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Kopfgespenster – die Angst vor dem Ansprechen
Kopfgespenster – die Angst vor dem Ansprechen (Kategorie: Partnersucheblog)
Das Geheimnis ist Ausprobieren und Üben - geben Sie sich einen Ruck!

Für viele Singles gibt es mehr als genug gute Gründe, den verflixten ersten Schritt zu lassen und erst mal abzuwarten, als sich mit dem falschen Einstieg zu blamieren. Ein Grund ist die gleichermaßen populäre wie bequeme Haltung, dass doch bitte der andere aktiv werden möge.

Das ist weniger komisch, als es klingt, denn hinter solchen Alibis verbirgt sich meist ein sehr wahres Motiv: Die Angst, jemanden anzusprechen. Aber: Diese wunderbar eingerichtet Komfortzone müssen Sie unbedingt verlassen, wenn Sie neue Wege beim Flirten und bei der Partnersuche einschlagen wollen. Um Ihnen zu demonstrieren, wie Sie diese hinderliche Angst vor dem Ansprechen überwinden können, werfen wir zunächst einen Blick hinter die Kulissen.
Angst ist eine Empfindung, die durch eine tatsächliche oder erwartete Bedrohung ausgelöst wird. Der für uns hierbei interessantere Aspekt ist derjenige, der sich auf die Wahrscheinlichkeit bezieht, dass eine bedrohliche Situation tatsächlich eintritt. Wahrscheinlichkeit deshalb, weil Angst auch entstehen kann, ohne dass ein realer Schaden droht. In diesem Fall entwickelt sich der als negativ erlebte Gefühlszustand lediglich im Kopf, also nur durch die subjektive Bewertung einer Situation. Die körperlichen Ausdrucksformen der Angst können jedoch in beiden Fällen die gleichen sein. So werden bei Angstempfindungen verschiedene Bereiche des Gehirns aktiviert, unter anderem der so genannte Mandelkern (Amygdala). Daraufhin schüttet der Körper verschiedene Hormone wie beispielsweise Cortisol und Adrenalin aus, begleitet von uns wohl bekannten Symptomen: Die Atmung wird flacher und schneller, die Muskelspannung erhöht sich, das Herz fangt an zu pochen, der Blutdruck steigt, wir schwitzen und bekommen feuchte Hände. All diese Reaktionen kommen durch ein erhöhtes körperliches Erregungsniveau zustande.

Das Spannende daran ist, dass eine ähnliche Hormonausschüttungen und damit ein vergleichbares Erregungsniveau vorliegen kann, wenn wir Stress oder sogar eine Erregung empfinden, die wir als positiv erleben. Sitzen wir etwa in der Achterbahn, oder stürzen wir uns beim Bungee Jumping in die Tiefe, dann schüttet unser Körper in gleicher Weise Cortisol und Adrenalin aus. In dem Fall empfinden wir das Erlebnis jedoch als prickelnd, als den ultimativen Thrill, als ein wahres Vergnügen. So dicht können also Angst, Stress und lustvoll erlebte Aufregung nebeneinander liegen – rein physiologisch betrachtet.

Den entscheidenden Unterschied macht der Kopf, denn durch seine Bewertung erleben wir Angst. Wodurch genau lädt sich denn nun die Angst auf, wenn wir jemanden ansprechen wollen? Ganz einfach: Wir nehmen in unserer Vorstellung den Misserfolg der Aktion vorweg und malen uns in den schillerndsten Farben aus, was alles schief gehen könnte. Unser Kopfkino ist gnadenlos und lässt kaum eine Facette aus: Vom roten Gesicht über die trockene Kehle und ein stotternd herausgebrachtes Hallo mit peinlich quäkender Stimme bis hin zum völlig verständnislosen Blick der angesprochenen Herzdame oder des Traumtypen, die/der nur ein müdes Lächeln für uns übrig hat, bevor er/sie sich kommentarlos abwendet. Unsere Vorstellung erweist sich grundsätzlich schlimmer als die Realität.

Zum einen sind es also unsere negativen Vorstellungen, sozusagen die Angst vor der Angst, die uns hindern, jemanden anzusprechen. Zum anderen ist es aber auch der Glaube, dass die Angst ins Unermessliche wachsen könnte, würden wir uns einer brenzligen Flirtsituation aussetzen. Diese Annahme ist jedoch falsch. Die Angst nimmt zwar zunächst in einer als bedrohlich erlebten oder angenommenen Situation zu, und auch die körperliche Erregung steigt. Doch die Angst kann nicht unendlich steigen. Verharrt ein Mensch in der Angstsituation, dann schießt die Angstkurve zunächst nach oben, stagniert jedoch auf einem bestimmten Niveau, um anschließend wieder langsam abzusinken. Sie kennen so etwas sicher aus einer Prüfungssituation. Diese Angstkurve regelt unser Körper ganz automatisch, denn er kann nicht dauerhaft auf hohem Niveau erregt bleiben und ständig die gleiche Menge Hormone nachfeuern. Wir erleben die Angstsituation daher in ihrem Verlauf nicht mehr in dem gleichen Maße als bedrohlich wie zu Beginn.

