Aus den Augen, aus dem Herzen. Das wäre schön. So wie im Film Vergissmeinnicht. Tja, leider nur Utopie.
Der Ex ist überall. Im Handy, unter den letzten zehn gewählten Nummern, auf dem AB, im Mail-Account, im Kopf, im Herzen, an der Wand und in den Träumen. So schnell wird man den Partner / die Partnerin nicht los.
So schnell ist der Partner nicht aus dem Leben zu löschen. Man kann ihn ruhig vermissen. Wenn man auch nur halbwegs sauber die Beziehung beendet hat, dann verliert man da jemanden, der einem mal etwas bedeutet hat. Und dann liegt man allein im Bett. Das Telefon bleibt still. Und man lernt irgendwelche Fremden kennen und erzählt ihnen Dinge, die der Partner seit Jahren wusste. Warum ruft man nicht an? Warum geht man nicht vorbei? Warum trifft man sich nicht auf einen Kaffee?
Weil man sich nicht traut. Man könnte wieder in den Armen der/des Verflossenen enden. Weil man es für ungehörig hält. Kann man jemanden anrufen, obwohl man ihm gerade den Schmerz der Trennung ausgesetzt hat? Weil man weiter ziehen will. Das ist der/die Ex und man muss nicht in Erinnerungen schwelgen, wenn da draußen irgendwo der/die Neue herum läuft.
Vermissen tut man einander trotzdem. Und man wollte ja befreundet bleiben. Sich nie wieder melden ist auch irgendwie zu bemüht. Wann also? Wie lange wartet man?
Tja, ich weiß es nicht. Ich hab es irgendwann dann einfach gemacht. Manchmal war es ein Fehler, oft war es gut. Einige meiner Ex sind heute wertvolle Freunde, andere können nicht weit genug von mir entfernt wohnen. Habe ich ein Muster erkannt? Immer mal wieder. Die haben aber nie lang gehalten.
Wer am nächsten Tag anruft, hätte vielleicht nicht Schluss machen sollen. Wer es nach sechs Monaten tut, will doch nur höflich sein. Wer nie anruft, hat sich vielleicht viel Schmerz erspart. Wer es irgendwann schafft, mit dem Verflossenen am Telefon wieder zu lachen hat vielleicht ein bisschen von der Beziehung in eine seichte Freundschaft gerettet.
Ich empfehle, auf den Bauch zu hören. Weil das Herz und der Kopf nichts Brauchbares hervorbringen.
Meine Erfahrung ist, dass eine beendete Beziehung erst mal verarbeitet werden muß. Man muss regelrechte Trauerarbeit leisten. Erst dann ist man wieder bereit sich auf eine neue Beziehung einzulassen. Auch entsteht, wie bei jedem Verlust, erst mal eine Leere, die nicht so schnell ausgefüllt werden kann. Eine schnelle neue Beziehung hilft einem auch nicht weiter, so ein Schnellschuß wird nie zu einer befriedigenden Partnerschaft führen. Ich denke, den größten Fehler macht man, wenn man seine beendete Beziehung wieder aufwärmt. Es wird nie mehr so sein wie vorher, man hatte ja einen Grund, warum man diese Beziehung beendet hat. und dieser Grund verschwindet ja nicht so einfach.
Nach einer gewissen Zeit, die man sich nehmen sollte, verschwindet die besagte Leere und die Einsamkeit und man ist wieder zu einer neuen Beziehung bereit. Gute Freunde sind in solch einer Situation auch sehr hilfreich, wenigstens war es bei mir so, sie haben mich immer aus meinem Tief herausgeholt.
Ich hoffe, Du hast in solchen Situationen auch jemand, der für dich da ist.
Die Zeit nach der Trennung ist eine wertvolle Zeit. Wertvoll für einen selbst. Sicher ist sie mit Schmerz verbunden, aber auch der Schmerz ist wertvoll, da er auf Gefühle aufmerksam macht. Gefühle, die den Verlust, den man unbedingt vermeiden wollte, zeigen. Sich in eine neue Beziehung zu stürzen dient nur dem Vergessen und Verdrängen, nicht der Aufarbeitung. Die Gründe für eine Trennung sind oberflächlich betrachtet schnell zu finden. Die wahren Ursachen liegen immer in einem selbst. Es gilt das Muster zu erkennen und sich bewußt zu machen. Kein leichter Akt, da es mit Wahrheit verbunden ist, seiner eigenen, die man gerne vergisst. Es geht nicht um Schuld oder Unschuld, sondern um das Lernen und Handeln daraus. Mit dieser Wahrheit im Bewußtsein und der Überwindung des Schmerzes ist man fähig für eine neue/alte Beziehung. Ein langer Weg, aber man ist wirklich frei.
Hallo John,
ich denke ebenso wie Du. Da ich gerade dabei bin, meine eigenen Verhaltensmuster in meiner letzten Beziehung zu analysieren, weiß ich, wie schmerzhaft das mitunter sein kann, sehe es aber auch als eine Chance diese Muster in Zukunft vermeiden zu können. Mein Ex-Partner hat sich nach unserer Trennung gleich in eine neue Partnerschaft "geworfen". Irgendwie tut mir diese neue Partnerin leid, da sie dabei auch etwas mittragen muss, was sie garnicht verursacht hat. Letzlich muss aber jeder für sich entscheiden, wie er eine gewesen Partnerschaft verarbeitet. Ich für meinen Teil arbeite mit mir und vermeide dabei jeden Kontakt zum Ex.
