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Fremdgehen, um den Partner loszuwerden
Fremdgehen, um den Partner loszuwerden (Kategorie: Trennungsblog)
Manche greifen zu recht drastischen Mitteln, um den Menschen an ihrer Seite los zu werden.

Vor kurzem sprach ich mit einer guten Freundin, die mir erzählte, sie sei wieder Single, nachdem sie ihren Freund betrogen habe. Ich staunte nicht schlecht, da sie sonst eher zu den weniger wilden Menschen in meinem Umfeld gehört.

Aber gut, stille Wasser sind tief und verstecken ihre dunklen Seiten bevorzugt unter der spiegelglatten Oberfläche. Also, was war passiert? Sie erzählte, sie hatte irgend so einen italienischen Austauschstudent auf einer Party getroffen, der sie dann einfach mal so gefragt hat, ob sie nicht zu ihm gehen und Sex haben wollte. Sie hat gelacht und ja gesagt. Der Kerl war eine Niete im Bett. Wiederholt haben sie es trotzdem, wurde aber nicht besser. Sie sagte es ihrem Freund und sagte auch, dass würde wieder passieren, weil ihr einfach etwas fehlte. Daraufhin war natürlich Schluss. Worüber sie froh war.

Wir staunten nicht schlecht über diese merkwürdige Aktion und sie gab zu, dass sie es selber auch etwas komisch finden würde. Aber während sie da so im Bett gelegen habe und ihr klar wurde, was für ein mieser Lover sie das abgeschleppt hatte, hatte sie bereits begonnen sich vorzustellen, wie ihre Beziehung daran zerbrach. Und diesen Gedanken hatte sie gut gefunden. Ja, das mochte sie. Weil es endlich ein Grund war. Der Grund, einen Kerl zu verlassen, der ihr nicht mehr soviel bedeutete, aber ansonsten ein Traummann war. Viele ihrer Freundinnen verliebten sich in gute Männer. Sie allerdings war schon immer so eine, die sich meistens in den Falschen verliebte. Den hier liebte sie nicht mehr und der Italiener gab ihr die Chance das endlich zu sagen. Nach zwei Stunden in denen hauptsächlich sie redete, kamen wir zu dem Schluss: Sie hatte schlechten Sex und eigentlich einen miesen Abend, mit anschließendem schalen Beigeschmack und schlechtem Gewissen, sowie bösen Blicken ihrer eigenen Freundinnen in Kauf genommen. Um einen Trennungsgrund zu haben.

"War das okay?" fragte sie mich. "Du bist ein Trottel!" war meine Antwort. Und sie schwieg.

Also wirklich, das kann man auch einfach haben und netter machen. Das ist reine Faulheit. Das ist so, als würde man einen Kioskbesitzer lieber niederschießen, bevor man ihm die 4 Euro für seine Zigaretten bezahlen muss. Obwohl man 100 Euro dabei hat. Unnötige Grausamkeit. Und da ist sie wieder, die größte Motivation des Menschen überhaupt: Bequemlichkeit. Faulheit. Bloß nicht irgendwas machen, was unangenehm ist. Eher reiten wir uns in den Dreck, indem wir die dümmsten Auswege suchen.

Traurige Geschichte. Inzwischen will sie ihn zurück. Aber zumindest da kann sie Effektivität für sich in Anspruch nehmen. Als sie ihn zweimal die Woche anrief, sagte er ihr nur, er habe nichts zu sagen. Versöhnung sieht anders aus.

Beim nächsten Mal gibt es wieder ein paar Gedanken zum Thema Scheidung.


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2 Antworten zu “Fremdgehen, um den Partner loszuwerden”

  • M.Hillebrecht sagt:

    Wie werde ich ihn los? Und warum? Um nach der Trennung noch unglücklicher zu sein als während der Beziehung? Weil Freunde ihn nicht für den ‘Richtigen’ gehalten haben? Weil man ihn selbst schlecht gemacht hat? Weil die Situation untragbar wurde? Meine letzte Trennung ist gerade drei Tage her. Ich war überzeugt, sie durchstehen zu müssen, da ich finanziell ausgenutzt und nicht ausreichend wertgeschätzt wurde. Weil ich meine Firma neu aufbaue und meine Energie für sie benötige. Weil ich nicht die Gelegenheit bekam, über Problemlösung zu sprechen. Weil ich die zu erwartende Reaktion benutzt habe, um ihn gehen zu lassen. Nun sollte ich mich ja befreit und erleichtert fühlen. Das Gegenteil ist der Fall. Arbeiten und Denken fällt mir schwer, ich bin traurig und fühle mich ‘halb’. Aber so sehr ich es auch drehe und wende, an schöne und schlechte Seiten und Stunden denke, wird mir immer wieder klar, dass ich nicht zulassen kann, Faulheit und Bequemlichkeit mit meiner Energie und meinem Geld zu unterstützen. Dabei muss ich nun bleiben, auch wenn es noch so weh tut. Für alle, denen es ähnlich geht: wir verdienen es, unterstützt und bestens behandelt zu werden. Wir sind wertvoll und wichtig. Wir haben ein schönes Leben verdient. Mit oder ohne Partner.
    Ich habe das Gespräch gesucht. Habe diplomatisch darauf hingewiesen, dass es so nicht weitergeht. Dass er sich nicht auf meine Finanzen verlassen soll. Es ist nichts passiert. So, denke ich, war ich gezwungen, diesen Schritt zu tun. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass jeder in der Lage sein sollte für sich selbst zu sorgen und ein autonomes Mitglied der Gesellschaft zu sein.
    Nun, schauen wir mal, wie lange der Schmerz noch dauert.

  • Claire sagt:

    Oh ja, ich bin auch so eine schreckliche Schlussmacherin. Es kostet irgendwie weniger Mut Mist zu bauen als ehrlich zu sein. Geht aber auch deutlich schneller, hehe.