauensbruch und erschüttert die Grundfesten der Beziehung.
Wer feststellt, dass er dem Partner den gleichen Spaß nicht gönnen würde, kommt seinem tiefen Egoismus auf die Spur und seiner Feigheit, sich nicht den Problemen der Beziehung zu stellen und zu sagen, was ihm fehlt. Klar, dann kommen Themen auf den Tisch, die nicht mehr schnell wegzuwischen sind. Man muss sich auseinandersetzten und im schlimmsten Fall dem anderen gleiche Rechte einräumen oder gemeinsam verzichten. So fair läuft es aber häufig nicht ab, sonst wäre das Fremdgehen nicht einer der häufigsten Trennungsgründe und Anlass, paartherapeutischen Praxen aufzusuchen. Viele wollen sich einfach nehmen, was sie brauchen, auch hinter dem Rücken der Partnerin oder Partners. Eine schöne Patchwork-Arbeit: Die Vertrautheit, die Kinder, das Zuhause, die gute Köchin oder der sicherere finanzielle Background und dann noch ein bisschen heißen Sex und Selbstbestätigung durch eine junge Geliebte oder einen kernigen Kollegen. Denn nicht nur Männer gehen fremd. Solche Gefühle sind Anlass genug, die Beziehung zu überdenken. Aber auch Chance, seinem Partner oder Partnerin neu zu begegnen. Im Fall von Herr M. ging es unglücklich aus, obwohl er beschlossen hatte, mit seiner Frau über alles zu reden. Die Nachbarin wurde schwanger, sie wollte das Kind behalten, das war zuviel für seine Frau, die ihre Koffer packte...für eine Klärung war es zu diesem Zeitpunkt zu spät.
Über die harte Arbeit der glücklichen Partnerschaft
Geschrieben am 18.09.09 um 16:21 Uhr

Von Anfang an muss alles passen, sonst kann die Liebe nicht gelingen...Hört sich romantisch an. Und einfach. Ist aber für eine lebenslange Liebe ziemlich unrealistisch und die falsche Einstellung. Gerne von Romantikern erträumt, gerne von bequemen Liebeskonsumenten angenommen.
Nur hat es wenig mit wirklicher Partnerschaft zu tun. Liebe macht Arbeit und es gibt keine Beziehung ohne Kompromisse. Wums...das hört sich erst einmal ziemlich unangenehm an. Ist aber so! Immer mehr Paarforscher und Psychologen stellen das deutlich heraus. Zuletzt Titelthema im Focus. (Heft 33 vom 10. August.). Mitunter war sicher das neue Buch des Psychologen und Therapeuten Arnold Retzer "Lob der Vernunftehe" Anlass zur Story. Er plädiert darin, pragmatisch mit seinen Träumen umzugehen. Nach der Analyse von Hunderten Beziehungsgeschichten und deren typischen Konflikten und Problemen empfiehlt er, Partnerschaften von unrealistischen Erwartungen und überzogenen Forderungen zu befreien. Seiner Meinung nach braucht ein langes, glückliches Miteinander eine realistische Grundlage. Die Liebe müsste dabei nicht verloren gehen. Im Gegenteil.
Die Betonung liegt dabei deutlich auf dauerhaftem Glück und realistischer Betrachtung. Einer für immer und für alles - dieses romantische Liebesideal ist nach wie vor en vogue. Und fast alle Männer und Frauen träumen von einer solchen Lebensliebe. Aber warum schaffen es so wenige? Und immer weniger? Weil wir unsere Partnerschaft mit Wünschen und Erwartungen überfrachten, genauso einem Ideal hinterher jagen. In einer Gesellschaft, die uns vorgaukelt, alles sei möglich und machbar, wird die Partnerschaft vor einer solchen Sichtweise nicht verschont. Vor 50 Jahren funktionierte dieses Ideal scheinbar. Jedenfalls hielten von außen betrachtet viele Ehen ein Leben lang. Dafür gab es Gründe, die heutzutage nicht mehr existieren. Frauen und Männer sind viel freier in der Partnerwahl und in der Realisation ihres Partnerschaftsmodells. Es gibt kaum noch äußere Zwänge, die eine Partnerschaft bedingen. Sex gibt es auch ohne eine Beziehung. Eine Stigmatisierung als Single oder als Beziehungshopper findet nicht mehr statt. Religiöse Werte verlieren an Wirkung. Bildung und Ansprüche nehmen überall zu. Warum also nicht auch in der Partnerschaft das Ultimative wollen. Erst dann ist sie für viele das Ideal von Liebe.
Aber was macht Liebe wirklich aus? Dauerhafte Liebe? Sicherlich verändert sich eine Liebe über die Jahre. Der Anspruch, das die leidenschaftliche Liebe ein Leben lang währt, ist so naiv wie unmöglich. Der vertraute Körper soll immer und immer wieder reizen, obwohl man ihn schon auswendig kennt. Doch für den Kick im Bett braucht es Fremdheit, die natürlich im Laufe der Jahre verloren geht. An diese Stelle treten andere Werte und Inhalte. Intimität, bedingungslose Loyalität, Vertrautheit. Vielen ist das ein höherer Wert als immer noch heißen Sex nach 20 gemeinsamen Jahren zu erwarten. Langjährige Paare sprechen von einer tiefen Freundschaft, die sie verbindet, von Seelenverwandtschaft, von größtem Zusammenhalt. Einen Menschen an der Seite zu haben, auf den man sich wirklich verlassen kann, der Jahrzehnte gemeinsam durch den teils belastenden Alltag ging, der in Krisen half, tröstete und blieb, der sämtliche Marotten, Stärken wie Schwächen kennt. Jemand, den man fühlt und weiß, was er denkt, ohne dass er etwas sagt.
Jeder entscheidet für sich, was er in einer Partnerschaft sucht und was er finden will. Ein gewisser Pragmatismus scheint das Erfolgsrezept vieler langjähriger Partnerschaften zu sein. In den Ohren von Romantikern und Frischverliebten mag das schmerzen. Doch die gemeinsame Gestaltung des Weges mit dem Wissen um Veränderungen und Verzicht ist unabdinglich für eine förderliche Einstellung. Ein Lebensliebe hat ihre eigenen Gesetze und fordert in einigen Bereichen ihren Preis. Ohne Enttäuschungen geht das nicht vonstatten. Wer damit umgehen kann, hat die Chance auf ein langes Miteinander. Zusammenpassen ist nun mal kein Zustand - es ist das Ergebnis einer Entwicklung.
Kopfgespenster - die Angst vor dem Ansprechen
Geschrieben am 11.09.09 um 10:29 Uhr

Für viele Singles gibt es mehr als genug gute Gründe, den verflixten ersten Schritt zu lassen und erst mal abzuwarten, als sich mit dem falschen Einstieg zu blamieren. Ein Grund ist die gleichermaßen populäre wie bequeme Haltung, dass doch bitte der andere aktiv werden möge.
Das ist weniger komisch, als es klingt, denn hinter solchen Alibis verbirgt sich meist ein sehr wahres Motiv: Die Angst, jemanden anzusprechen. Aber: Diese wunderbar eingerichtet Komfortzone müssen Sie unbedingt verlassen, wenn Sie neue Wege beim Flirten und bei der Partnersuche einschlagen wollen. Um Ihnen zu demonstrieren, wie Sie diese hinderliche Angst vor dem Ansprechen überwinden können, werfen wir zunächst einen Blick hinter die Kulissen.
Angst ist eine Empfindung, die durch eine tatsächliche oder erwartete Bedrohung ausgelöst wird. Der für uns hierbei interessantere Aspekt ist derjenige, der sich auf die Wahrscheinlichkeit bezieht, dass eine bedrohliche Situation tatsächlich eintritt. Wahrscheinlichkeit deshalb, weil Angst auch entstehen kann, ohne dass ein realer Schaden droht. In diesem Fall entwickelt sich der als negativ erlebte Gefühlszustand lediglich im Kopf, also nur durch die subjektive Bewertung einer Situation. Die körperlichen Ausdrucksformen der Angst können jedoch in beiden Fällen die gleichen sein. So werden bei Angstempfindungen verschiedene Bereiche des Gehirns aktiviert, unter anderem der so genannte Mandelkern (Amygdala). Daraufhin schüttet der Körper verschiedene Hormone wie beispielsweise Cortisol und Adrenalin aus, begleitet von uns wohl bekannten Symptomen: Die Atmung wird flacher und schneller, die Muskelspannung erhöht sich, das Herz fangt an zu pochen, der Blutdruck steigt, wir schwitzen und bekommen feuchte Hände. All diese Reaktionen kommen durch ein erhöhtes körperliches Erregungsniveau zustande.
Das Spannende daran ist, dass eine ähnliche Hormonausschüttungen und damit ein vergleichbares Erregungsniveau vorliegen kann, wenn wir Stress oder sogar eine Erregung empfinden, die wir als positiv erleben. Sitzen wir etwa in der Achterbahn, oder stürzen wir uns beim Bungee Jumping in die Tiefe, dann schüttet unser Körper in gleicher Weise Cortisol und Adrenalin aus. In dem Fall empfinden wir das Erlebnis jedoch als prickelnd, als den ultimativen Thrill, als ein wahres Vergnügen. So dicht können also Angst, Stress und lustvoll erlebte Aufregung nebeneinander liegen - rein physiologisch betrachtet.
Den entscheidenden Unterschied macht der Kopf, denn durch seine Bewertung erleben wir Angst. Wodurch genau lädt sich denn nun die Angst auf, wenn wir jemanden ansprechen wollen? Ganz einfach: Wir nehmen in unserer Vorstellung den Misserfolg der Aktion vorweg und malen uns in den schillerndsten Farben aus, was alles schief gehen könnte. Unser Kopfkino ist gnadenlos und lässt kaum eine Facette aus: Vom roten Gesicht über die trockene Kehle und ein stotternd herausgebrachtes Hallo mit peinlich quäkender Stimme bis hin zum völlig verständnislosen Blick der angesprochenen Herzdame oder des Traumtypen, die/der nur ein müdes Lächeln für uns übrig hat, bevor er/sie sich kommentarlos abwendet. Unsere Vorstellung erweist sich grundsätzlich schlimmer als die Realität.
Zum einen sind es also unsere negativen Vorstellungen, sozusagen die Angst vor der Angst, die uns hindern, jemanden anzusprechen. Zum anderen ist es aber auch der Glaube, dass die Angst ins Unermessliche wachsen könnte, würden wir uns einer brenzligen Flirtsituation aussetzen. Diese Annahme ist jedoch falsch. Die Angst nimmt zwar zunächst in einer als bedrohlich erlebten oder angenommenen Situation zu, und auch die körperliche Erregung steigt. Doch die Angst kann nicht unendlich steigen. Verharrt ein Mensch in der Angstsituation, dann schießt die Angstkurve zunächst nach oben, stagniert jedoch auf einem bestimmten Niveau, um anschließend wieder langsam abzusinken. Sie kennen so etwas sicher aus einer Prüfungssituation. Diese Angstkurve regelt unser Körper ganz automatisch, denn er kann nicht dauerhaft auf hohem Niveau erregt bleiben und ständig die gleiche Menge Hormone nachfeuern. Wir erleben die Angstsituation daher in ihrem Verlauf nicht mehr in dem gleichen Maße als bedrohlich wie zu Beginn.
Das Fazit lautet: Wir können nicht vor Angst platzen, und wenn wir keine schweren Herzprobleme haben, werden wohl auch nicht daran sterben. Stellt sich nun die Frage, warum dann die Hürde, mit einem Fremden in Kontakt zu treten, überhaupt so hoch ist? Vielfach liegt es an der fehlenden Übung und dem daraus resultierenden mangelndem Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Leicht vorzustellen, dass es also genau dann schwer wird und Überwindung kostet, wenn dieses Können beim Flirten auf Knopfdruck abgerufen werden soll. Na, ja, mögen Sie jetzt vielleicht denken, leichter gesagt als getan. Überzeugende graue Theorie, aber meine Angst vor dem Ansprechen ist dennoch die gleiche.
Wie können Sie also neuen Mut fassen? Sie ahnen es sicher schon, das Geheimnis liegt im Ausprobieren und Üben. Also nichts wie runter vom Sofa und rein ins Getümmel!
Nur so können Sie positive Erfahrungen sammeln, erkennen, dass es in der Realität gar nicht so schlimm ist, wie in der Fantasie angenommen, und alte Schreckgespenster beiseite räumen.
Wunderwaffe Stimme: Der Ton macht die Musik, Teil 2
Geschrieben am 08.09.09 um 11:08 Uhr

Der Klang der Stimme kann verblüffend attraktiv machen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Männer mit tiefen Stimmen bei Frauen besonders gut ankommen.
Aus evolutionsbiologischer Sicht hat dies sogar weitreichende Folgen: Männer mit einer sehr tiefen Grundfrequenz in der Stimme haben im Schnitt mehr Kinder als ihre Geschlechtsgenossen mit einer weniger tiefen Stimme. Das haben die amerikanischen Anthropologen Coren Apicella, David Feinberg und Frank Marlowe aus Harvard untersucht und sind damit Hinweisen nachgegangen, dass Frauen dieses Merkmal als Indikator der Vaterqualitäten zu deuten wüssten und bei der Wahl des Partners berücksichtigten.
Wie so oft in der Wissenschaft stammen aus anderen Fachbereichen ergänzende Erkenntnisse. So muss die Stimme eines Mannes gar nicht übermäßig tief sein, damit Frauen diese als attraktiv empfinden. Nach Meinung der Phonetikerin Vivien Zuta von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main gibt es klar definierte Eigenschaften, die eine Stimme attraktiv oder weniger attraktiv klingen lassen. Zusätzlich zu der Grundfrequenz, die typischerweise bei 120 Hertz liegt, seien außerdem Sprechmelodie, Artikulation, Sprechgeschwindigkeit, aber auch das Pausen- und Hesitationsverhalten von Bedeutung, also die Häufigkeit, mit der die Rede durch Laute wie "äh" oder "eh" unterbrochen werden. Diese können in verschiedenen Ländern je nach Klang der Sprache durchaus unterschiedlich stark ins Gewicht fallen. Umso wichtiger ist es also, einen guten ersten (Stimm-)Eindruck zu hinterlassen. Vor allem weil unsere Stimme zu großen Teilen unbewusst auf unser Gegenüber wirkt. Gerade im Beruf oder am Telefon nutzen wir - ob nun bewusst oder unbewusst - den Klang unserer Stimme: Wir machen Pausen, entspannen uns, variieren die Tonhöhe und verringern die Sprechgeschwindigkeit, um damit unser Gegenüber zu beeinflussen. Diese Fähigkeit sollten Sie ruhig mal gezielt trainieren, immerhin spielt die Stimme beim Flirten eine entscheidende Rolle.
Dazu folgende Übung: Wie werde ich mir meiner Stimme bewusst?
Achten Sie in der nächsten Zeit bei Gesprächen mit vertrauten Personen gezielt auf Ihre Stimme und die Veränderung der Stimmlage. Spielen Sie mit Ihrer Stimme, machen Sie bewusst Pausen, und sprechen Sie akzentuierter, wenn Sie etwas Wichtiges erzählen.
Es gibt allerdings noch eine andere, intensivere Möglichkeit, sich Ihrer Stimme bewusster zu werden: Sie erinnern sich bestimmt noch genau, als Sie das erste Mal bei einer Aufnahme Ihre eigene Stimme gehört haben. Mit Sicherheit sind Sie erschrocken, denn unsere eigene Stimme klingt in unseren Ohren fremd, und alle Schwächen treten offen zutage.
Diese Chance sollten Sie nutzen, um die Wirkung Ihrer Stimme zu erkennen und die Probleme gezielt anzugehen. Machen Sie dazu eine Tonaufnahme von Ihrer Stimme. Die meisten Handys haben mittlerweile eine Tonaufnahmefunktion. Hören Sie diese anschließend an, und analysieren Sie das Gehörte. Bei den nächsten Aufnahmen können Sie nun mit Lautstärke, Pausen und der Betonung experimentieren. Denken Sie dabei immer daran: Die Tonalität der Stimme, die Sprechmelodie und die Geschwindigkeit können Sie jederzeit variieren - und das hat große Wirkung!
Wunderwaffe Stimme: Der Ton macht die Musik, Teil 1
Geschrieben am 04.09.09 um 12:22 Uhr

Die Stimme ist viel größer als die visuelle Erscheinung eines Menschen (Rufus Beck). Recht hat der kluge Mann.
Wer hat das nicht auch schon erlebt: Die Anrufe in der süddeutschen Niederlassung der Hamburger Firma und jedes Mal freut man sich über den sexy Bariton des Kollegen, der einem wie Öl den Rücken runter läuft. Bis zum Zeitpunkt, als man sich auf dem Firmenfest trifft und sich das vorgestellte Sahneschnittchen leider nicht als Adonis entpuppt.
Die Stimme ist ein hoch wirksames Instrument nicht nur in der Kommunikation, sondern auch beim Kennenlernen. Sie signalisiert Ihrem Gegenüber, wie Sie das meinen, was Sie sagen. Ihr Tonfall deutet darauf hin, wie Sie zu den gesprochenen Inhalten stehen. Stimme und Sprechweise sind nun mal ein Teil Ihrer Persönlichkeit, drücken Emotionen aus, verleihen Ihren Worten den besonderen Ausdruck und Ihren Inhalten Authentizität. Die Stimme verrät viel mehr über einen Menschen, als wir meinen. Gefühle werden unmittelbar in der Stimme ausgedrückt. Demzufolge haben wir bei Nervosität eine eher unsichere, schwache Stimme und klingen bei Wut, Freude oder Trauer lebendig, laut oder durchdringend. Wir können sogar erkennen, ob jemand am Telefon lächelt oder gelangweilt ist, ohne unser Gegenüber zu sehen. Die Stimme eines Menschen ist sein zweites Gesicht. Sie kann anziehend wirken oder abstoßend. Außerdem verändert sie sich unbewusst, je nach Stimmung, und verrät vieles über unsere psychische Verfassung.
Aus einer Untersuchung eines so genannten Prof. Albert Mehrabian ist bekannt, dass unsere Stimme eine deutliche Wirkung darauf hat, ob unser Gegenüber Sympathie für uns entwickelt. Ein Drittel des ersten Eindrucks hängt vom Klang der Stimme ab. Sie bewirkt also unbewusst einen nachhaltigen Eindruck auf andere. Sie kann flüstern, krächzen, brummen oder brüllen. Sie kann monoton und flach klingen oder mit Resonanz und Volumen schwingen. Alles in allem ist das weit mehr als bloß ein Zusammenwirken von Lippen, Zunge und Kehlkopf. Wir bewerten fremde Menschen immer auch nach dem Klang ihrer Stimme. Eine nasale Stimme empfinden wir eher als weinerlich oder hochnäsig, monotones Sprechen wirkt langweilig und drückt fehlende Begeisterung aus, gepresste, flache Stimmen wirken gestresst, und eine dünne, zarte Stimme kann als unsicher und unreif rüberkommen. Schon ein falscher Atemeinsatz kann wirken, als würde dem Sprecher "die Luft ausgehen".
Doch genau diese Sprechweise gilt es beim Kennenlernen und Flirten zu vermeiden. Schwierig ist das, denn beim Flirten sind wir aufgeregt, atmen flacher, sprechen schneller, bekommt die Stimme sogar etwas Zitteriges. Hören wir uns in dieser Art selber sprechen, verstärkt das die eigenen Unsicherheitsgefühle und kann als nervöser Funke auf unseren Flirtpartner überspringen. Glücklicherweise ist das kein unveränderbares Schicksal. Die Stimme lässt sich ganz wunderbar trainieren und positiv beeinflussen.
Wie uns der Klang der Stimme verblüffend attraktiv machen kann, lesen Sie nächste Woche in Teil 2 mit zusätzlicher Übung zur schnellen Umsetzung...
Geschrieben am 28.08.09 um 14:39 Uhr

Ein weggelassenes "Wir", nicht mal ein kleiner Gruß auf dem Schreibtisch, nur fünf Minuten Küssen, das Warten auf Rückmeldung zur Geburtstagsplanung, die Absichten, beruflich nach Venedig zu fahren ohne ein "Willst du mit?"...
In Linea türmten sich ungute Gefühle auf, weil sie Zarek in der letzten Zeit als wenig zugewandt und einfühlsam erlebte. Sie fühlte sich in ihren Bedürfnissen nicht genug gesehen. Jedoch schwieg sie dazu, wartete beobachtend ab. Als Zarek von seinen Plänen sprach, im Herbst seine beste Freundin in New York zu besuchen, lief bei ihr das Fass über. "Kannst du mich bitte mehr mit einbeziehen? Wir haben schon so wenig Zeit miteinander." Viele Vorwürfe aus den letzten Wochen folgten, die sich aufgestaut hatten. Ihr Freund fiel aus allen Wolken und konterte: "Das hättest du mir ja mal früher sagen können, wie du das alles empfindest, ich habe davon nichts gemerkt."
In der Beratung haben wir an Lineas Erwartungen gearbeitet, welche Maßstäbe sie an die Liebe setzt und welches Verhalten ihres Freundes ihr vermittelt, geliebt zu werden. Ihr Kernsatz war: Wenn er mich liebt, dann muss er das doch fühlen! Nein, muss er nicht und es ist kein Zeichen für zu wenig Liebe, wenn er ihre Gedanken im Kopf nicht lesen kann. Ich nenne das "Glaskopf-Syndrom". Dieses typische Verhalten zwischen Partner hat nicht zwingend etwas mit fehlender Bereitschaft zu tun oder Nicht-Wollen. Sicherlich ist der Wunsch, in einer Partnerschaft angemessen in seinen Bedürfnissen gesehen zu werden, berechtigt. Doch die Forderung nach allumfassender Telepathie ist ein zu hoher Anspruch. Wer ahnt denn immer gleich, dass die Freundin am Morgen noch mehr Kuscheln braucht, wenn sie da so im Bett neben einem liegt und sich nichts sehnlicher wünscht, als die Initiative des Freundes, sie noch einmal leidenschaftlich zu küssen. Woran kann man erkennen, das hinter dem Satz "Ich vermisse dich" Angst und Unsicherheit bei einem der Partner steckt, obwohl der andere sich seiner Gefühle und Liebe zu ihm sicher ist und diese seiner Meinung auch genug zeigt.
Wir erwarten häufig sehr viel von unserem Partner. Geht es um Gefühle, erwarten wir vieles implizit, ohne es klar zu sagen. Die meisten Partnerschaften scheitern an unterschiedlichen Erwartungen und vor allem an unausgesprochenen! Aber warum äußern viele ihre Erwartungen nur zögerlich? Dahinter steckt meist die Angst, den anderen unter Druck zu setzen. Aber auch, mit der Äußerung als Kritik und Forderung wahrgenommen zu werden und dadurch in die Konfrontation zu gehen. Das schafft Distanz, die wir nicht wollen. Besonders aber graut es uns davor, mit unseren Wünschen und Bedürfnissen nicht verstanden, im schlimmsten Fall sogar zurück gewiesen zu werden. Das kränkt und verletzt. Und verunsichert, dem anderen das nicht wert zu sein.
Doch was ist der Preis, still und leise zu hoffen, gehört, gesehen und wahrgenommen zu werden? Innere Unzufriedenheit. Zudem nimmt es dem Partner die Möglichkeit, sich damit auseinanderzusetzen, darüber zu reflektieren oder gar einsichtig anders zu verhalten. Bleibe ich still, lasse ich diese Chance ungenutzt. In Folge wächst meine Unzufriedenheit und ich setze die Beziehung zunehmend aufs Spiel. Die innere Dissonanz raubt auf Dauer zuviel Energie. Anstatt mit dem Partner in die Klärung zu gehen, warten viele zu lange, Fronten verhärten sich, negative Sichtweisen engen den Blick ein und lassen kaum mehr positives Erleben zu. Der subjektiv gefärbte Blick sucht nur noch nach Bestätigung für das negative Gefühl. Eine gefährliche Dynamik. Einige sehen im heimlichen Ausbrechen eine Lösung, suchen sich Ersatzbefriedigung oder steigen aus der Beziehung aus, wenn die Kränkung unaushaltbar scheint.
Bevor es soweit kommt, ist der konstruktivere Weg, vorher "Das wünsche ich mir - Schild" deutlich hochzureißen. Also: Appelle klar formulieren, sagen, was man braucht und was einem fehlt, nicht erwarten, der andere ließt Gedanken. Schließlich ist das Weg und Chance, mehr von einander zu erfahren. Und im besten Fall ist das Gewünschte sogar deckungsgleich mit den Bedürfnissen des Partners.
Geschrieben am 21.08.09 um 10:10 Uhr

Unser Körper zeigt an, wie wir uns fühlen. Wer gut gelaunt ist, der flirtet erfolgreicher. Also sollten wir vor allem versuchen, in guter Stimmung zu sein, wenn wir mit jemandem Kontakt aufnehmen wollen.
Ist die Lösung also, sich in gute Laune zu bringen? Das klingt nach einem gekünstelten Unterfangen, und jede dahingehende Bemühung wirkt sich zunächst unnatürlich auf uns aus und ist wenig Erfolg versprechend. Doch zum Glück ist es mit einfachen Mitteln möglich, die eigene Stimmung positiv zu beeinflussen. Wie eine BBC-Studie zeigt, wirkt ein offenes, spielerisches Verhalten extrem anziehend auf andere. Das entsteht dadurch, dass die für andere offene Person sich quasi benimmt, als sei sie bereits in Kontakt. Wenn Sie irgendwo zwei Menschen beobachten können, die miteinander in lebhaftem Kontakt sind, und daneben jemanden sehen, der allein ist, werden Sie vermutlich feststellen, dass die Personen im Kontakt attraktiver wirken. Achten Sie einmal bei Ihrem nächsten Party- oder Clubbesuch auf die unterschiedliche
Wirkung der Körpersprache. Wie wir wissen, kann das Gehirn nur schlecht zwischen Vorstellung und Realität unterscheiden. So, wie sich unser Pulsschlag bei einem Thriller, Horrorfilm oder einem schlechten Traum erhöht, obwohl wir in Sicherheit sind, kann uns auch eine lebhafte Vorstellung oder Erinnerung in eine gewisse Stimmung versetzen. Eben diese Abläufe können wir uns zunutze machen. Wenn Sie sich bei künftigen Begegnungen, sei es beim Flirten, Ausgehen, Tanzen oder auch im beruflichen Umfeld positiv aufladen möchten, um eine gewinnende, offene Ausstrahlung zu erlangen, dann sollte Sie mit der folgenden Übung zur Autosuggestion einsteigen.
Wenn Sie mögen, schließen Sie für diese Übung die Augen. Das hilft Ihnen dabei, sich zu konzentrieren und Ihre Gefühle stärker wahrzunehmen. Erinnern Sie sich nun an ein wirklich schönes und lustiges Erlebnis mit Freunden aus der letzten Zeit. Oder stellen Sie sich vor, wie Sie einen sehr anregenden Abend mit einem spannenden Menschen verbringen. Malen Sie sich das Bild nun in allen Farben aus. Die Stimmung ist fröhlich, die Menschen um Sie herum sind heiter und ausgelassen. Alle fühlen sich gut. Die Laune und die Witze Ihrer Freunde bringen Sie zum Lachen, Sie schmunzeln. Und dann die herrliche Szene, als Ihr Tischnachbar mit der Krawatte in der Rotweinsoße hing und dabei ganz wichtige Lebenserkenntnisse von sich gab. Lassen Sie die Bilder dieser Szene auf sich wirken und fühlen Sie, wie sich Ihre Stimmung hebt. Vielleicht müssen Sie beim Gedanken daran ja sogar schmunzeln. Halten Sie diese Stimmung eine Weile fest. Spüren Sie in Ihren Körper hinein. Genießen Sie diesen Moment, holen Sie dreimal tief Luft. Öffnen Sie nun wieder die Augen.
Haben Sie die Veränderung gespürt? Diese Form der positiven Selbstbeeinflussung können Sie jederzeit für sich nutzen. Je öfter Sie diese Technik einsetzen, umso schneller können Sie entsprechende Bilder abrufen und überall und jederzeit Ihre Stimmungslage verändern. Dafür benötigen Sie bald nur noch einen kurzen Gedanken, und schon befinden Sie sich wieder in einer positiven Grundstimmung. Sie glauben es nicht? Probieren sie es aus.
Das geht einfach zu weit: Handyspionage
Geschrieben am 14.08.09 um 10:40 Uhr

