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Die Wahrheit über One-Night-Stands
Die Wahrheit über One-Night-Stands (Kategorie: Sexualitätsblog)
Frauen stehen der einmaligen Liebelei kritischer gegenüber als Männer.

Auf einer Feier hielt kürzlich ein Gast zu vorgerückter Stunde ein leidenschaftliches Plädoyer für den One-Night-Stand. Der Sex mit völlig Fremden sei so aufregend, weil er das gewisse Prickeln verursache. Studien zufolge sind es in erster Linie junge Männer, die One-Night-Stands attraktiv finden. Sie stürzen sich in ein Vergnügen ohne Konsequenzen. Oft fühlen sie sich für eine langfristige Beziehung noch nicht bereit.

Doch das ändert sich mit der Zeit: Für die meisten heterosexuellen Männer ist es auf Dauer nämlich zu anstrengend und zeitaufwändig, ständig auf die Pirsch nach neuen Eroberungen zu gehen. Deshalb suchen sie irgendwann eher nach einer festen und dauerhaften Beziehung. Man könnte fast meinen, aus Bequemlichkeit. Doch hinzu kommt: Menschen, die in einer festen Partnerschaft leben, haben mehr und regelmäßigeren Sex als Singles.

Trotz allen gesellschaftlichen Wandels, ist der One-Night-Stand für Frauen übrigens noch immer weniger attraktiv als für Männer. Die Doppelmoral erlaubte es schon in früheren Zeiten jungen Männern, sexuelle Erfahrungen zu sammeln, während Frauen jungfräulich in die Ehe gehen sollten. Auch wenn moderne Frauen heutzutage ganz ähnliche Freiheiten genießen könnten wie Männer. Sie sehnen sich eher nach festen Beziehungen als nach flüchtigen Sexualkontakten. Für sie spielt die Gefühlsebene eine entscheidendere Rolle, wenn sie sich auf einen Mann einlassen.

Und dann ist da ja auch noch die Tatsache, dass One-Night-Stands oft sehr unbefriedigend sind. Wir haben einen flüchtigen, auf die sexuelle Ebene reduzierten Kontakt. Der kann zwar im Moment sehr leidenschaftlich sein, doch letztlich hinterlässt er für die Beteiligten oft ein eher schales Gefühl. Selbst, wenn wir in sexueller Hinsicht Befriedigung erfahren haben, so bleibt die emotionale Ebene meist auf der Strecke. Es wird keine echte Nähe geschaffen und wir können uns nur selten richtig fallen lassen. Und gerade das Vertrautsein mit einem Menschen und das Vertrauen, das wir ihm entgegenbringen, macht Sexualität erst wirklich befriedigend und erfüllend.


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6 Antworten zu “Die Wahrheit über One-Night-Stands”

  • Rosi sagt:

    Was soll man/frau denn tun, wenn man Single ist und keinen Partner findet?! Außerdem soll man sich doch lieber vorher austoben und mit One-Night-Stands experimentieren, als auf einmal in der Beziehung auf den Geschmack zu kommen! Denn wer zum Beispiel im Leben nur zwei Partner hatte, wird bestimmt denken, was verpasst zu haben! Oder etwa nicht?
    Dass O-N-Ss nicht das Non-Plus-Ultra für das ganze Leben ist, ist klar. Schließlich ist der Mensch für die Gemeinschaft zu zweit geschaffen. Aber bis dahin…Why not!

  • PeterMeyer sagt:

    Guten Abend,

    erlaubt ist, was gefällt; das gilt selbstverständlich auch beim Sex, finde ich. Eine Frau, die jungfräulich in die Ehe taumelt, würde mich ehrlich gesagt er- und damit zunächst auch abschrecken. In der heutigen Zeit ist sexuelle Verweigerung außerhalb der Ehe bestenfalls exotisch.