Ich finde Weihnachten sollte nicht gerade die Zeit sein,
wo man sich von seinem Partner oder Partnerin trennen sollte. Schrecklich muß es für denjenigen bzw. diejenige sein Weihnachten plötzlich ohne den Menschen da zu stehen, der einem das ganze Jahr begleitet hat. Vom Fest der Liebe und des Friedens scheinst Du ja nicht viel zu halten, wenn Du Weihnachten für solche einschneidenden Maßnahmen und Lebensveränderungen nutzt. Todtrauig unter Weihnachtsbaum zu sitzen finde ich auch keine angenehme Vorstellung, nur weil man im neuen Jahr seine Freiheit haben will oder einen Neuanfang so passend ist für das neue Jahr. Jeder andere Tag ist passender als die Weihnachtsfeiertage. Also wenn ihr diesen Artikel lest, kommt nicht auch auf solche herzlosen Ideen . Sucht euch doch bitte einen anderen Tag zum Schluß machen aus und nicht Weihnachten.
In diesem Sinne schöne, friedliche und stimmungsvolle Festtage und Dir lieber Sebastian komm nicht wieder auf solche dummen Ideen zu Weihnachten.
Hallo allerseits und erstmal dieses…:
Es gibt keinen Tag an dem man nicht Schluß machen könnte. Sollte man so denken gibt es immer einen Feiertag, ein Jubiläum, zu schönes Wetter, zu dunkelen Himmel, zu nah am Wochenende, gerade erst die Woche begonnen, und, und, und… Um Schluß zu machen gibt es immer Gründe und die sollten inhaltlich sein. Umgekehrt, also um zusammen zu sein verhält es sich ja schließlich auch so. Sollte man es von der Zeit abhängig machen oder dem Moment hätten wir Brunftzeiten zu denen sich jeder, der in einer Partnerschaft lebt am besten einschließen sollte. Ich würde es nicht jemandem antun mit jemandem heile Welt zu spielen und gedanklich schon mit den Weihnachtskugeln nach ihr werfen… nene. Liebe Irma, wenn du schon die Gefühle anführst dann sei Fair und sage es, wenn Schluß ist.
Da gab es einen Typen, zu dem ich quer durch die Republik gezogen bin, nur damit er nach 4 Monaten feststellen konnte, dass seine Tanzpartnerin sich doch besser für ihn eignet. Herausfinden musste ich das alles selber, und dann hat er mich noch allen Ernstes bekniet, ob ich nicht mit ihm zusammen um die schöne Zeit trauern will, die wir hatten. Er würde mir so gerne beistehen in dem Schmerz den er allein verursacht hat. – Mir fehlten ganz ungläubig die Worte. Diese Variante von Freunde bleiben wird bei der Vorgeschichte sicher nie funktionieren. Aber in diesem Fall hat die andere Seite nicht verstanden wieso ich nach einer schmutzigen, von ihm verursachten Trennung nicht weiter in Kontakt bleiben wollte, obwohl er mich doch so gerne in seinem Leben behalten wollte.
In so einem Fall kann ich nur empfehlen, den Menschen auf die Spamliste zu setzen und als einziges Kommunikationsmittel für notwendige organisatorische Fragen SMS zu verwenden. Dann schafft man es, die zuerst bitter nötige Distanz trotzdem aufzubauen.
Warum kommt mir das in Teilen nur so bekannt vor. Blöd nur, wenn es einem passiert. Und besonders blöd, wenn man tatsächlich dann trauert – möge die Zeit genutzt gut vorbei gehen, bis der Schmerz nicht mehr so tief geht.
@ John: Danke, Mann, schön zu lesen, daß es auch erwachsene Männer gibt.
Also, ich habe eine sehr wertvolle Freundschaft zu einem Ex; jedoch hatte es einiger Zeit bedurft. Eine Zeit, in der der Trennungsschmerz verarbeitet wurde und heilen konnte. Das lag aber auch daran, daß wir immer miteinander reden konnten.
Beim Letzten dachte ich, es sei der "Mann meines Lebens" bis ich ihn bat, daß wir mal über uns reden müßten… Ich bin so verletzt, enttäuscht – und dabei liebe ich ihn gaaaanz tief in meinem Herzen immer noch! DAS kann selbst ich nicht verstehen / fassen und dennoch ist es so! Schrecklich. – Kontakt will ich nicht mehr zu ihm. Maso bin ich nämlich auch nicht! Gearbeitet habe ich mit mir auch (viel). Vielleicht bringt es die Zeit. Vielleicht auch ein Mensch, der mich liebt. – Ich versuche nur eines: Offen bleiben für die Liebe & Zuwendung, die mir andere entgegen bringen und dankbar sein, diese Liebe zu spüren! Mutig bleiben und Chancen ergreifen, weiter daran glauben, daß sich ein Seelengefährte, den ich lieben kann, ebenfalls auf den Weg gemacht hat. (Wieder) Vertrauen fassen, wird sicher das Wichtigste Thema für mich bleiben. Dafür bedarf es meine ganze Kraft & meinen Willen. – Tja, blöde Bilanz.
Ich hoffe einfach nur darauf, daß einer kommt und ich mutig bin und einfach liebe.