Da liegt es nun das Handy. Mitten auf dem Tisch. Und sie ist die bestellte Sushiplatte abholen. Keine Tastensperre, kein Geheimcode. Drei SMS sind kurz vorher eingetroffen. Da hat sie nur kurz reingeschaut und es kommentarlos zur Seite gelegt. Ist ja ihr gutes Recht, nichts zu sagen, von wem die sind.
Aber irgendwie war ein bisschen Spannung im Raum. Einbildung oder ist was dran? Die Chance ist ideal, in das Handy zu schauen und nachher unbemerkt zurück zu legen. Doch wie reagieren, falls ein fremder Absender oder ein verdächtiger Inhalt zu lesen ist? Außerdem ist es eine drastische Grenzüberschreitung, dass Vertrauen des anderen so zu missbrauchen. Was also tun? Der ein oder andere hat sicher schon einmal den Moment der Versuchung gespürt. Für die Beziehung von Karsten und Emma war es der Anfang vom Ende, wie er mir beim Telefon-Coaching berichtet hat. Er bereute es bitter, seinem Misstrauen nachgegangen zu sein und den Moment der Abwesenheit genutzt zu haben.
Was er las, war wenig aufschlussreich, hinterließ jedoch ein mulmiges Gefühl. Ein Alex hatte geschrieben, dass sie alles so machen, wie von ihr vorgeschlagen und sie sich Freitagmittag treffen. Emma kam mit dem Essen wieder, doch Karsten konnte den Stimmungswechsel schwer verbergen. Emma merkte das, sprach ihn an, was los sei, aber Karsten wiegelte ab. Der Abend verlief angespannt und zum Schluss wurde über das Fernsehprogramm gestritten. Als sie im Bett lagen, wollte sich Karsten an Emma kuscheln, sie drehte sich genervt weg. Das passte in Karstens negative Gedanken und es platzte aus ihm heraus: "Wer ist eigentlich dieser Alex?" Auch wenn er Emma heute glaubt, dass es nur ein Freund der Arbeitskollegin ist, der ihr Tipps für die Fremdsprachenreise geben wollte, hat seine Grenzüberschreitung Emma so verletzt, dass sie sich trennte.
In den meisten Fällen gehen Misstrauensgefühle oder Eifersuchtsdramen einer Handyspionage voraus. Sie kann unterschiedliche Schweregrade annehmen: Entweder der Blick ins Handy, meist mit Zugriff auf ein Sammelsurium privater Daten, das Installieren von Schnüffelsoftware, die SMS und andere Daten ungemerkt weiterleitet oder die Überwachung durch Ortungssysteme, dass der momentane Aufenthaltsort des Partners gesendet wird. Für viele fängt die Grenzüberschreitung bereits beim ersten Zugriff auf die privaten Daten an und wird als starke Enttäuschung sowie Vertrauensbruch empfunden. Man weiß nun, dass der Partner einem weder ganz vertraut noch vor diesem Schritt zurückschreckt. Besonders schlimm wird dies erlebt, gibt es nichts zu verbergen und keinen Anlass für diese misstrauischen Gefühle. Sie sind Kopfgespenster und Unsicherheiten des Partners, die allein in ihm herrschen. Fliegt eine harmlosere Handyspionage, wie ein Blick in die SMS auf, kann dies Grund sein, über die Herkunft der unguten Gefühle zu sprechen und daraus bestenfalls sogar eine konstruktive Klärung zu finden. Offenbaren sich dabei jedoch übertriebene Misstrauensgefühle dem Partner gegenüber, die aufgrund eigener Bindungsängste resultieren, wird es für den kontrollierten Partner schwer, diese gänzlich auszuräumen.
Jenseits jeder persönlichen Grenze und moralischen Empfindens: Wer den untreuen Partner über installierte Software auf dem Handy oder Ortungssysteme bespitzelt, macht sich in Deutschland strafbar. Selbst das Entdecken eines bösen Betrugs kann einen davon nicht freisprechen. Jeder sollte sich also gut überlegen, welche Konsequenzen der Blick in das fremde Handy haben könnte und ob es zunächst keinen anderen Weg gibt, Licht hinter solche Misstrauensgefühle zu bringen.
Ständige Nörgelei - schleichendes Gift für jede Beziehung
Geschrieben am 07.08.09 um 09:50 Uhr

Nun hat sie es ihm schon 365 Mal gesagt, den Arm beim Essen bitte zu heben und die Serviette zu benutzen, doch sie erntet nur: "Lass mich so sein, wie ich bin. Ich sage doch auch nichts, wenn du jeden Morgen das Badezimmer anderthalb Stunden blockierst." Die Gegenrechnung ist kein Trost.
Zurück bleibt das Gefühl, er könnte es wenigstens mal ihr zu Liebe tun. Auch dass er immer den Toilettendeckel offen lässt, zieht ihr jedes Mal den Magen zusammen. Wie oft sie das schon angesprochen hat. Außerdem wünscht sie sich, dass er beim Treffen mit Freunden nicht immer wie ein stummer Fisch am Tisch sitzt. Was macht das denn für einen Eindruck bei ihren Freunden? Obwohl sie weiß, dass es jedes Mal zu schlechter Stimmung führt, kann sie sich nicht auf die Lippen beißen und spricht die Situation spätestens auf dem Heimweg an. Geändert hat es bisher nichts...
Warum nörgeln wir immer wieder am Partner herum? In Nörgeleien können aktuell nicht erfüllte Erwartungen an den Partner ausgedrückt werden, aber auch Unzufriedenheit mit der Partnerschaft im Allgemeinen. Der zuletzt genannte Grund ist beziehungsgefährdender. Wenn nach der akuten Verliebtheit die "Entzauberung" des Partners erst einmal statt gefunden hat, treten die kleinen Fehler und Macken des Liebsten in ungeschminkter Klarheit ans Tageslicht. Für einige Partnerschaften wird das zur Zerreißprobe. Oft haben diese Partner schon von Anfang an Eigenschaften und Verhaltensweisen bei ihrem Gegenüber gesehen, die sie schwierig fanden. Jedoch hielt man sich für anpassungsfähig, hoffte auf Veränderung und vertraute auf das Motto: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Die Strategie geht nur leider selten auf. Zur Veränderung gehören Einsicht und Motivation. Durch Druck von außen ist wenig zu bewirken.
Wer am Anfang einer Beziehung großzügig einige schwer vereinbare Dinge in Kauf nimmt und hofft, seinen Partner in Zukunft "hoch" zu erziehen, der hat eine ungleiche Rechnung aufgemacht. Die führt kaum zu Erfolg, aber garantiert viele Streitigkeiten. Denn ständige Nörgeleien sind für die meisten schwer auszuhalten. Sie werden als Kritik, Angriff, Vorwurf oder Verletzung empfunden. Wenn wir diese negativen Gefühle an uns heran lassen, fühlen wir uns abgewertet oder in Frage gestellt. Je nach Persönlichkeit, eigenem Befinden und wie stark das Selbstwertgefühl ausgeprägt ist, beziehen wir Nörgelei auf uns selbst. Im besten Fall lassen wir sie als ungerechtfertigt an sich abprallen. Selbst wenn der Selbstschutz gut funktioniert, ist ständig geäußerte Unzufriedenheit Gift für eine Beziehung. Schließlich sehnen wir und nach Anerkennung und wollen geliebt werden, so wie wir sind und nicht nachträglich in eine Wunschform gepresst werden.
Wer dauernd seinen Partner zurechtweist, drückt damit aus, seinen Partner nach den eigenen Erwartungen verändern zu wollen. Doch sollte eine Partnerschaft durch Akzeptanz und Toleranz bestimmt werden. Wer auf Dauer in einer Partnerschaft nicht bekommt, was er sich vorstellt und braucht, um glücklich zu sein, wird auch nicht mit Druck auf den Anderen den gewünschten Erfolg erzielen. Da bleiben nur zwei Lösungen: Entweder an der eigenen Toleranz und den Ansprüchen arbeiten oder sich eingestehen, dass man die falsche Partnerwahl getroffen hat. Dann bleibt in den meisten Fällen nur die Trennung, außer man findet im Gespräch einen kompromissfähigen Weg miteinander...
Urlaubszeit - Flirtzeit. Doch was bleibt..?
Geschrieben am 03.08.09 um 11:02 Uhr

"Ich verstehe mich selbst nicht mehr, alle Signale standen doch auf verliebt." Mit diesen Worten rief mich eine Klientin an, die um einen Termin bat. Was war passiert? Gerlinde (36 Jahre) hatte ihren Urlaub an der Cote d'Azur verbracht.
Ein traumhafter Urlaub und das i-Tüpfelchen war Torsten, ihr Souvenir, das sie sich im Urlaub gegönnt hatte.
Sie hatte den Immobilienmakler bei einem Segeltörn kennengelernt und beide haben leidenschaftlich miteinander geflirtet. Glücklicherweise recht zu Beginn ihres Urlaubs und so hatten sie Gelegenheit, ihren Flirt zu vertiefen und viel gemeinsam zu unternehmen. Toll war das, die Stimmung war so locker, sie hatten unendlich viel Spaß. Nach zwei Wochen ging es nach Hause, Torsten flog nach Bremen zurück, Gerlinde hatte noch eine Woche bei Freunden in Zürich vor sich, bevor die Arbeit in Berlin rief. Längst war ein Wiedersehen vereinbart, direkt das erste Wochenende nach ihrer Rückkehr. Torsten hatte sie nach Bremen eingeladen. Aufgeregt fuhr Gerlinde die 400 km in den Westen. Drei Tage später auf dem Heimweg war sie sehr nachdenklich. Die Tage waren ok, aber plötzlich fühlte Gerlinde hinter der Verliebtheit eine gewisse Enttäuschung. Torsten war in seiner Umgebung gar nicht der lockere, unternehmenslustige Typ aus St. Tropez. Auch hätte sie ihm nicht diese spießige Einbauwand mit Glasvitrine zugetraut. Lässig mit Jeans und coolen Flip Flops hatte sie sich ein ganz anderes Ambiente bei ihm zuhause ausgemalt. Seine Restaurantüberraschung endete auch noch im Las Vegas Steakhouse, einer schrecklichen Systemgastronomie ohne Stil und Geschmack. Hatte sie sich so ein falsches Bild im Urlaub von Torsten gemacht oder machen wollen? Wir sprachen lange darüber und sortierten Gefühle und deren Entwicklung...
Urlaubsflirts sind eine ganz spezielle Kategorie für sich. Die Umstände im Urlaub sind sehr flirtförderlich. Weit weg vom Alltag, innerlich entspannt und in lockerer Atmosphäre an der Bar in lauer Nacht, ist man viel kontaktfreudiger und offener, Leute kennenzulernen. Die Sommerstimmung, das unbeschwerte Urlaubserleben fördert den Wunsch nach Amüsement und die Bereitschaft zum Flirten. Ein bisschen Schäkern macht Spaß und kann den Urlaub beleben. Jedoch lernen wir uns im Urlaub auf besondere Weise kennen. Wir erleben nur einen kleinen Ausschnitt unseres Gegenübers, losgelöst von Alltagssorgen, den typischen Routinen und Verhaltsmustern. Businessanzug wird gegen Bermudas eingetauscht, das Urlaubsbudget großzügig verprasst und der passionierte KiBa-Trinker wird zum spaßigen Cocktail-Schlürfer. Versuchen wir den Urlaubsflirt in den Alltag zu retten, kann es eher mal zu einer Bauchlandung kommen. Wir entdecken das zweite Gesicht des anderen und schnell zeigt sich, wie alltagstauglich unser Partyspaß ist. Wer hofft, am Strand die große Liebe getroffen zu haben, sollte seine Hoffnungen nicht allzu hoch hängen. Zum einen sucht nicht jeder im Urlaub eine langfristige Beziehung, sondern eher eine kurzfristige, auf den Urlaub beschränkte Liebelei. Zum anderen braucht eine Urlaubsverliebtheit einen Neustart im Alltag, bei dem sich zeigt, wie viel Substanz die Beziehung unter den alltäglichen Umständen hat. Das verlangt sicherlich ein bisschen Zeit und die sollte man sich auch geben.
Doch wer merkt, dass zuhause das anfängliche positive Bild verblasst und die Gefühle schwinden, sollte seinem Urlaubsflirt bald reinen Wein einschenken. Am besten natürlich bei einem persönlichen Treffen. Ist das zu aufwendig, weil der eine in München, der andere in Flensburg wohnt, ist es ratsam, einen ausführlichen Brief zu schreiben. Erklären Sie ehrlich, warum Sie diese Beziehung nicht mehr möchten. Machen Sie ein Gesprächsangebot, wann Sie ein längeres Klärungsgespräch am Telefon führen könnten. Selbst wenn es bei einer Urlaubsliebe längst nicht so viel aufzuarbeiten gibt wie nach einer langjährigen Beziehung, ist es nur fair, sich den Fragen des Verlassenen zu stellen. Wenn er versteht, warum Sie sich so entschieden haben, kann er das Ende besser akzeptieren. Die räumliche Entfernung bietet die Chance, ganz schnell viel Abstand zu gewinnen und dieses zunächst schöne Kapitel mit einem Wehmutstropfen abzuschließen.
Beziehungsbooster Aufmerksamkeit
Geschrieben am 24.07.09 um 12:19 Uhr

Aufmerksamkeit und kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Auch wenn das wie ein abgedroschener Spruch klingt, in diesen Worten liegt viel Wahrheit. Und ein wertvolles Rezept, zwischenmenschliche Beziehungen zu bereichern.
Jeder braucht das Gefühl, gesehen und geschätzt zu werden. Die einen mehr, die anderen weniger. Gut tut es allemal, spürt man, dass sich jemand Gedanken um einen macht und Aufmerksamkeit schenkt. Ignoranz ist das schlimmste. Noch schlimmer als negative Zuwendung, sagen Experten.
Was ist also dran an ein bisschen Aufmerksamkeit? Wir drücken damit aus, dass wir unseren Gegenüber registrieren. Je nach Maß der Aufmerksamkeit können wir fühlen, dass wir ihm auch wichtig sind. Aufmerksam zu sein, bedeutet, den anderen wahrzunehmen, sich mit ihm zu beschäftigen, sich für ihn zu interessieren. Wie geht es ihm, was würde ihm gut tun, was denkt er wohl? Ich richte meinen Blick auf ihn, investiere damit auch Energie, die ich weg von mir ziehe und für den anderen verwende. Das ist ein kleines Geschenk. Weil es mit geben zu tun hat. Schließlich wird deshalb eine kleine Geste, ein kleines Geschenk, ein Mitbringsel als kleine Aufmerksamkeit bezeichnet.
Um den materiellen Wert geht es dabei nicht, sondern um das Zeigen, inwieweit man sich mit dem anderen beschäftigt, sich Mühe macht, sich in ihn hineinzufühlen. Das macht das Besondere. Erleichternd, dass Aufmerksamkeit schenken das eigene Portemonnaie nicht schröpft. Eigentlich muss man nur bereit sein, den Fokus von sich selber wegzunehmen und auf seine Liebsten oder sein soziales Umfeld zu richten. In einer Beziehung - sei es eine Partnerschaft, Freundschaft oder sogar eine kollegiale Beziehung - wird mit der Zeit vieles selbstverständlich, geht der Blick für Kleinigkeiten verloren, der sogenannte Gewöhnungseffekt. Für alle Beziehungen wirkt es belebend, wieder mit mehr Energie und neuem Blick Aufmerksamkeit zu schenken.
Wie gesagt, für dieses Lebenselixier muss gar nicht viel Zeit oder Geld investiert werden. Gerade die kleinen Nettigkeiten, die den anderen zeigen, dass Sie an sie denken und für sie da sind, sind wirkungsvoll: Dem Bruder eine E-Mail mit einem netten Familienfoto schicken, der Partnerin abends ein Bad einlassen, für den Nachbarn die Zeitung mitbringen oder dem Kollegen an einem stressigen Morgen ein aufmunterndes Lächeln schenken und einen Kaffee holen. Überlegen Sie, worüber Sie sich freuen würden - und tun Sie genau das für die Anderen. Und denken Sie daran, auch wenn Sie selber nicht der Fan von kleinen Geschenken dieser Art sind, gehen Sie nicht davon aus, dass es Ihrem Gegenüber genauso geht. Ihre Partnerin oder Ihr Partner braucht vielleicht viel mehr davon als Sie und fühlt sich auf diese Weise besonders geliebt.
Liebe unter Verwandten - wenn der Cousin mit der Cousine...
Geschrieben am 17.07.09 um 10:59 Uhr

Das nenne ich, richtig baff erstaunt gewesen zu sein. Gestern hatten wir Teamsitzung in der Praxis, in der ich hier in Hamburg arbeite. Beim anschließenden Klönschnack (wie die Norddeutschen so schön für lockere Plauderei sagen) erwähnte meine Kollegin, dass sie am Wochenende bei einer Hochzeit eingeladen sei.
Eine Cousine von ihr heiratet ihren Cousin. Es wäre auch schon Nachwuchs im Bauch. Einen Moment wurde es ganz schön still im Raum, bis der erste verlegen sagte: "Ach, dass ist ja spannend." Ich musste mich auch einen Moment konzentrieren, um diese Konstellation der Liebe auf mich wirken zu lassen.
Da meldete sich bei mir der Verstand und rief mir erleichternd ins Bewusstsein: Die Heirat zwischen Cousin und Cousine ersten Grades ist in Deutschland und vielen europäischen Ländern schon seit langer Zeit gesetzlich erlaubt ist. Und: Die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit einer Behinderung zu bekommen, steigt lediglich von 2 auf 4 Prozent, wenn die Eltern Cousin und Cousine sind (die Chance ein gesundes Baby zu bekommen, liegt also bei 96 Prozent). Obwohl völlig im gesetzlich grünen Bereich hat eine Liebe unter Familienmitgliedern schnell den schalen Beigeschmack, verboten oder als eine Art von Inzest verrufen zu sein. Viele Menschen reagieren mit Vorurteilen solchen Paaren gegenüber, sind irritiert oder schockiert und wissen sich nicht zu verhalten. Oft werden sie ausgegrenzt und gemieden. Das liegt sicher zum einen daran, dass eine Partnerschaft unter Familienmitgliedern eher die Ausnahme ist. Meist lässt man Gefühle in einer solchen Konstellation nicht zu oder unterdrückt sie, weil es die eigene Moral verbietet und eine derartige Liebe gesellschaftlich verpönt ist. Trotz solcher Zweifel und Tabus kommt es aber immer wieder zu einer Anziehung unter Familienmitgliedern. Wenn ich zurückblicke, erinnere ich, dass eine Freundin von mir den ältesten von den drei Jungs ihrer Tante vor vielen Jahren im Toskanaurlaub auch ganz anziehend fand. Na, gut, sie war damals 16 und er 19 Jahre ? könnte man also als pubertäre Schwärmerei abtun. Aber nach ihrem Bericht zufolge haben die beiden miteinander geflirtet und sich bei der Nachtwanderung verdächtig eng eingehackt. Doch hat ihre Moral und Erziehung aufkommende Zuneigung schon im Keim erstickt, bevor sie überhaupt die Chance hatte, bewusst zu werden. Ich denke, dass es den meisten so gehen würde: Aufkommende Verliebtheitsgefühle werden eher verdrängt, hat man Angst "unnormal" zu sein und auf viel Ablehnung im sozialen Umfeld zu stoßen.
Ist es daher besser diese Gefühle für sich zu behalten, oder kann es gut sein, sie auszuleben? Ich denke, bei diesem Thema ist besonders viel Sensibilität und Weitsicht gefragt. Ob man eine solche Liebe verleugnet oder leben will, hängt ganz davon ab, wie klar und selbstbewusst man damit umgeht. Ob man seine moralischen Zweifel überwinden kann und das Gegenüber dadurch nicht in eine Krise gezogen wird. Nicht jeder ist stark genug, Ablehnung aus der nahen Umgebung standzuhalten. Das Risiko der psychischen Belastung sollte unbedingt vorher abgewogen werden.
Und wenn der Mut und die Liebe größer als die Zweifel sind, stellt sich immer noch die Frage: Wie geht man damit um, wenn die Umwelt negativ reagiert? Sich gänzlich zurück zu ziehen, führt nur zur eigenen Isolation. Besser ist, seine Liebe selbstbewusst zu zeigen ohne jedoch in eine "jetzt-erst-recht"-Protesthaltung zu verfallen. Ratsam ist, verstärkt die Nähe der Menschen zu suchen, die genug Toleranz haben. Ansonsten hilft es, Berührungsängste anzusprechen, aufzuklären und Vorurteile abzubauen. In diesem Sinne: Wo die Liebe hinfällt...
Geschrieben am 10.07.09 um 14:08 Uhr

Den ganzen Abend auf einer Party gewesen und doch mehr allein als zu zweit. Gott sei Dank taucht der Kollege aus dem Controlling auf, mit dem man den ganzen Abend über das gerade implementierte System sprechen kann.
Nebenbei hält man sich an den Salzstangen fest, erleichternd, dass diese immer wieder von der Gastgeberin aufgefüllt werden. Aus dem Augenwinkel ist die nette Dunkelhaarige schon aufgefallen, aber ansprechen...auf keine Fall! Schon beim Gedanken erhöht sich der Puls, die Zunge wird trocken und man spürt die aufsteigende Röte. "Was mögen die anderen nur denken und was sagen." Ähnliche Symptome stellen sich bereits bei der Vorstellung ein, sie könnte ein Gespräch anfangen. Beste Strategie das zu verhindern: Rücken zuwenden, keinen Blick in die Richtung verschwenden, abweisend wirken...Um Mitternacht allein nach Haus mit Selbstvorwürfen, zum zigsten Mal versagt zu haben, aber auch mit den tröstenden Worten: Ich bin nun mal zu schüchtern...
Wirklicher Grund oder bloße Ausrede? Ich denke, sowohl als auch. Für Menschen, deren Schüchternheit in einem Maß ausgeprägt ist, dass sie zu gehemmt sind, in menschlichen Kontakt einzusteigen, empfinden ihr Verhalten als tatsächliche Qual. Andere erleben es eher als unangenehm, das Risiko auf sich zu nehmen, durch Initiative einen Korb einzufangen. Das kratzt am Selbstwertgefühl. Ist das verunsichert, kann das Zurückfallen in die Schonhaltung der Schüchternheit hilfreich erscheinen.
In vielen Umfragen (gibt auch eine von ElitePartner, Gründe fürs Singledasein) wird Schüchternheit als einer der häufigsten Gründe genannt, ungewollt Single zu sein. Was Schüchterne schmerzt, ist der Konflikt zwischen Annäherung und Vermeidung: Sie möchten gern auf andere zugehen und möchten akzeptiert und geschätzt werden. Aber sie fürchten die Risiken, die damit einhergehen. Schüchternheit ist jedoch keine Krankheit und nur zu einem geringen Teil ein angeborener Charakterzug. Sie ist vielfach eine erlernte Verhaltensweise. Und damit gleich die gute Botschaft: Diese Verhaltensweisen können wieder verlernt und durch Geeignetere ersetzt werden. Schüchterne haben die Kontrolle verinnerlicht, die in der Regel von Eltern, Lehrern, Vorgesetzten ausgeübt wird: Es ist besser, nicht aufzufallen! Sie sehen sich ständig mit den Augen der anderen und sind selbst ihre schärfsten Kritiker. Dieser Hang zur vorauseilenden Selbstbeobachtung wirkt hemmend und nimmt jede Spontaneität im Umgang mit anderen Menschen: Was wird der oder die bloß von mir denken? So nehmen zurückhaltenden Menschen soziale Signale sehr wohl war. Allerdings interpretieren schüchterne Menschen diese meist negativ. Das führt langfristig oft zu einer selbst erfüllenden Prophezeiung. Da zurückhaltende Menschen nach Außen oft nicht unsicher, sondern desinteressiert oder arrogant wirken, nehmen andere zudem weniger Kontakt mit ihnen auf und der Schüchterne bekommt so - ungewollt - seine Weltsicht bestätigt.
Kaum jemand empfindet seine Hemmungen als etwas Positives: Sie sind eine Belastung, die man gerne los wäre. Schüchternheit lässt sich jedoch überwinden - nicht sofort und nicht so einfach. Es hilft, wenn man ihre Fallen durchschaut und sich immer wieder ins Testgelände des sozialen Lebens begibt. Schüchterne können diesen Teufelskreis an zwei Stellen durchbrechen - bei der Interpretation und ihrem Verhalten: Hilfreich ist, konsequent alle Signale von Menschen einem selbst gegenüber positiv zu werten, denn Realität entsteht nur im Kopf! Letztlich geht es nur darum, anderen überhaupt zu ermöglichen, mit einem in Kontakt zu kommen. Schüchterne Menschen nehmen sich viele Möglichkeiten sich auszuprobieren. Sicherheit erwirbt man durch Praxis. Am besten ist es, gemeinsam mit einer vertrauten Person zu üben, unverbindlich mit Menschen ins Gespräch zu kommen, bis man sich dabei mehr und mehr entspannen kann. Wer diesen Weg nicht alleine schafft, kann auf Angebote wie Persönlichkeitscoaching oder Flirtseminare zurückgreifen.
Tipps zum Profil: Zu viel Ich oder zu viele Sehnsüchte?
Geschrieben am 03.07.09 um 12:14 Uhr

