Finn erzählt, wie er seinen Liebeskummer erlebte.
Mit Finns Geschichte erhalten Sie quasi einen "aktuellen Report" aus den tiefsten Tiefen des Liebeskummers. Wenn Sie selbst ein Mann mit Liebeskummer sind, werden Sie sich sicher in der einen oder anderen Formulierung wiederfinden und vielleicht tut es Ihnen gut, zu wissen, dass das, was Sie jetzt fühlen, nur allzu menschlich ist.
Es ist eine Erfahrung, die viele Menschen in ähnlicher Weise machen. Finn hat sich bereit erklärt, seinen akuten Liebeskummerzustand in seinen eigenen Worten für Sie aufzuschreiben:
"Ich sitze hier knietief in meinem Blut und es hört nicht auf, aus meinem Herzen zu strömen. Mein Herz ist mehrfach durchbohrt, zerrissen. Ein Schmerz, der mir die Sinne raubt und mich betäubt. Alles dreht sich. Immer und immer wieder kreisen meine Gedanken unaufhörlich nur um sie – um meine Freundin, die mich verließ.
Frau Fauck hat mich ermutigt, meine Geschichte zu erzählen. Die Wahrheit über mich, mein Befinden, den Verlauf des Verlustes eines so sehr und zutiefst geliebten Menschen, einer Frau mit einem strahlenden Inneren und Äußeren, meines besten Freundes und meiner Geliebten.
Wie kam es zu all dem? Unsere Beziehung bestand seit mehr als sieben Jahren. Zwischen uns war es nie einfach gewesen, aber es verband uns eine noch nie da gewesene tiefe Liebe, die bisher alles überstand. Zunächst standen uns menschliche "Altlasten" und später meine Selbständigkeit immer wieder im Wege. Wir hatten auf beiden Seiten mit Vertrauensverlust zu kämpfen. Dennoch, für uns beide war es immer – und gerade auch in schwierigen Zeiten – DIE große Liebe. Nichts Vergleichbares hatten wir jemals zuvor erlebt.
Dann kam Ostern 2008. Ich hatte ihr versprochen, dass wir die Feiertage zusammen verbringen würden und garantiert nichts dazwischen kommen sollte. Doch plötzlich, am Samstagabend vor Ostern, kam der Anruf von einem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden eines großen Investmenthauses und bat mich, in den nächsten verfügbaren Flieger zu steigen und am Ostersonntag nach New York zu kommen. Geschäftlich hing für mich von diesem Treffen sehr viel ab, ich konnte einfach nicht absagen. Noch während des gemeinsamen Osterfrühstücks am Sonntag spürte ich ihre tiefe Liebe. Die Neuigkeit nahm sie eher ruhig hin. Sie hatte mich immer unterstützt, wo sie nur konnte, und tat es auch jetzt. Zwar sagte sie, dass es so nicht mehr weitergehen könne, trotzdem stand sie aber hinter mir.
Bis dahin hatten wir ein schönes Wochenende verbracht, trafen uns mit Freunden und hatten Spaß. Karfreitag, wir hatten erfüllenden, eher romantischen und innigen Sex, flüsterte sie mir noch leise in mein Ohr, dass sie ihre fruchtbaren Tage hätte. Vielleicht hatte es ja diesmal "geklappt"…Sie wollte unbedingt und so gern Kinder mit mir. Ich war gefühlsmäßig überwältigt. Bevor ich zum Flughafen losfuhr, gab ich ihr an der Wohnungstür noch einen zärtlichen und innigen Kuss und sagte: "Jeder Kuss sollte so sein, als wäre es der Letzte." – Als hätte ich es geahnt… Dabei deutete nichts auf das hin, was Ostermontag dann passierte: Ich bekam eine SMS nach New York, dass ihre Entscheidung gegen mich gefallen sei. Aus – Ende – Schluss.
Zuvor hatten wir beide schon mal Schluss gemacht, das war also nichts Neues für uns. Vor knapp zwei Jahren hatte sie Christian kennengelernt und kam mit ihm sofort nach der Trennung zusammen. Diesmal hieß er Jan. Als ich dann Mittwoch aus New York zurückkam, hatte sie mir eine Nachricht hinterlassen, dass ich meine von ihr gepackten Sachen aus ihrer Wohnung abholen solle. Sie würde sich aber sehr freuen, wenn wir uns dann noch voneinander verabschieden könnten. Zunächst sagte ich nein, auch aus Stolz und aus Selbstschutz. Auf ihr Drängen willigte ich aber schließlich ein, auch um ihr einen Gefallen zu tun und zu versuchen, sie doch noch umzustimmen. Ich hätte es sein lassen sollen! Am Samstag darauf wollte ich dann noch einmal per Telefon ein klärendes Gespräch mit ihr führen, das jedoch vollkommen eskalierte. Sie beschimpfte und beleidigte mich, sie schrie mich in einer noch nie da gewesenen aggressiven Art und Weise an und legte schließlich auf. Ich habe seitdem, es sind gut sechs Wochen vergangen, nichts mehr von ihr gehört. Sie reagiert auch auf die vier SMS nicht, die ich ihr danach geschrieben habe.
