Irgendwie ist es merkwürdig, über meine eigene Trennung zu schreiben.
Irgendwie aber auch merkwürdig in meinem Blog über die Trennungen anderer zu philosophieren, während ich gerade in meiner eigenen stecke.
Wenn ihr das hier lest, habe ich mich wohl entschieden, doch ein paar Worte zu meiner eigenen Situation zu sagen.
Ein geschlagener Monat liegt die Trennung nun bereits zurück. Vielleicht etwas länger, wenn ihr das hier lest. Ich muss sagen: In der Zwischenzeit habe ich Einiges gelernt. Meine erste Erkenntnis: Ich bin bei Weitem nicht so hart, wie ich immer dachte.
Es ist ja nicht so, als wäre das meine erste Trennung. Man muss schon einigermaßen beziehungsunfähig sein, um so einen Blog hier zu schreiben, wisst ihr. Aber das ist eine neue Art von Trennung, die ich gerade durchmache. Warum? Dieses Mal hatte ich wirklich versucht alles richtig zu machen. Doch nun sitze ich wieder alleine in der neuen Wohnung, in einer mir fremden Stadt. Und kann nicht mal sagen, dass ich wirklich leide. Es ist momentan, 28 Tage nachdem sie gegangen ist, mehr ein Gefühl der Taubheit. Da wurde ein Platz für etwas reserviert – und jetzt ist da nix.
Irgendwie auch angenehm, weil jetzt endlich Ruhe ist. Diese fiebrige Angespanntheit, wenn man mitbekommt, dass die Vorstellungen und die Realität zwei unterschiedliche Dinge sind. Meine Angst in diesem Dissens nun gefangen zu sein … all das ist nun weg. Alles fort, nicht mehr präsent, sondern nur eine diffuse Erinnerung! Ja, es ist wohl so eine Trennung, die alle kommen sahen, ich selbst auch irgendwie. Aber die ich mir nie eingestand oder eingestehen wollte. Freunden von mir geht's gerade viel schlechter. Kinder, Ehen, Lebensmodelle, Jobs, Karrieren brechen gerade um mich herum in sich zusammen. So böse es klingt, das hat mir irgendwie geholfen, weil alles, was ich hab, diese Gefühl ist, dass mir etwas fehlt. Doch das verliert an Wichtigkeit, wenn mein bester Freund weinend meinen Whisky in sich hinein schüttet, weil sein Leben gerade zerbricht. Deshalb mein ultimativer Trennungstipp: Das Leid anderer Menschen! In hohen Dosen konsumiert, kommt einem das eigene Leid dann völlig unwichtig vor. Vorteil:
Freiheit. Doch meine zweite Erkenntnis: Freiheit, wird überschätzt!
Freiheit ist natürlich das Ding. Von der Arbeit mal abgesehen, genieße ich die Möglichkeit, einfach mal zu tun, was ich will. Entspannen. Sport. Konzerte. Den Kram, für den man weniger Zeit hat, wenn man eine Beziehung hat. Weil man sonst seine Freundin ja gar nicht mehr sieht. Flirten macht natürlich weniger Spaß, wenn es plötzlich zur Single-Pflicht wird. One-Night-Stands sind auch einfach nicht mehr so toll wie man dachte, als man noch in festen Händen war. Alles in allem ist das ganze "Ich bin Single, die Welt gehört mir"-Denken das wohl bestverkaufte Medienprodukt unserer Zeit. Eine große aber erfolgreiche Lüge. Eigentlich interessiert es die Welt gar nicht, dass die Freundin weg ist. Und auch sonst keinen. Man ist allein und das war?s.
Ach ja, hab ich erzählt, dass ich sie mit ihrem Neuen getroffen habe und die beiden jetzt auch schon wieder auseinander sind? Nein? Na ja, ein anderes Mal mehr dazu.
Jetzt erstmal raus aus der Trennungsphase und rein in die Phase des suchenden Single.
Vielleicht melde ich mich einfach bei ElitePartner an…
"Vielleicht melde ich mich einfach bei ElitePartner an…"
Das ist eine super Idee. Es wäre sehr interessant von einem Experten über seine Erfahrungen bei ElitePartner zu hören. Ich würde mich freuen!
Super Idee! Guck doch mal bei meinem Profil vorbei
Das, was du schreibst, kommt mir irgendwie bekannt vor. Mir gehts genauso, obwohl die Trennung von mir ausging und ich mir meiner Entscheidung nach wie vor sicher bin (ca. 6 Mon.), fühle ich mich mit meinem Single-Dasein nicht wohl. Der Gedanke sich bei ElitePartner anzumelden, ist auch nur eine Ausflucht aus der "Unwohlfühlsituation", ich bin selbst auch dort und fühle mich nicht wirklich besser, obwohl man viele kennenlernen kann. Aber ich schließe mich meinem Vorgänger an, vielleicht kannst du als Experte funkende Ratschläge geben, wenn du angemeldet bist. VG
Ehrlich gesagt: Ich bin hier angemeldet, weil ich der Taubheit und der vermeintlichen Freiheit entrinnen wollte. Weil One-Night-Stands einen mit Bitterkeit erfüllen und es einfach mehr Spaß macht, zu zweit nichts zusagen, zu lesen und mit dem Wissen arbeiten zu gehen, dass da etwas schönes wartet im Leben. Aber ich glaube nun doch mehr als vorher an die Realität einer Begegnung im wirklichen Leben.
als ich deine zeilen las, fand ich es fast schon "erschreckend", dass in punkto liebeskummer viele menschen dieselbe form des leides mit ähnlichen gedanken durchleiden, sich jede/r in diesem stadium trotzdem maßlos alleine und teilweise hilflos vorkommt. gerade die beschriebene dissonanz zwischen realität und vorstellung/traum ist auch mir sehr bekannt. aber das leben behält sich vor, unberechenbar, sowohl in positiver als auch negativer hinsicht, zu wirken.
schreiben scheint mir zur verarbeitung das richtige medium und hierbei möchte ich dir sagen: das kannst du wirklich gut. mich würde interessieren, wie deine geschichte weitergeht. ich hoffe du wirst in der folgenden zeit ein paar positive erkenntnisse aus dem vergangenen mitnehmen, auch wenn es jetzt noch nicht greifbar ist.
alles gute
Ich empfehle dringend das Buch von Doris Wolf "Wenn der Partner geht". Darin werden die 4 Phasen einer Trennung beschrieben, die jeder durchmachen muss. Und das dauert! Gib Dir die Zeit und finde erst mal zu Dir selbst. Trennung schmerzt sehr, aber ein schneller Ersatzpartner hilft bestimmt nicht.
…bescheuert! Warum kann ein Mann nicht mal einige Zeit allein bleiben und mal nicht suchen, sondern bei sich sein, muss man (= Mann), denn immer gleich von einer Beziehung zu nächsten hüpfen? Auch sexuelle Enthaltsamkeit für mehr als 1 Woche hat noch niemanden umgebracht. Diese dumme oberflächliche Lifestyle-Welt, wie man(= Mann) zu leben hat, schau doch mal innen – oder ist da gar nix???
Kann ich völlig verstehen, ist eine echt miese Zeit. Wer tiefe Trauer spürt, ist jedoch auch fähig Liebe zu spüren. Wann???