Ein Trick, bevor der "innere Schweinehund" überhaupt sein Haupt erhebt: Beginnen Sie sofort das Gespräch.
Es gibt eine unübersehbare Fülle an literarischen Ratgebern, die die eigene Flirtkompetenz perfektionieren sollen. Leider gibt es darunter auch absolut irrationale Tipps. Im aktuellen "FOCUS" (Heft 37/2008) gaben Experten ihre Weisheit zum Besten. Schauen wir uns deren Anregungen mal an und prüfen sie in Sachen Alltagstauglichkeit.
Tipps für Männer
Aufmerksamkeit erregen: "Peacocking-Strategie"
Um aus der Masse flirtwilliger Singles herauszustechen, bietet sich an, auffällige Kleidung, grelle Farben oder eigenwillige Accessoires zu tragen. Diese äußeren Reize würden einen starken Impuls in der Frauenwelt auslösen.
Kritik: Wer so was ausprobiert, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er wahrscheinlich eher Menschen anzieht, die viel Wert auf Äußerlichkeiten legen.
Das Ansprechen: "Drei-Sekunden-Regel"
Bekanntermaßen werden oft Ängste ausgelöst, bevor es zum ersten Small Talk kommt. Versagensängste. Ein Trick: Bevor der "innere Schweinehund" überhaupt sein Haupt erhebt, sollte man ohne zu zögern sofort ein Gespräch anregen, gleich nach dem ersten Blickkontakt.
Kritik: Gute Idee mit verhaltenstherapeutischem Hintergrund. Dadurch sind neue Erfahrungen möglich!
Tipps für Frauen
Ansprechen: Die betont beiläufige Bemerkung
Normalerweise spricht das männliche Geschlecht das weibliche an; dies hat kulturelle Gründe und war bisher oft die Regel. Anscheinend löst sich dieses Muster aber auf. Zum Glück. D.h., immer mehr Frauen nehmen das Heft in die Hand. Flirtexperte Phillip von Senftleben empfiehlt, gezielt eine beiläufige Bemerkung auszusprechen, um einen Small Talk einzuleiten. Frau sollte eine Äußerlichkeit kommentieren, etwa so: "Interessante Brille!" Infolgedessen müsste der andere reagieren, und die beiden kommen ins Gespräch.
Kritik: Eine gute Idee. Wenn der Flirt Interesse hat, kann er aufs Gesprächsangebot ohne Angst eingehen.
Gesprächsstrategie: Gekonnt necken
Natürlich spielen Ironie, verspielter Sarkasmus und Humor große Rollen beim Flirten. Auch kleine Provokationen werden meist als Sympathiebekundung interpretiert. Von Senftleben gibt ein Beispiel: Im Restaurant sitzt ein Künstlertyp, komplett schwarz gekleidet. Kommentar: "Schriftsteller oder Regisseur?" Auf diese Weise kann ein verspielter Flirt entstehen.
Kritik: Eher nicht ausprobieren. Dafür muss man (a) der Typ sein – und (b) der andere auch. Und das ist eher unwahrscheinlich.
Wie gesagt, es gibt zahllose Tipps für Flirtambitionierte. Wer sich für das Thema interessiert, sollte verschiedene Ansätze kennen lernen und Experimentierfreudigkeit mitbringen.
Die beiden Regeln für Männer sind aus dem einfach besten Buch für Männer; aber vorsicht wer dieses Buch liest, kann sich vor Frauen nicht mehr retten (Autor: O.Kuhn).