Gott konnte nicht überall gleichzeitig sein – deshalb erschuf er Großmütter!
Nein – es gilt nicht für alle Menschen dieser Gattung, denn auch unter den Großmüttern dieser Welt tummeln sich etliche „lieblose“ Gestalten. Trotzdem hängt das vom Blickwinkel ab. Großeltern sieht man natürlich nur dann als Großeltern, wenn man an seine eigenen denkt. Und auch anders herum gilt: Großeltern können gegenüber anderen Menschen Neuronen sägende Querulanten sein. Für die Nachkommen der Nachkommen gilt aber dennoch oft der Satz: Enkelkinder sind das Dessert des Lebens! Der Hauptverantwortung für Erziehungsfragen enthoben, durch Lebenserfahrung geerdet und oft finanziell halbwegs abgesichert ist die Beziehung von Großeltern zu ihren Enkeln meist geprägt von sehr viel Fürsorge, Zärtlichkeit und dem Wunsch, die Enkel zu „pampern“.
Was also wäre eine Großmutter-Revolution? Patch Adams hat diesen Begriff in einer Rede geprägt – ach Gott, kennen Sie ihn eigentlich? Ich meine den amerikanischen Begründer der Klinik-Clowns, ein auch in menschlicher Hinsicht herausragender Zweimeterundetwas-Arzt, der seit nunmehr 40 Jahren im ärmsten Bundesstaat der USA ein kostenloses Krankenhaus mit dem vielsagenden Namen „Gesundheits-Institute“ betreibt, um ein Vorbild für eine alternative Gesellschaftsform zum Kapitalismus zu schaffen. Es gab einen Hollywood-Film über sein Leben, der allerdings ein sehr beschnittenes Bild vom Wirken dieses großen Mannes entwirft. „Youtuben“ oder „wikipedieren“ Sie ihn doch mal und hören sich das Original an, wenn er über Liebe und Heilung spricht! Dieser Mann ist eine in fast 70 Ländern gefragte Geistesgröße, doch zahlt er sich monatlich selber nur rund 400 Dollar Gehalt aus.
Adams wurde stark geprägt durch die Liebe seiner Mutter und arbeitet inzwischen am liebsten mit Vergewaltigern, Mördern und anderen, von der Gesellschaft besonders geächteten Menschen, denn für ihn ist Spiritualität „Liebe in Aktion“. Das ist es auch, was er mit seiner Großmutter-Revolution will: Dass wir alle uns umeinander so fürsorglich bemühen, wie eine Großmutter um ihr Enkelkind.
Sicherlich sind wir nicht so weit, einen um sich schlagenden Psychotiker acht Stunden lang im Arm zu halten, um ihm immer wieder zu sagen: „Ich liebe dich!“, wie es Patch Adams tut. Aber vielleicht können wir die weniger spektakulären Dinge füreinander tun, die das Leben auf diesem Planeten so viel besser machen würden. „Begroßmuttern“ wir uns doch ein bisschen mit leiser Nächstenliebe: Komm, ich näh’ dir den Knopf an, Schätzchen. Brauchst du noch eine Decke? Du siehst so traurig aus Liebling. Magst du noch einen Keks? Ich glaube, du bist zu hart zu dir Engelchen… etc.pp.
Einfach mal Oma sein!