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Alleinerziehend auf Partnersuche
Alleinerziehend auf Partnersuche (Kategorie: Kennenlernen)
Zwischen Pampers, Spielplatz und Elternabend jemanden kennen zu lernen ist nicht einfach. Das Internet ist eine tolle Alternative - wir geben Tipps, wie alleinerziehende Väter und Mütter online fündig werden.

"Partnerwunsch und Kindeswohl zu vereinbaren ist für Alleinerziehende eine doppelte Herausforderung", sagt Psychologin Lisa Fischbach. Die Ansprüche an eine Beziehung verändern sich mit dem Nachwuchs: "Die eigenen Wünsche stehen nicht mehr im Mittelpunkt. Das Wohl des Kindes ist genauso wichtig. Welcher Partner schafft es, eine positive Beziehung zu meinem Kind aufzubauen?", summiert Fischbach. So jemanden zu treffen, ist gar nicht leicht – beim Elternabend findet man einen Platz neben den glücklich Verheirateten und Zeit zum Ausgehen haben Solo-Eltern kaum. Kein Wunder, dass immer mehr Singlemoms oder Singledads online gehen: Das Internet hat "immer auf" und ist örtlich flexibel. Sie sitzen zwischen Windelbergen und Legosteinen vor dem Laptop und verschicken eine Partneranfrage? Das stört niemanden.

Organisiert statt spontan

Nicht nur die Suche, auch das Kennenlernen passiert unter erschwerten Bedingungen. Zweisamkeit und das vorsichtige Annähern wollen gut organisiert sein. Romantische Abendessen oder spontane Wochenendtrips? Ja gern, aber nur mit drei Wochen Vorlauf, um Babysitter oder Großeltern zu organisieren. So dauert das Zusammenwachsen als Paar etwas länger. Und manchmal wollen die Interessen des Partners und die Bedürfnisse der Sprösslinge so gar nicht zusammen passen. Das hat Britta, Mutter eines achtjährigen Sohnes, erlebt. Ihr letzter Freund war passionierter Golfer, der seine Wochenenden auf dem Golfplatz und jeden Urlaub in exklusiven Golfclubs verbrachte. "Einmal sind wir zusammen verreits. Für Moritz war das schrecklich. Er war das einzige Kind weit und breit und hat sich zu Tode gelangweilt." Kompromissbereit sollte der Partner also sein. Wer Kultur und Golfen seine liebsten Interessen nennt, ist leider schwer vereinbar mit Kindern. Das Wichtigste: Der oder die Neue sollte Kinder mögen – manche wünschen sich keinen Nachwuchs und an deren uneingeschränkter Hingabe und Zuneigung wird sich das süßeste Kleinkind die Zähne ausbeißen. "Das ist leider vergebene Liebesmüh. Besser: Akzeptieren Sie die Einstellung und nehmen Sie Abstand. Es gibt genügend Singles, die gerade nach Alleinerziehenden suchen und sogar eigene Kinder in die Beziehung mitbringen", so Diplom-Psychologin Lisa Fischbach.

Väter im Vorteil

Britta hat einen kleinen, feinen Unterschied zwischen Vätern und Müttern, die alleinerziehend auf Partnersuche sind, ausgemacht. Singleväter sind image-mäßig oft im Vorteil: "Vielleicht, weil sie schon gezeigt haben, dass sie verantwortsvoll sind", vermutet sie. Die Psychologin bestätigt den Eindruck: "Allein erziehende Väter werden als besonders oder ungewöhnlich gesehen. Eigenschaften wie Kinderliebe, Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und Haushaltstalent bekommen sie zugeschrieben – alles Dinge, die sich eine Frau vom Partner wünscht." Ein bisschen ungerecht gegenüber den Müttern ist das schon. Schließlich haben Frauen diese Vorzeigeeigenschaften genauso und bewältigen den Spagat zwischen Haushalt, Kind und Job viel öfter. Aber: Bei Männern sehen wir das als emotionalen Gewinn und Rollenerweiterung – bei Frauen ist das ja normal. So wird die berufstätige Singlemutter gesellschaftlich weniger honoriert.
Auch wenn sich zwei gefunden haben ist der Weg zum Glück zum Teil holprig. Wenn Nachwuchs im Spiel ist, kommt es immer wieder zu Eifersüchteleien – von beiden Seiten. "Ich fühle mich oft zwischen den Fronten, weil ich es allen Recht machen möchte", sagt Tim (43), geschieden, Vater von drei Kindern. "Die Wochenenden sind bei mir fast immer mit den Kindern verplant. Meine Freundin sollte da auf jeden Fall tolerant sein." Eine Patchworkfamilie verlangt allen Beteiligten Geduld, Einfühlungsvermögen und Toleranz ab. Dennoch: Dieses Familienmodell hat Vorteile und kommt immer häufiger vor.

