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Flirten mit und ohne Promille
Flirten mit und ohne Promille (Kategorie: Flirtblog)
Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Aber übertreiben Sie es bitte nicht. Denn mit gelöster Zunge kommen schnell Peinlichkeiten auf den Tisch.

"Ich habe kein Problem mit Alkohol, nur ohne" – Dass Alkohol vor allem in westlichen Gesellschaften populär ist und fest zum Kulturgut gehört, weiß jeder. Auch in den meisten Flirt-Locations gehört eher Sekt als Selters zum Ambiente. Beim Thema Alkohol und Flirt gehen die Meinungen auseinander.

Jedes Land hat sein Nationalgetränk, und Gelegenheiten zum "Feiern" mit Bier, Wein, Sekt und Co. gibt es jede Menge: Geburtstag, Partys, Dorffest, Stadtfest, Aufstieg und (vor allem) Abstieg des Lieblingsfußballvereins und so weiter. Nun liegt es in der Natur der Sache, dass sich für (fast) jeden, der auf Partnersuche ist (oder einfach nur gerne flirtet), die Frage stellt: Wie gehe ich mit Alkohol um? Bleibe ich völlig abstinent? Genehmige ich mir ein, zwei Absacker am Wochenende, oder fröne ich komplett dem Hedonismus, die ganze Woche über.
Sie zweifeln vielleicht an der Sinnhaftigkeit dieser Fragen. Hm. Aber es gilt zu bedenken: Meistens probieren Flirter und Singles über das Thema Blubbergetränke an das Objekt des Interesses heranzukommen. Es geht schließlich häufig ums Einladen auf ein (alkoholisches?) Getränk, das wissen Sie selbst. Wie oft habe ich im Zuge meiner Flirtforschungsprojekte den Satz (in vielerlei Variationen) ausgesprochen: "Na, trinkst Du einen Cocktail mir mit – oder wartest Du auf jemanden?" Antwort: Sehr oft. Jedenfalls habe ich es nie probiert mit: "Na, Lust auf ein stilles Wasser?" Was meinen Sie? Kann man die Angelegenheit gut lösen? Ist sie überhaupt relevant? Lösen sich die Fragen nicht vielmehr von selbst auf?
Nun, klar ist jedenfalls, dass sich Menschen in Bezug auf den Promillepegel beim Flirten stark unterscheiden. Nicht wenige Flirtkursteilnehmerinnen und -teilnehmer, mit denen ich zusammenarbeitete, bevorzugten das sogenannte "Vorglühen". Das heißt, man trinkt zunächst zwei, drei Sektchen mit der besten Freundin / dem besten Freund, bevor man gemeinsam die "Piste" unsicher macht. "Das hemmt die Ängste, macht lockerer" ? so der Tenor. Rein neurowissenschaftlich gesehen ist da was dran. Alkohol wirkt unter anderem hemmend auf diejenigen Hirnareale, die für moralische Aspekte des Selbst verantwortlich sind. Sigmund Freud sagte einmal richtigerweise, dass das Über-Ich in Alkohol löslich sei.

Hieraus ergeben sich wichtige Anregungen. Wer sich gerne ein- oder zweimal pro Woche ein paar Bier hinter die Binde kippt, der sollte sich zumindest zurückhalten, wenn er einen anderen Menschen für sich begeistern will. Gerade wenn der Andere ernste Absichten hat, wird er unter anderem auch den Alkoholkonsum im Auge behalten. Denn wer will sich schon auf jemanden einlassen, der offensichtlich zu Risikoverhaltensweisen tendiert; maßloser, permanenter Alkoholkonsum würde eventuell (a) die Partnerschaft, (b) den Betreffenden selbst, (c) den Nachwuchs bedrohen.
Man darf ruhig von folgender Faustformel ausgehen: Je mehr jemand beim ersten Date runterkippt, desto weniger wird er spontan für eine langfristige Partnerwahl infrage kommen. Denn der Gesprächspartner wird wohl eher zu einer negativen Einschätzung kommen. Bringt absolute Abstinenz die Lösung?
Ich weiß nicht recht. Vor etwa sieben Jahren bekam ich von einer Grundschulpädagogin eine SMS. Es war ein Samstagmorgen, und ich stand etwas lustlos in einem Media Markt, wo ich den Spielkonsolenverkauf in der Computerabteilung ankurbeln sollte. Die Grundschulpädagogik lernte ich eine Woche zuvor auf einer Uni-Party kennen. Jedenfalls schrieb sie: "Hallo, Lust auf eine Flasche Rotwein und einen gemütlichen Abend?" Dieselbe Frau habe ich vor drei Jahren geheiratet?
Was wäre wohl passiert, wenn ich krampfhaft-überzeugter Rotweinverächter gewesen und Alkoholkonsum komplett als Charakterschwäche abgetan hätte?


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