Es macht mich glücklich, wenn...
Ein ideales Wochenende ist für mich, wenn...
In fünf Jahren möchte ich...
Wenn ich mir einen Traum erfüllen könnte, dann...
Typische Fragen in Profilen bei der Online-Partnersuche, bei denen durch die Blume oder sehr direkt Wünsche und Erwartungen an einen Partner in das eigene Profil einbaut werden können. In der Art und Weise, wie Sie Ihre Vorstellung von einem perfekten Wochenende beschreiben oder auf die Frage "In fünf Jahren möchte ich..." antworten, können Sie Auskunft über eine gewisse gemeinsame Lebensweise geben und ausdrücken, was Ihren zukünftiger Partner erwarten würde, lässt er sich auf Sie in einer Beziehung ein. Wer in der Rubrik "Wenn ich mir einen Traum erfüllen könnte, dann..." schreibt: "...wäre es mir beruflich und finanziell gelungen, eine Weltreise machen zu können. Am liebsten würde ich mit einem Mann auf Reisen gehen, mit dem ich schon einige Jahre in einer glücklichen, stabilen und respektvollen Partnerschaft lebe. Aber vielleicht entstehen zusammen ganz andere Träume. Das fände ich spannend." sagt sehr viel über sich und seine Bedürfnisse aus.
Deutlich wird, dass es ein eigenständiges Leben gibt mit klaren Wünschen, gesteigert werden kann dies an der Seite mit einem Partner. Die Bereitschaft, alte Träume zu verwerfen und neue zu gestalten, lässt Offenheit und Flexibilität durchscheinen. Ein Signal an einen zukünftigen Partner, dass es keine starren Vorstellungen gibt, dass Gemeinsamkeiten im Vordergrund stehen und zum Ausdruck gebracht wird, dass er eine intensive Rolle im Leben diese Frau einnehmen kann.
Für Männer ist es wichtig im Profil zu entdecken, in welcher Weise sie im Leben der neuen Partnerin ankern können. Das gilt besonders für die Generation 50 plus. Denn Frauen in diesem Alter haben sich zumeist erfolgreich beruflich und privat etabliert, fühlen sich in den eigenen Wänden und mit ihrem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis recht wohl. Eigentlich fehlt nur der Partner zum Glück. Diese Unabhängigkeit und persönliche Zufriedenheit ist ein sehr wertvoller Zustand. Dennoch fühlen sich manche Männer dadurch verunsichert, lesen sie in Profilen nur Aussagen, die sich um das eigene Leben drehen und an keine Stelle das zukünftige "Wir" ansprechen oder durchblitzen lassen. Da drängt sich schneller mal die Frage auf, wo sie im Leben dieser Frauen überhaupt eine Rolle spielen können. Aber Vorsicht: Beim Thema Selbständigkeit und Gemeinsamkeit ist die richtige Balance gefragt. Thematisieren Sie Ihren Wunsch nach einem Partner nicht in jeder Ihrer Antworten, denn das wirkt allzu sehnsüchtig und insofern abschreckend.
Grundsätzlich ist es unerlässlich, das Profil dahingehend zu überprüfen, ob es einem gerecht wird: Wie wirken Sie auf andere? Wer könnte sich von Ihrem Profil angezogen fühlen. Besonders Frauen, die sich im Beruf durch Kompetenz und Durchsetzungsvermögen profilieren, wirken oft sehr selbstbewusst und tough. Und dadurch ziehen sie vor allem nähebedürftige Männer an. Dabei wünschen sich diese Frauen ebenfalls in manchen Situationen eine Schulter zum Anlehnen. Dies sollte im Profil zu lesen sein. Es ist nicht widersprüchlich, Wünsche nach Unabhängigkeit und gleichzeitig nach Nähe und Versorgung zu äußern. Wie wir uns im Beruf geben, so müssen wir nicht in der Beziehung sein. Wichtig ist also, seine Persönlichkeit mit allen Facetten zu beschreiben und dadurch den anderen zum Kennenlernen einzuladen.
Wenn es einfach nicht funkt...
Geschrieben am 26.06.09 um 10:16 Uhr

Gestern war das dritte Treffen mit Frank. Genauso wie die beiden Male davor ist es gelaufen. Toller Abend, viel gelacht, bis in den späten Abend geplaudert. Doch etwas ganz entscheidendes fehlte wieder.
Es hat nicht "Klick" gemacht. Frau H. kann sich das nicht erklären. Sie berichtet mir in unserem Gespräch, dass eigentlich alles zu stimmen scheint. Frank spricht sie äußerlich an und was sie bisher in Emails, Telefonaten und in den drei Treffen von ihm erfahren hat, findet sie interessant. Dennoch fühlt sie sich von ihm nicht körperlich angezogen, fehlt jedes Prickeln. Sie merkt, wie sie kein Bedürfnis hat, ihn zu küssen oder zu berühren. Er ist ihr überaus sympathisch, sie könne sich vorstellen, sich mit ihm noch oft zu treffen. Aber sie sucht einen Partner, Frank landet immer mehr in der Freundschaftsschublade.
Frau H. macht sich Vorwürfe, es könne an ihr liegen, sie würde sich vielleicht innerlich blockieren. Doch dafür gibt es keinen Grund. Die letzte Beziehung ist verarbeitet, zurzeit läuft beruflich wie privat alles rund, sie fühlt sich wohl in ihrer Haut und weiß aus den letzten Beziehungen, dass sie sich auf eine Partnerschaft einlassen kann. Jedoch funkt es nicht, wenn sie Frank trifft. Das enttäuscht sie sehr, so was hatte sie noch nie.
Auch wenn es schade ist und so viele Voraussetzungen stimmen, kann das passieren. Verlieben ist keine Entscheidung des Kopfes, sondern ein hochkomplexer Prozess. Verschiedene wissenschaftliche Disziplinen wie Psychologie, Evolutionsbiologie und Soziologie versuchen das Geheimnis zu lüften. Doch es scheint trotz aller Erkenntnisse über biochemische Prozesse im Kopf und im Körper immer noch ein Rätsel zu sein, wie es in einer konkreten Situation dazu kommt, dass sich eine Person in ihr Gegenüber verliebt. So verlieben wir uns nach Meinung des Sozialpsychologen Manfred Hassebrauck nicht, weil biochemische Prozesse ablaufen. Die laufen ab, weil wir uns verlieben. Das beschreibt er ansprechend in seinem Buch: Warum wir aufeinander fliegen. Strategisch und systematisch können wir das Verlieben also nicht angehen. So gerne wir das Schicksal in die Hand nehmen würden und uns wie Frau H. bewusst verlieben wollten, es geht nicht, ohne sich selber etwas vorzumachen. Wir müssen hinnehmen, dass sich Verlieben unserer Kontrolle entzieht. Denn zusätzlich zur Sympathie kommt beim Verlieben ja noch körperliche Erregung dazu, die wir nicht steuern können.
Was kann Frau H. also tun? Ich rate ihr, sich ruhig weiter mit Frank zu treffen, wenn sie sich damit gut fühlt und sie an einer Freundschaft interessiert ist. Doch ganz wichtig ist, dass sie bei Frank keine falschen Hoffnungen weckt oder ihn hinhält. Bei einer der nächsten Treffen sollte sie offen über ihre Gefühle sprechen, ehrlich aber diplomatisch. Somit kann Frank entscheiden, ob er weiter Nähe möchte oder Abstand braucht. Doch wer weiß, vielleicht wird es Liebe auf den zweiten Blick...
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Hübscheste...
Geschrieben am 16.06.09 um 17:46 Uhr

Entschlossen, die Partnersuche nun aktiv in die Hand zu nehmen. Die Anmeldung war ein Klacks, der Test ist beantwortet, nun sollen noch mit Elan die letzten Fragen des Profils ergänzt werden, somit auch die Angaben zum Aussehen. Größe, Augen- und Haarfarbe stellt keine unlösbare Aufgabe dar.
Kann man zur Not im Personalausweis nachlesen. Wie aber soll ich meine Figur und mein Äußeres beschreiben? Das soll schließlich positiv und für mich werbend, jedoch ehrlich sein, um nicht falsche Erwartungen zu schüren, die beim ersten Date durch den Realitätscheck wie eine Seifenblase zerplatzen.
Für viele ist dieser Balanceakt zwischen "zuviel" im Spiegel sehen oder zu kritisch mit sich ins Gericht gehen, nicht leicht. Sich selbst mit Worten zu beschreiben, kann herausfordernd sein. Besonders weil Attraktivität abhängig vom individuellen Geschmack ist und immer der Subjektivität unterliegt. Das Ganze charmant auszulassen und zu überspringen ist keine Lösung. Das Aussehen spielt bei der Partnersuche eine große Rolle - und das durch alle Generationen hindurch. Daher sollte jeder sein Äußeres in ein paar Worten darstellen. Über- oder untertreiben Sie dabei jedoch nicht. Meiden Sie Allgemeinplätze wie "vorzeigbar" oder "gut erhalten für mein Alter". Besser ist es, konkret zu werden. Wie Sie das machen sollen? Wenn Ihnen nicht gleich die Worte in den Kopf schießen, werfen Sie einen Blick in den Spiegel. Am besten natürlich an einem Tag, an dem Sie mit sich im Reinen sind und schon morgens beim Aufstehen merken, dass Sie sich gut fühlen. Das gilt sowieso grundsätzlich für das Ausfüllen des gesamten Profils. Am besten seine persönliche Visitenkarte nur dann erstellen, wenn die Stimmung positiv ist und Sie sich wohl fühlen. Lächeln Sie bei der Selbstdiagnose Ihres Aussehens am besten Ihr Spiegelbild an, es lächelt hundert Prozent zurück. Schauen Sie ruhig einen Moment länger hin und versuchen Sie, verschiedene Perspektive einzunehmen.
Schreiben Sie anschließend auf, was Ihnen gefallen hat. Neben der Rubrik zu Ihrem Äußeren können Sie auch in "Das Besondere an mir..." zu Papier bringen, was Ihnen an sich selbst gut gefällt. Oder fragen Sie andere, was ihnen als erstes ins Auge sticht. Beschreiben Sie Ihren Stil, ob sportlich, modern, lässig oder feminin. Das macht Sie für Ihr Gegenüber erlebbarer. Vorteil: Sie müssen Ihr Äußeres noch nicht offenbaren, wenn Sie zu diesem Zeitpunkt kein Foto freigegeben haben. Schließlich können Sie ganz individuell wählen, ob Sie Ihr Foto gleich beim Erstkontakt präsentieren möchten oder erst später.
Überprüfen Sie Ihr Profil nach ein paar Tagen und von Zeit zu Zeit: Sind alle Angaben noch stimmig? Wird es Ihnen gerecht oder waren Sie zu streng mit sich? Vielleicht fühlen Sie sich nach dem entspannten Wochenende, dem Urlaub an der See oder dem "Anti-Alkohol-Monat" besser. Dann lassen Sie das unbedingt in Ihr Profil einfließen.
Sie können Ihre Erfolgschancen übrigens durch eine ständige Bearbeitung und Aktualisierung Ihres Profils erhöhen. Kleine wie große Veränderungen und neue Eindrücke halten das Profil aktuell und dynamisch. Und so machen Sie vielleicht auch Menschen auf sich aufmerksam, die Sie sonst womöglich nicht wahrgenommen hätten. Am besten also gleich mal nachschauen...
Geschrieben am 05.06.09 um 11:02 Uhr

20 Jahre nach der Einheit sind Ost-West Partnerschaften in Deutschland immer noch Seltenheit. Nur vier Prozent der Ehen werden zwischen einem Partner aus den neuen Bundesländern und einem aus den alten geschlossen.
Verrückt, nun ist die Mauer beinahe 20 Jahre Geschichte und dennoch gehören innerdeutsche Eheschließungen zur Ausnahme. Woran liegt das wohl? Wenn ich gefragt würde, ob ich ein Ost-West-Ehepaar kenne, müsste ich passen. Liegt aber auch daran, dass ich nicht mit Bestimmtheit die Herkunft aller meiner Bekannten wüsste. Unter meinen Freunden gibt es keine solche Liebeskombination. Gut, Paare ohne Trauschein kenne ich schon einige, bei denen einer von beiden aus dem Osten stammt.
Interessant, dass dem Ost-West-Thema eine andere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Denn das Ja-Wort wird zwischen Norddeutschen Frauen und bayrischen Männern ebenso selten gegeben. Das ist aber kaum eine Schlagzeile wert.
So ganz selbstverständlich ist es also immer noch nicht geworden, wenn sich Ost und West liiert. Nur am Wohlklang oder der empfundenen Disharmonie des Dialektes kann es bestimmt nicht liegen. Dennoch ist die Vorliebe für den Sprachklang nicht zu unterschätzen. Laut einer Studie der Online-Partnervermittlung Elitpartner zum Thema Dialekte wurde Sächsisch als unattraktiv empfunden. Das mag für einige Westohren gelten. Allerdings werden sicherlich aber auch extreme West-Dialekte in den Ohren vieler neuer Bundesländer Gänsehaut erzeugen.
Ein ganz profaner Grund für die seltenen Liebesverbindungen ist die regionale Verteilung. Selbst wenn in den Großstädten schnell das Gefühl aufkommt, dass hier kaum einer in der Stadt geboren ist, in der er lebt und man nur "Fremde" kennenlernen kann, so leben laut Statistischer Landesämter vier von fünf Deutschen nur wenige Kilometer von ihrem Geburtsort entfernt. Stellt sich die Frage, ob sich dieser Grund durch die boomende Online-Partnersuche auf Dauer verändern wird. Denn auf diesem Weg der Liebesanbahnung gibt es wenige regionale Grenzen, obwohl sich die meisten einen Partner wünschen, der in ihrem Umkreis lebt und vor Fernbeziehungen zurückschrecken. Bei der Partnersuche im Internet trumpfen jedoch andere Kriterien als die Herkunft auf. Bildung, Einkommen, soziales Prestige und Aussehen sind wichtig - egal ob im Osten oder im Westen. "Die meisten Ehen würden heute im gleichen sozialen Milieu geschlossen", so der Berliner Psychologe Thomas Kornbichler, der sich seit Jahren mit Lebensgemeinschaften zwischen Ost- und Westdeutschen beschäftigt.
Und das alles, obwohl man den ostdeutschen Männer und Frauen partnerschaftlich gesehen viel Gutes nachsagt. Männer und Frauen fühlten sich eher als Partner denn als Gegner, verhielten sich kameradschaftlicher miteinander, so der Leipziger Sexualwissenschaftler Kurt Starke. Zudem seien ostdeutsche Frauen kinderlieb und toleranter, wenn es um die Karriere, die berufliche Position und das Einkommen ihres Partners ginge. Männer aus dem Osten wären einer Berufstätigkeit und Karriere ihrer Partnerin sehr aufgeschlossen und bei der Kinderfrage und -erziehung bestände mehr Offenheit. Beide seien sie sexuell aufgeschlossen und bodenständig. Eigentlich ideal und somit doch Anlass, den Blick besonders in den Osten zu richten. Schließlich leiden doch einige gebildete, karriereorientierte und selbstbewusste Frauen darunter, mit dieser Biographie eher einen Partner zu verschrecken als anzuziehen.
Annahmen oder Vorurteile, dass charakterliche Andersartigkeit aufgrund der Gesellschaftssysteme und verschiedene Werte zu Passungsproblemen führen, sollten heutzutage kritisch in Frage gestellt werden. Denn zum einen gleichen sich die Werte und Lebensstile beider Landesteile immer mehr an. Zum anderen ist nun eine Generation im heiratswilligen Alter auf dem Partnermarkt, die durch die DDR nicht mehr bewusst sozialisiert wurde. Mag das Wertethema und die unterschiedlichen politischen Haltungen also für die Generation 40 plus vielleicht noch gelten, so können sich die 30 Jährigen oft kaum mehr an die "alten" Zeiten erinnern. Ähnliche Werte, Einstellungen zu Lebenszielen und Interessen sind ohne Frage eine gute Grundlage für eine harmonische Partnerschaft.
Diese Voraussetzungen können aber genauso unterschiedlich zwischen Ost und West wie zwischen Süd und Nord oder zwischen Frau und Mann sein. Es gilt, dies immer im Einzelfall herauszufinden. Kann man nur hoffen, dass unsere Bundeshauptstadt, in der die meisten deutsch-deutschen Paare leben, Vorbild für den Rest der Republik wird und anstiftet, über Barrieren im Kopf nachzudenken...
Glücklich zu zweit ein Leben lang?
Geschrieben am 26.05.09 um 12:10 Uhr

Einer für immer, einer für alles? Geht das überhaupt? Romantisches Ideal oder realistische Beziehungsperspektive?
Verliebte Partner erwarten heutzutage viel voneinander. Sie wünschen sich einen Partner, der Freund, Vertrauter, Ratgeber, Liebhaber, Gesprächspartner, Geheimnisträger, Versorger, Lebensinhalt und Unterstützer ist. Am liebsten möchte man mit dem Partner viel Zeit verbringen, ähnliche Einstellungen und Interessen teilen, sich anerkannt und geliebt fühlen, emotionale Zuwendung und Empathie erfahren, eine leidenschaftliche Sexualität leben, aber auch körperliche Nähe und Zärtlichkeit erfahren, sich materiell gegenseitig absichern, gemeinsame Lebensziele verfolgen und idealerweise die gleichen Lebensprojekte teilen. Die Liste würde sicher ohne Probleme erweitern, fragt man einmal genauer nach, was Frauen und Männer von einer Beziehung bzw. von einem Partner erwarten. Wer in sich hineinhört, kommt schnell ins Schwärmen und veranstaltet ein wahres Wunschkonzert.
Selbst nach ein paar gescheiterten Beziehungserfahrungen wird dieses Idealbild nicht großartig reguliert. Der Wunsch "Einer für immer, einer für alles" wird kaum in Frage gestellt und gilt immer noch als erstrebenswertes Beziehungsideal. Wer glaubt, dass dieses Ideal schon ewig alt ist, täuscht. Der Trend, alle verschiedenen Ebenen und Facetten des zwischenmenschlichen Miteinanders in einer Person zu realisieren, ist sozusagen eine "neuzeitliche" Beziehungsvorstellung. Befreit wurde die Partnerschaft in den letzten Jahrzehnten zunehmend vom Anspruch, gegenseitig das materielle Überleben zu sichern. Das kann heutzutage jeder für sich alleine. Beziehungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts dienen in unserer Gesellschaft vorrangig der emotionalen Versorgung, der gemeinsamen Bewältigung des Alltags, in vielen Fällen der Gründung einer Familie und als Ort des persönlichen Wachstums. Das sind die partnerschaftlichen und freundschaftlichen Aspekte, die an eine Beziehung gestellt werden. Hinzu kommen noch die Ansprüche an die leidenschaftliche Verbindung, Erotik und Sexualität. Natürlich soll es in den Federn ebenfalls über Jahre funken und nicht abflauen.
Dementsprechend wird eine Beziehung jenseits früherer Zwecks- und Versorgungsehen an anderen Kriterien gemessen. Im Mittelpunkt steht die Beziehungsqualität auf partnerschaftlicher, leidenschaftlicher und freundschaftlicher Beziehungsebene. Stimmt diese auf Dauer nicht mehr, fällt unsere persönliche Bewertungsbilanz negativ aus, sehen wir keine Möglichkeit mehr, dies zu ändern oder fehlt gar die Bereitschaft für die konstruktive Klärung und Beziehungsarbeit, steigen wir aus. Wir verlassen den Partner, in der Hoffnung, einen besseren Ersatz zu finden.
Daher steht der Anspruch an eine hohe Beziehungsqualität in Konkurrenz zur Beziehungsdauer. "Für immer", so wie es Helmut und Loki Schmidt verkörpern, scheint gelebtes Ideal. Ob auf Kosten des "Einer" oder des "für Alles" bleibt unbeantwortet. Auf jeden Fall geht es nicht ohne Kompromisse und Verzicht auf den verschiedenen Ebenen einer Partnerschaft. Das Maß dafür entscheidet jeder und jedes Paar für sich. Doch eines ist mehr und mehr zu beobachten: Das "Für Immer" ist zwar noch fortwährender Wunsch und Bestandteil jedes Eheversprechens, hat aber im selbstbewusst etablierten Anspruch an Beziehungsqualität einen durchsetzungsstarken Widersacher gefunden. Die zunehmende Trennungsbereitschaft unter Paaren findet in der Haltung, die Probleme der alten Beziehung mit einem neuen Partner mit günstigeren Eigenschaften und Fertigkeiten lösen zu können, zusätzlichen Antrieb. Wer nicht verinnerlicht, dass man für eine hohe Beziehungsqualität selbst viel Beziehungsarbeit leisten muss, sondern vorrangig das Glück, das Schicksal oder den richtigen Partner dafür verantwortlich macht, nimmt sich eine große Chance in der Liebe.
Das richtige Maß - keine Angst vor ein paar Worten mehr
Geschrieben am 15.05.09 um 17:26 Uhr

"Bitte schauen Sie sich mein Profil an. Was könnte ich daran verbessern?" Eine oft gestellte Frage beim Single-Coaching. Meist sind sie bereits recht ansprechend formuliert, dennoch gibt es häufig noch Potenzial, mehr Individualität in das "Ich über mich" zu legen.
Das Profil ist nämlich die "Visitenkarte", also der persönlicher Fingerabdruck eines jeden bei der Online-Partnersuche. Damit kann man viel von sich verraten und so beim Gegenüber Neugier und Interesse wecken. Beste Chance, sich zu präsentieren. Wichtig ist, trotz aller Sorgfalt dabei ehrlich und authentisch zu bleiben. Manche Menschen haben Bedenken: Sie möchten im Vorfeld nur ungern allzu viel von sich Preis geben und ziehen es vor, dies im Verlauf des Kennenlernens zu tun. Aber wie soll Ihr Gegenüber denn wissen, ob und dass es sich lohnt, ausgerechnet Sie anzusprechen? Sie sollen keine intimen Details offenbaren, sondern den anderen neugierig und auf sich aufmerksam machen. Nur so kann es tatsächlich zu einem Kontakt kommen, in dessen Verlauf Sie einander näher kommen und sich öffnen können.
Anlass zum Zweifel ist häufig, ob die Inhalte zu lang sind. Doch die meisten Texte sind eher zurückhaltend. Die Möglichkeit, sich positiv zu darzustellen, wird überwiegend nicht ausreichend genutzt. Gutes Beispiel die Rubrik "Mein ideales Wochenende" In der Regel lese ich dort etwas wie: Ich möchte mich entspannen und eine schöne Zeit verbringen. Aha, jedem klar? Grundsätzlich schon. Aber was sagt mir das eigentlich genau? Würde ich Sie, liebe Leser, nun fragen, ob Sie ebenfalls Entspannung am Wochenende suchen, schätzen Sie bitte mal, wie viele von Ihnen dabei mit dem Kopf nicken werden. Ich vermute, es werden über 90% tun. Gut, sicherlich gibt es jenseits davon einen Teil unter Ihnen, der Aufregung, Party, Ausgehen und Feiern bis in den Morgen sucht. Doch wie viele mögen das sein und suchen sie nicht auch, spätestens am Tage danach, Entspannung und Erholung? Was also sagt es über Sie ganz persönlich aus, wenn sie Ähnliches wie oben schreiben? Was erfahre ich als Leser Ihres Profils wirklich über Sie? Wenig, wenn ich ehrlich bin oder nur das, was ich von all den Anderen auch höre. Also: Keine Unterscheidung, kein "anders" sein, kein aus dem Teich der Mitbewerber hervorstechen...
Viel interessanter ist somit doch die Frage, wie für Sie ganz persönlich Entspannung aussieht? Essen Sie Studentenfutter auf dem Sofa und schauen dabei die neueste Liebeskomödie auf DVD? Oder studieren Sie das Jamie Oliver Rezept, was Sie am Abend ausprobieren wollen, bereiten bei ihrer Lieblingsoper Zauberflöte, die sie vor Kurzem in der Berliner Staatsoper gesehen haben, mit Ruhe und Genuss alle Zutaten vor, begeistert vom Duft der Kräuter? Oder walken Sie erst einmal im Morgengrauen zwei Stunden durch den noch stillen Wald, gönnen sich anschließend ein heißes Bad mit Ihrer neuen Birken-Entschlackungskur, genießen beim Frühstück das gestern angesetzte Bircher Müsli, bevor Sie mit der Freundin am Nachmittag einen Riesenspaziergang durch die Weinberge machen, weil Natur und frische Luft für Sie das größte ist?
Das sind Beschreibungen, die ich von Ihnen erfahren möchte. Denn Ihr Gegenüber interessiert es außerordentlich, wie ihr Wochenende aussieht, was sie an diesen Tagen tun und was sie lassen. Schließlich stellt er sich vor, wie es sich wohl zu zweit gestalten würde. Also nutzen Sie die Chance, sich von all denen zu unterscheiden, die sich bloß "entspannen" wollen. Verraten Sie ihrem Gegenüber, was ihre besondere Art ist. Das ist ganz selten zu viel der Worte, schließlich will Sie doch jemand kennen lernen! Wem ein paar mehr Worte an dieser Stelle zuviel sind, der ist eher nicht der Richtige an Ihrer Seite. Wer sich angestrengt fühlt, den kleinen Einblick in Ihr Wochenende zu lesen, der hat sowieso wenig für Entspannung übrig. Partnersuche ist schließlich kein Sprint...und ganz wichtig: Je interessanter die Angaben, desto mehr Kontakte werden sich daraus ergeben.
Geschrieben am 08.05.09 um 15:25 Uhr

Große Hoffnungen, viele Gefühle, alles schien diesmal wie füreinander gemacht. Und dann war es doch nicht das Wahre. Wie kann das sein? Mal wieder getäuscht, sich selber geblendet, sich das Ganze schön geredet?
Liegt es wirklich nur daran, sich immer wieder in den Falschen zu verlieben? Doch langsam beschleicht einen das Gefühl, dass sich hier ein Muster wiederholt...
So auch bei Nadine. Letzte Woche suchte sie bei mir in meiner Hamburger Praxis Rat. Sie ist Krankenschwester, 41 und hat zwei Kinder, lebt in Kiel. Vor gut zwei Monaten hat sie über ElitePartner.de Sebastian (45) kennen gelernt. Er ist Winzer in Losheim am See. Obwohl sie weiß, dass 738 km zwischen ihnen liegen, nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Eine Woche lang telefonieren sie täglich bis spät in die Nacht. Ohne sich gesehen zu haben, fühlen sich beide bereits verliebt. Nach zwei Wochen reist sie übers Wochenende zu ihm. Sie verbringen eine traumhafte Zeit, liebevoll, romantisch, gleich hat es gefunkt. Sebastian ist ein einfühlsamer Mann, bei dem sich Nadine schnell geborgen fühlt. Sie erzählt daher von ihren gescheiterten Erfahrungen seit der Trennung von ihrem Ex-Mann. Die letzten beiden Versuche waren ebenfalls Fernbeziehungen, aber daran hat es ihrer Meinung nicht gelegen. Es waren einfach nur nicht die Richtigen. Bei Sebastian hat sie ein ganz anderes, ein sicheres Gefühl.
Nach der wunderbaren Zeit kehrt sie glücklich nach Kiel zurück. Zwei Wochen später kommt Sebastian zu ihr in den Norden. Nadine möchte, dass er die Kinder kennenlernt. Die gemeinsamen Stunden verlaufen harmonisch, das Miteinander wird sehr viel näher. Sie sprechen über ihre Zukunft, wie mehr Nähe und Verbindlichkeit geschaffen werden könnte. Einige Varianten werden diskutiert, denn eins steht fest: So kann es auf Dauern nicht weiter gehen. Knapp 750 Kilometer sind definitiv zu viel. Einige Tage nach seiner Abreise beschleichen Nadine jedoch erste Zweifel, ob das alles Sinn macht. Schließlich könne sie wegen der Kinder und des Jobs nicht so schnell aus Kiel weg und auch er könne seine Weinberge nicht einfach in den Koffer packen. Nach einer schlaflosen Nacht schreibt sie ihm eine Email und macht Schluss. Auf seine Versuche, mit ihr zu sprechen, reagierte sie nur noch abweisend.
In unserem Gespräch wird klar, dass Nadine nach der sehr schmerzvollen Trennung von ihrem Ehemann Angst hat, sich zu öffnen und verletzbar zu machen. Sich einen Partner auszuwählen, den man aufgrund beruflicher Umstände oder weil er in einer anderen Stadt wohnt, selten sieht, liegt meist in einen unbewussten Selbstschutzmechanismus begründet. Die "Unerreichbarkeit" dient als Schutz vor zu viel Nähe. Zwei Tendenzen konkurrieren dabei unbewusst in der Seele. Zum einen wird eine Sehnsucht nach einer festen Beziehung empfunden, anderseits existiert die Angst, verletzt zu werden. Wählt man sich eine Konstellation, in der immer etwas zwischen einem steht, muss man die Angst vor zu viel Nähe nicht spüren, weil die Beziehung aufgrund äußerlicher Kriterien faktisch gar nicht möglich ist. Der Grund eines solchen Beziehungsmusters liegt meist in einem "unsicher-vermeidenden" Bindungsstil. Ausschlaggebend für die Entwicklung eines Bindungsstils sind die Erfahrungen des Kleinkinds in den ersten Lebensjahren mit seinen primären Bezugspersonen. Diese prägen in hohem Maße die Grundhaltung in den erwachsenen Liebesbeziehungen.
Zum Glück sind Bindungsstile aber nicht für immer festgelegt. Durch positive Beziehungserfahrungen und therapeutische Arbeit können im Laufe des Lebens alte Muster abgelegt werden und Vertrauen in sichere Beziehungen entwickelt werden. Doch zunächst gilt es, den unbewussten Teufelskreis zu durchbrechen, indem man sich die unbewussten Muster, die zum Scheitern führen, bewusst vor Augen führt. Als erstes gilt es wahrzunehmen, was hinter der Angst vor Nähe steckt. Wer sich selber klarer erkennt und die Ursachen verstehen lernt, ist einen großen Schritt weiter in Richtung Veränderung und ebnet sich den Weg in eine glückliche Partnerschaft.
Mingles - halb Beziehung, halb Singles?
Geschrieben am 04.05.09 um 17:24 Uhr