Rasselbande sucht…

Je kleiner die Sprösslinge, desto mehr Zeit und Aufmerksamkeit brauchen sie. Das sollten Sie in Ihrem Online-Profil gleich deutlich machen. Aber Vorsicht: Überfordern Sie Ihr Gegenüber nicht gleich, indem Sie einen "Papa für drei kleine Racker" oder eine "liebevolle Mutti" suchen. "Machen Sie Ihre Lebensumstände deutlich", rät Lisa Fischbach. "Aber natürlich soll der Neue auf keinen Fall sofort die Erziehungsverantwortung ungefordert übertragen bekommen." Überrumplungsaktionen kommen nur selten gut an: Also erwähnen Sie Ihren Nachwuchs auf jeden Fall vor dem ersten Date. Und wenn er oder sie sich darauf einlässt, geben Sie Ihrem Gegenüber Zeit, sich für die Rolle zu entscheiden und hineinzuwachsen. Gerade für weibliche Singles ist es wichtig, die Balance zu halten. Schließlich sind Sie nicht nur Mutter, sondern auch Frau. "Nehmen Sie die beiden verschiedenen Rollen mit ihren Bedürfnissen bewusst wahr", so die Psychologin. "Sie existieren nebeneinander, auch wenn die Grenzen manchmal verwischen." Machen Sie sich also immer wieder klar, was Sie als Frau und was Sie als Mutter suchen und von Ihrem Partner erwarten. Sicher verschieben sich die Rollen je nach aktuellen Gegebenheiten, nur sollte die Rolle als Frau nicht ausgeblendet werden. Die Bedürfnisse nach Partnerschaft, Liebe und Zärtlichkeit dürfen nicht der Rolle der "guten Mutter" geopfert werden. Obwohl die Belange der Kinder immer im Vordergrund stehen, dürfen sich Mutter und Vater auch ums eigene Leben kümmern. Zum Beispiel um die Partnersuche. Davon profitiert auch der Nachwuchs: Zwischen glücklichen Kindern und glücklichen Eltern gibt es nämlich einen Zusammenhang. Und dem Familienglück tut es keinen Abbruch, wenn eines der Elternteile nicht leiblich ist. Die Zeiten, in denen man "der Kinder wegen" in unbefriedigenden Beziehungen verharrte, sind – Gott sei Dank – vorbei.

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3 Antworten zu “Alleinerziehend auf Partnersuche”

  • Sylvie sagt:

    3 Kommentare (älteste zuerst)Ich stelle fest, dass nach der Bekanntmachung meiner Familienverhältnisse, genau gesagt, des Alters meiner beiden Kinder, keine Kontaktaufnahme mehr folgt. Dies scheint doch ein ko-Kriterium zu sein. Schade

  • Sandra sagt:

    Liebe Sylvie, dass muss nicht unbedingt so sein! Hab doch mehr Geduld! Ich weiss wie dass ist. Liebe Grüsse. Sandra

  • Antonia sagt:

    Dass alleinerziehende Väter toleranter,erfahrener,liebevoller und rücksichtsvoller zu fremden Kindern (in diesem Falle meine Kinder 6J. & 9J.beide im Haus) sind, ist weit übertrieben. Mein letzter alleinerziehender Freund (seine Kinder 13J. & 18J. mit im Haus) wollte meine Kinder partout nicht akzeptieren. Ständig kritisierte er sie, nörgelte an ihnen und schimpfte,dass meine Kinder nur störend sind. Gleichzeitig erwartete er die oben genannten Eigenschaften aber von mir. Sobald ich sie nicht erfüllen wollte/konnte, war er beleidigt und drohte mit Trennung. Trennung war letztendlich die richtige Entscheidung, zumindest meine Kinder sind mittlerweile froh.