Sommerzeit ist Flirtzeit. Die Röcke werden kürzer, die Fußnägel hübsch pedikürt, die Sonnenbrillen auf Hochglanz poliert. Schließlich soll alles stimmen – für den Flirt im Stadtpark, Straßencafé oder am Badesee.
Doch das schönste Outfit kommt nicht zur Geltung, wenn eine Körperpartie vernachlässigt wird: Die Haare. Sie sind wichtiger Signalgeber beim Flirten und brauchen vor allem im Sommer eine Extra-Portion Pflege. Der Kölner Haarpraktiker Michael Rogall gibt Tipps, wie Sie auch im Sommer mit schönen Haaren glänzen – und beim Hair Flip und Head Toss eine gute Figur machen.
Sommertipps
Kamillenblüten als natürlicher Haaraufheller
Allein die Kraft der Sonne kann dunkel- bis hellblondes Haar um mehrere Töne aufhellen. Um diesen Prozess zu beschleunigen, nutzen Sie einfach die Kraft der Kamillenblüten, die schon die alten Römer zum Aufhellen nutzten. Hierbei wird die Schuppenschicht des Haares von der Gerbsäure der Kamille umschlossen und die Glanzkraft gefördert. Günstiger Nebeneffekt: Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Kamille regulieren fettige und empfindliche Kopfhaut. Doch Vorsicht bei zu häufigen Kamillespülungen. Beim Herauswachsen kann ein leichter Farbansatz im Haar entstehen. Außerdem kann zuviel Gerbsäure das Haar austrocknen und „glasig“ wirken lassen. Idealerweise wenden Sie die Kamillenspülung zwei bis drei Mal in der ersten Woche im kurzen Abstand von je einem Tag Pause an und dann erst wieder nach circa drei bis vier Wochen zur Auffrischung.
Kamillensud selbst herstellen
Um den Kamillensud herzustellen, übergießen Sie circa acht Kamillenbeutel oder fünf Esslöffel Kamillenblüten mit kochendem Wasser und lassen Sie diesen Sud bis kurz vor der Anwendung ziehen. Nutzen Sie diese Zeit um sich das Haar zu waschen. Verwenden Sie dabei keine Haarspülung und frottieren Sie lediglich das Haar im Handtuch. Nach dem Waschen können Sie die Teebeutel herausnehmen oder die Blüten durch ein Sieb abseien. Gießen Sie den Tee mit der Ihnen angenehmen Temperatur über das Haar und drücken die überschüssige Flüssigkeit aus. Kämmen Sie Ihre Frisur und gehen Sie mit dem feuchten Haar sofort in die Sonne. Schütteln Sie draußen immer mal wieder das Haar durch, bis es trocken ist. Für einen Strähneneffekt können Sie alternativ auch nur einzelne Konturenhaare mit den Tee benetzen. Circa zwei Tage können Sie den Kamillensud im Kühlschrank aufbewahren und nutzen.
Weg mit der chemischen Haarfarbe – nutzen Sie den Sommer aus!
Die Sommerzeit ist die beste Zeit, einen Haarfarbwechsel vorzunehmen – und das ohne chemischen Mehraufwand. Zum einen wachsen Haare in der lichtstarken Zeit schneller, denn Licht regt das Wachstum der Zellen an. Die hellen Monate von April bis September sind hier maßgeblich. Die Bleichkraft der Sonne unterstützt auf natürliche Weise den Prozess der Aufhellung. Wer unzufrieden mit seiner zu dunkel geratenen Haarfarbe ist, kann die aufhellende Wirkung der Sonne zusätzlich mit einem Tiefenreinigungsshampoo unterstützen, das die festsitzenden Farbpigmente entfernt. Damit die Pigmente sich verlieren und nicht wieder „verkleistern“, sollten Sie in dieser Zeit auf silikonhaltige Haarspülungen und -kuren verzichten. Vorsicht, wenn der Friseur Ihre Haare blond strähnt. Im Sommer sollten die Haare nicht so hell, wie Sie es sonst vielleicht gewohnt sind, gefärbt werden. Die Sonne bleicht gerade diese Haare noch mehr aus und schädigt die Struktur tiefer gehend.
Vorsicht im Chlorwasser
Wenn Sie zu den Wasserratten gehören oder im Sommer regelmäßig das Freibad besuchen, sollten Sie besonders auf Ihre Haarpflege achten. Chlor hat eine ätzende Wirkung auf Haare und muss immer nach dem Bad mit Shampoo ausgewaschen werden. Ideal wäre vor dem Schwimmen das Haar mit ein wenig Olivenöl zu benetzen, denn Öl stößt Wasser bekanntlich ab. Wenn Sie langes Haar haben, binden Sie die Haare am besten hoch und ölen Sie besonders die Haarspitzen ein. Olivenöl ist feuchtigkeitsspendend und lässt sich mit silikonfreien Shampoos sehr leicht wieder auswaschen, ohne das Haar merklich zu beschweren.
Allgemeine Tipps
Der Weg zur typgerechten Frisur
Selten haben die Trendfrisuren in den Zeitungen Ähnlichkeiten mit der eigenen. Doch lassen Sie sich nicht entmutigen. Einige Details davon sind ganz bestimmt auch bei Ihnen umsetzbar. Deshalb rate ich, schämen Sie sich nicht, eine Frisurenmappe ihres eigenen Geschmacks mit Mode- und Frisurenphotos anzulegen und diese zum Friseur in die Beratung mitzubringen. Das hilft dem Friseur Ihre Wünsche zu visualisieren. Ein bisschen Volumen von hier, etwas Fransen von dort, vielleicht sogar mal den Pony ausprobieren…
Wie finde ich den richtigen Friseur?
Die Auswahl des Friseurs geht entweder über Empfehlungen oder über das Bauchgefühl. Ist Ihnen das Geschäft völlig fremd, haben Sie keine Scheu, nach dem Fachmann für Ihren Typ zu fragen: „Wer ist hier besonders gut im Schneiden von langen, kurzen, glatten, feinen oder sehr lockigen Haaren?“ Wenn Ihnen jemand von den Kollegen empfohlen wird, sprechen Sie zunächst einmal mit ihm – ganz ohne Terminverpflichtung. So können beide Seiten sehen, ob es funkt. Denn bestenfalls kann daraus eine lange Beziehung wachsen. Sollte eine spontane positive Beratung erfolgen, können Sie sich immer noch entscheiden zu bleiben. Falls nicht überlegen Sie in Ruhe und schauen sich noch in anderen Salons Haarspezialisten an, bis Sie Ihren Wohlfühlfriseur gefunden haben.
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