Zweitpartner, woher kriegt man die eigentlich? Die Superstars der Ersatzbank (des Ersatzbettes) und warum geben die sich überhaupt für so etwas her?
Na, das fragte ich mich auch immer. Und heute … fühle ich mich deswegen naiv. Eines vorweg: Vergebene Menschen werden ganz und gar nicht unattraktiver als Singles. Ganz im Gegenteil. Sie sind mehr wert, weil sie erstens schwerer zu bekommen und zweitens sozusagen zertifiziert "beziehungsfähig" sind. So doof das klingt, je besser man als Freund umso begehrter ist man dann als Objekt für andere. Je mehr es um Beziehungen, Nestbau und Familien etc. geht, umso mehr wird der "erfahrene", "bewährte" Partner ein teures und auf dem Markt schwer zu bekommenes Gut.
Männer haben es da noch leichter, wenn sie älter werden. Status, ein paar Falten … viele werden dadurch erst zu wirklichen Männern. Vorher sind wir eher "zu jung" oder zumindest als "zu jung" verschrien. Und bei Frauen, die auf vergebene Männer stehen, stellt man halt auch oft fest, dass sie den Drang haben, sich auf einem Markt durchzusetzen. Sie glauben gegen irgendwen zu gewinnen, wenn sie den Mann erobern.
Frauen sind vor allem in ihrer Blüte prädestiniert, bevor sie Kinder bekommen und Karriere machen. Das macht vielen Männern einfach Angst. Junge Mädchen können sich meistens einfacher umwerben lassen. Wenn ihr Freund nicht mehr das Wahre ist, wird aus einem der etlichen "guten Freunden" ruckzuck was Festeres. Ein Zyniker, wer glaubt, dass man sich die "guten Freunde" zu diesem Zweck in der Nähe hielt, oder? Ja, Frauen treffen wohl eher in ihrer Umgebung den Zweitpartner. Freunde, langjährige Schwärmereien und gelegentlich vertraute Kollegen. Meistens machen die Männer den ersten Schritt und geben der Frau ein Gefühl, dass die bestehende Beziehung nichts mehr hergibt. Sie suchen Bestätigung. Sie werden zu Hause aggressiv und offensiv und sehen plötzlich überall Fehler am Partner. Oder sie gehören zur kalten Fraktion, weil das irgendwie nur ihr Ding ist und sie über andere eh nicht so viel nachdenken.
Den Typus gibt's ebenso beim Mann. Ansonsten aber wollen Männer eher was ganz Neues. Wenn sie die Arbeitskollegin sich schnappen, dann die Neue. Sie sprechen eine Fremde an, oder zumindest jemanden von dem die Frau nie erfahren hat. Und sie halten die beiden wesentlich länger nebeneinander als Frauen. Oft führen sie über Jahre parallele Beziehungen, bevor sie eine von beiden komplett ersetzen.
Beide reden viel von Liebe. Beide heucheln sich selbst was vor. Das scheint einfach menschlich zu sein. Wie viel die Liebe wert ist, sieht man ja daran, wie die Person, die sie einmal geliebt haben (der zukünftige Ex) jetzt von ihnen behandelt wird. Für Menschen, die Beziehungen tauschen, ist Liebe hauptsächlich eine Ich-bezogenen Sache: Ihre Liebe, ihr Gewinn am Geliebt werden. Liebe kaufen. Liebe verkaufen. Liebe abstoßen, der Marktwert ist gefallen. Und immer schon mal ein paar Optionen auf noch mehr Liebe in petto haben.
Tja – solche Menschen haben im Zweifelsfall in ihrem Leben irgendwann hunderte durch, denen sie alle die einzig wahre Liebe geschworen haben – und sind doch letzt ihr leben lang allein gewesen. Irgendwie traurig…
PS:Ich danke für diese Beitragsserie!!! – (auch mit der leisen Hoffnung etwas zu lernen und besser zu verstehen *g)
LG
Es trifft wieder mal wieder ins Schwarze. Bin selbst so ein Exemplar: 12 Jahre Beziehung, 10 Jahre davon Ehe. Vor 6 und vor 1 Jahr: Zweitpartner nebenbei… Beide nur von sehr kurzer Dauer, beide auch vergeben… Weiss auch nicht, was ich da gesucht habe, wahrscheinlich eben das NEUE! Beide selbst gestanden. Umdenken hat statt gefunden: austauschen nützt nichts!!! Und die Zweitpartner sind genau so wie man selbst: egoistisch und selbstverliebt und so was will man ja auch nicht länger haben?! Nicht um sonst sagt man: man zieht das an, was man selbst ist. Und man ist begehrt als vergebener, das stimmt, obwohl man zwar oft beziehungsfähig, aber nicht liebesfähig ist. Hab Glück: mein Partner ist anders! Also lerne ich auch anders zu sein…
Tja, das hier beschriebene kommt mir bekannt vor, was mir aber auffällt, ist die Tatsache, dass meistens Verhaltensmuster vorliegen die dazu führen, und sei es nur da Misstrauen gegenüber dem eigenen Partner, damit man sich ihm nicht zu öffnen brauct und über seine eigenen Probleme zu sprechen, da man ja damit "Angriffspunkte" liefern könnte. Eine Aussenbeziehung stellt da natürlich alle Uhren auf 0 und dort kann ich kontrollieren, was ich mit wem kommuniziere.