Unsere Leser haben zahlreich Geschichten geschickt, für die wir uns ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Die drei schönsten möchten wir Ihnen hier nun präsentieren und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Überraschung auf Umwegen
Mein Freund und ich sind schon recht lange zusammen und eigentlich ist er kein besonders großer Romantiker. Ab und zu zündet er zum Abendessen ein paar Kerzen an, aber das war es dann auch schon. Deswegen habe ich mich auch ganz besonders gefreut, als er mich zu unserem zweijährigen Jubiläum letztes Jahr im Sommer ganz romantisch überrascht hat. Erst habe ich mich ein bisschen geärgert, dass er unseren Jahrestag nicht mit mir verbringen wollte. Ein alter Schulfreund wollte angeblich vorbeikommen. So verbrachte ich den Tag alleine vor dem Fernseher, als es an der Tür klingelte. Als ich aufmachen wollte, war niemand mehr da, vor der Haustür lag aber ein roter Briefumschlag. Ich öffnete den Umschlag und hielt einen Ausriss aus dem Stadtplan in der Hand. Am Stadtparksee sah ich eine rote Markierung. Ich wusste erst gar nichts damit anzufangen, bis ich im Umschlag eine Notiz von meinem Freund fand: "Ich freue mich auf dich!". Ich war total überrascht und aufgeregt, habe sofort meine Jacke übergeworfen und mich auf den Weg gemacht. Mein Freund wartete schon an der im Stadtplan markierten Stelle auf mich. Er führte mich dann zum See. Und hier fand ich die eigentliche Überraschung: Er hatte für uns ein romantisches Picknick vorbereitet, mit allem was dazu gehört. Auf der Picknickdecke lagen verschiedene leckere Sachen, eine Flasche Sekt war auch dabei. Außerdem hatte er rundherum Fackeln aufgestellt, die eine richtig schöne romantische Stimmung verbreiteten. Mit einer wunderschönen Aussicht auf den See haben wir dann unser Picknick genossen und auf unsere Beziehung angestoßen. Es wurde ein wunderschöner, romantischer Abend! Und das, wo ich schon damit gerechnet hatte, dass er "unseren" Tag einfach vergessen hat.
Tina (35), Berlin
Wiedersehen nach 25 Jahren
An einem verregneten Spätsommersonntag entdeckte ich beim Aufräumen einen alten, schon leicht zerrissenen Briefumschlag, auf dem meine Adresse mit roter Tinte geschrieben war. Als ich ihn öffnete, fand ich fünf eng beschriebene Seiten, die leicht verwischt aussahen, und ich erinnerte mich an die Tränen, die ich vor nun über zwanzig Jahren darauf geweint hatte. Wie eine Kostbarkeit hielt ich den Brief in den Händen und beschloss, ihn noch einmal zu lesen.
Der erste Satz lautete: "Dies ist ein Liebesbrief und ein Abschiedsbrief". Mit jeder Zeile, die ich las, wurde ich zurückversetzt in jene wunderschöne Zeit mit Leon, in der er mir zeigte, was wahre Liebe sein kann. Eine Zeit, in der wir uns liebten mit einer Intensität und Tiefe, die ich nie wieder erleben durfte. Mit jeder Zeile aber rannen mir mehr Tränen über mein Gesicht. Wie eine Urgewalt brachen die so lange versteckten und verdrängten Gefühle aus mir heraus, und ich wusste, ich liebte diesen Leon damals wie heute.
So schrieb ich Leon, nicht wissend, ob er meinen Brief erhalten würde, ob er überhaupt bereit war, ihn zu lesen. Aber das war für mich in diesem Augenblick nebensächlich. Ich beschrieb ihm in groben Zügen mein Leben, wobei ich weinte, denn mir wurde klar, dass ich ihn all die langen Jahre vermisst habe. Ich hatte nach unserer Trennung versucht, den Mann oder die Männer zu lieben, weil ich sie lieben wollte. Aber das funktionierte nicht. Ich fand Leons Adresse heraus und schickte meinen Brief ab, ohne meinen Absender, weil ich keine Antwort erwartete. Ein kleines Wunder geschah: Leon hatte tatsächlich meine Adresse herausgefunden und antwortete mir. So schrieben wir zahlreiche Briefe hin und her, bis uns klar wurde, dass wir uns wiedersehen wollen. Wir verabredeten uns – nach über 25 Jahren. Ich war aufgeregt, neugierig, nervös. Wir erkannten uns auf Anhieb wieder – und es war definitiv der romantischste, aufwühlendste und schönste Moment in meinem Leben.
Sabine
Eine geheimnisvolle Musikbotschaft
Ein unbekannter Verehrer? Stoff, aus dem Hollywood-Filme sind, dachte ich immer. Aber am Nikolaussonntag war mir tatsächlich auch so etwas passiert. Ich hatte übers Wochenende eine Freundin zu Besuch. Nach einem recht ausgedehnten Feuerzangenbowle-Abend, waren wir Sonntagmorgen mit Freunden zum Frühstück mit anschließendem Weihnachtsmarktbesuch verabredet. Nachmittags mit wehenden Fahnen noch mal eine kurze Stippvisite zu Hause eingelegt, da ich kurze Zeit später auch schon zu einer weiteren Verabredung los musste. Schnell noch den Briefkasten gecheckt und einen kleinen dunkelroten Briefumschlag herausgefischt. Ohne Absender, ohne Briefmarke, dafür nett verziert mit kleinen goldenen Sternen. Ein kleiner Nikolausgruß von einem Nachbarn – dachte ich zuerst, der aus Nettigkeit alle Hausbewohner mit einem lieben Gruß beglückte. In meiner Wohnung angekommen, öffnete ich den Umschlag: Ein merkwürdiger Chip klebte auf dem Briefbogen, mit dem Hinweis: Behalte mich und spiel mich ab! Sehr mysteriös. Aber gesagt, getan. Und was soll ich sagen: Auf dem Chip befand sich genau ein Track, ein Liebeslied – mit passender Textdatei (der Absender setzte wohl keine allzu großen Hoffnungen auf meine Englischkenntnisse und wollte auf Nummer sicher gehen, dass ich auch wirklich den Inhalt des Liedes verstehe). So langsam dämmerte es mir auch, wer mir den anonymen Gruß wohl hat zukommen lassen… Auch, wenn aus uns beiden nichts geworden war, das war definitiv ein sehr romantisches Erlebnis.
Sandra (26), Hamburg
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