Ist das größte Partnerglück eigentlich immer noch die klassische Vater-Mutter-Kind Konstellation - im trauten Heim mit Hund und Garten-Idylle? Sicher gilt diese Beziehungsform für die meisten nach wie vor als erstrebenswertes Ideal.
Doch gibt es einen Trend auszumachen, der eine nicht weniger befriedigende Alternative anbietet.
Nach Meinung von Gesellschaftsforschern ist Konkurrenz auf dem Vormarsch. Nichts elementar Neues, dass alternative Lebensformen ebenso glücklich machen können, wenn sie nur den Bedürfnissen und Wünschen beider Partner entsprechen. Schließlich entscheiden diese beiden ganz allein darüber, was für sie Liebe und Partnerschaft bedeutet. Auch wenn gesellschaftlich meist ein Ideal vorherrscht, gibt es bei der individuellen Gestaltung des Miteinanders kein von außen festgelegtes richtig oder falsch, sondern einen selbst definierten Maßstab.
Was ist also neu an den so genannten Mingles? Auf alle Fälle der Begriff. Es handelt sich bei Mingles um Frauen und Männer, die in Liebe und Familie neue und unterschiedliche Wege gehen. Der Begriff kommt laut Hamburger Trendforscher Wippermann von "mixed singles". Eine Kreuzung von der Lebensform des Singles und eines Paares. Mingles sind das Paradebeispiel für Menschen, die einen Zeitgeist der verbindlichen Unverbindlichkeit feiern. Es sind Paare, die sich z.B. bewusst dazu entschließen, getrennt zu leben, obwohl sie sogar eine Familie sind. Prominentes Beispiel gibt es einige wie Monica Belluci, die mit ihrem Sohn seit 10 Jahren vorrangig in London lebt, während ihr Ehemann seinen Lebensmittelpunkt in Paris hat. Nach eigenen Aussagen empfinden sie die räumliche Trennung als bereichernd für ihre Beziehung. Diese Beziehungsform ist nicht nur ein Privileg der Prominenten, sondern auch unter "Normalsterblichen" durchaus bekannt. Neu allerdings ist, dass es nun einen Namen dafür gibt: Mingles. Für die einen einengende Schublade, für die anderen erleichternd und identitätsgebend zu wissen, jetzt wie ein Mingle zu leben.
Der feine Unterschied, ob eine solche Lebensform - egal wie man sie etikettiert - glücklich macht oder nicht, liegt an der persönlichen Entscheidung und ob sie der Bedürfnislage beider Partner entspricht. Wer aufgrund beruflicher Veränderung aus der Stadt seiner Liebe ziehen muss und in eine Fernbeziehung gezwungen wird, muss für sich neu erkennen, ob er diese Beziehungsform als bereichend und belebend empfindet oder eben als einschränkend und frustrierend. Wer ein starkes Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit hat, für den ist die Lebensform des Mingles sicherlich erfüllender. Für denjenigen, der sich aber nach viel Nähe und Gemeinsamkeit sehnt, nicht. Er würde unter einer solchen Konstellation leiden.
Wie bei so vielen Aspekten und Bedürfnissen in einer Partnerschaft braucht es für eine solche Beziehungsform das passende Pendant, welches in seinen Nähe- und Freiheitsbedürfnissen einem ähnlich und nicht grundverschieden ist. Die vielfache Begründung der Mingles für ihr "getrennt wohnen" in gleichen oder fremden Städten, das ständige Anreisen, Abreisen, neu Treffen, ist, diese Freiheit für die Liebe zu brauchen und somit auch in ihrer Beziehung. Bei dem einen oder anderen verbirgt sich darin auch die Angst vor zuviel Nähe, in Zweisamkeit und Alltäglichkeit zu ersticken, durch zuviel Wir-Identität die Ich-Identität zu gefährden. Jedem das seine. Für den einen Königsweg, für den anderen unvorstellbar, für den Dritten nur eine Übergangsphase. Auch wenn es sicherlich anspruchsvoll ist, gelingt es vielen Paaren auch auf 70 Quadratmetern dem anderen genug Freiheit zur persönlichen Entfaltung zu geben, sich immer wieder neu zu begegnen, Lebendigkeit und Leidenschaft aufrecht zu erhalten, anstatt der Symbiose- oder Nähefalle zu erliegen. Wenn es nicht durch trennende Kilometer von selbst gegeben ist, muss in räumlicher Enge eben besonders achtsam mit dem Erhalt der Unabhängigkeit umgegangen werden.
Über Nähe und Freiheit lässt sich sicherlich streiten. Das wichtigste dabei ist, einen Menschen zu finden, der bei diesen Grundbedürfnissen einem selber entspricht. Denn zu verhandeln gibt es bei dem elementaren Thema wenig.
Zeit für die Liebe - Partnerschaftssuche und Beruf unter einem Hut
Geschrieben am 24.04.09 um 16:30 Uhr

Beruhigend, einen Job zu haben. Gerade in diesen wirtschaftlich angespannten Zeiten ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, einen festen Vollzeitjob zu haben, der zudem angemessen bezahlt wird.
Da nimmt man es in Kauf, wenn die Wochenarbeitszeit zuweilen bei über 50 Stunden liegt, ein Extra-Samstag in der Firma gefordert wird, die eine oder andere Dienstreise bereits am Sonntagnachmittag startet oder der Feierabend am Flughafen verbracht werden muss. Selbst eine Versetzung in eine andere Stadt wird akzeptiert, wenn es den Erhalt der Anstellung garantiert. Schließlich muss sich der moderne Arbeitnehmer flexibel, engagiert und einsatzbereit zeigen. Nicht selten nimmt man vordergründig breitwillig ein paar Akten mit nach Hause. Die Selbständigen sind das hohe Arbeitslevel meist eh schon gewohnt, viele müssen aktuell für Kundenbindung und -gewinnung noch einen Schlag zu legen.
Eigentlich bleibt in so einem Leben kaum Freizeit, geschweige denn Zeit für das Wohlfühl- und Luxusthema "Partnerschaft und Liebe". Aus dem 10 Stunden Tag nach Hause geilt, noch schnell zum Sport, Kleinigkeit essen, anschließend wartet die Wäsche. Morgen ist Elternabend für den neuen Kitaplatz, übermorgen Umtrunk mit den Kollegen, überübermorgen wollen Sie die Gartenmöbeln fit für den Sommer machen und überüberüber...ja, da hängen Sie einfach durch und sind müde. Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen, ist eine Herausforderung. Meist kippt die Worklife-Balance zu Ungunsten der Freizeit und der Entspannung. Und so vergeht Woche um Woche, dass der geplante Start der intensiven Partnersuche verschoben wird.
Doch was sind Ihre langfristigen Lebensziele? Machen Sie sich deutlich, welchen Wert und welche Priorität für Sie Partnerschaft hat bzw., wenn Sie noch auf der Suche sind, haben könnte. Die Suche nach einer neuen Liebe braucht Zeit und Raum, aber auch der Aufbau und die Pflege einer Beziehung. Zu glauben, dies läuft schon alles von selbst, ist eine fatale Fehlannahme. Wie viele Paare trennen sich, weil sie sich in Alltagspflichten verzetteln und auseinander gelebt haben.
Sehen Sie die Partnersuche als ein positives Lebensprojekt, dem Sie eine hohe Priorität einräumen. Wenn Sie unter chronischem Zeitmangel leiden, ist es sinnvoll zu überlegen, welches andere Projekt dafür weichen oder übergangsweise untergeordnet werden muss. Weniger schlafen oder schneller arbeiten, ist keine Lösung. Fragen Sie sich, wo Sie Zeit in anderen Dingen sparen können.
Legen Sie sich für die Partnersuche feste Termine oder reservieren Sie feste Zeiten für die Zweisamkeit mit Ihrem Partner. Betrachten Sie Ihr Privatleben nicht als Zeitreserve, die Sie beliebig anzapfen können, um daraus Zeit oder Energie für den Job zu ziehen. Können "Partner(suche)-Termine" wegen anderer Anliegen mal nicht stattfinden, streichen Sie diese nicht einfach, sondern verschieben Sie diese bewusst auf einen anderen Tag.
Oft begründen sehr im Berufsleben eingespannte Männer und Frauen oder alleinerziehende Elternteile ihr Singleleben mit der fehlende Zeit für eine Partnerschaft. Zweifellos gestaltet sich ihre Woche häufig atemlos. Doch treffen sie unerwartet den Richtigen und der Blitz schlägt ein, wird plötzlich Vieles zweitrangig und es ist wie aus dem Nichts Raum zum Verlieben da. Ein Wunder? Ich denke eher, es ist ein schöner Anlass, Prioritäten neu zu verteilen. Schauen Sie immer wieder auf Ihr eigenes "Gefühls- und Liebeskonto" und auf das Ihres Partners. Dann wissen Sie schnell, was zu tun ist.
Männer: Schuld an der Wirtschaftskrise?
Geschrieben am 17.04.09 um 10:17 Uhr

Das herrliche Sonnenwetter über die Ostertage hat viele vor die Tür gelockt, die Straßencafés waren voll, überall geschäftiges Treiben. Beste Gelegenheit in der Sonne sitzend meiner großen Leidenschaft nachzugehen: Sozialstudien zu betreiben. Das Ergebnis: Wunderbare Stilblüten kamen zum Vorschein.
In Kölns City verweilte ich beim angesagten In-Italiener. Als hätte die Sonne eine besondere Wirkung auf das "Zeig-was-du-hast"-Gen. Dicke Limousinen cruisten auffällig oft auf der angeblichen Suche nach einem Parkplatz wiederholt um die gut gefüllten Außenplätze des Restaurants. Besonders laut rörende Auspuffe an tiefergelegten Karossen, braungebrannte Männer mit blondierten Strähnchen flanierten stolz mit ihrer hübschen Freundin in bizepsbetonten Armen vorbei, an vielen der Handgelenke dieser Herren eine glitzernde Rolex oder Breitling und um mich hingen diverse Gucci- und Louis Vitton-Taschen mit extragroßem Print. Die Damen punkteten mit gut sitzenden Dekolletés, einem Hauch von Nichts am Körper, angesagten Designerbrillen und Frenchnail-Maniküre.
"Ganz wunderbar", dachte ich, "endlich bieten die milden Temperaturen wieder die lang ersehnte Selbstdarsteller-Bühne". Woher wohl dieses Protzgehabe kommt, diskutierte ich noch lange mit meiner Begleitung. Und auf meiner Rückfahrt nach Hamburg ein paar Tage später sprang mir wie gerufen die Headline eines Artikels des Spiegels (Spiegel Online, 09. Dezember 2008,) ins Auge. "Dass Playboys auch mal über ihre finanziellen Verhältnisse leben, halten Psychologen für ein Erbe der Evolution. Mit dem Geprotze wollen die Männer demnach vor allem neue Partnerinnen beeindrucken", stand da geschrieben. Das fand ich nun nicht wirklich neu, so ähnlich hatte ich mir das auch schon erklärt. Aber nun gibt es für das Verhalten wenigstens eine wissenschaftlich belegende Studie.
Der Psychologe Daniel Kruger von der University of Michigan in Ann Arbor (USA) konnte in einer Studie belegen, dass Männer, die zu hohen Geldausgaben neigen und finanzielle Risikobereitschaft besitzen mehr Partner in der Vergangenheit hatten, als Männer mit konservativen Finanzstrategien. Außerdem wünschten sie sich auch für die Zukunft mehr Partner ("Evolutionary Psychology" (Band 6 (4), S. 603). Nach seiner Theorie könnten hohe Geldausgaben im Sinne der Evolutionstheorie sinnvoll sein, um möglichen Sexualpartnern zu zeigen, dass man ein guter Versorger ist und eine Familie ernähren kann. Interessant an der Studie ist, dass diese Zusammenhänge vom Bildungsgrad, Alter und ehelichen Status unabhängig sind. Bei Frauen war dagegen kein Zusammenhang zwischen Geldausgaben und Partnerverhalten nachzuweisen. Sicher gilt dieser Erklärungsansatz für frühere Zeiten, als Frauen noch einen Ernährer suchten und einen Mann, der dies vermittelte, als besonders attraktiv empfanden. Aber heute?
Folgen wir den Thesen von Dr. Stefan Woinhoff in seinem Buch "Überlisten Sie Ihr Beuteschema", dann gehen viele Frauen und Männer aber immer noch einem archaischen Beuteschema wie ihre Mütter und Großmütter nach, obwohl sie das gar nicht mehr nötig hätten. Das bedeutet, dass Frauen Männer wählen, die ihnen im gesellschaftlichen Status ebenbürtig oder überlegen sind. Stellt sich die Frage, ob solches Wahlverhalten unbewusst verankert ist und so einfach dem Bewusstsein zugänglich gemacht und verändert werden kann. Auf jeden Fall scheint das Beuteschema der Damen immer noch Anreiz für viele Männer zu sein, durch einen hohen Status aus der "Sippe" herauszuragen und sich damit attraktiv zu machen. In der heutigen Zeit zeigen sie ihre Fähigkeiten nun, indem sie viele Konsumgüter kaufen. Nach Kruger versuchten Männer auf diese Weise, sich gegenseitig zu überbieten und dadurch ihren eigenen Status zu erhöhen. Spannend ist, dass der Wissenschaftler darin auch eine der Ursachen für die gegenwärtige Finanzkrise sieht. Er meint: "Wenn die Menschen mehr Geld verdienen und jeder ständig beweisen will, dass er besser ist als der Durchschnitt, werden die Erwartungen eben immer höher geschraubt." Gut, dass es viele Ausnahmen von der vermeintlichen Regel gibt. Im Straßencafé um die Ecke schienen auf den ersten Blick ganz andere Gesetzmäßigkeiten zu herrschen und andere Werte zu trumpfen.
Bleibt die Frage, ob die Finanzkrise uns durch kleiner werdende Mittel und ein angespanntes Portemonnaie mehr und mehr zum Loslassen von alten Rollenklischees veranlasst und Selbstwert und Status mehr im Innen als im Äußeren entwickelt werden. Es bleibt spannend...
Wie viel Erfahrung darf eine Frau haben?
Geschrieben am 03.04.09 um 10:37 Uhr

Neulich im Café bekomme ich folgendes Gespräch von zwei Frauen am Nachbartisch mit: Die eine zur anderen: "Wusstest du, dass Karin mit dem gutaussehenden Pedro eine Affäre hat? Ausgerechnet Karin, die wirkt so konservativ."
Die Blonde erwidert: "Du täuscht dich, die hat schon einige heiße Flirts gehabt." "Waaaaaas, Karin? Meinst du, die war schon mit mehr als 10 Männern im Bett?" Die Blonde wieder: "Du, ganz sicher, hat sie mir mal offen erzählt." Entsetzt: "Das kann ich nicht glauben, ist ja echt der Hammer. Also mit mehr als 5 Typen schlafen geht doch gar nicht. Das finde ich billig." Die Blonde mit käuseliger Stirn: "Na, ist das nicht bisschen streng, mein Freund war in seinen wilden Jahren bestimmt auch schon mit einigen Frauen im Bett. Wir haben vor kurzem nachgerechnet. Er hat bei über 20 aufgehört zu zählen inklusive Beziehungen, One Night Stands und Affären." "Aber Sabine, das kannst du nicht vergleichen. Bei Männern ist das doch was ganz anderes. Ich finde, bei Frauen geht das irgendwie nicht."...
Am liebsten hätte ich mit diskutiert. Ja, leider ist an diesem Punkt die Gleichberechtigung noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Warum immer noch solche Vorurteile? Warum darf Mann und Frau nicht? Viele Meinungen sind nach wie vor von der gesellschaftlichen Haltung beeinflusst, dass eine rege Sexualität bei Männern erlaubt, dagegen für Frauen überwiegend Image schädigend ist. Er wirkt mit viel sexueller Erfahrung eher als Könner oder guter Liebhaber, sie hingegen schnell als beliebig oder gierig. Das ist sicher mit ein Grund, warum sich zahlreiche Frauen bei dem Thema eher in Schweigen hüllen - ganz im Gegensatz zu Männern, die sich gerne mit ihren Erfolgen bei Frauen brüsten. Auch wenn Studien wiederholt zeigen, dass für Frauen Sexualität in einer Beziehung im Vergleich zu Männern eine geringere Rolle spielt, will das nicht heißen, dass Frauen grundsätzlich wenig Lust auf guten Sex haben. Sicher spielt bei Erhebungen zu den Themen Seitensprung, Affären und Anzahl bisheriger Sexualpartner die soziale Erwünschtheit eine immense Bedeutung und wirkt sich auf den Wahrheitsgehalt der Antworten aus. Frauen begradigen die Zahlen tendenziell nach unten, Männer legen dagegen schon mal ein Pfund mehr in die Waage. Doch das sexuelle Selbstbewusstsein von Frauen wächst. Immer mehr Frauen suchen ganz selbstverständlich und aktiv Sex, in Singlesphasen auch in Form einer Affäre oder eines One-Night-Stands.
Denn sexuelles Begehren auch ohne Liebe, ist beiden Geschlechtern möglich und - das ist aus Befragungen bekannt - haben die meisten Menschen schon einmal erlebt. Männer passiert dies etwas häufiger; der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist aber nicht sehr groß, wie oftmals vermutet. Das entgegengesetzte Erlebnis - Verliebtsein ohne sexuelles Begehren - ist weitaus seltener, sowohl für Männer als auch für Frauen. Sex und Liebe können also voneinander getrennt werden, häufig werden aber mit zunehmenden Körperlichkeiten und Zärtlichkeiten Emotionen aufgebaut und die Trennung kann nur schwer aufrechterhalten werden. Zudem wird beides zusammen - also Sex und Liebe - eindeutig bevorzugt.
Wenn also sexuelles Begehren ohne Liebe möglich ist, wann ist dann Sex am schönsten? Die Ansicht, dass Sex am schönsten sei, wenn keine Liebe dabei ist, vertritt nur eine kleine Minderheit von Männern und Frauen. Die weitaus meisten sind der Meinung: Sex sei am schönsten mit einer Person, in die man verliebt ist oder die man liebt. Und das ist meist in einer Partnerschaft so, in der Vertrauen zudem eine gute Basis ist, für eine zufrieden stellende Sexualität. Kann man nur hoffen, dass Frauen und Männer dem anderen Geschlecht die gleichen Rechte an Lust und Liebe zugestehen, wie sie sich selber gönnen, ohne in die Abwertung gehen zu müssen, auch wenn es erst mal ungewöhnlich erscheint.
Frühlingsgefühle - im Rausch der Hormone
Geschrieben am 20.03.09 um 16:51 Uhr

Endlich ist es soweit! Seit ein paar Tagen scheint die Sonne in Hamburg mehr als fünf Stunden am Stück und heute vermeldet auch der Kalender schwarz auf weiß "Frühlingsanfang". Es ist also amtlich: Der blaue Himmel, das wunderbare Licht und die längeren Tage erhöhen das Aktivitätsniveau und heben unsere Stimmung.
Das Straßenbild ändert sich schlagartig. Die Straßencafés sind gefüllt und bei einem köstlichen Latte Macchiato wird lebendig geplaudert. Ein Blick umher und schnell ist klar, die Sonne und die mildere Luft bedingt viele fröhliche und aufgeschlossene Gesichter und eine gewisse Leichtigkeit. Das Herz wird beschwingter, die Sinne offener für die aufblühende Natur, unser Gegenüber und den Wunsch nach Schmetterlingen im Bauch. Frühlingsgefühle kurbeln die Flirtlaune an.
Alles nur eine Frage der Sonnestrahlen? Manche Experten machen biochemische Vorgänge im Körper für solche positiven Gefühlsveränderungen verantwortlich. Wissenschaftler der amerikanischen Yale University haben herausgefunden, dass das Hormon Melatonin, ein Hormon der Zirbeldrüse, unsere sexuelle Lust entscheidend beeinflusst.
Und wie funktioniert das genau? Der Körper produziert das Hormon Melatonin ausschließlich bei Dunkelheit. Sobald sich die Sonne zeigt, geht die Melatoninproduktion zurück. Neben einer wichtigen Rolle für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus, greift Melatonin zudem in geschlechtliche Prozesse ein. Mit zunehmender Dunkelheit wie im Winter steigt die Hormonproduktion von Melatonin, was unsere Libido hemmt. Umgekehrt bedeutet dies: Zunehmendes Licht, also abnehmendes Melatonin, regt die Lust an der Lust an. Nun sind die Nächte im Winterhalbjahr länger als im Sommer. Damit ist im Winter der nachweisbare Melatoninspiegel höher als im Sommer. Im Frühling, wenn die Tage wieder länger und die Nächte kürzer werden, steigt deshalb unsere Lustempfinden an: Wir bekommen Frühlingsgefühle.
Evolutionsbiologen vermuten in diesem Phänomen ein Überbleibsel unserer Vorfahren. "Natürlich gibt es Frühlingsgefühle beim Menschen, wie es auch Frühlingsgefühle bei den Tieren gibt. Der biologische Hintergrund ist letztendlich die saisonale Veränderung verschiedener Hormone, der Sexualhormone, Schilddrüsenhormone und anderer", so Professor Günter Stalla vom Münchner Max-Planck-Institut.
Der Auffassung von Frühlingsgefühlen widerspricht der Freiburger Professor Martin Reincke, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie: "Rein hormonell betrachtet gibt es die viel zitierten Frühlingsgefühle gar nicht. Echte Frühlingsgefühle kann man höchstens noch bei Eskimos ausmachen." In der zivilisierten Welt mache sich der Wechsel vom Winter zum Frühling bei den menschlichen Hormonen nicht mehr bemerkbar. "Richtige Dunkelheit und Kälte gibt es heute gar nicht mehr. Deshalb stellen sich die Hormone auch nicht mehr um", sagte Reincke. Einen Einfluss auf das Sexualverhalten des Menschen habe der Frühling daher nicht mehr: Reincke zufolge genießt der moderne Mensch aus diesem Grund zumindest hormonell einen zwölfmonatigen Frühling. Dies mache dann auch den großen Unterschied zur Tierwelt aus.
Auch wenn für die zivilisierte Menschen die Frühlingsgefühle nicht mehr durch unsere Hormonveränderungen zu erklären sind, so einfach weg zu diskutieren sind sie nicht. Bedenkt man, dass das größte menschliche Sexualorgan immer noch der Kopf ist, dem der Frühling in sinnlicher Hinsicht täglich neue "Offenbarungen" präsentiert, lässt sich das Rätsel vielleicht auch ohne Hormonanalyse lösen. Und eines ist auf jeden Fall klar: Sonne macht gute Laune und das sind die besten Vorraussetzungen für einen Frühlingsflirt.
Intuition ist die beste Freundin
Geschrieben am 13.03.09 um 12:10 Uhr

Der Mensch weiß viel mehr, als er denkt. In seinem Unbewussten lagern gewaltige Wissensschätze. Wer es versteht, sie freizulegen, kann wahre Wunder vollbringen. Und sich Vieles ersparen. Besonders auf dem Weg zum Liebesglück.
Intuition ist eine besondere Fähigkeit. Psychologen nennen sie jene Form unbewussten Wissens, die ganz ohne Berechnung und Erklärung auskommt. Dieses besondere Bauchgefühl spielt täglich in unendlich vielen kleinen Entscheidungen des Alltagslebens eine wichtige Rolle. Jeder Mensch vertraut fortwährend diesem Gespür. Es lässt in bestimmten Momenten den richtigen Ton treffen, zwischen vielen gleich qualifizierten Bewerbern den "Richtigen" wählen oder es hilft dabei einzuschätzen, ob es gelingt, noch schnell mit dem Fahrrad vor dem Auto die Straße zu überqueren. Ständig beweist der Mensch, dass er mehr weiß, als er denkt und beschreiben kann. Ohne nachzudenken, entscheidet er spontan: Wie er den netten Architekten aus Kiel beim unerwarteten Anruf anspricht. Ob er auf die Frage nach einem gemeinsamen Spaziergang am Wochenende "ja" sagt. Ob er mit dem Partner zusammenziehen soll oder doch lieber seine eigene Wohnung behält? Im Unbewusstsein jedes Menschen lagern Wissensschätze, aus denen wir täglich schöpfen, ohne es zu merken.
Der amerikanische Intuitionsforscher Milton Fisher sagt, dass der Verstand, den Menschen einsetzen, um vermeintlich kluge Entscheidungen zu treffen, begrenzt ist und nur einen kleinen Teil unseres tatsächlichen Wissens ausmacht. Dennoch spielen bei intuitiven Handlungen Informationen eine Rolle. Aber nicht als faktisches Wissen, was in dem Moment zur Analyse genutzt wird, sondern mehr als Erfahrung, die irgendwann über unsere fünf Sinne wahrgenommen und gespeichert wurde. Das Unbewusste schafft es in besonderer Weise, in jeder Situation auf die passende Faustregel zurückzugreifen und kann dabei mehr leisten als der reine Sachverstand.
Hört sich so verführerisch gut an, dass sich die Frage aufdrängt, wie wir davon besser Gebrauch machen können. Allgemein vertrauen Menschen gerade bei schwierigen Entscheidungen ihrem analytischen Verstand wesentlich mehr als ihrem Bauchgefühl. Dazu wünschen sich die meisten viel Informationen und viel Zeit. Doch liegt der Mensch mit solch gefällten Einschätzungen nicht unbedingt richtig. Gute Intuition ignoriert gerade ein zuviel an Informationen. In vielen Studien zeigt sich, dass die untersuchten Personen mit intuitiv getroffenen Entscheidungen im Nachhinein zufriedener als mit den Resultaten langen Nachdenkens sind - obwohl sie ihrer Intuition vor einer Entscheidung weiterhin misstrauen.
Was heißt das konkret? Verstand ausschalten und nur auf die Intuition hören? Nein, das ist nicht der richtige Weg. "Nicht entweder oder", sondern "sowohl als auch". Ideal, wenn der Verstand einen unbewussten Berater zu Seite hat, schnell, immer zur Stelle und kompetent. Das Gehirn muss dem intuitiven Entscheider aber schon ein paar Voraussetzungen für gute Ergebnisse schaffen: Es muss unbewusst bereits Informationsfetzen zu einem Thema gesammelt haben. Wer also auf einem Gebiet schon Erfahrung gesammelt hat, darf und soll seiner Intuition ruhig häufiger vertrauen.
Daher macht es weniger Sinn, sich mit einer Checkliste zum ersten Treffen oder zur Beurteilung eines Profils aufzumachen und alles darauf zu geben, möglichst viele Daten, Fakten, Zahlen zu erfragen. Sicher ist es wichtig, sich Gedanken gemacht zu haben, worauf man Wert in einer Partnerschaft legt und was man davon erwartet. Doch achten Sie auf diese besonderen Momente, in denen Sie sich beim Lesen eines Profil angesprochen fühlen und Sympathie empfinden, auch wenn ihre sachliche Seite sagt, dass dieser Mann oder diese Frau so gar nicht ihrem Typ entsprechen kann, weil...Wer von einem Treffen zurück kommt und den spontanen Impuls nach einem weiteren Treffen spürt, sich aber wegen ungeputzter Schuhe und gefühlter zu großer Entfernung daran hindert will, sollte einen zweiten Blick riskieren. Es geht darum, Intuition und bewusstes Wissen bestmöglich zu verbinden. Das implizite Wissen weißt häufig besser, was gut für uns ist. Wir müssen nur lernen, die Intuition zu verstehen und unseren unbewussten Kenntnissen zu vertrauen. Dann kann sie uns positiv auf den Weg bringen...Also öfter mal den Kopf, Kopf sein lassen und dem Bauchgefühl eine Chance geben...
Risikoliebe: 15 Jahre Altersunterschied
Geschrieben am 04.03.09 um 14:09 Uhr

