Der Autor hat sich getrennt. Damit er näher am Thema ist?
Fast zwei Jahre lang behütete ich ein dunkles Geheimnis: Tag ein, Tag aus sprach ich über Trennungen und lebte dabei selbst in einer glücklichen, stabilen Beziehung. Und plötzlich liege ich selbst auf dem Tisch, auf dem ich bisher andere Trennungen seziert habe: Sebastian Leyendecker hat sich getrennt!
Wie soll ich nun damit umgehen? Natürlich: Ich muss darüber schreiben. Schließlich bin ich der mit dem Trennungsblog. Wenn ich jemals einem Thema nicht entfliehen darf, dann wohl diesem. Also: Wo steh ich? Frühe Schmerz- und Verarbeitungsphase. Woche eins. Wir wollten zusammen ziehen. Jetzt sitze ich allein in meiner Wohnung und schreibe diese Zeilen. Was ist schief gegangen? Keine Ahnung. Oder besser gesagt, ich habe hierzu alle 15 Minuten eine andere Erklärung. Wie geht es mir? Schlechter als gedacht, besser als gestern. Prognose: Es wird wieder schlimmer. Woher ich das weiß? Nun, mein Bett ist zu groß. Kein Scherz. Mir fällt auf, dass ich dreifach hinein passen könnte. Das zeigt mir wiederum ganz deutlich, dass ich jetzt allein bin.
Ich habe erste Maßnahmen ergriffen, um bei Verstand zu bleiben. Habe mich dabei natürlich an meine eigenen Regeln gehalten und festgestellt, dass ich zumindest mit einer Sache recht habe: Es tut weh. Auch wenn man versucht, dem zu entfliehen. Ich bin alle Frauenkontakte in meinem Adressbuch durchgegangen und habe doch keine Einzige angerufen. Ich habe fröhliche Musik gesucht und doch Portishead eingelegt. Ich habe mir Essen machen wollen, stattdessen aber den Abend mit Marlboros und Whisky ausklingen lassen. Immerhin, die Marlboros waren ihre. Das verkaufe ich mir selbst als Racheakt. Meine Freunde haben keine Zeit. Sport war ungewohnt anstrengend, nicht zuletzt wegen der besagten Zigaretten. Sie würde das "Karma" nennen – ich fange gerade an, den Buddhismus zu hassen. Apropos, ich muss meinen Bildschirmschoner ändern – das Bild von ihr ist nicht mehr angemessen. Im digitalen Zeitalter verbrennt man Bilder leider nicht mehr, sondern löscht sie von der Festplatte. Die Tatsache, dass ich als gründlicher Mensch von allem drei Backups gemacht habe, wird für mich gerade zur Hölle.
Warum haben wir uns getrennt? Wer war der Initiator? So genau weiß ich es nicht. Vielleicht ist es auch besser so. Ich kann, wenn ich ganz ehrlich bin, wirklich nicht behaupten, an der Sache unschuldig zu sein. Aber … wenn es Euch wirklich interessiert, müsst ihr einfach wieder vorbeischauen. Für die erste Woche war das jetzt genug!
Hmmm, klingt gerade wie bei mir…das mit dem vielen rauchen vor allem…ich schlafe schlecht und esse kaum…aber vieleicht nehme ich ja wieder ab…blöde situation, weil es eigentlich mega ungesund ist…es ist frühling und man ist wieder alleine…es geht schneller als man denken kann und es erwischt anscheinend nicht nur mich…schöne worte, fühlt man sich nicht so alleine…viel glück! Pati
"Liebe ist auch so ein Problem, das Karl Marx nicht gelöst hat", Jean Annioulh (Antigone)
Meistens verlässt man sich, wenn man Probleme mit der Kommunikation hat. Frauen fühlen sich oft nicht von ihren Männern verstanden. In meinem Fall war es ein Geldproblem und das bei einer Fernbeziehung. Einmal hat er sich 3 Wochen nicht gemeldet und meinte, das mit uns wird nicht gehen. Dann ist er plötzlich wieder aufgetaucht. Männer brauchen oft unglaublich viel Zeit und Abstand, um über alles nachzudenken.
In deinem Fall: Sie muss doch ein paar Punkte aufgelistet haben, die für sie entscheidend waren, oder? Und… Oft ist so eine Trennung im Nachhinein nicht so schlecht wie sie ausschaute. Man passte einfach nicht so zusammen und wollte es nicht wahr haben.
Ich wünsche Dir viel Kraft, Geduld und Glück.
Dieser Beitrag hat mir den heutigen Abend gerettet!!!Danke!!!
…und, wie geht’s jetzt weiter?