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Flirt mit dem Feuer – wenn der andere liiert ist
Flirt mit dem Feuer – wenn der andere liiert ist (Kategorie: Kennenlernen)
Ein heißer Flirt, tiefe Blicke, unübersehbare gegenseitige Anziehungskraft - dumm nur, dass einer der beiden liiert ist. Dürfen wir so offensiv flirten, wenn wir eigentlich gar nicht zur Verfügung stehen? Wenn nein, warum tun wir es dann trotzdem?

Annika (33) ist irritiert: "Ich bin schon mehrfach von Typen angemacht worden, die vergeben, teilweise sogar verheiratet waren." Die Eventmanagerin findet das total daneben, weil sie nicht weiß, wie sie das einordnen soll. Single-Coach Lisa Fischbach kann das nachvollziehen: "Es ist meist nicht klar, worauf das hinauslaufen soll. Ein grundsätzliches Interesse am Gegenüber ist kein Problem. Aber so ein Flirt kann eben von einer allgemeinen Kontaktaufnahme bis hin zu einem zielstrebigen Versuch mit eindeutigen Hintergedanken reichen." Und spätestens dann wird es kompliziert.

Keine falschen Schlüsse

Rückschlüsse auf die Qualität der Beziehung oder Ehe lassen sich daraus nämlich nicht ziehen. Doch: "Wer mit eindeutigen Hintergedanken fremd flirtet, der drückt damit auf jeden Fall die Bereitschaft aus, sich Neuem zu öffnen und Bedürfnisse außerhalb seiner Beziehung ausleben zu wollen", so Lisa Fischbach. "Ob das in Form eines One-Night-Stands, einer Affäre oder etwas Ernsthaften ist, lässt sich nicht vorhersagen." Auf jeden Fall bedeutet es, dass jemand bereit ist, seine Beziehung zu gefährden.
Und gern wird dann auch vorgeschoben, diese sei eigentlich gar nicht mehr so glücklich. Doch Annika hat die Erfahrung gemacht, dass der andere Partner davon oft gar nichts wusste. "Da wurde mir weisgemacht, dass es gerade fürchterlich kriselte. Dabei war alles in bester Ordnung und der Typ wollte mit mir nur ein bisschen Spaß haben", sagt sie bitter. Dafür war sie aber nicht zu haben und zog die Notbremse. Und: Sie ist jetzt extrem vorsichtig, wenn sie in eine solche Situation gerät. Dabei kann so ein Flirt auch ganz harmlos gemeint sein.

Frauen und Männer tun sich im Übrigen nichts, wenn es ums Fremdflirten geht. "Männer flirten aufgrund ihrer Geschlechterrolle oft augenscheinlich offensiver", sagt Psychologin Lisa Fischbach. "Doch auch Frauen spielen gern mit ihren Reizen, senden jedoch ihre Flirtsignale leiser und diskreter." Männer und Frauen sind also gleichermaßen bereit für einen Seitensprung. Aber: Frauen sprechen kaum darüber, behandeln solche Angelegenheiten diskreter, während Männer vor allem sexuelle Abwechslung und Abenteuer suchen, geht es den Frauen eher um emotionale Zuwendung.

Wie weit darf es gehen?

Es kommt auf die moralischen Werte und die Absprachen in Sachen Treue und Respekt in einer Beziehung an. "Jeder muss einen Flirt in erster Linie vor sich selbst verantworten", erklärt Lisa Fischbach. "Wichtig ist, dabei seine persönlichen Grenzen zu kennen und zu wahren. Auch, wenn das prickelnde Angebot noch so verführerisch ist."
Michael (33) hat genau das erlebt. Aus einem heißen Flirt mit der Frau eines Kollegen wurde mehr und die beiden landeten im Bett: "Wir konnten es zwar verheimlichen, aber ich hatte ein ziemlich schlechtes Gewissen und mache mir noch immer Vorwürfe." Damit muss man also immer rechnen und das kann den vorherigen Spaß ganz schön mindern. Ist es das wert?
Es macht dabei übrigens keinen Unterschied, ob ein Paar mit oder ohne Trauschein liiert ist. Ausschlaggebend ist laut Lisa Fischbach in erster Linie das Treuegelöbnis, das respektiert oder geopfert wird. Ein Paar entscheidet für sich, auf welchen Säulen und Werten ihre Liebe und Partnerschaft stehen sollte. Wer diese verletzt, muss das selber verantworten.

Bäumchen wechsle dich

Problematisch wird es im Freundeskreis. Studien zufolge ein idealer Ort zum Verkuppeln. Hier treffen sich Menschen mit ähnlichen Einstellungen, Interessen, Werten und Ansichten. Eine gute Grundlage für eine Partnerschaft. Doch die Gefahr: Häufig konkurrieren laut Lisa Fischbach egoistische Motive mit freundschaftlichen Werten und Respekt – wenn wir beispielsweise den Freund der Freundin ganz toll finden. So erging es Juliane (41), die sich in den Freund ihrer Freundin verliebte.
Aber: "Sich in bestehende Beziehungen einzumischen, ist meist zerstörerisch und führt zu großem Schaden an vielen Stellen", warnt Lisa Fischbach. Juliane ließ es drauf ankommen – es folgte der Super-GAU: Es gelang ihr zwar, den Mann zu verführen. Doch er beichtete es seiner Frau, die Juliane daraufhin die Freundschaft kündigte. Diese steht nun vor einem riesigen Scherbenhaufen. Deshalb rät Lisa Fischbach: "Gerade im Freundeskreis sollte man schnellstmöglich Klarheit schaffen, wenn Gefühle zwischen Gebundenen aufkommen."
Manchmal haben die Beteiligten wenig Einfluss darauf, wie und wo die Liebe hinfällt. Damit es keine Bauchlandung gibt, sollten Sie aber beim Flirt mit einem liierten Partner besonders aufmerksam sein und nicht leichtfertig dem Prickeln nachgeben, damit Ihnen die Sache hinterher nicht allzu schwer im Magen liegt.

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