"Meinen Sie, das hat eine Zukunft, auch noch in 5 Jahren?" Mit dieser Frage kam Frau K. letzte Woche zu mir in die Sprechstunde. Helga ist 47 Jahre. Sie war nie verheiratet, hat keine Kinder, arbeitet seit einigen Jahren selbständig in der Kommunikationsbranche.
Sie wirkt positiv, sehr lebendig, eloquent, selbstbewusst und fröhlich. Ich hätte sie eher auf Ende Dreißig geschätzt. Sie hat den größten Teil ihres Lebens in Beziehungen gelebt. Aber sie muss für sich resümieren, dass sie nicht das beste Händchen bei der Wahl hatte. Sie sagt von sich, dass sie wohl eher komplizierte, beziehungs- und bindungsschwierige Männer angezogen hat. Doch waren sie allesamt sehr charismatisch und sie glaubte, durch ihre sichere und vertrauensvolle Art, Defizite ausgleichen zu können.
Doch ihre Partnerschaften haben nie länger als 5 Jahre gehalten, obwohl sie bereit war, intensive Beziehungsarbeit zu leisten. Nur braucht es Zwei, um gemeinsam voran zu kommen und eine vertrauensvolle feste Partnerschaft zu gestalten. Das ist immer noch ihr Ziel: Mit einem Partner gemeinsam ein Leben aufzubauen und durch dick und dünn zu gehen. Ihre letzte Partnerschaft ist vor mehr als einem Jahr zerbrochen. Trotz großer Mühe, war die Krise nicht zu bewältigen. Sie hat lange darüber getrauert, sich dafür auch Raum und Zeit genommen. In der Weihnachtszeit hat sie auf einer Adventseinladung einen sehr spannenden Mann kennengelernt. Er ist Amerikaner, lebt seit 20 Jahren in Frankfurt und arbeitet als Künstler. Obwohl er bereits einige Ausstellungen hatte und von einer Galerie vertreten wird, kann er von seiner Malerei nicht leben und arbeitet daher nebenbei im Theater.
Als Helga erfuhr, dass er erst 32 Jahre alt ist, traf sie der Schlag. Sofort schaltete sich der Kopf ein und bremste sie mit Gedanken, dass eine solche Verbindung zum Scheitern verurteilt sei. Doch sie hatte sich bereits verliebt. Seitdem ist sie zwischen ihren Gefühlen und ihrer Vernunft zerrissen. Trotz ihrer Skepsis hat sie sich mehr und mehr auf Gordon eingelassen. Er ist sehr reif für sein Alter, hat viel durch seine berufliche Entwicklung erlebt, ähnliche Beziehungserfahrungen wie sie hinter sich. Was besonders anziehend wirkt, ist, dass sie sehr ähnliche Werte in Sachen Beziehung vertreten. Durch die Erfahrung in der letzten Partnerschaft betrogen worden zu sein, haben sie beide viel über Treue und den Anspruch an die Liebe gesprochen. Helga hat das Gefühl, endlich jemanden getroffen zu haben, der eine übereinstimmende Beziehungseinstellung wie sie hat und gleiches Urvertrauen in eine Bindung mitbringt. Nur torpedieren sie Bedenken, ob sie eine gemeinsame Zukunft haben können. Ihr Herz sagt ja, aber ihre Ratio malt sich aus, wie es ist, wenn sie in 10 Jahren auf die 60 zugeht, die Wechseljahre hinter sich hat und ihr Freund dann im besten Alter für einen Mann ist. Sie will keine Partnerschaft mehr, die durch die äußeren Umstände wieder nur auf einige Jahre beschränkt ist.
Sicherlich kann sie noch eine gewisse Zeit optisch mithalten. Doch weiß auch sie, dass bald das Bindegewebe einfach nicht mehr mitmacht, egal wie viel Sport und Wellness sie betreibt. Gordon beteuert ihr, wie attraktiv er sie findet und dass er nicht nur ihr Äußeres liebt, sondern vor allem von ihrem Wesen fasziniert ist. Das tröstet sie nur schwach, ist sie realistisch und weiß, dass sich das leicht sagt, solange sie noch so knackig aussieht wie jetzt. Was aber, wenn die Menopause einfach einige Veränderungen mit sich bringt. Will sie sich wirklich diesem Druck aussetzen, für ihren 15 Jahre jüngeren Freund jung bleiben zu müssen. Vielleicht sogar Östrogene zu nehmen und sich hier oder da ein bisschen Frischzellen spritzen zu lassen. Sie will Gordons Gefühle gar nicht in Frage stellen, aber sie hat Angst, dass er nicht wirklich einschätzen kann, was es heißt, bei einem so großen Altersunterschied gemeinsam alt zu werden. Und eins weiß Helga: Sie möchte in die nächste Liebe mit der Chance starten, wirklich die nächsten 10 oder 20 Jahre zusammen zu verbringen. Auch wenn das keiner garantieren kann, aber wenigstens sollen die äußeren Vorraussetzungen dafür stimmen...
Um einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden, habe ich mit Helga begonnen, einen detaillierten Blick auf ihre Bedürfnisse und Erwartungen an einen Partner und eine Beziehung zu werfen. Was braucht sie, um sich geborgen, glücklich in einer Partnerschaft zu fühlen? Anschließend haben wir versucht, ihre Lebensziele zu formulieren. Um ins Erleben zu kommen, wie sich das in ein, zwei, fünf oder zehn Jahren anfühlt, haben wir eine imaginäre Reise in die Zukunft gemacht. Das war für sie sehr hilfreich. Sie hat nun sehr klar die Widersprüche ihrer Wünsche und Bedürfnisse erkannt, was kurzfristige Leidenschaft und was Sehnsüchte nach Sicherheit und Geborgenheit sind. So groß und warm ihre Gefühle für Gordon sind, sie wird in den nächsten Wochen für sich klären müssen, ob ihr Mut groß genug ist, mit ihm in die Zukunft zu gehen. Denn eines möchte sie nicht: Mit 50 wieder neu starten müssen. Das kann ihr auch mit einem älteren Partner passieren, dann liegt es aber weniger am Altersunterschied.
Wie peinlich: Wenn die E-Mail falsch adressiert ist
Geschrieben am 24.02.09 um 14:42 Uhr

Frank K. rief in meiner Sprechstunde aufgeregt an. Ob es möglich wäre, eine gesendete Email auf dem Server zu löschen, bevor sie am Abend gelesen würde. Ich musste ihn enttäuschen, dass dies natürlich nicht ginge, schon allein aus datenschutzrechtlichen Gründen. Was denn so Schlimmes passiert sei, dass dies so wichtig wäre, fragte ich nach.
Tief Luft holend erzähle Frank K. das Missgeschick. Er hat einen sehr netten Kontakt via Email mit einer jungen Lehrerin aus Bielefeld. Seit einer Woche mailen sie sich und seit 3 Tagen wird der Austausch zum witzigen, persönlichen Schlagabtausch. Vorletzten Abend haben sie sich sicherlich zehnmal hin und her geschrieben bis spät in die Nacht. Immer intensiver wurde die Plauderei. Frank hat ihre letzte Email vom vorherigen Abend erst am Morgen gelesen und wollte gleich antworten. Die Zeit war knapp, da er auf dem Sprung zur Arbeit war. Er hat nicht viel geschrieben, da er fühlte, er möchte mit Marlies nun endlich telefonieren. In etwa so: "Liebe Kerstin, es ist so lebendig und nett zwischen uns, ich möchte endlich die Stimme zu dein vielen persönlichen Zeilen hören. Darf ich dich heute Abend anrufen? Oder magst du? Hier meine Telefonnummer: XXX."
Und schwupps abgeschickt.
Oh, nein, drei Sekunden später schoss es ihm in den Sinn. Er hatte den falschen Namen gewählt. Kerstin war eine andere Frau, mit der er über Elitepartner gemailt hatte, aber nun absagen wollte, weil es mit Marlies intensiver wurde. Sein erster Gedanke: "Oh, Gott wie peinlich, das wirkt ja, als ob ich mehrere Eisen im Feuer habe und nun schon mit den Namen durcheinander komme." Hitze stieg in ihm auf.
Verständlich, sicher macht das keinen guten Eindruck. Jedoch muss das kein Killer sein und zum Kontaktabbruch führen. Sicherlich ist die Anfangsphase beim Kennenlernen eine besonders sensible Zeit, in der nur der erste Eindruck zählt, auf den man aufbaut. Ansonsten werden alle kleinen Indizien gesammelt und interpretiert, die etwas über die Persönlichkeit des anderen verraten könnten. Wo noch kein Vertrauen entstanden ist, herrscht viel Unsicherheit. Die ersten positiven Vorschusslorbeeren, die man gewinnen konnte, sind bei Fehltritten schnell vergessen und das zarte Pflänzchen des Vertrauen nieder getrampelt. Beste Medizin in so einem Fall: Ehrlichkeit. Ich riet Frank, genau das zu schreiben, was im widerfahren ist. Sich zu entschuldigen und Marlies mit Transparenz und Offenheit zu begegnen. Versteht sie sein ehrenwertes Motiv richtig, würde sein Verhalten vielleicht sogar noch punkten und als Kompliment verstanden werden. Schließlich wurde für sie einer anderen Frau abgesagt. Würde aber sein Flüchtigkeitsfehler auf fruchtbaren Boden treffen, weil Marlies eher ein vorsichtiger, kritischer Typ ist, der schon schlechte Erfahrungen mit Männern zum Thema Ehrlichkeit und Parallel-Dating gemacht hat, dann könnte es sein, das es das gewesen ist.
Zwei Tage später rief mich Frank an. Alles gut, die Email hatte sie erreicht, am Abend klingelte das Telefon und nach einem dreistündigen Telefonat haben sie mit klopfenden Herzen aufgelegt und wollen sich am Wochenende treffen. Das ging noch mal gut. Dennoch ganz wichtig: Nehmen Sie sich Zeit für bedeutungsvolle Emails. Besser ein zweites Mal lesen, als sofort auf den Sendeknopf drücken. Und wer noch am Anfang mit mehreren eher unverbindlich plaudert, der sollte sich wenigstens Notizen machen, mit wem er was besprochen hat, um nicht durcheinander zu kommen. Spätestens jedoch, wenn ein Kontakt ernster wird und Gefühle aufkommen, sollte man nicht mehr auf anderen Hochzeiten tanzen. Das ist unfair und verletzend.
Über die Kunst, Körpersignale zu lesen
Geschrieben am 13.02.09 um 17:00 Uhr

Der Körper ist der Spiegel der Seele und so drückt unsere Körpersprache unweigerlich aus, was uns innerlich bewegt. Unsere Gefühlslage vollzieht sich auch in Körperhaltung, Gestik und Mimik. Selbst wenn wir nicht verbal kommunizieren, spricht der Körper für uns. Er ist niemals stumm und teilt mit seinen Signalen mit, was in uns vorgeht.
Wieso ist es aber so schwer, beim Flirten die Körpersignale wahrzunehmen und zuverlässig zu interpretieren? Sind Frauen so uneindeutig mit ihren Signalen oder sind Männer einfach nur etwas kurzsichtig oder ignorant? Denn warum gibt es beim Annähern so viele Missverständnisse? Meine Freundin Antje wollte mit mir vergangene Woche nicht wieder in diese nette Bar in St.Georg, weil dort die Typen so aufdringlich wären und sie beim letzten Mal davon echt genervt gewesen sei. Ein Kerl hätte einfach nicht locker gelassen und sie hätte sich durch den Club wie verfolgt gefühlt. Um endlich ihre Ruhe zu haben, musste sie sehr deutlich werden, was ihr eigentlich Leid tat, aber er wollte die anderen Signale einfach nicht verstehen.
Es ist völlig normal, dass wir die Nähe zu einem anderen Menschen am Anfang dadurch regulieren, dass wir während eines Gesprächs immer wieder den Abstand verringern und wieder erweiterten, uns in die Augen schauen oder aneinander vorbeisehen. Bei mehr Interesse und Sympathie wird der Körperabstand automatisch geringer, der so genannte Zuneigungswinkel wird kleiner, die Blicke in die Augen nehmen zu. Umso geringer aber der Körperabstand wird, umso empfindlicher werden wir bei Grenzüberschreitungen. Die intime Zone reicht normalerweise vom direkten körperlichen Kontakt bis zu einer Entfernung von ungefähr einem halben Meter. Unter Fremden wird das Eindringen in diese Zone häufig als besonders unangenehm erlebt. Nicht selten begegnet man Menschen, die diese unsichtbare Grenze im Gespräch immer wieder unsensibel überschreiten. Wird die Intimzone verletzt, löst dies Unlust und den Wunsch nach Ausweichen aus. In einem engen Club oder Bar wird der Körperabstand meist durch die äußeren Gegebenheiten "künstlich" verringert. Das bedeutet aber nicht, dass wir das mögen oder noch mehr uneingeforderte Nähe akzeptieren.
Gerade Männer sollten eine Frau in dieser intimen Zone nicht vorschnell bedrängen. Auch wenn der Kontakt nett ist und einige Signale einladend wirken, ist ein strikter Vorwärtsgang nicht ratsam. So wie eine Würgeschlange ihrem Opfer die Luft nimmt, indem Sie es so eng wie möglich umklammert und bei jedem Atemzug den entstehenden Raum nutzt, um die Schlinge weiter zuzuziehen, agieren manche Männer, die jedes Angebot der Annäherung sofort annehmen und danach nicht mehr zurückweichen. Bestes Gegenrezept: Ab und an den Zuneigungswinkel bewusst öffnen, ruhig etwas Abstand nehmen, etwas tun, was nicht im totalen Gleichklang steht, und danach sich wieder annähern. Das Prinzip heißt hierbei eher: zwei Schritte vor und einen zurück, gerne auch mal zwei zurück. Ist die Stimmung gut, dann wirkt ein Öffnen der Situation so erfrischend wie ein tiefes Durchatmen und hält die Spannung aufrecht, weil niemand offensichtlich am anderen klebt wie Kaugummi. Und es gibt der Frau die Möglichkeit, sich selber aktiv anzunähern und den Raum zu verkleinern. In diesem Fall also ist weniger mehr. Und es erspart einen unschönen Korb.
Geschrieben am 06.02.09 um 09:29 Uhr

Gerade komme ich aus Berlin von einem Dreh zum Thema Komplimente-Coaching zurück. Ein junges Paar stand im Mittelpunkt der Dreharbeiten fürs Fernsehen. Die beiden sind seit knapp zwei Jahren zusammen, haben ein 8 Monate altes Baby. Die junge Frau findet, dass ihr Partner ihr in der letzten Zeit zu wenig Aufmerksamkeit schenkt.
Komplimente sind durch die neue Familiensituation Mangelware geworden und wenn sie mal eines bekommt, dann hat sie schon sehr darauf hinarbeiten müssen.
Komplimente machen glücklich. Sie sind wie kleine Geschenke. Und das gute daran: Komplimente sind eine "Währung", die uns unbegrenzt zur Verfügung steht. Jemanden Komplimente zu machen, kostet uns nichts. Das Einsatzgebiet von Komplimenten ist ungemein breit: z.B. als Gesprächsöffner beim Flirten. Je nach Intensität, Inhalt, Stimmung und Tonalität kann ein Komplement mehr oder weniger berühren.
"Ihr Halsschmuck sieht sehr ausgefallen aus und unterstreicht wunderschön das Blau Ihrer Augen." Auch wenn Komplimente zu den Augen etwas Abgedroschenes haben können, ist es immer noch ein Klassiker. Charmant verpackt, gefällt es den meisten Frauen. Wer nur schnöde ein allgemeingültiges "Schöne Augen" in den Raum wirft, verfehlt die mögliche Wirkung. Wer ein Gespräch prickeliger werden lassen möchte, der sollte an der richtigen Stelle ein schönes Kompliment platzieren. Das gilt aber nicht nur fürs Flirten. Auch in einer langjährigen Beziehung erzeugt ein schönes Kompliment Sympathie und Spannung. Zudem stärkt es das Liebesgefühl uns gegenüber und damit die Beziehung.
Wie sollte ein gutes Kompliment sein? Grundregel Nr.1: Seien Sie ehrlich und aufrichtig. Kommt es von Herzen, dann wirkt es am besten z.B. "Ich mag deine Art, wie du erzählst, ich könnte dir stundenlang zuhören." Regel Nr.2: Seien Sie individuell und persönlich. Nehmen Sie den Anderen genau wahr. Lenken Sie Ihre Blicke auf die positiven Seiten. Komplimente zu persönlichen Verhaltensweisen oder Eigenschaften wirken mehr als zu äußeren Dingen. "Du hast einen tollen schlagfertigen Humor." oder "Du hast eine ganz gewinnende Art zu lachen." Trumpft mehr als ein "schicke Schuhe." Das betont nur etwas Materielles, was weniger Bezug zu einem selbst hat.
Weniger ist mehr: Zu dick auftragen wirkt unglaubwürdig. Zudem fällt es schwer, Übertreibungen ernst zu nehmen. Vorsicht auch vor allgemeinen Sprüchen oder Standards. Mit Sprüchen wie "Hab ich Zucker in den Augen, oder warum bist du so süß?" liegt man meist daneben. Das wirkt auswendig gelernt und wie aus der Konservendose. Lieber einen genauen Blick auf den anderen werfen und erforschen, was an ihm sympathisch, anziehend und gewinnend ist.
Geschrieben am 30.01.09 um 16:19 Uhr

Sie: "Jedesmal, wenn ich mich mit meinen Freunden verabrede, fällt dir in letzter Sekunde ein, dass du an dem Abend doch eine wichtige Besprechung im Büro hast und heute Abend nicht auf Laura aufpassen kannst."
Er: "Das ist nun mal in der Agentur so. Außerdem nimmst du auch nie Rücksicht, wenn ich am Wochenende zum Fußball will." Sie wieder: "Ach weißt du, du hast eh kaum mehr Zeit für uns, bist selten zuhause, an mir klebt alles: Kind, Haushalt und mein Job. Da finde ich es vermessen, wenn ich auch noch auf dein Gekicke am Wochenende Rücksicht nehmen soll." Er: "Wir hatten das schließlich so besprochen: Du kümmerst dich um die Familie und ich bringe das Geld nach Hause." Sie, den Tränen nahe: "So habe ich mir das aber nicht vorgestellt und außerdem merke ich doch, wie du dich emotional total zurückziehst. Du bist gar nicht mehr so zärtlich wie früher." Und so weiter und so fort. Die beiden schaukeln sich zunehmend hoch, er ist irgendwann genervt und verlässt sauer das Wohnzimmer und zieht sich lesend zurück. Sie unternimmt noch einige Versuche in seine Richtungen mit "Du, du, du". Aber das bringt keine Veränderung und der Abend ist hin, die Stimmung im Keller.
Wer kennt das nicht. Ein misslungenes Gespräch, ein Streit, der plötzlich entflammt. In diesem Fall werfen sich die beiden nur Vorwürfe an den Kopf. Dahinter liegt ein schwelender Konflikt, der schon länger lodert und nun kommen alte Enttäuschungen mit auf den Tisch. Hier werden nun munter Rabattmarken ausgeteilt. Wenn in der Transaktionsanalyse - eine psychologische Methode - von "Rabattmarken" bzw. "Rabattmarken-Sammeln" gesprochen wird, so bezeichnet man damit das Ansammeln negativer Gefühle in einer Reihe von Interaktionen mit einem Gegenüber, um sie später in einem "Racheakt" einzulösen.
So ärgert sich beispielsweise ein Partner im Gespräch über etwas, was der Gesprächspartner sagt oder wie dieser sich verhält, äußert dies aber nicht, sondern behält es für sich. Dieses Verhalten wiederholt sich nun einige Male, bis sich so viele negative Gefühle angesammelt haben, dass alles auf einmal ungefiltert auf den Tisch geknallt wird, selbst wenn die aktuelle Situation gar nicht so schlimm scheint. Der andere weiß natürlich nichts von den vielen gesammelten Rabattmarken, wundert sich bloß über die aus seiner Sicht überzogene Reaktion und ist nun seinerseits entsetzt und verärgert.
Auslöser für einen solchen Streit können alte Verletzungen oder nicht verbalisierte und aufgestaute Unzufriedenheit in der Beziehung sein. Im Konflikt entsteht ein Machtkampf. Findet man keine Lösung, verursacht das in der aktuellen Beziehung Stress und raubt auf Dauer Lebensenergie.
Was kann man besser machen? Wenn zwei sich streiten, sollte es nicht darum gehen, wer aus dem verbalen Schlagabtausch als Sieger hervorgeht, sondern darum, dass am Ende zu den wirklichen Ursachen vorgedrungen wird und beide Streitpartien das Gefühl haben, sich Gehör verschafft zu haben, verstanden worden zu sein und dass eine konstruktive Konfliktlösung gefunden wurde. Dabei helfen zunächst einmal ein paar Regeln der Kommunikation, um überhaupt im Gespräch zu bleiben oder wieder dorthin zu gelangen: Vermeiden Sie pauschale Verurteilungen wie "Immer bist du so..." und Killerphrasen. Nennen Sie besser konkrete Beispiele und konkretisieren Sie Ihre Aussagen durch "manchmal" oder "in den letzten vier Wochen". Um den anderen nicht in die Abwehr zu treiben, sollten keine Vorwürfe in der Form "Du hast", "Du machst immer" formuliert werden. Besser ist in Ich-Botschaften zu sprechen und dabei das eigene Gefühl, was das Verhalten des anderen auslöst, zu verbalisieren. "Ich finde..." oder "Es macht mich traurig, wenn du..." oder "ich fühle mich vernachlässigt..." Signalisieren Sie zudem Interesse daran, was der andere zu sagen hat und stellen Sie offene Fragen: "Wie siehst du das?".
Bevor die Auseinandersetzung eskaliert, machen Sie lieber eine Pause, bis die Emotionen abgekühlt sind und Sie wieder miteinander über das eigentliche Thema sprechen können. Das sollte deutlich auf der Metaebene ausgesprochen werden, damit nicht der Eindruck eines Kontaktabbruchs oder Rückzugs entsteht. "Ich habe das Gefühl, wir kommen gerade nicht weiter, weil wir so aufgebracht sind. Aber ich möchte mich gerne mit dir morgen verabreden, um das Gespräch weiterzuführen. Mir liegt sehr daran. Wann hast du Zeit?" Wer immer wieder an der gleichen Stelle in Streitigkeiten feststeckt, sollte über einen Strategiewechsel nachdenken oder einmal die Kommunikationsstrukturen des Miteinanders unter die Lupe nehmen.
Geschrieben am 23.01.09 um 15:07 Uhr

Weihnachten besser als erwartet überstanden, Silvester lange auf einer Party getanzt oder gesellig mit Freunden verbracht. Die Feiertage sind vorbei, mit ihnen auch die freien Tage, die netten Unternehmungen, Spaziergänge, Verabredungen oder die Zeit der Besinnlichkeit. Viele sind mit guten Vorsätzen zuversichtlich ins neue Jahr gestartet.
Nun schleicht sich der Alltag ein. Der eine oder andere Vorsatz steht bereits wackelig zur Diskussion. Gut, dass die schlimmste Phase des Nicht-Rauchens überwunden ist und noch jeder Versuchung standgehalten wurde. Auch hat sich die bessere Priorisierung im Job vorteilhaft ausgewirkt und das Büro konnte in den meisten Fällen pünktlich verlassen werden. Doch trotzdem fällt es oft schwer, sich aufzuraffen und nach der Arbeit noch etwas zu unternehmen. Das war aber einer der wichtigsten Vorsätze: Aktiver zu werden, alte Kontakte wieder zu beleben, mehr zu unternehmen und zudem intensiver das Thema Partnerschaft anzugehen. Doch der Winter-Blues hat Sie eingeholt und raubt Ihnen den Elan.
So paradox es klingt, gerade gegen ein mentales Winter-Tief hilft am besten Aktivität. Auch wenn es Ihnen wenig gelingt, sich zu motivieren, ist es jetzt besonders wichtig, im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung zu bleiben. Der Körper wirkt mit großem Erfolg auf die Psyche, positiv wie negativ. Machen Sie sich das zunutze. Stärken Sie Ihren Körper und bringen Sie ihn in Schwung. Gehen Sie spazieren, um Licht und Sauerstoff zu tanken. Holen Sie sich im Schwimmbad oder in der Sauna ein bisschen Sommer-Gefühl, oder lassen Sie sich bei einer Lesung, im Kino oder im Theater auf andere Gedanken bringen. Setzen Sie sich ganz bewusst Termine für Ihre Freizeitaktivitäten, damit Sie diese nicht von Tag zu Tag schieben. Gönnen Sie sich einen Extra-Dosis Vitamine. Viel Gemüse essen, sich einen frischen Orangensaft pressen und auch mal einen knackigen Salat zubereiten. Ist ihnen das zu "kalt", starten Sie zuerst mit einer Süppchen als Vorspeise.
Ein weiteres effektives Mittel gegen den "Blues": Umgeben Sie sich mit warmen Farben. Rot verleiht Kraft und Zuversicht. Gelb bringt die Sonne ins Haus und tut der Seele gut. Machen Sie es sich in der Wohnung gemütlich, ein paar Kerzen bringen mehr Licht und Behaglichkeit. Zudem hilft mentales Reisen. Verkürzen Sie bewusst die Zeit bis zum Frühjahr, in dem Sie sich schon mal über Ausflüge, Unternehmungen und Urlaub im Sommer Gedanken machen. Da hilft auch das Blättern in Reisemagazinen. Was wollten Sie immer schon? Fahrradtour mit Picknick, Ballonfahrt, ein besonderer Tagesausflug, die Bepflanzung des Balkons...Machen Sie erste Pläne. Wer sich jetzt bewusst Gutes tut, um wieder in Schwung zu kommen, wird sicherlich bald wieder mit neuem Elan die Augen nach dem oder der Richtigen aufhalten.
Flirten: Bremsen und Gas geben
Geschrieben am 16.01.09 um 11:33 Uhr

