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Irre sexy: Warum Wahnsinnige attraktiv sind
Irre sexy: Warum Wahnsinnige attraktiv sind (Kategorie: Kennenlernen)
In Woody Allens "Vicky Christina Barcelona" buhlen gleich drei Frauen um einen exzentrischen Künstler. Tatsächlich haben gerade kreative Menschen eine starke Anziehungskraft, so das Ergebnis neuer Studien. Das liegt nicht nur an der Kreativität, sondern auch an der Prise Wahnsinn, die es braucht, um ein genialer Künstler zu sein.

Im Woody Allen-Film taucht noch die nicht minder exzentrische Ex des exzentrischen Künstlers auf, die mit ihren Eifersuchtsszenen und Wutausbrüchen auch die beiden eher biederen amerikanischen Touristinnen in ihren Bann zieht. Und dann ist da noch Woody Allen selbst, der in seinen Filmen die eigenen Neurosen auf amüsante Weise präsentiert und auch immer wieder mit seinem unkonventionellen Liebesleben in die Schlagzeilen gerät. Amerikanische Psychologen haben herausgefunden, dass besonders die Kombination aus Selbstverliebtheit, Impulsivität und Herrschsucht eine magische Anziehungskraft auf Frauen ausübt. Forscher sprechen vom so genannten Dark Triad, von einem Dunklen Dreiklang. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass eine gewisse Anpassung an die gesellschaftlichen Strukturen erfolgt. Psychopathen und akute Narzissten werden nicht toleriert. Dennoch fasziniert uns vor allem der Typ Mensch, der sich über Grenzen hinwegsetzt und seine Gefühle offen auslebt. Warum ist das so? Ganz einfach: Sie trauen sich Dinge zu tun, die wir uns nicht trauen würden. In ihrer Gesellschaft fühlen wir uns frei und spüren einen Hauch Abenteuer.

Kreative haben besseren Sex

Forscher der Universität Newcastle in England haben das in einer Studie bestätigt: Sie befragten Künstler zu ihrem Sexualleben und im Vergleich zu Otto-Normal-Verbraucher, äußerten die Kreativen absolute Zufriedenheit – und zwar Männer und Frauen gleichermaßen. Moment mal, soll das etwa heißen, dass alle Künstler einen an der Waffel haben? Na ja, irgendwie schon. Um kreativ zu sein, muss man nämlich unkonventionell denken können und bereit sein, ausgetretene Pfade zu verlassen. Dazu gehört eben auch eine gewisse schizotype Veranlagung.
Amerikanische Forscher der New Mexico State University kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Grundlage war eine Umfrage unter 200 Studenten bzgl. der Persönlichkeit, Einstellung zu Beziehungen, ihrem Sexleben, der Zahl ihrer Partner und dem Interesse an kurzen Affären. Die Bilanz: Vor allem Männer mit Eigenschaften, die dem Dunklen Dreiklang zugeordnet werden, wiesen eine besonders hohe Zahl an Affären und kurzen Beziehungen auf. Fortpflanzung mit Spaß, anstatt Windeln wechseln und Vater spielen.

Der Robbie-Williams-Effekt

Sie sucht ihn – warum stehen Frauen aber eigentlich auf diese so genannten Miesen Typen? Das konnten die Studien leider nicht erklären. Es wird jedoch vermutet, dass es der Reiz des Außergewöhnlichen ist. Männer mit narzisstischen und selbstverliebten Zügen sind hauptsächlich deshalb erfolgreich, weil sie selten sind. Würde es mehr von dieser Sorte geben, wäre es für die Frau nichts Besonderes mehr, von so einem Typ Mann erobert zu werden.

Fakt ist, dass diese Fortpflanzungsstrategien auf einer genetischen Grundlage basieren. Hätten sich also die Urahnen mit den Dreiklang-Eigenschaften stärker vermehrt, dann würde es auch heutzutage eine größere Anzahl an Männern mit diesen Wesensmerkmalen geben. Glück gehabt, mag man nun denken.
Ein trauriges Beispiel ist der Popmusiker und ehemalige Boygroup-Sänger Robbie Williams. Die Frauen stehen Schlange und in regelmäßigen Abständen berichten die Medien von neuen, prominenten Eroberungen des jungen Künstlers. Zwischen Genie und Wahnsinn. Mit keiner hält er es länger als ein paar Wochen aus. Oder ist andersherum? Von Tabletten und Alkohol ist die Rede. Depressionen, Essstörungen und ein niedriges Selbstbewusstsein tun ihr Übriges hinzu. Versucht er auf diesem Wege seine Selbstzweifel zu kompensieren?

Der ganz normale Wahnsinn

Also bitte nicht falsch verstehen: Es ist nur eine Prise Wahnsinn, die einen Menschen wirklich sexy macht. Allzu durchgeknallt darf er natürlich nicht sein. Übrigens haben die britischen Forscher auf diese Weise auch das so genannte "Darwinsche Paradoxon" erklärt. Eigentlich dürfte es diese Krankheit nämlich gar nicht mehr geben, eigentlich sollte die Evolution sie längst ausgemerzt haben. Eigentlich. Aber weil die genialen Wahnsinnigen eben mit so viel Sexyness punkten können, klappts halt auch mit dem Liebesleben wie geschmiert. Eigentlich ganz gut, denn ohne Künstler wäre die Welt doch auch schrecklich langweilig.

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3 Antworten zu “Irre sexy: Warum Wahnsinnige attraktiv sind”

  • selkie sagt:

    3 Kommentare (älteste zuerst)das liegt daran, dass hier in diesem forum absurde vorurteile kursieren, was "den kuenstler" angeht. verbreitet werden diese gerne von leuten, die offensichtlich keinen blassen schimmer von der materie haben und sich nicht nicht zu bloed sind, hier ihre erguesse zu veroeffentlichen.
    zu dem artikel: mich wuerde auch interessieren, was mit den weiblichen kuenstlern ist. ob es auch dazu irgendwelche theorien gibt.
    ich habe schon das gefuehl, als frau mit einem kreativen beruf hier total falsch zu sein. weiss aber nicht, ob das an einer "hemmschwelle" liegt…..

  • GerdJ.Wilms sagt:

    Als Künstler mußte ich feststellen, dass, wenn man sich hier mit Gleichgesinnten einlässt, in eine Situation der sexuellen Konkurrenz kommt. Leider war alles nach eingebautem Schema und nicht nach dem was gefühlt wurde oder der Körper sagte. Ich glaube, dass der Wahnsinn, der interessant macht, der ist, dass der männliche Künstler die Sau rausläßt.

  • Ange sagt:

    *g* … war neugierig und schnuppere gerade per probe hier rein, aber was ich bisher an vorschlägen erhielt, war wenig verheissungsvoll.
    es scheint die kreative fraktion hier doch zu geben, nur wo finde ich die???
    irgendwo noch mehr theaterleute oder bin ich eher eine exotin?
    der artikel ist durchaus amüsant.