Er macht komplizierte Sachverhalte amüsant und akademische Theorien zum Vergnügen. Der unverschämt gut aussehende Autor Richard David Precht, um den sich die Presse gerade reißt, stellt in seinem neuen Buch bekannte und weniger bekannte Liebesphänomene vor.
Keine neuen Wahrheiten
Precht ist Philosoph, Publizist und Autor. Mit seinen Romanen und Sachbüchern begeistert er Leser und Kritiker gleichermaßen. Das Philosophiebuch "Wer bin ich und wenn ja, wie viele", eroberte die obersten Ränge der Spiegel-Bestsellerliste. Nun widmet er sich der Liebe. Gewagtes Unterfangen, klar, denn auch ein Virtuose kann dieses Mysterium nicht komplett erklären. Dafür aber klug und augenzwinkernd feststellen, warum es mit Büchern über die Liebe so schwierig ist und wie man trotzdem über so etwas Privates, wundervoll Illusionäres schreiben kann. Precht will keine neuen Wahrheiten zu Tage fördern. Er macht Zusammenhänge plausibel, die wir vielleicht so noch nicht kannten.
Precht schreibt flüssig und leicht verständlich. Komplizierte Sachverhalte und trockene Wissenschaft machen bei ihm Spaß. So erklärt er beispielsweise, wie die so vernünftige evolutionäre Disposition von der unvernünftigen kulturellen Prägung beeinflusst wird. Oder warum wir immer mehr Liebe suchen, aber immer weniger finden.
Anders als andere Bücher
Wer Tipps für seine Liebesfähigkeit oder die Performance im Schlafzimmer möchte, für den ist das Buch nichts. Aber Precht zaubert spannende Denkanstöße aus dem Ärmel, die verblüffen und erheitern. Er stellt Fragen und wägt unterschiedliche Theorien gegeneinander ab.
Das Buch kommt weder trocken noch akademisch daher, weil Precht persönliche Erlebnisse einfließen lässt. Letztendlich werden zwar viele Aspekte der Liebe, der Romantik und der Leidenschaft erhellend dargestellt, aber ganz lösen kann er das Rätsel Liebe nicht. Das ist ja auch gut so, denn allzu ordentlich und rational darf die Liebe gar nicht werden. Wo bliebe denn da die magische Aura?
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