Letzte Woche habe ich für den Dreh einer neuen Folge des Single-TVs von Elitepartner.de eine junge Frau im Single-Coaching begleitet. Ihr Anliegen war es, mehr über ihr Flirtverhalten zu erfahren, wie Signale richtig gesandt und interpretiert werden.
In einer Übung zum Blickkontakt wurde ihr indes bewusst, wie schnell Kontakt entstehen kann. Damit kam bei ihr die Sorge auf, die Geschwindigkeit des Kennenlernens nicht mehr kontrollieren oder aus dem Flirt aussteigen zu können. Doch das sollte keinen Grund ausmachen, Kontakte zu vermeiden. Besser ist es, zu wissen, wie man Körpersprache gezielt einsetzen kann, um Einladungen aber eben auch Ausladungen deutlich "auszusprechen".
Das Schwierige am Flirt ist nicht der Anfang, sondern das Ende. Tatsächlich lassen sich vor allem Frauen oft nicht auf das kleine Abenteuer eines spontanen Flirts ein, weil sie das Gefühl haben, ab einem bestimmten Punkt nicht mehr aussteigen zu können. Männern kann es ebenfalls passieren, dass ihr Interesse für ihr Gegenüber während eines Flirts erlahmt, sie jedoch nicht wissen, wie sie dem Ganzen höflich ein Ende bereiten sollen. Schließlich ist es durchaus eine Art Spagat, dem anderen zu verstehen zu geben, dass man für eine Fortsetzung der Begegnung nicht genug Interesse hat, und dabei das eigene und das Gesicht des Gegenübers zu wahren. Aus diesem Grund ist es hilfreich, zu wissen, wie vor allem mit den Mitteln der Körpersprache das Tempo einer Begegnung bestimmt werden kann. Ich benutze dafür gerne die Begriffe "Gas geben" und "bremsen lernen", die mein Kollege Holger Lendt in dem Zusammenhang geprägt hat. Weil wir das als ein ganz entscheidendes Handwerkszeug beim Flirten ansehen, legen wir darauf in unserem Seminar Fit2Flirt viel Aufmerksamkeit.
Bitte vergessen Sie niemals: Ein Flirt beinhaltet keinerlei Versprechen. Wenn Sie sich mit jemandem eine halbe Stunde nett unterhalten oder einen Drink genommen haben, folgt daraus nicht automatisch, dass einer der Gesprächspartner ein Recht am anderen erworben hat. Richten Sie sich daher nicht nach dem Tempo oder den Erwartungen Ihres Gegenübers, schließlich hat jeder Mensch individuelle Maßstäbe, und Sie sollten sich vor allem an Ihren eigenen orientieren.
Die Distanz und das Annäherungstempo regeln sich überwiegend unbewusst durch unsere Körpersprache. Zum einen können Sie selbst auf solche Signale Ihres Gegenübers achten, um herauszufinden, wie es ihm mit dem Kontakt geht. Sie können aber auch ganz bewusst und gezielt Signale senden, um das Tempo zu regulieren.
Wer "Gas geben" möchte, der kann auf folgende Einladungen achten: freundliches Lächeln, viele Blicke in die Augen, eine offene Körperhaltung, körperliche Zugewandtheit, Kopf leicht schräg legen, Nesteln an der Kleidung, Spielen mit den Haaren, Verringern des Abstandes oder flüchtige Berührungen. Wer Paare beim Flirten beobachtet, kann genau diese Flirtsignale beobachten, weil sie bei einem harmonischen Flirt automatisch ablaufen. Bewusst eingesetzt, schaffen sie mehr Nähe.
Wer mehr Distanz herstellen möchte, sollte sich gegensätzlich verhalten. In einem Gespräch in die Luft oder auf den Boden zu schauen, signalisiert Desinteresse. Ebenso ausladend wirkt eine abweisenden Körperhaltung wie das Verschränken der Arme vor der Brust, Kopf nach hinten bewegen, Mimik und Gestik einfrieren lassen, den Abstand zum anderen vergrößern. Wortkargheit eignet sich zusätzlich, um einen Kontakt zu ermüden. Ihnen stehen sehr machtvolle Signale zur Verfügung - also nutzen Sie sie! Damit können Sie einen unerfreulichen Kontakt meistens schnell abkühlen und wieder den nötigen Abstand gewinnen. Falls solch eindeutige Signale aber immer noch nicht verstanden werden, der sollte den Korb konkret, möglichst charmant und ohne unnötige Verletzung aussprechen. Mit Worten wie: "Ich merke, du möchtest dich gern weiter unterhalten/das Gespräch vertiefen/mich mehr kennenlernen. Das ist nett, danke, aber ich möchte gerne den Abend allein verbringen/das Gespräch hier beenden/ das bis hier belassen." Wichtig ist dabei, eindeutig zu kommunizieren, dass heißt den Inhalt auf allen Ebenen (Stimme, Körpersprache und Inhalt) mit gleicher Bedeutung rüber zu bringen. Wer obigen Korb mit einem sehr charmanten Lächeln formuliert, wird gerne missverstanden.
Geschrieben am 09.01.09 um 10:43 Uhr

Für viele lautet ein wichtiger Vorsatz für das neue Jahr, mit sich ins Reine zu gelangen. Vor allem, wenn man eine turbulente Zeit privat, familiär oder in der Liebe hinter sich hat. Was aber ist der richtige Weg dorthin?
Vor kurzem sprach ich mit einer Kollegin auf einer Fortbildung über das Bedürfnis, traurige Erfahrungen abhaken zu wollen, wegzublicken, am liebsten zu verdrängen und sich stattdessen erwartungsvoll in eine bessere Zukunft zu stürzen. Nachzuvollziehen, denn der Blick nach hinten, die Auseinandersetzung mit traurigen Situationen, Konflikten, Misserfolgen und Trennungen ist meist mit Gefühlen eigenen Scheiterns, Verletzungen und verloren gegangenen Hoffnungen verbunden. Sich schmerzhafte Begegnungen zu ersparen, sie gar zu meiden, ist also nur menschlich. Zudem macht die Konfrontation häufig Angst, hält einem den Spiegel für eigene Anteile an den Ereignissen und Entwicklungen vor Augen. Doch so ganz ohne Blick nach hinten und eine angemessene Auseinandersetzug mit Vergangenem geht es selten unbelastet oder sogar gestärkt in die Zukunft. Vor allem nimmt man sich damit eine Chance, zu Erkenntnissen über sich selbst zu gelangen, Zusammenhänge zu verstehen und somit eine neue Grundlage zu erlangen, sich beim nächsten Mal anders, partnerschaftlicher, angemessener zu verhalten. Der Preis, ein weiteres Mal in alte Schlangengruben und Wunden zu wühlen, kann also einen großen Gewinn mit sich bringen.
Für meine Kollegin, die als Psychotherapeutin in eigener Praxis arbeitet und eine Ausbildung in tiefenpsychologisch orientierter Psychotherapie hat, gibt es zu diesem Vorgehen wenig sinnvolle Alternativen. Sie selber hält es nicht in jedem Fall und im gleichen Maße für erforderlich, bis weit in die Kindheit einzudringen, um aktuelle Probleme zu bewältigen. Doch eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit Konflikten und Trennungen hält sie für notwendig, um sich von alten Mustern, neurotischen Verhaltensweisen und Ängsten zu befreien und damit den Weg zu ebnen, eine reifere Form der Konfliktbewältigung und glücklicheren Beziehungsgestaltung zu erlangen. Aus ihrer Perspektive sehr verständlich, schließlich kommen die Menschen zu ihr in die Praxis, die nach vielen Versuchen selber nicht mehr weiter kommen, unter einem erheblichen Leidensdruck stehen oder für sich etwas aktiv ändern möchten, weil sie mit sich und ihrem Leben nicht mehr im Einklang sind.
Aber auch aus meiner Sicht ist der goldene Weg nach Vorne am besten über einen adäquaten Umweg nach hinten zu meistern. Die Selbstreflektion führt uns unweigerlich erst einmal zu uns selbst, so unangenehm es auch erscheint. Doch es ist gewiss, gestärkt aus der Konfrontation mit sich selbst und seinen Konfliktfeldern zu gehen. Wichtig ist, sich dafür die Zeit zu geben, die der Prozess verlangt. Manches lässt sich schnell erkennen und bewältigen, andere Zusammenhänge verlangen mehr Aufmerksamkeit, Selbstreflektion, Gespräche und die eine oder andere Wiederholungsschleife. Wichtig ist, Geduld mit sich zu haben. Der Körper und die Psyche zeigen einem, wie weit der Prozess ist und ob man noch Zeit braucht. Hat man das Gefühl, die Vergangenheit ist bewältigt, sie kann losgelassen werden und ruhen, hat keine Kraft mehr, immer wieder die Aufmerksamkeit zu binden, kann das Kapitel zugeschlagen werden. Jetzt können alle Energien wieder auf Neues gesetzt werden.
Kamasutra unter den Wellen oder Flirten im Alltag
Geschrieben am 06.01.09 um 15:13 Uhr

Neujahrsmorgen lese ich einen Artikel im Spiegel Nr. 52, der mich mit der für dieses Magazin doch recht ungewöhnlichen Überschrift "Die brutalen Sexpraktiken der Tiefsee-Tintenfische" auf den Inhalt neugierig gemacht hat.
Ich schlage Seite 115 auf und lese: "Sex in der Tiefsee ist eine diffizile Angelegenheit. Es beginnt schon mit der Suche nach der Partnerin: wie sie finden in den Weiten des stockdunklen Ozeans?" Das Erfolgsrezept des forschenden Biologen Jan Ties Hoving von der Universität Groningen "Nutze den Augenblick" springt mir sofort ins Auge. "Wie Recht er hat", denke ich, wage dabei aber nicht seine Forschungsarbeiten zu beurteilen, sondern wandere in meinen Gedanken zur Partnersuche zwischen Menschen und halte die Aussage für eine ganz wichtige Grundregeln beim Flirten und Kennenlernen.
Wir begegnen im Alltag zahlreichen Menschen, sei es auf dem Weg zur Arbeit, in der Warteschlange an der Kinokasse, beim Einkaufen, an der Käsetheke, auf der Straße, im Café, neben uns auf der Parkbank, im Zug oder beim Warten im Einwohnermeldeamt. Flirten lässt sich überall, nicht nur am Abend beim Tanzen oder in Bars. Dort scheint es zwar "legitimer", weil hier der Flirtfaktor allgemein höher ist. Aber es ist nicht unbedingt erfolgreicher. Gerade in solchen Situationen, in denen wir mehr Flirtoffensiven erwarten, werden unsere Schutzschilder schneller ausgefahren, möchte man einen ungestörten Abend verbringen.
Der Alltag bietet viel mehr Chancen als oft wahrgenommen. Sind wir offen und interessiert, mit Menschen in Kontakt zu treten, bieten sich unzählige Chancen, Blicke auszutauschen, ein Lächeln zu schenken oder zu bekommen, in ein Gespräch einzusteigen. Häufig vermeiden wir aber eher Kontakt. Wir verstecken uns hinter hochgezogenen Mantelkrägen, hinter Büchern und Zeitungen, schirmen uns mit Musik auf den Ohren oder dem Laptop auf dem Schoß ab, blicken zur Seite, wenn uns Blicke treffen. Wer hingegen bereit ist, Augenkontakt zuzulassen oder zu initiieren und offen ist, wird leichter in Kontakt kommen. Und gerade beim Flirten gilt die goldene Regel "Nutze den Augenblick". Ein erster Blick in die Augen, der erwidert wird, ein Lächeln mit einem weiteren Blick ist die beste Chance und Einladung auf ein "Hallo", bevor der junge Mann mit seinen Einkäufen aus der Warteschlange abbiegt, die interessante Frau neben Ihnen aufsteht und im Flugzeug ganz woanders sitzt, der attraktive Typ im Wartezimmer beim Arzt zur Behandlung aufgerufen wird. Wer immer auf eine bessere Gelegenheit wartet, verpasst den richtigen Augenblick und vielleicht eine große Chance auf eine tolle Begegnung. Wie passend, dass mir eine Freundin letzte Woche erzählte, ihren Freund beim Zahnarzt kennengelernt zu haben, indem sie sich beide gegenseitig Mut machten und einhelliger Meinung waren, dass einem schon beim Hören des Bohrgeräusches ganz furchtbar mulmig werden würde. Bei keinem wurde gebohrt, stattdessen ging man Kaffeetrinken.
Den inneren Schweinehund besiegen
Geschrieben am 23.12.08 um 10:53 Uhr

Wer kennt das nicht? Das magische Datum zum Jahresende motiviert besonders, Bilanz der vergangenen 365 Tage zu ziehen und sich für das neue Jahr einiges an Veränderung vorzunehmen.
Sicherlich könnte man auch an jedem anderen Tag im Jahr beschließen, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben, sich gesünder zu ernähren oder mehr Zeit für Freunde und Hobbies aufzubringen. Auch wenn wir durchwegs ganz zufrieden sind, fällt doch jedem mindestens eine Sache ein, die mal ernsthaft ins Visier genommen werden könnte.
Beim Blick nach Vorne drängt sich gleichzeitig der Blick nach hinten auf. Was habe ich mir vorgenommen und wie viel habe ich davon erreicht? Glücklich dürfen sich die schätzen, die ihre Vorsätze so wie geplant umsetzten konnten. Denn viele Vorsätze bleiben nur Lippenbekenntnisse, die schnell im neuen Jahr wieder über Bord geworfen werden oder mit der Zeit verblassen?
Was kann man aber tun, damit Vorsätze nicht nur gut gemeinte Absichten bleiben? Folgende Regeln können dabei helfen.
1. Weniger ist mehr: Nehmen Sie sich nicht zu viele Ziel auf einmal vor. Das führt meist zu einer Überforderung und Stress. Wenn sich die ersten Inkonsequenzen eingeschlichen haben, sich die geplanten Veränderungen nicht so schnell erreichen lassen, steigt der Frust über die Erfolglosigkeit - gemessen an den Zielen - und man gibt verärgert und enttäuscht den ganzen Plan auf. Also besser ein erreichtes Ziel als fünf erfolglose.
2. Legen Sie genau fest, was Sie ändern wollen. "Nicht einfach nur abnehmen", sollte das Motto sein, sondern wie viel, bis wann und wie. Machen Sie sich einen persönlichen Schlachtplan, in dem Sie auch Teilziele festlegen. Damit können Sie zudem messen und beurteilen, was sie erreicht haben. Wenn Sie zum Beispiel mehr Zeit mit der Familie oder Freunden verbringen wollen, dann benennen Sie das präzise. "Ich möchte an 2 Abenden die Woche Freunde treffen."
3. Wichtig ist: Bleiben Sie realistisch mit Ihren Zielen! Wer sich als Ziel setzt, 15 Kilo in einem Monat abnehmen zu wollen, läuft Gefahr zu scheitern oder sich gesundheitlich zu ruinieren.
4. Belohnen Sie sich bewusst, wenn Sie Teilziele erreicht haben. Wenn Sie mit dem Walken anfangen wollen, dann seien Sie auf sich stolz, wenn Sie einen Monat regelmäßig zweimal die Woche unterwegs waren, auch wenn Ihr Ziel dreimal die Woche ist.
5. Wappnen Sie sich frühzeitig vor dem inneren Schweinehund. Das ist derjenige, der alles unternehmen wird, um Sie von Ihren schönen Vorsätzen abzubringen. Er liegt stets auf der Lauer und macht Ihnen gern das Leben schwer. Überlegen Sie also, wie Ihr persönlicher Schweinehund aussehen könnte. Haben Sie eine Vorstellung davon, machen Sie sich frühzeitig Gedanken, wie Sie ihn in Schach halten können. Zieht er Sie nach der Arbeit wie ein Magnet auf die Couch, verabreden Sie sich zuzweit zum Sport oder gehen Sie gleich nach der Arbeit raus.
Mit diesen kleinen Tipps wird es sicher besser gelingen, die Vorsätze für 2009 zu realisieren. Ich wünsche Ihnen ein glückliches und gesundes Neues Jahr!
Die Dos und Don'ts auf der Weihnachtsfeier
Geschrieben am 15.12.08 um 16:18 Uhr

Alle Jahre wieder lädt das Unternehmen zur Weihnachtsfeier ein. Neben einem köstlichen Buffet, heiterer Stimmung und netter Musik verlockt das eine oder andere Glas guten Tropfens, auf das vergangene Arbeitsjahr und die Perspektive für das Kommende anzustoßen. Feiern und Flirten gehören zusammen wie der rechte zum linken Schuh. Und so ist die jährliche Weihnachtsfeier eine geeignete Chance für neue abteilungsübergreifende Kontakte sowie einen spontanen Flirt.
Endlich ein Anlass, der neuen Kollegin aus dem Rechnungswesen näher zu kommen und sie zum Tanzen aufzufordern. Was im Büroalltag so schwierig erscheint, weil selten unbefangene Stimmung herrscht oder die Büros Meilen entfernt liegen, man sich nur alle paar Wochen zufällig auf dem Gang oder in der Kantine sieht, wird bei einer ausgelassenen Weihnachtsfeier plötzlich möglich.
Gegen einen lockeren Flirt auf der betrieblichen Weihnachtsfeier ist grundsätzlich gar nichts einzuwenden. Ob mit dem gut aussehenden jungen Kollegen, der immer so reizend grüßt, endlich intensiver ins Gespräch zu kommen oder der Marketingchefin beiläufig ein Kompliment für ihr charmantes Lächeln zu machen. Vieles ist erlaubt. Nur sollte darauf geachtet werden, wieweit bei so einem Flirt gegangen werden kann. Die feucht-fröhliche Stimmung beflügelt den einen oder anderen zu etwas mehr, was er unter anderen Umständen vielleicht nicht in dieser Form gewagt hätte. Also denken Sie daran: Egal wie nett der Abend ist, es gibt auch einen Tag danach und vor allem einen Büroalltag. Beachten Sie also beim Flirten die Grenzen und das Tempo des anderen und fragen Sie sich, wie sich das Ganze am anderen Morgen anfühlen würde. Denn nach einem Drink zuviel sind vielleicht beide enthemmter und haben Lust auf eine Knutscherei, doch mit dem Kater kommt die Ernüchterung, zuweit gegangen zu sein. Tun Sie also nichts, was Sie nicht auch mit klarem Kopfe getan hätten. Für eine intensive körperliche Annäherung ist die Weihnachtsfeier eh nicht der richtige Rahmen.
Sowieso ist davon abzuraten, sich auf der Weihnachtsfeier gehen zu lassen und sich einen heftigen Schwipps zu gönnen. Das ist der falsche Ort für derartige Entgleisungen. Denn die nette Runde vom Vorabend bleiben immer Ihre Kollegen und am nächsten Tag müssen Sie wieder ganz professionell mit ihnen zusammenarbeiten. Da hängt einem eine unangenehme Blamage noch lange an den Fersen und bietet Futter für Gerüchte und den Flurfunk. Wer das nicht möchte, sollte lieber ganz, ansonsten ganz sicher auf zuviel Alkohol verzichten. Und nicht nur der torkelnde Gang wird von einige Kollegen mit Argusaugen registriert, sondern auch ihr Techtelmechtel mit der Kollegin. Also bedenken Sie auch hier, weniger ist mehr. Besonders dann, wenn Sie ihre und die Intimsphäre der Kollegin schützen und sich nicht Neid oder Missgunst der Kollegen aussetzen wollen. Mit entsprechendem Fingerspitzengefühl und dem Wissen um die Sensibilitäten solcher Feste sind Sie bestens gewappnet, eine tolle Feier zu erleben.
Geschrieben am 08.12.08 um 17:32 Uhr

Eine Frage, die viele beschäftigt. Nicht nur diejenigen auf Partnersuche, sondern auch die, die immer wieder das Gefühl haben, an den Falschen geraten zu sein oder ihre Beziehung in Frage stellen.
Sicherlich wäre es für den einen oder anderen erlösend, würde die Antwort von außen abgenommen oder schwarz auf weiß als verlässliches Testergebnis auf dem Silbertablett serviert. Daher wird ohne Unterlass in der Psychologie, Evolutionsbiologie und Soziologie zur Partnerwahl und Partnerschaft aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln geforscht, um Antworten zu finden auf die Frage, wer passt wirklich zu mir. Unmengen an Faktoren gibt es mit einzubeziehen. Die Kompatibilität der Persönlichkeitseigenschaften, der Vorteil übereinstimmende Interessen, Werte und Lebensziele, die Homogenität des Bildungshintergrunds, in einem Bereich die Wahl nach dem Motto: "Gegensätze ziehen sich an, aber bitte nicht zu gegensätzlich". In einem anderen: "Gleich und gleich gesellt sich gern". Doch damit nicht genug. Die ganzen unbewussten Wahlkriterien kommen noch dazu wie der Einfluss der Pheromone, die Kommunikation der Immunsysteme, also die ganze Biochemie, die zwischen zwei Menschen eine große Rolle spielt. Nicht zu vergessen: Erotik und Sexualität.
Kein Wunder also, dass man sich nach einem verlässlichen Ratgeber sehnt, der einem den einen oder anderen Fehltritt erspart. Vor allem, führt man sich die Wirkungen und Nebenwirkungen einer Partnerschaft vor Augen, wie es der Hamburger Psychotherapeut Oskar Holzberg nicht trefflicher formulieren konnte: "Nichts lässt uns innerlich so wachsen und blühen wie eine erfüllende Paarbeziehung", und "Nichts belastet Seele und Körper so stark wie eine unbefriedigende Zweisamkeit." Folglich scheint die beste Vorsorge für eine Beziehung darin zu bestehen, dass die Persönlichkeiten der Partner zueinander passen.
Kein Wunder bei der Brisanz des Themas, dass der Hamburger Psychologe Burghard Andresen mit seinem Team ein neues psychologisches Testsystem zur Beziehungspersönlichkeit entwickelt hat, um Aufklärung und Hilfestellung bei der Partnerwahl zu ermöglichen.
Was ist neu daran? Die Paardimension von Menschen, sprich das liebestypische Verhalten und Empfinden, Erotik und Sexualität fehlten in vielen bisherigen Untersuchungen und Testverfahren. Nach Aussage von Andresen lässt sich "aus der allgemeinen Persönlichkeit, so wie sie in den üblichen Persönlichkeitstests beschrieben wird, die Beziehungspersönlichkeit nicht ausreichend vorhersagen". Eine im Berufsleben aufgeschlossene, extrovertierte und kommunikative Person kann sich seinem Partner gegenüber verlegen und gehemmt zeigen, geht es darum, eigene Bedürfnisse im Alltag oder sexuelle Wünsche zu äußern. Die Persönlichkeit, die man seinem Liebsten gegenüber zeigt, kann also sehr verschieden von dem sein, was man im beruflichen Leben oder unter Freunden von sich offenbart. Das unterscheidet die Persönlichkeit mit all ihren Facetten von der Beziehungspersönlichkeit, die erst im Miteinander einer Liebesbeziehung zu Tage tritt. Neun dieser so genannten Liebesstiele liegen dem Test des Beziehungsforschers zugrunde. Und jeder Mensch trägt alle diese Stile in sich, aber in sehr unterschiedlichem Maß. Füllt man den Test aus, lässt sich feststellen, wie das Profil der eigenen Beziehungspersönlichkeit aussieht und wie harmonisch und konfliktträchtig die Partnerkonstellation ist oder wäre. Wer den Test machen möchte, kann eine Kurzfassung im Stern Nr. 49 ausfüllen.
Aber eines bleibt immer sicher: Kein noch so guter psychologischer Test garantiert, dass sich zwei Menschen ineinander verlieben. Dazu gehören wie eben beschrieben noch zahlreiche Faktoren jenseits der bewussten Psyche, die uns dahingehend beeinflussen.
Vorsicht vor "frisch getrennt"
Geschrieben am 28.11.08 um 10:19 Uhr

Das Profil ist vielversprechend, die Übereinstimmung der Interessen verblüffend, nette Mails von beiden Seiten, Bilderaustausch, Telefonate und das erste Treffen knüpft nahtlos daran an. Die sympathische Augenärztin ist unterhaltsam, schnell finden sich gemeinsame Themen, es wird viel gelacht.
Nach dem dritten Glas Wein wird das Gespräch persönlicher und die aktuelle Lebenslage wird Thema. Sie berichtet, dass sich ihr noch Ehe-Mann neu verliebt hat, was aber für sie in Ordnung wäre, schließlich sei man schon ein halbes Jahr getrennt. Kann so jemand schon frei für eine neue Bindung sein? Oder möchte diese Frau sich nach der Trennung in eine neue Beziehung stürzen, um die alte zu vergessen. Laut einer Studie von Elitepartner.de suchen 16 Prozent Männer und 6 Prozent Frauen in einer Affäre Ablenkung bei Liebeskummer. Nach dem Motto Ex und hopp stürzen sich die Verbrämten in etwas Neues und hoffen dadurch Trost zu finden. Häufig sind es aber die Frauen, die länger brauchen, um sich auf etwas Neues einzulassen. Sie nehmen sich mehr Zeit für die Trauerphase als Männer, arbeiten an sich und versuchen, die Verletzungen zu verarbeiten. Das braucht nun mal seine Zeit, doch das Ergebnis ist meist, wieder wirklich offen für eine neue Liebe zu sein.
Männer hingegen lenken sich häufiger ab, flüchten sich in ihre Arbeit, betreiben exzessiv Sport oder suchen schnell nach einer neuen Partnerin. Das liegt daran, dass für Männer Liebeskummer oft schwerer zu ertragen ist. Sie sind es meist nicht gewohnt, offen über ihre Gefühle zu sprechen und sich mit ihren verletzten Gefühlen anderen anzuvertrauen. Frauen dagegen haben oft enge Bezugspersonen, mit denen sie ihren Schmerz teilen. Sie versuchen, sich durch Veränderung von der Verletzung zu befreien. Für einen anderen Mann sind Frauen in dieser Phase meist gar nicht offen, sie müssen erst wieder zu sich finden.
Eine neue Liebe braucht nun mal als Nährboden eine verarbeitete Trennung. Wer viel von seinem Expartner erzählt, ist meist noch nicht frei für eine neue Partnerschaft. Daher sollten die Alarmglocken in so einem Fall schellen, denn Menschen in der Trauerphase sind als potenzielle Partner nicht geeignet. Fragen Sie am besten sensibel nach, wie die Person mit ihrer Vergangenheit umgeht. Wenn Ihr Gegenüber dann abblockt, ist das eher ein Zeichen, dass dort noch viel Unverarbeitetes schlummert. Am besten auf das eigene Bauchgefühl in solchen Situationen hören. Verunsichert Sie die Situation, sprechen Sie Ihre Gefühle offen an. So schützen Sie sich vor einer Begegnung mit einem Menschen, der nur mit halben Herzen bei der Sache ist.
Nie wieder ungehört ein Vier-Gänge-Menü
Geschrieben am 21.11.08 um 17:56 Uhr

Das Telefon klingelte, Marina, eine Freundin begrüßte mich mit den Worten: "Hätte ich mal auf dich gehört."
Sie hatte vor zwei Wochen Thomas im Internet kennengelernt. Er hatte recht nett auf ihre Partneranfrage geantwortet und seitdem haben sie sich einige Male geschrieben. Marina mochte seinen gefühlvollen Schreibstil sehr und sagte mir, sie hätte sich allein schon deshalb in Thomas verlieben können. Sein Foto bestätigte ihren Eindruck aus den Emails. Es war aus seinem letzten Urlaub in den Bergen und Marina schwärmte mir vor, wie stattlich, sportlich und sympathisch er in seiner Bergmontur aussehen würde. Thomas hatte nun ein Treffen vorgeschlagen, er hatte ein gutes Restaurant ausgewählt. Als ich Marina einen Tag vorher sprach, fragte ich, ob sie denn vorher telefoniert hätten. Das wäre nicht nötig gewesen, sie hätte ein gutes Gefühl und man hätte alles andere per SMS geregelt. Ich konnte mir nicht verkneifen, dass ich solche Spontaneität zwar nachvollziehen könnte, aber mit einer Verabredung zu aufwendiger Menüabfolge beim ersten Date etwas dosierter umgehen würde. Schließlich wisse sie nicht, ob Thomas im direkten Kontakt genauso unterhaltsam und charmant sei, wie in seinen Emails. Nicht jeder der gut schreiben kann, ist im gesprochenen Wort entsprechend eloquent.
"Schon nach der Geflügelkonsume hatten wir uns kaum noch was zu sagen", war dann Marinas zweiter Satz. Thomas wäre von Anfang an ziemlich verkrampft gewesen. Womit sie schlecht umgehen konnte, war seine Art zu sprechen. Er hatte eine unmännlich hohe Stimme und machte so lange Pause beim Reden. Sie hätte auch das Gefühl gehabt, dass er damit mögliches Stottern kaschiert. Das Foto von Thomas war auch eher schmeichelnd. Vielleicht sei sie ja zu äußerlich, merkte sie selbstkritisch an, aber Thomas hätte sofort einen ungepflegten Eindruck bei ihr erzeugt. Das hat sie abgestoßen. Trotz ihrer Enttäuschung versuchte sie das Gespräch in Schwung zu bringen, damit der Abend noch ganz nett werden könnte. Aber irgendwie gelang es ihr nicht, weil Thomas auch nicht wirklich was Spannendes zu erzählen hatte. Auf ihre Fragen folgten immer nur wenige Sätze und gemeinsame Themen blieben Mangelware. Die Zeit bis zum Dessert wurde daher zur Geduldsprobe.

