"Ich habe schlussendlich für Christine circa 2.500 Euro an SMS-Kosten aufbringen müssen." Viele bedenken nicht die Kosten solcher SMS-Flirts.
Erstmals ist es in Sachen "gewerbsmäßiger SMS-Flirt" in Deutschland zu Betrugsvorwürfen und Festnahmen gekommen. In Norddeutschland schlugen Ermittler zu.
Mal ehrlich: Haben sich nicht die meisten von uns über das Phänomen SMS-Flirt gewundert? Wir alle kennen die unvermeidlichen Werbespots im TV, in denen diese spezielle Art des virtuellen Dating angepriesen wird. Hübsche Menschen strahlen abwechselnd ihr Handy an und so weiter. Sie wissen schon. Der Gedanke, dass in diesen Fällen oft was im Busch ist, drängt sich da einem schon auf. Hierzu passt folgender Fall ganz gut ins Bild.
Im März dieses Jahres schrieb mir ein betroffener Single (38) eine E-Mail und klagte über seine aktuelle Situation. Wir nennen ihn mal Wolfgang. Er wollte von mir eine Einschätzung hören. Der Stand der Dinge sah so aus: Vor einigen Wochen hatte er einen Werbespot über SMS-Dating gesehen und sofort sein Handy angeschaltet. Er legte los. Nachdem ihm die Antworten eine gewissen Christine ("die aus dem Spot") anscheinend sehr entgegenkamen, wurde er regelrecht süchtig.
Jedenfalls, seine (ausführlichen) Darstellungen endeten mit den Sätzen: "Ich habe schlussendlich für Christine circa 2.500 Euro an SMS-Kosten aufbringen müssen; und sie wand sich immer wieder aus Terminen heraus, an denen wir uns treffen wollten. Was soll ich jetzt nur tun?" Nun, liebe Leserin, lieber Leser, am liebsten hätte ich geantwortet: "Wolfgang, ich glaube, die Sache mit Christine wird wahrscheinlich nix; und vielleicht heißt Christine in Wahrheit Tom." Ich habe mich für den Weg dazwischen entschieden. Dieses Beispiel aber nur am Rande.
Also, nach einem Bericht der "Kieler Nachrichten" (02.12.2008) haben Ermittler 140 Privatwohnungen und Firmenräume in Kiel und Flensburg durchsucht. Anscheinend haben die Tatverdächtigen seit etwa 2005 zahllose Lock-E-Mails und im Anschluss daran Premium-SMS an gutgläubige Singles verschickt. Mit gefälschten Profilen sollen auf diesem Weg erhebliche Gewinne gemacht worden sein; immerhin kostet jede SMS 1,99 Euro. Nebenbei erwähnt: Daraus lässt sich schließen, dass Wolfgang innerhalb weniger Wochen wahrscheinlich so um die 1.250-mal eine SMS in sein Handy getippt und abgeschickt hat. Eigentlich ein trauriger Fall.
Hallo Leser, ich habe mich nie in solchen SMS Sachen verlaufen, musste aber trotzdem meine dienstliche Nummer aufgeben und alle Kunden meine neue Nummer geben, weil ich einen Fehler gemacht hatte: ich habe mit meinem Diensthandy auf einer Zeitungsanzeige (wirkte echt seriös, als privat deklariert) einer Dame mit Handy Nummer geantwortet und bekam dann keine Antwort sondern alle 30 Minuten Spam SMS die mich zu solchen SMS Chat überreden wollten … jetzt hab ich viele Handys +Nummern (Prepaid) … so etwas passiert mir nie wieder!