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Emanzipation beim Dating
Emanzipation beim Dating (Kategorie: Partnersucheblog)
Frauen sind zunehmend emazipiert - auch beim Flirt. Aber wie fortschrittlich sind die Männer?

"Die Frau ist das einzige Wild, das seinem Jäger auflauert". Der Spruch bringt es flapsig auf den Punkt. Meist sind es die Frauen, die beim Dating mit dem Flirten beginnen und durch subtile Zeichen signalisieren, dass sie offen für einen Kontakt sind.

Zumindest wäre sein Erfolg fraglich. Das ist weniger ein Zeichen dafür, dass Flirten eine rein weibliche Fähigkeit ist, sondern vielmehr für die erlernten traditionellen Rollen des werbenden Mannes und der umworbenen Frau.

Davon abgesehen handeln Frauen heutzutage in allen Bereichen zunehmend weniger Rollenkonform. Das gilt vor allem für das offensive Flirtverhalten. Frauen ergreifen mehr und mehr die Initiative und machen den ersten Schritt auf einen Mann zu. Das schätzen gerade schüchterne Männer, wie man aus Umfragen weiß. Männer, die es reizvoll finden, eine Frau zu erobern und daraus sogar noch einen Gewinn ziehen, sind von so viel Selbstbewusstsein häufig irritiert. Gleiches gilt für Männer, die durch so viel weibliche Entschlossenheit in ihrer männlichen Rolle verunsichert werden.

Genau diese beiden Seiten musste ich mir neulich aus meinen sonst so aufgeklärten Freundeskreis anhören. Beim Geburtstagsbrunch am Sonntag erzählt ein Gast am Tisch, wie er im Club von einer Frau angesprochen wurde. Sie machte den ersten Schritt, man plauderte und sie fragte später nach dem ersten Tanz. Er fand das super, schließlich hattet er die Frau schon vorher aus dem Augenwinkel beobachtet, sich aber nicht getraut. Nächste Woche sind sie zum Schlittschuhlaufen verabredet. Entsetzt hat mich dazu der Chauvi-Kommentar von einem Bekannten: "Das geht doch gar nicht! Für mich wäre die gleich unten durch. Das macht doch keinen Spaß, wenn sich jemand so bemüht." Ich fühlte mich 100 Jahre durch die Zeitmaschine nach hinten geworfen. Kerl mit lila Kaschmir-Pulli und gestylten Haar, natürlich in "Out of Bed-Optik", enge Designerröhre mit Stiefelletten: Eher der metrosexuelle Typ, der sich glücklich schätzen sollte, dass Modemaniacs wie David Beckham Vorreiter und Stilikonen waren, so dass Mann sich heute so "weiblich" stylen kann. Und dann den Jäger aus der Steinzeit raushängen lassen, der die Lust verliert, wenn Frau sich nicht als schwer zu erobern zeigt, sondern die rar-mach-Taktik durch ehrliches Äußern von Interessen ersetzt.

Am liebsten wäre ich unter dem Tisch versunken. So modern und aufgeschlossen wir uns geben, so herrlich altmodisch sind viele noch in den Tiefen ihres Herzens – oder festgefahren in den so viel gerühmten Instinkten. Dank Mario Barth und ähnlichen Flachpfeifen bekommen ja viele Männer die Legitimation handwarm serviert, um in der "Caveman-Welt" stecken zu bleiben. Gut aber, dass es trotzdem genug Männer gibt, die es mögen, wenn SIE sich aufschwingt für den ersten Schritt, weil sie selbst entweder zu den Schüchternen und Introvertierten zählen oder aber einfach ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben und das begehrt-werden als Kompliment verstehen!


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4 Antworten zu “Emanzipation beim Dating”

  • Nick sagt:

    Wenn die Chemie stimmt ist es ganz egal wer den ersten Schritt macht. Man findet sich.

  • KatrinSch. sagt:

    Mario Barth ist wirklich nicht witzig. Zu dem tut er mit seiner Klischeeverstärkung keinem Geschlecht einen Gefallen. Männer und Frauen sind unterschiedlich und die Gleichmacherei ist auch Quatsch. Nur das besondere Betonen von Unterschieden und das Herbeibeten von genetischer Disposition ist echt ne olle Kamelle und zu einfach!
    Mein Motto ist: Das Ziel heiligt die Mittel!
    Also egal, wie man zueinander findet, Hauptsache man TUT es…

  • David sagt:

    Oh Mann! Solche Typen kann ich auch sonderlich gut leiden

  • Beate sagt:

    Erst einmal ein ganz großes Kompliment an David, dass er hier als Vertreter der Männer so klar über seine Spezie urteilt.
    Gäbe es doch mehr deines Schlages. Da fragt man sich, warum du noch Single bist;-))
    Stimmt, Abwertung als Abwehrstrategie von eigenen Verfehlungen ist immer der primitivste Schachzug.
    Bestes von Beate