"Na, woher kennst Du das Paar?" - spätestens beim Tanzen lohnt es sich in den Small Talk-Gang zu schalten.
Wie jeder weiß, beginnt im Frühling auch die Zeit der Hochzeitsfeiern. Auf dem unvermeidlichen Polterabend vorher geht es erfahrungsgemäß hoch her, auch flirttechnisch.
Ich habe schon einige Polterabende erlebt und mitgekriegt: Letztes Wochenende waren wir wegen demselben Anlass bei der Cousine meiner Frau. Auch an meinen eigenen kann ich mich noch sehr gut erinnern (zumindest bis circa 0:30 Uhr).
Ich kann aufgrund meiner Erfahrungen nur allen Singles empfehlen, an einer solchen "Geschirr-zerdepper"-Veranstaltung teilzunehmen – wann immer es sich einrichten lässt. Die einzige Ausnahme: Man ist in die zukünftige Braut oder den Bräutigam (noch) unglücklich verliebt…
Aber abgesehen von solchen emotionalen Sackgassen haben diese Veranstaltungen viele Vorteile im Gepäck. Die Rahmenbedingungen für Flirtliebhaberinnen und Flirtliebhaber sind optimal: (a) Die Gesellschaft ist kollektiv gut drauf, (b) man sieht viele nette Outfits ("man" macht sich in der Regel hübsch zurecht), und gewöhnlich trifft man auch lose Bekannte und Verwandte dritten und vierten Grades, die in Hinsicht auf das Thema Flirt interessiert und vor allem interessant sind.
Also, Butter bei die Fische. Nehmen wir mal an, ich wäre noch Single. Was ist zu tun? Ich würde mich – selbstverständlich – ordentlich in Schale werfen und bereits beim Sektempfang die Augen offen halten. Denn man – wie in einigen Artikeln hier im Flirtblog schon beschrieben – bereits innerhalb von wenigen Sekunden häufig anhand der Mimik eines unbekannten Menschen ablesen kann, welche emotionalen Prozesse in ihm ablaufen, sobald er meine Person während des ersten Blickkontakts interpretiert. Hat man an einer anderen Person Interesse, betrachtet man sie überdurchschnittlich oft. Außerdem kommt es zu geschlechtsspezifischen Flirtsignalen. Darauf würde ich also achten. In dieser ersten Phase gilt es, möglichst viele "positive Erstreaktionen" zu registrieren. Abraten würde ich von der sofortigen "Offensive". Sie ist dem Anlass nicht angemessen.
So, weiter im Text. Ich würde dann bei einigen "unvermeidlichen" Spielen, die mehr oder weniger mit dem Paar zu tun haben, mitmischen und mich entsprechend als eher extrovertierten Typen darstellen. Bereits beim Tassen-an-die-Wand-pfeffern kann dies praktiziert werden (vorher noch einen witzigen Spruch – und dann: Gib ihm). – Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bewerten Frauen auf dem Partnermarkt Männer mit tendenziell extrovertiertem Wesen im Durchschnitt positiver.
Spätestens beim Abendessen und beim anschließenden Tanzen würde ich die verbale Phase starten und versuchen, den einen oder anderen Small Talk anzuregen. Als "Gesprächsaufhänger" dienen – welch Überraschung – folgende Eingangsfragen: "Na, woher kennst Du das Paar?", "Hallo, schon mal den Rotwein probiert? Ist der in Ordnung?", "Hi, kleines Tänzchen gefällig – oder wartest Du auf jemanden?" (Methode der Alternativfrage).
Liebe Leserin, lieber Leser: Machen Sie sich keine Gedanken um Körbe. Die sind bei so einem Anlass generell eher unwahrscheinlich. Genießen Sie den Flirt auf dem Polterabend. Vielleicht wird ja irgendwann mehr aus dem Small Talk.