Wirtschaftswissenschaftler Hannes Fehr hat einen "ganzheitlichen Ratgeber für ein glückliches Singleleben" geschrieben. Mit seiner "Haifischzahnstrategie" verspricht er Männern optimales Affärenmanagement. Was genau das sein soll und ob der weibliche Teil seines Freundeskreises noch mit ihm spricht, erklärt er im Interview.
ElitePartner: Herr Fehr, wie viele Affären haben Sie zurzeit?
Hannes Fehr: Immer genau maximal eine. Alle weiteren Details über Affären verbreitet man schon aus Höflichkeit nicht in der Öffentlichkeit.
Und was genau ist Ihre Haifischzahnstrategie?
Eine Strategie zum Umgang mit Affären. Die wichtigste Regel ist, lediglich eine Affäre zurzeit zu haben. Mehrere gleichzeitige Affären klingen zwar im ersten Moment aufregend, sorgen aber bei genauerem Hinsehen für Ärger, schlechtes Gewissen und wenig emotionale Nähe. Selbst beim Thema Sex gilt: 60jährige Verheiratete haben laut Studien im Durchschnitt mehr Sex als 30jährige Singles. Genauso haben Männer mit tiefgehenden Affären mehr entspannte Schäferstündchen als die, die jedem Rock hinterher jagen. Daher mein Tipp: Auch während einer Affäre sollte man sich bemühen, Bekanntschaften zu schließen. Schließlich hat jede Affäre irgendwann ein Ende – und da ist es schön, Bekanntschaften zu haben, die man dann ein bisschen genauer kennenlernen kann.
Um was dreht sich ein "ganzheitlicher Ratgeber für ein glückliches Singleleben", wenn es darin nicht um Psychologie geht?
Die meisten Flirt-Ratgeber gehen davon aus, dass man automatisch ein glücklicher Single ist, wenn man erfolgreich Frauen kennenlernen kann. Wenn man flirten kann, hat man unter Umständen eine Menge Affären, bevor die Traumfrau gefunden ist. Da fangen die komplexen Probleme an. "Die Haifischzahnstrategie" begleitet Männer vom Flirt über das Affärenmanagement bis zu ihrer Traumfrau. Der Clou dabei ist die Betrachtung mittels der betriebswirtschaftlichen Strategienanalyse. Man sieht viele Zusammenhänge des Affärenmanagements klarer, wenn man sie ganz nüchtern im logischen Kontext betrachtet.
Bieten Affären Nähe ohne Stress, während es in einer Beziehung emotional stressiger wird?
Das kann man so nicht sehen. Eine Beziehung bietet per se mehr emotionale Nähe als eine Affäre, weil man sich viel stärker zueinander bekennt. Bei Affären endet die Gemeinsamkeit an einem bestimmten Punkt. Natürlich kann ein Mehr an emotionaler Nähe in der Beziehung mit mehr emotionalem Stress einhergehen. Das hängt von Harmonie und Temperament der Partner ab. Minimaler Aufwand bei gleichzeitig maximaler Abwechslung ist unmöglich. Aufwand und Abwechslung sind gegenläufig. Je mehr Abwechslung man hat, desto mehr Aufwand entsteht im Affärenmanagement. Diesem Fakt kann man sich nicht entziehen. Das Ziel sollte deswegen sein, entsprechend seinem individuellen Bedürfnisprofil eine Strategie auszuwählen. Dazu stelle ich auf meiner Website www.haifischzahnstrategie.de ein Berechnungsmodell zur Verfügung.
Jungbulle, Prinz und Haifisch – so Ihre Kategorisierung der Singlemänner. Erklären Sie uns mal die Unterschiede?
Der Jungbulle stürzt sich auf alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist und nimmt dabei wenig Rücksicht auf die Gefühle seiner Affären. Er hat in der Regel viel Abwechslung, wenig emotionale Nähe mit den begleitenden starken Stimmungsschwankungen und viel emotionalen Stress wegen zu Recht ungehaltenen Affären. Der Prinz fängt mit Frauen nur etwas an, wenn er ernste Absichten hat. Er hat deswegen lange Zeiten der Einsamkeit. Wenn er die Richtige trifft, lässt die ihn häufig im Regen stehen, weil unser lieber Prinz vor Freude so aus dem Häuschen ist, dass er der Frau hinterherläuft. Und sie das Interesse verliert. Der Haifisch ist viel ausgeglichener als der Jungbulle, bleibt aber auch bei seiner Traumfrau ausreichend locker, um sie von sich begeistern zu können.
Ihr Buch richtet sich nur an Männer. Brauchen Frauen eine solche Strategie nicht? Oder managen sie ihre Affären diskreter?
Ehrlich gesagt, die Haifischzahnstrategie ist ein ganz typisch weibliches Verhalten. Männer stürmen meistens gleich blind auf alles los, was Ihnen gefällt – Frauen verhalten sich da viel schlauer. Mit nur einem Mann wirklich etwas haben, aber möglichst allen schöne Augen machen – dabei kann man auf jeder Party viele Frauen beobachten. Frauen sind also in der Regel bereits die besseren Haifischzahnstrategen. Und auch, wenn das Buch ganz klar ein Männerbuch ist – ich werde überraschenderweise von genau so vielen Leserinnen wie Lesern angeschrieben, die das Buch mit Begeisterung gelesen haben.
Sprechen Ihre weiblichen Bekannten eigentlich noch mit Ihnen?
Auf jeden Fall. Die finden dass Buch großartig und amüsieren sich darüber. Allerdings können Sie mir glauben, dass ich nach Veröffentlichung des Buches mit neuen Bekanntschaften schon ein paar "interessante" Gesprächssituationen erlebt habe.