Seitdem bin ich absolut ohnmächtig. Kann nichts tun. Ich bin ein Gefangener meiner selbst. Ich sitze gefesselt in einer Achterbahn und kann weder aussteigen noch sitze ich am Steuer meines eigenen Lebens. Morgens bleibe ich am liebsten im Bett, mag den Tag nicht beginnen. Auf der anderen Seite bin ich rastlos, muss aus einem inneren Drang heraus alles versuchen, um an Informationen heranzukommen: Was macht sie, wo steht sie, liebt sie mich noch? Jede kleinste Information scheint mir in dem Wirrwarr an Puzzleteilen zu helfen. Ich versuche dann alles Stück für Stück zusammenzusetzen, um für mich zu einem Gesamtbild zu kommen.
Alles dreht sich um sie, um die Vergangenheit, all die schönen Dinge, die wir erlebt haben, aber auch um die Fehler, die ich gemacht habe. Es ist ein Schmerz, der die Seele auffrisst, den Körper zermartert – ich habe in kurzer Zeit sieben Kilo abgenommen. Seither habe ich Herz-Rhythmus-Störungen, wache jede Nacht gegen 03:30 Uhr auf und kann dann nur sehr schwer und manchmal gar nicht wieder einschlafen.
Was plagt mich genau? Klar, ich will sie unbedingt wieder haben. Das ganz sicher. Aus tiefer Liebe. Ich kenne auch ihre Fehler, aber meine Liebe ist größer als das. Was auch sie mir angetan hat – ich kann verzeihen.
Natürlich spielt auch die Zurückweisung eine Rolle, mein Ego ist angekratzt und mein Selbstvertrauen schwindet. Klar, ich bin ein Kämpfertyp, der nicht verlieren will, das stimmt auch. Aber über allem steht meine tiefe Liebe zu ihr. Eine Liebe, von der ich überzeugt bin, dass sie auch dies überstehen wird. Wir wollten Kinder, eine Familie, ich wollte sie heiraten. Alles schien in meinem Job erfolgreich zu laufen. Ich hatte für uns eine große Altbauwohnung in bester Lage gekauft. Nur eine Woche später hätten wir einziehen können. Eine verdammte Woche… Noch am Ostersonntag schickte sie mir auf dem Weg zum Flughafen eine SMS: "Lieber Finn, ich liebe dich nach wie vor und möchte, dass du das weißt. Bitte mach dein Ding und mach es gut. Wir werden eine Lösung finden… Bitte verzeih, dass ich so kalt war. Kuss, Katja"
Eins steht für mich fest: Sie hatte schon lange von meinem Job, meiner Spontanität, der Unplanbarkeit, meiner Unzuverlässigkeit, der schlechten Erreichbarkeit genug gehabt. Dennoch stand sie in all den Jahren, die teilweise finanziell sehr schwierig waren, immer hinter mir und hatte mich so sehr, tief und innig geliebt. Bis es nun genug war. Ich habe das Gefühl, dass ich aus dieser Situation nicht herauskomme. Es muss sich etwas verändern. Ich muss mich verändern.Ich falle und falle und falle ins Bodenlose. Der Fall an sich ist nicht das Problem. Aber wehe, wenn ich aufschlage… Der Schmerz ist nach wie vor da. Und Wut, auch und gerade gegen mich selbst und meine Fehler, macht sich breit. Alles dreht sich nur um sie. Ich bin zu sehr auf sie fokussiert, das merke ich. Alles andere ist Nebensache, spielt absolut keine Rolle mehr. Mein Job wird in sträflicher Weise vernachlässigt. Mein Leben, meine Kraft, meine Gedanken, alle Hoffnungen, mein ganzes Ich – nur für sie."
Finns Geschichte ist ein Auszug aus meinem neuem Buch "Das Liebeskummerbuch für Männer", das seit dem 15.08. im Buchhandel erhältlich ist. Sie können es hier bestellen.
Die selbe Erfahrung habe ich auch durchgemacht. ich mußte sogar weinen als ich ihre Geschichte gelesen habe. aber das Leben geht weiter und man muß nach vorne schaun und mit sich selbst kämpfen, um weiter zu überleben.
Mir geht es gerade exakt so! Es ist -seit gestern- eine Idee besser geworden. trotzdem stört es mich, wenn sie bei facebook online ist und ich mir überlege, ob sie jetzt mit einem bekannten chattet und nicht mit mir, wie sie es immer getan hat. einen neuen gibt es nicht; sie kommt mit ihrem leben nicht klar und ist nicht beziehungsfähig; sagt sie.