Alles, was Sie schon immer über Sex wissen wollten. Na gut, vielleicht wollten Sie das gar nicht so genau wissen. Die Lektüre dieses neuen Sex-Buches ist dennoch ausgesprochen aufschlussreich - und amüsant obendrein.
Die Wissenschaftsjournalistin Mary Roach schreibt für renommierte Titel wie GQ, New York Times Magazine und das Discovery Magazine. Für ihr neues Buch recherchierte sie zwei Jahre lang und ihr Weg führte sie dabei nicht nur in geheime Labore, sie besuchte neben namhaften Wissenschaftlern auch Schweinefarmen, Bordelle und Sex-Toy-Designer. Das klingt merkwürdig und tatsächlich ist ihr Buch auch so ganz anders als andere Bücher zu diesem Thema.
Heikles Forschungsthema
Mary Roach widmet sich nämlich nicht mit klugen Tipps und Ratschlägen der Performance-Optimierung zwischen den Laken, sondern schreibt über das, was die Sexualforschung für neueste Ergebnisse herausgefunden hat. Zunächst erklärt sie allerdings, was genau Sexualforschung eigentlich ist, bzw. was sie genau zum Gegenstand hat. Wenige Dinge tragen ihr zufolge so viel zum Lebensglück bei wie guter Sex. Dennoch wüssten wir erstaunlich wenig darüber. Grund genug für die Autorin, sich diesem Thema einmal zu nähern.
Erst in den 70er Jahren begann die Sexualforschung, ernsthaft ins Rollen zu geraten. Zuvor hatte es einige bemerkenswerte Ausnahmen gegeben, die sich gegen die Hürden und Ressentiments stellten, die eine solche Arbeit mit sich brachte: Stirnrunzeln, misstrauische Gattinnen, tuschelnde Kollegen, aber auch die Angst vor der öffentlichen Meinung, religiöse Intoleranz, politischer Druck und vor allem Bigotterie und Vorurteile machten eine ernsthafte wissenschaftliche Auseinandersetzung problematisch.
Vorbehalte und Zweifel
Tatsächlich wurde Forschern, die sich mit der menschlichen Sexualität befassten, selbst von Kollegen häufig unterstellt, sie seien irgendwie pervers. Bonk sei ein Tribut an all die Männer und Frauen, sie sich getraut hätten, sich der Engstirnigkeit, Ignoranz und Prüderie entgegenzustellen, schreibt die Autorin. Sie berichtet auch über ihre eigene Befangenheit und darüber, wie schwer es ihr gefallen sei, sich selbst bisweilen als Versuchsperson zur Verfügung zu stellen. Doch Mary Roach ist der Spagat gelungen, den das schlüpfrige Thema ihr vorgegeben hat. Sie schafft es, witzig und humorvoll und dennoch kundig und fachlich korrekt über die erstaunlichen Ergebnisse und die unermüdlichen Versuche der Sexualforschung zu schreiben.
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