Per SMS? Am Telefon? Bei Kerzenschein? Nach einer Diskussion? Herr Leyendecker macht sich Gedanken.
Wie macht man eigentlich richtig Schluss? Was ist der beste Weg? Und was meint man eigentlich mit bester Weg? Ist es am besten, wenn man dem Partner nicht zu sehr weh tut?
Oder wenn man noch mal alles losgeworden ist, was man zu sagen hat? Wenn man mit sich im Reinen ist? Wenn man mit dem Partner im Reinen ist? Wenn man Freunde bleiben kann? Wenn man sich die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Beziehung offen hält? Wenn man stärker aussieht als der andere?
Um es richtig zu machen, muss man im Gewirr der dahinscheidenden Beziehung wohl erstmal herausfinden, was man eigentlich will. Was man wirklich will. Drückt man dem Partner noch einmal eine rein, um sich besser zu fühlen? Hält das lange? Was, wenn man sich nächste Woche auf der Straße trifft? Wut und Zorn mögen oft zum Beziehungsende führen. Aber ich überrasche sicher niemanden, wenn ich die beiden für schlechte Ratgeber halte. Eine Beziehung beenden sollte nie Rache sein, es sollte vielmehr einen Endpunkt darstellen. Was ist der Sinn vom Ende, wenn man danach ohnehin nur jammert, was alles schlecht ist und war? Wenn man Schluss macht, sollte man einen Endpunkt setzen, die Seite umschlagen und ein neues Kapitel beginnen.
Wie ehrlich man dabei ist, hängt wohl vom Einzelfall ab. Das ist eine schwierige Frage. Ehrlichkeit kann sehr wehtun. Während Ultra-Moralisten (die sich selbst nie so nennen) sie immer als Maß aller Dinge betrachten, gehören auch sie kaum zu den Leuten, die gerne hören, dass sie schlecht im Bett waren, intellektuell nicht mithalten können oder absolut nerven.
Hat ein Partner so was verdient? Oh, ich bin sicher, ein paar haben das. Viele unserer baldigen Ex haben es aber auch einfach versucht und es hat nicht geklappt. Gerade die trifft die Trennung ohnehin hart. Ich persönlich habe dann immer lieber gut gemeinte Lügen erzählt als auf Menschen einzutreten, die ohnehin schon am Boden lagen.
suuuper geschrieben.
…ich persönlich habe dann immer lieber gut gemeinte Lügen erzählt als auf Menschen einzutreten, die ohnehin schon am Boden lagen…
…mmmhhhh….
ist das der richtige Weg???
Was allerdings ist, wenn ich die jenige bin, die am Boden liegt … erzählt dann der andere gut gemeinte Lügen über mich … das will ich nicht haben!!!
Mit meinen Ex
…grins…!!
Es kommt doch auf die Vorgeschichte an. Und die sieht, so meine Erfahrung, meist geschlechtsspezifisch verschieden aus.
1. Der Mann macht meist Schluss, weil er eine andere Favoritin für sich entdeckt hat. Da hilft kein langes Drumrumgerede, das muss nicht ausdiskutiert oder beschönigt werden. Zumal in diesem Fall ja meist schon eine Parallelbeziehung läuft und nur gewartet wird, bis diese sich als eindeutig kommoder herausstellt als die Alt-Beziehung. Warum also diese nicht telefonisch oder elektronisch beenden? Wenn mir ein Mann sagt, er habe eine Bessere gefunden, kann er sich wolkige persönliche Erklärungsversuche schenken. Auf zu neuen Ufern.
2. Die Frau trennt sich meist wegen jahrelangen Genervtseins und erfolgloser Kommunikationsversuche. Warum dann am Ende noch ein persönlicher Erklärungsversuch, wenn alle vorherigen Bitten und Diskussionen nichts gebracht haben? Ich habe mal eine Beziehung beendet, indem ich dem Typen seine Habseligkeiten kommentarlos per Kurier zurückgeschickt habe. Er war unterkühlt, karrieregeil, rücksichtslos und ignorant – warum dann auf nette Art und Weise das Ende bereden? Ich gebe zu, ich habe seinen anschließenden, ziemlich konsternierten Anruf genossen. Asche auf mein Haupt.
Fazit: Reden ist doch ziemlich zwecklos, der verlassene wird die Argumente sowieso nicht verstehen.
Man trennt sich immer so wie man auch die Beziehung im Inneren geführt hat … was sollen da Regeln oder "der beste Weg" helfen. Alles Theorie! Letztlich ist alles was da aufgesetzt daher kommt nicht authentisch und wird vom Partner auch so erkannt! Das lässt das Fass überlaufen – nicht die Tatsache das man sich trennt.
Also: lernt von der Art Euch zu trennen und macht es in der nächsten Beziehung einfach besser (vorausgesetzt die Trennung war "unschön"). Sonst kann ja alles beim "alten" bleiben.
Und ein letztes noch: Um Schmerz oder Leid zu vermeiden zu lügen ist ziemlich einfältig. Eine Lüge ist eine Lüge! Es gibt nichts gut gemeintes daran!!!! Jede Trennung ist schmerzhaft, denn nur wo Gefühle sind, tut es auch weh … wo keine Gefühle sind, tut es auch nicht weh. Ich geh jetzt mal davon aus, dass der zukünftige "Ex-Partner" die noch hat, sonst würde es ja nicht weh tun!
Absolutes MUSS ist, nicht verletzen oder beleidigen, also das Positive herausheben, was mir gefällt (Foto, Interessen etc) und dann klar sagen, warum er nicht in Frage kommt. (Distanz – Alter – Beruf etc.)