Wenn ein Kontakt positiv startet und sich die Kommunikation per Email angenehm entwickelt, ist es ratsam, nicht zu lange zu warten, bevor man telefoniert. Die Stimme und die Art zu sprechen ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Sympathie. Wer das Risiko einer Enttäuschung beim ersten Date klein halten will, sollte also immer vorher zum Hörer greifen. Außerdem eignen sich für diesen Anlass auch Treffpunkte besser, die einen nicht gleich über mehrere Stunden fest binden. So nüchtern es klingen mag, aber das erste Treffen ist eigentlich nur dazu da, das Bild, das man sich von einer Person gemacht hat, mit dem Erleben in der Realität abzugleichen und zu schauen, ob die Chemie zwischen beiden stimmt und mir das Gegenüber auf allen Ebenen sowie im Gesamteindruck sympathisch ist. Ziel ist also: Ist soviel Sympathie da, dass es ein zweites Treffen überhaupt gibt? Dafür eignen sich auch kürzere, lockere Verabredungen wie ein Glas Wein im Bistro, ein Kaffee am Sonntagnachmittag, ein Spaziergang, der Besuch einer Ausstellung, das Schlendern über den Weihnachts- oder den Flohmarkt. Springt der Funke über, kann jederzeit verlängert oder sich ganz schnell wieder getroffen werden.
Geschrieben am 14.11.08 um 11:21 Uhr

Was fehlende Ehrlichkeit und Transparenz bewirken können, erfuhr ich wieder einmal in meiner öffentlichen Telefonsprechstunde am Mittwoch. Frau K. (52) rief mich an, immer noch von den Ereignissen des Wochenendes übermannt.
Sie hatte vor 6 Monaten einen 7 Jahre älteren Mann kennengelernt. Nach intensiven Emailkontakt und vielen langen Telefonaten hatten sie sich für ein Treffen verabredet. 400 km lagen zwischen ihnen, da bot sich ein Wochenende an, auch mit der Möglichkeit, bei Interesse das Treffen auszudehnen. Es wurde ein fantastisches Wochenende. Als Überraschung hatte sie der Ingenieur in sein Landhaus in den Alpen eingeladen und so ging es nach Ankunft gleich mit dem Auto weiter ins "Ungewisse". Ihr war dies zunächst zuviel des Guten, aber da Herr M. ihren Bedenken Raum ließ, diese sogar offen ansprach, fühlte sie sich so gut verstanden, dass sie sich auf das "Experiment" einließ. Und ihr Mut wurde belohnt. Herr M. war rücksichtsvoll, das Kennenlernenn verlief ohne Erwartungsdruck, jeder hatte sein eigenes Zimmer. Da bei beiden der Wunsch nach mehr Nähe am dritten Tag entstand, kam es zu Intimitäten, die sich genauso harmonisch in das ganze Miteinander einreihten.
Frau K merkte nach den schönen Stunden, dass sie sich verliebt hatte. Doch der Alltag rief und so telefonierten und emailten beide intensiv weiter, weil so schnell kein Wiedersehen organisiert werden konnte. Herr M. war in der folgenden Zeit beruflich stark eingebunden und auch die Betriebswirtin hatte ein großes neues Projekt in ihrer Firma zu meistern. Für Frau K. wurde immer deutlicher, dass sie sich auf Herrn M. einlassen wollte. Nach ihrer Scheidung und mehreren enttäuschenden Beziehungsversuchen hatte sie schon fast die Hoffnung auf einen Partner aufgegeben. Nun dieser Glücksgriff. Alles schien gut zu laufen. Das nächste Treffen sollte jedoch noch auf sich warten. Irgendwie war es schwer, eine gemeinsame freie Nische zu finden. Ich fragte Frau K. im Coaching, warum das so kompliziert gewesen sei. Wenn man verliebt ist, dann sind auch 400 km nicht unbedingt ein Hinderungsgrund und es werden Dinge spontan möglich, ist die Sehnsucht nur groß genug. Frau K. erklärte mir, dass sie beide eher schüchtern seien, zwar Gefühle äußern würden, aber sie Herrn M. in keiner Weise bedrängen wollten. Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte sie sich auch nur mal für ein Mittagessen sonntags ins Auto gesetzt. Nach 8 Wochen war es endlich soweit, Herr M. wollte auf der Rückfahrt von einem Geschäftstermin zu Besuch kommen. Er hatte seine Geschäftsreise sogar extra verkürzt, damit man drei Tage am Stück füreinander hatte. Stürmisch war die Begrüßung und es dauerte nicht lange, dass man leidenschaftlich übereinander herfiel. Ausgeglichene, befriedigende Momente waren das, so berichtete Frau K. Und dann der Schock. Herr M. sprang plötzlich auf, sammelte alle seine Sachen ein, packte seine Wochenendtasche zusammen und verließ das Haus nur mit den Worten: "Ich kann dich sowieso nicht glücklich machen." Danach keine Erklärung, kein Anruf, keine Email, nichts. Stille.

Frau K. war gelähmt, kann sich das Ganze nicht erklären. Und weil es so unverständlich wie verletzend ist, beginnen häufig bei fehlenden Erklärungen die Selbstzweifel. Zweifel, was man falsch gemacht hat, übersehen hat, ob man zu drängend war oder zu zurückhaltend. Man macht auch noch die Arbeit, geht in sich, versucht zu verstehen. Obwohl schon die Verletzung groß genug ist und unendlich viel Kraft braucht. Ich habe mit Frau K. herausgearbeitet, dass sie wenigstens noch eine Erklärung für das Ganze einfordern möchte, um wenigstens von ihrer großen Hoffnung loslassen zu können. Sie erreichte nach vielen Versuchen Herrn M., doch die Begründungen waren lapidar und wenig nachvollziehbar. Geblieben ist bei Frau K. eine große Resignation und Selbstvorwürfe, nicht genug Menschenkenntnisse zu haben, sich so täuschen zu können.
Auch wenn Frau K. nun weiß, woran sie ist, ist viel Betroffenheit geblieben. Bekanntlich ist die Gefahr von Verletzungen dort am größten, wo Gefühle herrschen oder entstehen. Sollte es von daher nicht für jeden Menschen selbstverständlich sein, nicht mit Gefühlen anderer Menschen zu spielen, diese aus Egoismus oder Feigheit zu ignorieren. Sicher ist es eine der schwersten Aufgaben, sich vor jemanden zu setzen und zu sagen: "Ich merke, dass sich meine Empfindungen für dich nicht so intensiv entwickeln, wie ich am Anfang gedacht habe." Und keiner will abstreiten, dass dadurch verursachte Tränen, Enttäuschungen und Wut leicht auszuhalten sind. Schließlich hat man sie ausgelöst. Doch gehört für mich Transparenz, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, sich für eine Aufklärung dem Anderen zu stellen, genauso mit zur Partnersuche wie Vertrauen und Liebe zu einer Partnerschaft. Jeder sollte sich die möglichen Nebenwirkungen seines unbedachten Verhaltens vor Augen führten. Keiner hört gerne einen Korb und auch beim Verteilen tun sich viele schwer. Selbst wenn der Korb nicht besonders diplomatisch formuliert ist und dem Gegenüber weh tut, drückt er doch mehr Wertschätzung aus, als sich mit fadenscheinigen Lügen, Stillschweigen, plötzlichem Verschwinden durch die Hintertür zu verabschieden. Gäbe es eine Reifeprüfung oder einen Führerschein für die Liebe, die Verpflichtung zum anständigen Ende würde für mich dazugehören.
Quick-Check = bester Sex und treue Liebe?
Geschrieben am 07.11.08 um 10:55 Uhr

Ist freie Partnerwahl eine Illusion und Liebe kein Zufall? Nach diesem Motto bietet das Züricher Unternehmen GenePartner Menschen auf Partnersuche ihre Hilfe an. Erstaunt lese ich die neuesten Erkenntnisse auf Spiegel Online.
Die Schweizer Firma verspricht auf ihrer Website, Paare anhand ihrer genetischen Ausstattung zu matchen und damit die Chancen auf aufregenden Sex und eine treue Partnerschaft zu maximieren. Wenn das nicht das ultimative Erfolgsversprechen ist! Wer könnte da schon Nein sagen. Etwas unromantisch mag der Weg zum Ziel erscheinen. Aber der ist schnell vergessen, stimmt das Ergebnis.
Wie geht's? Mit einem Bürstchen entnimmt man etwas Mundschleimhaut. Aus den Zellen wird die DNA entschlüsselt und das Institut bietet Ihnen die Informationen auf Ihrem Erbgut für die Suche nach dem idealen Partner. Sie erhalten eine zehnstellige ID und die GenePartner-Formel "misst die genetische Kompatibilität zwischen zwei Individuen und macht eine präzise Voraussage zu der Stärke Ihrer Basis für eine lang andauernde und erfüllte harmonische Partnerschaft." O-Ton auf der Website von GenePartner.
Wer die Einstellung von Tamara Brown, der Geschäftsführerin von GenePartner teilt, dass man von Anfang an wissen sollte, ob man biologisch zusammenpasst, damit sich die Mühe lohnt, wäre sicher ein potentieller Kandidat für dieses Partnerschaftsprogramm. Vor allem, wenn man an die ausschließliche Dominanz der Gene bei der Partnerwahl glaubt, so wie das von den Evolutionsbiologen und -psychologen in den letzten Jahren mehr oder minder stark verfochten wurde. Der Schlüssel bei GenePartner ist der sogenannte MHC Komplex. Er bestimmt unser körpereigenes Immunsystem und wie ein Mensch riecht, sowie das Gegenüber den Geruch beurteilt. Sicher ist viel Wahres daran, dass man sich riechen können muss und den anderen dadurch besonders anziehend findet. Und sicher gibt es so einige biochemische Faktoren, die erheblich unbewusst mitwirken, ob wir jemanden attraktiv und anziehend finden. Der Glaube, der "völlig freien" Partnerwahl ist sicher ein hochgeschätztes Ideal. Doch so ganz frei ist sie nicht, bestimmen uns biologische Faktoren mehr oder minder deutlich mit. Das bedeutet aber nicht, sich diesen Mechanismen dogmatisch unterzuordnen zu müssen. So viele andere Komponenten wie Persönlichkeit, Charme, Ausstrahlung, Humor, Geist und andere soziale Fähigkeiten sind ausschlaggebend für die Partnerwahl und das Gelingen einer erfüllenden Beziehung. Ganz abgesehen von der Zauberformel "Beziehungsarbeit"!
Wer sich aber lieber auf die Laborergebnisse und dessen Voraussagekraft verlassen mag als auf seine Gefühle, Intuition und am Kennenlernprozess mit seinen Unsicherheiten und Aufregungen wenig Gefallen findet, findet hier eine Alternative. Für mich wäre Liebe aus dem Reagenzglas nicht mein Königsweg.
Ausnahmen oder der Beginn einer Wende?
Geschrieben am 27.10.08 um 15:15 Uhr

Endlich zeigt sich das Erbe der Emanzipation bei der Partnerwahl. Frauen haben in den letzten 20 Jahren viel in Sachen Gleichberechtigung erreicht: Sie sind beruflich erfolgreich, finanziell unabhängig, gebildet, es gibt erstmals mehr weibliche Studienbeginner als männliche. Und so wird auch die Partnerwahl freier und weniger von Rollenerwartungen bestimmt.
Auch wenn Dr. Woinoff in seinem neuem Buch feststellt, dass viele Frauen immer noch archaisch wählen, also den Mann mit höherer Bildung, mehr sozialem Status, eben einen so genannten Versorgertypen, gibt es einen leisen, noch wenig auffälligen, aber immer mehr Beachtung findenden Trend. Frauen können sich zunehmend eine Partnerschaft mit einem Mann vorstellen, der um einige Jahre jünger ist.
So wächst sogar mit steigendem Alter bei Frauen die Offenheit gegenüber jüngeren Partnern. Das unterstreicht das Ergebnis der Singlestudie von ElitePartner.de. Darin wurden 4.217 Singlefrauen befragt. Demnach kann sich ein Drittel der über 45jährigen vorstellen, einen mehr als sieben Jahre jüngeren Partner zu haben. Ein vier bis sechs Jahre Jüngerer käme für jede Zweite in Frage. So wie sich klassische Rollenmuster auflösen, wandelt sich die Vorstellung, dass Frauen einen gleichaltrigen oder älteren Partner haben müssen. Noch fehlt diesem Partnerschaftsmodell eine umfangreiche gesellschaftliche Akzeptanz. Aber die Tendenz ist vorhanden und so wird es sicher auch mit der Zeit mehr nichtprominente Partnerschaften geben, in denen der Mann jünger als seine Partnerin ist.
Natürlich gibt es längst für prominente Vorbilder wie Demi Moore, Halle Berry, Drew Barrymore oder Jennifer Aniston, die allesamt mit jüngeren Männern ausgehen, eine Bezeichnung: Die Cougardamen. Wie die Berliner Morgenpost schreibt hat sich der Beiname "Cougar" in der ganzen englischsprachigen Welt ausgebreitet und bezeichnet ein Phänomen, einen Trend oder einfach einen Frauentyp, für den es in der deutschen Sprache kein einziges Wort gibt. Ursprünglich war der Begriff negativ besetzt und bezeichnete Frauen zwischen 35 und 50, die Angst vor dem Älterwerden haben, die versuchen, sich mit mädchenhafter Kleidung und viel zu jungen Männern zu schmücken. Doch heute steht "Cougar" für erfolgreiche Frauen, die ein selbstbewusstes Singleleben führen, wissen, was sie wollen und Gefallen an einer Beziehung mit einem jüngeren Partnern haben. Doch nicht nur in TV-Serien wie "Sex and the City" oder in Hollywood existiert dieser Frauentyp. Er wird mehr und mehr Wirklichkeit im ganz normalen Leben.
Auch in meinem Praxisalltag taucht diese Partnerschaftsform zunehmend auf. Kürzlich beriet ich ein Paar. Die Frau war 45, ihr Partner 34 Jahre alt. Miteinander hatten die beide keine Probleme wegen des Alters oder damit verbundener Themen. Was ihnen zu schaffen machte, waren die engstirnigen, intoleranten Reaktionen ihres Umfeldes. Leider prägen Klischees immer noch unsere Akzeptanz gegenüber anderen Lebensentwürfen. Der Chefarzt erhält Anerkennung für die 20 Jahre jüngere Freundin, die attraktive Geschäftsfrau um die 50 muss sich eher verwunderten Blicken und Getuschel erwehren, wenn sie mit ihrem 10 Jahre jüngeren Freund zum Geschäftsessen auftaucht. Anlass genug, noch einen Schritt weiter in Richtung Gleichberechtigung zu gehen und die eigenen Vorurteile kritisch zu hinterfragen und zu verändern. (Bildquelle: Getty Images)
Geschrieben am 17.10.08 um 14:45 Uhr

Zwei Tage Frankfurter Buchmesse liegen hinter mir. Meine beiden Bücher "Die Dating-Docs" (Mosaik bei Goldmann) und "Liebe aus dem Netz" (mvg Verlag) wurden als Neuveröffentlichung vorgestellt.
Das war mein erster Besuch auf der Buchmesse und ein besonderes Erlebnis, dort für die Verlage als Autorin der Presse und Öffentlichkeit für Interviews Rede und Antwort zu stehen. Wer noch nie auf der Buchmesse war, kann sich den Trubel, die zahlreichen Verlage und die Millionen Titel, die dort präsentiert werden, schwer vorstellen. Spannend zu sehen, was demnächst in die Bücherregale kommt und welche Trends uns erwarten. Dem Ratgeberbereich, speziell dem rund ums Thema Partnerschaft und Liebe, wird viel Aufmerksamkeit gewidmet. Wen wundert es, dass das Thema Liebe nach wie vor hoch im Kurs ist. Schließlich sind Partnerschaft und Liebe von zentraler Bedeutung für die Befindlichkeit des Menschen. Und der Weg dorthin, die Partnerschaftssuche noch viele Ratgeber mit guten Tipps und hilfreicher Unterstützung wert.
Auch wenn mir wenig Zeit für eine Verschnaufpause blieb, konnte ich mich dennoch einer meiner Lieblingsbeschäftigungen widmen: Menschen im Umgang miteinander, im Kontakt und in der Beziehung beobachten und analysieren. Sehr spannend! Das Leben und der Alltag bringen die besten Anekdoten hervor. Auf einer solchen Messe wird sehr viel geredet, die Branche ist hoch kommunikativ. Und es wurde viel geflirtet. Ob zwischen Literaturagenten und Lektorinnen, Autoren und Presseleuten, Zuständigen im Vertrieb und Buchhändlerinnen. In manchen Gesprächen, die ich beobachtet habe, war nicht zu erkennen, ob es überhaupt noch ums Geschäft ging. Die Bereitschaft, lebendig in Kontakt zu treten, Menschen kennen zu lernen und sich mit diesen auszutauschen, ist dort überdurchschnittlich hoch. Das bringt sicherlich das Metier mit sich.
Die Flirtquote ist daher ebenso ziemlich ausgeprägt. Ob die Erfolgchancen gut sind, ist schwer zu sagen. Sicherlich ist eines klar: Gemeinsame Interessen verbinden, lassen das Gespräch locker und lebendig werden, fördern einen schnellen Einstieg. Wer also dort nach netten Kontakten sucht oder nach einem Flirt Ausschau hält, wo sich Menschen aufhalten, bei denen ähnliche Interessen, Hobbys oder Vorlieben zu vermuten sind, erhöht die Wahrscheinlichkeit auf Gemeinsamkeiten beim Gegenüber. Und das ist bekannterweise eine ideale Vorraussetzung für interessante Kontakte und vielleicht auch für den Richtigen.
Langweilige Vertrautheit zwischen Paaren
Geschrieben am 09.10.08 um 16:51 Uhr
Fragen Sie mal ein langjähriges Paar, wie der andere seinen Kaffee trinkt. Sie bekommen sofort eine Antwort à la: "Viel Milch, anderthalb Löffel Zucker." Sie würden darauf sogar hoch wetten. Viele Paare sind sich sicher, was ihr Liebster mag, was er isst, gern trinkt, wohin er am liebsten in Urlaub fährt. Sie glauben, sich auswendig zu kennen.
Dieses Gefühl von Vertrautheit ist wunderschön. Viele Paare finden es erstrebenswert. Doch ist es das? Vielmehr sollte selbst nach vielen Jahren des gemeinsamen Lebens eine gewisse Fremdheit erhalten bleiben. Und noch viel mehr: Die Neugier, den anderen immer wieder zu entdecken. Gehen wir nämlich davon aus, beinahe alles am Partner zu kennen, laufen wir Gefahr, in starren Mustern zu denken und ihn ausschließlich in bekannten Bahnen und mit selektivem Blick wahrzunehmen. Das nimmt die Chance, ihn im anderen Licht zu sehen. Wir neigen dazu, gewohnheitsmäßig immer wieder die gleichen Dinge mit dem Partner zu erleben. Das gilt für die Alltagsgestaltung genauso wie für Zärtlichkeit und Sexualität.

Natürlich ist es schön, die Liebste treffsicher mit einem Strauß Calla zu verwöhnen oder beim Geburtstag mit dem Coldplay-Ticket ins Schwarze zu treffen. Und natürlich ist es angenehm, zu wissen, was unserem Liebsten Lust und Befriedigung bereitet. Doch auch hier schafft ein wenig Experimentieren neuen Raum und kann Potentiale entfalten. Auf Bewährtes zurück zu greifen, bleibt stets als Option. Doch nur, weil sie immer schon italienische Gemüsepasta liebte, heißt dass nicht, dass sie nicht auch mal deftige Hausmannskost auf dem Tisch haben möchte.
Selbst aus der Erfahrung der letzten Monate oder Jahre, dass die Partnerin begeistert von sanften Küssen und Berührungen ist, ist nicht zu schließen, dass sie es auch gern mal rau und feste mag. Wer sagt denn, dass unausgesprochene Phantasien nicht auch die Ihres Gegenübers sein können? Nur weil man es selber annimmt, nur weil eine mal gemachte Bemerkung die Vermutung aufrechterhält? Also, wie beleben Sie Ihre Liebe? Ganz einfach: Brechen Sie mit starren Mustern und eingefahrenen Sichtweisen. Sehen Sie den Partner bewusst anders, hinterfragen Sie gewohnte Dinge, experimentieren Sie! Dann erleben Sie Neues!
Flirten: Das wie ist wichtiger als das was
Geschrieben am 30.09.08 um 12:51 Uhr
In einem Foschungsexperiment zum Thema "Silent Messages" wurde der Einfluss von Mimik, Körpersprache, Stimme und Bedeutung gesprochener Wörter auf die Sympathie, die sich beim Gegenüber entwickelt, untersucht.
Überraschendes Ergebnis: 55 Prozent kamen dem Körperausdruck zu, 38 Prozent gingen auf die Stimme zurück und nur sieben Prozent des Gesamteindrucks sind durch den Inhalt der gesprochenen Worte entstanden.
Daher gilt auch fürs Flirten: Es ist viel wichtiger, wie Sie sich jemandem nähern, als was Sie tatsächlich sagen. Körperausdruck und Stimmmodulation liegen nämlich nicht innerhalb der Sprechblase, sondern werden außerhalb und hauptsächlich auf unbewussten Kanälen kommuniziert. Daraus lässt sich eine erleichternde Botschaft ableiten: Mit der Veränderung der Körpersprache können größere Effekte erzielt werden als mit der Suche nach dem erfolgversprechenden Superspruch. Eine solche Wunderwaffe existiert zudem nicht! Sicher gibt es bessere und schlechtere Einstiege in ein Gespräch, dennoch kommt es in erster Linie auf Mimik, Gestik, Körpersprache und den Tonfall an. Diese sind nicht nur wichtig bei der Entwicklung von Sympathie, sie fallen ebenfalls bei der Entstehung des ersten ins Gewicht. Bekanntlich steht dieser bei einer Begegnung mit einer fremden Person innerhalb von Sekunden fest. Der Prozess läuft blitzschnell und unbewusst ab und wir sind ihm quasi ausgeliefert. Demnach ist der erste Eindruck eine besonders gewichtige Angelegenheit beim Thema Flirten. Wir sollten dem Thema Körpersprache, Gestik und Mimik daher ausreichend Beachtung schenken. Nicht umsonst sagt man, dass es für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt. Es gilt also, die erste zu nutzen!
Wir können vieles an unserer Körpersprache positiv beeinflussen. So macht es beispielsweise schon einen gewaltigen Unterschied, ob wir aufrecht, mit geraden Schultern, einem freundlichen Blick und einer warmen Stimme oder mit gesenktem Haupt und hängenden Schultern auf jemanden zugehen.
Überprüfen Sie am besten gleich den Unterschied bei Ihrer eigenen Körperhaltung und die Wirkung nach innen und außen vor dem Spiegel: Lassen Sie zuerst einmal bewusst die Schultern hängen, und machen Sie ein missmutiges Gesicht. Betrachten Sie sich nun in aller Ruhe. Würden Sie die Person im Spiegel ansprechen? Richten Sie sich dann bewusst auf, pumpen Sie Energie und Atem in Ihren Körper, und holen Sie dreimal richtig tief Luft. Halten Sie den Kopf aufrecht, denken Sie an etwas Schönes, und lächeln Sie Ihr Spiegelbild an. Wie fühlen Sie sich jetzt? Welche Wirkung hat Ihr freundlicher Blick auf Sie selbst?
Das Spannende am Zusammenhang zwischen innerer Stimmung und Körpersprache ist, dass sich beide gegenseitig beeinflussen. Es liegt auf der Hand, dass sich eine niedergeschlagene Grundstimmung, wie auch eine freudige, euphorische Laune, im Körperausdruck niederschlagen. Ändert sich die Gefühlslage, so ändern sich auch die Körpersprache und die Ausstrahlung. Interessanterweise funktioniert die Beeinflussung aber auch umgekehrt. Wenn Sie sich einige Minuten vor den Spiegel stellen, sich dabei schöne Erlebnisse ins Gedächtnis rufen und sich bewusst angrinsen oder anlachen, dann werden Sie merken, dass sich auch Ihre Grundstimmung verändert. Das ist nicht zwingend von Dauer, funktioniert aber auf jeden Fall für einige Momente. Bringen Sie sich also in eine gute Stimmung und beginnen Sie dann mit einem Flirt.
Ganz normaler Alltag bei Fernbeziehungen
Geschrieben am 24.09.08 um 12:58 Uhr

