Ein Paar sitzt sich gegenüber. Beide schweigen. Sie schaut ihn an, streicht sich durchs Haar, nimmt einen Schluck Wein, blickt aus dem Fenster ... Er erwidert ihren Blick, rückt die Krawatte zurecht und räuspert sich... Es ist kein Wort gefallen, aber die non-verbale Kommunikation zwischen den beiden spricht Bände.
Was genau welche Gesten in welchen Situationen ausdrücken, ist für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei helfen diese Signale, das Gesagte des Gegenübers zu verstehen und zu interpretieren. Eine Art Übersetzungshilfe leistet das Buch "Ich sehe was, was du nicht sagst" von Peter Collett. Denn – das verspricht zumindest der Untertitel – "so deuten Sie die Gesten der anderen – und wissen, was diese wirklich denken". Nicht nur, was wir sagen oder nicht sagen, verrät uns, sondern auch die Art und Weise, wie wir es sagen: "Während die von Ihnen gewählten Wörter und Wendungen und Ihre gesamte Ausdrucksweise anderen eine offizielle Botschaft übermitteln, enthalten Wortwahl und Sprachgebrauch zugleich auch verschleierte Botschaften, die Ihre wahren Absichten erkennen lassen", sagt der südafrikanische Autor und Psychologe Peter Collet. Die so genannten "Tells" beispielsweise sind hochgradig informative Gesten, die Ihrem Gesprächspartner eine Fülle von Informationen über Ihre Stimmung, Ihre Absichten, Ihr Interesse am Gespräch und dem Gegenüber vermitteln. Wie Sie Ihre Hände, Füße, Augen oder Augenbrauen bewegen, zeigt dem Anderen, ob Sie sich langweilen oder ganz bei der Sache sind, ob Sie das, was Sie sagen wirklich so meinen oder ihm etwas vormachen. Welche nonverbalen Botschaften wir senden, darauf haben wir meist recht wenig Einfluss, es ist ein unbewusster Prozess. Nur die wenigsten Menschen sind in der Lage, das zu kontrollieren – umso wichtiger also, die Zeichen zu verstehen.
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