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Anatomie der Trennung III: Man macht Schluss, Täterperspektive
Anatomie der Trennung III: Man macht Schluss, Täterperspektive (Kategorie: Trennungsblog)
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"Machst Du etwa gerade Schluss?" "Äh, ja." "Oh."

Nach all den Lügen und all dem Streit kommt man an den Punkt, an dem man den Partner loswerden will. Klingt böse. Ist aber die Wahrheit. Meistens will man gar nicht frei sein, man will nur aus DIESEM Gefängnis fliehen. Weil die Haftbedingungen einfach etwas zu grausam geworden sind. Der andere muss weg. Aus der Wohnung, aus dem Leben. Man will nicht mehr mit ihm/ihr reden, streiten, teilen und Kompromisse finden.

Man will allein sein. Auch wenn es wehtun wird. An diesem Punkt hat man einen Grund gefunden, diesen Schmerz zu ertragen. Genau das macht ein Beziehungsende ja zu so einem grausamen Ding. Man weiß, es wird wehtun. Und tut es trotzdem.

Wie bereits vorher gesagt, kann man sich selber helfen. Untreue, Streitperioden und andere Grausamkeiten machen einem das Leben leichter, wenn es ums Trennen des "Wir" geht. Leider hat man manchmal da nicht so gute Vorbereitungen getroffen. Manchmal ist man einfach nicht der Bösewicht in dem Drama. Am schlimmsten ist, dass es oft keinen Bösen gibt.
Es ist vorbei. Es ist Schluss. So geht es nicht mehr. Ich glaube, ich will das nicht mehr. Du, ich will alleine sein. Ich glaube, wir sind nicht mehr wirklich zusammen. All das sind gute Sätze. Gern kann man auch mal um den Topf herum hüpfen, bis der andere schockiert fragt: Machst Du gerade Schluss? Willst Du gerade Schluss machen? Dann bleibt es bei einem einfachen: Ja. Oder auch mal einem "Es tut mir leid." Besonders human. "Du weißt doch warum, oder?"
Solange man es sauber macht, keinen Streit führt und keine Sünden zu beichten hat, ist es eigentlich egal, wie man es sagt. Es wäre mir bisher entgangen, dass irgendeine Formulierung besser wäre als die andere. Um den Schmerz kann man ohnehin nicht herum reden. Der kommt.
Und dann? Ist es erstmal gesagt, was tut dann unser Schlussmacher? Meistens geht man auseinander. Oder schweigt sich noch eine Weile an. Nett ist es, wenn man sich noch mal in den Arm nimmt. Viele Paare schlafen merkwürdigerweise miteinander. Dann folgt ein zweites Klärendes: "Das ändert aber nichts." Sobald man das hinter sich hat.
Und vorbei ist es. Alles, was an WIR da war, ist nun Vergangenheit. Zwei Menschen gehen wieder getrennte Wege.
Manchmal natürlich wird das nicht so einfach, manchmal ist eine Trennung nur auf Zeit, all diese Dinge werde ich in den nächsten Wochen einmal ansprechen. Nächste Woche widmen wir uns aber erstmal den Leuten, die den passiven Part in diesem Drama spielen müssen: Schlussmachen aus der Opferperspektive.

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Eine Antwort zu “Anatomie der Trennung III: Man macht Schluss, Täterperspektive”

  • Seifert sagt:

    Interessanter Artikel. Ich weiss nicht, ob ich Täter bin oder Opfer oder beides. Ich habe die Ehe verlassen, als ich nicht mehr das Schweigen meines Mannes ertragen konnte. Er hatte auch eine andere Beziehung angefangen.. Wusste ich aber danach. Heute sind noch beruflich zusammen. Getrennt lebend aber doch eng zusammen. Das ist nicht immer leicht!!! Ich bin auf den nächsten Artikel gespannt..