    Zurück zu den ONSs. Sofern man dafür geschaffen ist, ist doch nichts dagegen zu sagen! Sex ist das wunderbarste auf der Welt, und da finde ich es völlig legitim, sich auch auf ONSs einzulassen, selbst, wenn man vorher schon weiß, dass nicht mehr daraus werden dürfte. Es muss nur einvernehmlich geschehen. Wie bei jedem anderen Sex eben auch. Der schale Beigeschmack liegt doch nicht am ONS, sondern an der Enttäuschung darüber, wieder nicht die Große Liebe gefunden zu haben. Nur, wenn einen das mehr stört, als einen der Lustgewinn erfreut, soll man es lassen. Aber warum soll man sich selbst im Weg stehen?

  • PeterMeyer sagt:

    Kern ist aber doch die Frage, ob man dafür geschaffen ist. Ich hatte mal ein sehr interessantes Gespräch mit einem damaligen Kollegen, in dessen Verlauf mir klar wurde, dass es da wirklich ganz grundsätzliche Unterschiede gibt. Er lebte damals in einer festen Partnerschaft, und auf meine Frage, was seine Partnerin und er eigentlich nach dem Sex machten, ob sie sich zum Beispiel "einfach so" in den Armen lägen oder was auch immer, meinte er: "nee, weit weg, am besten ganz weit weg, am liebsten in ein anderes Bett". Nicht jeder Mann ist so, soweit kenne ich mich.

    Heute glaube ich, dass es Menschen gibt, die Sex brauchen, um Zärtlichkeit zulassen zu können. Das würde ich sexuell extrovertiert nennen und ist wohl unter Männern verbreiteter als unter Frauen. Das ist vielleicht aber auch nur ein Klischee. Jedenfalls sind diese Extrovertierten (männlich "funktionierenden"?) für ONSs wie geschaffen.

    Die andere Gruppe ist die, die Zärtlichkeiten braucht, um Sex zulassen zu können. Diese würde ich sexuell introvertiert nennen und denke, dass das unter Frauen verbreiteter als unter Männern ist, weiß es aber — wie gesagt — nicht.

    Ich bin klar introvertiert und kann daher mit ONSs nichts anfangen, folglich auch nichts konkretes dazu sagen, außer, dass ich viel zu nervös dafür wäre. Auf deutsch: weder ich noch die Frau hätte etwas davon, vom humoristischen Wert einmal abgesehen. Aber ich finde, wenn beide extrovertiert sind oder sein können — es mag auch Menschen geben, die hin- und herschalten können, könnte ich mir vorstellen — und sich beide darüber im klaren und einig sind: nur zu!

    Herzliche Grüße

    PETER MEYER

  • Jutta sagt:

    Hat man eine Lebensphase ohne festen Partner zu überstehen, ist der Verzicht auf Sexualität mit einem zärtlichen Menschen auch für viele Frauen ein großes Problem. Eine Lösung, ab und zu erfüllende Sexualität zu erleben, sind Swingerclubs, von denen nicht wenige vollkommen seriös sind. Dazu bedarf es natürlich sorgfältiger Internet-Recherche. Es ist doch nicht logisch, daß dort nur niveaulose Hallodris verkehren sollten. Es gibt dort auch ganz ernsthafte, gebildete und fast ausbahmslos anständige und faire Männer, die aus derselben Problemlage heraus mal einen Abend Zärtlichkeit und intensiven (safer) Sex erleben wollen. Was ist daran schlecht?

  • Hans sagt:

    One-Night-Stand?? …. das hätten wohl alle Männer gern daß er die ganze Nacht "steht"!

  • Carsten sagt:

    Das ist ganz richtig, was Du schreibst, Jutta, und wie schön, dass Du so offen bist. Eine Leben als Single heißt eines ohne Zärtlichkeit, ohne Umarmung, ohne Streicheln, ohne wärmende Hautkontakte und, natürlich auch, ohne das wunderbare Erlebnis der körperlichen Vereinigung.
    All’ dies auch in einer Phase ohne Partner haben zu wollen, ist doch nicht verwerflich. Und ob man eher zum ONS oder zu rein erotischen Kontakten, sei es im Club oder privat, neigt, muss jeder für sich entscheiden. Wichtig scheint mir nur: Man sollte den Mut haben, sich zu seinen Bedürfnissen zu bekennen. Und wenn man jemanden trifft, mit dem es "passt", hat kein Dritter das Recht darüber zu urteilen.