Katja und Michael sind seit elf Monaten ein Paar. Alles läuft wunderbar, man lebt in getrennten Wohnungen, hat schon einen gemeinsamen Freundeskreis, teilt Aktivitäten und genießt wunderbare gemeinsame Stunden.
Plötzlich hat Katja "dieses Bauchgefühl", dass irgendetwas nicht stimmt. Typisch Frau! Katja stöbert in Michaels Handy und prompt finde sie eine SMS von Sabrina: "Freu mich auf morgen Abend, dicker Kuss – Sabrina" Für Katja stürzt eine Welt zusammen. Nun hat sie die Auflösung, warum Michael in den letzten drei Wochen oftmals länger im "Büro" war, und auch statt einmal zweimal die Woche beim "Sport" war. Katja stellt Michael zur Rede, der sofort unter Tränen seinen Seitensprung gesteht und ihr versichert, dass es ein Ausrutscher war und dass es kein neues Date mit Sabrina geben wird.
Aufhören, Vorhaltungen zu machen
Katja und Michael waren bereits zweimal in meiner Sprechstunde, und vor uns liegt die Aufgabe, dauerhaftes Vertrauen in Michaels Liebe aufzubauen. Es wird eine Menge Zeit brauchen bis Katja stressfrei und blind vertrauen kann, aber in diesem Falle sehe ich eine große Chance für die beiden, denn Michael ist wirklich zu jedem Kompromiss bereit, um Katja Sicherheit, Vertrauen und Beständigkeit zu bieten. Einer der wichtigsten Tipps, die ich Katja mit auf den Weg geben kann, ist: Wenn sie an einer Beziehung mit Michael festhalten möchte, dann muss sie auf Dauer aufhören, ihm immer wieder Vorhaltungen zu machen. Denn das macht Michael klein und unsicher, schließlich lebt und liebt es sich mit einem dauerhaft schlechten Gewissen nicht wirklich stressfrei.
Als Paar hat man die Aufgabe, sich auf der Mitte zu treffen, Negatives hinter sich zu lassen, und gemeinsam Hand in Hand nach vorne zu schauen.
Jetzt, nach 1,5 Jahren teilen Katja und Michael eine wunderbare Wohnung und haben feste gemeinsame Lebenspläne und -ziele. Es war gut, dass sie während ihrer ersten Krise zur Beratung gekommen sind, um noch rechtzeitig die Kurve zur Gemeinsamkeit zu finden.
Nein
Ja!
Ich glaube, dass wir in unserem Kulturkreis das Model "Monogamie" überdenken müssen. Ich selbst habe mich während meiner Ehe mehrmals verliebt, es gab keine Affären. Ich liebte meinen Mann und hatte ein schlechtes Gewissen. Mit der Zeit fehlte mir etwas in der Ehe und ich bin gegangen. Kurze Zeit später habe ich mich verliebt und durch diesen neuen Partner bin ich auf das Modell "offene Beziehung" aufmerksam geworden. Wir leben es noch nicht, aber reden viel darüber und wir werden in naher Zukunft unserere Beziehung öffnen.
Ich weiß ganz genau, dass ich meinen Partner sehr liebe und dass es umgekehrt ebenso ist.
Ich nehme Abstand von der Vorstellung, dass mein Partner "alles" für mich sein soll. Klar, ich pflege Hobbies und habe zwei beste Freundinnen, ich habe meine Berufung gefunden und somit viele Bereiche für mich geklärt.
Eifersucht? Ja, ich war sehr eifersüchtig und kann mittlerweile schon besser damit umgehen, seitdem mein Liebster und ich über das Modell offene Beziehung nachdenken.
Natürlich ist das nicht für jeden etwas! Ich weiß auch nicht, wie es mir längerfristig damit gehen wird und es gibt keine Garantien für eine ewige Beziehung.
Ich weiß ganz genau, dass ich meinen Liebsten viel Liebe geben kann und auch Liebe für andere übrig habe. Es gibt kein Limit für mich.
Für diejenigen, die akut "betrogen" worden sind..
Das Wichtigste ist doch, dass dein Partner dich noch liebt. Ist es so? Du kannst es schaffen, ihm zu verzeihen. Und frage dich selbst, wo fängt "betrogen werden" an? Ist es ein Kuss? Was ist, wenn man ständig an jemand anders denkt ohne eine Affäre zu haben, ist das auch schon Betrug? Im Modell "Monogamie" ist es für mich schon grenzwertig.
Liebt ihr euch noch? Dann gib deiner Beziehung eine weitere Chance!