Anfänglich halten viele Paare ihre Wünsche eher höflich zurück. Doch es macht keinen Sinn, sich auf Dauer zu verstellen.
Nun scheint der entscheidende Schritt greifbar nah. Beim ersten Treffen hat es gefunkt. Das Herz ist entflammt und dieses großartige Gefühl des Verliebtseins wird von Treffen zu Treffen stärker. Mittlerweile hat man sich bereits geküsst und war sich nah, hat zwei Wochenenden miteinander verbracht. Eindeutig: Da sind zwei mitten in der Anfangsphase einer Partnerschaft. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Im Kopf womöglich nicht. Da lässt sich schnell mal das Traumszenario ausmalen, was wäre wenn… Damit es außerhalb der Fantasiewelt ebenfalls gelingt, die ersten Schritte in eine feste Beziehung zu meistern, gilt es ein paar wichtige Dinge zu beachten:
Der andere ist noch völliges Neuland. Wir wissen nicht, was er mag oder am liebsten isst, ob er ein Frühaufsteher oder Morgenmuffel ist, ob er gerne gleich einen Tee trinkt, wenn er die Augen aufschlägt, oder sich lieber noch gemütlich eine Stunde von links nach rechts dreht. Noch viel weniger haben wir eine Ahnung, was hinter bestimmten Gesten, Gesichtszügen oder Verhaltsweisen steht. Seien Sie neugierig und gehen Sie auf Entdeckungsreise. Fragen Sie Ihren Partner, was er mag, wie er den Kaffee am liebsten trinkt, ob er lieber Butter oder Margarine zum Frühstück mag.
Seien Sie ein aufmerksamer Zuhörer und Beobachter. Haken Sie nach, wenn Sie etwas besonders interessiert oder nicht nachvollziehen können: „Magst Du generell keine Kulturreisen oder ist es eher die Atmosphäre einer überkandidelten Gruppenreise?“ So gewinnen Sie im Laufe der Zeit immer mehr Einsichten und Verständnis.
Bleiben Sie grundsätzlich unvoreingenommen und schließen Sie nicht von sich auf Ihr Gegenüber. Fragen beugt vielen Missverständnisse vor: „Wie hast du das gemeint?“ Das ist hilfreicher, als alles selbst zu interpretieren: Er ruft nicht an, obwohl er weiß, ich bin heute Abend allein zu Hause. Sie denkt verunsichert: „Irgendwie ist er doch nicht wirklich interessiert.“ Er denkt in Wirklichkeit: „Nun hat sie gesagt, sie will heute Abend mal für sich sein, ein bisschen telefonieren und den Schreibtisch aufräumen. Dann störe ich mal lieber nicht. Schließlich werden bei uns aus fünf Minuten Anruf schnell anderthalb Stunden.“
Zeigen Sie sich und äußern Sie Ihre Bedürfnisse. Auch ihr Partner möchte Sie kennenlernen. Anfänglich halten viele Paare ihre Wünsche eher höflich zurück. Doch es macht keinen Sinn, sich auf Dauer zu verstellen. Sprechen Sie Ihre Wünsche offen an und zeigen Sie Initiative. Dies gilt insbesondere für Frauen, denen es manchmal etwas schwerer fällt, sich durchzusetzen oder abzugrenzen.
Nähern Sie sich kommunikativ: Wenn Sie ein Thema unpassend oder verfrüht finden, sagen Sie das. Umgekehrt sollten Sie es nicht gleich als schlechtes Zeichen aufnehmen, wenn Ihnen der andere thematisch ausweicht. Seien Sie eher mutig und fragen Sie offensiv nach, ob das zu persönlich war. Dann akzeptieren Sie aber unbedingt ein mögliches Ja. Nicht weiter bohren. Das Gleiche gilt bei Ex-Geschichten und Verflossenen. Es ist ein Irrglaube, dass es verbindend wirkt, sich die Vergangenheit gegenseitig zu erzählen. Dort wo es eine wichtige Erklärung liefert und Verständnis erzeugt, mag es vorteilhaft sein. Aber nicht grundsätzlich.
Kompromisse gehören zu jeder Liebe dazu! Wenn Sie merken, dass Sie den anderen durch einen Vorschlag in die Ecke drängen, suchen Sie nach Lösungen, die beiden Seiten gerecht werden. Wenn Sie mit etwas nicht einverstanden sind, vermeiden Sie ein vorschnelles „Nein“. Versuchen Sie es mit Verhandeln. Manchmal lassen sich beide Wünsche realisieren. Nicht immer gleichzeitig, aber oft hintereinander
Die Bedürfnisse nach Nähe und Distanz sind oft unterschiedlich. Zwar sind körperliche Nähe und Intimität in einer Anfangsphase von herausragender Bedeutung, aber nach ein paar Wochen und Monaten „normalisiert“ sich das wieder und es entstehen auch wieder Bedürfnisse, mal Zeit für sich zu haben. Das ist überhaupt kein schlechtes Zeichen, sondern völlig normal. Ein Paar muss seine Balance von Zweisamkeit und Unabhängigkeit erst einmal finden. Wem die Veränderung Angst macht, sollte das ansprechen… Das ist sowieso immer die beste Medizin!