Das Fazit lautet: Wir können nicht vor Angst platzen, und wenn wir keine schweren Herzprobleme haben, werden wohl auch nicht daran sterben. Stellt sich nun die Frage, warum dann die Hürde, mit einem Fremden in Kontakt zu treten, überhaupt so hoch ist? Vielfach liegt es an der fehlenden Übung und dem daraus resultierenden mangelndem Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Leicht vorzustellen, dass es also genau dann schwer wird und Überwindung kostet, wenn dieses Können beim Flirten auf Knopfdruck abgerufen werden soll. Na, ja, mögen Sie jetzt vielleicht denken, leichter gesagt als getan. Überzeugende graue Theorie, aber meine Angst vor dem Ansprechen ist dennoch die gleiche.
Wie können Sie also neuen Mut fassen? Sie ahnen es sicher schon, das Geheimnis liegt im Ausprobieren und Üben. Also nichts wie runter vom Sofa und rein ins Getümmel!
Nur so können Sie positive Erfahrungen sammeln, erkennen, dass es in der Realität gar nicht so schlimm ist, wie in der Fantasie angenommen, und alte Schreckgespenster beiseite räumen.


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5 Antworten zu “Kopfgespenster – die Angst vor dem Ansprechen”

  • marina sagt:

    Guten Tag,
    der Artikel ist sehr interessant.
    Es ist leicht für mich mit Menschen zu sprechen, die ich nicht kenne – einfach um zu kommunizieren.
    NUR, SOWIE EIN MANN MIR GEFÄLLT, traue ich mir nicht mehr ihn anzusprechen.
    Da ich damit keine positiven Erfahrungen – eher Ablehnung erfahren habe.
    Was kann ich tun, wenn ich einen Mann sehe, der mir gefällt, damit ich ihn kennenlernen kann?

  • Sarix sagt:

    Der Text ist wirklich interessant. Jedoch habe ich immer das Problem, wie fange ich an. Ich habe die Erfahrung gemacht, egal was ich sage, langweile ich meine Zuhörerin oder wenn sie mal interessiert ist, dann stört eine Freundin, die meint es sei langweilig und dann ist sie auch weg. Dadurch habe ich diese Angst, die hier beschrieben ist. Nur ist das, was ich mir jetzt vorstelle auch bis jetzt immer passiert. Entweder kann ich nicht flirten oder ich bin wirklich so abstoßend, dass mich keine Frau kennen lernen will. Ich weiß es nicht. Ich hoffe trotzdem, dass es doch mal dazu kommt. Ich weiß nur nicht, was ich ändern kann.
    Gruß
    Sarix

  • Thomas sagt:

    Hallo Sarix,
    Ich glaube, daß Problem liegt darin, das man(n) meint immer sehr viel von sich erzählen zu müssen. Frauen mögen gerne wenn man auf ihre Themen eingeht, genauer nachfragt, sie erzählen lässt, aktiv zuhört und sie spüren lässt, daß man an ihnen und ihren Themen interessiert ist.
    Ich bin (leider) kein guter Geschichtenerzähler, viele Frauen sagen mir aber nach einem netten Abend oder Telefonat, daß sie es schön fanden sich mit mir zu Unterhalten, obwohl sie die meisste Zeit geredet hatten. Ich stelle ein paar Fragen, erzähle passend zu ihren Themen einige Parallelsätze um sie zu bestätigen und versuche ihr gesagtes nachzureflektieren. Naja, vielleicht hilfts dir weiter. Viel Glück beim nächsten Flirt!
    Gruss Thomas

  • Dasolejo sagt:

    Was Thomas sagt, kann ich nur bestätigen. Die meisten Frauen wollen in uns Männern in erster Linie einen Zuhörer, der echtes Interesse zeigt. Die Kunst liegt darin, Stichwortgeber zu sein, kurz und reflektiert zu kommentieren und je nach Charakter der Frau auch einmal kritisch zu hinterfragen. Doch Vorsicht, der Schuß kann nach hinten losgehen. Frauen wollen keine Belehrungen sondern Bestätigung.
    Was Marina berichtet ist ein Phänomen, das ich auch kenne. In der Regel habe ich keine Probleme damit, jemanden anzusprechen und zu kommunizieren. Sobald aber eine Frau über in meinen Augen sehr attraktiv ist, bauen sich in mir Blockaden auf. Die Angst davor, abgewiesen zu werden, steigt in dem Maße, je unerreichbarer eine attraktive Frau zu sein scheint.

  • Thomas2 sagt:

    Hallo Dasolejo,
    es ist mir egal, ob Frauen lieber Bestätigung als Belehrungen haben wollen. Ich bin wie ich bin und werde mich nicht verbiegen, nur um zu gefallen. Das würde mittelfristig sowieso in die Hose gehen.
    Es ist gut so, daß sich Männer und Frauen schwertuen, den (die) andere/n anzusprechen. Das macht es ja gerade so besonders.