Gestern war ich mit einem Freund Joggen. Wie immer unterhalb der Woche, da er die meisten Wochenenden entweder in Aachen verbringt oder von Freitagabend bis Montagmorgen seine Freundin hier in Hamburg zu Besuch hat. Seit einem halben Jahr sind Jens und Melanie ein Paar und sie versuchen es irgendwie möglich zu machen, sich jedes Wochenende zu treffen.
Jens schnaufte bei unserer Runde um die Alster bereits nach 15 Minuten mehr als sonst. Auf meinen überraschten Blick hin erklärte Jens, er hätte mal wieder zwei Wochen unfreiwillig ausgesetzt, weil an den Wochenenden dafür keine Zeit gewesen sei. Ich weiß zwar, dass Melanie keinen Meter joggt, dennoch fragte ich ihn verdutzt, warum er sich die Zeit nicht nähme. Schließlich müsse an den Wochenenden doch nicht gleich die Zeit stehen bleiben und alle Gewohnheiten und Hobbys auf Eis gelegt werden. Jens gab mir kopfschüttelnd Recht. Irgendwie gelänge es ihnen nicht, die Wochenenden zur beiderseitigen Zufriedenheit zu gestalten. Sie hätten sehr verschiedene Lebensrhythmen, unvereinbare Hobbys und einen ganz anderen Freundeskreis. Den größten Teil dieser Aktivitäten würden sie in der Woche versuchen zu erledigen, damit die gemeinsamen zweieinhalb Tage für einander frei seien. Doch diese kleinen Ferien führten in der Woche zu Stress. Mittlerweile würden sie sich öfter streiten, weil sie die Wochenendgestaltung nicht glücklich mache. Vor drei Wochen habe Melanie kurzfristig Ihren Besuch in Hamburg abgesagt, weil ihr alles zu viel werde und sie sich nach Zeit mit ihren Freunden sehne und zum Golfen eingeladen wurde, was Jens partout nicht ausstehen kann. Beim nächsten Wiedersehen wollen beide ernsthaft über ihr Miteinander in der Zukunft sprechen. So jedenfalls ginge es nicht mehr weiter...
Liebe auf Distanz kann kompliziert sein und erfordert besondere Leistungen eines Paares. Sie will gut organisiert werden. Abgesehen von den oft langen und kostenintensiven Reisen, bleibt der Alltag häufig auf der Strecke. Viele Dinge lassen sich auf Distanz nicht teilen, immer taucht einer in die Lebenswelt des Anderen ein, ohne viel Eigenes mitzubringen. Dabei ist für eine Beziehung gerade das gemeinsame Erleben von Alltäglichkeiten wichtig, das schafft Vertrauen und hilft, die Lebenswelt des Anderen zu verstehen. Wenn man aufgrund der Umstände nur wenig Zeit füreinander hat, ist der Erwartungsdruck an die gemeinsame Zeit zu zweit besonders hoch. Alles soll perfekt sein. Und ganz viel soll erlebt werden. Aber den gemeinsamen Einkauf, die sportlichen Aktivitäten, der Berg Bügelwäsche, das Treffen mit Freunden, die Einladung zum Abendessen inklusive Kochen und die kuschelige Zweisamkeit in 48 Stunden zu packen, ist schwer möglich, ohne dass das Liebeswochenende schnell in Stress ausartet und Schönes als abzuhakender Termin erlebt wird. Wichtig ist sich vom Anspruchsdenken, jedes Wochenende zum emotionalen Highlight werden zu lassen, zu befreien.
Weniger ist mehr und schafft Raum, kleine normale Dinge intensiv zu erleben. Der Kühlschrank muss nicht immer schon gefüllt sein. Der gemeinsame Einkauf kann verbindend sein und mit einem köstlichen Kaffe im Lieblingscafé um die Ecke versüßt werden. Nicht selten liegt die Erwartung in der Luft, dass die gemeinsamen Stunden ganz harmonisch und schön sein müssen, vom ersten Kuss bis zur Verabschiedung. Doch gute Stimmung ist nicht programmierbar und ein mieser Tag im Job kann einfach üble Laune erzeugen. Versuche, diese wegzudrücken und das Paradegesicht aufzusetzen, scheitern meist. Bei einer Fernbeziehung gehören solche völlig nachvollziehbaren Situationen ebenso in die Beziehung und sollten mit dem Partner geteilt werden. Auch wenn es unvorteilhaft erscheint, den anderen mit hängendem Gesicht zu begrüßen, setzt einen der Anspruch, an den wertvollen zwei Tagen nur eitlen Sonnenschein zu zeigen, erheblich unter Druck. Das ist letztendlich kontraproduktiv und die Bombe platzt an anderer Stelle.
In einer Fernbeziehung sollte größtmögliche Normalität gelebt werden. Dazu gehört neben den Erledigungen von alltäglichen Pflichten und Gewohnheiten, sich auch einmal Raum für sich zu nehmen und etwas getrennt voneinander zu unternehmen. Sicherlich ist es von Zeit zu Zeit ein Genuss, das Wochenende zum gemeinsame Kurzurlaub in den eigenen vier Wänden werden zu lassen. Doch sollte sich ein Paar eben nicht jedes Mal so verhalten, dass alles andere liegen bleibt und der Start in den Montag und die Arbeitswoche mit einem Berg von unerledigten Pflichten und Kleinigkeiten beginnt. Das macht auf Dauer unzufrieden.
Flirten ist mehr als ein Mittel zum Zweck
Geschrieben am 15.09.08 um 16:17 Uhr

Sind Sie der Meinung, Flirten hat immer eine erotische Komponente? Und das alleinige Ziel, mit jemanden entweder im Bett oder in einer Beziehung zu landen? Das ist sicher eine Sichtweise, aber eine eng gefasste.
Für mich ist Flirten eine besondere Form, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, und das nicht nur allein zum Zweck einer Beziehung. Auch das Liebesleben mit dem Partner sowie gesellschaftliche Beziehungen und Kontakte im Berufsleben profitieren von der spielerischen und offenen Haltung, die dem Flirten zugrunde liegt. Letztlich ist Flirten nichts weiter als eine kommunikative Fähigkeit, die ein jeder lernen kann. Hartnäckig hält sich seit Jahrzehnten die Behauptung, dass die Fähigkeit zu flirten mit der Muttermilch erworben werde und sie ein jeder selbstverständlich beherrschen müsse - auch ohne Übung. Das ist jedoch nur halb richtig.
Flirten ist zwar angeboren (die Kontaktaufnahme von Babys ist ein hervorragendes Vorbild, das allerdings nicht eins zu eins kopierbar ist), die Fähigkeiten zu offenem Interesse und spielerischem Austausch gehen uns im Laufe des Lebens allerdings mehr und mehr durch Schutzreaktionen, Zielsetzungen und Routine verloren. Flirten wird häufig nicht als eine ernstzunehmende Fertigkeit anerkannt. Viele erwachsene Menschen erwarten, dass sie diese Qualität qua ihrer Existenz beherrschen, ohne dafür nur einen Finger krumm machen zu müssen. Das ist jedoch ein großer Irrtum!
Aber: Wer sich lernwillig auf den Weg macht, ein guter Flirter und Kontakter zu werden, der hat bereits die halbe Miete eingefahren, weil er den ersten entscheidenden Schritt gemacht hat. Denn der besteht darin, sich einzugestehen, dass Flirten erlernbar ist und sich jeder durch Übung verbessern kann. Hilfreich ist außerdem, wenn Sie sich bewusst machen, dass Flirten eine Fähigkeit ist, die nicht bei jedem als gleich stark ausgeprägt vorausgesetzt werden kann. Es geht also nicht nur Ihnen so, sondern vielleicht auch Ihrem Gegenüber. Alles in allem gibt es keinen Grund, anzunehmen, dass alle anderen wahre Meister im Flirten seien, nur Sie nicht. Das Flirten hat übrigens nicht nur das eine Ziel, den Traummann und die Traumfrau des Lebens zu finden. Das kann die Sache unter Umständen sehr anstrengend machen, weil dann nämlich wie schon erwähnt nur der Erfolg zählt. Wir legen uns die Messlatte gerne extrem hoch, verlieren dadurch aber rasch den Blick für die vielen reizvollen Nuancen, die ein Flirt mit sich bringt. Mit einem klar definierten Ziel vor Augen verliert ein jeder Flirt seine Leichtigkeit.
Ein Flirt kann durchaus der Beginn einer wunderbaren Partnerschaft sein, er muss es aber nicht. Vielleicht lernen Sie auf diesem Wege einen tollen neuen Bekannten kennen oder treffen jemanden, der Ihnen beruflich hilfreich sein kann. Vielleicht erfahren Sie Interessantes über das Leben auf anderen Kontinenten oder haben schlicht und einfach einen unterhaltsamen Abend. Die Freude am Spiel mit dem anderen gilt es beim Flirten wieder zu erlangen, die Freude an der Sache - und nicht ausschließlich am Ziel. Am besten gleich anfangen und einfach mal ein Gespräch im Wartezimmer beim Arzt beginnen oder mit der netten Verkäuferin im Kiosk, in dem Sie täglich Ihre Zeitung holen. Eins steht fest: Übung mach den Meister und wenn es irgendwann wirklich drauf ankommt, ist der Flirt dann nicht der Sprung ins kalte Wasser, sondern nur noch die Kür. Sicher kommt in einer solchen Situation zusätzliche Aufregung ins Spiel, aber genau das macht einen Flirt noch lebendiger und echter. Was Sie sich stets vor Augen führen sollten: Nicht nur Sie sind aufgeregt, Ihrem Gegenüber geht es bestimmt genau so!
Geschrieben am 08.09.08 um 17:15 Uhr

Alles war so wunderbar romantisch. Fast zu schön, um wahr zu sein. Dann der Absturz. Frau S. wandte sich verzweifelt in meiner Sprechstunde an mich.
Die Betriebswirtin (43) aus Kiel fand kaum Worte für die Geschehnisse der vergangen Wochen und Tage. Sie hatte kurz vor dem Ablauf ihrer Mitgliedschaft bei Elitepartner eine Partneranfrage erhalten. Tom schrieb ihr eine so charmante und persönliche E-Mail, dass sie sofort Feuer und Flamme war.
Sie schrieb ihm zurück, es folgte ein lebhafter Schlagabtausch die ganze Nacht. Und das folgende Wochenende. Immer offener wurde der Austausch, auch die Fotos begeisterten beide. Selten hatte sich Frau S. so amüsiert und verstanden gefühlt. Sie beschlossen zu telefonieren und gleich das erste Gespräch dauerte zwei Stunden. Am Ende des Austausches war klar: Wir wollen uns bald treffen... am besten schon morgen. Doch der Ingenieur (42) musste ausgerechnet am nächsten Tag auf eine 14tägige Geschäftsreise nach Dubai. Zudem wohnte er in Bremen. Das konnte dieser tollen Begegnung aber keinen Abbruch tun. Sie telefonierten weiter, schickten sich SMS und E-Mails. Frau S. merkte in dieser Zeit, dass sie von Toms Art, seiner Stimme, seinem Humor, seiner Verbindlichkeit so angetan war, dass sie ein Gefühl von Verliebtheit in sich wachsen spürte. Sie wollten sich so schnell wie möglich nach der Rückkehr treffen. Da Tom in Hamburg landen würde, kam die Idee, dass sie zum Flughafen fahren würde. Sie konnte es kaum abwarten, zählte die Stunden. Die Spannung stieg bis in Unermessliche.
Als er aus den Türen der Gepäckhalle kam, fühlte sie, dass er es ist. Ihr Herz klopfte, sie nahmen sich in den Arm und hielten sich einige Minuten fest. Sie knüpften nahtlos an dieses vertraute, besondere Gefühl an. Frau S. hatte sich einen Tag Urlaub genommen und so fuhren sie nach Bremen, gingen erst spazieren, dann köstlich essen, später noch in eine Bar. Die Aufregung stieg und nachdem sie den ganzen Abend geflirtet hatten, küsste Tom sie auf dem Weg zum Auto. Alles war stimmig und als er sie noch auf ein Glas Wein zu sich nach Hause einlud, hatte Frau S. längst beschlossen, die Nacht mit Tom verbringen zu wollen.
Kein Auge hatten sie zugetan und Frau S. fuhr erst am nächsten Tag spät abends zurück nach Kiel. Am Wochenende wollten sie sich wieder sehen, Tom sollte zu ihr kommen. Doch Freitagabend sagte er unerwartet ab, er sei sehr krank, Magen-Darm-Grippe aus Dubai. Ihr Angebot, ihn zu besuchen, lehnte er ab. Es schien wie ein Bruch, berichtete mir Frau S. Der Kontakt wurde weniger, irgendwie kühler. Zwei Tage später kam ein Brief von Tom. Er hätte am Wochenende viel nachgedacht und gemerkt, er sei nicht offen für eine neue Beziehung. Seine Gefühle für die Ex-Freundin wären noch zu stark und er hielte Abstand für eine gewisse Zeit für die beste Wahl. Frau S. fühlte sich so vor den Kopf gestoßen, dass sie stundenlang sprachlos in ihrer Küche saß. Sie las den Brief immer wieder und spürte, dass sie sich betrogen und ausgenutzt fühlte. Besonders zu schaffen machte es ihr, dass sie mit Tom geschlafen hatte und ihm gegenüber ein großes Vertrauen empfunden hatte. Von nicht bewältigten Gefühlen zu einer Ex-Freundin war vorher nie die Rede.
Auch wenn diese Begegnung besonders intensiv und einzigartig schien und keine Anzeichen für einen Stimmungsumschwung zu sehen war, ist es immer ein großer Schritt, beim ersten Date miteinander intim zu werden. Zudem beherbergt es ein gewisses Risiko. Bei vielen und gerade bei Frauen sind Gefühle eng mit Körperlichkeiten verbunden, findet Sex selten nur auf rein körperlicher Ebene statt. Schnell fühlt es sich schal und bitter an, wenn nach einer solchen Intimität der Kontakt abbricht. Dann drängen sich Gedanken auf, ob man zu weit gegangen ist, missbraucht wurde oder der andere einfach nicht verantwortlich mit den eigenen Gefühlen umgegangen sind.
Grundsätzlich sollte man beim ersten Rendezvous lieber zurückhaltend sein. War es im Vorfeld bereits sehr vertraut, ist es dennoch besser, es bei zufälligen Berührungen und einem flüchtigen Abschiedskuss zu belassen. Laut Studien sind die Deutschen sowieso eher schüchtern beim ersten Treffen und nur zehn Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen wollen mehr als Küssen. Dennoch sollte man sich stets bewusst machen, wo die eigenen Grenzen sind, diesen treu bleiben und sich immer die Frage stellen, wie es sich anfühlen würde, wenn es nach der Intimität nicht weiter mit dem Kontakt geht. Sicher ist man gut beraten, zurückhaltend zu sein und sich Zärtlichkeiten für spätere Treffen aufzusparen. Das reduziert das Risiko verletzt zu werden. Zudem erhöht es die Spannung beim Kennenlernen. Wer gleich in der ersten Nacht alles gibt, dem gelingt es schwer, beim nächsten Treffen die Erwartungen noch zu überbieten.
Der Da Vinci Code der Geschlechter
Geschrieben am 03.09.08 um 10:25 Uhr

Vor kurzem war ich Zeuge, wie schnell sich die oft kompliziert scheinende Partnerwahl vollziehen kann. Mit einem Freund war ich in Hamburg auf einer Party. Ein englischer DJ legte House-Musik auf, gemixt mit Live-Perkussion, alles so gekonnt, dass es kaum einem Gast auf den Stühlen hielt.
Ich beobachtete eine Frau neben mir, wie sie intensiven Blickkontakt mit einem attraktiven dunkelhaarigen Mann schätzungsweise Anfang 40 aufnahm. Ein Drink später forderte dieser die Frau zum Tanzen auf. Nach einer Stunde tanzten die beiden mit zunehmendem Körperkontakt, es wurde hitziger. Sie lachten viel, amüsierten sich, er nahm plötzlich ihre Hand und die beiden verließen in deutlichem Einvernehmen den Club. Ziel unbekannt.
So schnell, stimmig und unkompliziert kann Partnerwahl sein. Lag es am Humor? Frauen mögen witzige Männer und Männer mögen es, wenn ihr Humor bei Frauen ankommt. Das belegen immer wieder verschiedene Umfragen. Doch so schlicht geht es grundsätzlich nicht bei der Partnerwahl zu. Persönliche Ansprüche, Erwartungen, Kriterien an den Partner und die Partnerschaft spielen ebenso eine Rolle. Wichtig sind zudem gemeinsame Ziele, Wertevorstellungen, Übereinstimmung in zentralen Lebensfragen und Interessen. Das ist der Teil, über den wir uns bewusst sein können und versuchen, ihn in die entscheidende Richtung zu steuern. Mindestens genauso ausschlaggebend ist der Anteil, der sich unserem Bewusstsein und unserer Kontrolle entzieht. Bei der Partnerwahl spielen tief in unseren Genen verankerte Informationen eine große Rolle, die uns vorbestimmt mit starker Reaktion auf einen potentiellen Partner reagieren lassen. Erst, wenn das alles zusammen kommt - die bewussten und unbewussten Mechanismen der Partnerwahl - macht es "Klick".
Bei dem Paar aus dem Club scheint das Liebe auf den ersten Blick gewesen zu sein, wenn wir uns vorstellen, dass aus der möglichen Liaison eine langjährige Partnerschaft werden sollte. Doch Liebe auf den ersten Blick ist eine Ausnahme und mehr ein Produkt aus Hollywood. Die meisten Paare gehen es langsamer an und sind zurückhaltende Liebeswerber. Sie legen viel Wert auf Gemeinsamkeiten, suchen einen Partner auf gleicher Augenhöhe - sprich mit einer ähnlichen Bildung und einem vergleichbaren sozialen Hintergrund. Und sie haben Recht damit: Denn viele wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass Paare glücklicher sind und ihre Partnerschaft längerfristig gelingt, wenn sich die Partner ähnlich sind. Unterschiede sind zwar das Salz in der Suppe. Doch ist damit oft nicht das völlig andere gemeint, sondern eher Eigenschaften, Wesenszüge und Fähigkeiten, die als positive Ergänzung der eigenen Peron wahrgenommen werden, somit eine Beziehung bereichern können und nicht als unvereinbar "anderes" erlebt werden.
Mag ja sein, dass bei der Partnerwahl all diese bewussten und unbewussten Mechanismen ablaufen. Aber gilt das auch für unsere beiden aus dem Club? Ging es da nicht mehr um einen Flirt, ein sexuelles Abenteuer, bei dem andere Kriterien eine Rolle spielen? Wirkt auf den ersten Blick so. Jedoch läuft auch in solchen Situationen das Programm der Partnerwahl stärker ab, als wir wahrhaben wollen. Weil uns die ganzen Hormone, Duftstoffe, Pheromone, korrespondierenden Immunsysteme, Gesichtersymmetrien und Taille-Hüft-Verhältnisse maßgeblich beeinflussen, wen wir attraktiv finden. All diese "Äußerlichkeiten" spielen neben der Persönlichkeit, den inneren Werten und "weichen" Kriterien eine große Rolle und müssen passen, bevor wir jemanden als Partner auswählen. Und der Anspruch an die physische Attraktivität eines Mannes wächst mit der finanziellen Unabhängigkeit von Frauen (Quelle: PM, Fragen&Antworten, 08/2008). Bei einem Anteil berufstätiger Frauen von derzeit mehr als 70 % wächst der Anspruch an die Hülle des Mannes. Tendenz steigend. Was bedeutet das für die Partnersuche? Zum einen, dass gut aussehende Männer, die sonst auch noch etwas zu bieten haben, zu einem immer begehrteren Gut werden. Zum anderen, dass immer häufiger jüngere Männer für Frauen im Fokus stehen. Und: Frauen, die selbst viel zu bieten haben, nehmen seltener Speckrollen, hängende Schultern, einen schlappen Po und weiße Socken in Sandalen in Kauf. Die Gleichberechtigung ist nun auch hier angekommen.
Direkt, persönlich, neutral...wie denn nun?
Geschrieben am 26.08.08 um 17:08 Uhr

Profil gelesen, das "Ich über mich" studiert, die Matchingpunkte sind überzeugend. Entschluss gefasst, eine Email zu verfassen. Ob im Netz oder in der "freien Wildbahn" - die Frage nach der richtigen Ansprache stellt sich unvermeidlich jedes Mal wieder aufs Neue.
Eins ist klar: persönlich sollen Anrede und Ton sein. Bloß wie? Was ist, wenn es schwer fällt, das vertrauliche "Du" an einen Fremden zu richten? Dann ist es auf jeden Fall besser, zunächst beim förmlichen "Sie" zu bleiben. Alles andere wirkt verstellt und wird wahrscheinlich auch vom Adressaten so wahrgenommen. Am besten also die Form wählen, mit der Sie sich wohl fühlen. Allerdings ist der Umgangston im Internet generell und in den Dating-Portalen im Besonderen eher salopp. Daher sollte es nicht als Grenzüberschreitung aufgefasst werden, wenn man von seinem Gegenüber gleich geduzt wird.
Für die Ansprache empfiehlt es sich, auf neutralem Boden zu bleiben. "Hallo nach Hamburg" ist angebrachter als "Hey Mister Cool" oder "Hallo Süße". Die Wahl der Anrede fällt vielen schwer und deshalb greift ein großer Teil auf die unverfängliche Version "Hallo Unbekannter" zurück. Das ist in der Tat richtig und trifft den Nagel auf den Kopf. Wer sich aber unterscheiden und schon gleich mit den ersten Worten trumpfen will, der sollte versuchen, ein wenig kreativer zu sein. Die Ansprache "Unbekannter" wählt mindestens jeder Zweite bei seiner ersten Email. Das ist unverfänglich, aber ebenso austauschbar. Wie unangenehm ist jedoch das Gefühl, nicht wirklich persönlich gemeint, sondern Empfänger von Textbausteinen oder eines immer verwendeten Allgemeinschreibens zu sein. Und das ist gerade bei der Partnersuche fatal!
Aus diesem Grund ist es besser, etwas anderes zu schreiben und sich selbst zum Maßstab zu machen. Wie würde man gerne selber angesprochen werden? Durch welchen Ton würde man sich gesehen fühlen? Kleinigkeiten haben schon Wirkungen. Mit "Hallo lieber noch Unbekannter" ist gleich schon der Appell verbunden, dass diese Unbekanntheit gerne bald beenden sein soll. Will man nicht zu persönlich werden, eignet sich eine Ansprache in der Form "Guten Abend nach Niedersachsen" oder "Lieber Kieler Golfspieler". Solche Aspekte können aus dem Profil aufgriffen werden. Ein bisschen Mühe zahlt sich aus. Doch die Geschmäcker sind so verschieden. Ich höre häufig in meiner Sprechstunde die Klage, die Ansprache sei zu neutral, wenig individuell und einladend. Ebenso die eigene Unsicherheit, den richtigen Ton zu finden. Verwenden Männer lieber einen sachlicheren Ton oder spielt da eher die Sorge hinein, zu aufdringlich zu wirken? Sind Frauen zu ausführlich und offen in ihrer Ansprache? In meinen Flirt-Seminaren gibt es die Einheit "Geschlechterverständnis - was ich immer schon vom anderen Geschlecht wissen wollte." Ich würde gerne heute dazu Ihren Rat hören. Wie mögen Sie denn gerne bei der ersten E-Mail angesprochen werden? Das andere Geschlecht wird es Ihnen danken...!
Einladen lassen oder selber zahlen?
Geschrieben am 20.08.08 um 15:22 Uhr

Jeder kennt den heiklen Moment: Man sitzt mit seinem Date beim ersten Treffen im Café, Restaurant oder Bistro. Gläser und Teller sind leer, alle Zeichen stehen auf Lokalwechsel oder Aufbruch. Fehlt nur die Begleichung der Rechnung. Man denkt: "Soll ich einladen oder warten, ob der andere zahlt? Vielleicht machen wir einfach halbe halbe..."
Dieser Moment führt bei ersten Treffen oft zu Unsicherheiten. War das Treffen nett und ein zweites liegt in der Luft, möchte man schließlich einen guten Eindruck hinterlassen. Eine feste Rollenaufteilung gibt es heute nicht mehr: Vorbei die Zeiten, als die Einladung auf Kosten des Herren ging - und damit auch die Klarheit, die Handlungssicherheit bot. Frauen konnten sich am Ende eines Dinners entspannt zurücklehnen und kein Mann musste fürchten, durch eine Einladung dominant zu erscheinen oder den Eindruck zu erwecken, sich die Gunst der Frau kaufen zu wollen. Auch heute gibt es immer noch zahlreiche Männer, junge wie ältere, die gern Gentleman-like die Rechnung übernehmen. Wer das Bedürfnis hat, nach einem schönen Treffen sein Gegenüber einzuladen, der sollte es auch tun. Großzügigkeit finden viele schließlich angenehm und positiv.
Wichtig ist aber, vorher zu überprüfen, ob der Impuls auf einem stimmigen Gefühl beruht. Fühlt man sich eher unfreiwillig dazu veranlasst? Zum Beispiel, weil der Kellner die Rechnung unbedacht platziert, das Gegenüber erwartungsvoll guckt und keine Anstalten macht, nach dem Portemonnaie zu suchen. Dann nämlich sollte der Mut aufgebracht werden, die Rechnungstrennung anzusprechen. Das beugt dem Ärger über ungenierte Ansprüche der Begleitung vor oder über sich selbst, sich nicht abgegrenzt zu haben. Davon abgesehen: Getrennte Rechnungen sind kein Fauxpas mehr. Und es wäre falsch, daraus fehlende Sympathie zu interpretieren. Viel entscheidender ist die Atmosphäre des Treffens: Hatten Sie sich etwas zu sagen, war das Miteinander lebendig und hat sich der erste Eindruck bestätigt?
Wer die Einladung im Vorfeld ausspricht und das Restaurant wählt, sollte wissen, dass damit häufig die finanzielle Verantwortung verbunden ist. Jedenfalls nimmt der andere das meist so an. Geht die Initiative von beiden aus, gibt es keine Regeln. Wer eine Einladung von der Qualität des Treffens abhängig macht, sollte sich innerlich für diesen Moment gut wappnen und seine Einstellung deutlich aussprechen. Wenn die andere Seite die Einladung ablehnt, ist das kein Indiz für den Abbruch des Kontaktes. Oft wollen Frauen so unabhängig bleiben und sich der Rolle der Beschenkten erwehren. Wer von sich weiß, dass er sich durch eine Einladung unterschwellig zu einer gewissen Höflichkeit verpflichtet fühlt, sollte stärker darauf achten, seine Grenze zu behalten und sich finanziell zu behaupten. Aber denken Sie daran: Wenn es gut läuft, erinnert sich niemand mehr an die erste Rechung...
Lieber schön oder lieber intelligent?
Geschrieben am 11.08.08 um 12:29 Uhr

Männer achten nur aufs Äußere? Von wegen: Innere Werte sind ihnen viel wichtiger. Mit Intelligenz und Humor kommt eine Frau besser an als mit bloßer Schönheit. So das Ergebnis der ElitePartner-Single-Studie.
Demnach wünschen sich 83 Prozent der Männer eine intelligente Partnerin, noch höher im Kurs stehen Zärtlichkeit und Treue. Dennoch zeigt auch diese Studie, dass gutes Aussehen, Attraktivität und die Figur auschlaggebendere Kriterien für Männer bei der Partnerwahl sind, als für Frauen.
Es ist also kein Vorurteil, dass die meisten Männer stärker auf das Äußere achten als Frauen, und ihnen zu Unrecht diese Einschätzung unterstellt wird. Spannend aber bleibt die Frage, wie deutlich Intelligenz bei den Partnerwahlkriterien über den Attraktivitätsmerkmalen rangiert. Spiegelt das die ehrliche Meinung der Befragten wider oder mischt sich dort auch eine gute Portion sozialer Erwünschtheit ein? Drängt sich mir nämlich die Frage auf, warum doch so viele erfolgreiche, intelligente, finanziell unabhängige und gut aussehende Frauen im besten Alter ungewollt Single bleiben. Nach den Umfrageergebnissen müssten sie doch ganz an der Spitze der Wunschkandidatinnen stehen. Vor allem wenn sie zusätzlich noch Treue als Wert für sich in einer Partnerschaft sehen.
Was ist es denn genau, was viele Männer bei diesem Frauentypus passen lässt? Ist es die falsche Dosierung? Intelligenz ja, aber bitte nicht zu viel und nicht mehr als man selbst. Und bitte nur, wenn ein Mindestmaß an Attraktivität erfüllt ist und sie damit erst als Partnerin in Frage kommt. Auch wenn viel zum Thema "Kriterien für die Partnerwahl" geforscht, befragt und untersucht wird, bleibt meiner Meinung nach immer noch eine Kluft - zwischen den Wunschvorstellungen an eine Traumfrau, die in vielen Männerköpfen umherschwirren und welche dann in Untersuchungen zu Buche schlagen, und zwischen dem ganz wahren Leben in der Praxis.
Dazu las ich vor kurzem in einem stern-Artikel aus Heft 25/2008 von einem beeindruckenden Selbstexperiment einer Frau auf Partnersuche. Sie war eine gebildete Akademikerin und beruflich erfolgreich. Auf ihre Resonanz bei der Partnersuche wirkte sich das nicht vorteilhaft aus - ganz im Gegenteil. Als sie sich aber als Stewardess ausgab, wendete sich das Blatt und das Interesse an ihrer Person stieg deutlich an. Also doch noch eine Herausforderung für viele Männer, wenn die Frau viel zu bieten hat?