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“Ich hab eine zu große Nase!” – gestörte Selbstwahrnehmung?
“Ich hab eine zu große Nase!” – gestörte Selbstwahrnehmung? (Kategorie: Flirtblog)
Nicht immmer und nicht nur sind die Medien Schuld an einer "schiefen" Wahrnehmung.

Ein echter innerpsychischer Flirtkiller zeigt sich darin, wenn man sich zu viele Gedanken um sein Äußeres macht. Woher kommt diese Flirtbremse? Und was kann man dagegen tun?

Sicher: Wir alle haben so unsere körperlichen kleinen und großen Macken. Zumindest aus unserer Wahrnehmung. Der eine findet sich zu klein, die andere zu groß. Daneben geraten auch besonders diejenigen Auffälligkeiten in den Fokus des Betreffenden, die von den anderen besonders gut wahrgenommen werden können. Mit anderen Worten: Besonders das Gesicht ist relevant.
Was wir an uns selbst als störend, unattraktiv usw. empfinden, geht überwiegend auf frühkindliche Sozialisationserfahrungen zurück. Besonders die Erfahrungen mit dem sozialen Umfeld (auch außerhalb der Kernfamilie) prägen unsere Selbstwahrnehmung. Ich litt zum Beispiel unglaublich unter meiner Brille (Modell "Panzerglas"). Bereits im Kindergarten und anschließend in der Grund- und weiterführenden Schule konnte ich schnell erfahren, wie einfallsreich meine lieben Mitmenschen doch sind, wenn es darum geht, andere niederzumachen, zu mobben usw.
Infolge dieser "Lehrjahre" entwickelte ich schnell die Auffassung, ich sei irgendwie nicht in Ordnung. Tatsächlich war es ja nur so: Ich verinnerlichte psychisch das negative Brillen-Feedback und machte es unbewusst zu einem Teil meines Selbstkonzepts. (Im Nachhinein bin ich den Betreffenden mehr als dankbar, wahrscheinlich hätte sich aufgrund von anderen Umständen nicht das Interesse an Psychologie entwickelt.) Egal. Worauf ich hinaus will: Viele, die sehr mit ihrer Außenwirkung beschäftigt sind, haben ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht. Diese Erfahrungen haben sich neuronal im Gehirn eingebrannt – und sind deswegen immer latent aktivierbar. Wahrscheinlich sind deshalb viele Menschen so "dünnhäutig" bei Kritik.
Wichtig ist, dass man sich bewusst macht: Die Mitmenschen empfinden nicht unbedingt dieselben Gefühle, die ich empfinde, wenn ich mich im Spiegel anschaue und eine zu große Nase oder Ähnliches sehe. Denn in Hinsicht auf Schönheitsideale geht nicht alles auf das Konto der "medialen Gehirnwäsche".

Denn: In den ersten Lebensjahren verinnerlichen wir innerpsychisch Menschen, mit denen wir positive Erfahrungen machen, die uns so annehmen, wie wir sind. Auch deren äußeren Merkmale verinnerlichen wir. Treffen wir später einmal auf Personen, die uns (mehr oder weniger unbewusst) an die Primärpersonen erinnern, dann bringen wir ihnen auch automatisch positive Gefühle entgegen.
Das Gesagte gilt nun nicht nur für uns, sondern auch für unsere Mitmenschen. Und daher ist Schönheit viel mehr als nur mediale Prägung. Sie ist aufgrund der frühkindlichen Einflüsse mehr oder weniger relativ.
Das sollten alle Leser berücksichtigen, die mit sich selbst nicht zufrieden sind.


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2 Antworten zu ““Ich hab eine zu große Nase!” – gestörte Selbstwahrnehmung?”

  • Karinka sagt:

    Eines der schönsten Beispiele gibt es in einem Spot der Sesamstraße, wo ein kleines Mädchen weinened seine Mutter sucht und sie als "schönste Frau der Welt" beschreibt. All die schönen Frauen, die von Kermit gefragt werden, ob sie die Mutter des Mädchens seien, verneinen. Zum Schluss findet das Mädchen seine Mutter, ein hässliches Hutzelweibchen und auf den Vorwurf von Kermit "du hast doch gesagt, die schönste Frau der Welt sei Deine Mutter" antwortet das Mädchen strahlend: ja!
    Dem kann man doch nichts hinzufügen.

  • Gaby sagt:

    Schönes Beispiel, Karinka!