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Handyortung – “Ich weiß, was Du gerade tust.”
Handyortung – “Ich weiß, was Du gerade tust.” (Kategorie: frisch-verliebt)
Zugegeben, es kann sehr hilfreich sein zu wissen, wo sich gerade jemand befindet. Das dient bestenfalls der Sicherheit und der besseren Koordination von Abläufen. Aber manchmal kann das auch sehr zweifelhaft sein. Vom Sinn und Unsinn der Handyortung.

Viele Firmen bieten mittlerweile Handyortung an. Größtenteils ist dieser Service sogar kostenlos. Und auch Google kommt nun mit einem ebenfalls kostenlosen Angebot namens "Latitude" auf den Markt, mit dem man Familie und Freunden mitteilen kann, wo man sich gerade aufhält. Noch ist der Service auf gewisse Handy-Modelle beschränkt, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis es für alle Modelle und Marken möglich ist. Angesichts der Größe des Suchmaschinenriesens wird sich dieser Dienst wahrscheinlich schnell durchsetzen.

Genaueste Positionsbestimmung

Die meisten Handyortungs-Dienste sind erstaunlich genau und können den exakten Aufenthaltsort auf einen Radius von ein paar 100 Metern eingrenzen. Und genau da lauert die Gefahr. Mal abgesehen von den gerechtfertigten Bedenken der Datenschützer: Welche Möglichkeiten eröffnen solche Dienste einem eifersüchtigen Partner?
Die Idee hinter diesen Programmen mag harmlos sein: Vor allem Jugendliche, die heutzutage ganz selbstverständlich mit sozialen Netzwerken aufwachsen und auf ihre Privatsphäre nicht so viel Wert legen, wissen so, wann und wo sich Freunde und Bekannte aufhalten und können spontane Treffen organisieren. Aber: Auf vielen Handys kann man diese Programme für den Benutzer unbemerkt installieren. Das kommt der Spionage gleich.

Unerlaubte Spionage

Sinnvoll mag die Handyortung für Eltern minderjähriger Kinder sein, um deren Sicherheit zu gewährleisten. Aber zweifelhaft wird es, wenn der Arbeitgeber diese Technik nutzt, um seine Mitarbeiter zu überwachen. Und noch schlimmer: Wenn ein Partner dem anderen hinterher schnüffelt. Tatsächlich ist das laut Umfragen einer der beliebtesten Einsatzgründe für die Handyortung.
Gruselige Vorstellung für viele: "Ich möchte nicht, dass mein Freund jeden meiner Schritte überwacht", sagt beispielsweise Jana (32). "Obwohl er keinen Grund zur Eifersucht hat, wäre mir das einfach unangenehm." Zwar haben viele Anbieter Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um zu gewährleisten, dass eine Person nicht unbemerkt ausspioniert werden kann. Doch da gibt es Schlupflöcher, um dies zum umgehen.
Mal abgesehen davon, dass es moralisch zweifelhaft und am Rande der Legalität ist: Für die Vertrauensbasis einer Beziehung ist das pures Gift. Das bestätigt auch Paarberaterin Lisa Fischbach: "Wenn ich meinen Partner auf diese Weise überwachen will, schürt das nur Misstrauen und Eifersucht auf beiden Seiten. Eine Beziehung sollte auf Vertrauen aufgebaut sein. Zur Liebe gehört daher auch, dem anderen Freiraum zu lassen." Wenn Sie unbedingt wissen wollen, wo Ihr Partner gerade ist: Greifen Sie zum Handy und rufen an.

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